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Dr. R. Manthey
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Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient!: Warum die große Koalition keine großen Ziele verfolgt
Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient!: Warum die große Koalition keine großen Ziele verfolgt
Preis: EUR 12,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Schwarz-Rot - das Wohlfühlmodell der Deutschen" ?, 30. September 2014
Glaubt man Meinungsumfragen, dann hat Deutschland tatsächlich die Regierung, die die Mehrheit möchte. Dahinter steckt ein offenbar im Land tief verwurzelter Drang nach Harmonie und lautloser Verwaltung. Die Regierung möge ihre Arbeit machen und dabei jedes Parteiengezänk unterlassen.

Doch die enormen Probleme, vor denen Deutschland steht, verschwinden nicht dadurch, dass man sie verschweigt oder gar verdrängt, auch wenn sie dadurch nicht im medialen Brennpunkt stehen. Hugo Müller-Vogg gehört zu den wenigen Journalisten, die es noch wagen, der lahmenden Regierung aus den ehemaligen sogenannten Volksparteien den Spiegel vorzuhalten. Die Große Koalition besitzt eine so umfassende Mehrheit, dass sie Weichen für die Zukunft stellen könnte. Aber das geschieht leider nicht. Wenn man dem Untertitel dieses Buches traut, dann sucht Müller-Vogg nach Gründen dafür.

Allerdings findet der Leser kaum klare Antworten auf die von ihm gestellten Fragen. Die Stärke dieses Textes liegt vielmehr in der Benennung der vor dem Land stehen Überlebensprobleme und der Beschreibung der armseligen Lösungsversuche. Wenn man die einzelnen Kapitel liest, dann offenbart sich ein durchgängiges Verhaltensmuster. Dieses Regierung ignoriert schlicht die Wirklichkeit und arbeitet offenkundig auf der Grundlage falscher Vorstellungen über das Funktionieren von Wirtschaft und menschlichem Verhalten.

Überdeutlich wird das bei der ausgerufenen Energiewende. Allein wegen dieses Kapitels, in dem der ganze Irrsinn aufgelistet ist, der bereits unter Kanzler Schröder begann, lohnt das Lesen dieses Buches. Lässt man einmal die Frage beiseite, ob diese Energiewende tatsächlich die richtige Antwort auf die Probleme in diesem Bereich ist und schaut sich nur das erzeugte Chaos an, dann kann man eigentlich nur wütend werden. Zunächst einmal wurden finanzielle Anreize für Investoren in die neuen Energieträger geschaffen, die zur größten je in Deutschland gesehenen Umverteilung von unten nach oben geführt haben. Der Energiemarkt wurde in diesem Zusammenhang komplett ausgehebelt, was zu enorm steigenden Preisen führt, was allein der staatlichen Gesetzgebung zu verdanken ist. Die einen müssen zahlen und die anderen kassieren ohne jedes Risiko. Und ganz nebenbei werden Unsummen des von den Bürgern bezahlten Strompreises einfach verschenkt. Von der überall propagierten sozialen Gerechtigkeit spürt man hier merkwürdigerweise überhaupt nichts. Wer sich über diesen ökonomischen Murks ein Bild machen möchte, wird das mit diesem Text sehr schnell können.

Auf anderen Gebieten sieht es nach Müller-Vogg nicht anders aus. Ein gerne verschwiegenes Problem besteht in der mangelnden Investitionstätigkeit von Wirtschaft und Staat. Die schleichende Deindustrialisierung sieht der normale Bürger nicht. Erst wenn die Folgen dauerhaft zurückgehender Investitionen der Wirtschaft sichtbar werden, kommt wahrscheinlich der große Schreck. Wenigstens die fehlende Investitionstätigkeit des Staates kommt über die Medien so langsam ins Bewusstsein der Bürger. Marode Schleusen im Nord-Ostseekanal, vor sich hin rostende Brücken, die viel zu langsame Digitalisierung Deutschlands, der Zustand der Ausrüstung in der Bundeswehr und vieles andere mehr sind nur Ausdruck katastrophaler Versäumnisse der letzten Jahre.

Müller-Vogg geht darauf nur zum Teil ein. Er befasst sich darüber hinaus mit den in er Regel nebensächlichen Lieblingsthemen dieser Bundesregierung und zeigt, welche Maßnahmen zu welchen Folgen führen werden, wenn man normales menschliches Verhalten oder einfach nur die absehbaren Konsequenzen falschen Handelns zugrunde legt.

