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Rezensionen verfasst von
Dr. R. Manthey
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   

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Stern Fotografie 73 - Brigitte Lacombe
Stern Fotografie 73 - Brigitte Lacombe
von Brigitte Lacombe
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für Film-Freaks, 28. Januar 2014
Wahrscheinlich darf man diesem Buch nicht mit einer überzogenen Erwartungshaltung begegnen. Das Cover bedient allerdings eine gewisse Sehnsucht nach guten und interessanten Fotos. Bis auf wenige Ausnahmen wird sie der Inhalt dieses Bildbandes aber kaum stillen können.

Brigitte Lacombe zählt zu den anerkannten Filmfotografinnen. Sie nimmt die Stars beim Drehen oder in Pausen am Set auf. Nicht jeder mag solche Störungen, aber bei Lacombe werden sie offenbar geduldet. Vielleicht sind sie sogar gewollt. Einige von Lacombes Bildern in diesem Band sind wirklich sehr schöne Porträts, andere zeigen einfach nur bestimmte Situationen am Drehort. Besonders diese Fotografien sind in der Regel weder technisch besonders gut gemacht, noch transportieren sie eine Geschichte.

Vielleicht steigt beim Betrachten gelegentlich die Hochachtung vor der Leistung guter Schauspieler. Wenn man nämlich nicht nur das sieht, was man später im Film gezeigt bekommt, sondern auch die ganze oft recht trostlose Produktionsumgebung des Filmsets, dann erscheint die Fähigkeit von Schauspielern, sich emotional in eine bestimmte Situation zu begeben und sie auch zu leben, besonders erstaunlich, denn die tatsächlichen Umstände sind oft alles andere als dafür förderlich.

Gezeigt werden Fotos vom Dreh folgender Filme: Fellinis Casanova, Kramer gegen Kramer, Die Unbestechlichen, Der talentierte Mr. Ripley, Gangs of New York, Die Tiefseetaucher, Marie Antoinette, Der Krieg des Charlie Wilson, Inglourious Basterds und My Week with Marilyn. Zu den Filmen gibt es sehr wenig Text, dafür wird am Ende die Fotografin ausführlich vorgestellt.


Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki
Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki
von Haruki Murakami
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

4.0 von 5 Sternen "Ein großer Roman über Freundschaft und Liebe, Schmerz und Schuld"? Oder eigentlich über ein ganz anderes Thema?, 26. Januar 2014
Wenn man auf das Marketing-Getrommel zu diesem Buch hörte, dann wird man sich bis zur Hälfte des Textes mindestens einmal gefragt haben, was denn an diesem Buch eigentlich so besonders ist. Der Anlauf, den Murakami braucht, um seine Geschichte dahin zu bringen, wo sie seine Leser vielleicht nachdenklich werden lässt, ist erheblich. Doch dann verdichten sich besonders im letzten Drittel des Buches Andeutungen und Lebensläufe zu einem Strang, der auf die eigentliche Frage hinausläuft, um die es hier geht.

Tsukuru Tazaki hält sich für einen farblosen Niemand. Er lebt alleine, hat gelegentlich Sex mit Frauen, merkwürdige Phantasien und leidet unter seiner Einsamkeit und einer schmerzlichen Wunde aus einer lange zurückliegenden Vergangenheit. Er hatte einmal vier enge Freunde in Nagoya, zwei Mädchen und zwei Jungen. Zwischen ihnen herrschte eine wunderbare Harmonie. Doch dann zog es Tsukuru nach Tokio zum Studium, während die anderen in Nagoya blieben. Während seiner Abwesenheit musste irgendetwas passiert sein, denn aus für ihn unerfindlichen Gründen wollten die anderen vier über Nacht nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Die Gründe für dieses abrupte Verhalten erfuhr Tsukuru nicht. Und er unternahm offenbar auch keine hartnäckigen Versuche, um sie zu finden. Vielleicht hatte er nicht den Mut, vielleicht fehlte ihm das nötige Selbstvertrauen, oder sein farbloses Selbstwertgefühl ließ ihn einfach kapitulieren. Und haben wir so etwas nicht auch schon selbst erlebt? Unsere Selbstwahrnehmung filtert unsere Sichtweise auf die Wirklichkeit. Wir sehen daher manche Dinge nicht. Vor allem können wir nicht begreifen, dass andere ein völlig anderes Bild von uns haben als wir selbst und uns aus Gründen, die wir nicht verstehen, mögen oder ablehnen.

Erst als Sara in Tsukurus Leben tritt und ihn auffordert, endlich einmal den Dingen auf den Grund zu gehen, beginnen die von Tsukuru selbst geschaffenen Verdunklungen der Wirklichkeit langsam zu verschwinden. Seine aus Blindheit verlorenen Lebensjahre wird Tsukuru nicht zurückbekommen, aber vielleicht eine neue Chance. Ob er sie nutzen wird, erfährt der Leser nicht, denn dort bricht Murakami die Handlung ab.

Wenn man sich auf dieses Buch einlässt, wird man sich vielleicht am Ende auch fragen, ob man selbst immer versucht hat, den Dingen auf den Grund zu gehen, oder ob nicht eine falsche Selbsteinschätzung den eigenen Blick trübte und man etwas übersah, was das eigene Leben in eine ganz andere Richtung geführt hätte.

