Profil für Dr. R. Manthey > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Dr. R. Manthey
Top-Rezensenten Rang: 6
Hilfreiche Bewertungen: 24680

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Dr. R. Manthey
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Betrüger Republik Deutschland: Streifzug durch eine verlogene Gesellschaft
Betrüger Republik Deutschland: Streifzug durch eine verlogene Gesellschaft
von Angela Elis
  Broschiert
Preis: EUR 15,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "Alles wird nur noch aufgeregt bequatscht.", 4. Juli 2014
Diese Feststellung über den zeitgenössischen Journalismus findet man auf Seite 69 dieses Buches. Leider kann man sich dieser Aussage nur anschließen, wenn man über den Text berichtet, in dem man sie findet. Die Autorin glaubt, dass in der letzten Zeit die Verlogenheit in Deutschland eine neue Dimension erreicht hat. Weil sie nicht erklären kann, wie sie das herausgefunden oder gar gemessen hat, macht sie diese Behauptung an Beispielen fest.

Eines dieser Beispiele ist der ehemalige Bundespräsident Wulff. Das Buch wurde 2012 veröffentlicht. Inzwischen hat sich das gegen Wulff vorgebrachte seltsame Konglomerat aus peinlichen Nichtigkeiten in Luft aufgelöst, und er ist juristisch rehabilitiert. Doch natürlich wird er die Umstände seines Rücktritts niemals wieder loswerden. Was machte nun die Autorin aus dieser Geschichte? Sie fällte ein Urteil, das sich nun als falsch herausgestellt hat. Das ist schon schlimm genug. Schlimmer ist aber ihre Vorgehensweise. Denn wenn man schon ein Buch über die angebliche Verlogenheit in Deutschland schreibt, dann könnte man doch wenigstens auf die Idee kommen, dass auch die Vorwürfe gegen Wulff verlogen sein könnten. Oder man könnte sich fragen, warum so plötzlich mit so wenig Substanz auf einen Bundespräsidenten losgegangen wird. Aber auf solch naheliegende Fragen kommt die Autorin nicht.

Natürlich ist Wulff nicht das einzige Beispiel in diesem Buch. Das betrügerische Vorgehen großer Teile der Lebensmittelindustrie, das Gesundheitswesen, die Finanzbranche und etliche andere Darsteller der Politszene gesellen sich zu den Beweisbeispielen. Leider kann sie in keinem Fall überzeugen. Die wirkliche Verlogenheit der Finanzbranche versucht sie zwar zu erklären, sie durchschaut aber offenbar die relevanten Zusammenhänge nicht, denn dann würde sie bei unserem Geldsystem ankommen. Doch das spielt überhaupt Rolle in diesem Buch, obwohl es die Sonderstellung des Bankensystems in allen westlichen Ländern erklärt. Und erst daraus ergibt sich der Rest.

Was die Autorin auch vorbringt, sie bleibt an der Oberfläche, urteilt mit manchmal fast kindischer Naivität und gibt sich gleichzeitig elitär. Denn am Ende des Buches findet der Leser eine Art Programm, wie man der angeblich zunehmenden Verlogenheit wieder Herr werden könnte. Und bei genauem Lesen wird man als freiheitsliebender Mensch leider feststellen müssen, dass die Autorin zu den Menschen gehört, die glauben, sie hätten als Auserwählte unwiderlegbare Erkenntnisse gewonnen, die sie nun - selbstverständlich zum Wohle aller - über ein Umerziehungsprogramm durchsetzen müssen. Denn anders kann man das, was man da lesen muss, nicht interpretieren, obwohl man sicher auch annehmen kann, dass dies der Autorin vielleicht nicht ganz klar ist.

"Demaskieren wir ... die Blender, die behaupten unser Bestes zu wollen, und dabei nur ihre eigenen Interessen oder unser Geld meinen. Es kann nicht darum gehen, Sachen zu verteufeln oder Lebensstile vorzuschreiben. Es muss darum gehen, zu hinterfragen und Zusammenhänge aufzuzeigen - nur so können wir verlorenes Terrain zurückerobern."

Man möchte der Autorin ihre eigenen Worte zurufen, denn hätte sie sich daran gehalten, wäre vielleicht ein besseres Buch entstanden.


Österreichische Schule für Anleger: Austrian Investing zwischen Inflation und Deflation
Österreichische Schule für Anleger: Austrian Investing zwischen Inflation und Deflation
von Rahim Taghizadegan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Die Theorie der Österreichischen Schule hilft uns, langfristige Muster zu erkennen.", 1. Juli 2014
Das steht auf einer der letzten Seiten dieses Buches, auf denen die Autoren in ihrem Fazit noch einmal versuchen, eventuelle Enttäuschungen ihrer Leser zu dämpfen. Schon beim Titel dieses Buches entstehen zwei Fragen: Was ist die Österreichische Schule der Nationalökonomie und was ist ein Anleger? In der ersten Hälfte des Textes findet man in sieben Kapiteln die erste Frage recht gut beantwortet. Danach folgen zwei Kapitel, in denen aus der Theorie der Wiener Schule eine "Österreichische Anlagephilosophie" und eine "Österreichische Anlagepraxis" abgeleitet werden.