Dieser Text wird garantiert nicht zu guter Laune führen.


Die Ermordung Margaret Thatchers: Storys
Die Ermordung Margaret Thatchers: Storys
von Hilary Mantel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

4.0 von 5 Sternen Versuche über das kurze Schwarze, 28. September 2014
Liest man eigentlich Geschichten anders, wenn man weiß, dass sie von der gegenwärtig "besten Erzählerin Englands" geschrieben wurden? Der Mensch neigt jedenfalls gelegentlich dazu, sich Mehrheits- oder Expertenmeinungen anzuschließen.

Ich fand die meisten der zehn kurzen Geschichten in diesem Band nicht schlecht. Einige haben mir auch gut gefallen. Umgeworfen oder in Begeisterung versetzt haben sie mich allerdings nicht. Manchmal ist der Anlauf etwas zu lang für den dann kurz präsentierten überraschenden Ausgang der Geschichte.

Irgendetwas, das man nicht erwartet oder erwarten soll, passiert am Ende immer. Das verbindet die zehn ganz unterschiedlichen Geschichten. Vielleicht waren sie Fingerübungen oder Entspannung zwischen den großen historischen Romanen der Autorin. Dass die kurze Form nicht ihr Hauptaugenmerk verdient, merkt man manchmal deutlich, wenn die große Erzählerin mit ihr durchgeht und das Kurze und Knackige von Kurzgeschichten durch längere Beschreibungen ersetzt wird. Mir haben die kürzeren der zehn Geschichten nicht ganz zufällig am besten gefallen.


Regarding Women
Regarding Women
von Elliot Erwitt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 79,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hintergründig, 26. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Regarding Women (Gebundene Ausgabe)
Elliot Erwitts Fotografien erklären sich fast immer sofort, weil sie von seinem hintergründigen Witz getragen werden, den man nur schwer übersehen kann. Mich wundert es nicht, dass er sich stoisch weigerte, seine Technik oder seine Herangehensweise zu erklären. Wer danach fragt, hat Erwitt nicht verstanden und gehört offenbar zu den Zeitgenossen, die sich Witze erklären lassen müssen, um dann über sie verkrampft lachen zu können.

In diesem Bildband befindet sich endlich einmal Vorwort, dass Erwitt gerecht wird. Dort wird berichtet, dass er bei einer Preisverleihung die Laudatio auf sein Werk mit den Worten kommentierte, dass er nichts von dem verstanden hätte, was diese Kunstversteher über seine Fotografien vorgetragen hatten. Wenn einem Künstler seine Werke erklärt werden und er darüber innerlich lacht, muss er wohl ein Meister sein.

Und in der Tat: Erwitt muss nichts erklären. Seine Fotografien von Frauen in diesem Band sind unbearbeitet. Er hat, wie er selbst sagt, einfach drauf gehalten. Wenn man allerdings Erwitts Bilder sieht, dann wird klar, dass er seine Technik meisterhaft beherrschte, und erst das ihm die Möglichkeit schuf, den rechten Augenblick zu nutzen, um eines seiner hintergründigen Fotos zu erschaffen. Und diesen Moment muss man erst einmal sehen. Oft ist es ein Kontrast, der wie eine Karikatur wirkt, die man beim Betrachten ohne Worte versteht. Manchmal wirkt auch nur der Moment selbst oder eine Geste, die jemandem, der sich unbeobachtet fühlte, entglitten ist.

Erwitt betrachtet die Welt der Frauen mit seiner fröhlich-ironischen Art, gepaart mit dem Bewusstsein, dass er nicht alles verstehen kann und wird, was das andere Geschlecht so treibt oder für wichtig hält. Mit diesem Bildband bekommt man ganz nebenbei auch einen tiefen Einblick in Erwitts Werk. Es heißt, er mag Hunde und Kinder.


