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Rezensionen verfasst von
Dr. R. Manthey
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STERNZEIT 2015: Startime - Die Zeitreise der modernen Astronomie.
STERNZEIT 2015: Startime - Die Zeitreise der modernen Astronomie.
von Diverse
  Spiralbindung
Preis: EUR 44,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierende Bilder des Unvorstellbaren, 18. August 2014
Menschen haben bisher die nähere Umgebung der Erde, zu der auch der Mond zählt, nicht verlassen können. Unsere Vorstellungskraft reicht gewöhnlich nicht aus, um uns die Kräfte vorstellen zu können, die in den Weiten des Universums herrschen. Selbst wenn wir auf die faszinierenden Bilder dieses Kalenders schauen, haben wir vielleicht auch nur den Eindruck von Fiktionen aus Filmen oder staunen über die Formen und Farben auf diesen Bildern. Allein die räumlichen Dimensionen, die hier abgelichtet sind, sprengen unser Vorstellungsvermögen, ganz abgesehen davon, dass wir hier immer in eine weit zurückliegende Vergangenheit schauen.

Selbst das Cover-Bild (November 2015) erscheint unwirklich. Aber es zeigt den Saturn, wie er die Sonne verdeckt. Aufgenommen wurde dieses Bild von der Raumsonde Cassini. Irgendwo soll man die sieben Monde des Saturn sehen. Aber sie sind nur kleine Pünktchen auf diesem Bild ebenso wie die inneren Planeten, die man auch entdecken kann, wenn man denn weiß, wo sie sind. Wir glauben immer gern an unsere Kraft und Größe. Aber angesichts solcher Dimensionen allein in unserem Planetensystem erscheint das geradezu als lächerlich. Die meisten anderen Bilder in diesem Kalender zeigen entweder riesige Gaswolken, aus denen Sterne entstehen oder das Ende einstmals energiegeladener Sonnen. Das alles sind Schauspiele, die sich in Zeitabläufen darstellen, die ebenso unvorstellbar sind, wie die Kräfte, die dabei wirken.

Das ist ein Kalender, der wunderschöne Bilder enthält, die sonst nur Astronomen zu sehen bekommen und die Teile des Universums zeigen, in die wohl nie ein Mensch gelangen wird. Und wenn doch, wird es dort ganz anders aussehen. Ein toller Kalender für Menschen, die sich für die Weiten des Kosmos interessieren.


Im großen Krieg: Leben und Sterben des Leutnants Fritz Rümmelein
Im großen Krieg: Leben und Sterben des Leutnants Fritz Rümmelein
von Ralf Georg Reuth
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ein Leutnant steht für eine ganze Generation", 17. August 2014
Ob das tatsächlich stimmt, mag ich nicht beurteilen. Wir können uns heute kaum noch in die Lage der damaligen Jugend versetzen. Aber an Hand dieses Buches kann man immerhin die ganze tragische Entwicklung an einem Einzelfall verfolgen. Dieses Buch schildert die Erlebnis des Holzhändlersohnes Fritz Rümmelein aus Zwiesel, der sich freiwillig und siegessicher bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges zur Truppe meldet. Da er ein Elite-Gymnasium besucht hatte, auf dem er allerdings nicht glücklich wurde, wird er schnell zum Leutnant der Reserve ernannt.

Rümmelein fotografierte neben seinem Dienst im Feld extrem viel, was für die damaligen Verhältnisse sicher ziemlich selten war. Neben diesen Fotografien sind seine Feldpostbriefe erhalten geblieben. Und diese Dokumente machen das Buch einzigartig, wenngleich ich mir vor dem Lesen eine noch stärkere persönliche Note erhofft hatte. Rümmeleins Schicksal endet tragisch. Nur wenige Tage vor Kriegsende erwischt ihn eine Granate bei einer Erkundung. Fritz Rümmelein stirbt als "Ritter des Ordens Pour le merite" hochdekoriert.

