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Dr. R. Manthey
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Merkels Welt zur Wendezeit: Weitere deutsch-deutsche Notizen eines Wiener Korrespondenten
Merkels Welt zur Wendezeit: Weitere deutsch-deutsche Notizen eines Wiener Korrespondenten
von Ewald König
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Mit der CDU will ich nichts zu tun haben", 11. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieser Merkelsche Ausspruch soll verbürgt sein und aus der Wendezeit stammen. Damals war sie noch in der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin angestellt und hatte gerade über Quantenchemie promoviert. Allerdings sah sie für sich in der von Abwicklung bedrohten DDR-Wissenschaft keine Zukunft, womit sie sich als durchaus hellsichtig erwies. Also versuchte Merkel ihr Glück in der Politik. Auch mit diesem Entschluss bewies sie eindrucksvoll Klarsicht und Entschlusskraft.

Man darf nun allerdings nicht vermuten, dass diese Frau über beide Eigenschaften generell verfügt. Merkwürdigerweise kommen sie immer nur zum Tragen, wenn sie sich in die Enge gedrängt fühlt. Ansonsten neigt sie wohl eher zu langen Überlegungen und zum Aufschieben von Entscheidungen. Man möchte zu gerne verstehen, was in dieser Bundeskanzlerin, die wahrscheinlich zu den meist überschätzten Führungsfiguren Deutschlands gehört, wohl tatsächlich vorgeht. Ob uns Ewald König mit diesem Buch einen Einblick gewährt? Schließlich glaubt er, Merkels Welt zur Wendezeit beschreiben zu müssen. Leider aber erfüllt der Autor diese Hoffnung nicht. Im Gegenteil: Mit Merkel befasst sich dieses Buch eher selten. Und wenn, dann geht es keineswegs über bereits bekannte Tatsachen hinaus. Jedenfalls nicht für die Leser, die sich mit dieser Frau schon einmal auseinandergesetzt haben.

Man erfährt von Ewald die bekannte Geschichte, dass Merkel sich zur Wendezeit bei den damals vorhandenen Parteien und Gruppierungen zunächst einmal informierte. Bei der neugegründeten Ost-SPD war sie wohl zuerst. Bei näherem Hinsehen erweist sich das keineswegs als ein Zufall, stammt Merkel doch aus einer bekennend roten evangelischen Pfarresfamilie, die einst aus dem Westen in die DDR zog. Merkel kam jedoch nicht mit dem organisatorischen Chaos dieser jungen Partei und der Dame, die sie dort antraf, klar. Was ja nichts anderes beweist, als dass es ihr nicht um eine prinzipielle, weltanschaulich begründete Entscheidung ging, sondern einzig und allein um eine Karriere in der Politik. Und diesen Entschluss zog sie mit der ihr eigenen Sturheit knallhart durch. So landete sie zunächst in der Splittergruppe "Demokratischer Aufbruch", die später von der CDU geschluckt wurde. In die CDU ist Merkel also nie eingetreten, noch hat sie irgendeine innere Beziehung zu deren Geschichte. Dafür aber ist sie unfassbar weit gekommen.

Als Physikerin musste sie über eine überdurchschnittliche Intelligenz und die Fähigkeit zu klarem Denken verfügen. Ihr damaliges Outfit entsprach genau dem Aufzug, der bei Physikern nicht ganz selten ist. Scheinbar müssen dies und ihre zunächst zurückhaltenes Auftreten zu einer gewaltigen Unterschätzung bei den westdeutschen Politbonzen geführt haben, die sie dann auf ihrem weiteren Weg einen nach dem anderen kaltgestellt hat. Merkel besitzt weder eine feste politische Überzeugung, noch einen großen Plan, noch ein tiefes Verständnis für ökonomische oder soziale Prozesse, aber sie kennt die Spielregeln des politischen Machtkampfes, die sie extrem schnell gelernt hat. Entscheidungen trifft sie einsam und gelegentlich aus dem Bauch, vielleicht, weil mehr zur Entscheidungsfindung tatsächlich nicht vorhanden ist.

Dass ihr bei ihrem Machtstreben ihre Jugenderfahrungen mit ihrer nicht einfachen Rolle als Pfarrestochter in der DDR sehr geholfen haben, geht wahrscheinlich an den meisten Autoren völlig vorbei, weil sie das nicht kennen und folglich meistens falsch einschätzen. Ewald macht da keine Ausnahme. Er erklärt lediglich, dass Merkel die Fähigkeit besitzt, eiskalt Brücken zu zerschlagen, wenn sie ihr nicht mehr nutzen. Das hat er von einer ehemaligen Staatssekretärin der letzten DDR-Regierung, die Merkel bei ihrem politischen Senkrechtstart kurz erlebt hat.