Was hingegen ein Anleger ist, wird nur indirekt deutlich. Wenn man in seinem Leben vier oder fünf sehr gute Anlageentscheidungen trifft, wäre man schon sehr gut, steht irgendwo im Text. Das definiert einen sehr weiten Anlagehorizont. Und auf Seite 202 findet man folgende Aussage: "Der Gedanke, dass man, wenn man nur wüsste wie, bequem, einfach und bei vertretbarem Risiko durch gute Anlageentscheidungen nebenbei vom PC aus - ohne jedes verantwortungsintensive Unternehmertum - ein Vermögen aufbauen könnte, ist jedenfalls Teil der Wohlstandsillusion. Wer sich von dieser nicht zu trennen vermag, wird von diesem Buch schwer enttäuscht sein."

Damit sind die Fronten einigermaßen abgesteckt. Hintergrund der Österreichischen Anlagepraxis ist die österreichische Konjunkturzyklustheorie, welche auf Ludwig von Mises zurückgeht. Solche Zyklen entstehen nach von Mises durch die permanenten Marktmanipulationen der Notenbanken, wie wir sie auch gerade jetzt wieder beobachten können. Die Autoren geben sich viel Mühe, diese Mechanismen zu erklären. Leider ist es ihnen nicht durchgängig gelungen, den Text leicht verständlich zu halten.

Zunächst erläutern sie die vier Säulen, auf denen die Österreichische Schule steht, dann diskutieren sie die immer noch selten infrage gestellte Wohlstandsillusion, der bekanntlich gigantische Schuldenberge gegenüberstehen. Danach folgt ein Kapitel über Prognosen und Prophezeiungen, bei denen die "Österreicher" immer schon sehr gut ausgesehen haben. Nachdem dann in einem weiteren Kapitel das Geldsystem erklärt wird, beschreiben die Autoren anschließend die sogenannte monetäre Tektonik, also die Entstehung und Wirkung von Inflation und Deflation. Danach sind sie in der Lage die Konjunkturzyklustheorie zu erläutern. Bevor sie dann zu den abschließenden Kapiteln über eine sinnvolle Anlage kommen, beschreiben sie noch verschiedenen Szenarien, die uns in der Zukunft erwarten.

Das Grundprinzip der Österreichischen Anlageentscheidungen besteht nach Ansicht der Autoren darin, wie ein Unternehmer Kapital aufzubauen. Insofern stehen solche Entscheidungen dem sogenannten Value Investing sehr nahe, was auch im Text betont wird. Value-Investoren haben aber nicht selten ein Problem mit dem Verhalten des Gesamtmarktes, weil sie den nicht immer in ihre Perspektive miteinbeziehen. Wenn es jedoch kracht, dann kracht es überall, also auch in den Portfolios von Value-Investoren. Der berühmte Warren Buffett (der übrigens indirekt auch vom US-Steuerzahler gerettet wurde) wird im Buch so zitiert, dass er auch dann keine anderen Entscheidungen treffen würde, wenn er wüsste, was die FED demnächst macht. Österreichische Anleger besitzen demgegenüber jedoch den Vorteil, dass sie zumindest ahnen können, wann eine Börse in die Knie gehen kann. Beiden gemeinsam ist aber, dass sie leider oft ein schlechtes Timing aufweisen.

Es nützt nämlich für eine Anlage nichts, wenn man bereits 1940 weiß, dass die Sowjetunion zusammenbrechen wird, dann darauf aber noch ein halbes Jahrhundert warten muss. Im Buch werden noch andere Aussagen dieses Typs zitiert. Das Dilemma der Österreicher besteht darin, dass sie zwar das Unheil voraussehen, aber eine Theorie vertreten, die weit jenseits des Mainstreams verläuft. Der Mainstream aber bestimmt schon allein wegen seiner Massenwirksamkeit das Verhalten der Märkte. Diese können folglich noch eine gewisse, manchmal auch sehr lange Zeit genau das Gegenteil von dem machen, was die Österreicher richtig voraussagen.

Für ein besseres Timing verweisen die Autoren auf die sogenannte technische Analyse der Finanzmärkte, die sie aber andererseits nicht wirklich praktisch verstehen und von der sie glauben, dass sie kein ökonomisches Handeln widerspiegelt, weswegen sie eigentlich abgelehnt werden muss. Diese paradoxe Argumentation hat auch etwas Lustiges an sich. Tatsächlich nämlich verbindet sich die technische Analyse, wenn man sie richtig versteht, vernünftig anwendet und sie nicht als Prognoseform interpretiert, sehr gut mit der Österreichischen Schule. Deren Grundprinzip besteht ja gerade darin, vom realen oder wahrscheinlichen Handeln von Menschen auszugehen und keine vereinfachenden mathematischen Modelle zu benutzen, die auf unrealistischen Annahmen aufgebaut wurden. Die technische Analyse der Finanzmärkte spiegelt die Gesetze menschlichen Handelns an den Finanzmärkten wider, ganz unabhängig davon, ob es nun irrational ist oder nicht.

