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Rezensionen verfasst von
Dr. R. Manthey
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Das zufällige Leben der Azalea Lewis
Das zufällige Leben der Azalea Lewis
von J. W. Ironmonger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

4.0 von 5 Sternen "... diese ganze Diskussion ist größtenteils irrelevant...", 29. Juli 2015
Diese Bemerkung geht auf den Philosophen John Locke zurück. Sie wird vom Autor jedoch erst im vorletzten Absatz seines Buches aufgegriffen. Natürlich ist das keineswegs ein Zufall, denn wäre sie bereits am Anfang der Geschichte ins Spiel gekommen, hätte sie wohl eine zerstörende Wirkung entfaltet. Wenn es um die Rolle von Zufall oder Vorbestimmung in einer Lebensgeschichte geht, mögen die Ansichten darüber geteilt sein, ähnlich wie bei der Frage, ob es einen Gott gibt oder nicht. Ein bedeutender Lehrsatz der Mathematischen Logik sagt, dass wir diese Fragen niemals endgültig beantworten können werden.

Aber verlockend bleiben sie natürlich für viele Menschen trotzdem. Und weil das so ist, benutzt sie der Autor, um seine eher durchschnittliche Geschichte, die eigentlich im Bürgerkrieg Ugandas angesiedelt ist, interessanter zu machen. Azalea Lewis verliert auf sonderbare Weise ihre Mutter an einem Mittsommertag in England. Ihr vermutlicher Vater, den sie nie kennenlernte, kam an einem solchen Tag um, ebenso ihre Adoptiveltern. Azalea leitet daraus eine Zwangsläufigkeit ab: Bald wird auch ihr Ende an diesem verfluchten Tag kommen. Ob das tatsächlich geschehen wird, kann hier nicht verraten werden.

Azalea lebt abwechselnd in England und Uganda. In Afrika unterhielten ihre Adoptiveltern eine Missionsstaion und ermöglichten Waisenkindern ein geregeltes Leben. Doch in Uganda herrscht ein brutaler Bürgerkrieg, der auch vor christlichen Missionsheimen nicht haltmacht. Diese Geschichten zu erzählen, war wohl der ursprüngliche Gedanke des Autors. Das Interesse in Europa an solchen Kriegen und den Schicksalen der Menschen hält sich jedoch in engen Grenzen. In den Rahmen einer scheinbar philosophischen Frage gepresst, tritt das eigentliche Geschehen erst einmal in den Hintergrund. Der Leser wird mit einem Problem gelockt, was in Wirklichkeit keines ist, weil man es niemals lösen, aber ewig diskutieren kann. Eine vortreffliche Situation für einen Autor, die Ironmonger nicht ungenutzt lassen kann.

Als das Schicksal Azalea wieder einmal nach England führt, trifft sie dort ganz zufällig einen Universitätsexperten, der sich trefflich mit dem Zufall auszukennen scheint. Er soll ihr fast schon psychotherapeutisch aus der selbst gestellten Mittsommertagsfalle helfen. Das versucht er auch recht motiviert, weil sich dabei sein Herz für Azalea öffnet. Für einen mit Zufallsfragen nicht ganz vertrauten Leser mag das, was dann folgt, vielleicht spannend klingen. Tatsächlich offenbart Ironmonger nun jedoch sein eigenes Unverständnis. Was sein Experte da alles berechnen können will, lässt sich in Wirklichkeit so gar nicht durchführen. Und wenn doch, dann nur unter Voraussetzungen, die völlig lebensfremd sind, aber gerne hinterher vergessen werden.