Mehr steht über Merkel nicht in diesem Buch, eher weniger. Dafür füllt Ewald die Seiten mit Geschichten aus der Wendezeit, die vielleicht für den einen oder anderen ganz interessant sein mögen, aber im Zusammenhang mit dem Titel seines Werkes eher zu einer heftigen Enttäuschung führen. Als Krönung neigt er dann wie viele Presseleute aus unerfindlichen Gründen zu fast hymnischen Lobpreisungen an Merkels Adresse, wo man doch eigentlich kritische Distanz erwarten sollte. Und er gibt anderen Leuten (Eppelmann) eine Bühne zur Glorifizierung dieser Kanzlerin, über die die Geschichte vermutlich ganz anders urteilen wird. Das Lesen dieses Textes wird zusätzlich dadurch erschwert, dass es keinen roten Faden gibt, noch nicht einmal einen chronologischen.

Alles in allem ein enttäuschendes Buch, das dem Titel kaum gerecht wird. Immerhin enthält es dafür eine Reihe von Geschichten und Anekdoten aus der Wendezeit, die vielleicht für Leser interessant sein können, die diese kurze Periode der deutschen Geschichte nicht direkt erlebt haben.


Spaziergänge mit Großvater
Spaziergänge mit Großvater
von Joseph M. Marshall
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Die große Schwäche der Menschen ist ihre Überheblichkeit", 10. Januar 2016
Vielleicht ist das gerade das Thema dieses Buches. Gleich zu Beginn beschreibt Joseph M. Marshall wie arrogant ein großer Teil der sogenannten modernen Menschen über die Vergangenheit ihres Geschlechts hinweggeht. Sie würden so tun, schreibt er, als ob das, was man gerne als zivilsatorische Errungenschaften bezeichnet, allein ihr Werk wäre. Die Mühsal und das Streben früherer Generationen, auf denen unsere heutige Welt technologisch und geistig beruht, würde einfach vergessen oder belächelt werden. Eine solche Herangehensweise zeuge nicht gerade von Weisheit.

Und um Weisheit geht es in diesem Buch. Marshall erzählt, was ihn sein Großvater gelehrt hat. Bei den Lakota hätte man auf den Rat der Weisen, der Ältesten gehört, obwohl sie keine formale Autorität besessen hätten. Und man hätte auch vom Verhalten der Tiere gelernt. So findet man im Text eine rührende Geschichte, wie Wölfe eine Frau vor dem Tode retteten. Ob sie tatsächlich stimmt, sei einmal dahingestellt.

Man kann Marshalls Geschichten als poetisch und weise empfinden, was sie sicherlich auch zum größten Teil sind. Allerdings sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass es im Zusammenleben jeder menschlichen Gruppe zwangsläufig verschiedene Interessenslagen und die entsprechenden Konflikte gibt und gegeben hat. Das wird auch in den indianischen Dorfgemeinschaften nicht anders gewesen sein. Dass diese Gemeinschaften bei Marshall romantisierend idealisiert werden, kann man ihm nachsehen, denn seine Geschichten sollen schließlich ewig gültige Weisheiten transportieren. Und das gelingt ihnen recht gut.

Eine ganz andere Frage ist dabei allerdings, ob man die idealisierten Zustände in indianischen Dorfgemeinschaften auf arbeitsteilige und weitestgehend anonymisierte Großgesellschaften der Moderne so einfach übertragen kann. In solchen Gesellschaften verlaufen viele Prozesse aufgrund essentiell anderer Voraussetzungen auch völlig anders. Etwa die Ausbreitung von Informationen oder gesamtgesellschaftliche Entscheidungsfindungen.

In kleinen Gemeinschaften jedoch ändern sich die ungeschriebenen Gesetze des Zusammenlebens innerhalb einer Kultur wohl nur langsam, wenn überhaupt. Das sichert Stabilität und Vertrauen. Wer sich anschickt, sie aus welchen Gründen auch immer zerstören zu wollen, riskiert den Untergang der Gemeinschaft. Und genau das scheint mir das eigentliche (und in Wirklichkeit sehr aktuelle) Thema dieses Buches zu sein, dem noch eine CD mit Sagen und Legenden der Lakota beigefügt ist.


Schattenschläfer: Thriller (Mark-Heckenburg-Reihe, Band 4)
Schattenschläfer: Thriller (Mark-Heckenburg-Reihe, Band 4)
von Paul Finch
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Strangers in the Night", 8. Januar 2016
Eine einsame Gegend im nordenglischen Hochland, undurchdringlicher Nebel, kein Handy-Empfang, Unfälle erschweren ein Durchkommen von außen ... Was für eine Szenerie für einen Horrorfilm. Und dann geschieht der Horror. Leute werden brutal hingemeuchelt. Wie zum Hohn pfeift der Täter "Strangers in the Night" als er seine Opfer im Nebel erst einmal umkreist, bevor er ihnen das Leben nimmt.