50 Jahre Wildlife Fotografie des Jahres: Wie sich die Naturfotografie zur Kunst entwickelte
50 Jahre Wildlife Fotografie des Jahres: Wie sich die Naturfotografie zur Kunst entwickelte
von Rosamund Kidman Cox
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Jetzt ist es an der Zeit, die Naturfotografie als Kunstform anzuerkennen", 24. September 2014
Das britische Natural History Museum schrieb vor 50 Jahren zum ersten Mal einen Wettbewerb aus, dessen Namen der Knesebeck-Verlag in schönstem Denglisch als "Wildlife Fotografien des Jahres" übersetzt hat. In diesem Bildband findet man die die prämierten Bilder aus einem halben Jahrhundert und zahlreiche andere dort eingereichte spektakuläre Fotografien. Meistens wurden Szenen aus der Tierwelt aufgenommen. Der Betrachter entdeckt aber auch einige Motive aus der Natur, beispielsweise von Pflanzen, Vulkanausbrüchen oder auch bildliche Dokumente der Naturgefährdung durch die menschliche Zivilisation, die aufrütteln sollen.

Nach einer kurzen Einleitung lernt der Leser auf wenigen Seiten, welche Entwicklung die Menschheit von den Naturdarstellungen der Höhlenmalerei bis zur modernen Fotografie zurückgelegt hat. Es fällt im Angesicht der heutigen Technik sehr schwer, sich die Mühen vorzustellen, unter denen die ersten wirklich guten Tierfotografien in der Wildnis entstanden. Die Apparaturen waren gigantisch, der Aufwand enorm. Davon kann man sich in diesem Teil des Buches überzeugen. Dann erklärt die Autorin die Entstehung des Wettbewerbs und seine Geschichte.

Schließlich folgen auf über 200 Seiten die prämierten oder andere eindrucksvolle Fotografien aus dem Wettbewerb. Ihre Entstehung und ihr Inhalt werden dabei stets kurz kommentiert, wobei allerdings keine technischen Einzelheiten genannt werden. Solche Details findet man jedoch am Ende des Buches im Verzeichnis der Fotografen.

Ein Anliegen dieses Buches besteht darin, den Wandel der Tierfotografie von der bloßen Aufnahme aus der Wildnis hin zu künstlerischen Bildern zu dokumentieren. Zweifellos ist das auch eine Folge der technischen Revolution in der Fotografie, denn erst wenn man nicht mehr mit der Technik und den Gegebenheiten zu kämpfen hat, kann man sich auf die Ästhetik tatsächlich völlig konzentrieren.

Die meisten der in diesem Band gezeigten Fotografien sind tolle Bilder, die nicht immer von professionellen Fotografen stammen. Die Zahl der jährlich bei diesem Wettbewerb eingereichten Bilder geht in die Tausende. Bei einigen sind die Entscheidungen der Jury nicht unbedingt nachzuvollziehen, was aber den Gesamteindruck dieses sehr schönen Bildbandes überhaupt nicht schmälert. Was jemand in einem Foto sieht, muss ein anderer nicht unbedingt nachvollziehen können.

Bei wirklich guten Fotos gibt es allerdings selten verschiedene Meinungen. Und von dieser Sorte sind die meisten Bilder in diesem Band. Bei vielen von ihnen haben die Fotografen mit einem hohen Sinn für Ästhetik und dem besonderen Blick für den entscheidenden Moment Bilder von großer Schönheit und Einzigartigkeit geschaffen.


Epic: Roads of Iceland
Epic: Roads of Iceland
von Stefan Bogner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Faszination des Nichts, 21. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Epic: Roads of Iceland (Gebundene Ausgabe)
Mit Straßen verbinden wir gewöhnlich Krach und Gestank, aber auch Lebendigkeit und Vielfalt. Die Verkehrswege, die Stefan Bogner für diesen Bildband fotografierte, offenbaren genau das Gegenteil: Man sieht keinerlei Verkehr, ringsherum liegen nur Steine. Die faszinierende Ödnis, durch die sie führen, besteht größtenteils aus erkalteter Lava, die mit Moosen und Flechten karg bedeckt ist. Gelegentlich sieht man eine Wiese, ganz selten ihre landwirtschaftliche Nutzung. Nur auf einem Bild entdeckt man Pferde und Menschen.

Manchmal kommt ein futuristisches Bauwerk ins Bild, wahrscheinlich ein Geothermal-Kraftwerk. Die Links in unserem Gehirn zwischen Straßen und den damit verbundenen Empfindungen funktionieren nicht mehr. Das erregt unsere Aufmerksamkeit, obwohl die Bilder in diesem Buch sich alle sehr ähneln. Dieses Nichts, diese Stille und diese Leere bringen uns vielleicht etwas durcheinander. Dort möchten wir gerne einmal sein, aber keineswegs für länger.