Das Buch lebt von den verwendeten persönlichen Dokumenten, aus denen der Autor Rümmeleins Weg in diesem Krieg in Wort und Bild nacherzählt. Dabei zitiert er aus der Feldpost des Leutnants und zeichnet die Frontverläufe und das von Rümmelein erlebte Kriegsgeschehen nach. Dieser Text wird allerdings sehr oft von allgemeinen Ausführungen zu bestimmten Themen unterbrochen, die den Krieg und die historischen Abläufe betreffen.

Natürlich durchlebte Rümmelein als Offizier den Krieg ganz anders als ein einfacher Soldat. Das wird zwar im Text nicht besonders thematisiert, man sieht es jedoch allein schon an den Bildern und merkt es erst recht an seinen Schilderungen. Vielleicht überrascht es auch manchen Leser, dass Krieg nicht immer bedeutet, dass man ständig im Graben hockt. Leider muss man schon etwas genauer hinsehen, um solche Dinge zu bemerken, weil doch immer wieder das große Geschehen und die politisch-militärischen Entwicklungen im Mittelpunkt des Buches stehen.

Immerhin aber kann man nachvollziehen, wie sich Rümmeleins Stimmungslage veränderte. Anfangs hatte er noch 1871 und den großen Sieg vor Augen. Doch ohne dass diese Generation das in ihren Auswirkungen anfangs wirklich verstand, hatte sich inzwischen die Technik der Kriegsführung dramatisch geändert. Zwar war noch das Pferd die Haupthilfe beim Transport von Menschen und Material, aber besonders in den beiden letzten Jahren wurde die neue Waffentechnik kriegsentscheidend. Flugzeuge und gepanzerte Fahrzeuge griffen in die Kriegshandlungen ein. Giftgas kam zum Einsatz. Dieser Krieg sprengte jede vorher gekannte Dimension. Und am Ende war Rümmeleins anfängliche Euphorie einem Fatalismus gewichen, der in der jahrelangen Dauerzermürbung geboren wurde.

Dieses Buch zeichnet sich dadurch aus, dass es den Weg eines Menschen in diesem für Deutschland und Europa katastrophalen Krieg nachvollzieht. Das macht es sehr ungewöhnlich. Schließlich zeigt es nämlich auch, dass man zwar hinterher immer sehr schlau über solche Ereignisse reden kann, dass man als Zeitgenosse kaum eine wirkliche Chance hat, dem Drama zu entgehen, selbst wenn man es, anders als Rümmelein, richtig begreifen würde.

Man darf allerdings auch von den Dokumenten Rümmeleins nicht übermäßig viel wirklichkeitsnahe Schilderungen erwarten. Es war nicht die Sache eines Offiziers, solche Beschreibungen in Feldpostbriefen abzuliefern. Und schon gar nicht wollte er seine Zurückgebliebenen verängstigen. Der Krieg und sein Verlauf im Westen erhält jedoch mit Rümmelein ein Gesicht. Und dadurch kann vieles vielleicht besser verstehen als durch einen das große Ganze beschreibenden Bericht.


Das Programm
Das Programm
von V. S. Gerling
  Broschiert
Preis: EUR 14,80

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Du Monster! Du gottverfluchtes Monster!", 15. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Programm (Broschiert)
Eine Frau wird grausam ermordet. Bald folgen weitere Fälle nach dem gleichen Drehbuch in anderen Städten. Außer den wiederkehrenden Mustern bei diesen Hinrichtungen können die Ermittler vom BKA zunächst keine anderen Zusammenhänge erkennen. Doch dann stoßen sie auf eine Spur: Mehrere Opfer zahlten Beiträge an eine dubiose Esoterik-Sekte, die ihren Anhängern eine Steigerung des geistigen Potentials verspricht. Was Nicolas Eichborn und seine Partnerin dann nach und nach herausfinden, können sie kaum glauben.

Es ist nicht nur unvorstellbar, sondern auch ein Politikum. Und es hat leider auch einen realen Hintergrund, den man allerdings nie so richtig herausfinden wird. Die sich öffnenden Abgründe wären zu tief, um sie einer irritierten Öffentlichkeit zu zeigen. Der ungeheuerliche Bruch mit allen öffentlich verkündeten Werten würde alles ins Wanken bringen. Denn hier kann man sich nicht mehr mit fehlgeleiteten Einzeltätern herausreden. Hier geht es um ein geheimes staatliches Programm, das es in irgendeiner ähnlichen Form wirklich gegeben hat.

