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Rezensionen verfasst von
Dr. R. Manthey
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Rückwärts
Rückwärts
von István Kerékgyártó
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Rückwärts wird die Hoffnung größer, 20. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Rückwärts (Gebundene Ausgabe)
Wenn man eine Geschichte rückwärts erzählt, dann sieht man wie Schritt für Schritt Hoffnungen und Erwartungen der Helden dieser Geschichte an die noch ungewisse Zukunft steigen. Kennt man jedoch ihre düstere Zukunft als Leser bereits, dann entfaltet sich die ganze Tragik dieser Menschen umso deutlicher. Vielleicht reizte das den Autor, seine freudlose Geschichte auf diese Weise zu erzählen.

Als Herr Vidra geboren wurde, wollte seine Mutter ihm ein besseres Leben bieten als sie es selbst hatte. Doch die Voraussetzungen waren denkbar schlecht. Mit einem pathologischen Dieb als Vater, einer hilflosen Mutter und wenig eigenen Fähigkeiten blieb Vidra nicht viel Spielraum zur Selbstbefreiung aus diesem Milieu. Während er es im sozialistischen Ungarn schon nicht weit brachte, aber dort wenigstens halbwegs aufgefangen wurde, verlor nach dem Systemwechsel immer schneller seinen Halt. Das Ende kam auf einer Parkbank, wahrscheinlich nicht ganz zufällig, aber wen interessiert schon der Tod eines Penners?

Entlang der Zeitlinie erzählt, wäre diese episodenhafte Geschichte sicher noch weniger interessant gewesen als sie es so schon ist. Denn der Autor vermag es nicht, seiner Figur wirklich Gestalt zu geben. Stattdessen richtet er sein Augenmerk mehr auf Vidras meistens tragik-komische Erlebnisse oder auf sein mehr als verunglücktes Liebesleben. Die Stärken dieser Erzählung bestehen zweifellos darin, dass der Autor es sehr gut vermag, das Milieu an den Rändern der ungarischen Gesellschaft darzustellen. Allerdings ist das nicht ganz unerwartet wenig unterhaltsam und ziemlich trostlos.


Brigitte Bardot: Eine Hommage
Brigitte Bardot: Eine Hommage
von Christian Brincourt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich hasse … jegliche Art der Freiheitsbeschränkung...", 19. Oktober 2014
Zu Beginn und am Ende dieses Brigitte Bardot aus ganzem Herzen und in Freundschaft von Christian Brincourt und seinem Sohn Marc gewidmeten Bildband findet man zwei kurze Interviews mit ihr. Dort steht auch die obige Aussage, die in ganzer Länge so lautet: "Ich hasse Dekadenz, moralische Verkommenheit, und vor allem den Verlust grundlegender Werte, und ganz besonders hasse ich die Pornografie, die sich in alle Bereiche auf heimtückische, ekelerregende Weise einschleicht. Ich hasse political correctness, jegliche Art der Freiheitsbeschränkung, sowie sämtliche Zwänge, denen wir uns unterwerfen müssen."

Die Jüngeren unter uns werden mit dem Namen Brigitte Bardot vielleicht schon überhaupt nichts mehr anfangen können. Jede Zeit hat ihre Ikonen und jede Generation seine Filmstars. Doch Brigitte Bardot war von den frühen fünfziger bis in die frühen siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts viel mehr als ein Filmstar oder die am meisten fotografierte Frau dieser Zeit. Die Hauptrolle im Kultfilm „Und immer lockt das Weib“ machte sie zum Symbol für das Aufsprengen alter Konventionen, die noch aus der Vorkriegszeit stammten. Insbesondere ihre freizügige Natürlichkeit stand in krassem Widerspruch zu den verknöcherten Vorstellungen einer zu Ende gehenden Periode.

Auf dem Höhepunkt ihrer Filmkarriere kehrte sie 1973 dieser Welt den Rücken zu und begann sich verstärkt dem Tierschutz zu widmen. Die Bardot ist bis heute ein starker, durchsetzungsfähiger und freiheitsliebender Charakter geblieben. Wenn man das nicht schon vorher wusste, dann kann man dies aus diesem Buch mitnehmen. Auf unvergleichliche Weise war Brigitte Bardot auch immer eine Ikone der Weiblichkeit. Das bringen Christian und Marc Brincourt immer wieder deutlich in ihren Bildern und Kommentaren zum Ausdruck.

