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Dr. R. Manthey
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Im Schatten des Pols: Auf Shackletons Spuren im härtesten Meer der Welt
Im Schatten des Pols: Auf Shackletons Spuren im härtesten Meer der Welt
von Arved Fuchs
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

5.0 von 5 Sternen "Rückkehr ungewiss!": Auf den Spuren des Wahnsinns, 21. Dezember 2014
Man muss nicht alles verstehen, auch wenn es immer wieder reizvoll zu sein scheint, begreifen zu wollen, warum Menschen Dinge tun, auf die man selbst nicht im Traum kommen würde, weil man sie als einen Beweis für irrationale Todessehnsucht ansieht. Der Beruf des professionellen Abenteurers scheint nicht auszusterben. Im Jahre 1914 verspürte einer von ihnen den dringenden Wunsch, den ramponierten Ruf seiner englischen Berufskollegen wieder herzustellen. An Nord- und Südpol hatten sie aus ihrer Sicht vernichtende Niederlagen eingesteckt. Ernest Shackleton beschloss daher, dass er unbedingt zum Ruhm Großbritanniens die Antarktis über den Pol durchqueren müsse.

Was heute kaum noch sonderliche öffentliche Erregung hervorrufen würde, war damals eine Reise ins Ungewisse. Shackleton organisierte dieses Vorhaben mit zwei Schiffen, eines sollte ihn an den Start bringen, das andere die Expedition auf der Gegenseite des Kontinents abholen. Beide Schiffe hatten keinen Kontakt mehr nachdem sie die Reise begonnen hatten. Selbst wenn also Shackleton seine Durchquerung der Antarktis gelungen wäre, hätten er und seine Mannschaft nur dann eine Überlebenschance gehabt, wenn das zweite Schiff tatsächlich dort angekommen wäre, wo es gebraucht wurde. Dass dies keinesfalls sicher war, bewies Shackleton selbst, denn er schaffte es noch nicht einmal, an den Startpunkt zu gelangen. Sein Schiff saß viele Meilen von der Küste entfernt im Packeis fest und wurde schließlich zerquetscht. Der Fluch schlechter Ausrüstung und noch schlechteren Timings englischer Abenteurer hatte erneut zugeschlagen.

Das folgende Drama, in dem es Shackleton schließlich gelang, seinen Teil der Mannschaft komplett zu retten, machte ihn zum Volkshelden. Nach einer Drift auf einer großen Eisscholle erreichte die Mannschaft nach vielen Monaten eine unbewohnte Insel, von der aus Shackleton zusammen mit fünf anderen in einem kleinen Rettungsboot hunderte von Meilen durchs Eismeer nach Südgeorgien segelte, von wo aus Nachrichten abgesandt und so die endgültige Rettung aller organisiert werden konnte.

Neben der unglaublichen navigatorischen Leistung, die man erst versteht, wenn man das Buch von Arved Fuchs gelesen hat, muss man unbedingt die fürchterlichen körperlichen Entbehrungen erwähnen, die schließlich zu dieser Rettung geführt haben. Nachdem die Sechs auf wundersame Weise die Insel überhaupt erreicht hatten, mussten sie diese noch ein unwirtliches und hohes Gebirge überqueren, um schließlich auf der anderen Seite zu der Walfänger-Station zu gelangen, die endgültig das Überleben aller sicherte.

Wahrscheinlich übersteigt es unser Vorstellungsvermögen, denn tatsächlich nachfühlen kann man diese Geschichte nicht. Bei Shackleton ging es um das Überleben seiner Mannschaft, für die er immerhin eine enorme Verantwortung verspürte. Was aber in aller Welt treibt 85 Jahre danach jemanden an, ohne Not dieselben Strapazen auf sich zu nehmen?

Fuchs schreibt dazu (Seite 71): "Ist es zynisch, sich freiwillig auf eine Stufe mit verzweifelten Menschen zu begeben, die von keinem anderen Wunsch beseelt waren, als heil nach Hause zu kommen. Ist es der Kick, den der zivilisationsmüde Abenteurer braucht, wie der Junkie seine Spritze?"

Bevor hier unterschwellige Selbstzweifel zum Vorschein zu kommen drohen, fährt Fuchs jedoch etwas kryptisch fort: "Ich unternehme Expeditionen, weil sie mir positive Lebenseindrücke vermitteln – und nicht, weil ich eine masochistische Ader in mir verspüre. Eine gewisse Leidensfähigkeit und eine Portion Fatalismus gehören wohl dazu, sind aber nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck."

