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Rezensionen verfasst von
Dr. R. Manthey
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Equine Beauty - A Study of Horses
Equine Beauty - A Study of Horses
von Macek Raphael
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 59,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillant, 10. Oktober 2013
Wer solche grandiosen Fotografien von Pferden zustande bringt, muss diese Tiere verstehen und lieben. Er muss sie lesen und in ihre Seele schauen können. Für manche Menschen mag das seltsam klingen. Doch vielleicht verstehen sie es sofort, wenn sie Raphael Maceks Bilder erst einmal gesehen haben. Seine "fotografische Studie" wird Pferdeliebhaber ohnehin begeistern, aber sie ist natürlich auch ein künstlerisches Meisterwerk.

Dabei geht es nicht nur um meisterhafte Tierfotografie. Macek zeigt in diesem Band die Schönheit von Pferden in allen Facetten und einzelne Pferdeporträts, die oft dem Betrachter die Persönlichkeit des jeweiligen Tieres soweit öffnen können, wie das Fotografien eben zu leisten vermögen. Und das geht weit über jede noch so perfekte Tierfotografie hinaus.

Zwischen Menschen und ihren Reitpferden gibt es seit Jahrtausenden eine enge Beziehung, und zu keinem anderen Tier entwickelt der Mensch ein stärkeres gegenseitiges Abhängigkeits- und Vertrauensverhältnis als zu einem Reitpferd.

Macek wuchs in einer Tierarztfamilie auf, in der auch Pferde gezüchtet wurden. Nur jemand, der mit Pferden so vertraut ist, kann solche emotionalen Bilder fotografieren. Aber Maceks Bilder sind auch technisch und gestalterisch perfekt. Sie entstanden in Brasilien, in der arabischen Wüste und in den USA.

Neben den Fotografien findet man kaum Text: eine kurze Einleitung, eine Vorstellung des Autors und einen Bildindex mit dem Entstehungsort der einzelnen Fotos und der Pferderasse.


Als sich mein Mandant in die Richterin verliebte: Etwas andere Geschichten aus meinem Leben als Anwalt
Als sich mein Mandant in die Richterin verliebte: Etwas andere Geschichten aus meinem Leben als Anwalt
von Tobias Scheidacker
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anekdoten, kleinere Einsichten und Persönliches, 7. Oktober 2013
Bei einem Anwalt vermutet man Schweigsamkeit. Ob Anwalt Scheidackers Mandaten fröhlich reagieren, wenn sie sich in seinen Geschichten wiedererkennen, sei einmal dahingestellt. Immerhin kann ein Außenstehender sich wohl keinen Reim auf die Identität der so Bloßgestellten machen. Vielleicht besitzt Tobias Scheidacker aber einfach auch nur einen Hang zum Schreiben, den er beim Verfassen juristischer Schriftsätze nicht befriedigen kann.

In seinem Buch lässt er seine Leser an seinem Juristenalltag teilhaben, mal in Anekdoten über skurrile, aber durchaus lehrreiche Fälle, mal in (leider nicht immer prickelnden) Abhandlungen über sein Spezialgebiet (Immobilien und Mietrecht), mal in merkwürdigen Ausflügen ins Persönliche. So erfährt man zum Beispiel, dass der Pfarrerssohn aus nachvollziehbaren Gründen aus der Kirche ausgetreten ist (und dafür in seinem Buch auch noch wirbt), dass er für Greenpeace spendet, in wilder Ehe lebt und drei Kinder hat, die er gelegentlich auch mal auf dem Richtertisch wickelt.

Scheidackers Erklärung für seine wilde Ehe wird wahrscheinlich bei einigen seiner Leser Kopfschütteln hervorrufen, denn er begründet sie mit dem Steuerrecht. Er kann seine geliebte Lebensgefährtin nämlich nicht ehelichen, weil er dann einen nicht unerheblichen steuerlichen Vorteil bekäme. Und wegen des Geldes heiratet Herr Scheidacker selbstverständlich nicht. Das geht gar nicht. Lieber wartet er, bis dieses Unrecht aus der Welt ist. Seine an anderen Stellen formulierten Beschwerden, wie viel Makler im Gegensatz zu ihm verdienen würden oder sein Fluchen über kleine Streitwerte, würden Siegmund Freud sicher gut gefallen.

