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Beiträge von Dr. R. Manthey
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Rezensionen verfasst von
Dr. R. Manthey
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   

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Ab in die Hölle: Die wahre Geschichte eines Investmentbankers von Exzessen, Wahnsinn und Milliarden-Deals
Ab in die Hölle: Die wahre Geschichte eines Investmentbankers von Exzessen, Wahnsinn und Milliarden-Deals
von John LeFevre
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Man kann es lustig finden, aber auch ätzend und informativ, 25. Mai 2016
Wenn man sich in der Subkultur der Investmentbanker nicht auskennt, dann glaubt vielleicht, dass man beim Lesen dieses Buches gewisse Einblicke in die Geisteshaltung und Charakterlosigkeit dieser Spezies bekommt. Das ist wohl auch tatsächlich so. Mich hat dieser Text nicht sonderlich überrascht, sondern eher angeödet, weil er sich nach wenigen Seiten ständig nur noch im Kreise dreht.

Neben Geschäften, die kein Laie verstehen wird, und neben der für Außenstehende sehr sonderbaren Arbeitsatmosphäre in den Handelssälen von Großbanken schildert der Autor auch Teile seines Privatlebens in Hongkong, das im Grunde nur aus Saufen, Kiffen und Vögeln bestand. Wen das stark interessiert, der wird in diesem Buch zur Genüge Material zur eigenen Erregung vorfinden. Selbstverständlich läuft das alles unter der Überschrift der Aufklärung über die Dekadenz dieses Berufstandes. Man kann allerdings auch vermuten, dass ein gewisser Stolz bei dieser fröhlichen Selbstbeschau mitschwingt. Was sind wir doch für tolle Hechte, und wie haben wir es krachen lassen.

Man kann allerdings auch gewisse Schlüsse aus diesen Schilderungen ziehen. Die Atmosphäre in den Großbanken war damals schon nicht zu vergleichen mit Orten, an denen mit ehrlicher Arbeit Geld verdient wird. Heute wird das nicht anders sein, denn tatsächlich hat die Finanzkrise nichts Wesentliches an den Zuständen in den Banken geändert. Sie schwimmen nach wie vor im Geld und können machen, was sie wollen. Wenn man dieses Buch liest, dann weiß man, dass nur noch radikale Maßnahmen helfen. Banken sind soweit von normalen Maßstäben entfernt, dass ein paar scheinheilige Reformen nicht zu der Korrektur führen werden, die man benötigt, um diesen dekadenten Sumpf trockenzulegen.

Wenn man wissen will, wozu die Gewissheit, als Unternehmen nicht scheitern zu können, führt, dann ist man bei diesem Text richtig. Nun hat es ähnliche Exzesse bereits auch in Unternehmen der wertschöpfenden Industrie gegeben, wenn diese nur groß und reich genug sind, um kaum noch eine wirkliche Kontrolle über Spesen und Tätigkeiten durchführen zu können. Doch in Großbanken fängt die Schamlosigkeit offenbar bereits auf viel tieferen Ebenen an.

Natürlich kann man darüber schockiert sein. Einige ahnungslose Journalisten waren es beim Lesen des Buches offenbar, wie man auf dem Cover lesen kann. Wenn sich jedoch Gelegenheiten, wie sie im Text geschildert werden, ergeben, dann ist es wenig schockierend, dass es immer einige Menschen geben wird, die sie nutzen. Und offenbar sammeln sich in Großbanken besonders viele solche Typen, was wiederum auch kein Wunder ist, denn Investmentbanking erfordert eine bestimmte Charakterstruktur.

Wenn man das Buch unter diesem Blickwinkel liest, dann enthält dieser schrille Text genug Informationen bereit, um naive oder gutgläubige Leser auf den Boden der Realität zu befördern. Für andere wird er vielleicht Anlass sein, das ganze System anzuzweifeln, dem man endlich einmal den Glauben der Gottgleichheit nehmen muss. Meine Bewertung reflektiert den Informationsgehalt des Buches und nicht die Beschreibung dieser öden Dekadenz.


E = mc2: Einstein relativ einfach erklärt (Taschenbücher, Band 193)
E = mc2: Einstein relativ einfach erklärt (Taschenbücher, Band 193)
von Gerald Kahan
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auch einfach ist relativ, 23. Mai 2016
Wenn man aus einem Fahrzeug einen Gegenstand in Fahrtrichtung wirft, dann ergibt sich dessen Gesamtgeschwindigkeit als Addition aus der Geschwindigkeit des Fahrzeuges und der Geschwindigkeit relativ zum Werfenden. Das sagt einem nicht nur die Logik, sondern auch die Schulphysik. Fliegt man jedoch mit Lichtgeschwindigkeit und leuchtet in Flugrichtung mit einer Taschenlampe, dann breitet sich dieses Licht auch nur Lichtgeschwindigkeit aus, ist also nicht doppelt so schnell. Aus Experimenten konnte Einstein das 1905 noch nicht wissen, aber er vermutete, dass es so ist. Aus dieser Vermutung heraus entwickelte er seine die Physik revolutionierende Spezielle Relativitätstheorie.

Bereits vorher hatte Lorentz seine durch Einstein später berühmt gewordenen Transformationen abgeleitet, deren Konsequenzen jedoch nicht verstanden, weil ihm nicht klar war, dass sich Photonen nicht so verhalten, wie man es von sich realtiv langsam bewegenden Körpern kennt. Vielleicht hat Einstein das berühmte Michelson-Morley-Experiment, mit dem man die Existenz des sogenannten Äthers nachweisen wollte, als einziger Mensch damals richtig gedeutet. Die Existenz des Äthers sollte unter anderem erklären, wie sich Licht fortbewegt. Michelsons Experiment schlug aber immer wieder fehl. Allerdings musste man in diesem Experiment auch eine Merkwürdigkeit zur Kenntnis nehmen, die Lorentz nicht erklären konnte.

Im Michelson-Experiment legte das Licht nämlich bei gleicher Geschwindigkeit in gleicher Zeit verschieden lange Strecken zurück. Die Differenz war gering, aber von prinzipieler Bedeutung. Leider ist hier nicht der Platz, um das genau zu erklären. Im Buch bemüht sich der Autor seitenlang um ein Verständnis dieser Tatsache und die Schilderung des Lorentzschen Dilemmas. Gefangen in der Newtonschen Mechanik und der Äther-Annahme sah Lorentz nicht, was er aus seiner Mathematik tatsächlich schlußfolgern hätte müssen: Wenn sich Körper mit nahezu Lichtgeschwindigkeit von einander wegbewegen, dann ist die Zeit in den beiden Systemen nicht mehr diesselbe. Menschen, die mit einem Raumschiff in dieser Geschwindigkeit reisen würden, altern langsamer als ihre auf der Erde zurückgebliebenen Artgenossen. Das ist zwar unvorstellbar, aber wahr. Und eine Konsequenz aus den Lorentz-Transformationen.