Wenn es nur um "positive Lebenseindrücke" gehen würde, könnte man meinen, dass man dies auch einfacher bekommen kann. Allerdings wäre einem dann weniger Aufmerksamkeit gewiss, was wiederum finanzielle Folgen hätte. Es muss eben doch spektakulär sein, nur zugeben kann man dies offenbar nicht. Wie auch immer – dieses Buch ist nicht lesenswert, weil man unbedingt die folgenden Abenteuer des Arved Fuchs mitfinanzieren möchte, sondern weil es tatsächlich eine Reihe von wichtigen Erkenntnissen über Shackleton und seine Expedition vermittelt. Man kann über Fuchs denken, was immer man will – sein Buch trägt enorm dazu bei die Ereignisse von 1916 besser zu verstehen und um die übermenschliche Leistung der sechs Leute zu würdigen, die in einem viel zu kleinen Boot ohne Motor und nur mit einem Sextanten ausgerüstet Südgeorgien erreichten.

Um mit dem Sextanten zu navigieren, braucht man beide Hände und die Sonne. Man konnte sich aber auf dieser wackeligen Nussschale von Boot bei orkanartigem Sturm nicht freihändig bewegen ohne Gefahr zu laufen, ins eisige Meer gespült zu werden. Und die Sonne scheint dort fast nie. Auch die üblichen navigatorischen Tabellen fehlten der Besatzung, sodass erst schwierige Berechnungen den nötigen Kurs ergaben. Es ist daher ein Wunder, eine geniale Leistung oder vielleicht auch nur Glück, dass die Sechs nicht einfach ohne Rückkehrmöglichkeit an Südgeorgien vorbei segelten. Ein kleiner Rechen- oder Bedienungsfehler hätten dafür nämlich bereits gereicht.

Die Ankunft Shackletons und seiner fünf Begleiter auf Südgeorgien ist wegen der extrem schwierigen Strömungs- und Windverhältnisse in diesem Seegebiet wahrscheinlich lediglich ein Glücksfall. So jedenfalls sieht es Fuchs nach seinen eigenen Erfahrungen. Darüber hinaus diskutiert er die Alternativen zu Südgeorgien, was wegen der Heldenverehrung des Ernest Shackleton schon etwas den Charakter eines Sakrilegs besitzt. Aber auch diese Diskussion hilft, wie das ganze Buch, die damaligen Ereignisse besser oder überhaupt erst zu verstehen. Insofern haben die zahlreichen "positiven Lebenseindrücke", die Fuchs und seine Begleiter durchnässt und bei eisigem Sturm verspürt haben müssen, auch für die Leser dieses Buches einen gewissen Sinn.


FOTO:BOX. Die bekanntesten Fotos der Welt
FOTO:BOX. Die bekanntesten Fotos der Welt
von Roberto Koch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 25,00

5.0 von 5 Sternen "... ein facettenreiches Sortiment von Ereignissen, Objekten, Landschaften und Menschen, ...", 19. Dezember 2014
So wird der Inhalt dieses Buches gleich im ersten Satz des Vorwortes beschrieben. Hier versammeln sich also nicht die bekanntesten Fotografen, sondern die vorgeblich bekanntesten Fotografien. Natürlich ist bekannt zu sein ein dehnbarer Begriff. Deshalb sollte man bei der Einschätzung dieser Auswahl auch nicht allzu kleinlich werden, selbst wenn man sich manchmal schon wundert, welche Bilder sehr guter Fotografen ihre bekanntesten sein sollen. Die Fotografien werden von einem kurzen Text und einer meist noch kürzeren Biografie ihres Schöpfers begleitet.

Und damit diese doch sehr große Sammlung ein wenig Struktur bekommt, hat man sie nach Themen in folgender Reihenfolge geordnet: Reportage, Krieg, Porträt, Akt, Frauen, Reise, Stadt, Lunst, Mode, Stilleben, Sport und Natur. Es kann also durchaus vorkommen, dass einige (wenige) Fotografen mehrmals auftauchen. Andere dagegen kommen gar nicht vor. Und das kann offenbar nur daran liegen, dass ihre Werke (warum auch immer) der Auswahlkommission unbekannt sind. Zum Thema Natur fallen mir da einige Namen deutscher Fotografen ein, beispielsweise Michael Poliza, Bernd Ritschel oder Norbert Rosing.