Dass ich das Buch nicht schlecht fand und es mir stellenweise auch richtig gefallen hat, liegt an einigen der beschriebenen Fälle, aus denen man durchaus persönliche Schlüsse ziehen kann, an den Einblicken, die Scheidacker aus seinem Anwaltsleben preisgibt, die auch lehrreich sind und an seinem sympathischen und intelligenten Stil, der nicht ohne eine gewisse Selbstironie bleibt.

Zum Beispiel bestätigt Scheidacker aus eigener Erfahrung und mit höchstrichterlichen Urteilen, dass man sich besser nicht mit dem Finanzamt anlegt. Oder er macht deutlich, dass Richter schon mal aus dem Bauch gegen das Gesetz entscheiden, wenn sie bei einem geringen Streitwert keine Revision befürchten müssen. Bei Gericht bekommt man nicht Gerechtigkeit, sondern ein Urteil, heißt es irgendwo im Text. Und genau das führt uns Scheidacker an vielen Fällen vor.

Bis auf einige wenige Stellen, an denen beim Autor der juristische Gaul durchgeht und er langatmige Berechnungen anführt oder über seinen Schriftverkehr berichtet, liest sich das Buch gut. Es gehört zum Unterhaltungsgenre, das gerne auch einmal über schlechte Erfahrungen anderer berichtet, denen man danach selbst vielleicht besser aus dem Weg geht, weil man sie nun kennt.


Die Nationalelf: Momente für die Ewigkeit
Die Nationalelf: Momente für die Ewigkeit
von Alexander Laux
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,90

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Momente, die im Gedächtnis bleiben, 4. Oktober 2013
Auf die deutsche Nationalmannschaft bezogen haben wir sicher viele solcher Momente in unserer ganz persönlichen Erinnerung. Nicht nur Siege und Niederlagen, sondern auch kleine Augenblicke, in denen man Einblicke in das Seelenleben der Beteiligten bekam und dann entweder verwundert, belustigt oder irritiert sein konnte.

Für mich ist einer dieser Momente das legendäre Fernseh-Interview, das Waldemar Hartmann mit dem völlig aus der Fassung geratenen Bundestrainer Rudi Völler am 6. September 2003 in Reykjavik führte. Man kann es in diesem Buch noch einmal in voller Länge nachlesen und sich amüsieren.

Dem Autor dieses eindrucksvollen Bildbandes kann man zu seiner Gestaltungsidee nur gratulieren. Weil er sich der Nationalmannschaft, ihren Spielern und Trainern und den verschiedenen Hochs und Tiefs aus völlig verschiedenen Perspektiven näherte, entstand ein abwechslungsreiches, informatives und spannendes Buch, also etwas ganz anderes als ein langweiliger chronologisch geordneter und mit Fotos garnierter Bericht. Zwar dominieren bei der Auswahl die letzten Jahrzehnte, aber es kommen auch Ereignisse zur Sprache, die viel weiter zurückliegen.

Man kann gar nicht auf alle Einzelheiten eingehen, die im Buch dokumentiert, beschrieben und kommentiert werden, dazu sind es einfach zu viele. Wer erinnert sich nicht an den heulend am Pfosten seines Tores sitzenden Oliver Kahn nach dem verlorenen WM-Finale in Yokohama oder an die Podolski-Ohrfeige für Ballack, den Spickzettel für Jens Lehmann, die Spuck-Attacke auf Rudi Völler, das Golden Goal von Oliver Bierhoff, das Wembley-Tor und die späte Rache dafür?

