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Rezensionen verfasst von
Dr. R. Manthey
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   

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Mein WoD-Tagebuch
Mein WoD-Tagebuch
von Stephen Madden
  Broschiert
Preis: EUR 19,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Wie ich darauf komme, dass ich das kann? Weil ich es tue.", 9. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Mein WoD-Tagebuch (Broschiert)
Mit diesen zwei Sätzen schließt das Buch. Davor steht: "Ich frage mich nicht mehr, ob ich dazugehöre, weder bei Crossfit noch irgendwo sonst. Nicht bei der Arbeit, nicht zu Hause, nicht als Familienoberhaupt. Es ist unwichtig, wie ich im Vergleich mit dem Rest der Welt abschneide. Es geht darum, zum Training zu gehen und mein Bestes zu geben und Versprechen zu halten. Ich lerne etwas dabei, wenn ich den ätzenden Teil des Trainings willkommen heiße, aber ich kann noch mehr lernen, wenn ich alles willkommen heiße."

Wenig informierten Menschen wird der Titel des Buches nicht viel sagen. WOD heißt "Workout of the Day". Das Fitness-Training von Crossfit-Menschen muss abwechslungsreich sein, damit verschiedene Muskelgruppen trainiert werden. Man macht also immer mal etwas anderes und geht dazu in die sogenannte Box, den Trainingsraum. Crossfit ist ein extrem hartes Wechselspiel zwischen Ausdauer-, Kraft- und Schnellkrafttraining. Gewisse Parallelen zur physischen Ausbildung der Navy Seals kann man nicht bestreiten.

Dieses Buch beschreibt zwar gelegentlich das Training, dem sich der Autor unterzieht, mehr oder weniger, aber es ist keine Anleitung dazu, sondern vielmehr ein Erfahrungsbericht. Immerhin begann Stephen Madden dieses selbst auferlegte Martyrium erst mit Ende Vierzig. Vorher fühlte er sich durchaus nicht unfit, denn er war ein begeisterter Radfahrer. Lesenswert ist dabei auch, wie er sich als Kind vom pummligen Loser zu einem sportlichen Siegertypen entwickelte. Die meisten Leser dieses Buches werden sich jedoch wahrscheinlich mehr für seine Crossfit-Erfahrungen interessieren.

Madden beschreibt seine Leidensgeschichte mit einer gehörigen Portion Selbstironie. Crossfit führte ihn wieder in den emotionalen Dauerzustand seiner Kindheit zurück. Stets hatte er zu kämpfen, immer war er Letzter. Das Alter forderte seinen Tribut. Aber Madden hielt durch, wohl auch angetrieben durch seine Frau, deren Fitness offenbar seine übertrifft. Natürlich kann man darüber streiten, ob man sich Crossfit tatsächlich antuen muss. Kapitel 5 heißt "Ein paar Worte über Schmerzen, Erschöpfung und Übelkeit". Vielleicht sollten Interessierte das zuerst lesen. Und möglicherweise fragen sich dann einige von ihnen, ob sie das tatsächlich erleben wollen. Madden schreibt, dass er vor dem Training natürlich Nahrung zu sich nehmen muss, weil er sonst einfach nicht genug Energie besitzt, um die heftigen körperlichen Anstrengungen überhaupt durchzuhalten. Dass er im Verlaufe seines WOD dann aber seine Mahlzeiten regelmäßig wieder herausreihert, gehört für ihn eben dazu. Besonders gesund hört sich das jedenfalls nicht an.

Bleibt die Frage, warum man sich das dennoch antut. Die Antwort ist recht einfach: Weil man etwas geschafft hat, was nicht jeder durchhält, weil man ein ganz anderes Körpergefühl bekommt, weil man sich vielleicht auch in solchen Crossfit-Truppen angenommen fühlt. Und weil man in der Tat extrem fit ist.

Natürlich kann man darüber streiten, ob man all das nicht auch anders und vielleicht auch etwas weniger stressig bekommen kann. Denn den Augenblickszustand, auf den man so stolz sein kann, bezahlt man möglicherweise mit einem Kredit, der im Alter teuer werden könnte. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Die deutsche Ausgabe des Buches besitzt den Untertitel "Was ich beim härtesten Training der Welt über das Leben lernte". Die Antwort darauf ist eine sehr tiefe Weisheit, die sich vielleicht nicht jedem erschließt, weil sie durch unsere Kultur blockiert wird. Ich habe sie oben zitiert: Das Leben willkommen heißen, wie das Crossfit-Training, auch wenn es schmerzt. Keinen Widerstand leisten gegen etwas, was man nicht verhindern kann, auch wenn es einem nicht gefällt.