Detective Sergeant Mark Heckenburg hat es in die englische Pampa verschlagen. Strafversetzt zur Dorfpolizei wegen Respektlosigkeit und aufmüpfigem Verhalten bei gleichzeitiger Genialität in der Aufklärung von Serienverbrechen. Mit einem solchen kriegt er es nun zu tun, denn der Fremde in der Nacht mordet ungehemmt weiter. Heck erinnert das Gepfeife an den Fall, mit dem seine ehemalige Vorgesetzte und Geliebte Gemma Piper berühmt wurde. Das musste er ihr unbedingt mitteilen. Vielleicht aber war das gerade die Absicht des Mörders, vielleicht wollte er Gemma herbeilocken. Alles ein abgekartetes Spiel, auf das Heckenburg hereinfällt?

Der vierte Teil der Heckenburg-Serie steht den drei Vorgänger-Bänden in nichts nach, weder in seiner ursprünglichen Spannung, noch in der Brutalität und Anzahl der Morde. Heck ist eben für Serienverbrechen zuständig. Die nordenglische Idylle erweist sich einerseits als idealer Ort für Horror und Geheimnisse, andererseits führt die geringe Anzahl der Handelnden aber auch zu einer Einschränkung der Verdächtigen. Und so bemerkt man als Leser spätestens in der Mitte des Buches, dass sich das Geschehen immer mehr auf entweder den berühmten Fremden im Nebel oder auf eine bereits eingeführte Person zuspitzt. Das Ende überrascht dann kaum noch, obwohl es dennoch bis fast zum Schluss recht spannend bleibt.

Die ganze Szenerie schreit gewissermaßen nach einer Verfilmung, die dann allerdings wohl nichts für zarte Gemüter sein wird. "Zehn Jahre hielten ihn alle für tot, dann kehrt der Killer zurück" - wahrlich ein brutales Gruselstück und eben ein echter Finch. Sehr unterhaltsam, wenn man es nicht ganz so ernst nimmt.


Frank Sinatra: Bilder seines Lebens
Frank Sinatra: Bilder seines Lebens
von Andrew Howick
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Was Sinatras Gesang mit Frauen macht, ist unmoralisch.", 7. Januar 2016
Am 12. Dezember 2015 wäre Frank Sinatra 100 Jahre alt geworden. Dieser Bildband ist so etwas wie eine Hommage an diesen einmaligen Künstler. "Bilder seines Lebens" heißt es im Untertitel. Ganz stimmt das nicht, denn fast alle hier gezeigten Fotografien stammen aus Sinatras Berufsleben und zeigen ihn bei seinen Konzerten und Ton-Aufnahmen oder bei Filmdrehs. Mit Texten gehen die Autoren zwar nicht sparsam um, aber sie lassen dem Buch den Charkter eines Bildbandes, in dem die einzelnen Fotografien ausführlich, aber immer noch kurz genug, erklärt werden. Dazu gesellen sich ab und zu weitergehende Erläuterungen, die aus wohlmeindenen Anekdoten, Geschichten und Erklärungen bestehen.

Worin Sinatras Attraktivität insbesondere für Frauen besteht, mag für manchen Mann ein Rätsel bleiben. Allerdings lässt es sich leicht lösen. Im Buch findet man zum Beispiel folgende Erklärungen: Er war "eine unwiderstehliche Kombination männlicher Eigenschaften", "verschwenderisch und spendabel, rätselhaft und unverblümt, hitzig und ausgesprochen höflich, ein Playboy und ein Tölpel, verletzt und verletzend." Ein Typ "angespannt wie ein Tier mit einer Neigung zur Gewalt" und mit einem "überraschendem, entwaffnenden Grinsen".

Wahrscheinlich wäre er auch ohnen seine Gesangsstimme und nur mit seinen Filmrollen ein Star besonders bei Frauen geworden. Doch gekrönt wird das natürlich alles mit seiner unvergleichlichen Stimme, die man auch heute noch sofort erkennt und die besonders zu seinen Lebzeiten die Damenwelt in eine gewisse Stimmung versetzen konnte.

Ein sehr schöner Bildband über eine unvergleichliche Karriere, der Privates fast durchgehend ausschließt.


Das kleine Buch der Börsenzyklen: Verdienen Sie Geld mit den besten Kursmustern und Indikatoren
Das kleine Buch der Börsenzyklen: Verdienen Sie Geld mit den besten Kursmustern und Indikatoren
von Jeffrey A. Hirsch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Besser hellsehen können mit Statistik?, 5. Januar 2016
Die Zukunft zu kennen, mag in den Augen von manchen Börsenspekulanten von besonderem Interesse sein. Da es erwiesenermaßen keine sichere Methode für eine solche Erkenntnisgewinnung gibt, haben die unterschiedlichsten Menschen immer wieder ausgeklügelte Verfahren entwickelt, um wenigstens ein Hauch einer solchen Erkenntnis irgendwie zu erhaschen oder sich das auch nur einzureden. Man könnte sich natürlich bei all diesen Bemühungen auch einmal fragen, ob sie denn überhaupt nötig sind. Vielleicht braucht man solche Versuche gar nicht, um an der Börse erfolgreich zu sein? Aber das ist nicht das Thema dieses Buches.

