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Dibowsky "www.pommesgabel.de" (Blankenfelde bei Berlin)
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Angst
Angst

5.0 von 5 Sternen Amtliche Vollbedienung!, 1. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Angst (Audio CD)
Eigentlich wollte ich nur mal kurz rein hören, bin dann aber total drauf hängengeblieben. Auf dem ersten Album von TXL steckt einfach so viel drin, dass man hinhören muss. Ist das Deutschrock? Nicht wenn man das mit den Bands vergleicht, die grade in dieser Musikrichtung versuchen einen Platz zu finden, denn von denen heben sich die drei Berliner definitiv ab. Aber sie singen deutsch und sie rocken!!

Der erste Song "Rock den S*****" zeigt schon gleich zu Beginn, dass Halid, Ricky und Schulle genau das können. Ebenso lädt die erste Single des Albums mit dem gleichen Titel „Angst“ zum mitwippen ein („Alter.. ich schwitz voll ab ey“). Was tut man wenn man gar nichts mit sich anzufangen weiß und zu nichts Lust hat? TXL schreiben in solchen Momenten den großartigen Song „Ich bin so Low“, drücken damit genau das öde Gefühl aus was jeder kennt und erzeugen damit trotzdem gute Laune(„Ach…s**** auf den Song..egal. Ich leg mich jetzt hin.“). Eine lustig verpackte Kritik an das Programm, das einem heutzutage im Fernsehen angeboten wird ist der Inhalt des Songs „Dank gilt meiner Fernbedienung“(„Wahrsager und Vaterschaftstest, das gibt mir den letzten Rest“). Der Song „Frei“ hat es mir besonders angetan. Textlich geht es um Streitereien wie sie jeder kennt und das Bedürfnis frei davon zu sein, das zu tun was man will. Musikalisch ist es wohl der kreativste Song auf dem Album. Er ist rockig im Refrain, hat reichlich Tempowechsel, ein ganz kurzes Akkordeon Spiel und einen sehr amüsanten Mittelpart („Ich mach sogar nen Beat aus nem dreckigen Furz..Furz.. Furz die S***** raus Mann!!“). Aber sie können auch ruhig. Das kann man beim „Abschiedslied“ sehr schön hören. ' Takt, Klavier und Halids Stimme, mit der er zum Ende des Songs richtig beeindruckt. Mehr bedarf es bei diesem Song auch nicht. Auch mehr als gut sind die Songs „Trauerregen“, „S**** drauf“, „Denn der Herr gab uns den Segen“ und „Komm mit mir“. Musikalisch sehr innovativ, textlich lassen Sie Raum für Interpretationen und hin und wieder muss man schmunzeln.

Erstaunlicherweise haben TXL etwas geschafft, von dem ich dachte, dass es nicht mehr möglich sei. Sie haben mit guter Arbeit, mit viel musikalischem Verständnis und Liebe zur Musik Ihre ganz eigene Sparte im deutschsprachigen Rock erschaffen. Musikalisch anspruchsvoll, textlich genial , teilweise tiefgründig, lustig. Das perfekte Rock-Album, und sogar noch auf Deutsch gesungen. Da kann ich nicht anders als die volle Punktzahl zu vergeben.

Bewertung: 10 von 10 Punkten

[...]


We Are the Void
We Are the Void
Preis: EUR 17,37

17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Weltklasse Album, 17. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: We Are the Void (Audio CD)
Meine Herren, das wurde aber auch langsam mal Zeit. Fast drei Jahre nach Fiction" melden sich die Meister des typisch melodischen schwedischen Todesbleis Dark Tranquillity zurück in der Erfolgsspur und veröffentlichen mit We are the void" das, meinem Erachten nach, beste Album in ihrer nunmehr fast 20 Jahre dauernden Karriere. Nie habe ich die Band frischer, härter, melodischer und abwechslungsreicher gehört, wie auf diesem 11 Songs umfassenden Meisterwerk aus der guten, alten Göteborger Schule.