Das ist verdammt schwer. Madden hat sein Crossfit-Training offenbar nicht nur körperlich extrem fit gemacht. Und das hat mich jedenfalls am meisten beeindruckt.


Pole Position: Die besten Formel 1-Fahrer aller Zeiten
Pole Position: Die besten Formel 1-Fahrer aller Zeiten
von Roberto Gurian
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessantes Buch, etwas merkwürdige Auswahl, 7. Februar 2016
In diesem Buch porträtiert der Autor 43 Formel-1-Fahrer in Wort und Bild. Je näher er dabei an die Gegenwart kommt, umso länger werden dabei seine Ausführungen. Beim Lesen und aufmerksamen Betrachten der Bilder lassen sich Vergänglichkeit und Fortschritt in der Formel-1 gleichermaßen gut beobachten und nachvollziehen. Auf dem ersten Bild dieses Bandes sieht man den zweimaligen Weltmeister Alberto Ascari 1949 in seinem Ferrari 125 F1 in Silverstone. Ascari trägt Handschuhe, Unter- und Oberarme sind unbedeckt, sein Helm, wenn es denn überhaupt einer ist, sieht nicht besonders vertrauenswürdig aus, und natürlich ist Ascari nicht einmal angeschnallt. Von irgendeinem Seitenschutz zu reden, hieße zu lügen. Dass Ascari nur knapp 37 Jahre alt wurde und 1955 bei einer Testfahrt so ähnlich ausgerüstet in Monza aus unerklärlichen Gründen von der Strecke abkam und dabei tödlich verunglückte, ist eine dieser tragischen Geschichten, von denen man in diesem Buch viele findet.

Jedem von der Formel-1 faszinierten Betrachter bietet dieses Buch genügend Text- und Bildmaterial, um sich einen Eindruck von der Geschichte dieses Teils des Motorsports zu machen. Allerdings kann man sich bei allem Lob, das man der Ausführung dieses Buchprojektes entgegenbringen muss, auch etwas über die recht subjektive Auswahl der 43 Fahrer wundern. Das Buch heißt Pole Position. Und im Untertitel steht "Die besten Formel-1-Fahrer aller Zeiten". Seltsamerweise stehen dann aber auch Fahrer dort Porträt, die nie eine Pole Position errungen haben. Einige Fahrer, selbst Weltmeister, wird heute kaum noch jemand kennen, weil einfach zu viel Zeit vergangen ist. Andere kennt man nicht, weil sie nicht wirklich aufgefallen sind.

Selbst wenn man nicht alle Formel-1-Weltmeister aufzählen kann, so fallen beim Lesen dieses Buches aber wenigstens zwei Abwesende auf. Und das liegt daran, dass ihre Väter erwähnt werden, sie jedoch nicht. Das betrifft Graham Hill (Weltmeister 1962 und 1968) und seinen unerwähnten Sohn Damon, immerhin Weltmeister 1996, sowie Gilles Villeneuve, der nie Weltmeister wurde und mit 32 Jahren verunglückte, und seinen Sohn Jacques (immerhin Weltmeister 1997). Der Autor erklärt das folgendermaßen: "Schon allein aus Platzgründen konnten wir nicht alle Persönlichkeiten berücksichtigen, die unsere Beachtung verdient hätten. Trotzdem glauben wir, eine Auswahl getroffen zu haben, die das weite Feld der Rennfahrer würdig vertritt. Hinter den Persönlichkeiten stehen Geschichten, die ... manchmal unglaublich, aber in jedem Fall bedeutungsvoll sind."

Es geht also um Geschichten und Bedeutung. Auch wenn man diese Auswahl nicht immer nachvollziehen kann, so sind die Geschichten wirklich interessant. Der Untertitel jedoch stimmt so jedenfalls nicht unbedingt. Dessen ungeachtet bietet das Buch jedem an der Formel-1 Interessierten viel schön aufgemachtes Material und Lesestoff.


Südtirol
Südtirol
von Gerhard Waldherr
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein paradiesisches Land und ein herrliches Buch darüber, 5. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Südtirol (Gebundene Ausgabe)
"Berge und Täler zum Greifen nah, dazwischen ein Idyll aus Almen, Wäldern, Wiesen Dörfern und Bauernhöfen, Obstgärten und Weinbergen." So beschreibt der Textautor dieses wunderschönen Bildbandes Südtirol. Für uns kommt jedoch noch ein anderer glücklicher Umstand hinzu: "Deutsche Disziplin und Zielstrebigkeit verbinden sich" in Südtirol "mit mediterranem Charme und südländischer Improvisation". Ein solch sympathische Mischung gehört auch zur Attraktivität dieses herrlichen Fleckens Erde.