Wirklich praktisch wird es nur beim sogenannten Permanenten Portfolio, das vom Ansatz der Österreicher ausgeht, dass die Zukunft nicht prognostizierbar ist und man deshalb auf jedes Szenario vorbereitet sein muss. Dieses Portfolio erreichte eine durchschnittliche Rendite von 9,2% pro Jahr bei vergleichbar geringerem Risiko zu ähnlich erfolgreichen Ansätzen. Im letzten Kapitel stellen die Autoren viele Anlageinstrumente aus der Sicht der Österreicher vor. Das ist zum größten Teil recht informativ, aber auch wiederum nicht so detailliert, dass man damit praktisch viel anfangen kann.

Nach meiner Ansicht besitzt dieses Buch seine enormen Stärken vor allem in der Erklärung der Österreichischen Schule. Die daraus von den Autoren abgeleitete Anlagepraxis braucht einen sehr weiten Horizont und gelegentlich aus obigen Gründen einen langen Atem, den nicht jeder haben wird oder haben kann. Man kann allerdings einige Dinge auch als Anhänger der Österreichischen Schule etwas anders sehen. Den Märkten enger zu folgen, steht zum Beispiel keineswegs im Widerspruch zu den "Österreichern". Jim Rogers, den die Autoren als einen Vertreter dieser Schule identifizieren, wäre nicht so schnell so reich geworden, wäre er diesem Buch gefolgt.

Immerhin aber lernt man als Leser dieses Buches viele grundsätzliche Ideen und Ansichten zur Kapitalanlage, die vielleicht auch nicht ohne Folgen bleiben. So schreiben die Autoren am Ende des Textes: "Wenn der Leser, nachdem er die Lektüre etwas auf sich wirken ließ, nun das Tagesgeschehen mit ein wenig anderen Augen sieht, einen neuen Gedanken gewinnt, irgendwann etwas sieht, was er sonst übersehen hätte, etwas nüchterner, standhafter, verantwortungsvoller der ungewissen Zukunft entgegengeht, dann hätten wir schon viel erreicht."


The eBike Book
The eBike Book
von teNeues
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,90

4.0 von 5 Sternen Eine erste gedankliche Annäherung, 29. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: The eBike Book (Gebundene Ausgabe)
Bereits im Vorwort von Hannes Neupert wird deutlich, dass Europa noch sehr weit vom asiatischen E-Bike-Boom entfernt ist. In Deutschland gilt dieses Gerät noch lange nicht als allgemeines Fortbewegungsmittel, obwohl es das nach Ansicht dieses Autors in einigen Jahrzehnten sein wird. Ein E-Bike zählt wohl immer noch zu den Luxusgütern, was bei seinen Preisen auch kein Wunder ist, oder als Beglückung für ältere Mitbürger. Ob man die asiatische Entwicklung einfach so auf Europa oder gar die USA übertragen kann, wie das in diesem Buch voller Euphorie gemacht wird, sei einmal dahingestellt.

Zunächst geht es in diesem zweisprachigen Band (deutsch und englisch) um die angebliche energiepolitische Dimension des E-Bikes. Auch hier ("E-Bikes können zur Lösung zahlreicher Umweltprobleme beitragen.") scheint mir die pädagogisch-optimistische Grundhaltung der Autoren etwas übertrieben. Dann folgen Kapitel über die Geschichte des E-Bikes, seine Technologie, seinen Motor, sein "Gehirn", seine Batterie und über eine Infrastruktur von E-Bikes, um sie als allgemeines städtisches Fortbewegungsmittel zu etablieren. Natürlich müssen auch zehn Gründe genannt werden, warum ein E-Bike total cool ist. Ist es eben nicht, sondern es hat wohl ein uncooles Image-Problem. Jedenfalls noch.

Danach stellen die Autoren zahlreiche Modelle (2013) vor. Kritische Betrachtungsweisen fehlen in diesem Buch vollständig. Vielleicht gehört dem E-Bike tatsächlich die Zukunft. Auch wenn das die Autoren nicht entscheiden können, so werden sie nicht müde, das vorauszusagen. Am Ende des Buches findet man einige Tipps, welcher Typ eines E-Bikes für die persönlichen Bedürfnisse am besten geeignet ist.

Dieser großformatige Text-Bild-Band liefert zahlreiche Informationen, um sich dem Thema E-Bike gedanklich etwas zu nähern. Seine stark optimistische und ziemlich unkritische Grundhaltung ist dabei aber nicht zu übersehen. Es ist so eine Art Trendsetter-Begleitbuch, das in diesem Sinne recht gut gemacht ist.