Das Buch folgt selbstverständlich dem Lebensweg der Bardot, aber es ist keine Bildbiografie, sondern eher eine Würdigung dieser wunderbaren Frau, deren bisheriges langes Leben dabei in vielen Bildern punktuell an den vermeintlichen Höhepunkten nachvollzogen wird. Ein sehr schönes und vor allem persönliches Buch, dass von Brigitte Bardot autorisiert wurde.


New York Snapshots
New York Snapshots
von Carter Berg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen New York mit den Augen eines New Yorkers, 16. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: New York Snapshots (Gebundene Ausgabe)
Fotografen, die in einer bestimmten Stadt geboren wurden und dort aufwuchsen, sehen in ihr mehr als ein Besucher. Sie betrachten ihre Umgebung anders. Das scheint auf den ersten Blick keine weltbewegende Erkenntnis zu sein, doch ganz so einfach ist es eben auch nicht. Das Bekannte übersieht man schließlich auch oft, weil es eben immer da ist und man sich daran gewöhnt hat. Bei Carter Berg ist das nicht so. Wenn er durch seine Heimatstadt läuft, hat er seine Kamera stets dabei. Anders als die meisten seiner Mitmenschen befindet er sich immer auf Motivjagd.

Was dabei herausgekommen ist, kann man in diesem Bildband betrachten. Interessiert man sich nicht für das Standardbesuchsprogramm in dieser Stadt, sondern schlendert einfach auch einmal durch andere Gegenden, nimmt ihre Bilder auf, riecht ihre Gerüche, ergründet Stimmungen oder versucht den Rhythmus dieser Stadt außerhalb der zentralen Magistralen zu erspüren, dann kommt man vielleicht nach einiger Zeit zu ähnlichen Bildern. Sie berichten vom Leben dort und weniger von den Illusionen, die sonst gerne im Vordergrund stehen.

Während Carter oft Details zeigt, die man sonst gerne übersieht, etwa in der unglaublich reichhaltigen Gestaltung von Häuserfassaden, ist er dann gelegentlich vielleicht etwas zu verliebt in seine Entdeckungen. Man weiß manchmal nicht genau, in welcher Stimmung er gerade war oder was er in diesem oder jenem Bild tatsächlich sah. Der Betrachter begreift solche Botschaften vielleicht nicht immer. Eben weil er die Orte nicht kennt und viel weniger sinnliche Informationen als Carter besitzt.

Am meisten hat mich das Bild gefesselt, das den Central Park in der Mitte und an seinem Rändern die plötzlich auftauchenden Häuserschluchten zeigt. Wahrscheinlich ging das nicht nur mir so, denn dieses Bild erscheint sofort, wenn man das Buch aufschlägt und auch wenn man es wieder verlässt. Man weiß nicht, ob die Natur die Stadt erobert, ob es umgekehrt ist oder ob man sich wohl im Status quo befindet. Nirgendwo anders scheint es jedenfalls einen solch abrupten Übergang zu geben.

Leider wird man bei den meisten Bildern nicht nachvollziehen können, wo sie aufgenommen wurden, denn diese Angaben fehlen ebenso wie technische Details. Carter wollte wohl Stimmungen und besondere Sichtweisen zeigen, was ihm gut gelungen ist. Deshalb kam es ihm scheinbar mehr auf den Augenblick und ein vor seinem Auge auftauchendes Motiv als vordergründig auf den künstlerischen Gesichtspunkt an.


Lilith Parker, Band 4: Lilith Parker, und die Rache der Dämonen
Lilith Parker, Band 4: Lilith Parker, und die Rache der Dämonen
von Janine Wilk
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Die dämonische Seite der Lilith Parker, 16. Oktober 2014
Unter den Bewohnern von Bonesdale herrschen Angst, Nervosität und Uneinigkeit. Durch das Schattenportal auf der Insel können die Dämonen nach einem alten Pakt aus ihrer Welt in die der Menschen und damit auch in die der Nocturi gelangen. Sie sind auf Rache aus und verursachen Unruhe und verschiedene Katastrophen. Bei den Nocturi mehren sich die Stimmen, die in einer Sprengung des Portals den einzigen Ausweg sehen. Doch damit würden die Hexen und Zauberer unter den Bewohnern von Bonesdale ihre magische Energie verlieren.

Lilith Parker kann sich als Führerin ihres Volkes nicht entscheiden, ob sie einer nicht rückgängig zu machenden Sprengung tatsächlich zustimmen soll. Fast niemand weiß, dass sie in Wirklichkeit eine Halbdämonin ist. Sie fühlt wie die meisten Bewohner von Bonesdale, aber etwas in ihr rebelliert gegen einen endgültigen Bruch mit den Dämonen. In dieser brenzligen Situation übernehmen andere die Initiative, und Entwicklungen kommen in Gang, die letztlich Lilith ihre wahre Herkunft und Bestimmung offenbaren.