Westliche Leser mögen einige Stellen in diesem Buch als etwas merkwürdig oder gar befremdlich empfinden. Insbesondere wenn Murakami über Sex schreibt, liest sich das recht spröde und wenig romantisch. Das ist jedoch der japanischen Kultur geschuldet, die wir sicher nicht immer verstehen.

Nach einem etwas holprigen Beginn hat mich dieser Roman besonders am Ende gefesselt und nachdenklich gemacht. Ich hätte das bis zur Hälfte nicht mehr erwartet.


China in Gefahr: Wie die angloamerikanische Elite die neue eurasische Großmacht ausschalten will
China in Gefahr: Wie die angloamerikanische Elite die neue eurasische Großmacht ausschalten will
von William Engdahl
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Globale Methoden zur Aufrechterhaltung der US-Hegemonie - ein Lehrbeispiel auch für "gute Freunde", 24. Januar 2014
Glaubt man den jüngsten Aussagen deutscher Politiker, so sind die USA unsere besten Freunde, die sich allerdings kürzlich durch ihre geheimdienstliche Neugier offenbar zur völligen Überraschung der etwas romantischen deutschen Führungselite ein wenig danebenbenommen haben. Wer an Freundschaft zwischen Staaten glaubt, muss Schwierigkeiten mit der Wirklichkeit haben, denn verschiedene Mächte verbindet allenfalls eine gemeinsame Interessenlage, aber nicht Freundschaft.

Beim Lesen dieses Buches bekommt man schnell ein ungutes Gefühl, wenn man tatsächlich an Freundschaft zwischen Staaten glaubt, denn einige der in ihm beschriebenen Methoden der USA werden mit großer Selbstverständlichkeit natürlich auch gegen Europa angewandt. Deshalb handelt es sich um einen durchaus lehrreichen Text, selbst wenn einige Dinge konstruiert scheinen.

Leider macht der Autor aus seiner Sympathie für das chinesische Regime keinen Hehl. Das ist nicht nur deshalb irritierend, weil sein Buch dadurch in gewisser Weise den Anspruch journalistischer Neutralität oder einer adäquaten Berichterstattung verliert, sondern auch, weil China nicht gerade ein Hort der Demokratie oder ein Beispiel für ein freies Land ist. Auch dass Chinas Führung immer noch Mao verehrt, der Millionen von Chinesen auf dem Gewissen hat, die als Folge seiner Politik des "Großen Sprungs" oder seiner "Kulturrevolution" umkamen, scheint den Autor wenig anzuheben. Seine merkwürdige Sympathie für das chinesische Regime lässt ihn leider auch einige der Risiken übersehen, vor denen die sogenannte Volksrepublik steht. Darüber hinaus schätzt er nach meiner Ansicht auch einige wirtschaftliche Fragen falsch ein. Ich komme darauf später zurück.

Das Hauptanliegen des Autors besteht darin, die verschiedenen Methoden, mit denen die USA Chinas Aufstieg bremsen und das Land in Schwierigkeiten bringen wollen, offenzulegen und in einen gemeinsamen Kontext zu bringen. In dieser Hinsicht handelt es sich um einen Text, der manchem Leser sicher die Augen öffnen wird, denn im Grund geht es gar nicht um China, sondern um diese universellen Methoden, die natürlich weltweit angewandt und in diesem Buch nur auf China heruntergebrochen und für diesen Fall erklärt werden. China ist gegenwärtig die größte Bedrohung für das Hegemoniestreben der USA.

Man kann den sogenannten "Arabischen Frühling" oder einige Kriege in Afrika (z.B. im Sudan) besser verstehen, wenn man Chinas Suche nach Rohstoffen und dabei insbesondere nach Öl in die Betrachtungen einbezieht. Durch gezielt herbeigeführtes politisches oder militärisches Durcheinander ist es den USA gelungen, die chinesische Offensive zur Beschaffung von Öl und anderen Rohstoffen in Afrika ins Stocken zu bringen. Darum geht es im zweiten Kapitel des Buches, das man im Zusammenhang mit dem fünften Abschnitt lesen muss, in dem die Transportwege nach China betrachtet werden, in deren Nähe die USA zahlreiche militärische Stützpunkte errichtet haben, um den chinesischen Nachschub im Ernstfall abschneiden zu können.

Insbesondere diese US-Strategie verschlingt Unsummen an nicht wirtschaftlich nutzbarem Kapital und wird irgendwann zum Sargnagel der amerikanischen Hegemonie werden. Noch können die USA insbesondere Rohstoffe mit Geld bezahlen, das gerade frisch ihre unermüdliche virtuelle Druckerpresse verlassen hat. Ersetzt ein Währungskorb - wie von China und anderen Staaten gefordert - irgendwann den Dollar, dann wird die völlige Überspannung der USA schnell zu Ende gehen. Das deutet der Autor im ersten und letzten Kapitel seines Buches an.

Über die Bemühungen der USA, Chinas Wirtschaftsmacht zu beschneiden, berichtet der Autor im sechsten Kapitel. Leider sind diese Ausführungen recht diffus und zum Teil fragwürdig. Beispielsweise geht der Autor dort kurz auf den "Solarkrieg" ein und behauptet, die Chinesen hätten bei ihren Solarzellen "wissenschaftliche Erkenntnisse auf die Technik angewendet und ein überlegenes chinesisches Produkt entwickelt". Das ist natürlich nicht die ganze Wahrheit, denn in Wirklichkeit sind die chinesischen Konzerne zunächst mit anderswo nicht darstellbaren Dumpingpreisen auf den Weltmarkt gezogen und haben so zum Beispiel auch die deutsche Solarindustrie ruiniert.