Wer es leicht nimmt, hat es leichter: Wie wir endlich aufhören, uns selbst im Weg zu stehen
Wer es leicht nimmt, hat es leichter: Wie wir endlich aufhören, uns selbst im Weg zu stehen
von Mathias Fischedick
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Es ist alles in unserem Kopf.", 27. Juni 2014
Heute war ein schöner Tag. Zunächst malte ich mir ein Tattoo auf die Stirn, dann kam mir die Idee, zwei verschiedene Socken anzuziehen. Es bestand zwar kein Anlass, aber ich machte mich heute besonders schick. Nach dem Frühstück stieg ich in irgendeinen Bus, um irgendwohin zu fahren. Ich fragte einen der Fahrgäste, ob wir nicht mal ein Lied zusammen singen können. An einer Haltestelle, die mir gerade gefiel, stieg ich aus und begann zu tanzen. Leute, die mich besorgt fragten, ob mit mir alles in Ordnung sei, umarmte ich einfach. Mittags in einem Lokal ließ ich den Kellner ein Gericht für mich aussuchen. Zugegeben, ich hatte dann einige Probleme, wieder nach Hause zu finden, aber ein dafür reichlich belohnter Mitbürger brachte mich auf den rechten Weg. Zu Hause hörte ich dann noch jede Menge Musik, die mir noch nie gefallen hatte und fragte meinen Nachbarn, wie ich heute meinen Abend gestalten solle. Nachdem ich seinen etwas sonderbaren Vorschlag in die Tat umgesetzt hatte, fiel ich erschöpft ins Bett, natürlich verkehrt herum, denn das sollte den Tag krönend abschließen.

Wenn ich morgen aufwache, dann werde ich vielleicht wenigstens ein klein wenig ein anderer Mensch sein. Hoffentlich viel flexibler und nicht mehr so ein alter Jammerlappen wie bisher. Die kleinen Tricks, mit denen ich diesen Tag zu einem Erlebnis gemacht habe - und dies wahrscheinlich nicht nur für mich - stammen aus dem Buch von Herrn Fischedick. Nicht, dass jemand meint, ich würde mich über seinen Text lustig machen. Das ist keinesfalls so. Wer das jedoch tatsächlich (vielleicht sogar empört) denkt, sollte sich vielleicht einmal fragen, ob er denn wenigstens einen von Fischedicks 55 Vorschlägen zur Steigerung der eigenen Flexibilität wirklich energisch und alleine in die Tat umsetzen könnte. Zwischen begeistertem Verstehen und konsequentem Handeln liegt merkwürdigerweise oft ein tiefer Graben.

Selbst wenn man nach ernsthaftem Nachdenken tatsächlich sein Leben ändern möchte, dann wird man schnell herausfinden, dass der Haken an der Sache darin besteht, dass wir bei der Umsetzung von Ratschlägen bereits Eigenschaften brauchen, die wir uns gerade erst antrainieren wollen. Man wird leicht als Spielverderber oder (wie hier) als Jammerlappen dargestellt, wenn man darauf hinweist. In einem anderen Buch las ich neulich, wie sich eine Frau ihre Angst vor öffentlichen Auftritten abgewöhnte. Sie stellte sich in einer Großstadt auf einen belebten Platz auf eine Obstkiste und sang eine Stunde lang laut und falsch, was ihr gerade in den Kopf kam. Allerdings war jemand in ihrer unmittelbaren Nähe, der ihr das geraten hatte. Und darin besteht der entscheidende Unterschied zu einem Buch wie dem von Herrn Fischedick.

Fischedick zieht in seinem Text alle Register, um bei seinen Lesern Begeisterung für Änderungen in ihrem Leben hervorzurufen. Wenn man sich in diesem Genre etwas auskennt, dann findet man wenig Neues bei ihm. Das muss man auch nicht, denn die vorgestellten Methoden funktionieren erwiesenermaßen. Allerdings vor allem dann, wenn man Fischedick als persönlichen Trainer hat. Denn in Wirklichkeit geht es hier um die Darstellung einer bekannten Methode: alte Muster aufbrechen und durch neue ersetzen. Alleine kriegt man das nur selten hin, obwohl dies gerade im Buch als Erfolgsmasche propagiert wird. Es verwundert eben nicht, dass Fischedick viel von seinen Klienten erzählt. Diesen verdeckten Hinweis sollte man ernst nehmen.

Wer wirklich ernsthaft vor hat, Methoden, die in diesem Buch vorgestellt werden, konsequent anzuwenden, der sollte sich vorher darüber im Klaren sein, dass er damit eine nachhaltige Verhaltensänderung anstrebt und dass nur das Sinn und Zweck solcher Anstrengungen sein kann. Es geht hier nicht um die Lösung irgendwelcher kleinen Probleme. Der Autor erklärt das auch irgendwo ganz nebenbei im Text, als er von einer Klientin erzählt, die ihn nach seiner Methode befragt und dann für sich beschließt, dass sie sich doch besser nicht wesentlich verändern will.

Ob man alleine an im Unterbewusstsein durch ständige Wiederholungen tief verankerte Verhaltensmuster wirklich mit der in diesem Buch vorgestellten Eigentherapie herankommt und sie nachhaltig ändern kann, ist vermutlich sehr zweifelhaft. Wahrscheinlich bin ich nun ein Jammerlappen, was mir aber egal ist. Schließlich komme ich so wenigstens zweimal im Buch vor: einmal als schlechtes Beispiel und zum anderen beim "Vorteil, ich selbst zu sein" (181 ff.).