Dieser vierte Band überzeugt erneut durch Spannung, Witz und Überraschungen. Selbst für Leser, die nicht mehr zur unmittelbaren Zielgruppe gehören, vermitteln diese Geschichten noch ein unterhaltsames Lesevergnügen, immer vorausgesetzt, man interessiert sich überhaupt für das Genre. Nach einem unbedeutenden kleinen Hänger mit dem dritten Band, kommt die Haupthandlung hier wieder richtig in Bewegung. Allerdings muss man dazu die komplexe Vorgeschichte gut kennen.

Die Abenteuer des vierten und keineswegs letzten Teils werden sehr geradlinig erzählt. Es treten keine neuen Figuren auf, und die zentralen Helden erscheinen durch ein erleuchtendes Gespräch zwischen Lilith und dem Erzdämon Belial in einem neuen Licht. Man darf sich schon auf die Fortsetzung freuen.


Die Wahrscheinlichkeit des Glücks: Roman
Die Wahrscheinlichkeit des Glücks: Roman
von Gisa Klönne
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Warum lagen Glück und tiefste Erschütterungen so dicht beieinander?", 14. Oktober 2014
Aline liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Eben war sie noch glücklich, tanzte im Friedrichstadt-Palast ihren Traum als Solistin. Doch dann erhielt sie ein Geschenk ihrer dementen Großmutter Henny, stürzt erschrocken ihrer Mutter Frieda nach und wird dabei von einem Auto angefahren. Der Gegenstand des Schreckens ist ein altes, aber zerschnittenes Tuch der Großmutter.

Frieda versucht das Rätsel dieses Schreckens zu ergründen und löst dabei Schritt für Schritt Veränderungen in ihrem eigenen Leben aus, die sie sich vorher niemals ausgemalt hätte. Vielleicht wird es die Autorin nicht gerne hören, aber die Grundstruktur ihres neuen Romans erinnert etwas an seinen Vorgänger: Wieder ein Unfall, der eine ganze Familiengeschichte von hinten aufrollt. Und wieder merkt man, das Gisa Klönne auch Kriminalromane schreibt. Die Rolle des Verbrechens übernimmt hier der Unfall. Frieda ermittelt und stößt auf immer neue Rätsel, die sich erst am Ende zu einem Bild auflösen, das dann auch noch sehr überraschend erscheint.

Das Buch liest sich recht spannend, auch wenn gelegentlich Stellen vorkommen, mit denen man zunächst wenig anfangen kann. Parallel zu Friedas Familie entwickelt die Autorin nämlich mit dem Erotikschriftsteller Arno eine andere Figur, einen Gegenpol, der irgendwie überhaupt nicht in die Welt der Astrophysikerin Frieda passen will. Auch das macht sie geschickt, weil dadurch ein weiteres Stück Unklarheit erscheint, von dem man zu gerne wissen möchte, wie es mit Frieda und ihrem Familienrätsel zusammenhängt.

Ganz nebenbei fokussiert sich Gisa Klönne auch auf ein Kapitel ostdeutscher und osteuropäischer Nachkriegsgeschichte, das nicht gerne erzählt wird, aber zur Wahrheit über diese Zeit gehört. Das macht sie jedoch völlig unaufdringlich.

Klönnes Buch ist wie schon Das Lied der Stare nach dem Frost: Roman eine spannenden Familiengeschichte, die eng mit der Geschichte der Zeit verbunden ist, in der sich die Ereignisse abgespielt haben, die für die nachkommende Generation erst einmal rätselhaft erscheinen.


We the Children: 25 years UN Convention on the Rights of the Child / 25 Jahre UN-Kinderrechtskonvention
We the Children: 25 years UN Convention on the Rights of the Child / 25 Jahre UN-Kinderrechtskonvention
von Jürgen Heraeus
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dokumente des Kinderelends, 12. Oktober 2014
Vor 25 Jahren fiel nicht nur die Mauer, es wurde auch die UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet, die anschließend von den meisten Staaten unterzeichnet wurde. Inzwischen ist sicher eine Menge geschehen. Auch davon berichtet dieses Buch. Doch im Mittelpunkt steht das weit verbreitete Elend von Kindern, das man besonders in den sogenannten Entwicklungsländern vorfindet.