Die restlichen Kapitel befassen sich mit Methoden, die amerikanische Unternehmen weltweit einsetzen, um Kunden und ganze Staaten in eine Abhängigkeit von ihren Produkten zu bringen. Mit China hat das speziell nichts mehr zu tun, zumal einige dieser Dinge auch gegen die Bevölkerung der USA eingesetzt werden. Darunter fallen der Einsatz von Herbiziden und Pestiziden, der Abbau von Schiefergas, der Einsatz von Medikamenten, die eher töten als helfen, der Einfluss amerikanischer Medien wie Google, Facebook, YouTube und Twitter zu Propagandazwecken oder zur subversiven Tätigkeit der Geheimdienste, die Überschreibung der landestypischen Kultur durch den amerikanischen Lebensstil oder die Verseuchung der landestypischen Nahrungsmittel durch genmanipuliertes Saatgut, das obendrein nicht dazu benutzt werden kann, um daraus eigenes Saatgut herzustellen und so in eine sklavische Abhängigkeit führt.

Am Ende des Buches geht der Autor dann auf einige chinesische Projekte ein, etwa auf den Bau mehrerer Eisenbahnlinien nach Europa, die die Geschwindigkeit des Warentransits enorm vergrößern werden und sich der Kontrolle der USA zum größten Teil entziehen. Schließlich bewertet der Autor auch noch die Risiken, die China von sich aus aufgebaut hat. Merkwürdigerweise ist seine Sicht dabei wieder sehr eingetrübt. Nach seiner Ansicht besteht das Hauptrisiko darin, dass die KP Chinas ihre Autorität verliert, also dass die kommunistische Diktatur zusammenbricht.

Die fürchterlichen Umweltprobleme, mit denen sich China konfrontiert sieht, die Immobilienblase (leer stehende Trabantenstädte), die enorme Polarisierung zwischen arm und reich und daraus resultierende soziale Konflikte und Chinas enormes demografisches Problem (um nur einige Konfliktfelder zu nennen) spielen in den Betrachtungen des Autors überhaupt keine Rolle.

Insgesamt gewinnt man mit diesem Buch einen guten Einblick in einige der US-Strategien zu Beherrschung der Welt. Auch wenn einiges dabei sich nicht auf China beschränkt und in sich nicht immer zwingend zu sein scheint, und auch wenn man die Sympathie des Autors für die chinesische Staatsform nicht nachvollziehen kann, so findet man doch in diesem Buch vieles, was Prozesse in der Welt gut erklärt, die insbesondere von den Mainstream-Medien nicht vollständig und auch nicht wirklichkeitsnah geschildert werden.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 15, 2014 6:10 PM MEST


Die Kunst des Nichtdenkens: Durch Gelassenheit mehr Glück im Alltag
Die Kunst des Nichtdenkens: Durch Gelassenheit mehr Glück im Alltag
von Ryunosuke Koike
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Der Grund für unser Scheitern liegt in unserem unnötigen Denken", 20. Januar 2014
In unserem Kulturkreis spielt das Denken eine hervorgehobene Rolle. Nicht nur bei Descartes' merkwürdig unlogischem, aber viel diskutiertem "Cogito ergo sum" verbindet sich Denken mit dem Sein. Dabei geht es allerdings um das bewusste Denken. Bei Ryunosuke Koike dreht sich alles um das unbewusste und meistens ungewollte und störende Denken.

Wenn wir uns einmal die Mühe machen und unseren Gedankenfluss bewusst beobachten, dann müssen wir wohl feststellen, dass uns das Gehirn ständig mit seiner Denksucht belästigt. Sowie wir etwas die Konzentration auf das verlieren, was wir gerade tun (und das ist die Regel), fängt das Gehirn an, mit uns in seiner fiktiven Welt herumzutollen. Zunächst kommt irgendein erster Gedanke, der sogleich ein weiteres Stichwort enthält. Daraufhin sucht der unruhige Geist in seinen Datenbanken und fängt nun an, darüber neue Gedanken zu produzieren. Auf diese Weise reisen wir innerhalb von Sekunden durch unser eigenes Universum, ohne dass dies irgendeinen praktischen Nutzen hervorbringt. Unser Gehirn macht mit uns, was es will. Wir haben darauf in der Regel keinen großen Einfluss und können diesen unnützen Gedankenfluss auch nicht einfach stoppen. Denn wenn wir uns das vornehmen, geht der Zirkus erst richtig los.

Vielleicht ist es ein wenig tröstlich, dass dieses leidige Problem, das viele Menschen gar nicht mehr wahrnehmen, weil ihr Gehirn sie bereits völlig im Griff hat, eigentlich nichts mit unser hektischen Zeit zu tun hat, auch wenn sie natürlich den Gedankenfluss durch eine Dauerüberreizung schneller und häufiger in Gang setzt, als das vielleicht in der Vergangenheit der Fall war. Für Buddha, der vor mehr als 2500 Jahren lebte, war dies bereits ein zentrales Problem des Daseins. In den Überlieferungen seiner Anweisungen findet man Methoden, wie man wieder die Bestimmungsmacht im eigenen Körper zurückgewinnt und dabei einen völlig neuen Kontakt zur Außenwelt herstellen kann. Denn ob wir es uns nun eingestehen wollen oder nicht - die ständige Beschäftigung des Geistes mit sich selbst beschneidet unsere Wahrnehmungsfähigkeiten. Leider merken wir das irgendwann nicht mehr.