Der ganze Bildband enthält nur ein Vorwort von Jan Baedeker und sonst keinerlei Text. Wozu auch? Die Bilder zeigen eine fast leere Landschaft, durch die sich Straßen oder Schotterpisten ziehen. Gelegentlich brauchen sie eine Brücke oder kreuzen Leitungen. Das braucht man nicht zu erklären.

Baedeker schreibt in seinem kurzen Vorwort: "Man muss stehen bleiben und seinen Wahrnehmungsapparat öffnen wie den Verschluss einer Kamera, dann schenkt einem die Insel Bilder von archaischer Schönheit, die sich in der Erinnerung festschreiben und einen bis in die Träume verfolgen."

Wer sich dafür nicht öffnen kann, wird von diesem Buch enttäuscht sein, denn dann bleiben nur sich ständig wiederholende Bilder von Steinen, die mit einem seltsamen grün-grau-gelben Teppich bedeckt sind, durch die sich Straßen-Bänder ziehen.


Franke Cube 40 Handauszug 3-fach Mülltrennung / Abfallsammler 1x 14 Liter + 2x 7 Liter
Franke Cube 40 Handauszug 3-fach Mülltrennung / Abfallsammler 1x 14 Liter + 2x 7 Liter
Wird angeboten von Elektro-Guenstiger
Preis: EUR 65,80

4.0 von 5 Sternen Einfach und praktisch, Aufbauanleitung unnötig kompliziert, 20. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Müllsammelsystem passt in jeden modernen Küchenschrank, in der Regel unter die Spüle. Da man sich wohl schon vorher mit diesem Teil wenigstens virtuell auseinandergesetzt hat, überrascht der erste Augenschein nach der Öffnung des Pakets wohl kaum noch.

Empfehlenswert ist es, die ganze Konstruktion erst einmal in den Schrank zu setzen und die Funktionsweise kurz zu überprüfen. Dann ergibt sich auch für den nur schwach talentierten Heimwerker alles wie von selbst. Man muss zehn Löcher kurz vorbohren und dann die Führung der Konstruktion mit dem Schrankboden verschrauben. Setzt man dann noch die drei Eimer ein und den Verschluss oben drauf, dann ist man fertig. Allerdings gibt es vorher ein kleines Problem, das man nur mit der Aufbauanleitung lösen kann. Für 14 Löcher in der Konstruktion stehen nur 10 Schrauben zur Verfügung. Die Funktion der vier verbleibenden Löcher bleibt rätselhaft, ebenso wie die Frage, warum das ganze Teil, auf dem der Druck lastet, wenn man die Eimer aus dem Schrank zieht, unbedingt aus Plastik sein muss.

Handelt man ängstlich und sieht sich pflichtbewusst die für Analphabeten verfasste Aufbauanleitung an, dann kommt man vielleicht etwas ins Schwitzen. Zunächst einmal wirkt sie etwas verworren und überladen, weil sie aus Kostengründen für drei Varianten dieser Konstruktion gilt. Man soll sie offensichtlich auch dazu benutzen, die Löcher zu markieren, in die später die Verschraubungen kommen. Das dürfte viel schwerer sein als einfach die Konstruktion selbst zu verwenden.

Darüber hinaus zählt diese Anleitung Teile auf, ohne dass ihre Verwendung dann erklärt wird. Die Rolle der farbigen Marken für die drei Eimer ergibt sich aber sofort, wenn man sich die Teile ansieht. Mir erschloss sich der Einbau jedenfalls erst, nachdem ich diese Anleitung beiseite gelegt hatte.


Wanderlust
Wanderlust
von Thomas Hoepker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 79,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "I have always considered myself a photojournalist.", 18. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Wanderlust (Gebundene Ausgabe)
Hoepker wollte nicht als Künstler wahrgenommen werden, sondern als Beobachter, der die Welt mit klaren Ansichten betrachtet und sie dann über seine Fotografien unaufdringlich weitergibt. Sieht man sich Hoepkers Bilder an, die auf seinen vielfältigen journalistischen Reisen entstanden, dann entdeckt man sehr schnell, dass er viel mehr als nur ein guter Fotojournalist ist. Seine Bilder zeigen den sensiblen Beobachter hinter der Kamera, der das Essentielle einer Situation mit traumwandlerischer Sicherheit erfasst und der Nachwelt erhält. Eine sehr seltene Fähigkeit, die man in diesem Bildband immer wieder bestaunen kann.