Das soll nur ein kleiner Hinweis darauf sein, dass ein solches Buch natürlich schon wegen seiner subjektiven Auswahkriterien keinen Anspruch auf einen generellen Überblick oder gar auf Vollständigkeit besitzt und auch nicht besitzen kann. Wenn man sich daran nicht reibt, dann findet man in diesem Buch vielleicht Namen und Bilder, die man noch nicht kannte und die Interesse wecken. Unter diesem Gesichtspunkt ist dieser Band wirklich hervorragend gelungen.


TaoTronics® 9W dimmbare LED Schreibtischlampe mit Schwanenhals, Touchfeld und 7 Helligkeitsstufen, schwarz
TaoTronics® 9W dimmbare LED Schreibtischlampe mit Schwanenhals, Touchfeld und 7 Helligkeitsstufen, schwarz
Wird angeboten von ZBT International Trading GmbH
Preis: EUR 69,99

5.0 von 5 Sternen Tolles Teil, 19. Dezember 2014
Auch wenn selbst der reduzierte Preis noch recht hoch erscheint - diese Schreibtischlampe ist ein tolles Produkt. Sie sieht nicht nur gut aus, sondern ist vor allem sehr hell ohne zu blenden. Man kann sie sehr einfach dimmen, und sie spart Strom. Der Standfuss gibt der Lampe einen sicheren Halt, und der Hals läßt sich in verschiedene Richtungen biegen, wobei man nicht befürchten muss, dass er nachgibt und zurückkommt. Dass sie keinen Schalter besitzt, sondern durch leichtes Streichen in der Dimmulde an- und ausgeht, erscheint mir ebenfalls sehr angenehm.

Ob die Lampe die vorausgesagteextreme Lebensdauer besitz, bleibt abzuwarten. Da dieses Produkt aber auch sehr gut verarbeitet ist, scheint Vertrauen in die Aussagen des Herstellers nicht unangebracht zu sein. Das merkt man übrigens auch bereits daran, wie intelligent diese Lampe verpackt wurde. Alles macht einen durchdachten und hochwertigen Eindruck. Alles in allem ist diese Lampe ein hochwertiges Produkt, das in jeder Beziehung überzeugt.


Trading für Einsteiger - simplified: Erfolgreich zum ersten Trade
Trading für Einsteiger - simplified: Erfolgreich zum ersten Trade
von Daniel Schütz
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Liegt der Schlüssel zum Erfolg tatsächlich im Wissen um die Technischen Analyse?, 18. Dezember 2014
Dass das so wäre, wird jedenfalls im Klappentext behauptet. Trading ist ein Ausscheidungsspiel, in dem die meisten Teilnehmer verlieren. Natürlich hofft jeder, der sich drauf einlässt, dass er nicht zu den Verlierern gehören wird. Bücher, wie dieses hier machen Mut und suggerieren Einfachheit. Warum kommt kaum jemand auf die Idee, dass da etwas nicht stimmen kann? Vielleicht schämt man sich, weil man sonst erfolgreich ist und beim Traden plötzlich völlig versagt. Eigentlich kann das doch nur an einem selbst liegen, oder? Wen es tröstet, dem sei gesagt, dass es auch daran liegt, dass man Büchern wie diesem vertraut.

Aus der Schule ist man gewöhnt, dass man aus Büchern Gesetzmäßigkeiten und Regeln lernt, die einem beibringen sollen, wie man eine bestimmte Tätigkeit durchzuführen hat. Das überträgt man auf Trading-Büchern. Und schon sitzt man in der Falle, in die wohl jeder Anfänger läuft. Wie soll er auch ohne Kenntnisse entscheiden können, ob das was taugt, was er da liest?

Der Autor erklärt seinen Lesern irgendwo am Anfang seines Textes, dass Trading ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten ist. Das stimmt. Aber das Buch suggeriert etwas anderes, nämlich: Wenn man A macht, folgt meistens B. Und die paar Fälle, wo das fehlschlägt, sind mit Stop-loss-Regeln abgesichert. Das Buch stellt eigentlich nur eine Handelstechnik vor. Doch wo sind da die Wahrscheinlichkeiten? Über die Trefferwahrscheinlichkeiten dieser Methode erfährt man nichts. Stattdessen wird das beliebte Chance-Risiko-Verhältnis vorgeführt und dabei unterstellt, man könne Kursziele bestimmen. Bestimmen kann man viel, aber ob ein Markt diese Ziele auch erreicht, bleibt allein ihm überlassen.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass sein Autor technischer Analyst ist. Für ihn gibt es beim Börsenhandel nur Leute, die sich nach den Wirtschaftsdaten von Unternehmen oder Volkswirtschaften richten und solche Leute wie ihn, die die Märkte mit der sogenannten Technischen Analyse vorauszusehen versuchen. Das ist natürlich nicht die ganze Wahrheit. Es gibt neben dieser Unterscheidung, alle möglichen Mischformen, aber auch sehr erfolgreiche Händler, die sich - wie der Autor - nach Charts richten, aber die Technische Analyse für wenig hilfreich halten.