Das Buch selbst erweist sich als eine hervorragend umgesetzte Komposition aus herrlichen Fotografien und nicht allzu langen Texten, die auf Besonderheiten des Landes eingehen: die Berge, die Menschen, Brauchtum und Kirche, Kulinarik, Historie, die Städte, Bauern & Höfe.

Zu den Fotografien findet man ebenso relativ umfangreiche Erklärungen. Dort gehen die Autoren folgendermaßen geordnet vor: Eisack- & Wipptal, Pustertal & östliche Dolomiten, Burggrafenamt & Meraner Land, Salten-Schlern, Bozen & das Unterland, der Vinschgau.

Wenn man noch nie in Südtirol war, dann wird man diese Schönheit wohl nach dem Betrachten dieses Buches mit seinen vielen Impressionen auf seine Reisewunschliste setzen.


Massenmigration als Waffe
Massenmigration als Waffe
von Kelly M. Greenhill
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

41 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die moralische Selbstherrlichkeit Westeuropas als ideale Angriffsfläche, 3. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Massenmigration als Waffe (Gebundene Ausgabe)
Im Angesicht der gegenwärtigen Völkerwanderung vom südlichen Mittelmeerraum nach Europa sind Bücher, die sich mit einer gezielt organisierten Migration als Waffe beschäftigen, von besonderem Interesse. Da dieses Buch 2010 in den USA erschien und die Forschungsarbeit einer amerikanischen Politologin an einer US-Elite-Universität darstellt, könnte man auf die Idee kommen, die Verursacher dieser plötzlich im vergangenen Sommer losgetretenen Lawine auch einmal im Geburtsland dieser Studie zu suchen. Ganz abwegig erscheint das nämlich nicht.

Folgt man der Autorin, dann muss es einen Angreifer und ein Angriffsziel geben, Normalerweise sitzt der Angreifer in den Ländern, aus denen die Migranten stammen. Diese Staaten haben nach ihrer Theorie ein Erpressungsziel. Ein solches Ziel wurde jedoch in der sogenannten Flüchtlingskrise weder irgendwo dort benannt, wo die Migranten herkommen, noch kann man ein solches Epressungsziel aus der Situation dieser Länder und deren ganz unterschiedlichen Situationen erkennen. Insofern liegt der eigentlich interessierende Fall merkwürdigerweise außerhalb dieser Studie. Dennoch kann man aus ihr etwas lernen, wenn man sich durch sie durchquält.

Dies ist kein Buch für einen durchschnittlichen Leser, sondern eine Forschungsarbeit. Sie muss also bestimmten wissenschaftlichen Kriterien genügen und liest sich entsprechend schwer für Menschen, die den Umgang mit solchen Texten nicht gewohnt sind. Wer sich das nicht antun möchte, sollte sich das Buch borgen und allein das sechste Kapitel lesen, in dem die wesentlichen Dinge auf knapp 30 Seiten noch einmal zusammengefasst werden.

Die Autorin untersuchte weltweit 56 Fälle einer gesteuerten Migration in den Jahren von 1951 bis 2006. Einige dieser Fälle erschienen mir jedoch etwas zweifelhaft. An den grundsätzlichen Schlussfolgerungen oder der Theorie der Autorin ändern diese Zweifel aber nichts. Und im Übrigen sind die Erkenntnisse der Autorin nun auch keine weltbewegende Neuigkeit. Man kann auf sie auch durch einfaches Überlegen kommen.

Eine ganz andere Frage ist, ob man sich wirklich einen Gefallen tut, wenn man versucht, aus den einzelnen Erpressungsversuchen eine abstrakte Theorie zu entwickeln. Außer dass man eine gewisse Systematik erkennen kann, wird dabei nicht viel Neues herauskommen, weil man in einem konkreten Fall den Umständen entsprechend reagieren muss. Und tatsächlich: Selbst in ihren theoretischen Schlussfolgerungen kommt die Autorin immer wieder auf ihre konkreten Beispiele zu sprechen und vermischt sie mit ihrer Theorie. Das macht den Text auch wegen zahlreicher Wiederholungen und verschiedener Abstraktionsstufen teilweise recht diffus. Klarere und strukturiertere Aussagen ohne ein ständiges Sowohl-als-auch und ein wiederholtes Zurückgreifen auf schon einmal Besprochenes hätten diese Studie wesentlich besser gemacht.