Man findet da zum Beispiel einige Bilder aus Ostdeutschland, die zwischen 1974 und 1983 entstanden. Sie sind so unglaublich typisch für diese Zeit, dass man nur staunen kann. Besonders eindrucksvoll fand ich die Aufnahme, die an einem Wintermorgen im Jahre 1969 vom Dach eines Hauses am Alexanderplatz aufgenommen worden sein muss. Man kann den Dom, das Rote Rathaus und die Marienkirche im Smoke kaum erkennen, der von den Kohleheizungen erzeugt wurde. Eine Seite vorher sieht man zwei ostberliner Kohleträger. Erinnerungen, die fast verblasst waren.

Wie jedem hervorragenden Fotografen entgehen auch Hoepker die komischen Motive nicht. Gleich am Anfang des Buches findet man ein Bild aus dem Jahre 1962, das schon etwas betagte Norwegerinnen zeigt, wie sie in gewagten Haltungen auf Kamelen die ägyptischen Pyramiden begutachten. Obwohl es komisch aussieht, erzählen auch solche Bilder immer eine Geschichte oder erfassen eine Situation so, dass das Typische an ihr deutlich zum Ausdruck kommt.

Ein Wunder ist es nicht, dass Hoepker als künstlerischer Fotograf Einzug in die Welt der Galerien und Museen gefunden hat, auch wenn er sich lange dagegen wehrte. Er überzeugt, weil er mit großer Genauigkeit erzählt. Seine Bilder brauchen kaum Erklärungen. Und genau das ist die Kunst an ihnen.


Tafiti und Ur-ur-ur-ur-ur-uropapas Goldschatz
Tafiti und Ur-ur-ur-ur-ur-uropapas Goldschatz
von Julia Boehme
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 7,95

5.0 von 5 Sternen Tafiti und die goldene Gießkanne, 18. September 2014
Nachdem Tafiti durch Zufall einen Brief seines Urahnen hinter dessen Porträt fand, macht sich Goldgräberstimmung im Erdmännchenbau breit. Ururururururopa hat doch tatsächlich irgendwo in der Gegend einen Schatz vergraben. Pinsel und Tafiti sind Feuer und Flamme und machen sich auf die Suche. Aber Ururururururopa war ein raffinierter Bursche. Statt seinen Goldklumpen irgendwo einfach zu vergraben, hat er ihn geschickt als Gebrauchsgegenstand getarnt.

Auf ihrer Schatzsuche mit Ururururururopas Karte begegnen Pinsel und Tafiti wieder einmal Mister Gogo, King Kofi und einem Nashorn. Und schließlich machen die beiden auch noch den Fehler, sich selbst einzugraben. Aber gemeinsam finden sie für all ihre Probleme wie immer eine clevere Lösung. Natürlich finden sie auch Ururururururopas Goldschatz.

Wie seine Vorgängerbände ist auch der vierte Teil dieser Reihe schön und reichhaltig illustriert. Er eignet sich sowohl zum Vorlesen als auch zum Selbstlesen für Schüler der ersten beiden Klassen.


Smart Weigh DVS150 Digitale Präzisions-Badezimmerwaage mit besonders breiter Plattform, Step-on-Technologie und LCD-Anzeige
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Wird angeboten von JB Swiss
Preis: EUR 22,95

5.0 von 5 Sternen Elegant und präzise, 18. September 2014
Diese Waage sieht nicht nur gut aus, sie hat auch wenigstens drei Vorteile im Vergleich zu meinem in die Jahre gekommenen deutschen Markenprodukt. Erstens muss man nicht ewig warten, bis man sich wiegen kann, man stellt sich einfach darauf und schon geht es los. Zweitens leuchtet die Anzeige, was besonders für Menschen, die nicht mehr so scharf sehen wie früher einmal, sehr hilfreich ist. Und drittens kann man sich das Messergebnis nicht zurechtbiegen. Auch wenn man sich mehrmals hintereinander wiegt, kommt immer dasselbe Resultat heraus.