All dies und sehr viel mehr findet man in diesem Buch, das nicht nur ein Bildband ist, sondern das darüber hinaus auch viel informativen und gut geschriebenen Text, Zeitdokumente, Interviews und einen kleinen Statistikteil enthält.


Leuchttürme 2014
Leuchttürme 2014
von Philip Plisson
  Kalender

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Maritime Zeichen der Vergangenheit, 3. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Leuchttürme 2014 (Kalender)
Leuchttürme besitzen eine eigenartige Anziehungskraft auch auf Menschen, die nicht zur See fahren. Heute haben sie zwar kaum noch eine wirkliche Bedeutung, aber dennoch kann man sich ihrer einstigen Rolle als Orientierungspunkt für Menschen, die sich bei Nacht und Nebel auf dem Meer zurechtfinden mussten, nicht entziehen. Vielleicht schwingt dabei auch ein wenig Romantik oder Klischee mit.

Dieser großformatige Kalender enthält Fotos von sechs Leuchttürmen in den USA und sechs an der französischen Küste. Der Marshall Point in Maine, USA, spielte sogar in "Forest Gump" mit. Das erfährt man, wenn man die kurze Geschichte und den genauen Standort dieser Gebäude auf der Rückseite des ersten Blattes an sich vorbeiziehen lässt.

Warum ausgerechnet diese 12 Türme eine Aufnahme in den Kalender fanden, ist nicht überliefert. Wenigstens drei der Fotos haben mich nicht wirklich überzeugt. Das kann man nicht nur schöner in Szene setzen, auch die entsprechenden Türme sind nicht die spektakulärsten ihrer Art. Wie man das besser löst, zeigt zum Beispiel das Deckblatt.

Ungeachtet dessen stellt dieser Kalender schon allein wegen seiner Größe und der Druckqualität eine Attraktion dar.


Ein Esel geht zur Schule
Ein Esel geht zur Schule
von Julia Boehme
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 7,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur gemeinsam sind wir stark, 3. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Ein Esel geht zur Schule (Gebundene Ausgabe)
Für Lulu ist heute ein besonderer Tag. Sie reitet auf ihrem Esel Leo in ihre neue Schule, die für sie so eine Art Paradies ist. Nicht nur, dass man seinen Esel oder sein Pferd mitbringen kann - zur Schule gehören viele Tiere, deren Pflege die Kinder übernehmen müssen. In Lulus neuer Klasse werden dazu Vierer-Teams gebildet.

Leider konnte Lulus neue Freundin Melina heute nicht in der Schule sein, weil sie krank ist. Als Lulu ihr erzählt, dass sie sich mit Nike und Paula angefreundet hat, wird Melina sauer, denn das sind ausgerechnet ihre Erzfeindinnen. Aber es kommt noch schlimmer, denn die vier müssen zusammen ein Team bilden und die Gänse der Schule betreuen.

Doch ausgerechnet dabei geschieht ein Unglück: Paula hatte das Gatter nicht richtig zugeschlossen, und nun sind die Gänse ausgebüchst. Wenn man sie bis zum Anbruch der Dunkelheit nicht findet, werden sie schutzlos dem Fuchs ausgeliefert sein. Ob sie nun wollen oder nicht, jetzt müssen die vier doch zusammenarbeiten. Und dabei lernen sie sich viel besser kennen und schätzen.

Dieses schön illustrierte und für Selbstleser geschriebene Buch kann man auch ohne die beiden Vorgängerbücher verstehen. Die Schriftgröße, der Bucheinband und die Geschichte selbst sind perfekt für die Altersgruppe, wenngleich wohl nur für Mädchen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 20, 2013 9:02 PM CET