Obendrein wird die Sache auch noch dadurch erschwert, dass eine solche Berechnung überhaupt keinen Nutzen für Azalea besitzt. Ohne hier eine Vorlesung über Wahrscheinlichkeitstheorie halten zu wollen, sei daran erinnert, dass ein Sechser im Lotto eine Wahrscheinlichkeit besitzt, die eigentlich Null ist. Dennoch gibt es jedes Jahr viele glückliche Lottomillionäre. Und wenn die statistische Lebenserwartung achtzig Jahre beträgt, dann ist das eine Mittlung aus einem Datensatz der Vergangenheit. Leider weiß dann der einzelne immer noch nicht auf welcher Seite der zukünftigen Daten er stehen wird. Das bedeutet, selbst wenn man eine Wahrscheinlichkeit ausrechnen könnte, sagt sie überhaupt nichts über ein Einzelschicksal aus. Noch ein Grund mehr für die Irrelevanz der ganzen Diskussion.

Unabhängig von diesem Tatbestand erzählt Ironmonger seinen Lesern eine Geschichte aus dem ugandischen Bürgerkrieg. Das macht er trotz gelegentlicher Längen recht gut. Die Idee, seine Geschichte mit der Frage nach einer eventuellen Vorbestimmung von Leben zu befördern, ist brillant, wenngleich sie keinerlei wirkliche Bedeutung besitzt, die Story aber spannender macht als sie eigentlich ist.


111 Legenden der Bundesliga
111 Legenden der Bundesliga
von Thomas Lötz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

4.0 von 5 Sternen "... und über allem schwebt DER KAISER", 27. Juli 2015
Sucht man ein Buch, in dem Ausnahmefussballer der deutschen Bundesliga aus fünf Jahrzehnten kurz in Wort und Bild vorgestellt werden, dann kommt man an diesem Buch wohl nicht vorbei. Neben den gegenwärtigen und einstigen Größen findet man auch weniger grandiose Schicksale, von denen Eike Immel wohl das Bekannteste ist. Die Gliederung des Buches findet man in der Produktbeschreibung, sodass sie hier nicht wiederholt werden muss.

Natürlich kann man an der einen oder anderen Stelle etwas verwundert dreinblicken, beispielsweise wenn Ulf Kirsten eine ganze, aber Miroslav Klose nur eine halbe Seite gewidmet wird. Das kann sicher verschmerzen, denn im Großen und Ganzen erhält man mit diesem Band sowieso nur einen Überblick, der wesentlich von der Wahrnehmung der Autoren oder den von den Medien transportierten Geschichten bestimmt wurde. Immerhin zeichnen sich die schmalen Texte durch betonte Sachlichkeit aus.

Es gibt nur einen Spieler, dem ein ganzes Kapitel gewidmet ist, dem "gelegentlich zu cholerischen Anwandlungen neigenden Beckenbauer", unserer Lichtgestalt.

Alles in allem erhält man mit diesem Buch eine gute Übersicht über die bekanntesten Akteure der Bundesligageschichte mit vielen Bildern und einem aufs Notwendigste beschränkten Text, wobei die jüngere Geschichte publikumsorientiert wesentlich öfter vorkommt als ihr das gerechterweise vielleicht zustehen würde.


Simply Beauty
Simply Beauty
von Bert Verwelius
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 98,00

4.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach Schönheit und dem eigenen Stil, 25. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Simply Beauty (Gebundene Ausgabe)
Sicherlich liegt auch bei den Fotografien dieses Bandes die Schönheit im Auge des Betrachters. Mich hat das Coverbild zum Betrachten des Buches verführt. Allerdings musste ich dann feststellen, dass es nicht unbedingt typisch für die ganze Breite der Kunst des Bert Verwelius ist. Er kann zweifellos sehr sinnliche, natürliche und gerade deshalb überaus schöne Akte schaffen.

Aber offenbar reicht ihm diese natürliche Schönheit nicht. Er ergänzt sie durch verspielte Fotografien weiblicher Körperteile, oftmals in farbigen Tüll gehüllt oder mit Spitzenhöschen verdeckt. Manche seiner meistens recht mageren Modelle mussten sich auch wie ein Pralinchen in durchsichtige Folie einpacken lassen. Das mag vielleicht Kunst sein und auch manchem gefallen, aber es transportiert wohl auch eine Botschaft oder Wertschätzung, die man nicht teilen muss.