Egal was die Mannen um Ausnahmefronter und Dauergrinser Mikael Stanne auf diesem in silbernes Plastik gegossenen Juwel anpacken, es gelingt. Die Riffs aus dem Handgelenk der Herren Sundin und Henriksson sind markerschütternd und auch die Rhytmussektion bestehend aus Drummer Anders Jivarp und Neu-Bassist Daniel Antonsson pumpt ohne Ende und verleiht der Musik dieser Ausnahmeband den nötigen Bumms. Sowieso zahlt sich die Kontinuität innerhalb Dark Tranquillitys aus, denn man hört an jeder Ecke das perfekte Zusammenspiel des Quintetts. Die Produktion ist fett, differenziert und immer bemüht, sämtlichen Nuancen in der mannigfaltigen Musik herauszuheben. Doch der Hauptgrund für meinen Enthusiasmus sind die Songs, wie sie DT nie besser geschrieben haben. Im Vergleich zu Fiction" ist Mikael Stanne fast ausschließlich am grunzen und die cleanen Vocals rücken sehr weit in den Hintergrund. Diese Veränderung ist vergleichbar mit dem Sprung, den die Band seinerzeit von Haven" zu Damage done" vollzogen haben, sprich DT besinnen sich ihrer Wurzeln und zeigen den momentan erfolgreicheren Bands, wie man es richtig macht. Gleich der famose Opener Dream oblivion" und die darauf folgenden Shadow in our blood" und das überragende The fatalist" sind Knaller und repräsentativ für das gesamte Album. Das DT aber auch das kompromisslose Gebolze nicht verlernt haben, bekommt man dann bei In my absence" auf die Ohren. Da tut es ganz gut, das The grandest accusation" etwas ruhiger daherkommt und einem die Gelegenheit gibt, kurz zu verschnaufen, so dass man zu At the point of ignition" wieder uneingeschränkt die Matte kreisen lassen kann. Über das folgende Her silent language" decke ich mal das Mäntelchen des Schweigens, denn dieser Versuch in Darkwave Gefilden zu fischen, geht mächtig ins Beinkleid. Da tut es gut, das DT zum Schluss noch einmal mächtig Gas geben, wobei Arkhangelesk" hervorsticht und die Band in einem recht ungewohnten Black/Death Metal Gewand zeigt. Null Keyboards, nur kompromissloses Getrampel machen diesen Song zu einem Highlight des Albums. Der Titeltrack und Surface the infinite" sind dann wieder mächtige Stampfer und das epische Iridium", mit einem fies gerollten R im Refrain (gaaanz großer Sport und obercool zugleich) beschließen eine Platte, nach der sich In Flames die Finger lecken würden.

Sollten Dark Tranquillity mit We are the void" nicht durch die Decke gehen, verbrenne ich meine CD Sammlung. Selten hat mich eine Platte einer etablierten Band so dermaßen umgehauen, wie die neunte Veröffentlichung des Schweden Fünfers. Gut, das Cover und der besagte Wave Track sind Minuspunkte, doch der Rest bügelt diese locker wieder aus und somit vergebe ich erstmals in diesem Jahr die Höchstnote für ein metallisches Meisterwerk. Ähnlich wie bei Beethoven ist die Neunte von Dark Tranquility ihr Bestes. Hut ab und Gratulation für einen der sichersten Anwärter auf den Titel Album des Jahres".
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 11, 2012 2:56 PM MEST


The Underworld Regime
The Underworld Regime
Preis: EUR 7,92

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Shaghrath macht mal wieder Black Metal, 17. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: The Underworld Regime (MP3-Download)
Da ist es also, das Black Metal "Allstar" Projekt um ex-Gorgoroth / God seed Basser King ov hell, der mit Dimmu Borgir Fronter Shagrath, Teloch von 1349, Arve Isdahl von Enslaved und Satyricon Drummer Frost eine illustre Schar an Mitstreitern um sich versammelt hat. Die Marschrichtung ist klar: Los Angeles orientierter Glam Rock der Marke Poison...so, geschockt genug? Hehehe...