Dieses Büchlein erschien im Original bereits 1983. Sein Autor bezeichnet sich selbst als Autodidakt und erzählt, wie er immer wieder neue Anläufe unternahm, um Einsteins Theorie zu verstehen. Irgendwann scheint ihm das dann wohl gelungen zu sein. Ob Kahan anderen nun eine Hilfe bei einem ähnlichen Versuch sein kann, fällt mir schwer zu beurteilen, weil ich mir die Relativitätstheorie anders erarbeitet habe. Kahane klammert sich sehr an das nicht ganz einfach zu verstehende Michelson-Experiment. Ohne die Lorenz-Transformationen kommt aber auch er nicht aus, denn nur sie erklären das scheinbar Paradoxe. Allerdings versucht Kahane, diese einfachen Gleichungen plausibel abzuleiten und seinen Lesern dadurch etwas die Angst vor zu viel Mathematik zu nehmen.

Ungeachtet all dieser Versuche muss sich auch der Leser eines solchen Buches einige Mühe geben, um all diese manchmal etwas weitschweifigen Erklärungen zu begreifen. Wenn man sich aussuchen kann, ob man sich eine physikalische Theorie von einem didaktisch talentierten guten Physiker oder von einem physikalisch gebildeten Autodidakten erklären zu lassen, würde ich immer den Physiker wählen, weil dieser immer mehr Wissen und Verständnis und dadurch auch eine gewisse Angstfreiheit vor Fehlern besitzen sollte. Diese Souveränität macht einen großen Unterschied.

Neben der recht guten populärwissenschaftlichen Erklärung der Speziellen Relativitätstheorie und ihrer Konsequenzen beschreibt der Autor auch die Grundidee der Allgemeinen Relativitätstheorie und Einsteins Traum von einer generellen Feldtheorie. Ohne ein gewisses Interesse und ein wenig physikalisches und mathematisches Verständnis wird jedoch auch dieses Buch nicht zu verstehen sein, obwohl es Einsteins Theorien gut erklärt.


ungeklärt unheimlich unfassbar: Die spektakulärsten Kriminalfälle 2015
ungeklärt unheimlich unfassbar: Die spektakulärsten Kriminalfälle 2015
von Gerhard Wisnewski
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

3.0 von 5 Sternen Ich bin sicher, wir werden ... so manche Überraschung erleben ..., 20. Mai 2016
Wenn man Medien ablehnt, weil man sieht, wie sie Fakten verdrehen und Informationen verschweigen, dann muss man denjenigen, die das anprangern deswegen noch lange nicht alles abnehmen. Auch bei ihnen sollte man zwischen Tatsachen und Vermutungen klar trennen, zumal dann, wenn sie dies selbst ganz bewusst nicht tun und geschickt Spekulationen als Wahrheit ausgeben oder ihre Leser zu Schlussfolgerungen animieren, die sie selbst zwar nicht formulieren, aber clever suggerieren. Gerhard Wisnewski ist ein wahrer Meister in diesem Fach. Er weiß sehr gut, dass Menschen gerne glauben, was sie glauben wollen. Und diesen Wunsch bedient er auch mit diesem Büchlein.

Es ist auch hier nicht etwa so, dass seine Texte nicht interessant sind. Ganz im Gegenteil. Allerdings benutzt er ähnliche Methoden wie die von ihm gescholtenen Mainstream-Medien. Er lässt zum Beispiel einfach ein paar Möglichkeiten weg, die genau so plausibel erscheinen, wie seine Schlussfolgerungen, aber eben nicht in sein Konzept passen. Am Beispiel des angeblich vom Co-Piloten absichtlich herbeigeführten Germanwings-Absturzes in den französischen Alpen kann man das gut verdeutlichen. Dieser Fall nimmt in seinem Buch den Platz des längsten Kapitels ein. Und er lehnt sich dabei weit aus dem Fenster. Seine Hypothese lautet: Diesen Absturz hat es dort zumindest nie gegeben. Stattdessen flog eine Transportmaschine über dieser Stelle und verteilte fein säuberlich die Trümmerteile eines Flugzeuges. Der schwache französische Präsident brauchte dieses Ereignis, um Stärke zu zeigen und seine Position zu festigen. Eine heftige Behauptung, für die es selbstverständlich keine Beweise gibt. Natürlich steht sie nicht ganz so drastisch in seinem Text. Wisnewski macht das geschickter. Er portioniert seine Behauptung in kleine Stücke und vermischt sie mit sogenannten Expertenmeinungen.

In der Tat existieren rund um diesen Absturz etliche Merkwürdigkeiten. Das Gefühl, nicht die ganze Wahrheit gesagt zu bekommen, kann man nicht wirklich bestreiten. Und das, was uns serviert wurde, kam ungewöhnlich schnell für eine Untersuchung eines Flugzeugabsturzes. Ein auf den ersten Blick starkes Argument gegen die offizielle Theorie bezieht sich auf die Bilder von der Absturzstelle. Das Flugzeug scheint in einer Art Konfetti-Regen vom Himmel gefallen zu sein. Es sind kaum große Teile zu sehen. Und eine der wenigen Ausnahmen bezieht sich ausgerechnet auf das Teil, an dem man die Kennung ablesen kann. Wisnewski beschwert sich, dass man keine Sitze sieht. Das ist in der Tat so. Aber vielleicht hat das einen ganz einfachen Grund: Wir sollen sie aus Respekt vor den Toten nicht sehen. Im Netz existieren keine Videos oder Bilder von der gesamten Absturzstelle. Immer nur Ausschnitte, die keine Leichenteile zeigen. Natürlich kann man dahinter eine Absicht vermuten, etwas verschleiern zu wollen. Aber es könnte auch einfach nur der Gedanke gewesen sein, niemandem, insbesondere den Angehörigen, schlimme Bilder anzutun. Auf diese einfache Idee kommt Wisnewski aber nicht. Wenn man sich um Objektivität bemühen würde, dann könnte man auch diese naheliegende Variante wenigstens erwähnen. Es ist auch übrigens nicht so, dass es eine solche Kleinteiligkeit der Trümmerteile nicht auch bei anderen Abstürzen gegeben hat.

Wie aus jedem anderen Kapitel dieses Buches kommt man auch aus diesen hinterher nicht schlauer heraus, als man hineingegangen ist. Es geht dem Autor immer darum, aus den vorhandenen Fakten Schlüsse zu suggerieren, die er seinen Lesern als Wahrheit oder wenigstens als wahrscheinliche Variante auftischt, obwohl es dafür keine Beweise gibt. Wäre es anders, hätten all diese Fälle schließlich von vorneherein einen ganz anderen Charakter. Sie würden sich dann kaum für ein solches Buch eignen.

