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Rezensionen verfasst von
Dr. R. Manthey
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Epic: Roads of Iceland
Epic: Roads of Iceland
von Stefan Bogner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Faszination des Nichts, 21. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Epic: Roads of Iceland (Gebundene Ausgabe)
Mit Straßen verbinden wir gewöhnlich Krach und Gestank, aber auch Lebendigkeit und Vielfalt. Die Verkehrswege, die Stefan Bogner für diesen Bildband fotografierte, offenbaren genau das Gegenteil: Man sieht keinerlei Verkehr, ringsherum liegen nur Steine. Die faszinierende Ödnis, durch die sie führen, besteht größtenteils aus erkalteter Lava, die mit Moosen und Flechten karg bedeckt ist. Gelegentlich sieht man eine Wiese, ganz selten ihre landwirtschaftliche Nutzung. Nur auf einem Bild entdeckt man Pferde und Menschen.

Manchmal kommt ein futuristisches Bauwerk ins Bild, wahrscheinlich ein Geothermal-Kraftwerk. Die Links in unserem Gehirn zwischen Straßen und den damit verbundenen Empfindungen funktionieren nicht mehr. Das erregt unsere Aufmerksamkeit, obwohl die Bilder in diesem Buch sich alle sehr ähneln. Dieses Nichts, diese Stille und diese Leere bringen uns vielleicht etwas durcheinander. Dort möchten wir gerne einmal sein, aber keineswegs für länger.

Der ganze Bildband enthält nur ein Vorwort von Jan Baedeker und sonst keinerlei Text. Wozu auch? Die Bilder zeigen eine fast leere Landschaft, durch die sich Straßen oder Schotterpisten ziehen. Gelegentlich brauchen sie eine Brücke oder kreuzen Leitungen. Das braucht man nicht zu erklären.

Baedeker schreibt in seinem kurzen Vorwort: "Man muss stehen bleiben und seinen Wahrnehmungsapparat öffnen wie den Verschluss einer Kamera, dann schenkt einem die Insel Bilder von archaischer Schönheit, die sich in der Erinnerung festschreiben und einen bis in die Träume verfolgen."

Wer sich dafür nicht öffnen kann, wird von diesem Buch enttäuscht sein, denn dann bleiben nur sich ständig wiederholende Bilder von Steinen, die mit einem seltsamen grün-grau-gelben Teppich bedeckt sind, durch die sich Straßen-Bänder ziehen.


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Preis: EUR 68,81

4.0 von 5 Sternen Einfach und praktisch, Aufbauanleitung unnötig kompliziert, 20. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Müllsammelsystem passt in jeden modernen Küchenschrank, in der Regel unter die Spüle. Da man sich wohl schon vorher mit diesem Teil wenigstens virtuell auseinandergesetzt hat, überrascht der erste Augenschein nach der Öffnung des Pakets wohl kaum noch.

Empfehlenswert ist es, die ganze Konstruktion erst einmal in den Schrank zu setzen und die Funktionsweise kurz zu überprüfen. Dann ergibt sich auch für den nur schwach talentierten Heimwerker alles wie von selbst. Man muss zehn Löcher kurz vorbohren und dann die Führung der Konstruktion mit dem Schrankboden verschrauben. Setzt man dann noch die drei Eimer ein und den Verschluss oben drauf, dann ist man fertig. Allerdings gibt es vorher ein kleines Problem, das man nur mit der Aufbauanleitung lösen kann. Für 14 Löcher in der Konstruktion stehen nur 10 Schrauben zur Verfügung. Die Funktion der vier verbleibenden Löcher bleibt rätselhaft, ebenso wie die Frage, warum das ganze Teil, auf dem der Druck lastet, wenn man die Eimer aus dem Schrank zieht, unbedingt aus Plastik sein muss.