Nach einem Vorwort, in dem auch von Fortschritten in den letzten Jahren berichtet wird, geht es dann vor allem um Beispiele für die Nichterfüllung der UN-Kinderrechtskonvention in fast allen Punkten. Unterschiedliche Fotografen haben die vorgefundenen Schrecken vor allem in Afrika für die Weltöffentlichkeit dokumentiert. Entstanden ist so ein aufrüttelnder Bildband, bei dem Wut aufsteigt, wenn man die Fotografien betrachtet und die kurzen erklärenden Texte liest.

Man möchte sofort helfen, auch wenn das die grundsätzlichen Probleme nicht wirklich lösen würde. Denn wirtschaftliches Elend, Rückständigkeit und Kriege verschwinden als Ursachen des Elends dadurch nicht. Das in diesem Buch von UNICEF dokumentierte Leid der Kinder ist ein unverstelltes Spiegelbild für den tatsächlichen Zustand der Menschheit.


Gekaufte Journalisten
Gekaufte Journalisten
von Udo Ulfkotte
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

28 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht mehr, 12. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Gekaufte Journalisten (Gebundene Ausgabe)
Die Auflagen der sogenannten deutschen Qualitätspresse sinken unaufhaltsam. Als Leute die DDR verließen, hieß das "Abstimmung mit den Füßen". Genau wie die Oberen der DDR nicht wahrhaben wollten, was da passierte, so wollen wohl die deutschen Medienbosse und ihre Angestellten auch nicht so recht begreifen, dass es an ihnen liegt, dass ihnen die Kunden weglaufen. Sie schieben die Schuld lieber den "neuen Medien" zu. Dabei liegen die wahren Gründe doch offen auf der Hand. Man muss sich nur einmal der Folter unterziehen und sämtliche Hauptnachrichten im Fernsehen auf den verschiedenen Kanälen hintereinander anschauen. Obwohl unterschiedliche Redaktionen daran arbeiten, gleichen sich diese Sendungen sowohl im Stil als auch im Inhalt auf unfassbare Weise.

Wenn man nachvollziehen will, was da wirklich hinter den Kulissen abläuft, dann kann man mit dem Buch von Ulfkotte vieles davon sehr gut verstehen. Ulfkotte war Kriegsberichterstatter bei der FAZ, ist also ein Insider, und weiß, wovon er schreibt. Er macht mit vielen Beispielen und Namen die Gleichschaltung der deutschen Medienlandschaft an zwei Punkten fest:

(1) Journalisten werden durch Staaten und Unternehmen offensiv so vereinnahmt, dass sie hinterher nicht mehr objektiv berichten, sondern Propaganda für die machen, die sie eingeladen, herumgekutscht und beschenkt haben.

(2) Journalisten werden Mitglieder privater oder staatlicher Organisationen mit offiziell lauteren Zielen, doch in Wirklichkeit werden diese Organisationen durch die Geheimdienste gesteuert und dienen zur Vorabsprache der Berichterstattung.

Diese beiden Methoden werden im Text an zahlreichen Beispielen erläutert. Wenn man es nicht schon gewusst oder wenigstens geahnt hätte, müsste man eigentlich fassungslos sein.

Bevor Unternehmen pleite gehen, gibt es immer einen Punkt, an dem die Entwicklung unumkehrbar wird. Wenn das Vertrauen der Kunden erst einmal zerstört ist, brechen die Umsätze ein. Da die Kosten aber bleiben, muss man weiter sparen. Die Qualität sinkt dadurch weiter, was noch mehr Kunden vertreibt, bis die Spirale der Selbstzerstörung irgendwann ihren Endpunkt erreicht hat.

Diesen Punkt scheint die deutsche Qualitätspresse selbst verschuldet und völlig uneinsichtig bereits lange überschritten zu haben. Ulfkottes Buch ist der erste von drei geplanten Bänden. Man darf auf die Fortsetzung gespannt sein.


The Light Between Us
The Light Between Us
von Vincent Peters
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 98,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Mit der Kamera in die Seele blicken" ist einer der unsinnigsten Sätze der Feuilletons, 10. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: The Light Between Us (Gebundene Ausgabe)
Das steht im Vorwort von Jochen Siemens zu dieser ungewöhnlichen Porträtsammlung des deutschen Fotografen Vincent Peters. Ob diese Bilder prominenter Schauspieler und Models tatsächlich zum Nachdenken über Frauen und Männer inspirieren, wie Siemens suggeriert, sei einmal dahingestellt. Jedenfalls sehen die Männer alle sehr männlich, cool und entschlossen aus, während die Damen für die Kamera ziemlich direkt mit ihren Reizen spielen. Posen, die man wohl kaum zum ersten Mal zeigt und von denen man genau zu wissen glaubt, dass das Publikum sie sehen will.