Alles in allem macht diese Waage also genau das, was ich von einem solchen Instrument erwarte. Und nebenbei sieht sie schön aus und ist sehr flach.


Wir wollen Euch scheitern sehen!: Wie die Häme unser Land zerfrisst
Wir wollen Euch scheitern sehen!: Wie die Häme unser Land zerfrisst
von Alexander Görlach
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Fisch stinkt vom Kopfe her, 16. September 2014
Der Autor dieses schmalen Buches schreibt gegen Ende: "Die Häme hat unseren sozialen Zusammenhalt zerstört, aufgefressen." Ist das tatsächlich so? In kleinen Gemeinschaften, so ist jedenfalls mein Eindruck, stimmt das überhaupt nicht. Dort haben sich die Menschen nicht so verändert, wie man nach dem Lesen dieses Textes vermuten könnte. Häme erwächst aus Neid oder Verletzungen. Neu ist das nicht. Neu sind aber die Möglichkeiten seiner Häme Ausdruck zu verleihen. Aber darum geht es in diesem Buch höchstens am Rande. Im Mittelpunkt steht der öffentliche Pranger, der besonders von den nach Skandalen suchenden Medien immer wieder neu besetzt wird.

Obwohl in diesem Buch viel Wahres steht, vermag es der Autor leider nicht, dieser neuen Entwicklung wirklich auf den Grund zu gehen. Er erkennt auch bestimmte Zusammenhänge nicht. Merkwürdigerweise vermittelt auch das Vorwort von Christian Wulff nicht den Eindruck einer tiefer gehenden Analyse. Doch gerade von Wulff müsste man doch solche Einsichten erwarten können, schließlich war er eines der prominentesten Opfer solcher medialer Vernichtungsfeldzüge. Leider muss man den Eindruck gewinnen, dass der ehemalige Bundespräsident nicht zwischen einem Mobbing unter Schülern und einer Medienkampagne unterscheiden kann. Es ist doch ein kardinaler Unterschied, ob jemand Häme gegen einen anderen Menschen verbreitet oder ob Massenmedien ganz gezielt zur Häme der Massen gegen einen Menschen anstacheln.

Ein solches Klima, in dem solche widerwärtigen Aktionen gedeihen können, muss erst einmal erzeugt werden. Leider geht der Autor auch darauf nur am Rande ein. Er fordert einen respektvollen Umgang miteinander. Was aber, wenn ein solcher Umgang von den Darstellern auf der politischen Bühne nicht vorgelebt wird, sondern das blanke Gegenteil passiert? Ein respektvoller Austausch von Ideen zur Lösung akuter Probleme findet schon lange nicht mehr statt. Vielmehr wird eine solcher Prozess ganz bewusst verhindert und durch Skandalisierungen auf einer extra dafür erfundenen Moral- und Tugendebene ersetzt. Der Autor stellt zwar solche Beispiele durchaus in den Vordergrund und nennt die entsprechenden Namen. Er sieht aber aus welchen Gründen auch immer die Methode dahinter nicht.

Das ersetzt er durch theologische oder philosophische Diskussionen und Begriffsfindungen, die zwar sicher interessant sind, aber dann nicht auf die tatsächliche Lage heruntergebrochen werden. Am Ende mündet das bei ihm dann in naiven Aufrufen an die Bürgerschaft, sich mehr engagieren und der Häme entgegenstellen soll. Das scheint jedoch gar nicht das Problem zu sein. Es hat genug Menschen aus der Mittelschicht, an die sich der Autor eigentlich wendet, gegeben, die beispielsweise die kleinkarierte und verlogene Kampagne gegen einen Bundespräsidenten durchschaut und sich angewidert abgewandt haben. Was dieses Land wirklich braucht, ist eine andere politische Kultur, in der nicht ständig ganz gezielt Neiddebatten unter dem Deckmantel einer selbstdefinierten Gerechtigkeit geführt werden, sondern die Probleme gelöst werden, die den Bürgern auf den Nägeln brennen.

Obwohl der Autor auch davon einiges benennt, leidet sein Buch etwas unter Weitschweifigkeit und Diffusität. Der Titel verspricht leider mehr als er hält. Obwohl vieles richtig benannt wird, bleibt eine eigenartige Unzufriedenheit zurück, die immer dann entsteht, wenn man hinterher auch nicht schlauer ist als vorher.


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