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Rezensionen verfasst von
ricochet

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Neuseeland - Haere Mai: Poesie des Reisens
Neuseeland - Haere Mai: Poesie des Reisens
von Birgit Winkler
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,49

5.0 von 5 Sternen Neuseeland mit den etwas anderen Augen, 8. November 2015
Wer sich über Neuseeland informieren will, wird mit diesem Buch anhand überschaubarer Kapitel bestens bedient. Es handelt sich um tagebuchartige Berichte, die uns das Land auf sehr authentische Weise näher bringen. Birigt Winkler schreibt aus einem sensiblen, subjektiven Empfinden, glücklicherweise ohne dabei in den Kitsch abzugleiten. Ihre Sprache trägt einen angenehmen poetischen Touch, der daran erinnert, dass sie auch Lyrik schreibt. Insofern hat dieser Reisebericht sehr wohl literarische Ambition. Somit führt das Buch seinen Untertitel durchaus zu Recht und zeugt von der Liebe Birgit Winklers zu den vielfältigen Eindrücken, die sie auf ihrer Reise gewonnen hat. Sorgfältig recherchierte Hintergrundsinformationen bezüglich der Geschichte Neuseelands runden den Text ab. Freilich findet sich auch eine respektable Anzahl von Fotos, die Lust auf Neuseeland machen. Dass viele der Fotos "nur" in schwarz-weiss sind verbuche ich als künstlerischen Anspruch. Schließlich ist das Buch kein konventioneller Reiseführer.
Recht praktisch sind die GPS-Daten, anhand derer sich die Reise der Autorin sogar nachvollziehen ließe. Auch das Preis-Leistungsverhältnis ist top, weshalb ich in Summe eine uneingeschränkte Empfehlung ausspreche.


Im zerbrochenen Rückspiegel: Erinnerungen eines Seelenklempners
Im zerbrochenen Rückspiegel: Erinnerungen eines Seelenklempners
von E. Salcheron
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,70

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Surreale Erinnerungsfetzen,, 29. April 2015
mühsam von der Autorin gebändigt, ziehen sich durch dieses Buch. Ein Psychiater nimmt uns auf seine irritierende und teils verstörende Erinnerungsreise mit, wobei dies eher als Rahmenhandlung für eine Reihe Binnenerzählungen dient. Diese umfassen Episoden mit wahrlich kaputten Beziehungen und Katzen genauso wie dieses oder jenes. Den Titel finde ich sehr zutreffend gewählt, als Metapher für die innere Struktur des Textes. Die einzelnen Geschichten, die man durchaus eigenständig lesen kann, verströmen eine intensive, surreale Atmosphäre auf einem ansprechenden sprachlichen Niveau. Zudem stellt es eine Eigenheit der Texte dar, dass diese sehr viel Subtext beinhalten, also Inhalte, die nicht expressis verbis zu lesen sind. Das macht das Textvolumen spartanisch, bietet andererseits starke Projektionsflächen für die Interpretation, weil diese Inhalte vom Leser ergänzt werden müssen. Insofern ist die Lektüre des Buches auch eine Herausforderung; allerdings eine, die sich lohnt. Ganz besonders haben mir die lyrischen Einschübe gefallen, die sowohl für noch mehr Abwechslung als auch atmosphärische Tiefe sorgen.

Eigentlich sind Illustrationen in Belletristik für Erwachsene ein No-Go, aber in diesem Falle passen sie wunderbar zum Text und runden diesen kongenial ab. Klar ist dieses Buch keine Mainstream-Literatur, sondern ein Nischenprodukt für den Liebhaber des literarisch Anspruchsvollen. Für den möchte ich jedoch eine klare Kaufempfehlung abgeben.