Das allein wäre schon spannend genug. Doch Gerlings Thriller lebt nicht nur davon, sondern auch von der Art, wie er die Handlung entwickelt. Vor allem aber ist ihm mit der Figur des Nicolas Eichborn ein echter Volltreffer gelungen. Eichborn ist eigentlich Zielfander beim BKA, ein Einzelgänger, der seinem Instinkt vertraut und gut vernetzt ist. Auch in andere Dienste. Über Eichborns immer wieder überraschenden und voll ins Schwarze treffenden Sarkasmus und seinen spontanen Wortwitz muss man einfach an vielen Stellen grinsen.

Das Buch ist sehr unterhaltsam, wunderbar flüssig und spannend geschrieben, sodass man seinen nicht unerheblichen Umfang kaum spürt. Nur am Ende sind offenbar die Pferde mit dem Autor etwas durchgegangen. Er zieht dann für mich etwas unnötig den Überraschungsjoker und bringt damit die innere Logik dieser Figur ins Wanken. Da das aber erst auf den letzten paar Seiten passiert, stört es den sehr guten Eindruck nicht mehr wirklich. Für mich war dieses Werk nicht nur eine Leseabwechslung, sondern auch eine echte Überraschung.


Lunartec Stirnlampe \"IPX-4000 Zoom\", 1 Watt Premium-LED von OSRAM
Lunartec Stirnlampe \"IPX-4000 Zoom\", 1 Watt Premium-LED von OSRAM
Wird angeboten von Planet Caro
Preis: EUR 24,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Lampe ist gut, der Tragekomfort schlecht, 13. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bereits als ich diese Lampe nur zum Testen trug (eigentlich war sie für ein kleines Mädchen vorgesehen), fiel mir auf, dass das Gummiband, das sie am Kopf hält, selbst in der weitesten Einstellung erheblich drückt. Nach einiger Zeit bekam ich Kopfschmerzen. Ich würde sie aus diesem Grund für mich nicht kaufen, obwohl sie für Erwachsene hergestellt wurde. Selbst wenn man einen kleinen Kopf besitzt, sollte man entweder etwas über längere Haare ziehen oder einen Helm aufsetzen, ansonsten gibt es wohl hinterher garantiert Frisurprobleme.

Die Lampe selbst ist völlig in Ordnung und erfüllt ihren Zweck sehr gut. Wozu man allerdings das Blinklicht nutzen soll, ist mir auch nach einigem Überlegen nicht klar geworden.


Sommer auf dem Sonnenhof
Sommer auf dem Sonnenhof
von Annette Moser
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fröhliches Landleben II, 13. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Sommer auf dem Sonnenhof (Gebundene Ausgabe)
Dieser zweite Teil der Sonnenhof-Reihe unterscheidet sich in der grundsätzlichen Anlage nicht vom ersten Teil. Die Handlung hat keine wesentlichen Höhepunkte. Vielmehr wird einfach erzählt, was die Kinder der drei Familien auf dem Sonnenhof im Sommer auf dem Lande so alles machen.

Erst zieht sich Timos Kater einen Splitter ein, dann kommen ehemalige spießige Nachbarn von Theresa rein zufällig zu Besuch und erleben ihr blaues Wunder, dann wird gezeltet und für ein Theaterstück geprobt, dessen Inhalt sich erst im Laufe des weiteren Geschehens ergibt. Denn Ferdinand kehrt in die alte Mühle zurück. Früher liebte er die Oma aus dem Sonnenhof, doch schnappte sie ihm Opa weg, obwohl er Ferdinands bester Freund war. Ferdinand zog traurig nach Spanien. Und nun, wo er wieder da ist, wird Opa erst einmal nervös. Ob das ein spannendes Thema für zehnjährige Kinder ist, bleibt abzuwarten.

Beide Bände sind vielleicht etwas zu gleichförmig unspannend und nahezu konfliktfrei. Immerhin aber vermitteln sie eine ungestörte kindliche Landidylle. Die Rezepte und Bastelanleitungen des ersten Teiles haben mich mehr überzeugt.