Neben diesen Arten der Darstellung weiblicher Akte findet der Betrachter auch Gruppenbilder verspielter Szenen, die vielleicht seine Phantasie anregen sollen oder es tatsächlich tun. Vielleicht fremdelt mancher auch etwas mit dieser Art von Inszenierungen oder betrachtet sie interessiert und verwundert und fragt sich, was der Künstler wohl damit zum Ausdruck bringen wollte.

Wie auch immer: Dieser Band enthält für unterschiedliche Betrachter viel zum Ansehen. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Verwelius noch auf der Suche ist und nach seinem Stil fandet. Mir haben die Fotografien am besten gefallen, die Frauen in ihrer natürlichen Schönheit und sinnlichen Ausstrahlung zeigen.

Den weiblichen Körper ohne Hilfsmittel zum Strahlen zu bringen und jede Frau in ihrer ganz eigen Sinnlichkeit zu zeigen, ist eine nicht ganz einfache Aufgabe, die Verwelius jedoch in einigen Bildern sehr gut gelöst hat.


[180° Umdrehbar] AGPTEK Helle wasserdichte wiederaufladbare Scheinwerfer Solar-Gartenleuchten Solar Strahler LED mit Automatischer Ein-/Aus-schalter für Garten Landschaft, Schwimmbad Teich Veranda, Deck, Hof, Haus, Auffahrt, Treppen, Außenwand
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Wird angeboten von Nice wealth
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einfach und praktisch, 24. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer die Fassade seines Hauses nachts beleuchten möchte, kann dies mit diesem Strahler kostengünstig tun. Meine Absicht war es allerdings, meinen Marderfreuden das nächtliche Leben unter Autos etwas heller zu gestalten. Mal sehen, ob sie das wirklich so abschreckt, wie manche Experten behaupten.

Das Gerät funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Die Solarzelle lädt bei Sonneneinstrahlung einen eingebauten, aber auswechselbaren Lithium-Akku. Bei einsetzender Dunkelheit schalten sich dann über einen Sensor die LEDs ein und leuchten solange, bis der Akku leer ist. Im Sommer reicht dessen Ladung für eine Nacht locker aus. Im Winter, wenn sich die Verhältnisse zwischen den Längen der Hell- und Dunkelperioden umkehren, könnte es Schwierigkeiten geben. Ganz abgesehen davon, dass man mit eventuellem Schnee Schwierigkeiten bekommen kann, weil die Leuchte in den Boden gesteckt wird.

Der Zusammenbau des Geräts gestaltet sich denkbar einfach, denn man muss nur den Stab für die Befestigung im Boden einstecken, alles andere ist selbsterklärend. Dennoch sollte man beim Verkauf in Deutschland eine deutsche Gebrauchsanweisung beifügen. Immerhin ist die vorhandene englische Anleitung wenigstens nicht unverständlich, was bei Lieferungen aus Fernost nicht selbstverständlich ist.

Die Gesamtkonstruktion des Gerätes erweist sich als ziemlich einfach, insbesondere liegen Lampe und Solarzelle auf einer starren Achse, was eventuell zu Schwierigkeiten führen kann, wenn die Sonneneinstrahlung und die erwünschte Richtung der späteren Beleuchtung das nicht tun. Über die Qualität der wiederaufladbaren Batterie und der LEDs lassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine belastbaren Auskünfte erteilen. Die Leuchtkraft der LEDs ist hinreichend gut und liegt auf einem guten Taschenlampenniveau.