Alles andere als lupenreiner Black Metal auf The underworld regime" wäre bei dieser Konstellation eine Mordsüberraschung gewesen und so rumpeln sich die fünf Spießgesellen durch 8 richtig geil gewordene Hassklumpen, die zeigen, wie moderner Black Metal zu klingen hat. Aber richtig Spaß (darf man das in diesem musikalischen Kontext überhaupt sagen???) gemacht hat mir die Tatsache, das Shagrath sein röhrendes Organ endlich einmal wieder zu einem klirrend eiskalten Sound zur Verfügung stellt, bei dem keine überdimensionalen Keyboardklänge den Sound verwässern. Kollege Langhammer hatte jedenfalls in Anbetracht der Zusammenstellung schon einen feuchten Schlüppi bekommen, doch war dies gerechtfertigt? Teilweise, denn punkten tun Ov Hell in der ersten Hälfte des Albums, bei dem der Borgir Fronter mal wie good old Cronos bellt (Perpetual night"), Arve Isdahl mit progressiven Klängen den frostigen Sound aufwertet (Ghosting") oder dem Mördersong schlechthin Post modern sadist", der mit einem coolen Intro eingeleitet wird und dann auf ganzer Linie killt. Leider hat der King dann aber anscheinend zum Ende hin noch Altmasse aus seinen eigenen Gorgoroth Beständen mit einfließen lassen, denn Acts of sin" und Krigsatte farner" sind ähnliches Gerümpel wie seinerzeit die Formation noch mit Gaahl am Mikro und können den am Anfang aufgestellten Standard zu keiner Zeit halten. Das abschließende Hill norge" kann dann aber getrost als Symbiose zwischen alt und neu angesehen werden und repräsentiert den Stil der Scheibe recht gut.

Im Vergleich zu seiner alten Band Gorgoroth kann Ov Hell nicht anstinken, dafür war deren letzter Release einfach zu stark. Dennoch ist The underworld regime" stark genug, um auf eigenen Beinen zu stehen, ohne immer auf der Identität derer Bandmitglieder rumzureiten. Einfach mal antesten. Wäre es eine Mini CD geworden und das Alt-Metall aus Kings Feder wäre außen vor geblieben, die Note wäre höher ausgefallen.


To The Metal
To The Metal
Preis: EUR 9,96

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alles im Lot..., 17. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: To The Metal (Audio CD)
Ein unverwüstliches Urgestein meldet sich mit seiner zehnten Platte zurück. Kai Hansen und Gamma Ray, die mich beim letztjährigen Wacken total begeisterten und meinen Enthusiasmus der Band gegenüber neu entfachte. To the metal" heißt das gute Stück und nichts anderes ist es: purer, unverfälschter teutonischer, teilweise ziemlich speediger Heavy Metal, wie ihn in Deutschland nicht mehr viele spielen.

Fernab jeglichem Trend gibt es nach der superben Land of the free II" wieder spieltechnisch mächtig was auf die Glocke, denn die Jungs wissen, wie man einen gepflegten Darm zupft und das beweisen sie uns immer wieder aufs Neue. Egal ob es mit einer gepflegten Geschwindigkeit über den Acker geht, so gehört beim Opener Rise" oder dem im Refrain etwas langsamer werdenden All you need know", Hymnische Mitgehnummern der Marke Empathy" oder Chasing shadows" oder den Judas Priest Verneigungen beim Titeltrack, der schon in Wacken mit seinem 80er Sound alles wegbrannte, oder dem gesanglich nah an Halfords Glanztat Painkiller" heranreichende Shine forever", technisch und songtechnisch sind Gamma Ray im Zenit ihres Schaffens angelangt. Das ist aber teilweise auch ein Manko, denn wahnsinnig viel Neues können die Hamburger Jungs auch nicht bieten, doch das ist Jammern auf höchstem Niveau. Gut ins Ohr gehen die 10 Tracks allemal und sorgten bei mir für eine mehr als entspannte Fahrt von Hamburg nach Berlin. Einzig die etwas kitschig geratene Ballade No need to cry", die allerdings einen ziemlich ernsten Hintergrund hat, schmälert den Gesamteindruck ein wenig