In einem Kapitel allerdings kommen Teile von Wisnewskis eigenartiger Geisteshaltung ins Spiel. Wem das nicht schon in seinem Buch über das Attentat auf Charlie Hebdo aufgefallen ist, der kann es hier noch klarer erkennen: Wisnewski verteidigt den Islam und hält den Islamismus für eine ausschließliche Produktion westlicher Geheimdienste. Auf Seite 111 liest man Folgendes: "... der Islamische Staat rekrutiere nun mal Kämpfer in der gesamten westlichen Welt. Aber was ist daran dann noch 'islamisch'? Der 'Islamische Staat' reduziere sich demnach auf:
- Greultaten, die professionell gedreht und am Computer zusammengeschnitten werden,
- (westliche) Produktionsfirmen, die die 'Potemkinschen Dörfer' des IS produzieren,
- westliche Rekruten, deren gesamte Kultur und deren Weltbild aus dem Westen stammen,
- Hohlköpfe, die keine Ahnung vom Islam haben und mit ein paar arabischen Worten und Koranphrasen zum Dschihadismus 'getunt' werden."

Weiter heißt es dort: "Der Islamische Staat erscheint als westliches Schreckensphantom, das als Rechtfertigung dient, um in beliebigen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens Krieg führen zu können." Mit anderen Worten: Es gibt den IS nicht. Mit dieser völlig absurden These muss man allerdings, ob man es nun will oder nicht, Wisnewskis gesamte Glaubwürdigkeit in Verbindung bringen. Das ist ein wenig schade, denn die meisten anderen Kapitel befassen sich mit Fällen, aus denen man durchaus die eine oder andere interessante Mitteilung erhält. Etwa über den Umgang mit alten Menschen in britischen (und deutschen?) Krankenhäusern. Oder über verschiedene aus den Medien bekannte Todesfälle.

Betrachtet man den Fall der offiziell zur moralischen Leitfigur ernannten Tugce Albayrak, dann zeigt sich, dass Wisnewski auch anders kann. Hier folgt er fast ausschließlich den Tatsachen, die eine etwas andere Sprache sprechen als die offizielle Version.

Alles in allem zeigt sich auch in diesem Buch, dass der Autor auf der einen Seite durchaus in der Lage ist, Vorgänge von öffentlichem Interesse kritisch zu hinterfragen. Auf der anderen Seite kann er sich aber auch nicht bremsen, Versionen eines vermeintlichen Hergangs ins Spiel zu bringen, für die es keine Beweise gibt, die sich jedoch bei ihm so lesen, als wäre er im Besitz solcher Erkenntnisse. Eine klare Trennung zwischen Tatsachen und Spekulationen gehört leider nicht zum Geschäftsmodell des Autors. Das macht wohl aber gerade seinen merkwürdigen Erfolg aus.


Tick Tack Tot
Tick Tack Tot
von Tom Llewellyn
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen "Ich versuche herauszufinden, wer meine Mom umgebracht hat.", 18. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Tick Tack Tot (Gebundene Ausgabe)
Alles begann mit einer alten Standuhr. Seth holte sie bei den reichen Lears ab und brachte sie zu Nadel, der sie reparieren konnte. Man konnte beinahe sagen, dass er bei Nadel aufgewachsen war. Seine Mutter putzte in der Werkstatt wie bei vielen anderen Leuten auch, und Seth spielte in dieser Zeit mit dem Zeug, was in Nadels Werkstatt herumlag. Das war allerdings schon eine Weile her. Nun ging er schon auf die Highschool und verdiente sich ein paar Dollars mit Botengängen und anderen Dienstleistungen hinzu.

Azura Lear hatte sich offenbar schon eine Weile in Seth verguckt und nutzte die Gunst von Seths Auftauchen in ihrem Elternhaus, um sein Aufmerksamkeit zu erregen. Während alles nach einer Liebesgeschichte aussieht, verändert sich Seths Welt, in der es nicht viele Menschen gibt, die sein Vertrauen genießen, dramatisch und endgültig als man mitten in der Nacht seine Mutter tot in ihrem Auto findet. Obwohl er von der Polizei gewarnt wird, begibt sich Seth auf die Suche nach dem Mörder seiner Mutter. Sein Instinkt leitet ihn, und Azura steht ihm zur Seite. Auch wenn er erst selbst noch darauf kommen muss: in Wirklichkeit kann nur er das Geheimnis dieses Mordes lüften, weil er allein über die notwendige Information verfügt, die der Schlüssel zu diesem Rätsel ist. Wer bringt eine Putzfrau um? Und weshalb?

Dieser Jugendkrimi (Zielalter 13 bis 18 Jahre) ist nicht nur sprachlich sehr gelungen. Tom Llewellyn schafft es, Seths innere Welt durch dessen selbstironische und gelegentlich auch sarkastische Ausdrucksweise offenzulegen. Und er erzählt auch eine realistische Geschichte plastisch und spannend. Ob man sie nun unbedingt als Thriller bezeichnen muss, steht auf einem anderen Blatt. Seth ist nach dem Tod seiner Mutter alleine, aber er hat trotz des Gefühls des Verlassenseins Leute um sich herum, die ihm helfen, weil sie ihn mögen oder sich seiner Mutter verpflichtet fühlen. Das ist nicht nur Trost, sondern auch eine Lebensversicherung, die er bald brauchen wird.

Diese Geschichte bleibt natürlich eine Geschichte. Aber sie wirkt keineswegs erfunden oder konstruiert. Ganz im Gegenteil: Seth ist ein Typ, den man sympathisch finden muss und den man gerne zum Kumpel hätte. Ein gelungenes Jugendbuch, schnörkellos, unterhaltend und ohne pädagogischen Hintergrund.


Roilois Profi LED 30W Baustrahler Akku Strahler mit Li-Ionen Akku 4-8 Stunden Betrieb IP65 wasserdicht tragbar (30W)
Roilois Profi LED 30W Baustrahler Akku Strahler mit Li-Ionen Akku 4-8 Stunden Betrieb IP65 wasserdicht tragbar (30W)

5.0 von 5 Sternen Macht sehr gut, was er machen soll, 18. Mai 2016
Dieser LED-Strahler kam gut verpackt bei mir an. Man muss dann nur noch eine Stellschraube benutzen, um den Strahler auf seinem Gestell zu befestigen. Er lässt sich dann in zwei Ebenen drehen (nach links und rechts, nach oben und unten).