Was schlägt nun der Autor vor? Er handelt eine einzige Methode, und das geht so: Er sucht zunächst nach Doppelböden oder Doppelhochs. Die Erholung zwischen ihnen nennt er Struktur. Wird diese Struktur nach dem zweiten Extremum durchbrochen, dann ist die Formation komplett. Nun wartet er auf einen Fibonacci-Rücksetzer (61,8%) dieser letzten Bewegung, um dann in Richtung des Durchbruchs in den Markt einzusteigen. Die Stop-loss-Order platziert er jeweils unter beziehungsweise über den jeweiligen Doppelpunkten.

Bevor ich den gesamten Inhalt des Buches kurz skizziere, möchte ich auf ein paar Dinge hinweisen, denen eine gewisse Komik innewohnt. So beharrt der Autor im allgemeinen Teil des Buches darauf, dass es auf den Einstieg eigentlich nicht wirklich ankommt. Bei seiner Methode müssen es aber unbedingt 61,8% der letzten Bewegung sein, was natürlich nie so exakt erreicht werden wird. An einer anderen Stelle erklärt er mühselig die Fibonacci-Folge, obwohl das für spätere Anwendung völlig belanglos ist. Man könnte (oder soll?) dabei auf die Idee kommen, Märkte richten sich irgendwie vorbestimmt nach mathematischen Gesetzmäßigkeiten oder irgendwelchen geheimnisvollen Mustern. Doch die Zusammenhänge sind etwas anders.

Ebenso ausführlich verfährt er mit der Erläuterung der Entstehung eines normalen gleitenden Durchschnitts, um dann wenig später den MACD vorzustellen, der aus exponentiell gewichteten gleitenden Durchschnitten entsteht. Über sie verliert er kein Wort. Dann erwähnt er, dass die Stochastik ein Oszillator wäre, der in Seitwärtsbewegungen ganz nützlich sein könnte. Er wendet ihn aber genau dort nicht an, wie überhaupt der von ihm erläuterte Ausschnitt der sogenannten Technischen Analyse bei seiner Handelstechnik in Wirklichkeit keine Rolle spielt. Das ist vielleicht für einen Anfänger nicht gleich zu sehen. Lustig ist es aber dennoch.

Der Text besteht aus 12 Kapiteln und einem Anhang, in dem verschiedene Trades nach dem oben erwähnten Muster vorgestellt werden. Zunächst macht der Autor seine Leser mit dem Einmaleins des Tradings vertraut, also mit der Darstellung des Kursverlaufs in Charts, mit den verschiedenen Begriffen und mit der Technischen Analyse im Allgemeinen, unter die er auch die Dow-Theorie einordnet. Dann folgen Bemerkungen zur eigenen technischen Ausstattung und zur Art des Brokers. Anschließend werden bestimmte Kursmuster und die beliebten Fibonacci-Verhältnisse vorgestellt. In diesem Kapitel wird auch die spätere Trading-Methode erstmals erwähnt. Das nächste Kapitel befasst sich mit einigen Ausschnitten aus der Technischen Analyse. Hier werden einfache gleitende Durchschnitte, die Stochastik, der MACD und die ATR kurz beschrieben. Im folgenden Kapitel geht es um den Trade-Ausstieg, erst danach um den Einstieg. Schließlich findet man fünf weitere Kapitel, in denen folgende Themen mehr oder weniger marginal zur Sprache kommen: Money-Management, Trading-Plan, Backtesting, Trading-Psychologie, erste Trades und Handhabungen dabei.

Alles in allem kann man diesem Buch nichts Schlechtes unterstellen. Dass die meisten Anfänger mit solchen Büchern aus den oben erwähnten Gründen aufs Glatteis geführt oder zur Verzweiflung getrieben werden, liegt einfach daran, dass es eben zunächst nicht so einfach ist, wie solche Bücher suggerieren. Trading unterscheidet sich grundlegend von allen anderen Tätigkeiten, die man aus dem Berufsleben kennt.