Die Würde ist antastbar: Essays
Die Würde ist antastbar: Essays
von Ferdinand von Schirach
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten.", 12. August 2014
Diese bemerkenswert unchristliche Äußerung stammt von der vorgeblichen Christin Angela Merkel und wird von Ferdinand von Schirach im ersten Essay dieses kleinen Bandes zitiert. Eigentlich geht es dort um Demokratie und Terrorismus, doch Merkels gedankenloser Satz lenkt auf das wirkliche Thema des Autors, nämlich das Festlegen, Beschreiben und Diskutieren von Grenzlinien, deren Überschreiten grundlegende Konventionen innerhalb unserer Gesellschaft nachhaltig verändern würde.

Man findet in diesem Buch viele sehr kluge Gedankengänge, ebenso aber auch ähnlich ungewollt entlarvende Sätze, wie den von Angela Merkel. Alle Essays des Bandes sind bereits im "Spiegel" erschienen.

Darf man ein Passagierflugzeug abschießen, wenn es zu einem Terroranschlag benutzt werden könnte? Durfte man dem Kindesentführer Gäfgen Folter androhen, um sein Opfer zu finden als man noch Hoffnung hatte? Muss die Staatsanwaltschaft ihre Aufgaben nicht ohne Parteinahme erfüllen, und warum tut sie das neuerdings oft nicht mehr? Müssen Kinderschänder nach dem Absitzen ihrer Strafe wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden? Brauchen wir tatsächlich eine Frauenquote? Ist ein generelles Rauchverbot nicht eine Diskriminierung? Muss man Volksentscheide ablehnen, wenn man nicht an die Schwarmintelligenz glaubt?

Solchen Fragen geht von Schirach in diesem Buch nach. Ganz nebenbei beantwortet er auch, warum er nicht gerne von seinem Großvater redet, dessen Name zumindest den etwas Älteren noch bekannt sein dürfte. Darüber hinaus äußert sich der Autor zum Kachelmann-Prozess, zur Sicherungsverwahrung und zu einigen anderen nicht ganz so aufregenden Punkten.

Man muss von Schirach nicht unbedingt in allen seinen Ausführungen zustimmen und kann seine Gedanken und seine Texte dennoch begrüßen. Jedenfalls erging es mir so, zumal er seine Leser gut und klar durch seine Gedankenwelt zu führen vermag.

Vielleicht weiß er mehr als der gewöhnliche Beobachter des Kachelmann-Schauprozesses, denn er kann sich eine indirekte moralische Verurteilung des ehemaligen Angeklagten nicht verkneifen: "Die Frau wurde über Jahre seelisch zugrunde gerichtet, sie tat nach und nach, was von ihr sexuell verlangt wurde. Und auch wenn es freiwillig war, es ist keine Frage: Kachelmanns moralische Schuld wiegt schwer." Dabei geht es von Schirach in diesem Essay eigentlich um die Schwierigkeiten in einem Strafprozess und insbesondere um die Frage, was dort "Wahrheit" ist.

Sein Essay zur Gäfgen-Menschrechtsklage wegen einer tatsächlichen Folterandrohung arbeitet sich beharrlich zu den Folgen einer solchen Grenzüberschreitung vor und beschreibt sie sehr treffend. Bei dieser Gelegenheit kommt von Schirach auch zur sogenannten Schwarmintelligenz des Volkes, an die er nicht zu glauben vermag, weswegen er Volksentscheide grundsätzlich ablehnt. Das Volk hätte im Fall Gäfgen falsch entschieden, argumentiert der Autor, womit er wohl recht haben wird, denn es würde wahrscheinlich nur diesen Fall sehen und nicht den Türöffner zu einer anderen Welt, in die die meisten wohl nicht eintreten wollen würden, wenn ihnen klar sein würde, was sie dort erwarten könnte.