Wer auf seinem Dachboden, im Keller oder in seiner Garage nicht genug Licht hat, dem ist mit diesem Teil sehr gut geholfen. In zwei Stufen leuchtet dieser Strahler nicht nur überraschend hell, sondern auch großflächig. Der Kippschalter dafür ist mit einer Gummimanschette gegen Feuchtigkeit gesichert. Falls man sie aus Neugier abmacht, bekommt man sie jedoch nicht mehr am Gerät befestigt.

Dem Gerät liegen zwei Ladekabel bei. Nach meinem ersten Eindruck überzeugen nicht nur das Design und die Leuchtkraft, sondern auch der Akku. Ein erster Test zeigt, dass der Strahler voll geladen tatsächlich vier Stunden zur Zufriedenheit arbeitet. Dann (oder besser vorher) sollte man das Ladekabel anstecken, sodass man weiter arbeiten kann. Von Vorteil (und als Warnung) wäre in diesem Zusammenhang sicher eine Anzeige über den Ladezustand des Akkus, die es jedoch nicht gibt.

Es bleibt abzuwarten, wie lange die LEDs durchhalten und wie viele Ladezyklen der Akku ohne Qualitätsnachlass mitmacht. Wie bei allen Produkten aus dem Fernen Osten lesen sich die beiliegenden Gebrauchs- und Warnhinweise auch hier wieder wie ein Zeugnis dafür, dass Übersetzungsautomaten nicht zielführend arbeiten. Da hier jedoch alles selbsterklärend ist, kann man das als Randerscheinung betrachten, solange man mit dem gesunden Menschenverstand an elektrische Geräte herangeht. Dieser Strahler wurde mir vom Händler als kostenfreies Testprodukt angeboten.


Kapitalfehler: Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen
Kapitalfehler: Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen
von Matthias Weik
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Warum die Marktwirtschaft vor dem Finanzkapitalismus geschützt werden muss", 15. Mai 2016
Um es etwas zu überspitzen: Eigentlich braucht man das Buch gar nicht vollständig zu lesen. Man fange stattdessen auf Seite 305 an. Dort listen die Autoren die "kapitalen Fehler" auf und machen Vorschläge zu ihrer Behebung. Sie ordnen das nach drei Punkten: Europa und der Euro, strikte Regulierung der Finanzmärkte und "Wir benötigen ein neues Geldsystem". Die Beschreibung der Mißstände ist korrekt und mehr oder weniger vollständig. Die Maßnahmen machen bis auf zwei Ausnahmen Sinn, werden wohl aber so nie durchgesetzt werden. Denn: die Lage ist inzwischen so verfahren, dass man nicht erwarten kann, dass die gegenwärtigen Eliten in irgendeiner Weise freiwillig die von ihnen eingeschlagene Richtung in den Abgrund aufgeben werden.

Wenn beispielsweise allein nur die erste Forderung der Autoren, nämlich der Stopp des irrsinnigen Aufkaufprogramms der EZB, durchgeführt werden würde, dann käme eine Kettenreaktion in Gang, die nicht mehr beherrschbar wäre. In diesem Fall würden die Zinsen schnell steigen, was recht bald mehrere Staatspleiten in Südeuropa zur Folge hätte. Damit fällt das ganze Euro-Kartenhaus in sich zusammen. Und ein solches Ereignis unbedingt zu verhindern, ist der unrealistische Plan der Eliten. Sie wollen unter allen Umständen vermeiden, dass ihr komplettes Scheitern und alle damit verbundenen Kosten und Leiden offenkundig werden. Ein massiver, noch nie dagewesener Crash ist die einzig noch mögliche Lösung. Wenn man am Ruder dieses Crashkurses sitzt, verschiebt man das lieber auf später als selbst verantwortlich gemacht zu werden. Insofern ist alles, was die Autoren vorschlagen, eine schöne Theorie, die uns vermitteln will, dass es noch einen geordneten Ausweg geben könnte. Wie aber der Titel eines ihrer früheren Bücher verheißt, glauben sie das selbst nicht wirklich.

In ihrem Katalog befinden sich auch zwei Maßnahmen, die deutlich machen, dass auch sie nicht vollständig gegen die versuchte Gehirnwäsche aus der Politik immun sind. Sie wollen Leerverkäufe verbieten und eine Finanztransaktionssteuer einführen. Leerverkäufe haben noch nie eine Finanzkrise ausgelöst. Ein solcher Vorschlag gehört in die Kategorie "politischer Aktionismus" mangels Sachverstand. Und eine Finanztransaktionssteuer hat denselben heuchlerischen Charakter wie die Tabaksteuer. Es geht bei ihr nicht etwa um eine Verminderung der Transaktionszahl im Börsenhandel, sondern einzig darum, daran mitzuverdienen. Eine solche Steuer ist auch schon deshalb nicht zweckdienlich, weil sie einfach weitergegeben würde. Am Ende zahlen Steuern immer nur die, die sich am Schluss der Kette befinden und sich nicht mehr wehren können. Den Sekundenhandel zu verbieten, ist dagegen eine hervorragende Idee, denn dieses betrügerische System verschafft einigen wenigen Marktteilnehmern enorme Vorteile vor anderen und ist schon deshalb kriminell.

Merkwürdig an diesem Buch ist, dass zwischen den Vorschlägen der Autoren am Ende ihres Textes und den dreihundert Seiten davor nur ein recht loser Zusammenhang besteht. Dort geht es nämlich noch um ganz andere Themen, die oft nur sehr entfernt etwas mit dem Ende zu tun haben. Zunächst erklären die Autoren, warum die Marktwirtschaft vor dem Finanzkapitalismus geschützt werden muss. Das ist in der Tat das eigentliche Problem. Mit der Abschaffung der Goldbindung des Dollars durch Nixon begann eine weltweite gigantische Verschuldungsorgie von Staaten, deren Ende nun naht. Wer sich verschuldet, macht sich abhängig. Diese einfache Wahrheit erklärt, warum der Finanzsektor inzwischen den restlichen Teil der Wirtschaft und die Staaten selbst am Gängelband führt. Sogar die Finanzkrise von 2008, die das für jedermann offenkundig gemacht hat, brachte keine Änderung. Die zum Sterben verurteilten Banken wurden als zu groß dafür erklärt. Inzwischen sind sie noch größer geworden. Ihre Verluste werden bis heute der Allgemeinheit aufgebürdet. Es gab keine wesentlichen Reformen oder Regulierungen, die die Ursachen der Krise beseitigt hätten. Das ist kein Wunder, denn die Entscheidungsträger aus der Politik sind Gefangene ihrer Verschuldungssucht und damit Sklaven des Finanzsektors.