In Koikes Buch werden Buddhas Methoden für unsere Zeit übersetzt und verständlich gemacht. Um es gerade heraus zu formulieren: Dieses Buch ist eine der besten und praktischsten Erklärungen des Buddhismus, der von den meisten seiner Anhänger als Religion gänzlich missverstanden wird. Beim Buddhismus in seiner ursprünglichen Form handelt es sich um universelle Methoden, die helfen, ein glückliches und zufriedenes Leben in Gelassenheit zu führen. Überflüssiges Denken hingegen stört nicht nur die Außenwahrnehmung, sondern verdunkelt auch den Geist. Jeder, der schon einmal in einer brenzligen Situation gesteckt hat, weiß, dass gerade dann alle möglichen Gedanken auftauchen und im Geiste alle nur denkbaren schrecklichen Szenarien durchgespielt werden, die lediglich Angst machen, gezieltes und energisches Handeln blockieren und am Ende eher selten eintreffen. Und wenn doch, dann hat sie der Verstand oft förmlich herbeigerufen, weil er uns am zielgerichteten Handeln hinderte.

Im ersten Teil erklärt der Autor, wie uns die Denksucht des Verstandes immer unwissender macht, weil sie die Konzentration und Wahrnehmung untergräbt. Er erklärt die drei Grundleiden des Menschen: Wut, Gier und Verblendung. Durch richtiges Denken kann der Geist an Klarheit gewinnen, und seinem Vergehen wird vorgebeugt. Erfüllung erlangt man nicht durch Denken, sondern durch aktive Sinne. Und genau darum geht es bei den im zweiten Teil erläuterten buddhistischen Methoden.

Körper und Geist werden durch zahlreiche Übungen gegen Gereiztheit und Angst zentriert und erlangen eine neue Steuerung. Buddhistische Methoden besitzen immer ein einfaches Grundprinzip: Man beobachtet sich selbst und vermeidet dabei jede Wertung. Tut man es dennoch, setzt sich sofort der nächste Gedankenkreisel in Bewegung. Aber auch das kann man beobachten und einfach dadurch beenden, dass man ohne jede Wertung dieses Abschweifens aufs Neue beginnt, die Wirklichkeit mit allen Sinnen zu beobachten.

In diesem Teil findet man acht Abschnitte, die folgenden Themen gewidmet sind: Sprechen, Hören, Sehen, Schreiben und Lesen, Essen, Wegwerfen, Berühren und Erziehen. In diesen Abschnitten erklärt Koike immer wieder sehr konkret und beispielhaft das einfache Prinzip, das sich durch das ganze Buch und natürlich durch die buddhistische Herangehensweise zieht: nicht wertendes Beobachten und intensive Wahrnehmung durch alle Sinne.

Leser, die nicht mit einer solchen Herangehensweise vertraut sind, werden vielleicht feststellen, dass sie einige der von Koike empfohlenen Übungen auch in abgeänderter Form in modernen Ratgebern gefunden haben. Buddhismus hat überhaupt nichts mit Esoterik zu tun, sondern ist eine uralte Lehre von erstaunlicher Modernität, die sie allein daraus zieht, dass sie wahr ist und dass sich die Menschen auch über viele Jahrhunderte nicht ändern konnten, sondern sich immer wieder mit denselben Problemen herumschlagen.

Damit man einen kleinen Eindruck vom praktischen Nutzen dieses Buch gewinnen kann, möchte ich nur ganz kurz auf die ersten beiden Abschnitte eingehen: Das Sprechen beginnt mit der Beobachtung der eigenen Stimme, heißt es gleich zu Beginn. Unser Dünkel (die Gier nach Anerkennung und Bestätigung) führt oft zu einer völlig überflüssigen Widerrede in der Kommunikation. Unsere Ausreden gegenüber anderen vergrößern deren Leiden, üble Nachrede wird immer auf uns selbst zurückfallen, ebenso wie unser Drang, anderen Menschen überflüssiges Gerede aufzudrängen. Wenn wir anderen ruhig, entspannt und konzentriert zuhören, werden wir seine inneren Qualen wahrnehmen können. Seine Körpersprache wird uns noch mehr verraten. Doch wir beobachten dies alles nicht, weil wir neugierig darauf sind, sondern weil uns diese Wahrnehmungen zufließen und wir erst durch sie die Wirklichkeit verstehen und Mitgefühl für andere Menschen gewinnen können.

Im Kapitel "Schreiben und Lesen" geht es übrigens vornehmlich um die Kommunikation im Internet.

Koikes Buch ist ein großartiger und sehr hilfreicher Text mit vielen Übungen, die viel bewirken können, wenn man sich denn darauf einlässt.


Feuer im Kopf: Meine Zeit des Wahnsinns
Feuer im Kopf: Meine Zeit des Wahnsinns
von Susannah Cahalan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Steckt hinter einigen Autismus- und Schizophrenie-Fällen in Wirklichkeit eine heilbare Autoimmunerkrankung?, 19. Januar 2014
Ungeachtet der persönlichen Dramatik, um die es in diesem sehr persönlichen Buch geht, ist das die eigentlich spannende Frage.

Susannah Cahalan geht drauf am Ende ihres Berichts auch ein, weil bereits ein längerer Artikel, der in der New York Post von ihr veröffentlicht wurde, bei vielen Betroffenen oder deren Angehörigen enorme Hoffnungen geweckt hat.