"Wir zeigen nicht, wie die Dinge sind, sondern wie wir sind", sagt Peters und bringt damit genau auf den Punkt, was er macht. Von der Illusion befreit, dass diese Fotografien auch nur irgendetwas über die fotografierten Menschen aussagen würden, kann man sich völlig der Illusion hingegeben, die sie für das Publikum darstellen sollen. Oder man kann sich einfach nur an den Fähigkeiten des Fotografen erfreuen. Denn vom technischen Standpunkt sind dies alles einfach nur hervorragende Bilder.

Fotografiert hat Peters

Emma Watson,
Scarlett Johansson,
Courtney Love,
U2,
Gwyneth Paltrow,
Violante Placido,
Louise Grinberg,
Milla Jovovich,
Laetitia Casta,
Matt Dillon,
Cindy Crawford,
Cameron Diaz,
Clive Owen,
Natalia Vodianova,
Haley Bennett,
John Slattery,
Edward Burns,
Kim Basinger,
David Beckham,
Alexander McQueen,
Hilary Swank,
January Jones,
Amy Adams,
Mickey Rourke,
Christina Aguilera,
Jessica Biel,
Margareth Made,
Christian Bale,
Kylie Minogue,
Jon Hamm,
Yvonne Catterfeld,
Angelina Jolie,
Charlize Theron (Cover),
Michael Fassbender,
Mia Kirshner,
Maggie Gyllenhaal,
John Malkovich,
Gemma Arterton,
Rosamund Pike und
Monica Bellucci.

Bei einigen dieser Stars entstanden ganze Serien von Bildern, bei anderen nur ein einziges. Es überwiegen, wie bei Porträts nicht unüblich, die Schwarz-weiß-Fotografien.


Die vergessenen Mädchen: Kriminalroman
Die vergessenen Mädchen: Kriminalroman
von Sara Blædel
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Allein sein war auch nicht gut. Schon gar nicht für den, der zurückblieb.", 8. Oktober 2014
Vor einer Woche hatte Louise Rick die fachliche Leitung der neugegründeten Sondereinheit der Kopenhagener Vermisstenstelle übernommen und etwas blauäugig ihren sicheren Job bei der Mordkommission aufgegeben. Niemand wusste, ob diese Einheit lange Bestand haben würde.

Da wird eine Frauenleiche in einem Waldstück entdeckt, das Louise bestens kennt, weil sie in der Gegend aufwuchs. Eigentlich gehört dieser Fall überhaupt nicht zu ihrem Aufgabengebiet, denn niemand vermisst diese Frau. Und offenbar liegt auch kein Gewaltverbrechen vor, denn die Tote scheint erst vor kurzem hier verunglückt zu sein.

Doch dann finden die Ermittler heraus, dass die Frau eigentlich schon vor 30 Jahren in einem dänischen Irrenhaus an einer Lungenentzündung verstorben sein soll. Kurz darauf wird ganz in der Nähe eine Frau brutal vergewaltigt und ermordet. Hängen diese Ereignisse zusammen, und lassen sich auch frühere ungeklärte Todesfälle in diesem Waldstück in ein gemeinsames Bild bringen?

Aus dieser verworrenen Ausgangslage heraus erzählt die Autorin eine spannende und sehr geradlinig vorgetragene Geschichte tragischer Verwicklungen, die zu einer Zeit begann, als man geistig zurückgebliebene Menschen in Dänemark von ihren Verwandten trennte und für immer wegsperrte. Sie entwickelt daraus einen klassischen Kriminalroman, der auch in ländliche Strukturen eintaucht, in denen ihre Hauptfigur, Louise Rick, aufwuchs und in denen ihre erste wirkliche Liebe auf für sie unbegreifliche Weise scheiterte.

So sonderbar diese Geschichte auch zunächst klingen mag, so glaubhaft ist sie, wenn man sich an ihren Ausgangspunkt stellt und diese Situation als gegeben annimmt. Das ist für einen Kriminalroman vielleicht etwas ungewöhnlich, ebenso wie die völlig unaufdringlich vorgebrachte Schilderung aus heutiger Sicht unhaltbarer Zustände in dänischen Anstalten.