Hier geht es um Börsenzyklen, vorrangig um die der amerikanischen Märkte. Das Buch erschien im Original 2012. Seine deutsche Übersetzung glänzt gleich am Anfang mit einem Druckfehler, den man eigentlich hätte bemerken müssen. Im Vorwort liest man, dass der Autor uns bis 2015 einen Dow Jones von 38.820 Punkten prophezeit. Mal abgesehen davon, dass mir immer wieder ein Rätsel ist, woher Leute die Fähigkeit nehmen, Voraussagen mit einer solchen Präzision zu treffen (38.821,37 wäre wahrscheinlich noch glaubhafter gewesen), stimmt das nicht. 2025 war gemeint, wie man später im Text erfährt. Dort steht unter anderem (Seite 70): "Es ist zu erwarten, dass der Dow Jones die 10.000 noch einmal testet. Und dann nimmt er wahrscheinlich, nachdem er 2012-2013 am Widerstand bei 14.000 Punkten gescheitert ist, in den Jahren 2013-2014 die 8.000 ins Visier ...".

Nun, rückwärts kann man immer alles so wunderbar erklären, nur vorwärts gibt es so ein paar kleine Schwierigkeiten. Dumm nur, dass es gerade auf diese Richtung ankommt, wenn man hellsehen können will. Die Tatsachen, die der Autor 2012 nicht kennen konnte, aber vorhersehen wollte, sprechen eine ganz andere Sprache: Seit Ende 2011 vollzieht der Dow Jones einen glasklaren Aufwärtstrend, der ihn von 10.000 Punkten (September 2011) bis auf 18.000 Punkte (Dezember 2014) katapultierte. Und das mit einigen eher harmlosen Korrekturen. Die 8.000 hat er seitdem nie wieder gesehen. So viel zur Prognosekraft des Autors. Oder allgemeiner zur Nützlichkeit jedweder Prognosen.

Die Idee, die hinter diesem Buch steckt, ist, aus statistische Aussagen, wie sich die US-Börsen im Präsidentenzylus verhalten, in die Zukunft zu schauen. In der ersten Hälfte des Buches erklärt der Autor solche Aussagen aus historischer Sicht. Mich hat das ermüdet und verwirrt, weil ich den praktischen Nutzen einer solchen Diskussion für die Gegenwart nicht begreifen konnte und mich zusätzlich von der Masse und Vielfalt der Fakten erschlagen fühlte. Im zweiten Teil werden die Erklärungen dann nützlicher. Beispielsweise erläutert der Autor dort seine "Strategie der besten sechs Monate", die einfach darin besteht, im Herbst long zu gehen und im Spätfrühling wieder auszusteigen. Wirklich neu ist das nicht, aber offenbar meist erfolgversprechend.

Diese grundsätzliche Strategie wird dann immer mehr verfeinert, also durch zusätzliche Faktoren differenziert. Später kommen auch noch Betrachtungen über die verschiedenen Wochentage hinzu, die dann auch noch durch Bemerkungen zu Tageszeiten und ihrer Bedeutung für den Handel ergänzt werden. Man darf dabei allerdings nie vergessen, dass es sich dabei immer um statistische Aussagen handelt und nicht um Regeln, wie man sie aus dem normalen Leben kennt.

Wer an solchen Aussagen interessiert ist und meint, damit etwas für den Börsenhandeln anfangen zu können, der wird in diesem Buch sicher zahlreiche für ihn wichtige Aussagen finden. Das Buch enthält jedoch keinerlei Aussagen über einen eventuellen Handel, sondern nur Statistiken und Empfehlungen für eine wie auch immer geartete "Anlage". Über den Nutzen eines solchen Buches kann man sicher streiten. Meine Bewertung sollte man deshalb als neutral auffassen.


Ein Coach für alle Fälle: Lösungen fürs Leben
Ein Coach für alle Fälle: Lösungen fürs Leben
von Erna Hüls
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Der Verstand kann es begreifen, aber das alleine reicht nicht aus.", 4. Januar 2016
Wenn man ein Problem hat, mit dem Partner, seiner Arbeit oder mit dem Leben überhaupt, dann sucht man vielleicht Hilfe von außerhalb, von jemandem, der nicht in diese Probleme verwickelt ist und sie deshalb klarer sieht und aus seiner Erfahrung heraus Lösungsmöglichkeiten erkennen kann. Fällt es schwer, sich zu offenbaren oder erscheinen die Probleme durch einen selbst lösbar, dann liegt es vieleicht nahe, zu einem der vielen Selbsthilfebücher zu greifen.