Cahalans Geschichte liest sich wie ein Fall aus ihrer Lieblings-Fernsehserie "Dr. House". Sie arbeitet als junge Journalistin bei der New York Post als sie plötzlich Verhaltensänderungen an sich bemerkt. Zunächst sieht sie Farben anders als früher, dann folgen Stimmungsschwankungen und Halluzinationen. Später wird sich herausstellen, dass dies die Folge von zunächst unbemerkten Krampfanfällen war.

Ihre Eltern bringen sie zu einem der bekanntesten US-Neurologen, der allerdings feststellen muss, dass ihr Gehirn keine anormalen Veränderungen zeigt. Doch die Anfälle, die als Schizophrenie oder bipolares Verhalten gedeutet werden, verschlimmern sich. Cahalan kommt von der Neurologie in die Psychiatrie, was nichts weiter ist als die medizinische Kapitulationserklärung. Siechtum zu einem frühen Tod wäre Cahalan Schicksal gewesen.

Doch einer von ihren Ärzten zieht den Syrer Dr. Souhel Najjar zu Rate. Eine Lumbalpunktion hatte im Gehirn eine signifikant erhöhte Zahl von weißen Blutkörperchen bewiesen. Das deutet auf eine Infektion hin und steht zu einer Einweisung in die Psychiatrie in krassem Widerspruch. Najjir stimmt den Theorien einer Geisteskrankheit nicht zu und fordert eine zweite Lumbalpunktion. Sie ergibt eine weitere dramatische Erhöhung der Leukozytenzahl in der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit, was mit der zunehmenden Verschlechterung von Cahalans Zustand korrespondiert. Erst eine Gehirn-Biopsie bringt Klarheit. Cahalan leidet unter der sogenannten "Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis", deren Krankheitsbild 2005 das erste Mal beschrieben und die 2007 präziser in Ursache und Wirkung definiert wurde. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, d.h., der eigene Körper greift das Gehirn an.

"Bei 70 Prozent der Patienten beginnt die Erkrankung harmlos mit normalen grippeähnlichen Symptomen: Kopfschmerzen, Fieber Übelkeit und Erbrechen, wobei unklar ist", ob dafür eine ursprüngliche Viruserkrankung dafür verantwortlich ist oder ob dies bereits zur eigentlichen Krankheit gehört. Etwa zwei Wochen danach verschlimmert sich das Krankheitsbild: Es treten "typischerweise psychische Probleme auf wie innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Angst, Größenwahn, Hyperreligiosität, Manie und Paranoia." Später kommen Krampfanfälle, Sprach- und Gedächtnisdefizite dazu, was "als glücklicher Umstand zu bezeichnen ist, weil sie die Patienten vom Psychologen weg in die Praxis eines Neurologen bringen."

Die Autorin beschreibt in ihrem Buch ihren gesamten Leidensweg, der mit ziemlicher Sicherheit zu ihrem Tod geführt hätte, wenn nicht Dr. Najjar eingegriffen hätte. Er schätzt (S. 248), dass noch 2009, als Cahalan behandelt wurde, 90 Prozent dieser Krankheitsfälle falsch diagnostiziert wurden, also unerkannt blieben. Wenn diese Krankheit jedoch früh genug erkannt wird, bestehen erhebliche Heilungschancen. Cahalans Behandlung kostete eine Million Dollar. Und das verdeutlicht die ganze Problematik, die damit verbunden ist. Nicht nur, dass die sogenannte Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis unter Neurologen kaum bekannt ist - auch ihre Diagnose ist extrem kompliziert und teuer, und die Heilung erweist sich als langwierig und im weiteren Verlauf schwer abschätzbar. Die Patienten leiden oft unter erheblichen Gedächtnisverlusten und Persönlichkeitsveränderungen.

So ist es nicht nur ein Wunder, dass man die Krankheit bei Cahalan überhaupt richtig erkannte, sondern auch, dass es dieses Buch gibt. Die (fast geheilte) Autorin hat sich ihr vergessenes Leben aus den Krankenakten, den Krankenhausvideos und den Berichten ihres Partners und ihrer Eltern irgendwie zurückgeholt. Ohne die Hartnäckigkeit und die finanzielle Stabilität der Eltern wäre ihr Schicksal vermutlich ganz anders verlaufen.

Wenn man von dieser Krankheit oder ihrer Ausprägungen als Schizophrenie, scheinbarem Autismus oder anderer psychischer Störungen weder direkt noch indirekt betroffen ist, dann liest sich dieser Bericht als enorm spannendes Abbild eines dramatischen menschlichen Schicksals. Für Betroffene jedoch muss dieser Text eine unglaubliche Hoffnung sein. Jedenfalls hatte der dem Buch vorangegangene Artikel Cahalans genau diese Wirkung.

Dieses Buch ist also insofern ein Sonderfall in der Medizingeschichte, denn es machte eine neurologische Erkrankung bei Betroffenen und ihren Angehörigen offenbar bekannter als bei Neurologen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 1, 2014 12:24 PM CET


Das große GodmodeTrader-Handbuch: Die besten Strategien der Toptrader
Das große GodmodeTrader-Handbuch: Die besten Strategien der Toptrader
von Thomas May
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Das Trading ist ein stetiger Prozess, der ... vor allem sehr individuell ist.", 14. Januar 2014
Dieser Satz stammt aus dem Interview mit Marko Strehk in diesem Buch. Und man kann ihn nur dreimal unterstreichen. Doch wenn es so ist, wie Strehk behauptet, was nützt dann ein solches Buch, in dem sehr verschiedene Trader zu Wort kommen, die obendrein auch noch ihre Strategie (wenn überhaupt) allenfalls prinzipiell erklären?