In einem "Intermezzo" vergleichen die Autoren Griechenland mit Island. Dies ist ein sehr lehrreiches Kapitel, weil in Griechenland im Kleinen offen vorgeführt wird, was im Großen (nicht ganz so offensichtlich) auch geschieht. Eine faktische Insolvenz wird verschleppt und damit extrem verteuert. Frau Merkel kauft ständig Zeit und bezahlt das mit Geld, das sie gar nicht besitzt und dennoch versenkt. Island hat genau das gemacht, was die einzig vernünftige Lösung ist: die schmerzhafte Krise mutig und schnell dadurch zu überwinden, dass man sich ihr stellt anstatt sie zu verleugnen. Island war erfolgreich. Griechenland kann das niemals werden. Warum das so ist, erklären die Autoren im Text.

Dann werden sie allgemein und diskutieren im zweiten Kapitel, warum es in einer Marktwirtschaft immer in gewissen Abständen zu Krisen kommen muss. Leider erweist sich dieses Kapitel als merkwürdig zäh, weil ständig irgendwelche Ökonomen ganz unterschiedlicher Schulen zitiert werden, aber dennoch keine Klarheit darüber eintritt, was die Autoren denn nun eigentlich selbst meinen. Konjunkturelle Krisen haben nichts mit den Krisen zu tun, die uns die Finanzbranche gemeinsam mit der Politik seit Jahren immer wieder erschaffen. Auch das wird nicht so richtig deutlich. Nachdem auf diese Weise die kurzwelligen Zyklen diskutiert wurden, kommen die Autoren dann zu den langen, den sogenannten Kondratjew-Wellen. Deren Realität ist unter Ökonomen umstritten. Wer daran glaubt, begründet dies mit dem Auftreten strategischer Knappheiten von Wirtschaftsgütern, die alle brauchen. Dazu bringen die Autoren Beispiele für die bisherigen Zyklen und begründen das sehr gut.

Da die Autoren der Meinung sind, wir befänden uns am Anfang einer neuen Kondratjew-Welle, suchen sie nach strategischen Knappheiten. Das ist insofern interessant, als dass sie nun nicht mehr eine feststehende Vergangenheit nach Kondratjew erklären, sondern vorwärts unken müssen. Sie kommen dabei auf die Knappheit von Wasser und Öl. Beim Öl erwähnen sie die US-Theorie vom Peak Oil als Tatsache. Diese Theorie stammt aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie geht davon aus, dass Erdöl aus biologischem Material entstanden ist und folglich nicht "nachwächst". Ohne das hier zu vertiefen, möchte ich aber erwähnen, dass alle bisherigen Vorhersagen über ein Ende des Öls sich nicht bestätigt haben. Im Gegenteil: Das für die 1970er Jahre von den Schöpfern dieser Theorie vorhergesagte Ende des Öl ist bis heute trotz eines enorm gestiegenen Verbrauchs nicht eingetroffen. Zweitens gibt es eine in der verblichenen Sowjetunion entwickelte ganz andere Entstehungstheorie für Erdöl, die im Labor nachvollzogen wurde und nach der man Erdöl an Stellen fand, wo es nach der US-Theorie niemals hätte vorhanden sein können. Nach dieser Theorie ist Erdöl "nachwachsend".

Der Weg der Autoren zur Merkelschen Energiewende ist nun nicht mehr weit. Sie erwähnen das zwar nicht, machen aber klar, dass Deutschlands energetische Zukunft von Windkraft, Sonne und Biomasse geprägt sein wird. Diese neue Technologie soll nach ihrer Meinung den nächsten Kondratjew-Zyklus einleiten. Merkwürdigerweise übersehen sie dabei einige Fakten. Zum einen stand in der Tat zu Beginn einer jeden solchen Welle die Erfindung einer neuen Basis-Technologie. Nur setzte sich diese ökonomisch durch. Sie wurde nicht wie in Deutschland subventioniert und planwirtschaftlich zwangsgefördert. Ohne dies gäbe es diese Technologie am Markt nicht. Besitzer von Windanlagen und Solarzellen wären pleite. Zum anderen übersehen die Autoren, dass es nicht gelingen wird, Deutschland komplett durch Windkraft und Sonne energetisch zu versorgen, will man unsere Industrie erhalten. Abgesehen von der fehlenden Speichertechnologie und den fehlenden Leitungen besitzt unser Land einfach nicht genug Fläche für all diese Anlagen.

Das Buch besitzt den Untertitel "Wie unser Wohlstand vernichtet wird". Die Merkelsche Energiewende dreht dabei das ganz große Rad, denn alle Verbraucher bezahlen seit Jahren Unsummen auch für Strom, der nie erzeugt wurde und für einen Stromüberschuß bei zuviel Sonne oder Wind, den wir verschenken, damit er die Energienetze nicht destabilisiert. Jeder, der die Entwicklung des Strompreises seit 15 Jahren verfolgt hat, sollte wissen, dass ein großer Teil seines Geldes einfach zum Fenster hinausgeschmissen wird. Und dass ganz nebenbei die größte Umverteilung von Wohlstand von unten nach oben in der deutschen Geschichte stattfindet. Bei den Autoren sucht man dazu vergeblich einen Kommentar, obwohl Wohlstandsvernichtung doch genau ihr Thema ist.

Die folgenden Kapitel befassen sich mit vielen Einzelfragen. Beispielsweise untersuchen die Autoren, warum staatliche Planwirtschaft nicht funktionieren kann. Das erklären sie gut, obwohl das Hauptargument fehlt. Auch absolut freie Märkte funktionieren nicht, wie man bei ihnen nachlesen kann. Lobenswert in diesem Teil ist die klare Haltung der Autoren zu den sogenannten Gemeingütern. Allerdings kann man auch hier in einigen Detailfragen ganz anderer Meinung sein. Sicher kann man die LKW-Maut gut finden und glauben, dass sie dazu führen wird, dass Verbraucher mehr auf regionale Produkte ausweichen werden, weil sie weniger kosten. Interessanterweise geben sie dabei indirekt zu, dass auch diese Steuer weitergegeben wird. Sie wird jedoch nicht zu diesem Ziel führen. Wahrscheinlicher ist eher, dass es zu einer Konzentration auf dem deutschen Logistikmarkt kommen wird, weil kleinere Unternehmen die Kosten nicht mehr tragen können, und dass darüber hinaus ausländische Billiganbieter einspringen.

Am Ende des Buches geht es dann noch um die Frage, was Geld ist und wie es entstand. Das liest sich zwar alles ganz interessant, hat aber nur indirekt etwas mit dem Thema des Buches zu tun. Besser wird es dann im letzten Kapitel, wo die "Schuldenknechtschaft für alle" abgehandelt wird.