Erna Hüls hat ein solches Buch geschrieben. Sein Titel verheißt eine gewisse Universalität. Und tatsächlich erfasst die Autorin so ziemlich alle Fälle, in denen im Leben Konflikte mit weitreichenden Folgen entstehen können. Ihre Praxis scheint ihr ein umfassendes Erfahrungspotential zur Verfügung gestellt zu haben, mit dem sie klug und einfühlsam umzugehen versteht.

Will man ihre Lösungsansätze nutzen, dann stößt man bei diesem Buch allerdings zunächst auf ein ganz praktisches Problem, denn seine Struktur besteht nicht aus thematischen Blöcken, in denen ein gewisser roter Faden es dem Leser einfach macht, sich zurechtzufinden. Vielmehr ordnet Erna Hüls ihre Ratschläge alphabetisch, beginnend mit A wie Anerkennung, Anfangen, Angst, Aufgaben und Ausreden bis Z wie Zeit und Ziele. Das macht die Suche nicht gerade einfach. Natürlich kann man sich das ganze Buch von vorne bis hinten durchlesen. Oder jede Woche ein Kapitel, wie es die Autorin empfiehlt. Bei dieser Methode wird man eine Reihe von Denkanstößen und klugen Ideen finden, wie man auch ohne schmerzende Probleme sein Leben vereinfachen oder straffen kann. Ob man sich allerdings aus einer solchen Situation heraus ein Coaching-Buch kaufen würde, ist eine ganz andere Frage.

Zu empfehlen wäre es vielleicht dennoch und in diesem konkreten Fall erst recht, denn die Autorin vermag es durchaus, den einen oder anderen Reiz zu setzen oder ein unterschwellig vorhandenes Unwohlsein mit gewissen Zuständen an die Oberfläche des eigenen Denkens zu bringen, selbst wenn nicht all ihre Vorschläge offene Türen vorfinden werden, weil sie ungewohnt sind oder manchem als leicht albern erscheinen werden. Wie etwa sich selbst Briefe zu schreiben.

Neben der etwas schwierigen Struktur dieses Buches erschwert auch ein grundsätzliches Problem den Erfolg eines Selbstcoachings. Es reicht eben nicht, wenn der eigene Verstand ein Problem erkennt oder Lösungsvorschläge akzeptiert. Leider ist unser Verstand ein trickreicher Geselle, denn er suggeriert uns bereits dann, dass wir etwas getan hätten und die Problemlösung auf einem guten Weg sei, obwohl wir noch nicht einmal damit praktisch begonnen haben. Uns geht es dann wie einer Murmel im Loch. Ist der Anstoß nicht groß genug, dann rollt sie ein paar Mal hin und her und danach zurück. Vielleicht haben wir auch einfach Angst vor dem, was nach dem Loch kommen wird, wenn wir es erst einmal verlassen haben. Solche Situationen beschreibt die Autorin recht oft in ihren 52 jeweils angenehm kurzen und deshalb sehr konzentrierten Kapiteln. Auf den Inhalt näher einzugehen ist unmöglich, weil er einfach zu vielfältig ist.

Es gehört zur Ehrlichkeit der Autorin, wenn sie direkt oder indirekt zu verstehen gibt, dass wirklich schmerzhafte Probleme oft nur durch einen außenstehenden erfahrenen Helfer lösbar sind. Sich wie Münchhausen an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen zu wollen, wird in der Regel schwer werden. Wie will man zum Beispiel hemmende Glaubenssätze erkennen, wenn man in ihnen gefangen ist? Oder wie löst man ein Beziehungsproblem, das sich mit der Zeit so verknotet hat, dass man es selbst oder mit dem anderen nicht mehr entwirren kann? Wenn man aus solchen Situationen keinen Ausweg mehr sieht, dann ist Erna Hüls sicher ein guter Ansprechpartner. Vielleicht ist ihr Buch ja auch so gemeint, denn es schafft vom Inhalt und vom Stil her Vertrauen.

Meine Bewertung ist keine Abwertung. Ich habe einfach mit der Struktur des Buches ein kleines Problem. Sie ist nicht besonders hilfreich. Nebenbei (und tatsächlich am Rande) bemerkt sollte man vielleicht bei einer Nachauflage die Zitate etwas anwenderfreundlicher gestalten. Sie sind im Text verschieden numeriert, mal hochgestellt und als Fußnote unten ausgewiesen, oder es steht einfach eine Zahl in Klammern mitten im Text. Im Quellennachweis am Ende des Buches fehlen jedoch solche Zahlen völlig. Insbesondere bei den eingeklammerten Zahlen muss man dann hinten abzählen, was ich als leicht unfreundlich empfunden habe.


Retrospective
Retrospective
von Josef Hoflehner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 79,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "I like empty spaces", 3. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Retrospective (Gebundene Ausgabe)
Das ist ein Bekenntnis von Josef Hoflehner, von dem man sich in diesem wunderbaren Bildband auf grandiose Weise überzeugen kann. Seine Motive sind nicht gestellt. Jeder kann sie sehen, aber nicht jeder würde sie in der Realität erkennen. Hoflehner fotografiert in schwarz-weiß, und diese Technik unterstützt seinen unbedingten Willen zu konzentrierter Wahrnehmung.

