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Beiträge von Thorsten B.
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Hilfreiche Bewertungen: 61
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Rezensionen verfasst von Thorsten B. (Hamburg)
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37 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Ab Seite 100 langweilig, muss man aber mal gelesen haben!, 26. August 2001
Das Werk ist bekannt und vielzitiert. Wir kennen alle die "unsichtbare Hand", die die Marktteilnehmer automatisch zum Wohle aller arbeiten lässt. Wir zitieren bzw. sehen zitiert die Vorzüge eines regelnden, aber eben sehr passiv auftretenden Staates. Wenige haben das ca. 800 Seiten lange Werk auch wirklich gelesen [es wird mit der Zeit auch wirklich etwas langweilig]. Doch die Lektüre hätte teilweise gelohnt. Am Anfang beschreibt Smith wie niemand vor oder nach ihm die Bedeutung und die Vorzüge der Arbeitsteilung für die ökonomische Entwicklung einer Nation. Seine ersten Seiten schmücken das Beispiel der Nagelherstellung, die durch die Arbeitsteilung innerhalb eines industriellen Prozesses um ein Vielfaches schneller vonstatten geht. Interessant wird es dann aber später. Wie auch Karl Marx hegte Smith ein tiefes Misstrauen gegen die routinegeprägte Zeit. Er empfand die technologiegeprägte Arbeitsteilung als Fluch des Fortschrittes! Denn "mit fortschreitender Arbeitsteilung wird die Tätigkeit der überwiegenden Mehrheit derjenigen, die von ihrer Arbeit leben, ... nach und nach auf einige wenige Arbeitsgänge eingeengt, ... Jemand, der tagtäglich nur wenige einfache Handgriffe ausführt, ... verlernt seinen Verstand zu gebrauchen, und wird stumpfsinnig und einfältig..., wie ein menschliches Wesen nur eben werden kann." Smith sah vor gut 200 Jahren also einen Konflikt, der in der heutigen politischen Diskussion wieder aktuell ist. Die Frage der Flexibilisierung der Arbeitswelt. Der Frage, in wieweit Sicherheit der wichtigste Wert ist, dem die Arbeitsgesellschaft genüge tragen muss. Wir sehen dies wie Smith. Stetig gleiche Arbeit macht krank. Menschliche kreative Potentiale werden nur ungenügend genutzt. Der flexible, projektorientiert arbeitende Manager ist hier ein schöner Ausweg. Während bei Smith die Rückkehr bei der Nagelproduktion in flexiblere Strukturen einen deutlichen Produktivitätsrückgang bedeutet hätte, haben wir heute im postindustriellen Zeitalter wahrscheinlich erstmalig in der Geschichte die Möglichkeit, ein "menschliches Arbeiten" in Abwechslung mit maximaler Produktivität zu verbinden."
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Horx gewährt uns tiefe Einblicke in unsere Zukunft!!, 26. August 2001
Die sogenannte New Economy hatte bereits bessere Zeiten erlebt. Über unsere Zukunft wurde es also auch publizistisch in den letzten Monaten deutlich ruhiger. Ein gewisser Zukunfts-Pessimismus macht sich in unserer Gesellschaft breit. Dagegen scheint Matthias Horx, von vielen als der bedeutendste deutsche Zukunftsforscher bezeichnet, trotzig ein neues Buch, "Smart Capitalism" zu positionieren. Er beschreibt visionär die kommende (das ist für ihn alles nur noch eine Frage der Zeit) weltweite Arbeitsrealität und gewährt uns auf "verdauliche" Weise" tiefe Eindrücke in unser aller Zukunft. Laut Horx folgte nach der Agrar- und Industriegesellschaft jetzt die Wissensgesellschaft. Dieser Paradigmenwechsel hätte gravierende Auswirkungen auf unser aller (Arbeits) Leben. Eine Kräfteverschiebung von Kapital hin zum Wissen fände unaufhaltsam statt. Also auch zum Wissensträger. Wissensökonomie bedeute immer Offenheit, Transparenz, Diversizität. Aus dem Kapitalismus vergangener Tage würde ein Talentismus entstehen. Hierin stünden Unternehmen zusehends in Wettbewerb um die besten Kräfte. Diese "Talente" würden in Zukunft vielleicht sogar an der Börse gehandelt werden. Es entstehen individualisierte "Ich-AGs", die es gelernt hätten, mit stetiger Veränderung konfrontiert zu werden. Und im Vergleich zu anderen Soziologen sieht Horx diesen ständigen Prozess als Prozess der "Befreiung". Das Individuum hat verbesserte Wahlmöglichkeiten und die Chance, durch die vielen neuen Erfahrungen eine "wachsende" Individualität zu genießen. Diese Menschen, vor allem die klugen und talentierten, würden sich nicht mehr an ihre Arbeitgeber binden lassen. Er zitiert als Beispiele die 30 Millionen (häufig) neuen Selbständigen in den USA, die sich insbesondere im High-Tech-Bereich betätigen. Die Unternehmen müssen so immer größere Aufwendungen dafür tätigen, neue Mitarbeiter zu rekrutieren und langfristig an das Unternehmen binden zu können. Das Buch ist 200 Seiten kurz. In einem detailreichen, gut recherchierten Panorama zeigt Horx dem Leser, wie unsere (Arbeits) Welt von morgen aussehen wird. Dieses Panorama ist beeindruckend und in der derzeitigen Lage vieler Unternehmen ermutigend. Horx sieht Win-win Situationen, in denen sich Wissensarbeiter, Unternehmen und die Gesellschaft verbünden. Wahrscheinlich schließt er dabei an der einen oder anderen Stelle ein wenig über das Ziel hinaus. Es wird wahrscheinlich immer Zielkonflikte geben. Es wäre schön, wenn dieses Goldene Zeitalter, in dem effiziente Märkte den Gang der Dinge zu unser aller Wohle lenken könnten, keine Utopie bleiben würde. Aber Zukunft ist vielleicht am Ende doch etwas differenzierter. Oder wie Horx dann auch selber sagt: in Epochen des Wandels liegt Gewinn und Verlust immer nah beieinander!
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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein Muss für jeden, der über seine Zukunft nachdenkt!!!, 26. August 2001
Lothar Seiwert ist vielen von uns als vielleicht profiliertester "Zeitmanager" Europas bekannt. Arbeiten durch verschiedenste Arbeitstechniken effizienter gestalten zu können, galt in vielen Büchern sein publizistisches Interesse. Zu diesem Thema schrieb er z.B. das vielbeachtete Buch: "Wenn Du es eilig hast, gehe langsam". Aber gerade für einen Interims-Manager ist es nicht nur entscheidend, die Dinge richtig zu machen. Für jemanden, der keinen festen Arbeitsalltag, keinen exakt planbaren Jahresablauf besitzt, ist die Frage, WAS man WARUM tun sollte, von noch größerer Bedeutung! Durch die veränderte Lebenswirklichkeit beschäftigen wir alle uns mit immer mehr beruflichen und privaten Themen. Unser Leben würde immer "ge-füllter" und oft leider weniger "erfüllt"! Dinge werden nur noch "ge-scannt". Nicht mehr wirklich wahrgenommen. Ein bewussterer Umgang mit der Wirklichkeit in Balance mit entsprechenden Phasen des Be- und Entschleunigens sollte nach Seiwert das Ziel nach einer intensiven Auseinandersetzung mit uns selbst darstellen. Dieses bezeichnet auch den Titel seines neuen Buches: „Life-Leadership". Hierbei kann das Ergebnis durchaus individuell sein. Wichtig wäre das Erlangen der Erkenntnis über das, was uns in unserem Leben wirklich als wichtig erscheint. Immer mehr berufliche Tätigkeiten werden parallel erbracht. Wir stecken also in der "Beschleunigungsfalle" der High-Tech- und Non-Stop-Gesellschaft. Um ein zufriedeneres Leben führen zu können, müsste der moderne Mensch lernen, ein den eigenen Bedürfnissen angepasstes Leben in Balance zu führen. Es gibt die vier Bereiche Arbeit/Leistung, Familie/Kontakte, Körper/Gesundheit und Sinn/Kultur. Diese Bereiche konstituieren unser Leben und häufig würden Bereiche systematisch und langfristig zugunsten anderer vernachlässigt werden. Da unsere Lebenswege in Zukunft immer verschlungener würden, stellt sich die Frage nach dem Sinn unseres Handeln um so häufiger aufs Neue. Wir sollten entsprechend klarer wissen, was unsere langfristigen Ziele seien, in welchen Bereichen wir unsere Schwerpunkte setzen wollen. Es geht um einen integrierten Ansatz, um zu gewährleisten, dass wir wirklich das Produkt unseres Wollens werden! Das Buch ist didaktisch erstklassig aufgebaut. Es besitzt eine Vielzahl von gut gemachten Übungen und diversen Tests zur Selbstanalyse. Es besticht auch durch gut gemachte Cartoons, die die Essenz des Gesagten auf eindrückliche Weise visualisieren. Es ist eigentlich ein "Muss", sich mit Seiwerts' Gedanken auseinander zu setzen. Auch wenn einem vieles im voraus latent schon klar gewesen sein mag. Die Lektüre schafft es, für den „Life-Leadership" auf eindrückliche Weise zu sensibilisieren!
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