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Offshore "GT-Raceworld" (Southwest)

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Need for Speed: Most Wanted - Limited Edition
Need for Speed: Most Wanted - Limited Edition

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Schuss in den heißen Ofen, 27. November 2012
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Hallo liebe Need-for-Speed Fans,

ich habe mir mal wieder einen NfS-Titel geholt, nachdem ich die vorangegangenen Titel der Serie ausgelassen habe, weil ich nach NfS-Underground II und dem ersten Teil von Most Wanted nur noch Schrott mit der NfS-Serie erlebt habe. Da der erste Teil von Most Wanted doch recht gelungen war, habe ich mich entschlossen nun zuzugreifen und den "Nachfolger" NfS Most Wanted 2 anzuschaffen. Das Wort "Nachfolger" steht absichtlich in Klammern, da es sich nur bedingt um einen Nachfolger von Most Wanted 1 handelt. Zuerst erweckt das Spiel den Eindruck, eine erfolgreiche Kopie des Namensvetters zu sein. Eine offene Welt, die frei befahrbar ist, mit Autobahn, Innenstadt und Randgebieten, die auch einige Spots auf Firmengeländen, Flugzeugfriedhöfen und Parkanlagen bietet. Die Fahrzeugauswahl, 41 Fahrzeuge, von denen ihr 10 Stück gewinnen müsst und 31 Stück findet, ist gerade noch ausreichend (das ist eine knappe 4) und enthält etliche NfS-bekannte Autos (seit Jahren fähren dort der 911er Porsche, Ford GT, Mitsubishi EVO, Koenigsegg und Bugatti, nur um einige zu nennen) um die Wette. So weit - so gut.

Die Steuerung der Fahrzeuge ist etwas schwammig und man kann ein präzises Steuern der schnellen Autos bei höheren Geschwindigkeiten getrost vergessen. Hier wurde deutlich zu viel Wert auf "künstliche" Aktion gelegt, indem man von Seiten des Herstellers sicher ging, dass alle paar 100 Meter ein fulminanter Crash ins Hause steht. Dieser wird dann anhand von eingeschobenen Sequenzen in Scene gesetzt. Das ist doch eher etwas für pupertierende Radfahrer, als für Erwachsene, die bereits den Führerschein inne haben. Aber dabei bleibt es nicht. Innerhalb der erforderlichen 5 Rennen, die mit jedem Fahrzeug absolviert werden müssen, um es mit besseren Teilen zu versorgen (Reifen, Nitro, Chassis, Karosserie, Getriebe) kommt der wahre Charakter des Spiel noch viel besser zum Vorschein. Fährt man wie ein Trottel, dann fahren auch alle anderen Teilnehmer (CPU-Gegner) nicht allzu flott die Strecke ab und man hat immer noch die Chance, das Rennen zu gewinnen. Fährt man hingegen wie ein Weltmeister, schießen plötzlich zivile Verkehrshindernisse mit 250 km/h von rechts oder links in die nächste Kreuzung, um diese zu blockieren. Da haben wir dann wieder unsere "künstliche" Aktion. Da kann es schnell passieren, dass einen die kalte Wut packt und man das Spiel am liebsten aus der PS3 heraus reißen und aus dem Fenster schießen möchte. Gerade bei der Tempojagd (erreichen einer Durchschnittsgeschwindigkeit) fällt mir das besonders auf. Auch surreale Scenen ergeben sich aus dieser Nerd-Programmierung. So kann es durchaus sein, dass ihr ein Sprintrennen über die gesammte Distanz dominiert und dabei einen ansehnlichen Vorsprung einfahrt. Kurz vor dem Ziel (200-300 m) schießt jedoch der Zweitplatzierte plötzlich an euch vorbei, obwohl ihr fehlerfrei geblieben seid. Hier geht es also nur darum, euch dazu zu nötigen, das Rennen erneut zu fahren (sogenannter Langzeitfun). Das ist Programmiersteinzeit für Dumme. Blöderweise gibt es, wie bereits vielfach erwähnt, keine Story mehr. Es gibt keine Basis (Werkstatt oder Halle) in der ihr Zuhause seid. Die Teile, die ihr in euer Auto bauen könnt, nachdem ihr Rennen gewonnen habt, sind allesamt unsichtbar. Das heißt, dass sich optisch an eurem Fahrzeug rein gar nichts verändert. Ihr drückt einen Knopf und euer Fahrzeug hat eine "Prallschutz-Karosserie", dann drückt ihr wieder auf einen Knopf und euer Fahrzeug hat eine "Aero-Karosserie". Das wars. Auch etwas unwirklich ist die Tatsache, dass ihr immer wieder ein komplett erneuertes Fahrzeug erhaltet, wenn ihr durch eine Tankstelle fahrt. Innerhalb von 1 Sekunde sind alle Schäden (diese wirken nur auf das äußere Erscheinungsbild, nicht auf die Fahrleistungen) beseitigt und das Fahrzeug ist frisch lackiert. Die Farbe bestimmt dabei nicht ihr, sondern sie wird der Reihe nach, je nach vorhandenen Farbvariationen des Autos, aufgetragen.