Das Bild auf dem Cover zeigt eine Bushaltestelle in Santa Barbara, Kalifornien. Ein typisches Hoflehner-Bild. Auf das Wesentliche reduziert: eine breite Straße, ein schrottreifer Bus, vier Palmen, dahinter ein paar Büsche, Strand und schließlich das Meer. Links und rechts vom Bus im Hintergrund Boote und Weite. Eine wunderbare Komposition, die alles über diesen Flecken Erde sagt.

Im Buch findet man Fotografien, die das noch bei Weitem übertreffen. Mich haben seine Schneelandschaften in Österreich völlig fasziniert: weiße Flächen und ein paar kahle Bäume oder eine Zaunreihe. Nicht nur, dass diese Bilder unglaublich schöne grafische Kompositionen bilden, sie übertragen gleichzeitig sehr konzentriert ein Gefühl von Kälte und Erstarrung.

Neben solchen Fotografien findet der Betrachter in einer manchmal etwas eigenwilligen, aber auflockernd gemeinten Mischung Bilder, auf denen man Hoflehners besonderes Einfühlungsvermögen in geometrische Harmonien bewundern kann. Er findet seine Motive in Städten wie in der Natur, eben immer dort, wo er solchen Linienführungen begegnet.

Von einer anderen Sorte sind seine Bilder, die er vor wenigen Jahren auf Kuba aufgenommen hat. Losgelöst von der die Wirklichkeit verschleiernden Buntheit der Karibikinsel zeigen sie Straßen und Häuser, die vor 60 Jahren einmal prachtvoll gewesen sein mögen und nun nur noch einen gewissen morbiden Reiz ausüben. Sie demonstrieren nicht etwa den vor sich hinfaulenden Kapitalismus, sondern die angeblich neue Zeit, die ihn ablösen sollte.

Witzig dagegen kokettiert Hoflehners Vorliebe für riesige Flugzuge, die knapp über den Köpfen von Menschen zur Landung ansetzen, mit der Entspannung, die die vom Krach Erschreckten gerade im Meer oder am Strand suchen. Vielleicht ist das ja eine Hommage an die Kontraste, die jeder gute Fotograf sucht, weil sie in seinen Bildern erst die Lust erzeugen, angesehen werden zu wollen. Hoflehner erweist sich als ein Meister solcher Kompositionen. Seine Bilder sind fast immer ein ästhetischer Hochgenuss. In dieser Konzentration findet man so etwas höchst selten.

Ein wunderbarer Band von einer ganz besonderen, einfachen Schönheit. Eben Kunst, die keiner elitären Erklärung bedarf, weil sie jeder versteht.


Lonely Planet Reiseführer England (Lonely Planet Reiseführer Deutsch)
Lonely Planet Reiseführer England (Lonely Planet Reiseführer Deutsch)
von Neil Wilson
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überragend, 1. Januar 2016
Wer diesen Reiseführer einmal in der Hand gehabt hat, wird begeistert sein. Auf knapp 800 Seiten (broschürt und mit extrem dünnen, aber drucktechnisch hochwertigen Papier) findet man eine Unmenge von Informationen, die den Rahmen der üblichen Bücher dieser Art völlig sprengt. Eine einfache Struktur hilft dem Leser, sich schnell zurechtzufinden. Farblich unterschieden und damit leicht bereits beim Blättern zu finden sind die vier grundsätzlichen Kapitel:
1. Reiseplanung (Tourenvorschläge, Empfehlungen und Hilfe bei speziellen Vorlieben)
2. Reiseziele (der Hauptteil des Buches mit detaillierten Ausführungen, geordnet nach den zehn im Buch unterteilten Regionen und dann Highlights und speziellen Zielen folgend)
3. England verstehen (Geschichte, Essen und Trinken, Architektur, Landschaft, Kunst und Kultur, Sport)
4. Praktische Informationen (allgemeine Informationen, Verkehrsmittel und -wege, Sprache).

Im 1. Kapitel stellen die Autoren zunächst ihre Top 20 der Sehenswürdigkeiten Englands vor. Dann folgen bereits erste allgemeine Informationen, allgemeine Besichtigungsvorschläge, die bereits kurz nach Themen geordnet und dann mit konkreten Vorschlägen unterlegt sind, und schließlich Veranstaltungen, geordnet nach Monaten. Anschließend machen die Autoren eine Reihe von Vorschlägen für verschieden lange Reisen durch England. Nachdem sie zahlreiche der möglichen Outdoor-Aktivitäten in England mit Zielen und den nötigen Informationen beschrieben haben, informieren die Autoren über Reiseziele für Familien mit Kindern. Das Kapitel wird mit einer Übersicht abgeschlossen, in der die zehn Regionen mit ihren Besonderheiten nocheinmal kurz und übersichtlich vorgestellt werden.