Neugierde verboten!: Fragen - Funde - Fakten
Neugierde verboten!: Fragen - Funde - Fakten
von Erich Däniken
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schatzsuche und Panspermia, 25. Juni 2014
Natürlich ist Neugierde nicht verboten. Wie sollte das auch durchsetzbar sein? Immerhin verdankt Erich von Däniken seiner über eine Vielzahl von Büchern, Filmen und Vorträgen ins staunende Publikum getragenen Neugierde ein beträchtliches Vermögen. Dafür kann man ihn genau so bewundern, wie für seine offenbar nicht versiegende Energie, mit der er seiner in all diesen Publikationen stets wiederholten und mit zahlreichen Indizien unterlegten Theorie nachgeht, nach der die Entwicklung der Menschheit durch außerirdische Lebewesen entscheidend beeinflusst wurde.

Bei diesem Buch handelt es sich um den achten Band einer Serie von Publikationen, in denen zahlreiche Autoren ihre Beiträge veröffentlichen, die mit neuen Funden, Indizien oder Stellen aus alten Dokumenten die Theorie von der außerirdischen Einflussnahme unterstützen. Wie immer in solchen Sammelbänden besitzen die einzelnen Texte nicht durchgängig dieselbe Qualität. Aber immerhin findet der geduldige Leser auch hier einige wirklich interessante Artikel. Beispielsweise wird in einem von ihnen das Grundproblem der hier verfolgten Theorie diskutiert, nämlich die fehlenden eindeutigen Beweise.

Dort heißt es richtigerweise, dass die Theorie von der außerirdischen Einflussnahme mit einem Schlag als richtig erkannt und unser gesamtes Weltbild revolutionieren würde, fände man eine außerirdische Hinterlassenschaft auf der Erde. Doch eine solches Fundstück konnte bisher nicht präsentiert werden. Zwar findet man in diesem Buch auch wieder Behauptungen, dass es solche Stücke tatsächlich geben würde, doch wenn es zum Schwur kommt, sind sie entweder verschwunden oder die jeweiligen Quellen haben nach einer entsprechenden Ankündigung plötzlich das Zeitliche gesegnet, wie zum Beispiel der Herr, der uns die angeblich außerirdische Bundeslade zeigen wollte, die angeblich in Äthiopien versteckt wird. Natürlich kann man dann argumentieren, dass irgendwelche geheimnisvollen Mächte die Sache im Dunklen behalten wollen.

Am Anfang des Buches findet man einige interessante Beiträge über den Einfluss von archäologischen Fundstücken auf unser Geschichtsbild oder über die Rolle der Wissenschaften bei der Bewertung der Theorie von der außerirdischen Einflussnahme. Von Däniken beklagt sicher zu recht, dass die etablierten Wissenschaften seine Theorie völlig ignorieren und ihn lächerlich machen würden. Ihre Suche nach "natürlichen" Erklärungen von Dingen, die nach unserer derzeitigen Weltsicht nicht in die Zeit passen, der sie zugeordnet werden, würde die nach von Dänikens Ansicht näherliegende Erklärung mit einer gewissen Blindheit einfach ausschließen. So recht von Däniken da hat, so zutreffend ist sicher auch das gegenteilige Vorgehen, denn die Anhänger der Theorie von der außerirdischen Einflussnahme machen es nicht anders. Sie suchen gewissermaßen immer nach Indizien für diese Theorie, die aus ihrer Sicht schon lange keine solche mehr ist, sondern die Wahrheit verbreitet. Deshalb ignorieren auch sie andere Erklärungen oder behandeln sie abschätzig. In diesem Buch findet man eine solche Vorgehensweise als es etwas am Rande um Thor Heyerdahl ging, der immerhin praktisch nachgewiesen hat, dass schon in grauer Vorzeit Kontakte zwischen weit entfernt lebenden Zivilisationen auf der Erde möglich waren und man auch so gewisse kulturelle Ähnlichkeiten erklären kann.

Was wirklich stimmt, wissen wir trotz der zahlreichen Indizien für eine außerirdische Einflussnahme bisher nicht. Man findet in diesem Buch leider auch wieder Behauptungen, die Kritikern eine Steilvorlage liefert. In einem Beitrag wird beispielsweise ein altägyptisches Schriftzeichen als Glühlampe gedeutet, was auf die Kenntnis von Elektrizität im alten Ägypten hindeuten würde. Natürlich können das die alten Ägypter nicht selbst erfunden haben, denn dann würde es ein technologisches Umfeld und entsprechende Fundstücke geben. Aber kann man sich vorstellen, dass Außerirdische, die auf eine für uns nicht wirklich nachvollziehbare Weise gigantische Entfernungen zurückgelegt haben müssten, mit einer völlig altmodischen Glühlampe hantieren?

Wie auch immer: Dieses Buch bietet den Anhängern der Paläo-SETI-Hypothese viel Material und zahlreiche neue Indizien, die diese Hypothese scheinbar auf vielfältige Weise stützen. Wie immer bei Publikationen, die Erich von Däniken mitzuverantworten hat, wird die eigene Phantasie angeregt, wenn man sich nicht gegen die durchaus interessanten Interpretationen in diesem Buch von vorne herein sperrt.

Einen Vorteil hat die Paläo-SETI-Hypothese auf jeden Fall: Ob man sie beweisen kann, ist offen. Ein Gegenbeweis, also ihre Widerlegung, ist schlicht unmöglich.