Wenn die Würfel fallen ...
Wenn die Würfel fallen ...
Preis: EUR 2,49

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für den Gothic-Freund, 25. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Würfel fallen ... (Kindle Edition)
Eine Reihe an und für sich kleinerer Mängel im Layout trübt in Summe den Gesamteindruck: willkürliche Absatzgestaltung, serifenlose (damit auf Dauer anstrengend zu lesende) Schrift, übergroße Zeilenabstände, Leerzeilen zwischen manchen Absätzen. Zusammenfassend wurde viel Platz verschwendet. Bei normaler Layoutierung ergäben sich vielleicht 50 – 60 Seiten. Diese überschaubare Erzählung (allenfalls Novelle) als „Roman“ (siehe Titelseite) zu etikettieren ist schon mehr als kühn. Sind sich die Experten doch bei einem einzigen Punkt einig, wenn es darum geht, den Roman zu definieren: Er ist ein längerer Prosatext. Und genau das ist „Wenn die Würfel fallen“ nicht. Die gestreckte Layoutierung ergibt ein schlechtes Preis-Leistungsverhältnis, welches andererseits auch nicht überbetont werden sollte. Bei dem Preis?! Weil ein Buch einfach mehr ist als der reine Text gebe ich dafür einen Punkt Abzug.
Der Text an sich wird jedem Freund bzw. Freundin moderner Vampirgeschichten große Freude machen. Er besitzt alle Zutaten, die heutzutage für das Genre von Bedeutung sind: Spannung, Gruseleffekt, SM-Feeling usw. bis hin zu diversen Klischees, wie eine schaurige, abgeschiedene Burg, die ich als Genrevorgabe verbuche. Insofern will ich mich nicht aufregen. Sehr professionell breitet die Autorin in einer konzisen, verständlichen Sprache ihre Erzählung aus. Ich habe mich keine Minute gelangweilt, obwohl ich streng genommen nicht zu den Fans des Genres zähle.
Vom Ende bin ich allerdings enttäuscht. Die Erzählung wirkt auf mich wie das erste (durchaus gelungene) Kapitel einer großen Vampirerzählung, eines echten Romans. Mir stellt sich die Frage, ob die Autorin das Potenzial ihrer Erzählung erkannt hat. (Wo bleibt der Rettungsversuch des Vaters? Wo der Vampirjäger, den der Zufall in die Gegend verschlägt? Vielleicht hat eine der beiden Schwestern einen heimlichen Verehrer, der sich auf die Suche macht? Da gäbe es ja noch so vieles ...) Da es sich dabei um eine Geschmacksfrage handelt, möchte ich diesen Umstand nicht in die Bewertung einfließen lassen.
Im Grunde warte ich immer noch auf den Roman, der den Vampirismus metaphorisch darstellt: Vampire als Menschen, die auf Kosten anderer leben. Und die gibt es nun ja tatsächlich. Aber – seufz -, dieses Buch werde ich wohl selber schreiben müssen.


Aufbruch nach Aasghanistan: Limericks, Schüttelreime und andere Nonsensgedichte
Aufbruch nach Aasghanistan: Limericks, Schüttelreime und andere Nonsensgedichte
von Prof. Elsenbrink
  Broschiert
Preis: EUR 8,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für Hartgesottene, 13. August 2014
ist dieser Band eine ideale, abwechslungsreiche Zwischendurch-Lektüre. Schräges, Schrilles, Deftiges, auch in (Berliner) Mundart zuhauf bringt uns hier Autor Prof. Elsenbrink zu lesen. Natürlich steht das Formale im Vordergrund, nicht das Inhaltliche. Insofern wurden die Pointen um ihrer selbst Willen gewählt, nicht etwa wegen ihrer subversiven Qualitäten, die sie gelegentlich durchaus haben. Der intelligente Humor, der eigentlich für den Autor typisch ist, schwingt wie eine Textur dennoch immer mit und bringt sich vor allem in den Überschriften zur Geltung.
Kongenial sind die besonders zu würdigenden comicartigen Zeichnungen, die doch viel Charme in das Buch bringen.


Dreams/Imagine My Surprise
Dreams/Imagine My Surprise
Preis: EUR 19,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchwachsen, 22. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dreams/Imagine My Surprise (Audio CD)
"Dreams" (1970) und "Imagine my surprise" (1972) waren die einzigen zwei Alben der amerikanischen Combo Dreams. Außer vom Gastmusiker John Abercrombie an der Lead Gitarre auf "Dreams" habe ich von den Musikern nie mehr etwas gehört. Der damals noch weithin unbekannte Abercrombie gehört seit Jahrzehnten zu den gefragten E-Gitarristen in der Jazz-Szene (dutzende Alben auf ECM z.B.)
Eine Mischung aus gefälligem Jazz, Rock und Mainstream kommt in beiden Alben auf uns zu. Musikalisch lehnt man sich nicht allzu weit aus dem Fenster. Von einigen ausgeflippteren Einlagen, die wohl als Gimmick der (willkommenen) Abwechslung willen zu verbuchen sind, abgesehen, bedient man sich durch die BanK eingängiger Melodien mit teils sogar Ohrwurmcharakter. Genau dies lässt mich auch den fünften Stern vorenthalten - zu massenkompatibel sind die Melodien; zu hoch ist der Mainstream-Anteil. Für den Sound sind die Bläser typisch. Wer also Probleme mit Saxofon, Trombone, Flügelhorn und sonstigen Blaswerk hat - Finger weg!
Nur ist die musikalische Qualität auf dem Debutalbum deutlich besser, denn hier merkt man etwas von der allgemeinen Spiel- und Experimentierfreude, die damals die Musikszene beherrschte. Immerhin spielte Jimi Hendrix mit Zunge und Zähnen auf seiner Gitarre, Klaus Schulze braute sein erstes elektronisches Gewitter, oder denken wir an Woodstock usw. Dieser Schwung sackt beim Nachfolger "Imagine my surprise" ziemlich durch. Hier höre ich nur mehr belangloses Gedudel.
Besonders hervorzuheben ist das digitale Remastering, das hervorragend gelungen ist, wie ich als ehemaliger Besitzer der Vinyl-Ausgabe von "Dreams" unbedingt erwähnen möchte. Es holt die Subtilitäten auf "Dreams" genauso heraus, wie es auf "Imagine my surprise" gnadenlos offenbart, dass es tatsächlich nichts von Bedeutung zu vermelden gibt.
Deswegen vergebe ich auch für "Dreams" 4 Sterne und für "Imagine my surprise" 2.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 1, 2015 12:47 PM MEST