Rekruten des Terrors: Wie Islamisten den Heiligen Krieg nach Deutschland bringen
Rekruten des Terrors: Wie Islamisten den Heiligen Krieg nach Deutschland bringen
von Samu Weis
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Rekruten für die "größte religiöse Säuberung in der Geschichte der Menschheit", 21. Juli 2015
In diesem Buch geht es um die sogenannten IS-Rückkehrer, also um Leute, die in Syrien oder im Irak für den Islamischen Staat gemordet haben und nun ins normale Leben nach Deutschland zurückwollen. Unter ihnen gibt es - so behauptet der Autor - ein paar Desillusionierte. Die Mehrzahl dieser Leute haben jedoch keineswegs mit der totalitären Ideologie des Salafismus gebrochen. Sie seien "kampferprobt". Das ist so eine erstaunlich neutrale, ja fast positive Formulierung, von der man viele in diesem Buch findet und sich verwundert an den Kopf greift. Auf Seite 129 beklagt der Autor sogar, dass es für diese Leute kein Reintegrationsprogramm gibt, sondern nur die Mittel des Rechtsstaates. Angesichts der Verbrechen, die diese Terrororganisation verübt, verwundert diese unglaubliche Naivität schon. Aber sie passt in den Zeitgeist der Selbstaufgabe europäischer Traditionen und Werte.

Mir ist bis zum Ende des Buches nicht deutlich geworden, was der Autor seinen Lesern eigentlich mitteilen wollte. Zu Beginn des Textes lernt man, dass der Salafismus eine sunnitische Bewegung ist, die den ursprünglichen Islam wieder herstellen möchte, sich also wörtlich am Koran orientiert und dem Propheten in seinen Taten folgt. Der Koran wurde dem Propheten von Allah übermittelt und ist folglich durch Menschen nicht veränderbar. Anders als andere Religionen enthält der Koran auch klare Anweisungen über die Umsetzung des göttlichen Willens, und dabei insbesondere ein islamisches Rechtssystem. Der Islam duldet keine anderen Religionen neben sich, wenn er über die Mittel verfügt, diesen Anspruch durchzusetzen. Obwohl das völlig unzweifelhaft ist und in islamischen Staaten praktiziert wird, verdrängt man diese Tatsache in Europa gerne.

Will man also wissen, was der ursprüngliche Islam tatsächlich ist, dann sollte man sich die Vorgänge im IS-Kalifat sehr genau ansehen. Auch der Autor kann davor nicht die Augen völlig verschließen. Die meisten Rückkehrer aus dem IS-Kalifat lösen sich nicht von Salafismus, sondern halten sich nun erst recht für die Vollstrecker des göttlichen Willens. Und dieser Wille ist nach Ansicht der Salafisten die Errichtung eines weltweiten Kalifats. Terroranschläge sind dabei nur der Anfang des Kampfes. Obwohl das alles offen liegt, wird der Autor nicht müde, die Dinge zu verharmlosen.

Er betont, dass - bezogen auf die Gesamtzahl der Muslime in Deutschland - nur 0,008 Prozent Salafisten wären. Das hält er offenbar für völlig ungefährlich, unterstreicht das auch noch, indem er diese Zahl buchstabiert. Er offenbart damit nur seine Geschichtsblindheit und ein dramatisches Unverständnis. In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts haben sich in Deutschland und Russland kleine, aber straff organisierte und Gruppen von Anhängern totalitärer Ideologien an die Macht gebracht. Die fürchterlichen Folgen sind bekannt. Auch in den Gebieten Syriens und des Irak war und ist der IS eine unbedeutene Minderheit.

Es wundert nicht, dass sich diese naive Grundhaltung des Autors durch das gesamte Buch zieht. Auf Seite 81 gibt er nicht etwa der totalitären islamischen Ideologie, sondern der deutschen Gesellschaft die Schuld daran, dass über 500 junge Leute aus Deutschland in den IS-Krieg gezogen sind. Sie wären durchs Raster gefallen und nicht genügend integriert worden. Wenig später findet man dann folgende Formulierung: "Überspitzt formuliert könnte man also sagen, dass aus dem angeworbenen 'Gastarbeiter' erst der Arbeitsplätze stehlende Ausländer, dann der undurchsichtige Muslim und schließlich der radikale Islamist geworden ist." Solche Behauptungen sind nicht nur absurd, sie stellen auch die Tatsachen völlig auf den Kopf.