Der Wildnis entkommen: Die Geschichten meiner Vorbilder - wahre, spannende und tragische Begebenheiten an den entlegensten Orten der Erde
Der Wildnis entkommen: Die Geschichten meiner Vorbilder - wahre, spannende und tragische Begebenheiten an den entlegensten Orten der Erde
von Bear Grylls
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Wer es nicht schafft, sich vorzubereiten, bereitet sich darauf vor, es nicht zu schaffen.", 23. Juni 2014
Nichts beschreibt die Ursachen des Scheiterns großer Vorhaben besser als dieses Armee-Sprichwort, das Bear Grylls auf Seite 273 zitiert. Grylls beschreibt in seinem neusten Buch 25 Grenzerfahrungen von Menschen, die sich mehr oder weniger bewusst dahin gebracht hatten oder die ein plötzliches Ereignis in eine Situation zwang, aus der sie sich nur unter Aufbietung schier unermesslicher Kräfte wieder lebend befreien konnten. Aber Grylls erzählt auch Dramen des tödlichen Scheiterns. Dennoch begreift er all die Menschen in seinen Geschichten als seine Vorbilder, weil sie um ihr Leben kämpften und dabei über Grenzen gingen, die sie sich bis dahin nicht vorstellen konnten. Für Grylls sind sie Beweise dafür, das Unmögliches doch möglich ist.

Solche Heldengeschichten hat man vielleicht schon in der Jugend gerne gelesen. Sie waren spannend und zeigten, was Menschen alles aushalten können, wenn es ums nackte Überleben geht. Doch richtig nachvollziehen kann man so etwas wohl nur, wenn man schon einmal in einer halbwegs ähnlichen Situation gewesen ist.

Das Buch beginnt mit der legendären Geschichte eines Flugzeugabsturzes in den Anden, den nur wenige deshalb bis zur Rettung überlebten, weil sie sich von den Toten ernährten. Im nächsten Kapitel geht es um Juliane Koepke, die aus einem Flugzeug in den Regenwald stürzte und sich trotz schwerer Verletzungen tagelang bis zu einer menschlichen Behausung vorkämpfte. Es folgen Geschichten über Forschungsreisende (unter anderem über Thor Heyerdahl), deren zäher Überlebenswille sie bis an ihre Ziele brachte. Darunter fallen aber auch zahlreiche Berichte des tödlichen Scheiterns, etwa beim Bergsteigen oder dem unglückseligen Versuch, den Südpol im Wettrennen zu erreichen.

Mittendrin findet man auch eine Reihe von Kriegshelden und ihre schier unglaublichen Erlebnisse. Inwieweit sie alle wirklich stimmen, kann man nicht beurteilen. Sicher ist aber, dass Grylls dabei seine patriotischen oder kollegialen Gefühle ins Spiel bringt und zu gewissen Übertreibungen neigt, die man zum Teil schon aus den Kapitelüberschriften erkennt.

Grylls erzählt knackig und spannend. Folglich ist dieses Buch sehr unterhaltsam und mitunter auch lehrreich. Man kann den Mut derer bewundern, die das Schicksal in solche Extremsituationen versetzt hat. Man kann sich aber auch fragen, warum sich einige Menschen freiwillig in Gefahren begeben, die ihr Leben kosten können. Und man kann dabei sehen, wie schmal der Grat zwischen Heldenmut und Wahnsinn in Wirklichkeit ist. Und natürlich - und das war die Absicht des Autors - führen alle diese Geschichten vor, welche Kraft Menschen entfalten können, wenn es um alles geht.


Wie man tolle Frauen rumkriegt: Ein Profi-Aufreisser verrät seine Methoden
Wie man tolle Frauen rumkriegt: Ein Profi-Aufreisser verrät seine Methoden
von Michal "
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Sorgen Sie dafür, dass die Frau Ihnen mehr Wert gibt als Sie ihr.", 20. Juni 2014
Das ist Teil des Plans und gehört zur sogenannten Mid-Game-Phase, wenn man die Methode des Autors anwenden will, um für beständig neuen Nachschub im Bett zu sorgen. Meister Mehow gehört zu den Profi-Frauenaufreißern, die sich für Künstler halten, ihre Kunst über Bücher und Seminare unters Männervolk bringen und davon offenbar nicht schlecht leben.

Glaubt man seiner Geschichte, dann hatte er nach einer teuren Scheidung nicht nur kein Geld, sondern auch ewig keinen Sex mehr. In dieser trostlosen Situation bekam er einen Tipp, ließ sich von einem Herrn mit dem Künstlernamen "Mystery" praktisch beraten und kam so auf die Erfolgsschiene bei Frauen.

Bei seinen Abenteuern folgt er nach seinem Bekunden einer vermutlich zutreffenden Erfahrung. Männer, so Mehow, probieren nicht genug. Bei der ersten Frau, die ihnen zusagt, gehen sie meistens in die Ehefalle und bleiben dauerhaft unbefriedigt. Das mag stimmen und gilt sicher auch für das andere Geschlecht.

Interessante Theorien prüft man am besten durch Selbstanwendung auf ihre Schöpfer. Oft kommt man dabei zu lustigen Paradoxien. Glaubt man nämlich Mehow, dann hatte er wohl inzwischen mehr als genug Erfahrungen. Doch offenbar hat er dennoch seine Traumfrau noch nicht gefunden. Und welche Frau lässt sich wohl dauerhaft auf einen Profi-Aufreißer ein?