Naqoyqatsi
Naqoyqatsi
DVD ~ Steve Boeddeker
Preis: EUR 5,00

17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Surreale Bilderflut, 21. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Naqoyqatsi (DVD)
Der Film ist der letzte Teil der Qatsi-Trilogie, wobei das Wort "Qatsi" aus der Hopisprache stammt und "Leben" im weitesten Sinne bedeutet. Jeder der Filme hat ein eigenes Thema. Bei Koyaanisqatsi war es das aus den Fugen geratene Leben (der Europäer und Amerikaner), und bei Powaqqatsi die Ausbeutung des Südens durch den Norden (Powaq ist ein Schwarzmagier, der auf Kosten anderer lebt). In Naqoyqatsi wird die zivilisatorische Gewalt thematisiert. Das geschieht durch eine überwältigende, permanent irritierende und surreale Bilderflut, die sich kaum beschreiben lässt und einen deutlichen avantgardistischen Touch hat. Wie bei den Vorgängerfilmen wird auf jede linear erzählte Geschichte, mit Dialogen und den üblichen Mitteln, verzichtet. Der Film "spricht" (wenn man sich denn so ausdrücken will) durch die Bilder und die von Philipp Glas beigesteuerte minimalistische Musik. In weiten Teilen finden sich Solopassagen für Cello, gespielt von Yo-Yo-Ma.
Hier reihen sich Bilder, zumeist Archivmaterial aneinander, die mit zahlreichen Effekten verfremdet worden sind: Landschaften mit Farbfiltern aufgenommen, Raketenabschüsse in Zeitlupe, Menschen mit Wärmekamera gefilmt, usw. Der Inhalt ist im Wesentlichen in der Synopse ohnehin korrekt beschrieben.
Um den Film wirklich verstehen zu können halte ich es für unumgänglich, das Extramaterial zu sichten, das glücklicherweise mit deutschen Untertiteln versehen ist. Darin finden sich Gespräche über den Film, die mir sehr aufschlussreich waren. Naqoyqatsi verlangt nach einer sehr bewussten Auseinandersetzung, weil er mit dem üblichen Unterhaltungsfilm nicht das Geringste zu tun hat. OhneZweifel ist ein solcher Film nicht massentauglich, für mich ist er ein Pflichtfilm. Am besten den Verstand ausschalten und einfach den Film einwirken lassen.
Wer hypnotische Bilder schätzt, die mit außergewöhnlicher Musik unterlegt sind, ist hier goldrichtig.


Utrenja
Utrenja
Preis: EUR 12,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mächtiges Klanggemälde, 2. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Utrenja (Audio CD)
Utrenja ist ein sakrales Werk ("utrenja" = Mette), das zwei Teile umfasst: Teil 1 - Die Grablegung Christi (1970) und Teil 2 - Die Wiederauferstehung (1971). Es wurde für zwei gemischte Chöre und Orchester (Streicher und Perkussion) geschrieben. Es handelt sich um eine Reminiszenz an die orthodoxe Liturgie zu Ostern. Musikalisch vereint das Werk eher Traditionelles, das sich in mächtigen Chören manifestiert und avantgardistische Elemente, die sogar vor elektronischen Effekten nicht Halt machen; wobei Letzteres nicht stilprägend ist. Meisterlich wurden diese unterschiedlichen Ingredienzien zu ungemein berückenden Klanggemälden vereint. Besonders hervorheben möchte ich die perfekte Klangqualität. Das Werk befindet sich kompositorisch auf Augenhöhe mit Pendereckis "Polnischen Requiem" und der "St. Lukas Passion".
Ich wünschte, ich könnte mich fachmännisch ausdrücken. So bleibt mir nur übrig, meiner Begeisterung Ausdruck zu verleihen. Würde es sich um einen Film handeln, würde ich sagen: Das ist ganz, ganz großes Kino ... Ich wünsche mir nur, eines Tages im Konzertsaal zu sitzen und diese wunderbare Klangwelt auf mich einwirken zu lassen. Pendereckis Musik ist von einer Meisterschaft beseelt, die ihresgleichen sucht und hat für mich insofern Referenzcharakter. Wer immer das Besondere sucht und keine Vorurteile hegt, weder gegenüber Traditionellem, noch gegenüber Avantgardistischem, wird in seinem Oeuvre fündig.
Es hat seinen Grund, warum K. Penderecki zu den wenigen absoluten Größen der Modernen Klassik zählt. Wer Utrenja gehört hat, weiß warum.