Immerhin enthält dieses Buch auch einige lehrreiche Informationen, etwa zu den Anwerbungsversuchen, der Salafistenszene in Deutschland, zum Salafismus selbst und zu den Zielen des IS. Der Autor zitiert Todenhöfer, der (klarsichtig) behauptet, dass das IS-Kalifat nur der Anfang sei. Die Organisation plane die größte religiöse Säuberung in der Geschichte der Menschheit: "Die Terrorgruppe wolle mit Ausnahmen der Buchreligionen - der Islam nach IS-Auslegung, Judentum und Christentum - alle Nichtgläubigen und Abtrünnigen töten und ihre Frauen und Kinder versklaven. Alle Schiiten, Jesiden, Hindus, Atheisten und Polytheisten sollen sterben. Hunderte Millionen Menschen sollen im Zuge dieser religiösen Reinigung eliminiert werden. Auch wolle der IS alle gemäßigten Muslime, die die Demokratie unterstützen, umbringen. "

Damit liegen die Karten klar auf dem Tisch. Bereits jetzt sehen sich die deutschen Verfassungsorgane nicht mehr imstande die zahlreichen Gefährder auf deutschem Boden wirklich so zu überwachen, wie das nötig wäre. Im Zuge der gegenwärtigen Ströme illegaler Einwanderer aus dem Nahen Osten wird das nicht leichter werden. Die einzige Antwort auf diese gravierenden Probleme sieht der Autor in der Verhinderung einer Radikalisierung von Muslimen. Das erscheint angesichts der Dimension des wirklichen Problems und der oben genannten Ziele der IS-Leute mehr als naiv.

Dieses Buch ist in der Summe eine Demonstration von Verharmlosung, falschen Schuldzuweisungen und naiven Lösungsversuchen. Allerdings enthält es auch zahlreiche wirkliche Informationen, deren tatsächlichen Gehalt der Autor aber irgendwie nicht wahrgenommen oder verstanden hat.


Baedeker SMART Reiseführer Barcelona: Perfekte Tage in der Metropole des Modernisme
Baedeker SMART Reiseführer Barcelona: Perfekte Tage in der Metropole des Modernisme
von Andrew Benson
  Spiralbindung
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nahezu perfekt, 19. Juli 2015
Reiseführer im Internet zu kaufen, ist nicht mein Ding. Eine freundliche Buchhändlerin drückte mir nach der Frage nach meinem Begehr gleich vier Reiseführer für Barcelona in die Hand. Zwei fielen gleich durch, weil sie zu umfangreich waren. Von den zwei Verbliebenen fiel meine Wahl dann wegen guter Erfahrungen auf Baedeker. Neben meiner Begeisterung für ein anderes Produkt des Herstellers spielte jedoch eine wesentliche Rolle, dass dieser Reiseführer als Ringbuch hergestellt wurde. Es blättert sich zwar nicht mehr so einfach, aber dafür kann man ihn gefahrlos auf einer aufgeschlagenen Seite lassen und knicken.

Wie jeder Reiseführer beginnt auch dieser mit einer allgemeinen Einführung. Hier lernt man zum Beispiel, welche zehn Sehenswürdigkeiten man sich nicht entgehen lassen sollte. Dann folgen erste grundlegende Informationen über die Ankunftsmöglichkeiten, die Beförderungsvarianten in der Stadt, Übernachtungsmöglichkeiten, Essen und Trinken sowie Einkaufen und Ausgehen. Das alles folgt der gewohnten Informationsdichte und Übersichtlichkeit aller Baedeker-Reiseführer. Merkwürdigerweise ist den Machern entgangen, dass Barcelona ein Standardreiseziel vieler Mittelmeerkreuzfahrten ist. Die Einreise über den Hafen und Besichtigungen von dort aus kommen nicht gesondert vor. Immerhin aber gibt es in jedem Kapitel einen Vorschlag für eine Besichtigungstour für einen Tag, also die perfekte Variante für Kreuzfahrer.