Wer hingegen aus Prinzip Volksentscheide ablehnt, weil er nicht an die Schwarmintelligenz des Volkes glaubt, es also klarer ausgedrückt für zu dumm hält, um komplexe Fragen zu entscheiden, der muss sich dann natürlich fragen lassen, wie es denn eigentlich mit der Schwarmintelligenz einer selbsternannten Elite aussieht, die in Wirklichkeit anstelle des Volkes regiert. Demokratie müsse nach von Schirach nicht nur die Meinung der Mehrheit durchsetzen, sondern vor allem auch die Rechte von Minderheiten schützen. Ist es aber nicht so, dass diese Parteien-Demokratie, die er bevorzugt, ein Widerspruch in sich ist, weil eine Minderheit der Mehrheit ihren Willen aufdrückt? Und dass ein Teil dieser Mehrheit einfach an einem solchen Possenspiel nicht mehr teilhaben will und deshalb Wahlen boykottiert, weil die da oben doch sowieso machen, was sie wollen? Davon jedenfalls steht nichts in diesem Text.

Interessanterweise gibt es in diesem Buch auch einen Essay zur Frauenquote, die von Schirach freudig erregt begrüßt. Wird an dieser Stelle nicht ein komplexes Problem mit einer einfachen Verordnungsstrategie zu lösen versucht? Eine Frauenquote, die übrigens auch von vielen Frauen, die davon profitieren würden, abgelehnt wird, torpediert das von den meisten Menschen akzeptierte Leistungsprinzip. Sie greift darüber hinaus unter anderem in die unternehmerische Freiheit ein, die auch ein allgemein akzeptiertes und grundlegendes Prinzip ist. Eigentlich müsste doch ein so kluger Mensch wie der Autor auch darauf kommen, dass das Opfern solcher grundlegenden Prinzipien nicht ohne nachhaltige Folgen bleiben wird. Ist das nicht auch eine Grenzüberschreitung?

Am Rande sollte vielleicht nicht unerwähnt bleiben, dass von der Seite, von der Forderungen nach einer Frauenquote kommen, auch dem Islam widerspruchslos die Tür geöffnet wird, obwohl dort völlig gegensätzliche Auffassungen vertreten werden. Man darf wirklich gespannt sein, wie sich dieser Widerspruch in Zukunft auflösen wird. Bis dahin werden sich aber noch einige männliche Kandidaten des wissenschaftlichen Mittelstandes mit dem Gedanken einer Geschlechtsumwandlung und anschließender Selbstverstümmelung befassen, um vielleicht so besser an eine der wenigen unbefristeten Stellen an einer Universität zu gelangen, zu denen sie trotz hervorragender Leistungen quotentechnisch leider nicht geeignet sind. Dass man mit einer verordneten Abschaffung einer scheinbaren Ungerechtigkeit neue Ungerechtigkeiten erzeugt, kommt dem Autor leider nicht in den Sinn. Aber das Gesetz der ungewollten Folgen wirkt unerbittlich, auch wenn man es beharrlich ignoriert.

Auch wenn von Schirach bei einigen der von ihm diskutierten Grenzfragen einen Teil der komplexen Probleme oder bestimmte Folgen vermeintlicher Lösungen aus welchen Gründen auch immer einfach ausblendet, so sind andere Gedankengänge wirklich brillant, insbesondere dann, wenn sie sein Fachgebiet betreffen. Deshalb ist dieses Buch eine durchaus empfehlenswerte Lektüre, auch wenn man bei manchen Ausführungen ganz anderer Meinung sein kann.


Lotte und Goldstück
Lotte und Goldstück
von Pippa Young
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 7,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Darf man schwindeln, wenn man gute Gründe hat?, 11. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Lotte und Goldstück (Gebundene Ausgabe)
Um diese Frage geht es im dritten Band dieser Ponyhof-Reihe für kleine Mädchen. Lotte besitzt einen kleinen Palomino-Wallach mit dem bezeichnenden Namen Goldstück, der auch auf dem Ponyhof Apfelblüte untergebracht ist. Ihre Eltern erwarten wieder Nachwuchs und können sich das Pony dann nicht mehr leisten.