Handelt man ängstlich und sieht sich pflichtbewusst die für Analphabeten verfasste Aufbauanleitung an, dann kommt man vielleicht etwas ins Schwitzen. Zunächst einmal wirkt sie etwas verworren und überladen, weil sie aus Kostengründen für drei Varianten dieser Konstruktion gilt. Man soll sie offensichtlich auch dazu benutzen, die Löcher zu markieren, in die später die Verschraubungen kommen. Das dürfte viel schwerer sein als einfach die Konstruktion selbst zu verwenden.

Darüber hinaus zählt diese Anleitung Teile auf, ohne dass ihre Verwendung dann erklärt wird. Die Rolle der farbigen Marken für die drei Eimer ergibt sich aber sofort, wenn man sich die Teile ansieht. Mir erschloss sich der Einbau jedenfalls erst, nachdem ich diese Anleitung beiseite gelegt hatte.


Wanderlust
Wanderlust
von Thomas Hoepker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 79,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "I have always considered myself a photojournalist.", 18. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Wanderlust (Gebundene Ausgabe)
Hoepker wollte nicht als Künstler wahrgenommen werden, sondern als Beobachter, der die Welt mit klaren Ansichten betrachtet und sie dann über seine Fotografien unaufdringlich weitergibt. Sieht man sich Hoepkers Bilder an, die auf seinen vielfältigen journalistischen Reisen entstanden, dann entdeckt man sehr schnell, dass er viel mehr als nur ein guter Fotojournalist ist. Seine Bilder zeigen den sensiblen Beobachter hinter der Kamera, der das Essentielle einer Situation mit traumwandlerischer Sicherheit erfasst und der Nachwelt erhält. Eine sehr seltene Fähigkeit, die man in diesem Bildband immer wieder bestaunen kann.

Man findet da zum Beispiel einige Bilder aus Ostdeutschland, die zwischen 1974 und 1983 entstanden. Sie sind so unglaublich typisch für diese Zeit, dass man nur staunen kann. Besonders eindrucksvoll fand ich die Aufnahme, die an einem Wintermorgen im Jahre 1969 vom Dach eines Hauses am Alexanderplatz aufgenommen worden sein muss. Man kann den Dom, das Rote Rathaus und die Marienkirche im Smoke kaum erkennen, der von den Kohleheizungen erzeugt wurde. Eine Seite vorher sieht man zwei ostberliner Kohleträger. Erinnerungen, die fast verblasst waren.

Wie jedem hervorragenden Fotografen entgehen auch Hoepker die komischen Motive nicht. Gleich am Anfang des Buches findet man ein Bild aus dem Jahre 1962, das schon etwas betagte Norwegerinnen zeigt, wie sie in gewagten Haltungen auf Kamelen die ägyptischen Pyramiden begutachten. Obwohl es komisch aussieht, erzählen auch solche Bilder immer eine Geschichte oder erfassen eine Situation so, dass das Typische an ihr deutlich zum Ausdruck kommt.

Ein Wunder ist es nicht, dass Hoepker als künstlerischer Fotograf Einzug in die Welt der Galerien und Museen gefunden hat, auch wenn er sich lange dagegen wehrte. Er überzeugt, weil er mit großer Genauigkeit erzählt. Seine Bilder brauchen kaum Erklärungen. Und genau das ist die Kunst an ihnen.


Tafiti und Ur-ur-ur-ur-ur-uropapas Goldschatz
Tafiti und Ur-ur-ur-ur-ur-uropapas Goldschatz
von Julia Boehme
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 7,95

5.0 von 5 Sternen Tafiti und die goldene Gießkanne, 18. September 2014
Nachdem Tafiti durch Zufall einen Brief seines Urahnen hinter dessen Porträt fand, macht sich Goldgräberstimmung im Erdmännchenbau breit. Ururururururopa hat doch tatsächlich irgendwo in der Gegend einen Schatz vergraben. Pinsel und Tafiti sind Feuer und Flamme und machen sich auf die Suche. Aber Ururururururopa war ein raffinierter Bursche. Statt seinen Goldklumpen irgendwo einfach zu vergraben, hat er ihn geschickt als Gebrauchsgegenstand getarnt.