Im Vorwort von Jochen Stanzl wird eine Parallele zu Jack Schwagers "Magiern der Märkte" gezogen. In gewissem Sinne scheint dies gerechtfertigt zu sein. Allerdings gibt es einen gewaltigen Unterschied. Alle Trader in Schwagers Büchern besitzen eine nachgewiesene außerordentliche Performance über Jahre, die sich weit über dem Durchschnitt bewegt. Über die Leistungen der in diesem Buch interviewten Godmode-Trader hüllen sich die Herausgeber in Schweigen. Einige der Interviewten gaben dann auch noch als ihre größte Leistung ihre erfolgreiche Arbeit bei GodmodeTrader an oder waren froh überhaupt noch als Trader dabei zu sein. Das ist dann doch schon ein wenig dünn.

Immerhin aber finden Neulinge oder schon etwas erfahrene Trader dennoch zahlreiche nützliche Hinweise in dieser Sammlung verschiedener Tradingansätze. Allen voran steht das Traden eines Trends, das in einigen der vorgestellten Methoden vernünftig und nachvollziehbar erklärt wird. Darüber hinaus kann man immer wieder sehr nützliche Hinweise auf ein konsequentes Risiko-Management finden.

Ob man aus diesem Buch noch weitere nützliche Dinge entnehmen kann, hängt, eben weil Trading eine sehr subjektiv gefärbte Angelegenheit ist, vom Kenntnis- und Befähigungszustand des jeweiligen Lesers ab. Manchmal findet man in Börsenbüchern nur einen ganz bestimmten Hinweis, der allein schon allemal das Geld wert ist, das das Buch kostet. Oder aber man zuckt einfach nur mit den Schultern, was wohl Profis hier tun werden, wenn sie denn dieses Buch lesen sollten. Für sie steht nichts oder nur wenig Neues in den Texten.

Im Gegensatz zu Schwagers Büchern folgen in diesem Werk nach den Interviews, die immer nach dem gleichen Schema und mit den gleichen Fragen ablaufen, Beiträge, die von den Interviewten stammen. Sie sind, wie nicht anders zu erwarten, von ganz unterschiedlicher Qualität. Am besten haben mir die einfachen Swing-Trading-Ansätze gefallen (Gabel und Hinterleitner, aber auch Strehk).

Auch den Beitrag von Norman Welz über die Trading-Psychologie ist sicher hilfreich, wenn man noch mit sich kämpft und noch nicht einen Zustand erreicht hat, in dem Trading eher langweilig und routiniert abläuft. An dieser Stelle merkt mancher vielleicht, dass dieses Buch natürlich auch noch einen anderen Effekt hat. Alle Interviewten mussten bekennen, dass sie zu Beginn ihrer Traderlaufbahn den Börsenhandel völlig unterschätzt haben, denn die meisten von ihnen sind Kinder der Boomjahre des Neuen Marktes, die mit dem Crash verwundert feststellen mussten, dass es nicht ständig nur in eine Richtung geht. Vielleicht motivieren solche Geständnisse viele Leser, denn die Erkenntnis, dass andere Menschen ähnlichen Blödsinn gemacht haben und ähnlich leiden mussten, hat doch etwas Beruhigendes.

Auf die einzelnen Abschnitte möchte ich nicht weiter eingehen, da man dazu bereits Informationen in einer anderen Rezension finden kann. Natürlich ist dieses Buch auch eine (fundierte) Werbung für die GodmodeTrader-Plattform. Das ist nicht nur legitim, sondern auch mehr als gerechtfertigt, weil man auf ihr zahlreiche ausgezeichnete Handwerkszeuge und permanente Informationen für Trader finden kann. Ob man dieses Werk nun unbedingt als Handbuch bezeichnen muss, sei einmal dahingestellt. Das ist nur dann richtig, wenn man es als Hinweis und Einführung in die zahlreichen Serviceangebote auffasst, die GodemodeTrader bietet. Allerdings kann ich das nicht einschätzen, weil ich einige dieser Angebote aus Gründen der besseren Konzentration auf den eigenen Ansatz schon lange nicht mehr wahrgenommen habe. Trading ist eben ein individueller Prozess, bei dem man den eigenen Weg finden und dann konsequent befolgen muss. Dies ist eine Lehre, die man aus den einzelnen Beiträgen immer wieder ziehen kann, wenn man sie noch nicht kennen sollte.

Alles in allem findet man in diesem "Handbuch" also eine Reihe von Texten, die durchaus Lehrreiches enthalten, wenngleich man am Ende nur selbst entscheiden kann, ob das so war oder eben nicht. Dies ist kein systematisches Buch, obwohl es einige systematische Handelsansätze für Anfänger und Fortgeschrittene in den Grundzügen beschreibt. Die im Buch verwendeten Charts sind leider nicht immer wirklich hilfreich, weil man schon über enorme Sehfähigkeiten verfügen muss, um auch ohne Lupe auf ihnen das zu erkennen, worum es gerade geht. Die meisten Screen-Shots hätte man besser weglassen sollen, weil man auf ihnen rein gar nichts sieht. Offenbar handelt es sich bei diesem Ärgernis um eine immer wiederkehrende und daher systematische Qualitätslücke. Mir ist das unbegreiflich.