Sind Frauen die besseren Mörder?: Spektakuläre Fälle einer Gerichtspsychiaterin
Sind Frauen die besseren Mörder?: Spektakuläre Fälle einer Gerichtspsychiaterin
von Sigrun Roßmanith
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre, 2. Februar 2014
Die Autorin schildert die Quintessenz ihrer vielfältigen Erfahrungen in erster Linie als Gerichtsgutachterin, aber auch als psychiatrische Therapeutin zur Frage, was Frauen gewalttätig werden lässt. Dabei spart sie nicht an Beispielen. Einige davon sind sehr bekannt. Frauen als Täterinnen ist ein heikles und gesellschaftlich undankbares Thema und ich finde es mutig von der Autorin, das Thema gerade in ihrer engagierten Weise anzugehen. Sie bedient in keiner Weise die aktuelle Ideologie (den Feminismus), sondern geht zwischen den Geschlechtern einen streng neutralen Weg. So möge es sein.

Die Autorin führt eine überzeugende und sympathische Stimme für ihr Anliegen. Sie hält die Balance zwischen sachlich korrekter Berichterstattung und Empathie, bzw. persönliche Anteilnahme. Sie versteckt sich nicht, sie bezieht Stellung und tut dies auf eine sehr disziplinierte Weise, ohne alle Arroganz, weder gegenüber den Täterinnen, noch gegenüber den Leser/-innen. Das zeigt sich z. B. darin, dass sie auf alle sachlich nicht unbedingt notwendigen Fremdwörter verzichtet. Für einen Exkurs in die bizarrsten Landschaften der menschlichen Seele bedarf es einer in jeder Hinsicht sattelfesten Führung. Genau das hat Frau Roßmanith souveränen geleistet.

Ich habe keine zwei Tage gebraucht, das Buch zu lesen, weil es mich irgendwie hypnotisiert hatte. Wer vor der brachialen Wucht, mit der Gewalt, Tod und das Böse in unser beschauliches, bürgerliches Leben einbrechen können, zurückschreckt, für den ist die Lektüre freilich nicht geeignet. Alle anderen finden eine Unmenge an Erkenntnissen betreffend der dunklen Seiten der menschlichen Seele (auch der männlichen), sodass ich es nicht nur aus präventiven Gründen als Pflichtlektüre ansehe.

Natürlich findet sich auch in dieser trefflichen Suppe das eine oder andere Haar:

1. Der Preis ist überzogen. Es sind ja doch „nur“ 190 Seiten – sehr zum Glück übrigens, denn bekanntlich liegt in der Kürze die Würze. Der Preis wird sich vermutlich als Hindernis für die Verbreitung herausstellen. Je mehr Menschen dieses Buch gelesen haben, desto besser.

2. Der zu sehr verkürzte Satzbau als stilistische Eigenheit. Drei Beispiele:

Seite 18: „Und doch gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass zum Beispiel häusliche Gewalt von Männern und Frauen ausgeübt wird. Zu gleichen Teilen.“ Die Passage „Zu gleichen Teilen“ ist nie und nimmer ein eigener Satz. Vorschlag: „Und doch gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass zum Beispiel häusliche Gewalt von Männern und Frauen zu gleichen Teilen ausgeübt wird.“

Seite 32: „Viele Menschen fürchten, dass man sie für verrückt erklärt, und diese Angst äußern sie auch unverblümt. In der Praxis und im Gefängnis.“ Vorschlag: Viele Menschen fürchten, dass man sie für verrückt erklärt, und äußern diese Angst sowohl in der Praxis als auch im Gefängnis unverblümt.“

Seite 47: „Menschen zu töten gehört nicht zum Alltagsrepertoire. Weder bei Männern noch bei Frauen.“ Vorschlag: „Menschen zu töten gehört weder bei Männern noch bei Frauen zum Alltagsrepertoire.“

In diesen Belangen hätte ich der Autorin jedenfalls mehr Unterstützung durch das Lektorat gewünscht. Das trübt ein wenig die ansonsten erfreulich lebensnahe und prägnante Sprache der Autorin. Vollkommen klar – das ist meckern auf hohem Niveau und rechtfertigt einen Abzug von einem halben Punkt. Kaufmännisch gerundet sind wir wieder bei 5 Sternen.