Auf ihrer Schatzsuche mit Ururururururopas Karte begegnen Pinsel und Tafiti wieder einmal Mister Gogo, King Kofi und einem Nashorn. Und schließlich machen die beiden auch noch den Fehler, sich selbst einzugraben. Aber gemeinsam finden sie für all ihre Probleme wie immer eine clevere Lösung. Natürlich finden sie auch Ururururururopas Goldschatz.

Wie seine Vorgängerbände ist auch der vierte Teil dieser Reihe schön und reichhaltig illustriert. Er eignet sich sowohl zum Vorlesen als auch zum Selbstlesen für Schüler der ersten beiden Klassen.


Smart Weigh DVS150 Digitale Präzisions-Badezimmerwaage mit besonders breiter Plattform, Step-on-Technologie und LCD-Anzeige
Smart Weigh DVS150 Digitale Präzisions-Badezimmerwaage mit besonders breiter Plattform, Step-on-Technologie und LCD-Anzeige
Wird angeboten von JB Swiss
Preis: EUR 22,95

5.0 von 5 Sternen Elegant und präzise, 18. September 2014
Diese Waage sieht nicht nur gut aus, sie hat auch wenigstens drei Vorteile im Vergleich zu meinem in die Jahre gekommenen deutschen Markenprodukt. Erstens muss man nicht ewig warten, bis man sich wiegen kann, man stellt sich einfach darauf und schon geht es los. Zweitens leuchtet die Anzeige, was besonders für Menschen, die nicht mehr so scharf sehen wie früher einmal, sehr hilfreich ist. Und drittens kann man sich das Messergebnis nicht zurechtbiegen. Auch wenn man sich mehrmals hintereinander wiegt, kommt immer dasselbe Resultat heraus.

Alles in allem macht diese Waage also genau das, was ich von einem solchen Instrument erwarte. Und nebenbei sieht sie schön aus und ist sehr flach.


Wir wollen Euch scheitern sehen!: Wie die Häme unser Land zerfrisst
Wir wollen Euch scheitern sehen!: Wie die Häme unser Land zerfrisst
von Alexander Görlach
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Fisch stinkt vom Kopfe her, 16. September 2014
Der Autor dieses schmalen Buches schreibt gegen Ende: "Die Häme hat unseren sozialen Zusammenhalt zerstört, aufgefressen." Ist das tatsächlich so? In kleinen Gemeinschaften, so ist jedenfalls mein Eindruck, stimmt das überhaupt nicht. Dort haben sich die Menschen nicht so verändert, wie man nach dem Lesen dieses Textes vermuten könnte. Häme erwächst aus Neid oder Verletzungen. Neu ist das nicht. Neu sind aber die Möglichkeiten seiner Häme Ausdruck zu verleihen. Aber darum geht es in diesem Buch höchstens am Rande. Im Mittelpunkt steht der öffentliche Pranger, der besonders von den nach Skandalen suchenden Medien immer wieder neu besetzt wird.

Obwohl in diesem Buch viel Wahres steht, vermag es der Autor leider nicht, dieser neuen Entwicklung wirklich auf den Grund zu gehen. Er erkennt auch bestimmte Zusammenhänge nicht. Merkwürdigerweise vermittelt auch das Vorwort von Christian Wulff nicht den Eindruck einer tiefer gehenden Analyse. Doch gerade von Wulff müsste man doch solche Einsichten erwarten können, schließlich war er eines der prominentesten Opfer solcher medialer Vernichtungsfeldzüge. Leider muss man den Eindruck gewinnen, dass der ehemalige Bundespräsident nicht zwischen einem Mobbing unter Schülern und einer Medienkampagne unterscheiden kann. Es ist doch ein kardinaler Unterschied, ob jemand Häme gegen einen anderen Menschen verbreitet oder ob Massenmedien ganz gezielt zur Häme der Massen gegen einen Menschen anstacheln.