Für ein Kinderbuch ist das ein recht harter Konflikt, weil sich Lotte wegen ihrer neuen Geschwister von Goldstück trennen muss, an dem sie sehr hängt. Aber diese Reihe zeichnet sich eben dadurch aus, dass sie lebensnäher ist als manches andere Kinderbuch, das sich mit Pferden befasst. Das betrifft übrigens auch das grundlegende Thema. Hier wird mehr auf die Tiere, ihre Pflege und spezielle Dinge beim Reiten eingegangen.

Die anderen Mädchen sehen, wie nahe Lotte der baldige Verlust ihres Ponys geht und versuchen, den Verkauf zu sabotieren, in dem sie Märchen über das Verhalten von Goldstück erfinden, die zukünftige Reiter oder Besitzer abschrecken sollen. Ist das aber ein Grund, um zu lügen? Obwohl sich am Ende natürlich eine für alle Seiten erträgliche Lösung des Konflikts ergibt, müssen sich die kleinen Leserinnen mit dem Thema Schwindeln auseinandersetzen.

Das Buch eignet sich für Schülerinnen der zweiten bis vierten Klasse hervorragend zum Selbstlesen. Man kann jeden Band auch ohne Kenntnisse der Vorgänger lesen.


Sigma Radcomputer Bc 5.12, schwarz, 05120
Sigma Radcomputer Bc 5.12, schwarz, 05120
Preis: EUR 11,89

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekt!, 10. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wir leben in einer Zeit, in der manche Anbieter alles, was machbar ist, auch in ihre Geräte hineinstecken. Von einem Fahrradcomputer will man eigentlich nur wissen wie schnell man fährt, wie viele Kilometer man gefahren ist (heute und überhaupt) und in welcher Zeit.

Das alles liefert dieses wunderbar einfache Gerät, das zu dem auch noch leicht ablesbar und leicht zu montieren ist. Wir haben es für ein Kinderfahrrad benötigt. Dabei gab es nur eine Schwierigkeit: die Reifengröße war nicht gespeichert. Aber da hilft eine einfache Messung des Radumfanges durch Fortbewegen des Rades mit einer vorher aufgemalten Markierung bis zu einer Umdrehung. Diesen Wert kann man dann benutzen.

Ein hervorragendes Gerät, das wieder einmal beweist, das weniger unnützes Zeug einen echten Mehrwert schafft, denn wenn alles da ist, was man braucht, und Montage und Handhabung einfach sind, dann schont man seine Nerven und spart man Zeit fürs Wesentliche.


Wasserspiegel 2015
Wasserspiegel 2015
Preis: EUR 39,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stimmungsvoll, 7. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Wasserspiegel 2015 (Kalender)
Dass man solche Bilder nur findet, wenn Licht, Wind und Wasser in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen, mag für Fotografen interessant und wichtig sein. Der Betrachter dieses wunderschönen Kalenders sieht nur das Ergebnis. Und das strahlt in jedem Bild genau die Ruhe und Stille aus, die beim Fotografieren der Motive wirklich geherrscht hat.

Man kann sich die einzelnen Monatsbilder auf dieser Plattform ansehen. Im Kalender selbst wirken sie schon wegen ihrer Größe und Tiefenschärfe noch viel besser. Von ihnen geht etwas Majestätisches aus. Da man solche Bilder nur kurz nach Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang erhält, transportieren sie genau die mit diesen Zeitpunkten verbundene ruhige Stimmung.

Vielleicht hilft das Aufgehen in solche Bilder, wenn man zur Ruhe kommen möchte


Garbo, der Spion: Das Geheimnis des D-Day
Garbo, der Spion: Das Geheimnis des D-Day
von Arne Molfenter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich sehe was, was du nicht siehst ..., 6. August 2014
Wenn sie nicht durch Dokumente und Personen belegt wäre, würde man diese Geschichte nicht glauben:

Ein wenig erfolgreicher spanischer Hühnerzüchter versucht sich im 2. Weltkrieg dem britischen Geheimdienst in Madrid als Spion anzudienen. Er wird erst gar nicht zu den richtigen Leuten vorgelassen. Also versucht er es auf der anderen Seite bei den Deutschen. Die sind zunächst auch skeptisch, beißen aber dann aber zögernd an. Der Hühnerzüchter gibt an, nach England auswandern und dort Informationen einholen zu wollen. Das tut er aber zunächst nicht, sondern verkriecht sich irgendwo in Portugal. Von dort aus erfindet er irgendwelche Geschichten, so zum Beispiel, dass ein britischer Geleitzug von der Insel aus nach Malta unterwegs sei. Niemand in der deutschen Marine findet diese Schiffe, aber man glaubt dem vorgeblichen Spion dennoch weiter.