Es stehen fünf Kapitel zur Auswahl, die bestimmten Gebieten von Barcelona entsprechen und die man auf der Innenseite des Buchumschlages farblich gekennzeichnet vorfindet. Am Ende des Buches entdeckt man dann noch zwei Stadtpläne, einen im Ringbuch und einen zum Herausnehmen. Dazu kommen dort auch noch praktische Hinreise für eine Barcelona-Reise, ein kleiner Sprachführer und alles, was fürs erste vor Ort wissen sollte.

Jedes der fünf Kapitel folgt einer sich wiederholenden Struktur: erste Orientierung, an einem Tag (ein Spaziergang), die Top 10 (die dort von den vorne erwähnten zu finden sind), nach Lust und Laune (zusätzliche Besuchstipps), wohin zum ... (Essen und Trinken, Einkaufen, Ausgehen usw. ). Die Informationsdichte ist dabei enorm. Man findet stets Telefonnummern, Adressen, Preise, Öffnungszeiten und vieles mehr. Natürlich kann sich nach der Drucklegung eines Reiseführers immer etwas ändern. Aber das werden wohl Einzelfälle bleiben.


Vom Glück des Strebens: Warum der Weg oft glücklicher macht als das Ziel
Vom Glück des Strebens: Warum der Weg oft glücklicher macht als das Ziel
von Chris Guillebeau
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3.0 von 5 Sternen "Lesen Sie schlechte Bücher nicht zu Ende." (273), 19. Juli 2015
Leider habe ich mich nicht an diesen Ratschlag gehalten, den der Autor natürlich nicht auf sein Werk bezieht. Die Hoffnung, doch noch etwas Interessantes in seinem Werk zu finden, hat sich nicht mehr bestätigt. Und wieder einmal bin ich auf einen Titel hereingefallen. Denn Titel und Untertitel dieses Buches machen in der Tat ein wenig Hoffnung. Wer kennt nicht das Glücksgefühl, wenn man in einer Tätigkeit oder einem Bestreben, das man aus einem inneren Drang heraus angefangen hat, aufgeht und es trotz aller Freude über den Erfolg bedauert, wenn alles abgeschlossen ist? Das geschieht auch in kleinen Dingen, beim Kochen oder Backen, beim Basteln, einer langen und sinnvollen Reise oder bei anderen Tätigkeiten, die ein Ziel haben und Spass machen.

Doch um solche Banalitäten geht es hier nicht. Hier wird das Extravagante in den Vordergrund geschoben, das Unnormale, nicht im Alltag Aufgehobene. Leider kann man diesen speziellen Inhalt nur erahnen, wenn man das Buch zu lesen beginnt oder wenn man den Autor kennt. Der hat nämlich schon andere Bücher verfasst, die zu einem Leben jenseits des Mainstreams aufrufen. An sich ist das nicht schlecht und hat sicher seine Berechtigung. Nur sind solche Werke eben nicht für die Mehrheit der Menschen gedacht, sondern für eine kleine Randgruppe mit dem Hang zum Besonderen. So bereiste der Autor alle Ländern dieser Welt. Nicht etwa, um sie näher kennenzulernen. Das wäre schließlich viel zu normal. Nein, er wollte einfach mal überall gewesen sein, um am Ende genau das der Welt kundzutun. Wozu aber soll das gut sein? Natürlich, um dieses Bedürfnis bei ihm zu befriedigen. Das ist sicher sein gutes Recht. Aber wen interessiert das schon? Oder was bringt das anderen, die eher im normalen Leben bleiben wollen?