High Noon in da Blutbank. Stories aus Antopolis.
High Noon in da Blutbank. Stories aus Antopolis.
Preis: EUR 4,33

5.0 von 5 Sternen Ein skurriles Schmankerl, 13. Dezember 2013
Die Veröffentlichung enthält zwei Theaterstücke, die ganz offenbar dazu gedacht sind, im Rahmen eines Puppentheaters mit Enten als Figuren aufgeführt zu werden. Ein skurriles Schmankerl erwartet die Freundin / den Freund des bissigen, schwarzen Humors, voll satirischer Anspielungen. Die beiden Kurzdramen sind schwer einzuordnen. Am ehesten handelt es sich genreübergreifend um Comics für Erwachsene, die dessen ungeachtet tatsächlich aufgeführt werden sollten. Insofern stehe ich vor der altbekannten Schwierigkeit, einen dramatischen Text in der geschrieben Version beurteilen zu müssen. Soll heißen: Letzten Endes kommt es immer wieder „nur“ auf die dramaturgische Umsetzung auf der Bühne an. Klar, das hört sich alles nicht nach massenkompatibler Literatur an und das sind die beiden Theaterstücke auch nicht. "High Noon in da Blutbank" ist ein schräges Vergnügen für den Insider.
Liebevoll gestaltete Graustufenzeichnungen runden den Text kongenial ab und haben mir sehr geholfen, mich in der außergewöhnlichen Atmosphäre zurecht zu finden.
Zu erwähnen ist auch der an das Süddeutsche angelehnte Umgangston, der gelegentlich zum Vorschein kommt. Das gibt dem Ganzen einen besonders originellen, dabei volksnahen Pfiff. Den Preis finde ich wegen der Zeichnungen trotz der geringen Seitenanzahl durchaus angemessen.
Wer Skurriles und Satirisches mag wird sich gut bedient finden.


Das Drehbuch - Die Grundlagen des Drehbuchschreibens. Schritt für Schritt vom Konzept zum fertigen Drehbuch
Das Drehbuch - Die Grundlagen des Drehbuchschreibens. Schritt für Schritt vom Konzept zum fertigen Drehbuch
von Syd Field
  Broschiert
Preis: EUR 24,90

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Basiswissen, 6. Dezember 2013
Der Autor ist ohne Zweifel Kenner der Materie. Er vermittelt über 450 Seiten Basiswissen und einiges mehr oder weniger nützliches an Insiderwissen, teils anekdotenhaften Charakters. Er arbeitet gut mit Beispielen und bedient sich einer verständlichen Sprache. Seine Ausführungen sind zudem für alle Menschen von Vorteil, die selbst erzählende Texte schreiben, weil er die dramaturgische Grundstruktur allen Erzählens offenlegt. Aber: Field hört sich gerne selbst reden, er nützt die Gelegenheit weidlich, sich in der Öffentlichkeit darzustellen. Keine Spur von nobler Zurückhaltung. Seitenweise meine ich, schlicht und ergreifend PR zu lesen. Im Grunde ist das Missbrauch. Field wiederholt sich pausenlos, das Buch ist als logische Folge davon sehr gestreckt. Einige flappsige Flüchtigkeitsfehler sind ihm ebenfalls unterlaufen (es war nicht Bilbo, der im Herrn der Ringe den Ring aus dem Fluss gezogen hat z. B.), aber das alleine sollte der Sache keinen Abbruch tun.
Was ich Field übel nehme ist, dass er mit keinem Wort das Erfolgsrezept für Hollywood-Filme schlechthin erwähnt: den amerikanischen Patriotismus zu bedienen.
Man sagt nicht umsonst, in der Kürze liegt die Würze. Und an dieser Würze mangelt es ganz offensichtlich und schmerzlich. So sind die größten Mankos des Buches die ausgeprägt autobiografische Schlagseite und die mangelnde Stringenz. In Summe bin ich mir nicht einmal sicher, ob ich das Buch empfehlen kann, denn es ist ja nicht billig und der Umfang erfordert Zeit, die mit einem besseren Buch zum Thema eventuell nützlicher verbracht wird.


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