Woher kommt die Liebe?: All unsere klugen Gefühle - von Angst bis Vertrauen
Woher kommt die Liebe?: All unsere klugen Gefühle - von Angst bis Vertrauen
von Claus Peter Simon
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Muss man Gefühle erklären können?, 1. Oktober 2013
Vielleicht leben wir in einem Zeitalter, in dem man alles in der Welt der Begriffe und Kategorien erklären muss. Nun haben sich Hirnforscher und Psychologen daran gemacht, uns unsere Gefühle auf diese Weise zu erläutern. Aber kann man das überhaupt? Und wollen wir es wirklich? Man kann sich dagegen schlecht wehren, denn der Forscherdrang macht so schnell vor nichts halt. Hirnforscher wissen inzwischen, wo unser Gehirn aktiv wird, wenn wir dies oder das fühlen. Und Psychologen studieren das menschliche Verhalten mit ausgeklügelten Experimenten. Wenigstens das bringt Interessantes zu Tage und hilft vielleicht Verwirrungen auszuräumen, die gelegentlich durch Verhaltensmissdeutungen insbesondere zwischen den Geschlechtern entstehen.

Das Buch gliedert sich in zwei Teile. Zunächst befasst sich der Autor mit "den großen Fragen". Darunter versteht er generelle Themen, die aus historischer und gesellschaftlicher Sicht mit menschlichen Emotionen zusammenhängen. In einem zweiten Teil werden dann die "großen Gefühle" unter verschiedenen Aspekten diskutiert. Zu den "großen Gefühlen" gehören beim Autor Angst, Einsamkeit, Ekel, Glück, Liebe, Neid, Rache, Trauer, vertrauen und Zorn. Unter einigen dieser Überschriften kommen dann auch noch andere Emotionen oder Zustände zur Sprache, etwa Langeweile, Scham, Eifersucht, Schadenfreude, Sehnsucht, Geborgenheit und Ärger.

Allein schon beim Betrachten dieser Liste fällt auf, dass sie unter merkwürdigen Kriterien zustandegekommen sein muss. In ihr stehen Grundemotionen zusammen mit sehr komplexen Gefühlen oder Seelenzuständen. Und wo ist eigentlich die Freude als eine Grundemotion abgeblieben? Es liegt die Vermutung nahe, dass das Hauptkriterium für die Zusammenstellung dieser Liste das Vorhandensein von Forschungsergebnissen oder die Literaturdichte gewesen sein muss. So liest sich nämlich auch der ganze Text. Vieles erscheint wirklich interessant, manches verwirrt eher oder ist schwer aufnehmbar, weil man beim Lesen keine wirkliche Systematik in der Darstellung erkennen kann, sondern eher alles, was zum Thema bekannt ist oder wichtig erschien, dargeboten bekommt.

Kann man eigentlich Emotionen in ein Begriffssystem zwingen? Denn nichts anderes muss man schließlich tun, wenn man sie erklären will. Dass es dabei zu Missverständnissen kommen kann, demonstriert der Autor ungewollt beim Begriff "Intuition" bereits im ersten Teil. Er zitiert zunächst Einstein: "Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Geist ein treuer Diener. Wir haben jedoch eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat." Und dann wundert er sich, dass dies ja wohl erstaunlich für jemanden sei, der das physikalische Weltbild so maßgeblich geprägt hat. Dieses Erstaunen ist wiederum sehr lustig, weil Einsteins Werk ohne seine unglaubliche Intuition niemals die Welt erblickt hätte.

Wie kann ein solch kapitales Missverständnis entstehen? Für den Autor ist "die wohl wichtigste Zutat der Intuition Gefühl, hoch kondensiertes Gefühl". Mit dem was Einstein meinte, hat das aber sehr wenig zu tun. An diesem Beispiel kann man erkennen, wie schwer es ist, über Zusammenhänge zu berichten, wenn die Begriffe nicht wirklich geklärt sind oder vielleicht auch gar nicht sein können.