Anno 2010 blasen Gamma Ray wieder zum Angriff auf den verwaisten Melodic Power Metal Thron Deutschlands und werden diesen mit To the metal" auch sicher erklimmen. Schade nur, dass die Jungs durch ihren 2009er Auftritt beim WOA dieses Jahr dort ihr Album nicht promoten können. Das wäre dann erneut eine fette Party geworden.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 7, 2010 12:31 AM MEST


Starve for the Devil
Starve for the Devil
Preis: EUR 9,97

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kein Vergleich zu früheren Werken, 17. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Starve for the Devil (Audio CD)
Es ist schwierig eine Platte zu besprechen, wie mich von Beginn an langweilte ohne Ende. Wobei ich das so nicht erwartet hätte, standen Arsis in der Vergangenheit immer für technisch hochanspruchs-vollen und teilweise rasend schnellen Death Metal der Marke Nile, doch statt sich weiter an Carl San-ders und seinen Ägyptologen zu orientieren, schwenkt Frontmann, Gitarrist und Bandchef James Ma-lone um und fabriziert nun einen recht kruden Mix, der im Großen und Ganzen mit Death Metal nicht mehr viel gemeinsam hat. Die Fakten:

Wurde auf dem vielbeachteten Debüt A celebration of guilt" oder dem Vorgängeralbum We are the nightmare" noch kräftig gebolzt, nervt Starve for the devil" mit seiner völlig übersteuerten und cleanen Produktion, die einem Act im Metalcore Bereich zur Genüge reichen würde, nicht aber einer Band, die vorher mit satter Brutalität punkten konnte. Allein ein Song wie der Death'n'Roller Forced to rock" ist eine Beleidigung für Fans, die sich aufgrund der Vorgeschichte von Arsis diese Scheibe vielleicht blind gekauft haben. Technisch ist die Band immer noch hochwertig, doch selbst Iron Maiden haben mit ihren Fertigkeiten solch Gurken wie X Factor" verbrochen. Einzig zum Ende der Scheibe hin wen-det sich etwas das Blatt und mit Escape artist" und Sable rising" wird wieder so etwas wie Bolz Metal kredenzt. Der Rest ist einfach nur Quark.

Selbst Absolventen des Berklee College of music haben mal einen schlechten Tag und somit sei Ar-sis dieser Ausrutscher namens Starve for the devil" teilweise verziehen. Vorausgesetzt die Jungs latschen bei ihrem nächsten Werk mal wieder ordentlich das Bodenblech durch.


Love Is Gone
Love Is Gone
Preis: EUR 15,22

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessant..., 15. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Love Is Gone (Audio CD)
Etwas ganz außergewöhnliches erreicht dieser Tage die hiesigen Plattenläden in Form des Debüts der Kalifornier Dommin, die mit Love is gone" den ultimativen Soundtrack existenziellen Seelenleids aufgenommen haben. Und das bei einer Band, die ihre Wurzeln in San Dimas haben, der Heimat von Bill und Ted, die in zwei gleichnamigen Filmen die Welt und Zeit auf den Kopf stellten. Da ist man doch geneigt laut Volle Kanne, Hoschi" auszurufen, wenn das Quartett nicht so abgrundtief traurig daherkommen würde.

Musikalisch ist das Ganze anfänglich schwer zu verdauen, da man bei der Musik des Vierers nicht vom klassischen Hard Rock oder gar Metal sprechen kann. Vielmehr verbinden sich die tief abgründigen Texte des Fronters, Hauptsongwriters und Namensgebers Kristoffer Dommin mit einem düsteren Mix aus verschiedenen Musikstilen, der am ehesten mit Type O'Negative zu vergleichen wäre. Gerade diese Parallelen treten am deutlichsten bei Love is gone" und Closure" auf, bei dem der Frontmann sich den ganzen Ballast von der Seele schreit. Doch passend zu der innerlichen Qual kann der Gutste auch perfekt jammern und somit seinen Songs noch mehr Tiefgang verleihen, so geschehen bei dem Danzig artigen My heart your hand" oder dem etwas raueren Tonight". Das beste Stück ist allerdings Dark holiday", der mit seinen verqueren Klaviereinlagen, den ständig wechselnden Tempo und dem gigantischen The doors Einschlag ein Highlight darstellt. Zum Schluss allerdings übertreiben es Dommin etwas mit ihrem Weltschmerz und produzieren mit Honestly" einen ganz schlimmen Pop Unfall und verhunzen mit einem Streicher-Ensemble die ansonsten recht gelungene Ballade Remember", die durchaus bei labilen Teenager zum Suizid führen könnte.