Die letzten beiden Sätze dieses Buches lauten: "Normen können genau wie Menschen als Druckmittel eingesetzt werden, und sie können ebenso in den Dienst wohltätiger und altruistischer Ziele gestellt werden wie auch eigennütziger und unmoralischer." Beim Einsetzen der Migrationswaffe gegen westliche Staaten werden deren angeblich hohe moralische Werte besonders gerne ausgenutzt. Die gegenwärtige Bundeskanzlerin spricht in diesem Zusammenhang immer von "europäischen Werten". Eine solche permanente Zurschaustellung der eigenen moralischen Superpotenz bildet geradezu eine ideale Angriffsfläche für eine gezielt organisierte Migration, wie die Autorin unterstreicht. Das Ziel eines solchen Angriffs sei es, verschiedene Bevölkerungsgruppen im Opferstaat gegeneinander auszuspielen oder der Regierung (eigentlich dem Steuerzahler) die Kosten der eigenen Heuchelei aufzubürden.

Offenbar konnte sich die Autorin die Dimensionen der gegenwärtigen Migration nicht vorstellen. Alle Vorgänge bis 2006, die sie ihrer umfangreichen Arbeit untersuchte, hatten niemals die Wirkung, ein ganzes Land oder gar eine künstliche multinationale Konstruktion wie die EU grundlegend zu verändern oder gar zu zerstören und direkte und indirekte Kosten zu verursachen, die mittel- und langfristig überhaupt nicht abschätzbar sind und dazu noch in katastrophale Dimensionen vordringen werden. In ihrem Buch beschreibt die Autorin nur relativ harmlose und oft auch kaum bekannte Erpressungsversuche durch eine gezielte Migration.

Wenn man sich durch dieses Buch liest, dann hofft man, dass die Autorin gewisse Strukturen und Methoden bei einem solchen Erpressungsversuch herausarbeitet, eine halbwegs verständliche Theorie entwickelt und Abwehrmechanismen findet. Das tut sie auch, leider aber nicht wirklich in der Klarheit, in der man es gerne gelesen hätte. Viel zu oft verstrickt sie sich in ihren Beispielen (Kuba-USA, NATO-Kosovo, USA-Haiti, Nordkorea-China), in Detailfragen und Einzelheiten.

Dabei scheint die Lage doch sehr einfach. Der Westen mischt sich gerne mit moralischer Scheinheiligkeit ("Menschenrechte") in die inneren Angelegenheiten anderer, meist konkurrierender Staaten ein. Die Migrationswaffe erweist sich als eine Art Konter, der genau diese Scheinheiligkeit offenlegt und ausnutzt. Man muss also nur weniger scheinheilig sein und klare Ansagen machen. Dann ist man auch nicht mehr erpressbar. Wie das gehen kann, zeigt das Beispiel Australiens ("No Way"), auf das die Autorin an einer Stelle kleinlaut kurz eingeht.

In meinen Augen rechtfertigt der Umfang und der Ansatz dieses Buches keineswegs den geringen Ausfluss an Neuem. Andererseits kann man aus ihm immerhin einen gemeinsamen Ansatz erkennen, der immer wieder in bestimmten Situationen gerne genutzt wird. Die gegenwärtige Situation in Europa fällt zwar auch irgendwie darunter, besitzt aber eine völlig andere Dimension als alles, was in diesem Buch untersucht wurde. Und es ist trotz einiger erpresserischer Trittbrettfahrer offen kein klarer Angreifer zu erkennen, wohl aber das Ziel einer politischen und ökonomischen Destabiliserung Europas.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 1, 2016 9:34 AM MEST


Rituale fürs Alleinsein: Wege zur inneren Freiheit
Rituale fürs Alleinsein: Wege zur inneren Freiheit
von Doris Iding
  Broschiert
Preis: EUR 4,99

3.0 von 5 Sternen Helfen Räucherstäbchen gegen eine Veranlagung oder persönliche Probleme?, 2. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Alleinsein erscheint vielen Menschen als eine schreckliche Vorstellung. In diesem Buch geht es jedoch nicht um eine dauerhafte Einsamkeit, sondern um Rituale für Zeiten, in denen man mit sich allein sein möchte. Wenn man sich nicht mit Forderungen konfrontiert sieht, sich nicht nach anderen richten oder andauernd lästige Kompromisse schließen muss, Muße zum Nachdenken oder Entspannen finden oder einer Beschäftigung nachgehen kann, die Befriedigung und Wohlsein auslöst, dann stellt sich ganz automatisch eine Erholung für Körper und Seele ein.