Es gibt verschiedene Fahrzeug-Kategorien: Off-Road, SUV, Limousinen, Sportwagen, Exoten und so weiter. Innerhalb der Fahrzeug-Kategorien sind die Rennen immer die gleichen. Das heißt, dass ihr viele Rennen mehrfach fahren müsst, wenn ihr verschiedene Fahrzeuge der gleichen Kategorie auftunen wollt. Da kommt schnell Langeweile auf - aber halt, stimmt ja gar nicht - für Abwechslung sorgen ja die ständigen Unfälle, in die ihr verwickelt werdet. Insgesamt gibt es 61 verschiedene Rennen und die 10 Reinzelrennen gegen die Listengegner, dann ist Schluss.

Der Multiplayer-Modus soll auch noch erwähnt werden, auch wenn er eine Erwähnung kaum wert ist. Im Multiplayer stehen euch nicht die Fahrzeuge zur Verfügung, die ihr im Singleplayer bereits getunt habt, sondern dieselben Fahrzeuge nur ungetunt. Ihr müsst die Fahrzeuge also im Multiplayermodus erneut tunen, um die entsprechende Leistung zur Verfügung zu haben. Aber, soweit ich das bisher feststellen konnte, ist das eher unnötig, da es im "offenen" Multiplayermodus fast nie zu echten Rennen kommt. Die Fahrt zum Treffpunkt wird immer wieder von einzelnen Spielern nicht angetreten, so dass das Rennen niemals startet. Aus Langeweile und Sinnlosigkeit rammen sich dann die Spieler, die sich versammelt haben, pausenlos die Karre von der Straße, bis man sich wieder abmeldet. Totaler Kinderkram. Lediglich eine Sitzung mit befreundeten Spielern ist zu empfehlen und macht dann auch richtig Laune. Da stimmt das Paket dann wieder.

Da ihr kein Zuhause habt, seid ihr eigentlich ständig auf Achse und dabei findet ihr viele Werbeschilder, die am Ende von Rampen oder Schanzen postiert sind. Fahrt ihr hier hindurch wird eure Sprungweite gemessen und am Werbeplakat festgehalten. Das macht wenigstens etwas Spaß und bringt mehr Abwechslung als die sonstigen Features in diesem Game. Wenn ihr mit anderen Spielern befreundet seid, dann werden deren Ergebnisse per Autolog an euch übermittelt und es kann ein Wettkampf um die besten (weitesten) Sprünge entstehen. Genauso funktioniert das auch mit den Radarfallen und hier muss ich zugestehen, dass diese Neben-Wettkämpfe wirklich unterhaltsam sind.

Die Grafik des Games ist einwandfrei. Das Spiel funktioniert im Singelplayer- und Multiplayermodus ruckelfrei und die Umgebung, in der man sich im Spiel aufhält wirkt sehr authentisch. Ob das alles für den oftmals geforderten Langzeitfun ausreicht oder nach 1-2 Wochen bereits gähnende Langeweile herrscht, kann ich für euch nicht beantworten. Ich vermute folgendes: Mich beginnt das Spiel nach 14 Tagen schon sehr zu langweilen, während jüngere Kollegen und Kids noch allen Spaß daran haben. Ist wohl immer eine Sache des persönlichen Anspruchs.


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