Alles in allem ist dies sicher ein interessantes und phasenweise auch lehrreiches Buch. Allerdings kann man in vielen Detailfragen auch völlig anderer Meinung sein, ohne dass man die Vorschläge der Autoren am Ende ihres Texte auch nur ansatzweise in Frage stellen muss.


Radreiseführer BVA Die schönsten Radtouren rund um Dresden mit detaillierten Karten
Radreiseführer BVA Die schönsten Radtouren rund um Dresden mit detaillierten Karten
von BVA Bielefelder Verlag GmbH & Co. KG
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

3.0 von 5 Sternen Gute Ideen, nachlässige Darstellung, verschwiegene Schwierigkeiten, 15. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diesen Führer habe ich mir vor vierzehn Jahren schon einmal gekauft und dann verschenkt. Mit der Ausgabe von 2010 stieg der Preis um einen Euro, und die neue Ausgabe bekam das Format eines praktischen Ringbuches. Nun könnte man auf die Idee kommen, dass sich auch der Text der neuen Zeit etwas angepasst hat. Stattdessen kann man beobachten, wie schlampig hier mit der Neuauflage umgegangen wurde. Da steht doch auf Seite 24 glatt folgende Aussage: "Vom Schlossplatz (in Dresden, R.M.) führt Sie die Augustusstraße zur Ruine der Frauenkirche." Ein paar Sätze später erfährt der verblüffte Leser dann, dass 2005 der Wiederaufbau mit einem Weihegottesdienst abgeschlossen wurde. Leider gibt es noch ein paar weitere Stellen von dieser zweifelhaften Qualität.

Das sei nur am Rande erwähnt, denn meine eigentlichen Kritikpunkte an diesem Führer sind für die Nutzer schwerwiegender. Beschrieben werden folgende zehn Touren:
1. Von den Elbuferwegen zwischen Dresden und der Sächsischen Schweiz (55 km)
2. Burg Stolpen und das wildromantische Wesenitztal (41 km)
3. Bastei - Die Perle der Sächsischen Schweiz (37,5 km)
4. Über die Elbdörfer zur Dresdner Heide (36 km)
5. Zu den Schlössern und Parks von Oberlichtenau und Rammenau (47,5 km)
6. Durchs Rödertal und über Moritzburg nach Radebeul im Elbtal (48 km)
7. Am Ufer der Elbe von Dresden nach Meißen (28 km)
8. Am Ufer der Elbe von Meißen nach Riesa und zurück (59 km)
9. Barockgarten Großsedlitz, Dippoldiswalder Heide und Rabenauer Grund (44 km)
10. Vom Kahleberg durch das romantische Tal der Wilden Weißeritz (51 km).

Ob dies nun die schönsten Touren sind, sei einmal dahingestellt. Schön sind sie auf jeden Fall. Sie führen stets von einer S-Bahn oder DB-Station zu einer anderen. Das erscheint mir sehr praktisch, denn die Alternative wäre von Dresden aus sonst immer der Auto-Transport der Räder zu einem Ausgangspunkt, zu dem man wieder zurückkehren muss. Insbesondere bei der letzten Tour wäre das mit einigen Anstrengungen verbunden, denn Altenberg (Kahleberg) liegt bekanntlich auf dem Erzgebirgskamm.

Meine Kritikpunkte sind:
1. Das Kartenmaterial ist dürftig und dient lediglich der Übersicht. Man brauch also auf jeden Fall zusätzliche Karten oder ein Navigationssystem.
2. Nur auf den ersten Blick erweisen sich die bis auf 100 Meter genauen Fahrhinweise als sehr detailliert. Bei manchen Abzweigungen wird man ernste Schwierigkeiten haben, sie zu finden, weil sie zu versteckt sind.
3. Manche Strecken kann man nicht mit dem Rad befahren, weil der Untergrund oder die Lage des Weges es nicht zulassen. Hinweise darauf gibt es zwar, aber man wird sie erst ernst nehmen, wenn man sich der Lage im Angesicht der Tatsachen bewusst wird.
4. Es geht bei mehreren Touren aus dem engen Elbtal auf die Hochebene. Da steht dann im Führer etwas von 200 Metern Höhenunterschied. Das stimmt zwar, was aber fehlt, ist die Angabe auf welcher Strecke man das überwinden muss. In der Regel sind diese Strecken recht kurz und die Anstiege für den normalen Radfahrer nicht mehr zu schaffen. Der Extremfall befindet sich auf Tour 3. Da geht es von Wehlen einen Wanderweg hoch zur Bastei. Auf diesem Weg kommt man schon zu Fuß ins Schwitzen. Diese Tour enthält jedoch auch noch eine Etappe vom Polenztal nach Hohnstein, die für untrainierte Menschen kaum zu schaffen ist. Ein ähnlicher Anstiegt lauert auf Tour 4, wenn man das Elbtal von Pillnitz aus bis Borsberg verlassen will. Vor diesem extremen Anstieg wird zwar im Text gewarnt. Die Realität sieht jedoch noch unangenehmer aus. Man wird kilometerlang schieben müssen. Gemütlich kann man diese Touren also keineswegs nennen.

Dieser Führer ist also auf einigen Strecken nur etwas für sehr sportliche Menschen. Oder für Besitzer eines guten eBikes. Positiv erwähnt sei noch, dass die Schilderungen der kulturellen Hintergründe vieler Sehenswürdigkeiten gelungen sind, wenn sie sich als aktuell erweisen.


MARCO POLO Raus & Los! Dresden, Oberlausitz, Sächsische Schweiz: Guide und große Erlebnis-Karte in praktischer Schutzhülle
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von MAIRDUMONT
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Viele hervorragende Ideen, aber auch einige Schwächen, 10. Mai 2016
Wenn man in eine bestimmte Region reisen möchte und schnell Ideen für besondere Erlebnisse sucht, dann ist man bei dieser Reihe sehr gut aufgehoben. Anders als in gewöhnlichen Reiseführern fehlt hier der allgemeine Teil, in dem Geschichte und regionale Besonderheiten erklärt werden. Auch der in Reiseführern meistens hinten angehangene praktische Teil wurde weggelassen. Stattdessen geht es hier nur um bestimmte Sehenswürdigkeiten oder andere attraktive Lokalitäten. Sie werden in aller Kürze in einem kleinen Büchlein im Reiseführerformat beschrieben. Dazu findet man eine Faltkarte in einem vernünftigen Kompromiss-Maßstab (1:100.000), in der all diese Orte oder Routen eingetragen sind.