Brasilien
Brasilien
von Regis Saint Louis
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hat Brasiliens verheißungsvolle Zukunft bereits begonnen?, 13. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Brasilien (Gebundene Ausgabe)
Glaubt man dem einleitenden Text dieses Bildbandes, dann ist das so. Allerdings fällt beim Lesen dieser Zeilen auch auf, dass der Autor die enormen Probleme Brasiliens konsequent ausblendet oder mit einer optimistischen Aura umgibt. Das mag man ihm nachsehen, denn er es fällt schwer, dieses Land nicht zu mögen.

Brasilien ist ein riesiges, von der Natur gesegnetes Land, in dem praktisch alles wächst und gedeiht, ein Land, das über enorme Bodenschätze verfügt und in dem eine dynamische Bevölkerung lebt, die wiederum von einer breiten ethnischen und kulturellen Vielfalt geprägt wurde und noch immer wird. Neben den fast verdrängten Ursprüngen wirken vor allem europäische und afrikanische, aber inzwischen auch gewisse asiatische Einflüsse.

Dieser Bildband versucht all dem irgendwie gerecht zu werden und spart dabei kritische Punkte wie den katastrophalen Zustand der Infrastruktur und die enorme soziale Polarisierung weitestgehend aus. Stattdessen legt der Autor den Schwerpunkt auf Brasiliens Geschichte und die Vielfalt, die man in diesem Land in jeder Beziehung findet. Die Fotos stammen von zahlreichen Agenturen.

Nach der Einleitung folgen längere Kapitel zur Geschichte Brasiliens, seiner ethnischen Vielfalt und deren Entwicklung sowie zur Kultur des Landes, die weit über Samba, Karneval und Fußball hinausgeht. Diesem Umstand und der besonderen Bedeutung folgend widmet der Autor der Architekturgeschichte und der modernen Architektur ein besonderes Kapitel, das einem Abschnitt über das Naturparadies Brasilien folgt. Wahrscheinlich müsste man sich auf die Spuren des Autors begeben und wie er zehn Jahre durch dieses Lande reisen, um all die Schätze, die Brasilien in jeder Hinsicht bietet, wenigstens im Ansatz betrachten zu können.

Das Buch schließt mit einem Kapitel über Brasiliens Bodenschätze und seinen Aufstieg zu einer ökonomischen Mittelmacht. Brasiliens Zukunft wird vor allem davon abhängen, wie intelligent man in diesem Land mit den enormen Ressourcen umgeht, die nicht nur in den Bodenschätzen und den klimatischen Verhältnissen zu finden sind. Brasilien braucht dringend eine dem Wachstum entsprechende Infrastruktur, sozialen Frieden und eine moderne Wirtschaftsstruktur, in der Korruption keine bedeutende Rolle mehr spielt. Ob die beiden kommenden Großereignisse (Fußball-Weltmeisterschaft und Olympische Sommerspiele) dazu wirklich beitragen, wird die Zukunft zeigen. Gewisse Zweifel sind angebracht, denn die enormen Mittel, die solche Ereignisse verschlingen, könnte man sinnvoller und eben nicht nur punktuell einsetzen.

Mit diesem Bildband kann man sich relativ gut über Brasilien informieren, wenngleich der Text eine gewisse schönfärbende Tendenz besitzt.


Ölmühle Solling Bio Kokosöl im Bügel-Glas 1000ml
Ölmühle Solling Bio Kokosöl im Bügel-Glas 1000ml
Wird angeboten von my mosaik
Preis: EUR 20,60

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein hervorragendes Produkt, 11. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem wir dieses Öl zum ersten Mal benutzten, trat ein unerwarteter Aha-Effekt ein. Nicht nur, dass man es auch einfach so essen kann, weil es angenehm schmeckt, sondern vor allem, weil zunächst die Bratergebnisse viel besser waren. Die Befürchtung, Fisch oder Fleisch könnten ungewollt nach Kokos schmecken verflog bald. Im Gegenteil, selbst ein kaum merklicher Kokosgeschmack wurde als sehr angenehm empfunden. Bei Süßspeisen, insbesondere bei Eierkuchen, sind die Ergebnisse dagegen einfach phänomenal.

Egal, bei welchem Anbieter man auf dieser Plattform bestellt: die Sendungen sind bisher immer hervorragend verpackt und schnell eingetroffen. Gute Dinge haben natürlich auch ihren Preis. Das ist hier nicht anders, aber wegen der vielen gesunden Wirkungen dieses einmaligen Naturstoffes ist dieser Preis leicht bezahlt.


Der gesunde Genuss: Köstliche Rezepte mit Kokosöl
Der gesunde Genuss: Köstliche Rezepte mit Kokosöl
von Constanze von Eschbach
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gesund, lecker und einfach, 11. Januar 2014
Nachdem ich mich immer fragte, wieso auch ausgewiesen gute Köche mit kaltgepresstem Öl braten (was schließlich den Effekt des Kaltpressens zunichte macht), fiel mir kürzlich das Buch Kokosöl: Das Geheimnis gesunder Zellen von Bruce Fife in die Hände. Fife erklärt dort, dass Kokosöl zwar gesättigt, aber mittelkettig ist und völlig anders verdaut wird als gesättigte langkettige Öle. Kokosöl ist sehr gesund, weil es schnell verdaut und nicht im Körper abgelagert wird und zudem viele Krankheiten verhindernde Wirkungen besitzt.