Menschen, die das mögen, haben dafür ihre eigenen Rituale entwickelt. Nun gibt es aber auch Menschen, die gar nicht zeitweise allein sein können oder gar wollen. Warum das so ist, scheint eine interessante Frage zu sein, die allerdings nicht Thema dieses Buches ist. In ihm macht die Autorin klar, dass man schon einmal alleine sein sollte, um zu sich zu finden und sich die Fähigkeit zu erarbeiten, für andere da sein zu können. Beim Lesen kommt allerdings vielleicht auch auf die Frage, für wen dieses Buch eigentlich geschrieben wurde. Eine der oben beschriebenen Gruppe braucht es nicht unbedingt, die andere kommt wahrscheinlich gar nicht auf die Idee, es lesen zu wollen.

Übrig bleiben Menschen, die eigentlich einmal eine Auszeit für sich benötigen würden, es aber aus vielerlei Gründen nicht schaffen, sich diese Freiheit zu nehmen. Für sie kämen die in diesem Text fleißig aufgezählten Rituale durchaus in Betracht, vorausgesetzt sie spüren einen gewissen Hang zur Esoterik und/oder sie sind Frauen. Denn Frauen spricht die Autorin wohl in erster Linie an.

Wobei dieses Buch nicht hilft und auch nicht helfen kann, ist, sich das Recht auf Zeiten des Alleinseins zu nehmen. Diesen Schritt muss man schon selbst gehen und ihn nicht wieder als eine Aufgabe ansehen, die man erfüllen muss.

Wenn man also die genannten Voraussetzungen erfüllt, dann bietet diese Broschüre eine Zusammenstellung von allen möglichen Übungen, die man in Zeiten des Alleinseins so mit und für sich ausführen kann. Sie sind allerdings nach meinem Verständnis mit wenigen Ausnahmen keine Wege in die innere Freiheit. Einen solchen Weg wird man sich kaum mit Duftritualen oder Atemtechniken erkämpfen, sondern nur mit einem Entschluss und mit der Stärke, ihn konsequent umzusetzen. Die Autorin hat sich vieles, von dem sie schreibt, wohl auch nur angelesen. Jedenfalls hatte ich diesen Eindruck. Wenn man etwas selbst erlebt hat, besitzen Beschreibungen eine etwas andere Tiefe.

Nach einer Einführung werden folgende "Rituale" mehr oder weniger erklärt: Erwachen (gemeint im Sinne eines Loslösens von der Macht des ständigen Denkzwanges), Fasten, Duftrituale, entspannende Rituale fürs Büro, die Reise zum goldenen Palast (esoterische Visualisierungen), unfreiwilliges Alleinsein, Rituale des Heilens, Schlafen gehen.

All diese "Rituale" helfen jedoch voraussichtlich nicht bei verdrängten oder ungelösten Problemen, sondern erst dann, wenn man sie gelöst hat und Erholung und Entspannung auf diese Weise sucht, sollte der in diesem Buch beschriebene Weg tatsächlich passend sein.


Fantastische Malwelten
Fantastische Malwelten
Preis: EUR 8,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Braucht Fleiß, Ausdauer und eine sichere Hand, 1. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Fantastische Malwelten (Broschiert)
Ob das fünf- bis siebenjährige Kinder schon ausgeprägt besitzen, halte ich (sagen wir es freundlich) für eine interessante Frage. Die Ausmalbilder gehen weit über das hinaus, was man von gewöhnlichen Büchern dieser Art kennt. Man muss nicht nur viel mehr malen, sondern auch Strukturen erst einmal erkennen, die Farben kompositorisch zusammenstellen und dann mit sicherer Hand kleine Flächen ausmalen. Die feinmotorischen Anforderungen sind nicht ganz unerheblich.

Ausdauer benötigt man, weil die Bilder sehr viel Fläche zum Malen anbieten. Vor allem aber wiederholen sich die Figuren (meistens Pflanzenteile) oft hunderte Male auf fast die gleiche Weise. Das kann schnell mal langweilig werden.

Wenn man jedoch über die nötigen Fähigkeiten verfügt und Spaß am kreativen Ausmalen besitzt, dann wird man an diesem Buch seine uneingeschränkte Freude haben. Die Bilder sind witzig und kreativ. Und sie fördern selbstverständlich die Entwicklung der eigenen Phantasie. So gesehen ist der Titel dieses Buches im positiven Sinne doppeldeutig.

Meine Bewertung ist selbstverständlich subjektiv. Ich halte dieses Buch für das Zielgruppenalter für zu anspruchsvoll, was jedoch nicht heißen soll, dass das generell für jedes Kind gelten muss.