Ein solches Klima, in dem solche widerwärtigen Aktionen gedeihen können, muss erst einmal erzeugt werden. Leider geht der Autor auch darauf nur am Rande ein. Er fordert einen respektvollen Umgang miteinander. Was aber, wenn ein solcher Umgang von den Darstellern auf der politischen Bühne nicht vorgelebt wird, sondern das blanke Gegenteil passiert? Ein respektvoller Austausch von Ideen zur Lösung akuter Probleme findet schon lange nicht mehr statt. Vielmehr wird eine solcher Prozess ganz bewusst verhindert und durch Skandalisierungen auf einer extra dafür erfundenen Moral- und Tugendebene ersetzt. Der Autor stellt zwar solche Beispiele durchaus in den Vordergrund und nennt die entsprechenden Namen. Er sieht aber aus welchen Gründen auch immer die Methode dahinter nicht.

Das ersetzt er durch theologische oder philosophische Diskussionen und Begriffsfindungen, die zwar sicher interessant sind, aber dann nicht auf die tatsächliche Lage heruntergebrochen werden. Am Ende mündet das bei ihm dann in naiven Aufrufen an die Bürgerschaft, sich mehr engagieren und der Häme entgegenstellen soll. Das scheint jedoch gar nicht das Problem zu sein. Es hat genug Menschen aus der Mittelschicht, an die sich der Autor eigentlich wendet, gegeben, die beispielsweise die kleinkarierte und verlogene Kampagne gegen einen Bundespräsidenten durchschaut und sich angewidert abgewandt haben. Was dieses Land wirklich braucht, ist eine andere politische Kultur, in der nicht ständig ganz gezielt Neiddebatten unter dem Deckmantel einer selbstdefinierten Gerechtigkeit geführt werden, sondern die Probleme gelöst werden, die den Bürgern auf den Nägeln brennen.

Obwohl der Autor auch davon einiges benennt, leidet sein Buch etwas unter Weitschweifigkeit und Diffusität. Der Titel verspricht leider mehr als er hält. Obwohl vieles richtig benannt wird, bleibt eine eigenartige Unzufriedenheit zurück, die immer dann entsteht, wenn man hinterher auch nicht schlauer ist als vorher.


Menschenaffen wie wir: Porträts einer Verwandtschaft
Menschenaffen wie wir: Porträts einer Verwandtschaft
von Jutta Hof
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 58,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, dass auch ein Gefühl unserer tatsächlichen Verbundenheit vermittelt, 6. September 2014
Menschen und hochentwickelte Säugetiere verstehen sich nicht immer. Wir halten uns für schrecklich klug, dabei sind wir vor lauter Selbstbeweihräucherung noch nicht einmal in der Lage, die oft sehr eindeutige Körpersprache unserer Haustiere zu lesen. Blicken wir hingegen in die Gesichter von Menschenaffen, dann wird alles recht einfach. Wir glauben genau zu wissen, was sie ausdrücken. Wir sind nur entfernte Verwandte, aber ihnen doch so nah wie keinem anderen Säugetier.

In diesem mit relativ viel sehr lehrreichem Text ausgestatteten wunderbaren Bildband, wird wohl jedem Betrachter diese Nähe mehr als deutlich. Die Fotos von Jutta Hof entstanden allerdings nicht im natürlichen Umfeld der Affen, sondern in Zoos. Das erklärt die außerordentliche Vielfalt der in den Affengesichtern zu sehenden Gefühlswelt oder das, was wir aus unserer eigenen Erfahrung darin sehen oder sehen wollen. Im Dschungel wären solche Bilder nur gelungen, wenn man vom Rudel akzeptiert worden wäre.