Leider setzt sch der leichtfertige Umgang mit Begriffen auch später fort. Beim Thema Einsamkeit behauptet der Autor beispielsweise, dass diese ansteckend sei. Liest man dann die Erklärung, dann muss man leider feststellen, dass es sich nicht um eine Ansteckung und auch nicht um die Einsamkeit handelt, die weitergegeben wird. Vielmehr geht es darum, dass Menschen mit einer negativen Weltsicht von anderen gemieden werden, aber gleichzeitig die bereits vorhandene Negativität anderer verstärken. Das ist dann wohl etwas völlig anderes.

Neben noch einigen anderen aus meiner Sicht etwas fragwürdigen Darstellungen enthält das Buch aber auch viele interessante Informationen. Etwa, wenn beim Thema Trauer auf das völlig unterschiedliche Verhalten von Männern und Frauen eingegangen wird, das nicht selten zu katastrophalen Missverständnissen führt. Der Autor schildert einen solchen Fall. Psychologen haben herausgefunden, dass es keinen Unterschied in der Intensität beim Trauern zwischen Männern und Frauen gibt. Männer zeigen ihre Trauer aus den verschiedenen Gründen nicht oder anders. Und das hat auch physiologische Ursachen, wie man aus dem Text erfährt. Warum der Autor dann dem Zeitgeist folgend Männern rät, ihren Gefühlen mehr Freiheit zu geben, wo er doch gerade erklärt hat, dass es für ihre Zurückhaltung Gründe gibt, die sie nicht beeinflussen können, bleibt sein Geheimnis.

Gefühle im Sinne der Wissenschaft erklären zu können, mag mitunter ganz hilfreich sein, insbesondere wenn es dazu beiträgt, Missverständnissen und Fehldeutungen vorzubeugen. Allerdings können Forschungen wie immer auch missbraucht werden, hier etwa zur emotionalen Manipulation von Menschen. Um mit seinen Gefühlen klar zu kommen, benötigt man vielleicht auch etwas anderes als ihre wissenschaftliche Erklärung. Aber das ist nicht Gegenstand dieses Textes.

Alles in allem liefert das Buch eine durch viel Literatur unterlegte Übersicht über die Forschungen zu menschlichen Emotionen. Die Darstellung schien mir nicht immer optimal zu sein. Sie reizt an vielen Stellen zu Widerspruch, ist aber gut lesbar, wenn man sich für das Thema interessiert. Ich fand den Text nicht schlecht, stellenweise hat er mir auch gefallen, was der Seitenbetreiber mit drei bis vier Sternen gekennzeichnet haben möchte.


Kein Empfang
Kein Empfang
von Marian de Smet
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 13,95

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wenn man jemanden wirklich liebt, lässt man ihn los.", 30. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Kein Empfang (Gebundene Ausgabe)
Leo studiert in Paris und liebt die Berge. Auf einer letzten einsamen Tour in den Alpen überrascht ihn ein Gewitter beim Abstieg. Um den Rückweg abzukürzen, weicht er vom Pfad ab, stürzt dabei in eine Höhle und bricht sich einen Fuß. Hilflos sitzt er nun weit von den Touristenpfaden entfernt in unwegsamem Gelände fest. Der Akku seines Handys ist leer, aber ein Netzt findet man hier sowieso nicht.

Unten auf dem Zeltplatz wartet David, der keine Lust auf anstrengende Bergtouren hatte. David geht Leo suchen, aber er findet ihn nicht. Nur Nanou beobachtet das Geschehen aus ihren Verstecken. Sie wohnt hier oben in einer einsamen Hütte allein mit ihrer Mutter, die ihr jeden Kontakt zu Menschen verboten und dafür scheinbar gute Gründe angegeben hat.

Aber Leo ist in Nanous Höhle gestürzt, in die sie sich manchmal zurückzieht. Zwischen den beiden beginnt eine zaghafte Annäherung, die Leo das Leben retten und Nanou völlig aus der Bahn werfen kann.