French Summer
French Summer
von Marian De Smet
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Ich ruf Dich an, sobald ich alles auf die Reihe gekriegt habe", 31. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: French Summer (Gebundene Ausgabe)
Eppo reist mit Rucksack und Zelt durch Frankreich. Er sucht nach einer Antwort auf eine Frage, die ihm das Leben durch einen harten Schlag gestellt hat. Und er kämpft mit Schuldgefühlen.

Tabby hat sich mit dem roten Golf ihres Freundes aus dem Staub gemacht. Bei ihr hat sich das Schicksal noch nicht gemeldet. Sie muss jedoch über ein anderes entscheiden und befindet sich in einem Dilemma.

Tabby trifft Eppo und nimmt ihn mit. Ihre gemeinsame Zeit hilft beiden auf ihrem Weg. Für den Leser verknüpfen sich in diesem "Road Trip" zwei Geschichten, in die er mehr oder weniger hineingestoßen wird. Während Tabbys Geschichte nicht ungewöhnlich erscheint, kämpft Eppo mit einer schon recht ungewöhnlichen Vergangenheit, einem seltsamen Elternhaus und einer tragischen Beziehung.

Dieses Buch liest sich nicht schlecht. Man steigt irgendwo in die Geschichte ein, hört sie sich an und steigt dann wieder aus ihr aus. So als ob einem ein Fremder während einer Zugfahrt etwas Interessantes aus seinem Leben erzählt. Es beschäftigt eine Weile, und dann vergisst man es eben wieder. Unterhaltsam und sonderbar, aber nicht so tiefgreifend, dass man sich davon nicht lösen kann.


Wie starte ich mit 500 Euro ein Trading-Business?
Wie starte ich mit 500 Euro ein Trading-Business?
von Heikin Ashi Trader
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,55

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine Illusion, einmal andersherum verkauft., 29. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Autor dieses kleinen Büchleins nennt sich Heikin Ashi Trader, was wohl darauf hindeuten soll, dass er sich beim Handeln der von Dan Valcu entwickelten Methodik bedient. Doch das spielt in seinem Text überhaupt keine Rolle. Vielmehr nutzt der Autor mit seinem Titel die Hoffnung vieler völlig unterkapitalisierter Trader auf den großen Erfolg, um ihnen dies dann konsequent auszureden.

Natürlich hat er damit völlig recht. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Anfänger mit 500 Euro startet und dann daraus mit Hebelprodukten seine erste Million macht, liegt bei Null. Bei professionellen Tradern hat es solche Ereignisse hingegen schon gegeben, jedenfalls wenn man Berichten oder Interviews glauben kann. Anfänger haben in der Tat keine echte Chance. Wer nicht wirklich weiß, was er zu tun hat, und in der Regel nicht über die nötige Disziplin verfügt, wird ein solches Konto schnell ausradieren.

Wie also soll es dennoch gehen? Der Autor rät seinen Lesern mit diesem Konto zu üben und keineswegs daran zu denken, schnell sehr reich zu werden. Er empfiehlt, ein Forex-Konto zu eröffnen oder mit Aktienindizes zu handeln, was nur über Hebelprodukte geht. Jeder Trade soll nur ein Risiko von 5 Euro besitzen, die Jahresrendite bei 20 bis 30 Prozent liegen. Und wenn man dies dann geschafft hat, könne man beginnen ein Social Trader zu werden oder sich seine Performance zertifizieren lassen, um dann irgendwo mit Kundengeldern zu handeln, wenn man bei einem Broker genommen wird.

Wer glaubt, dass das funktioniert, möge es durchaus einmal probieren. Das Risiko einer eindeutigen Erkenntnis liegt bei 500 Euro, wenn man Anfänger ist. Nun kann man gegen die Aussagen des Textes nicht viel sagen. Sie stimmen alle. Nur sind sie wohl in Anbetracht der menschlichen Psyche ein recht nutzloser Appell und ein höchstwahrscheinlich praktisch kaum erfolgreicher Weg. Warum? Nun, erstens steht in diesem Heftchen nichts darüber, wie man zu dieser erwünschten Performance kommen soll. Die Handelsmethodik müssen sich die Aspiranten nämlich selbst ausdenken. Der einzige Ratschlag des Autors besteht in der üblichen Anweisung "Gewinne laufen lassen, Verluste reduzieren".

Zweitens ist eine Performance von 30% im Jahr in einem Jahr noch kein Beweis für nachhaltig erfolgreiches Trading. Ich möchte denjenigen erleben, der nach einem solchen Jahr noch ein zweites oder drittes anhängt. Die menschliche Psyche wird ihn zu einem höheren Einsatz drängen, obwohl sein Kapital sich nicht wirklich wesentlich erhöht hat.