Bereits in der Einleitung von Volker Sommer wird deutlich, dass wir immer noch Schwierigkeiten mit unserer eigenen Sichtweise auf die Tierwelt haben. Die einstige Annahme, dass es einen klaren Trennungsstrich zwischen Mensch und Tier gäbe oder geben müsse, lässt sich im Angesicht jüngerer Erkenntnisse kaum vertreten. Die Übergänge sind fließend. Das jedenfalls ist auch die Ansicht des Textautors, und diese Botschaft vermittelt sein Buch. Er empfindet eine tiefe Verbundenheit zu den Menschenaffen und kann sie auch sehr gut und vielfältig erklären. Diesen rationalen Part unterstützen die sehr einfühlsamen Fotografien auf beeindruckende Weise.


Hat sich die Wende überhaupt gelohnt?: Der große Vergleich DDR - EU
Hat sich die Wende überhaupt gelohnt?: Der große Vergleich DDR - EU
von Bernd Zeller
  Broschiert
Preis: EUR 8,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!", 5. September 2014
Dieser hochintellektuelle Satz stammt von Erich Honecker. Und er hat ihn kurz vor dem Untergang der DDR in seiner ihm eigenen Sprechweise kraftvoll aus sich herausgepresst. Damals war das Publikum noch recht erheitert, denn so ganz ernst nahm ihn wohl kaum noch einer. Aber vielleicht verfügte der gute Erich über hellseherische Fähigkeiten, die man bei ihm einfach nicht wahrhaben wollte. Auf ähnliche Gedanken muss wohl auch Bernd Zeller gekommen sein.

Zeller hat den real existierenden Sozialismus noch bewusst erlebt. Ihm wird wie vielen Ostdeutschen die Richtung, in die die Bundesrepublik marschiert, recht bekannt vorkommen. Das Wappen auf dem Cover dieses Büchleins sagt mehr als alle Worte. Innen findet man kurze satirische Vergleiche zwischen der EU und der DDR zu vielen Themen. Irgendeine systematisierende Ordnung kann man nicht erkennen. Das wäre bei Zeller auch komisch. Und schließlich geht es hier um Satire und nicht um ein Sachbuch.

Und so recht weiß man beim Lesen der kurzen Texte auch nicht, ob man in sich hineingrinsen soll oder nicht, denn man fragt sich angesichts vieler von Zeller satirisch auf den Punkt gebrachten Sachverhalte tatsächlich, ob Mark Twain nicht doch recht hatte, als er meinte, dass Geschichte sich nicht wiederholt, aber reimt. Manch einer wird hingegen gar nicht bemerken, wohin die Reise geht. Vielleicht hilft Zeller da etwas bei der Zielfindung. In Wirklichkeit geht es ihm nämlich nicht um einen Vergleich, sondern um die Richtung.

Seine Texte haben nicht immer die gleiche Qualität. Während manches die Sache wirklich genau trifft, zuckt man bei anderen Ausführungen vielleicht eher die Schultern. So richtig verstehen können diese Texte wahrscheinlich nur Leute, die im Osten aufgewachsen sind und beide Systeme kennen. Wie man sie dann findet, hängt wohl stark von den eigenen Ansichten ab.


Das Manuskript: Thriller
Das Manuskript: Thriller
von Chris Pavone
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannend, ein wenig vorhersehbar und etwas verwirrend, 2. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Manuskript: Thriller (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte klingt einfach, erweist sich aber als recht undurchsichtig. Irgendein anonymer Autor hat eine nicht autorisierte Biografie über einen einflussreichen Machtmenschen verfasst und sie der bekannten Literaturagentin Isabel Reed nicht nachverfolgbar zustellen lassen. Nun hofft er, dass es ohne sein weiteres Zutun zu einer Veröffentlichung kommt. Zunächst scheint er recht zu behalten, denn Leute, die mit Reed zusammenarbeiten, kopieren das Material zum Teil ohne ihr Wissen, andere erhalten es von ihr. Das Manuskript scheint sich unaufhaltsam seinen Weg in die Öffentlichkeit zu bahnen.