Diese Karte verdeutlicht allerdings auch den Grat auf dem dieses Produkt liegt. Einerseits soll ein recht großes Gebiet umfasst werden, andererseits erscheint mir dieser Maßstab für Wanderungen oder Radtouren etwas zu klein zu sein. Das setzt sich im Text des Büchleins fort, denn die zahlreichen Informationen erzwingen eine gewisse Kürze. Wenn man dieses Produkt jedoch als Ideenfinder benutzen möchte, dann eignet es sich ganz hervorragend, weil es ohne große Umschweife sofort zur Sache kommt.

Das findet sich so auch in der allgemeinen Gliederung wieder. Am Anfang stehen in einer Tabelle auf zwei Doppelseiten stets 66 Ausflugstipps geordnet nach Ort, Ziel und der Zuordnung nach Kultur, Natur, "mit Kindern", "bei Regenwetter", Wassererlebnisse, Tiererlebnisse, Burgen & Schlösser sowie Museen. Danach folgen in ähnlich tabellarischer Form: Hofläden & Direktvermarkter, Biergärten & Ausflugslokale, Stadtführungen & Thementouren sowie Fahrradtouren. Jedes Ziel erhält eine farbliche Nummer, die man dann in der Karte wiederfindet. Dazu folgt später im Text eine kurze Erklärung, die am ausführlichsten die vorne genannten Ziele in Wort und Bild beschreibt. Dort findet man auch die Adressen, Telefonnummern und Öffnungszeiten.

Der Band "Dresden/Oberlausitz/Sächsische Schweiz" umfasst wie alle anderen Teile dieser Serie ein recht großes Gebiet. Von Ost nach West geht es von Görlitz bis Meißen, von Süd nach Nord vom Erzgebirgskamm fast bis nach Hoyerswerda. Immerhin liegen in diesem Gebiet nicht nur Teile des Erzgebirges, sondern auch das kleine und im Westen fast unbekannte, aber reizvolle Zittauer Gebirge sowie das Elbsandsteingebirge im Nationalpark "Sächsische Schweiz". Dazu gesellen sich das Elbtal von Decin bis Meißen mit vielen sehenswerten Orten, darunter auch die sächsische Landeshauptstadt Dresden. Schließlich gehören auch die Oberlausitz mit Görlitz und der Lessing-Stadt Kamenz dazu. Entsprechend einschränkend musste die Auswahl der 66 Ausflugstipps sein, zumal auch noch verschiedenen Interessen Rechnung getragen werden musste. Das ist wie in allen anderen Bänden, die ich bisher benutzt habe, auch hier sehr gut gelungen.

Wie schon oben erwähnt geht das jedoch nur auf Kosten der Ausführlichkeit. Beispielsweise werden unter dem Ort Königstein (die berühmte Festung bekommt eine Extra-Erwähnung) die beiden imposanten Tafelberge Lilienstein und Pfaffenstein erwähnt. Beide sind zwar von Königstein aus erreichbar, wer jedoch mit dem Auto unterwegs ist, sollte vielleicht doch besser Parkplätze in der Nähe der beiden Berge und (das möglichst früh) ansteuern. So bald das Wetter freundlich ist, brechen die Sachsen nämlich nach draußen auf. Auch ein Ausflug nach Stolpen lohnt sich. Vielleicht sollten die Macher dieses Führers sich dort einmal über die wirkliche Geschichte der Reichsgräfin von Cosel informieren. So ganz stimmt ihre Darstellung nämlich nicht. Bei dieser Gelegenheit könnten sie sich auch einmal das Bild auf Seite 17 ansehen. Es zeigt nämlich nicht das "vieltürmige Stadtbild von Bautzen", sondern das Blaue Wunder in Dresden.

Wenn man diesen Band zur Ideenfindung benutzt, eignet er sich hervorragend. Für eine tatsächliche Umsetzung dieser Ausflugsideen braucht man vielleicht dann doch mehr Informationen oder bessere Karten. Was mich an allen Bänden dieser Reihe bisher gestört hat, war die extreme Kürze, mit der die am Ende erwähnten Radtouren abgehandelt werden. Hier ist mir das allerdings besonders aufgefallen, weil ich viele dieser Touren kenne. Alles, was man dazu erfährt, ist eine Klassifizierung nach Schwierigkeit und Länge. Den Rest muss man sich auf der Karte ansehen. Beispielsweise liegen auf der ersten Tour von Radeberg bis Radebeul zwar einige der im Text erwähnten Sehenswürdigkeiten. Nicht erwähnt werden aber viele andere, hier etwa das Seifersdorfer Tal und das Schloss Hermsdorf mit einem herrlichen Park, die direkt auf dem Weg liegen.

Alles in allem also ein guter Ideengeber mit einigen Schwächen.


Panthersommernächte
Panthersommernächte
von Bettina Belitz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

4.0 von 5 Sternen "Doch am stärksten war die wilde, unbezähmbare Sehnsucht in mir", 8. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Panthersommernächte (Gebundene Ausgabe)
Nina schläft mit einem schwarzen Panther in ihrem Bett. Die ganze saarländische Kleinstadt, in der Nina lebt, ist in heller Aufruhr. Kaum ein Einwohner traut sich mehr auf die Straße, Jagdgesellschaften bevölkern die Hochstände der umliegenden Wälder. Aber niemand kann zunächst das Tier erwischen. Stattdessen besucht der Panther Nina, die ihn ihr Zimmer lässt und unter oder im Bett versteckt. Was soll der Quatsch, könnte man fragen. Kann man das ernst nehmen? Und dann entwickelt Nina auch noch eine Seelenbeziehung zu diesem Tier und spricht gar mit ihm in einer Art Gedankenübertragung.

Ohne den Panther und das ganze Drumherum würde das Buch nicht funktionieren. Erzählt wird in Wirklichkeit die Abnabelungsphase Ninas von ihrer Kindheit, ihre erste Liebe, ihr Seelenkummer. Nicht ganz zufällig gibt sie dem Tier den Namen Spirit. Es ist Sinnbild ihrer Seele, der Wildheit, die fast jeder Mensch irgendwann einmal in sich gespürt hat und sich meistens nicht auszuleben getraute. Man ist gefesselt in Konventionen, Beziehungen, gesellschaftlichen Zwängen. Ein Panther dagegen steht für Freiheit, Stärke, Ungezwungenheit und Unabhängigkeit. In Ninas Welt haben all diese Begriffe gerade keine besonders große Bedeutung. In ihrer Seele wohl schon.

Die Autorin benutzt den Panther, um gerade den Widerspruch zwischen Sehnsucht und Wirklichkeit deutlich aufzuzeigen. Allerdings muss man sich dazu recht lange in die Geschichte einlesen, die nur langsam in Schwung kommt. Erst das Auftreten des Panthers führt zu einem deutlich schnelleren Tempo. Ob die Geschichte nun realistisch ist oder nicht, erweist sich nicht als die wirklich interessante Frage, weil sie sich einfach von selbst beantwortet. Eigentlich geht es doch mehr um den Blick in Ninas Seele. Vielleicht hätte die Autorin den erzählerischen Schwerpunkt weniger auf die Aufregungen rund um die Raubkatze legen sollen, die schließlich nur einem scheinbaren Realismus folgt. Vielleicht gäbe es dann weniger Fragen bei so manchem Leser.