Mehow arbeitete früher als Computer-Hacker. Es verwundert also nicht, dass er seinen Klienten so etwas wie einen Algorithmus zur Verfügung stellen möchte, der ihnen bei Anwendung desselben eine bestechende Erfolgsquote verschaffen soll. Ich habe da so meine Zweifel, ob das tatsächlich gelingen wird. Schließlich verlangt all das nichts weniger als eine Image- , wenn nicht sogar eine Persönlichkeitsveränderung seiner Leser. Ohne praktische Hilfe wird das nur selten gelingen.

Mehows "Arbeitsstelle" sind Bars und Klubs, in denen nach seiner Auffassung die meisten heißen Singlefrauen zu finden sind. Und dort geht er nach seiner im Buch erläuterten Methode vor. Offenbar ist er dabei sehr erfolgreich, wenn man Erfolg als "Herumkriegen" definiert. Beim Lesen seines Buches schwankt man zwischen Extremen hin und her. Auf der einen Seite sind die im Text aufgeführten Dialoge zwischen ihm und seinen Opfern dermaßen primitiv, dass es einen gelegentlich schaudert. Andererseits offenbart er bei aller Primitivität doch die Grundprinzipien eines erfolgversprechenden Flirts.

Ich wage die Prognose, dass die Mehow-Methode in der im Buch vorgestellten Art und Weise nur bei einem bestimmten Frauentyp funktioniert und dass der Anwender hart im Nehmen sein muss. Und zu gerne würde ich daneben stehen, wenn jemand sie mit dem Buch in der Jackentasche zum ersten Mal ausprobiert. Der Knackpunkt, den Mehow auch erwähnt, besteht nämlich darin, wie viel Ablehnung der Proband schließlich wirklich aushält, bis er entweder aufgibt oder einen Zustand erreicht, bei dem Ablehnung von ihm abperlt wie beim Meister.

Ob man mit diesem Buch tatsächlich etwas anfangen kann, lässt sich schwer beurteilen, weil das von vielen subjektiven Faktoren abhängt. Es vermittelt zwar einige Prinzipien des Flirtens, tut dies aber auf einer wenig geistreichen Ebene. Schüchternen Männern wird es nicht viel nützen, weil es deren Grundproblem allenfalls theoretisch löst. Mir hat vieles nicht gefallen, anderes fand ich nicht schlecht, wenn man es auf ein anderes Niveau zu heben versteht.


Von Tropenvögeln und königlichen Unterhosen (Sunny Valentine, Band 1)
Von Tropenvögeln und königlichen Unterhosen (Sunny Valentine, Band 1)
von Irmgard Kramer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 10,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn die Klotür vom Backinghäm Päläs in den eigenen Keller führt, 18. Juni 2014
Tja, dann kann man Prinz Philip beim Pinkeln zusehen oder sich auf den Weg zur Kwien machen. Allerdings muss man dazu auch im Haus von Sunny Valentine wohnen, das sie für weniger als einen Euro gekauft hat. Natürlich ist das kein normales Haus. Es spricht zu einem, hat Launen und stellt Forderungen. Zum Beispiel möchte es gerne, dass die Unterhose von Prinz William auf seinem Dach gehisst wird.

Zugegeben, man muss schon ziemlich viel Phantasie besitzen, um der verwegenen Handlung dieses Kinderbuches über seine Herrlichkeit, das magische Haus von Sunny Valentine, folgen zu können. Und man sollte sich etwas im englischen Königshaus auskennen, was bei der Zielgruppe dieses Buches nicht ganz selbstverständlich zu sein scheint. Unter diesen Voraussetzungen hat dieses lustige und mit absichtlichen Rechtschreibfehlern garnierte Buch bestimmt eine gute Chance bei seinen kleinen Lesern gut anzukommen.

Sunny jedenfalls muss sich durch den Keller in den Palast der Queen, äh Kwien, begeben, um das launische Haus wieder gütig zu stimmen. Dabei wird sie natürlich von der Sicherheit erwischt, die sofort Eindringlingsalarm auslöst, denn gerade läuft dort die Hochzeitsfeier zwischen William und Kate, auf der Sunny natürlich nichts zu suchen hat. Ob Sunny dennoch William die Unterhose klauen kann, sei hier nicht verraten. Dazu muss man dann doch in dieses recht ungewöhnliche Buch schauen.


Die 156 besten Rezepte für Selbstversorger: Wie Sie mit Gemüse, Obst und Kräutern aus eigenem Anbau leckere Gerichte zaubern
Die 156 besten Rezepte für Selbstversorger: Wie Sie mit Gemüse, Obst und Kräutern aus eigenem Anbau leckere Gerichte zaubern
von Constanze Eschbach
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schönes Gartenbuch mit leckeren Rezepten, 16. Juni 2014
Vielleicht dachte der Verlag, dass sich Kochbücher besonders gut verkaufen und gab diesem Produkt einen den Inhalt leider nicht vollständig widerspiegelnden Namen. Tatsächlich handelt es sich nämlich um eine gelungene und sehr schön aufgemachte Mischung aus einem Selbsterfahrungs-Gartenbuch und einer Vielzahl von Vorschlägen zur Zubereitung der eigenen Ernte.