Im Hauptteil dieses Reiseführers (etwas mehr als 650 Seiten) stellen die Autoren dann sehr ausführlich die einzelnen Regionen und deren Attraktionen vor. Allein der Abschnitt über London, mit dem dabei begonnen wird, umfasst knapp 90 Seiten und ist folgendermaßen geordnet: Geschichte, Sehenswertes, Geführte Touren, Festivals & Events, Schlafen, Essen, Ausgehen & Nachtleben, Unterhaltung, Shoppen, praktische Informationen, An- und Weiterreise, Unterwegs vor Ort). Die Beschreibungen erweisen sich dabei von einer lobenswerten und vor allem hilfreichen Ausführlichkeit. Der Vorschlag für einen halben Besuchstag im British Museum wird beispielsweise mit detaillierten Besichtigungsvorschlägen und deren Lokalisierung im Gebäude unterlegt. Und das ist keine Ausnahme. Auch im Zeitalter von GPS und Smartphones kann man sich mit dem auf den im Buch abgedruckten Kartenmaterial gut orientieren, wenn man es noch nicht verlernt hat.

Auf analoge Weise arbeiten die Autoren die anderen neun Regionen, nach denen England in diesem Reiseführer unterteilt wurde, ab. Zusätzliche Details findet man in den vielen angegebenen Internetadressen der einzelnen Sehenswürdigkeiten oder Lokalitäten.

Besser kann man es eigentlich kaum machen, wenn man ein ganzes Land so ausführlich und hervorragend strukturiert in einem Buch als Reiseziel beschreiben will.


England immer links: 99 Tage Segeln zwischen Tidestrom und Flying Ants
England immer links: 99 Tage Segeln zwischen Tidestrom und Flying Ants
von Otto Schwarz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sailing round England mit bayrischem Humor, 30. Dezember 2015
Einmal um England links herum geht tatsächlich. Statt nämlich auch noch Schottland und die Orkney und Shetland Islands zu umschiffen, entschied sich Otto Schwarz für die kürzere und weniger gefährliche Tour und durchquerte die Insel im Forth & Clyde Canal. Wenigstens dort brachte sein kleines Boot endlich auch einmal einen Vorteil. Das Mastlegen war relativ einfach.

Ansonsten muss man seinen Optimismus wohl bewundern. Manche werden diese Geisteshaltung vielleicht auch anders nennen, denn sein bayrisches Segelbott, das bisher nur den Chiemsee und Teile des Mittelmeeres kennengelernt hatte, bringt es gerade auf eine Länge von sieben Metern. Es besitzt zwar nur einen recht geringen Tiefgang, was sich bei Gezeitenströmungen sicher als hilfreich erweist. Doch gleichzeitig ist die HAXL für solche Gewässer eigentlich völlig untermotorisiert und obendrein fürs Einhandsegeln nicht gerade perfekt ausgerüstet. Der Autor bevorzugt darüber hinaus das Segeln nach Karten, weil ein Laptop auf seinem Boot keinen Platz an der nötigen Stelle fand. Viel erkennen kann er auf seinem GPS-Gerät auch nicht.

So verwundert es dann auch nicht, dass ein großer Teil dieses Reiseberichts sich mit den Irrungen, Wirrungen und Komplikationen bei der Ein- und Ausfahrt aus den vielen Häfen befasst, die der Autor während seiner Englandumrundung anlaufen musste. Man kann sich an den Schilderungen dieser Erlebnisse durchaus erfreuen, denn als Bayer nimmt Schwarz seine verschiedenen Versuchsserien und andere Missgeschicke durchaus mit einem hintergründigen Humor. Kurzzeitig ergriff ihn allerdings auch einmal eine gewisse Verzweiflung und der dringende Wunsch, sofort mit dem Segeln aufzuhören. Immerhin gehört der Autor zu der Sorte Segler, die so etwas auch zugeben. Das macht ihn sehr sympathisch.

Allen, die eine ähnliche Tour wagen wollen, werden in diesem Buch sicher Anregungen und zahlreiche Hinweise finden. Natürlich kann man es dabei nicht jedem recht machen. Seine Beschreibungen, die über seine Manöver und seine Routenplanung hinausgehen haben durchaus einen gewissen Reiz. Aber in diesem Buch geht es vornehmlich um Segeln und die mit dieser Reise zusammenhängenden Probleme und ihre Lösungen. Es besitzt einen gewissen Logbuch-Charakter, aus dem man durchaus etwas lernen kann, wenn man in diesem Gebiet noch nie gesegelt ist. Auf der anderen Seite werde sich wohl nur wenige mit einem solch kleinen Boot und seiner etwas dürftigen Ausrüstung einhändig auf eine solche Reise machen.