Die STAR TREK Physik: Warum die Enterprise nur 158 Kilo wiegt und andere galaktische Erkenntnisse
Die STAR TREK Physik: Warum die Enterprise nur 158 Kilo wiegt und andere galaktische Erkenntnisse
von Metin Tolan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Optimismus ändert die Gesetze der Physik nicht", 6. Mai 2016
Mit dieser klaren Ansage weist der unterkühlte vulkanische Subcommander T'Pol Captain Archer in der 24. Folge der zweiten Staffel der STAR TRECK - Enterprise - Serie zurecht. Naturgesetze gelten immer und überall. Wurden sie also auch in den vielen hundert Folgen dieser unglaublich erfolgreichen SF-Saga beachtet? Erstaunlich oft und fast immer korrekt lautet die Antwort des Physik-Professors Metin Tolan in diesem faszinierenden Buch. Die von ihm entdeckten Fehler erwiesen sich fast immer als falsche Übersetzungen aus dem Original. Einige von Tolans Erkenntnissen rütteln jedoch an der Zukunft, die uns dieses Serien-Universum vorlegt.

Vielleicht ist der Text nicht für jeden Interessierten leicht lesbar. Immerhin geht es unter anderem auch um die Spezielle und Allgemeine Relativitätstheorie und um Quantenphysik. Diese grundlegenden physikalischen Lehren gehören nun einmal nicht zum Schulstoff. Dessen ungeachtet gelingt es dem Autor, sie für die Zwecke seines Buches realtiv allgemeinverständlich und mit einer Prise Humor zu erklären. Selbst wenn man also nicht alles sofort oder ganz versteht, so bleiben die Schlussfolgerungen und Erkenntnisse, die Tolan vermittelt, doch wieder irgendwie auch für Laien erreichbar. Damit hat er eine schwierige Aufgabe großartig gemeistert. Vielleicht bin ich aufgrund meiner Vorbildung etwas befangen, aber mir hat das Lesen dieses Textes enormen Spass bereitet. Natürlich gibt es einige einschränkende Voraussetzungen für den Zugang zu diesem Buch. Erstens sollte man Star Treck kennen, und zweitens erscheint es nützlich, wenn man physikalischen Betrachtungen nicht sofort ablehnend gegenübersteht.

Als Zuschauer erwartet man von einer SF-Serie vielleicht nicht unbedingt die strenge Beachtung von Naturgesetzen. Schließlich handelt es sich nicht um einen naturwissenschaftlichen Dokumentarfilm. Und außerdem "befinden wir uns in einer fernen Zukunft", wie es immer so schön im Vorspann der "Next Generation"-Serie heißt. Doch auch in einer fernen Zukunft gelten die Gesetze der Physik noch, was in Verbindung mit diesem Vorspann gleich einmal die Frage aufwirft, ob die Enterprise tatsächlich in ferne Galaxien reisen kann. Tolans Antwort lautet: "Wenn nun aber die Voyager unsere Nachbargalaxie Andromeda mit ihrer Reisegeschwindigkeit erreichen wollte, dann benötigt sie dafür sage und schreibe 2400 bis 2700 Jahre! Selbst mit der Spitzengeschwindigkeit würde sie noch mindestens 150 Jahre benötigen." Warp 9,975 bedeutet übrigens die 1000-fache Lichtgeschwindigkeit. Warp 10 ist auch theoretisch unerreichbar, weil dann die Geschwindigkeit unendlich groß wäre.

Der Vorspann zu den Next-Generation-Folgen enthält also eine glatte Lüge, denn alles, was im Star-Treck-Universum geschieht, spielt in der Milchstraße, die in die vier berühmten Quandranten unterteilt wird, die in DS9 eine bedeutende Rolle spielen. Tolan befasst sich unter anderem auch mit dem Warp-Antrieb, der die ganzen Geschichten erst möglich macht. Ohne Warp-Antrieb wäre man der Speziellen Relativitätstheorie ausgeliefert und hätte unlösbare Zeitprobleme. Fliegt man annähernd mit Lichtgeschwindigkeit, dann lebt man spätestens nach der Rückkehr zur Erde in einer anderen Zeit, weil man während der Reise viel weniger gealtert ist. Dies ist eine Folge aus der Tatsache, dass man die Lichtgeschwindigkeit nicht übertreffen kann. Diese für die meisten Menschen nicht so einfach zu durchschauende Tatsache erläuter der Autor sehr einleuchtend.

Auch beim Fliegen mit Warp-Antrieb kann die Lichtgeschwindigkeit natürlich nicht wirklich übertroffen werden. Und weil das so ist, verkürzt dieser Antrieb die Strecke durch eine Veränderung des Raumes, während das Raumschiff relativ langsam unterwegs ist. Geht das überhaupt? Theoretisch schon. Doch damit gelangt man zu der zentralen Frage der ganzen Star-Treck-Physik. Man braucht dafür nämlich unfassbare Energiemengen. Wie man das jemals praktisch lösen kann, steht wirklich in den Sternen. Tolan bezieht sich dabei auf recht aktuelle Forschungsergebnisse der modernen Physik. Dasselbe Problem tritt übrigens auch beim Beamen auf, wobei man hier noch mit der Heisenbergschen Unschärferelation zu kämpfen hat, will man nach dem Dematerialisieren wieder ordentlich zusammengesetzt werden.

Diese und viele andere Fragen diskutiert Tolan auf eine sehr fesselnde Weise, wenn man die oben genannten Voraussetzungen erfüllt. Sein Buch ist eines der faszinierensten Physik-Werke, die ich je gelesen habe, weil es die grundlegenden Gesetze der Physik fast spielend erläutert und dabei auch noch unterhält. Selbstredend handelt es sich dabei immer noch um Physik. Man kann also nicht erwarten, dass man alles ohne eine gewisse Vorbildung und ohne eine gewisse Unvoreingenommenheit verstehen kann. Doch selbst wenn man nicht alles versteht, aber ein eingefleischter Kenner der Star-Treck-Serien oder Filme ist, lohnt sich das Lesen, weil Tolan die Fähigkeit besitzt, die Sachlage so zu schildern, dass man wenigstens das Gefühl bekommt, man verstehe ausreichend viel. Und das alleine ist schon eine beachtliche Leistung.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 11, 2016 2:34 PM MEST


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