Mit einem ganz einfachen stilistischen Mittel schildert die Autorin dieses überraschend guten Buches die ungewöhnliche Konstellation. Jedes Kapitel benennt sie mit dem Wochentag der Handlung. Und dann berichten Leo, David und Nanou jeweils aus ihrer Perspektive über das Geschehen an diesem Tag. Dadurch muss nicht viel erklärt werden, und dadurch werden die völlig verschiedenen inneren Welten, in denen sich die drei aufhalten, sensibel, eindringlich und emotional berührend beschrieben.

Dieser Thriller für Jugendliche wird dem Genre mehr als gerecht, denn die Handlung bleibt bis zuletzt spannend, obwohl es hier nicht um Mord und Totschlag geht, sondern um eine sehr ungewöhnliche Konfliktsituation, in der sich vor allem Nanou befindet. Hilft sie Leo, dann kommt ihre amtlich nicht vorhandene Existenz ans Tageslicht. Hilft sie ihm nicht, dann muss Leo sterben, denn auch die großflächige Suchaktion nach ihm bleibt erfolglos.

Ein ungewöhnliches und sehr gut geschriebenes Jugendbuch.


Detektivgeschichten
Detektivgeschichten
von Antonia Michaelis
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 7,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Max allein zu Haus, 26. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Detektivgeschichten (Gebundene Ausgabe)
So heißt die erste dieser lustigen Detektivgeschichten. Max hat der Krimi, den er gerade allein im Fernsehen sah, verängstigt. Als plötzlich das Telefon klingt und am anderen Ende nur Atem zu hören ist, ahnt er ein Verbrechen. Doch das Baby von Mamas Freundin von nebenan sitzt nur fröhlich in der Küche und spielt mit dem Telefon. Das beruhigt Max als er aufgeregt in diese Wohnung stürmt.

So ähnlich verlaufen noch einige der anderen sechs eher lustigen als aufregenden und sehr kindgerechten Detektivgeschichten aus diesem auch schön illustrierten und stabil gebundenen Buch für Selbstleser der Klassenstufen eins bis drei. So stellt man sich Lesenlernen vor: Die Geschichten sind kurz und schön. Leseerfolg und Spaß gehen Hand und Hand. Was will man mehr?


Glorious
Glorious
von Frank De Mulder
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 59,90

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Every picture is a manipulation from the moment it's taken.", 26. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Glorious (Gebundene Ausgabe)
Dieser Satz wurde dem Buch sicher nicht ohne Grund vorangestellt. Denn was es wirklich zeigt, sind stimulierende Illusionen, wobei fast immer recht eindeutige Botschaften an die erotische Phantasie des Betrachters gesendet werden. Frank De Mulder liebt die Provokation. Dabei lotet er gelegentlich auch ganz bewusst Grenzen aus. In diesem Band findet man viele sehr schöne und perfekt gemachte Fotografien herrlicher Frauenkörper, aber auch szenische Installationen, von denen De Mulder sagt, dass es ihm in diesem Buch "vor allem um die Glaubwürdigkeit der Situation, die das Foto abbildet", ging.

Ob ihm das tatsächlich gelungen ist, mag jeder für sich beurteilen. Vielleicht meint er aber auch einfach nur, dass die erotische Phantasie des Betrachters die gestellte Szene als anregend annimmt. Denn darum geht es doch wohl bei der Art von erotischer Aktfotografie, wie sie De Mulder betreibt.

Was mir bei ihm fehlt, sind ein sensibles Eingehen auf die Besonderheiten seiner Models und die natürliche Betonung ihrer Schönheit und ihrer Eigenheiten. Dass er diese Art schlichter und zurückhaltender Fotografie auch beherrscht, beweisen einige wenige Bilder in diesem Buch. Solche Bilder manipulieren nicht, und vielleicht sind sie gerade deshalb so selten bei ihm. Dass sein neues Buch eine "Ode an die Frau" darstellen soll, glaubt man ihm als Absicht gerne.