Drittens kann ich mir nur schwer vorstellen, dass ein Risiko von nur fünf Euro praktisch durchhaltbar ist, wenn man (wie vom Autor empfohlen) mit Aktienindizes handelt. In einem solchen Fall fliegt man mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr oft aus dem Markt, weil man von natürlichen Schwankungen des Index erfasst wird. Dann kommen dazu noch Gebühren von mindestens zehn Euro.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Mit einem solch kleinen Konto braucht man eine hohe Trefferwahrscheinlichkeit, viel Disziplin und jede Menge Verständnis für einen Markt. Woher sollen Anfänger das denn nehmen?

Wie soll man ein solches Buch bewerten? Stimmt alles, wird aber bei Anfängern dennoch kaum oder gar nicht funktionieren. Traden zu lernen, ist ein schwieriger und oft langwieriger Prozess, bei dem die meisten scheitern. Daran ändert auch dieser Text nichts. Er verkauft die Illusion, dass es doch für jeden machbar ist, allerdings sehr geschickt.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 15, 2016 1:07 AM CET


Terror vor Europas Toren: Der Islamische Staat, Iraks Zerfall und Amerikas Ohnmacht
Terror vor Europas Toren: Der Islamische Staat, Iraks Zerfall und Amerikas Ohnmacht
von Wilfried Buchta
  Broschiert
Preis: EUR 22,90

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über den Größenwahn westlicher Politik und seine Folgen am Beispiel des Irak-Krieges der USA, 28. Januar 2016
Bei diesem Buch verwirrt zunächst einmal der Titel, denn er stimmt , wenn man ihn eng auffasst, weitgehend nicht mit dem Inhalt des Buches überein. Der Autor behandelt in seinem Text in Wirklichkeit die jüngere Geschichte des Irak mit einem klaren Schwerpunkt auf der Zeit seit 2003. Dass es dabei in letzter Konsequenz auch um das entstandene Kalifat des Islamischen Staates geht, ist natürlich kein Zufall, denn der Autor beweist, dass dieses Kalifat der Ausfluss einer katastrophal gescheiterten Politik der USA und ihrer Verbündeten ist. Und um genau dieses Scheitern, seine Ursachen, seine Kosten und seine Folgen geht es hier.

Zur Erinnerung: Nachdem die Weltöffentlichkeit vor der UNO dreist belogen wurde, überfielen die USA und einige ihrer Verbündeten den Irak, um dem damaligen Diktator Saddam Hussein seine angeblichen Massenvernichtungsmittel zu entreißen und die Welt vor dessen behaupteter Zusammenarbeit mit der islamischen Terrororganisation Al Qaida zu schützen. Es wurden nach dem Sieg der USA weder biologische, noch nukleare Massenvernichtungsmittel, noch Beweise für eine solche Zusammenarbeit präsentiert. Stattdessen zerstörte dieser Krieg einen eigentlich sowieso schon nicht lebensfähigen und nur durch eine Diktatur zusammengehaltenen Staat endgültig. Dem sich daraus entwickelnden Chaos stehen die USA bis heute machtlos gegenüber. Dieser Prozess wird im Buch eindrucksvoll und sehr detailliert beschrieben.

Was sind nun die Kosten dieses Fehlschlages? Auf Seite 274 findet der Leser folgende Aufstellung: "Seit 2003 hatten 1,5 Millionen US-Soldaten im Irak gekämpft, 4448 von ihnen starben, 30.000 wurden teils schwer verletzt und weitere 30.000 sind Opfer schwerer posttraumatischer Erkrankungen (...) geworden. Laut offiziellen Angaben ... bezahlten die USA ca. 880 Milliarden US-Dollar für Irak-Engagement." Damit sind aber die wahren Kosten der USA noch lange nicht erfasst. Studien einer US-Universität berechnen Folgekosten für die Behandlung der Verletzten bis 2050 auf weitere 900 bis 1.500 Milliarden Dollar. Die Kosten für den Irak und seiner Bewohner belaufen sich angeblich auf 138.000 Tote und mehrere Millionen Flüchtlinge. Und auf ein völlig zerstörtes Land, das als Staat faktisch nicht mehr existiert.

Sollte es tatsächlich das Kriegsziel der USA gewesen sein, den islamischen Terror zu bekämpfen, dann haben sie bei all den Kosten genau das Gegenteil erreicht: Erstmals entstand ein islamisches Kalifat, das mit modernsten Waffen und ungeheuren Finanzmitteln ausgerüstet ist und so seinen Terror nicht nur in der Region, sondern bis weit darüber ausbreiten kann und wird.