Zwar kaut man sich beim Lesen nicht die Fingernägel vor Spannung ab, dennoch aber fesselt die Handlung, weil sich die Rätsel wirklich erst gegen Ende zu einer Lösung entschlüsseln.


Das Ende der Sicherheit: Warum die Polizei uns nicht mehr schützen kann
Das Ende der Sicherheit: Warum die Polizei uns nicht mehr schützen kann
von Franz Solms-Laubach
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine ungewöhnlich ehrliche Tatsachenschilderung mit partieller Verwirrung, 6. Oktober 2014
Beim Lesen dieses die Wirklichkeit ungewohnt ehrlich beschreibenden Textes fragt man sich dennoch an vielen Stellen, warum es der Autor nicht vermag, seine Gedanken konsequent zu Ende zu führen. Ungeachtet dessen lohnt das Lesen dieses Buches, weil es wenigstens die brennenden Probleme klar benennt. Dabei geht es um die quantitativ und qualitativ zunehmenden Gewalt- und Eigentumsdelikte, die Teile der deutschen Bevölkerung ängstigen, weil sie miterleben müssen, wie sie zunehmend schutzlos den Tätern ausgeliefert sind.

Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft und eigentlich immer ein Mann klarer Worte, schreibt in seinem kurzen Vorwort den verwirrenden Satz: "Weil der Staat seinem Schutzauftrag gegenüber der Bevölkerung nicht mehr nachkommt, schlägt der Polizei im täglichen Dienst oft Staatsverachtung entgegen, die sich nicht selten in brutalen Angriffen auf die Einsatzkräfte entlädt." Was Wendt zu diesem Satz gebracht hat, bleibt rätselhaft, denn die Logik seines Schlusses ist einfach falsch.

Die deutsche Bevölkerung neigt weder zu Staatsverachtung, noch zu brutalen Angriffen auf ihre Polizei. Sie wünscht sich im Gegenteil mehr alltägliche Präsenz der Ordnungshüter. Angegriffen wird die Polizei von gewissen Minderheiten, vor denen der deutsche Staat aus den verschiedensten Gründen kapituliert hat. Leider findet man dazu in diesem Buch kaum eine wirklich griffige Analyse.

Dafür werden allerdings die tatsächlichen Zustände eindrucksvoll und ehrlich beschrieben. Durch politische Entscheidungen (etwa die Flüchtlingspolitik oder die Aufnahme Bulgariens und Rumäniens in den Schengenraum) werden Probleme erzeugt, die mit polizeilichen Maßnahmen sowieso nicht zu lösen sind. Als Zugabe wird die Polizei auch noch geschwächt, sowohl personell als auch in ihrer technischen Ausrüstung, und nicht zuletzt durch den fehlenden Rückhalt bei weiten Teilen der politischen Parteien. Und während der Staat sehenden Auges versagt, schlägt er gleichzeitig seinen Bürgern vor, dass sie sich gefälligst selbst besser schützen sollen.

Das Buch besitzt vier Kapitel (Wo stehen wir gerade?, Die Polizeiarbeit aus der Innensicht, Woher kommt die Gewalt?, Was sich ändern muss). Es würde den Rahmen einer Rezension sprengen, wenn man auf die konkreten Inhalte der einzelnen Kapitel eingehen würde. Man findet dort das, was jedem, der mit offenen Augen durch Deutschland geht, nicht unbekannt sein dürfte. Dennoch führt die konzentrierte Darstellung dieser mehr oder weniger bekannten Sachverhalte zu einem Bild, das entweder wütend macht oder verängstigt.

Bei aller Zustimmung zu dieser ehrlichen Darstellung kann man dennoch nicht umhin, gewisse Defizite festzustellen. So blendet der Autor bei den politischen Extremisten eine Sorte vollständig aus, die sich besonders gerne mit der Polizei prügelt. Beim eigentlich recht wahrheitsnah dargestellten Problem des "gewaltbereiten Islamismus" zeigt sich dennoch eine merkwürdige Naivität und Inkonsequenz, ganz abgesehen davon, dass der Autor keine Antwort auf seine Frage vorweisen kann, wie man diesen Leuten begegnen soll.

Das setzt sich leider im letzten Kapitel fort. Videoüberwachung, Vorratsdatenspeicherung, bessere Ausrüstung und ein besseres Selbstbild der Polizei sind vielleicht partiell hilfreich, aber letztlich im Hinblick auf die entstandene Situation naiv und in Wirklichkeit ablenkend, weil sie keines der vorher beschrieben Probleme ursächlich lösen.


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