Achtung! Bargeldverbot!
Achtung! Bargeldverbot!
von Michael Brückner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit dem Bargeld werden auch Freiheit und Selbstbestimmung verschwinden, 28. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Achtung! Bargeldverbot! (Gebundene Ausgabe)
Es gehört zu den politischen Praktiken der EU, hin und wieder einen Versuchsballon zu starten. Folgt darauf keine bedeutende Reaktion in den Mitgliedsstaaten, dann kann man frohen Mutes zum nächsten Schritt übergehen. Misstrauische Bürger werden bemerkt haben, dass es in diesem Zusammenhang immer wieder Einlassungen gibt, die am Nutzen von Bargeld zweifeln. Bisher kommen solche Äußerungen in Deutschland vor allem aus dem Bankenbereich. Darüber muss man sich nicht wundern, denn die Banken gehören zu den größten Profiteuren, wenn es kein Bargeld mehr geben sollte. Während es in Deutschland bisher kaum Einschränkungen beim Bezahlen mit Bargeld gibt, existieren in anderen EU-Ländern bereits erhebliche Restriktionen. Insofern kann man ein kommendes Bargeldverbot nicht mehr so ohne Weiteres in den Bereich von Verschwörungstheorien schieben. Es besteht eine erhebliche Gefahr, dass dieser Albtraum in nicht allzu ferner Zukunft Realität werden wird.

Darauf und auf die erheblichen Folgen geht der Autor dieses Buches recht ausführlich ein. Natürlich kommt ein Bargeldverbot nicht über Nacht. Es kann auf verschiedenen Wegen vorbereitet werden, wie Michael Brückner schreibt. Dazu gehören finanzielle Repressionen wie Zusatzgebühren oder Steuern auf Bargeldzahlungen, Einschränkungen in der Höhe einer Zahlung und andere Maßnahmen, die von einem propagandistischen Trommelfeuer begleitet werden, das dem Bürger erklären wird, wie schmutzig Bargeld in jeder Beziehung und wie umständlich es zu handhaben ist. Bargeld gehöre nicht mehr in die moderne Welt, es sei die Währung der Kriminellen und Steuerhinterzieher und sei besonders für Geldwäsche sehr nützlich. Und damit wolle man doch wohl nichts zu tun haben. Komisch nur, dass es bisher ging.

All diese Argumente lassen sich leicht widerlegen. Man kann das in diesem Buch schnell nachlesen. Ebenso befasst sich Brückner mit dem naiven Argument, wer nichts zu verbergen habe, müsse auch nichts befürchten. Wer so argumentiert, könne auch gleich seine ganze Privatsphäre für jedermann offenlegen. Man muss noch nicht einmal viel Phantasie besitzen, um sich die Folgen eines Bargeldverbots klar zumachen. Beispielsweise lassen sich bei ausschließlicher Kartenzahlungen ganze Bewegungsprofile erstellen. Das persönliche Kaufverhalten liegt plötzlich offen. Wenn schon Meldeämter Daten an Privatunternehmen verkaufen, dann werden das Banken doch wohl erst recht tun. Ganz nebenbei liegt es bei fehlendem Bargeld im Ermessen der Banken oder des Staates, ob man an sein Konto kommt oder nicht. Als 2013 in Zypern Banken pleite gingen, hafteten Kontoinhaber mit. Ungefragt selbstverständlich. Zwar war die Einlagengröße, ab der die Haftung zog, relativ hoch, doch das kann sich schnell ändern, wenn es keinen Ausweg mehr aus dem Bankensystem gibt. Negativzinsen lassen sich sinnvoll nur durchsetzen, wenn der Bürger zu Bankkonten gezwungen wird. Ebenso werden die absehbaren Staatspleiten viel einfacher und widerstandsloser auf die Bürger abzuwälzen sein.

Man sollte sich mit diesen Fragen schon gründlich beschäftigen, wenn man es bisher noch nicht getan hat. Michael Brückners Buch kann dabei eine gute Hilfe sein. Es zeigt beiläufig auch, wie seit Jahren mit verschiedenen Argumenten das Netz der finanziellen Überwachungen immer dichter geknüpft wurde. Wenn es erst einmal dicht genug ist, wird wahrscheinlich auch der Letzte begreifen, dass es nicht nur um Reiche geht, wie suggeriert wird, sondern um alle.

Die Folgen eines Bargeldverbots lassen sich auf wenigen Seiten abhandeln. Brückners Buch ist hingegen etwas dicker. Das liegt daran, dass er sich einige Male wiederholt und auch Themen behandelt, die zwar mit einem Bargeldverbot irgendetwas zu tun haben, aber dennoch sehr weit ab vom Wesentlichen liegen, wie etwa die heute gängigen verschiedenen Bezahlsysteme und ähnliche Themen. Ob sich ein Bargeldverbot verhindern lässt, bleibt offen. Vieles hängt nicht nur vom Willen der Bürger ab, sondern auch vom Schicksal der EU und ihrer Kunstwährung.


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