Man findet in diesem Buch noch andere merkwürdige Ziele, die Menschen für sich auserkoren haben. Etwa 17 Jahre lang nicht zu reden. Oder seine ganze Lebenszeit mit der Dokumentation derselben zu verbringen und jedes Jahr einen persönlichen Rechenschaftsbericht zu schreiben. Das grenzt dann schon ans Komische und ist ein Widerspruch in sich. Neben solchen extravaganten Unternehmungen gibt es jedoch auch ganz vernünftige Vorhaben, die andere Menschen zum Nachahmen annimieren sollen. Allgemeine Ratschläge, wie man solche Pläne schmieden und verwirklichen kann, bietet das Buch in Hülle und Fülle. Dieses Bestreben des Autors verbindet sich mit ständigen Berichten über konkrete Beispiele, die ihm Menschen gesandt haben. Entstanden ist daraus ein typisch amerikanisches Gemisch aus unkritischen Berichten und allgemeinen Ratschlägen.

Dass man auch auf viel einfachere Art nach dem Motto des Untertitels glücklich werden kann, kommt dem Autor allerdings nicht in den Sinn. Das erschien ihm wahrscheinlich zu primitiv zu sein und nicht als Inhalt eines Buches geeignet. Aber genau das würde einem entsprechenden Text viel mehr Aufmerksamkeit und Nützlichkeit verschaffen. Wer hingegen sein Glück im Streben nach extravaganten Zielen sucht, für den eignet sich dieses Buch vielleicht. Ausgenommen sind dabei allerdings Leute, die ein solches Buch nicht brauchen, weil sie ihm schon lange voraus sind. Etwa Laura Dekker, die als Minderjährige einhand segelnd auf Weltreise ging. Solche Menschen wissen in der Regel, was sie tun und brauchen keinen der allgemeinen Allerweltsratschläge aus diesem Buch.


School`s out - Jetzt fängt das Leben an!
School`s out - Jetzt fängt das Leben an!
von Karolin Kolbe
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Vier kleine Geschichten in einer, 17. Juli 2015
Nach dem Abitur trennen sich die Wege der vier Freundinnen Anni, Marlene, Clara und Lotte. Nur Marlene möchte sofort studieren, merkt aber, dass sie mit der Wahl ihres Studienfaches mehr dem Wunsch ihres Vaters entspricht als ihren eigenen Fähigkeiten und Neigungen. Lotte macht ein freiwilliges Jahr auf dem Bauernhof ihres holländischen Vaters, den sie lange nicht gesehen hat, und entzieht sich so der Überfürsorge ihrer Mutter. Anni absolviert ihr freiwilliges Jahr in Malaysia, Clara in Berlin.

Die vier Geschichten verbindet nur die Vergangenheit der Mädchen und ihr Vorhaben, einen gemeinsamen Blog zu schreiben. Bis auf Lottes Erlebnisse sind diese Erzählungen zu dünn, um einzeln bestehen zu können. Damit das nicht allzu sehr auffällt, springt die Autorin kapitelweise wie bei einer Konferenzschaltung zwischen den vier Mädchen hin und her. Herausgekommen ist dabei ein Buch, das lebensnah Ereignisse und Probleme beschreibt, die wohl jeder ähnlich kennt, der diesen Lebensabschnitt - wie die sehr junge Autorin - schon einmal durchgemacht hat.

Sicher sind diese Geschichten so schlecht nicht, wenngleich sie etwas flach erscheinen. Da ich den Erstlingsroman der Autorin kenne, war ich doch ein wenig enttäuscht, denn sie kann ohne Zweifel viel mehr.


Träum was Böses: Thriller
Träum was Böses: Thriller
von C.L. Taylor
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich habe viel Schlimmes angestellt. Aber nicht so Schlimmes, wie ich es mit dir anstellen werde.", 15. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Träum was Böses: Thriller (Taschenbuch)
Wenn der Blick nicht aus einer bösen Erfahrung heraus geschärft ist, erkennt man Psychopathen nicht. Sie können sich beim ersten Kontakt und lange darüber hinaus perfekt verstellen. Erst wenn man in der Falle sitzt, zeigen sie ihr wahres Gesicht.