Der Autor hat das, was er darstellen wollte, sicher nicht schlecht gemacht, auch wenn nicht alles völlig konsistent ist. Traden lernt man entweder durch einen erfolgreichen Trader, der einen in seine Technik beim Traden einweiht oder durch mitunter sehr kostspieliges selbständiges Probieren.


Denn du gehörst mir: Roman
Denn du gehörst mir: Roman
von Jane Lythell
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Stalking aus Leidenschaft?, 16. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Denn du gehörst mir: Roman (Taschenbuch)
Es ist immer wieder erstaunlich, wie man durch einen Klappentext gezielt in die Irre geführt wird. Er verspricht hier einen "klugen psychologischen Spannungsroman über Rivalität, Manipulation und Betrug". Irgendwie stimmt das auch, aber letztlich liegen die Dinge ein wenig anders. Allerdings kann man das hier nicht verraten, weil es die Spannung nehmen würde, die das Buch leider zwischenzeitlich zu verlieren droht. Alles scheint vorhersehbar. Ist es auch, nur die Zusammenhänge sind etwas anders als man dachte, und das Ende überrascht.

Kathy arbeitet als Chefredakteurin bei einer Zeitschrift über moderne Architektur in London. Ihr finnischer Ehemann hüllt sich in nordische Schweigsamkeit über seine Vergangenheit. Kürzlich stellte Kathy eine finnische Journalistin ein, die ihr Mann vorgibt nur aus dem Fernsehen zu kennen. Merkwürdigerweise hinterfragt Kathy im Bewerbungsgespräch die Vergangenheit und die Wechselmotive ihrer neuen Kollegin nicht. Aber schließlich muss es in Romanen nicht immer logisch zugehen. Tatsächlich nämlich ist ihre neue Kollegin Heja eine kaltblütige Stalkerin.

Ihre Gründe enthüllen sich erst nach und nach dem Leser, der abwechselnd den Lauf der Ereignisse immer aus der Sicht von Kathy und Heja erzählt bekommt. Das ist ein für die Zwecke dieses Romans vortreffliches Werkzeug, weil es nicht nur Struktur in die Handlung bringt, sondern auch zum besseren Verständnis der Gefühlswelt der beiden Frauen dient. Allerdings habe ich mich besonders am Anfang mehrmals gefragt, ob ich eigentlich voll bei der Sache bin, denn plötzlich wurden Tatsachen vorausgesetzt, von denen man denkt, sie überlesen zu haben. Dem ist jedoch nicht so. Die Autorin fügt sie einfach in die Gedankenwelt der beiden Frauen ein, aus der sie der überraschte Leser in Form von plötzlichen Rückblenden erfährt. Das ist gelegentlich etwas anstrengend.

Bis zu zwei Dritteln des Textes verläuft die Handlung etwas zähflüssig, weil man ständig mit den täglichen Vorrichtungen und den mehr oder weniger beiläufigen Gedanken der beiden Frauen konfrontiert wird. Einen unmittelbaren Bezug zum eigentlichen Drama, dessen Spannungsbogen sich zunehmend verflacht, kann man nicht immer erkennen. Doch dann kommt im letzten Drittel ein nicht mehr erwarteter Schwung ins Geschehen, der den Leser schließlich wieder ein wenig mit dem Buch versöhnt.

Wer vorher noch nicht gewusst hat, dass Böses oft nur ein Ausdruck von Leiden ist, erfährt es nun an diesem Beispiel. Verletzungen, die dadurch anderen zugefügt wurden, werden durch diese Erkenntnis zwar weder rückgängig gemacht, noch verheilen sie dadurch schneller, aber man kann vielleicht je nach innerer Verfassung ein gewisses Verständnis für den anderen aufbringen. Allerdings werden sich auch hier wie immer die Geister scheiden. Begeistert hat mich dieses Buch nicht, aber interessant war es. Allerdings muss man dazu bis zum Ende durchhalten.


Logitech S-120 2.0 PC-Lautsprecher-System OEM schwarz
Logitech S-120 2.0 PC-Lautsprecher-System OEM schwarz
Wird angeboten von vollfarbdrucker-de Ihre Office Experten
Preis: EUR 15,40

4.0 von 5 Sternen Für den Preis eine gute Leistung, 16. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was kann man von zwei Lautsprechern erwarten, die gerade zusammen 15 Euro kosten? Nicht viel, oder? Aber in diesem Fall wurden meine Erwartungen übertroffen. Die Dinger machen, was sie sollen. Sie klingen einigermaßen sauber, lassen sich einfach anschließen und bedienen.