Das grandiose Scheitern der USA beruht auf ständigen essentiellen Fehleinschätzungen der Lage und den daraus resultieren Schritten sowie auf einer unfassbarene Ignoranz, die ziemlich eindeutig größenwahnsinnige Züge besitzt. Wenn es dafür eines Beweises bedarf, dann bringt ihn allein der Begriff "nation building" schon hervor. Dieser Begriff, mit dem umschrieben werden soll, wie man in einem überfallenen und besiegten Land eine neue Nation gottgleich nach westlichem Vorbild formen möchte, ist ungefähr so aberwitzig wie "financial engineering" oder andere Schöpfungen aus US-Denkfabriken. Sie alle beruhen auf einem Weltbild, das nur in den Köpfen seiner Schöpfer existiert, aber kaum etwas mit der Realität zu tun hat.

Man kann in diesem Buch detailliert nachlesen, wie, angefangen von der falschen Truppenstärke der US-Invasoren über die Kaltstellung der ehemaligen sunnitischen Führungselite bis zur Installation eines völlig korrupten Regimes, alles, was schief laufen kann, auch schief lief. Das Irak-Engagement der USA, wie es der Autor umschmeichelnd nennt, ist ein klassisches Beispiel dafür, wie man durch einen direkten oder indirekten Krieg ausgehend von einer völlig falschen Lageeinschätzung begleitet durch permanente Selbstüberschätzung eine ganze Region destabilisieren kann.

Man muss dem Autor dieses Buches dankbar dafür sein, dass er sich die Mühe gemacht hat, diesen exemplarischen Vorgang so ausführlich zu beschreiben. Allerdings verblüfft auch in diesem Buch die Selbstverständlichkeit, mit der ein direktes oder indirektes Eingreifen des Westens in andere Staaten toleriert wird. Begriffe wie "nationale Sicherheit" werden offenbar nur für sich selbst beansprucht und gleich einmal auf die ganze Welt ausgedehnt, während man gerne andere Staaten (ob nun berechtigt oder nicht) als Diktaturen bezeichnet und daraus für sich das nicht vorhandene Recht ableitet, dort einzugreifen, um mit "nation building" anderen das eigene System aufzudrücken.

Gekrönt wird das Ganze dann am Ende dadurch, dass die USA und mit ihnen der größte und angeblich beste Geheimdienst der Welt völlig vom Auftreten und der Stärke des IS überrascht gewesen sein sollen.

Auch wenn man nicht immer mit dem Autor einer Meinung sein muss, so ist dieses Buch eine überragende Beschreibung der Ereignisse im Irak der letzten Jahre.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 15, 2016 1:18 AM CET


Eisvogelsommer
Eisvogelsommer
von Jan De Leeuw
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich hatte einen schlimmen Traum. Der Eisvogel kam mich holen.", 27. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Eisvogelsommer (Gebundene Ausgabe)
Der Eisvogel? Ein schrillbunter Geselle, der nur 40 Gramm wiegt und nach kleinen Fischen taucht. In diesem Buch steht er für den Tod, für den Frost, der alles überzieht und umbringt.

Thomas ist vor einigen Tagen mit seinem Fahrrad von einem Lastwagen überfahren und viel zu früh aus dem Leben gerissen worden. Seine zurückgebliebene Freundin Orphee, seine Mutter und sein Großvater können seine noch vorhandene Präsenz spüren oder sehen, wenn er sie aus der Zwischenwelt besucht. Sie sprechen sogar mit ihm. Und Thomas erzählt den Lesern dieses Buches über diese Begegnungen und die Vergangenheit seiner Familie, in die der Tod schon öfter viel zu früh eindrang.

Der Tod ist ein Thema, über das man nicht gerne spricht. In diesem Buch steht er im Mittelpunkt. Wie werden die Zurückgelassenen mit dem Verlust eines nahen Menschen fertig? Müssen Familien oder Beziehungen daran zerbrechen? Ist das nicht ein sehr ungewöhnliches Thema für ein Jugendbuch? Sicher. Aber im "Eisvogelsommer" wurde es wunderbar behandelt, sehr einfühlsam, aber ohne seine spröde Härte zu verdecken.

Berührungsängste sind unnötig: Dies ist eine hervorragend geschriebene Geschichte über den Umgang mit solchen Schicksalsschlägen, über Brüche, über das Loslassen oder die Unfähigkeit dazu. Vielleicht ist das Zielgruppenalter am unteren Ende (12 Jahre) ein wenig zu niedrig angesetzt. Wer sich diesem Thema stellen möchte, findet in diesem Buch ganz unterschiedliche Reaktionen auf einen solchen Schmerz. Und vielleicht auch etwas Hilfe, denn Orphee macht am Ende das einzig Richtige.


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