Wer auf HIM, Danzig und Type O'Negative steht, sollte Dommin unbedingt mal antesten. Wer allerdings auf Metal steht, sollte einen großen Bogen um Love is gone" machen. Ich fand die Platte hochinteressant und hörenswert.


Strings to a Web (Ltd. Metallic Digi Pak)
Strings to a Web (Ltd. Metallic Digi Pak)
Preis: EUR 12,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gaaanz starker Auftritt, 15. Februar 2010
Manchmal kommt es mir vor wie gestern, das ich 1987 zu "Execution guaranteed" total abzappelte und die Platte aufgrund der andauernden Nutzung völlig zerkratzte. Gottlob kam dann irgendwann die CD und das Album zu persönlichen Silber-Ehren. Nun sind seit diesen Tagen 23 Jahre vergangen, 16 weitere Alben erschienen, etliche Besetzungswechsel vollzogen worden...doch Rage sind anno 2010 stark wie eh und je, vielleicht stärker denn je.

Album Nummer 18 nennt sich Strings to a web" und beinhaltet in meinen Augen einige der stärksten Songs, die das Herner Trio jemals abgeliefert haben. Allerdings bin ich auch etwas voreingenommen, da ich seit dem wirklich genialen Wacken Auftritt 2009 sämtlichen Scheiben wieder hervorkramte und mich gut 2 Monate von fast nichts anderem mehr ernährte und somit sehnsüchtig auf das neue Werk wartete. Carved in stone" war schon ein starkes Stück Metall, welches dieses Album dennoch locker toppt. Saufett produziert, geiles Riffing, überragendes Songwriting und mit dem in fünf Titeln aufgeteilten, 16minütigen Übersong Empty hollow" ein absolutes Meisterwerk im Gepäck, schicken sich Peavy und seinen Mannen an, im 26.Jahr ihres Bestehens noch mal total durchzustarten. Genug der Lobhudelei, widmen wir uns der Musik. Starten tut das Album mit The edge of darkness", einem megageilen Opener, der von der überragenden Gitarrenarbeit von Victor Smolinski lebt, den ich persönlich für einen der besten Metal Gitarristen überhaupt halte, und durch seinen Speed für mächtiges Grummen in der Magengegend sorgt. Interessant wäre es, dieses Stück mal auf Guitar Hero im Expertenmodus zu sehen. Das der Refrain erneut eine Glanzleistung ist, braucht man bei einem gewissen Background Rage betreffend nicht explizit zu erwähnen. Gleiches gilt für die folgenden vier Songs, wobei der fette Midtempo Banger Into the light" ein kleines bisschen heraus ragt. Danach beginnt eine 16minütige Reise durch die gesamte Bandbreite des Rage'schen Universums. Empty hollow" ist ein episches Meisterwerk, welches nicht mit irgendwelchen Klassikelementen anbiedern muss, sondern ausschließlich durch seine eigene Individualität besticht und in jedem seiner 5 Teile zu überzeugen weiß. Balladeske Passagen sind ebenso packend wie das Grundgerüst, welches gleich in Part 1 gebaut wird. Muss man gehört haben, absolutes Pflichtprogramm und zu keinem Zeitpunkt langatmig. Nach diesem musikalischen Hammer hatte ich Bedenken, der Rest der Songs würde etwas abflachen, was allerdings nur bedingt stimmte. Saviour of the dead" ist ein fetter Stampfer und das folgende, treibende Hellgirl" mit dem darauf befindlichen Babygebrüll könnte ein Song über meine Tochter sein, die sich teilweise eben als solche benimmt. Aufgrund dieser starken Momente fällt es nicht großartig ins Gewicht, das die letzten 3 Songs die Achillesferse des Albums sind, denn die Bal-lade Through ages" ist völlig unpassend und der Speeder Tomorrow never comes" hält den Vergleich mit seinen bärenstarken Vorgängern nicht stand.