Meckern kann man über das in der Tat zu grelle Licht, das einem anzeigt, dass die Dinger in Betrieb sind. Der Drehknopf für die Lautstärke lässt sich einfach so herausziehen, was sicher auch nicht unbedingt sein muss. Dennoch hat man für den Preis einen guten Minimalstandard gekauft. Wenn man mehr will, muss man eben mehr bezahlen.


Der Geschmack von Erleuchtung und Bratkartoffeln
Der Geschmack von Erleuchtung und Bratkartoffeln
von Ema Engerer
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

5.0 von 5 Sternen "Manchmal müssen wir den Mut haben, umzukehren, wenn wir vor zu vielen Verstrickungen stehen ...", 15. Dezember 2014
Wer bin ich selbst und was gehört eigentlich nicht zu mir, sondern ist eher ein Ergebnis von Einflussnahme, denen man ungewollt in der Kindheit ausgesetzt war? Und kann man das überhaupt noch trennen? Mit solchen Fragen beschäftigt sich dieser gut geschriebene Roman. Nun sind diese Fragen nicht neu. Seit vielen hunderten von Jahren beschäftigen sich Menschen immer wieder aufs Neue mit ihnen. Es ist deswegen nicht verwunderlich, dass es auch vielfältige Antworten auf sie gibt.

Amai wohnt zusammen mit ihrer Großmutter in Chile am Pazifik. Ihre Großmutter genießt großes Ansehen wegen ihren Heilkünsten und ihrer Kräuterkunde. Als sie stirbt wandert Amai in eine Klosterschule, deren weisen Lehrer ihr die Großmutter vor ihrem Tode empfohlen hatte. Meister Dorje lehrt die Weisheiten des tibetischen Buddhismus, von denen dieser Roman lebt, denn nacheinander durchlebt Amai auf ihrer Reise, die sie später noch zu den Nachfahren der Azteken in Mexiko führen wird, immer neue Erkenntnisstufen der buddhistischen Lehre, die am Ende immer Einsichten in die eigene Seele sind.

Buddha war kein Religionsstifter, und seine ursprüngliche Lehre hat nichts Religiöses an sich. Er erkannte vielmehr bereits vor mehr als zweitausend Jahren Zusammenhänge, die auch jetzt langsam in die westliche Psychoanalyse vordringen. Buddhas Lehre floss ohne seine Absicht und sein Zutun in die damalige religiöse Landschaft ein und lebte fortan in ihr weiter. Wenn man diesen Roman aufmerksam liest, dann findet man solche Andeutungen auch in ihm. Die Autorin verpackt viele Erkenntnisse Buddhas recht geschickt in die Romanhandlung.

Allerdings halten sie ihre Hinweise darauf, dass es sich bei Buddhas Lehre nicht um eine Religion handelt, später nicht davon ab, doch leicht ins Esoterische abzugleiten und allerlei Hokuspokus bei Amais Azteken-Besuch ins Spiel zu bringen. Das ist ein wenig schade, aber offenbar nicht zu vermeiden. Buddhas Lehre ist letztlich nichts weiter als eine überaus weise Hilfe zur Selbsterkenntnis und zum Einswerden mit sich und der Welt.

Um einen kleinen Eindruck zu vermitteln, möchte ich einige Stellen zitieren. Als Amai während ihres Aufenthaltes bei den Nachfahren der Azteken einen Moment der Erleuchtung verspürt, erfüllt sie grenzenloses Vertrauen. Ein wenig später wird sie jedoch mit einer anderen Seite in sich konfrontiert. Ein weiser Mensch zwingt sie, sich dem zu stellen, obwohl sie das (wie die meisten Menschen) nicht will. Doch nur so kann man sich selbst verstehen. Amai spürt dabei die Wirkungen latent vorhandener Angst: "In meiner Kindheit hatte ich so viel Angst. Angst, verlassen zu werden. Angst, alleine zu sein. Angst vor der Angst. Angst, nicht genug beschützt zu werden. Angst, Angst, Angst. Ausgeliefert zu sein. Nicht geliebt zu sein. Nicht wert zu sein, geliebt zu werden ..."