Wer entschieden hat, dass man hier die 156 besten Rezepte für Selbstversorger findet, ist nicht überliefert und wahrscheinlich wieder einmal einer der üblichen laut tönenden und unnützen Marketing-Übertreibungen - schmackhaft sind die unkompliziert herstellbaren Gerichte auf jeden Fall. Und es ist auch für alle etwas dabei.

Ich habe dieses Buch allerdings zunächst als eine sehr sympathische und nach dem Jahresverlauf ausgerichtete Darstellung der gärtnerischen Selbstversorgungsversuche der Autorin verstanden. Nach einem einführenden Kapitel, das Basiswissen für Selbstversorger (für ungefähr 100 Quadratmeter, aber auch für den Anbau auf kleineren Flächen) vermittelt, beschreibt Constanze von Eschbach, was sie vom Frühjahr bis in den späten Herbst und auch in der Winterruhe in ihrem Garten und mit Ihrer Ernte alles anstellt.

Neben Anregungen und gärtnerischen Tipps findet man vor allem Kommentare zu den jeweils aktuellen Pflanzen und ihrem Anbau. Danach folgen die zahlreichen Rezepte mit diesen Gewächsen. Im Frühjahr zum Beispiel geht es unter anderem um die Themen Kartoffeln und um den Spargelanbau. Nach meinem Eindruck handelt es sich bei diesem Buch um einen sehr praktischen Ratgeber, der für einen normalen Garten bestens geeignet ist. Er spiegelt die Erfahrungen der Autorin wider, die sich all diese Erkenntnisse, Techniken und Methoden offenbar selbst angeeignet hat und sie nun unkompliziert weitergibt.

Einfachheit und Praktikabilität bei Herstellung und Verarbeitung eigener Gartenprodukte sind wohl die Eigenschaften, mit denen man die zahlreichen Tipps, Anregungen und Rezepte aus diesem liebevoll gestalteten Buch am besten beschreiben kann. Da die Autorin Vegetarierin ist und da es sich bei den Grundprodukten vorrangig um die eigene Ernte aus dem Garten handelt, verwundert es nicht, dass die meisten Produkte ohne Fisch und Fleisch auskommen, wenngleich man auch einige mit solchen Beigaben finden kann.

Am Ende des Buches gibt es als Zugabe eine hilfreiche Übersicht aller beschriebenen Pflanzen (Zeit der Aussaat, benötigte Pflege, Eignung für die Permakultur, Ernte, Bevorratung, Tipps) und eine Übersicht über die von der Autorin favorisierten Gartenbücher. In meinen Augen stellt dieses Buch eine sehr gelungene Mischung aus einem Gartenbuch und einem Kochbuch für frische Gerichte aus einem typischen deutschen Garten dar.


Bhutan
Bhutan
von Harald Nestroy
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 48,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wunderschöne Bilderreise durch das "Land des friedlichen Donnerdrachens", 15. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Bhutan (Gebundene Ausgabe)
Druk Yul, Land des friedlichen Donnerdrachens, nennen die Bhutaner ihr Land bereits seit dem 13. Jahrhundert. Zwischen den beiden Riesen Indien und China eingeklemmt, erscheint dieses für westliche Besucher recht sonderbare Königreich klein. Tatsächlich aber ist es etwas größer als die Schweiz. Man findet in diesem für westliche Verhältnisse bitterarmen Land eine fast noch unbehelligte buddhistische Kultur, die von den rund 700.000 Einwohnern bhutanischer Abstammung bis in den Alltag gelebt wird. Bhutan war niemals eine Kolonie westlicher Eroberer, hatte jedoch nicht selten Ärger mit seinen Nachbarn, wovon die zahlreichen Klosterburgen auch heute noch zeugen.

Der Betrachter findet in diesem Bildband kurze (in deutsch und englisch gehaltene) Einführungen in die Geschichte Bhutans, Bemerkungen zum Verhältnis zu seinen beiden jetzigen Nachbarn, zur Kultur des Landes und zum Selbstgefühl seiner Einwohner. Natürlich dominieren die Bilder, die die bhutanischen Landschaften, die Klosterburgen und die Menschen bei ihren Verrichtungen zeigen. Harald N. Nestroy arbeitete als deutscher Diplomat unter anderem in Indien, wo sein Interesse für Bhutan entstand.

Fotografieren lernte er vor allem bei Jaroslav Poncar, einem Meister seines Faches. So schön die meisten Bilder in diesem Buch auch sind, an die Kunst von Poncar reichen sie nicht heran. Da einige dieser Fotografien scheinbar unnötig klein abgedruckt wurden, fragt man sich, ob das nicht auch an ihrer technischen Qualität liegt. Auch bei größeren Bildern fallen die nicht immer optimal getroffenen Lichtverhältnisse auf. Jedenfalls, wenn man genauer hinsieht. Am überwältigenden Eindruck, den dieser wunderschöne Bildband von Bhutan erzeugt, ändert diese eher technische Bemerkung allerdings überhaupt nichts.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20