Inzwischen ist die britische Abwehr auf diesen merkwürdigen Typen aufmerksam geworden. Enigma war bereits entschlüsselt, und man konnte mitlesen, was für Märchen die Deutschen glaubten. Das war so unfassbar, dass man diesen Komiker zu suchen begann und ihn schließlich fand. Wegen seines schauspielerischen Talents verlieh man ihm den Decknamen "Garbo", verfrachtet ihn nach London und band ihn in eine kaum zu glaubende Desinformationskampagne der britischen Geheimdienste MI5 und MI6 ein. Diese Geheimdienste schufen eine Gruppe, die alle Doppelagenten des Kriegsgegners führte und damit die Deutschen völlig in die Irre laufen ließ. Insbesondere erreichten die Briten dadurch, dass Ort und Zeitpunkt der alliierten Landung in Frankreich nicht von den Deutschen vorausgesehen werden konnten.

Die Geschichte des Hühnerzüchters und dieser schier unglaublichen komplexen Irreführung wird in diesem Buch recht detailliert erzählt. Man fragt sich dabei immer wieder, warum das alles funktionierte. Saßen in der deutschen Spionageabwehr nur Vollpfosten? Leider geht der Autor dieses lesenswerten Buches dieser wirklich interessanten Frage nur beiläufig nach. Erst am Ende versucht er sich mit einigen Erklärungen.

Eine davon besteht in der Arroganz, zu glauben, dass die deutsche Verschlüsselungstechnik niemals zu knacken sei. Das wiederum führte zu Fehlern in den Mitteilungen, etwa zu ständig gleichen Sätzen zu Beginn, aus denen man leicht die Tagesverschlüsselung entnehmen konnte, wenn man das System erst einmal verstanden hatte.

Eine zweite (und wohl die wesentlichere) Erklärung besteht in der Tatsache, dass man einfach keine ausreichend große Zahl von Agenten in England besaß und man auch nicht mehr die Zuverlässigkeit der vorhandenen Spione testen konnte. Und drittens mussten die Agentenführer liefern, sonst wären sie ihren Posten losgeworden. Einem dubiosen Hühnerzüchter kritiklos zu einem der Hauptinformanten der deutschen Militärführung zu machen, zeugt darüber hinaus von Zerfallserscheinungen und fehlender Motivation im System der deutschen Spionage dieser Zeit.

Der Text liest sich ausgezeichnet und lebt davon, dass man das Geschehen eigentlich gar nicht glauben kann. Natürlich wurde der dubiose Hühnerzüchter am Ende zum Helden erklärt und vom englischen Königshaus empfangen. Die wahren Genies saßen aber beim britischen Geheimdienst, denn ein komplexes System von zahlreichen Doppelagenten zu leiten, war keine einfache Aufgabe. Der Hühnerzüchter hingegen lebte gefahrlos im Warmen und hatte allenfalls Ärger mit seiner liebestollen und hysterischen Angetrauten, die beinahe die Weltgeschichte verändert hätte. Über des Hühnerzüchters Motive lässt sich der Autor dagegen weniger aus. Man muss allerdings zu dem Schluss kommen, dass sie rein finanzieller Natur waren. Dafür spricht auch, dass er nach dem Krieg mit enormen Geldbeträgen ins Vergessen abtauchte, seinen Tod vortäuschte und genau zu dem Zeitpunkt wieder ins Leben zurückfand, als seine Kohle weg war.

Immerhin hat er uns dadurch seine geschönten Memoiren zurückgelassen und dafür gesorgt, dass der Nachwelt diese sonderbare Geschichte offenbart wurde. Nichts ist unglaubwürdiger als manche Wahrheit. Dafür ist dieses Buch ein wahres Lehrstück.


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