Je mehr Amai gezwungen wird, sich nicht entsetzt abzuwenden, umso mehr versteht sie, dass da auch immer Hilfe ist. Sie sieht ihre Seele, die dann mit ihr spricht: "Du schaust mich nicht an. Du suchst mich im Außen. Ich bin in deiner tiefsten Tiefe. Du hast gelernt, im Außen Kraft zu suchen. Zu reagieren, statt aus dir heraus zu handeln. Ich warte ein Leben lang auf dich. Ich habe dich nie verlassen. Wenn du in deiner Kraft bist, wirke ich. Wenn du von deiner Kraft getrennt bist, spürst du das Loch. Doch du siehst jetzt: ich bin hier. Ich kann dich füllen. Erfüllen. Ich bin deine Sehnsucht und deine Erfüllung. Es ist einfach, so einfach. Wir waren immer eins."

Wenn man Erfüllung im Außen sucht, wird man nicht glücklich werden. Diese zentrale Botschaft, die sich durch Buddhas Lehre zieht, wird in dieser Geschichte Amais, die auszieht, um sich selbst zu finden, mit großer Eindringlichkeit vermittelt. Abgesehen von einigen Abschweifungen ins Esoterische ist dies ein wunderbares Buch für alle, die auf der Suche nach der Kraft sind, die schon immer in ihnen war.


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Wird angeboten von Daisy Loom Ltd
Preis: EUR 30,00

4.0 von 5 Sternen Schön, aber nicht ganz wie beschrieben, 14. Dezember 2014
Wenn man kleinen Mädchen eine große Freude bereiten möchte, dann muss man ihnen unbedingt diese Bändchen schenken. Dann kann man bestaunen, was daraus so alles entsteht. In dieser Packung findet man - wie beschrieben - eine Unmenge dieser Gummibändchen, und das auch noch in zahlreichen Farben. Dazu enthält das Set drei Haken, wobei einer von ihnen aus Metall ist und damit eine gewisse Stabilität suggeriert. Dieser Haken hat eine Schutzhülle. Schon damit sieht der Inhalt etwas anders aus als auf dem Bild. Leider fehlten in meiner Sendung die angepriesenen "5 Charms for FREE".

Ob das verwendete Material die chemischen Eigenschaften besitzt, die versprochen werden, kann ich nicht überprüfen. Allerdings ist Silikon nicht gänzlich geruchsfrei. Und wenn man seine Nase sehr nahe an diese Gummis bringt, dann riecht man das natürlich, ansonsten kaum. Den versprochenen Geruch nach Früchten und Süßigkeiten kann man auch wahrnehmen, wenn man sich anstrengt und ihn sucht. Er drängt sich jedenfalls nicht auf, was auch gut ist, denn bei ihm handelt es sich schließlich auch um ein künstliches Aroma.

Wenn man dieses Set verschenkt, sollten die Beschenkten wissen, was man damit anstellen kann, denn hier sind keine weiteren technischen Anleitungen enthalten. Die Kinder entdeckten sehr schnell, dass die Hülle der Metallnadel eine Vorrichtung enthält, mit der man sehr leicht die beliebten Bänder herstellen kann. Auch die neuen Farben lösten Freude aus.

Ob die Gummis mit dem Original aus den USA mithalten können, kann ich nicht beurteilen, denn ich kenne es nicht. Der Hersteller verspricht jedenfalls, dass es zu 100 Prozent mit dem Original kompatibel wäre. Die Gummis haben keine Naht und machen einen stabilen Eindruck. Und tatsächlich erwiesen sie sich beim Verarbeiten durch die Kinder als sehr solide.

Der ursprüngliche Preis erscheint mir stark übertrieben. Dass man ihn halbiert hat, ist wohl ein Zeichen von Einsicht.


Das wilde Määäh
Das wilde Määäh
von Vanessa Walder
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Freiheit für alle!", 14. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Das wilde Määäh (Gebundene Ausgabe)
Ein kleiner Mensch schleicht durch den dunklen Wald und legt etwas in einer Baumhöhle ab. Argwöhnisch verfolgen die Waldtiere, was da vor sich geht. Sie versammeln sich und rätseln, was für ein seltsames Tier in ihr Revier gelangt ist. Der Fuchs findet, dass es lecker riecht und schlägt vor, es zu kosten. Doch die kluge Wölfin kommt ihm zuvor und teilt allen anderen mit, dass das Neue zu ihr gehören und fortan Ham heißen würde.

Aber Ham ist ein merkwürdiger Wolf: Er geht nicht gerne jagen, frisst heimlich Gras und gibt seltsame Geräusche von sich, die man von einem Wolf gar nicht gewöhnt ist. Irgendwie sieht Ham auch nicht so aus wie seine wölfischen Geschwister. Dass er sich mit einem kleinen Rehbock prima versteht, will auch nicht so recht ins Bild passen. Seine weise Adoptivmutter kennt natürlich sein Geheimnis genau. Als Ham schon ein wenig größer geworden ist, lässt sie ihn ziehen, um seine wahre Herkunft zu ergründen. Aber natürlich nicht, ohne für unterstützende Begleitung zu sorgen.