Allerdings umgibt er sich nicht mit der Vielfalt an Schönheit, die der liebe Gott sich für die Frauen ausgedacht hat, sondern mit Models, die sich alle merkwürdig ähneln und wohl De Mulders Frauengeschmack offenbaren. Auf mich wirkte das ein wenig eintönig, was durch die enge Auswahl von Posen, sich von der Idee nicht unbedingt großartig unterscheidenden Szenen und De Mulders stetig wiederkehrende Leidenschaft für gewisse anregende Kleidungsstücke noch zusätzlich betont wird.

Das ändert jedoch nichts daran, dass dieses Buch großartige Fotos enthält. Schließlich sollte man auch von De Mulder nicht erwarten, dass er seine Sicht und seinen erfolgreichen Stil ändert. Warum auch? Dieses Buch wird mit Sicherheit wie alle seine Vorgänger wieder zahlreiche Anhänger finden.


Wen der Rabe ruft
Wen der Rabe ruft
von Maggie Stiefvater
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Blue, küss mich.", 25. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Wen der Rabe ruft (Gebundene Ausgabe)
In Henrietta ist nichts so wie anderswo. Der Ort liegt nah an einer unsichtbaren Energie-Linie, die die Menschen verändert. In Henrietta leben viele Seherinnen. Es geschehen aber auch sonst viele merkwürdige Dinge in diesem Ort: So geht Blue mit ihrer Mutter Maura jedes Frühjahr zu einem abgelegenen Friedhof. Dort erscheinen die Seelen all derjenigen, die bald sterben werden. Blue ist im Gegensatz zu ihrer Mutter keine Seherin. Doch sie verstärkt deren Empfindungen und die Wirkung der geheimnisvollen Ley-Linien.

Gansey sucht seit Jahren nach den Mysterien der Ley-Linien, die spirituelle Orte auf der ganzen Welt miteinander verbinden, und nach dem Grab des vor langer Zeit verstorbenen geheimnisvollen walisischen Königs Owen Glendower. Als Blue mit ihrer Mutter auf dem Friedhof weilt, sehen sie Gansey. Blue weiß, dass sie ihre erste wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Dass es Gansey sein könnte, weil er hier plötzlich erschien, glaubt sie nicht, denn sie kennen sich kaum.

Spätestens wenn man dieses Buch in den Händen hält und den Klappentext liest, wird klar, dass es sich um einen Roman aus dem Mystery-Genre handelt. Doch diese Ankündigungen führen zunächst etwas in die Irre, denn in Wirklichkeit laufen die Welt, in denen sich Gansey bewegt, und Blues Dasein nebeneinander her. Und man hat so seine Schwierigkeiten, überhaupt zu begreifen, worum es eigentlich geht. Denn die Autorin versteht es sehr gut, alles in der Schwebe, im Ungewissen und Undeutlichen zu lassen und so der Phantasie der Leser freien Raum zu gewähren.

Das ändert sich erst in der zweiten Hälfte des Buches und besonders am Ende, an dem sich die Ereignisse überschlagen. Damit entsteht vor dem Leser langsam wenigstens eine gewisse, aber immer noch sehr verschwommene Ahnung dessen, was er vielleicht vorher nicht ganz verstanden hatte. Doch dies ist wohl erst der erste Teil einer auf vier Bände ausgelegten Reihe. Und man merkt diesem ersten Band an vielen Stellen an, dass es die Autorin keineswegs besonders eilig hat, die Geheimnisse und Windungen vergangener Geschehnisse oder die unsichtbaren Beziehungen der Figuren untereinander zu offenbaren.

Die Ley-Linien können zum Leben erweckt werden. Doch dafür bedarf es eines Opfers. Wie geschieht das, was passiert dann, und was ist ein Opfer?

Das ereignisreiche Ende dieses ersten Bandes macht die gelegentlichen Längen am Anfang des Buches wieder wett und erzeugt Lust auf die Fortsetzung, denn klar ist nach den letzten Seiten schließlich nur, dass nichts klar ist, auch wenn man nun endlich zu wissen glaubt, um was es eigentlich geht.


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