Constanze von Eschenbach geht darauf in ihrem kleinen, aber feinen Kochbuch auch ein und erklärt dies alles kurz und prägnant. Danach folgen zahlreiche Rezepte für leckere und leichte Speisen. Sie unterteilt ihre Rezepte in "Kleinigkeiten" (Suppen und Salate, Vorspeisen, Snacks und Beilagen, 18 Rezepte), "Hauptsachen" (Lauter Gerichte zum Sattessen: aus der vegetarischen Küche oder mit Fisch, Fleisch und Geflügel, 18 Rezepte) und "Süßes" (Feine Desserts, Leichtes zum Frühstück und viele gute Sachen aus dem Backofen, 19 Rezepte).

Kokosöl ist bei Zimmertemperatur nicht flüssig, sondern eher cremig. Es eignet sich hervorragend zum Braten, weil es auch bei großer Hitze kaum spritzt und auch bei Kochlaien zu guten Ergebnissen führt. Alle langkettigen Öle mit ähnlichen Eigenschaften können im Körper Schaden anrichten. Über die Benutzung industriell hergestellter Transfette (Margarine) sollte man besser erst gar nicht nachdenken. Die Autorin geht aber über das einfache Ersetzen dieser Stoffe durch Kokosöl hinaus und benutzt auch andere Kokosprodukte, wie Kokosmilch und Kokosmehl. Dadurch wird auch ein Geschmack nach Kokos ins Spiel gebracht, den man beim bloßen Einsatz von Kokosöl anstelle anderer Öl oder Fette kaum spürt.

Über die einzelnen Rezepte wurde in einer anderen Rezension bereits berichtet. Aus der Erfahrung in meiner Familie kann ich nur Gutes berichten. Insbesondere Süßspeisen geraten besonders lecker mit Kokosöl oder anderen Kokosprodukten. Alles in allem findet man mit diesem Kochbuch einen hervorragenden Zugang zur Verwendung von Kokosöl, der über das reine Ersetzen anderer Fette weit hinausgeht. Im Gegensatz zu diesem preiswerten kleinen Büchlein ist Kokosöl allerdings um ein Vielfaches teurer als andere Öle, aber eben auch um ein Vielfaches gesünder, insbesondere wenn man es heiß benutzt.


Stiller Zorn
Stiller Zorn
von James Sallis
  Broschiert
Preis: EUR 8,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die langbeinige Fliege im stillen Zorn, 9. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Stiller Zorn (Broschiert)
Im letzten Teil dieses merkwürdigen Buches verfällt der Autor unerwartet in eine Art Selbstironie. Er schreibt: "Als ich mit einer Gehirnerschütterung und etlichen gebrochenen Rippen im Bett lag, schrieb ich mehr oder weniger aus purer Langeweile ein Buch ..., das von einem Cajun-Detektiv in New Orleans handelte. Lag da und leierte es raus, reimte mir einfach irgendwas zusammen, improvisierte wie wild und packte alles rein, was mir einfiel. ... Einige Kritiker erwähnten mich in einem Satz mit Chandler, Hammett, Macdonald und Himes; hätten sie nicht tun sollen, weil die Jungs ein paar Kragenweiten zu groß für mich waren, aber sie machten es trotzdem."

Damit wäre eigentlich auch alles zu diesem Buch gesagt, wohl ebenso zu Sprache und Stil des Autors. Der Roman erschien erstmals 1992 im Original und 1999 als deutsche Übersetzung mit dem eigenwilligen Originaltitel "Die langbeinige Fliege", der sich mir nach dem Lesen genau so wenig erschlossen hat wie der neue Titel. Detektiv Griffin wurschtelt sich in New Orleans durchs tägliche Dasein. Seine Spezialität ist offenbar die Suche nach vermissten Personen. Davon handeln die vier Episoden des Romans, die mit den Jahren (1964, 1970, 1984, 1990) überschrieben wurden, in denen sie sich abspielen.

Griffin ist typischerweise ein notorischer Einzelgänger mit einem Alkoholproblem, welcher bei Frauen einen Fürsorglichkeitsreflex auslöst. Der allerdings verfliegt bald, wenn sie mit ihm zusammenleben. Die vier Episoden lesen sich nicht schlecht, auch wenn Spannung kaum aufkommt. Vielleicht liegt dies allein an Sallis Sprache, die kurz, geradeaus und gelegentlich ruppig daherkommt, eben so, wie man es von einem ganzen Kerl erwartet, der im Milieu verkehrt und dort überleben muss.

In der ersten Episode kann Griffin keine Zeit aufbringen, um seinen todkranken Vater ein letztes Mal und auf dessen Wunsch zu besuchen, und im letzten Teil geht er auf die Suche nach seinem Sohn, der natürlich nicht bei ihm lebt und auch vorher nie erwähnt wurde. Griffin besitzt also weder Wurzeln noch Fortfahren, mit denen er etwas verbindet. Nach außen wirkt er cool, innen ist er leer und verlassen. Und damit erreicht er den Status einer literarischen Figur, aus der mancher gerne den Verfall der Gesellschaft herausliest. In Wirklichkeit ist Griffin nichts weiter als ein Phantasieprodukt eines Schriftstellers, dessen Stil an bekannte Autoren aus der Vergangenheit erinnert, die allerdings bessere Geschichten schrieben.

Drei Sterne bedeuten laut Seitenbetreiber "nicht schlecht". Und das war genau mein Eindruck.


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