Hams aufregende Reise führt ihn zurück zu den Menschen auf einen Bauernhof, wo er schließlich seine wirkliche Mutter findet, die ihr Leben hinter Gittern völlig in Ordnung findet. Das aber ist nicht Hams Welt. Er ist es nicht gewohnt, eingesperrt zu sein. Immerhin weiß er aber nun, wer er ist und warum er in den Wald gebracht wurde.

Wie diese Geschichte (die ja nur der erste Teil von etwas Größerem ist) niedergeschrieben wurde, ist einfach wunderbar. Man könnte es süß oder niedlich nennen, aber das trifft es nicht richtig, denn wie liebevoll die Autorin ihren hintergründigen und sehr sicheren Humor einsetzt und damit die verschiedenen Charaktere ins Spiel einbringt, ist sehr ungewöhnlich. "Das wilde Määäh" ist ein warmherziges, hervorragend geschriebenes, tolles Kinderbuch, das ganz nebenbei und für Kinder leicht nachvollziehbar Fragen nachgeht, die wir alle haben, nämlich "Wer bin ich?" und "Wo komme ich her?".

Ich hätte es glatt übersehen, weil die Kinder in meiner Familie, die im Zielgruppenalter sind, solche Tierbücher schon nicht mehr lesen wollen. Nach meinem Eindruck kann man dieses Buch auch bereits kleineren Kindern vorlesen, selbst wenn es für sie vielleicht noch etwas zu lang ist.


Gespensterspuk in Hollywood
Gespensterspuk in Hollywood
von Kate Klise
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wir sprechen nicht miteinander, wir schreiben uns Briefe ..., 12. Dezember 2014
Vielleicht muss man die ersten vier Bände dieser Serie gelesen haben und ihr Fan geworden sein. Vielleicht versteht man die ganze Geschichte auch besser, wenn man ein amerikanisches Kind ist. Trifft das alles nicht zu, dann werden die Meinungen über dieses Kinderbuch für Acht- bis Zehnjährige wohl geteilt sein. Manchen Erwachsenen scheinen diese Art von Literatur und der darin möglicherweise enthaltene Humor auch gut zu gefallen. Ich fand das Ganze recht anstrengend, obwohl ich einiges gewöhnt bin.

In der Friedhofstraße 43 wohnen der Schrifsteller Ignaz B. Griesgram, das Gespenst Oliva C. Spence und ihr Adoptivsohn und Illustrator Severin Hoffnung. Diese Herrschaften werden dem Leser eingangs vorgestellt, ebenso die Regeln, die in diesem merkwürdigen Haushalt gelten. Alles Geschäftliche muss schriftlich verhandelt werden. Dementsprechend schreibt man sich ständig Briefe, die den Handlungstext darstellen. Dazu kommen noch Zeitungsausschnitte und ganz lustige Illustrationen.

Nun sollen die bisherigen Ereignisse aus der Friedhofstraße in Hollywood verfilmt werden. Jedenfalls hat das Manni Blockbuster, Gründer und Präsident der Busterboy-Spaßindustrie, vor. Die Bewohner aus der Friedhofstraße 43 gehen darauf ein, was in der Folge zu zahlreichen Verwicklungen führt.

Wenn man diese Gespenstergeschichten oder ihre Machart schätzt, dann wird man sicher Spaß mit diesem Band haben. Mir fehlt wahrscheinlich irgendein Humor-Gen dafür. Und das scheint auch bei anderen Familienmitgliedern nicht vorhanden zu sein. Unabhängig davon fand ich das Zielgruppenalter etwas zu niedrig gewählt. Sprache und Stil passen nach meiner Ansicht für Achtjährige (2. Klasse!) noch nicht so richtig. In diesem Alter kann man vielleicht gerade einmal ordentlich lesen. Solche Kinder sind mit einem nicht geradlinig geschriebenen Buch, das dazu noch viele Amerikanismen enthält, vielleicht doch noch ein wenig überfordert. Und zum Vorlesen ist das Buch überhaupt nicht geeignet.

Alles in allem ist es wohl eine Geschmackssache, wie man es findet. Meine Begeisterung hielt sich in recht engen Grenzen.


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