Sue war noch sehr jung als sie James traf. Er war zuvorkommend und nett, zärtlich, ein guter und ausdauernder Liebhaber, ein stattlicher Mann, vielleicht ein Traum, von dem sie nicht zu hoffen wagte, dass er je in Erfüllung gehen würde. Dass dieser Mann gelegentlich einfach verschwand und sich manchmal etwas komische verhielt, registrierte sie zwar, nahm es aber im Rausch ihrer Liebe nicht ernst.

Psychopathen machen immer andere für ihr Schicksal verantwortlich. Sie suchen sich unschuldige Opfer, an denen sie sich für ihre brennenden inneren Schmerzen rächen können. Wer sich wie Sue aus der Umklammerung eines solchen Irren befreien kann, behält ein Trauma zurück. Und die Angst, dem Bösen erneut zu begegnen. Die Zeichen mehren sich, dass James ihrem neuen Leben nach Jahren des Vergessens auf dier Spur gekommen ist.

Aber Sue hat eigentlich ganz andere Probleme. Ihre Tochter Charlotte liegt nach einem schweren Verkehrsunfall im Koma. Aus Charlottes Tagebuch dringt ein dunkler Verdacht, dem sie unbedingt nachgehen muss. Warum brach Charlotte vor ihrem Unfall mit allen Freunden, und warum will niemand mit Sue darüber reden?

Dieser Thriller stand im letzten Jahr wochenlang auf der englischen Bestsellerliste. Und das ist kein Zufall. Denn die Geschichte, die hier erzählt wird, braucht keine der üblichen Übertreibungen, ohne die moderne Thriller scheinbar nicht auskommen können. Vielmehr lebt sie gerade von ihrer Alltäglichkeit und der Gewissheit, dass sie sich in ähnlicher Form bestimmt schon zugetragen haben wird. Sue wird nicht die erste und auch nicht die letzte Frau gewesen sein, die in die klebrige Falle eines Psychopathen geraten ist, das ihr ganzes Leben bestimmen wird.

C. L. Taylors Debüt fesselt immer mehr, wenn man das anfangs scheinbare Durcheinander der verschiedenen Handlungs- und Zeitebenen erst einmal für sich sortiert hat. Da Sue eine gewöhnliche Frau ohne brillante Ideen oder Heldenambitionen verkörpert, die einfach nur wissen will, was mit ihrem Kind geschah, kann sich jeder in ihre Lage versetzen und so das Drama miterleben und mitfühlen, dessen Spannungsbogen bis fast zur letzten Seite hochgehalten wird. Ein erstaunliches Buch, das nicht nur unterhält, sondern auch die Sinne schärft, denn Psychopathen sind weniger selten als mancher vielleicht glaubt.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 19, 2015 5:48 PM MEST


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5.0 von 5 Sternen Oh Wunder, es gibt ihn doch!, 14. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie lange habe ich einen solchen Wasserhahn gesucht! Man denkt immer, so etwas muss es doch geben, rennt durch alle Baumärkte der Gegend, fragt die dortigen Experten, sieht sie kopfschüttelnd in Katalogen blätternd und am Ende zerknirscht, weil sie nichts finden konnten. Was macht diesen Wasserhahn so wertvoll? Nun, wenn man beispielsweise eine Zisterne mit einer Tauchpumpe mitten im Garten hat und deren Schlauch an einen Wasserhahn anschließen möchte, der an einer Wand oder einem Pfosten befestigt werden kann, dann braucht der Hahn das Gardena-Gegenstück. Leider sind die meisten Gardena-Verteiler aus Plastik und nicht für eine Wandbefestigung vorgesehen. Dieser Wasserhahn löst all diese Probleme. Schließlich gibt es auch für den Ausfluss dieses Wasserhahns ein Gardena-Gegenstück, sodass man alle gängigen Gartenschläuche anschließen kann.

Gefunden beim Seitenbetreiber und vielen Dank dafür.


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