Doch das ist gewissen Kreisen eine Horrorvorstellung. Dieses Manuskript soll aus der Welt verschwinden. Und so bilden sich drei Erzählstränge: die Schicksale aller derjenigen, die dieses Manuskript kennen, die konsequenten Versuche einer dunklen und bestens ausgestatteten Gegenseite, die einzelnen Exemplare zurückzuholen und die Versuche des anonymen Verfassers, seine Lebensspuren zu tilgen. Chris Pavone verbindet diese drei Stränge zu einer komplexen Geschichte, bei der man allerdings gelegentlich die Vermutung nicht unterdrücken kann, er hätte an einigen Stellen wohl selbst etwas den Überblick verloren. Nicht nur dass er zwischen diesen drei Strängen schnell hin und her wechselt, er blickt auch oft in ihnen zurück. Und diese Zeitsprünge fördern weder den Lesefluss, noch den Durchblick des Lesers. Vielleicht ist das ja auch Absicht.

Obwohl etwa nach zwei Dritteln der Handlung der weitere Verlauf eine gewisse Vorhersehbarkeit zu erreichen scheint, bleibt dieser Thriller auch weiterhin spannend. Schließlich möchte man doch zu gerne wissen, wie die Sache ausgeht. Da es nach Lage der Dinge aber nur zwei mögliche Endpunkte gibt, wartet man auf die unerwartete Pointe. Sie kommt auch. Doch wirklich erschlossen hat sie sich mir jedenfalls nicht.

Mein Eindruck war eher, dass der Autor sich bis zu einer bestimmten Stelle vorgeschrieben hatte und dann irgendwie genau zu dem Punkt kam, wo er eine dritte und nicht offensichtliche Variante des Endes brauchte, die konsistent in die bisherige Handlung und das Verhalten der Personen passt. Sein Trick, der Hauptfigur ein Geheimnis anzudichten, das dem Leser verborgen blieb, war sicher kein schlechter Einfall. Dazu hätte er jedoch dieser Figur ein etwas anderes Verhalten zuschreiben müssen, das für den Leser erst mit dem Ende verständlich wird. Doch in diesem Thriller ist es genau anders herum: Das Ende passt an einigen Stellen nicht zum Verhalten der Isabel Reed an jenem Tag, von dem dieses Buch erzählt.

Was bleibt, ist eine spannend erzählte, aber ein wenig inkonsistente Geschichte, die auch etwas über die Abläufe im Literaturbetrieb Amerikas preisgibt.


NORDISCHES LICHT 2015: Nordsee und Ostsee
NORDISCHES LICHT 2015: Nordsee und Ostsee
von Diverse
  Spiralbindung
Preis: EUR 39,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ruhe, Rhythmus, Erhabenheit, Erinnerungen und Vorfreude, 1. September 2014
Strandspaziergänge entspannen in jeder Jahreszeit. Wenn das Meer einigermaßen ruhig ist, übertragen die ankommenden Wellen ihren gleichmäßigen Rhythmus auf uns. Gleichzeitig werden wir im Angesicht von Kraft und Größe des Wassers demütig, möglicherweise sogar ohne dass wir es bewusst wahrnehmen.

Jedes Bild dieses wunderschönen Kalenders überträgt solche Gefühle oder wenigstens eine bestimmte Erinnerung an sie. Vielleicht entsteht auch schon Vorfreude auf den nächsten Urlaub. Immer wenn ich mir die Kalenderblätter ansehe, denke ich, dass ich das schon einmal in der Wirklichkeit gesehen habe. Kein anderer Kalender mit Wasser- oder Meeresmotiven hat das bisher besser geschafft als dieser.


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