Dennoch ist Strings to a web" das beste Rage Album seit Jahren und wird der Band neue Fans bescheren und die alten erneut begeistern. Ein rundum gelungenes Werk, welches zum Ende zwar etwas abfällt, dennoch vielen Vergleichen standhält. Fett produziert, tolle Instrumentalisierung, gesunde Härte Power. Metal Heart, was willst du mehr?!


Hellbilly Deluxe2
Hellbilly Deluxe2
Preis: EUR 14,49

1 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kunst ist nicht gleich Kunst, 11. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Hellbilly Deluxe2 (Audio CD)
Rob Zombie ist ein begnadeter Künstler". Ob nun als Musiker, damals noch mit White Zombie, oder als Regisseur solch Klassiker" wie Das Haus der 1000 Lei-chen", der Neuverfilmung von Halloween" oder bald auch bei CSI Miami, der Mann nutzt seine Zeit sinnvoller als manch anderer. Doch Kunst hat manchmal nicht viel mit Qualität zu tun, vielmehr mit Ansichtsache und da das allgemein in dieser Bezie-hung recht unbedarfte amerikanische Käuferklientel dies scheinbar nicht besitzt, hat Mister Zombie seit Jahren einen unglaublichen Erfolg mit seinen Werken.

Warum ist mir allerdings ein wenig schleierhaft, denn seine Filme sind nicht der Bringer, ebenso wenig wie sein musikalischer Output. Selbst sein vielgepriesenes Vorgängerwerk Educated horses" oder Hellbilly deluxe 1", welches 1998 vielerorts Verkaufsrekorde erzielte, rauschten relativ nichtssagend an mir vorbei, da Mister Zombie Musik macht, die mein Ohr nicht erreicht. Dennoch versuche ich immer wieder vorurteilsfrei an neue Scheiben ranzugehen und entdecke dabei manchmal auch einige Perlen. Auch beim zweiten Teil des Hellbilly's" finden sich diese in Form des Midtempo Rockers What", der ersten Singleauskopplung Sick Bubble-gum" oder dem wirklich famos groovenden und teilweise sehr an King Diamond erinnernden Virgin witch". Der Rest allerdings ist zeitweise ein Gräuel für meine zartbesaiteten Ohren gewesen. Was soll denn bitteschön die ellenlange Einleitung beim Opener Jesus Frankenstein", das völlig zerfahrene Werewolf baby" oder das nach einem eigentlich musikalisch recht anspruchsvollen Beginn unendliche Drumsolo beim letzten Song The man who loughs"? Ebenso nerven die kindlichen und äußerst unlustigen Textzeilen Mars needs woman, angry red woman" bei eben jenem Song.

Ich gehe stark davon aus, das mein Kunstgeschmack für Rob Zombie einfach nicht ausreicht, denn mir erschließt sich die sicke Welt des bärtigen Untoten zu keiner Zeit. Vielmehr musste ich nach diesem Album schnell andere Musik hören, um den faden Beigeschmack, den Hellbilly deluxe 2" bei mir hinterließ, wegzuspülen. Dennoch wird das Werk reißend Absatz finden und, davon bin ich überzeugt, werden meine mahnenden Worte auch nichts ändern können.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 7, 2011 4:00 PM MEST


Silent Scream
Silent Scream
Preis: EUR 20,69

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Achterbahnalbum, 10. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Silent Scream (Audio CD)
Als ich zum ersten Mal das Artwork des Grieschichen Neulings Elysion erblickte, packte mich doch etwas die Furcht. Das in Taft und Tüll verpackte Püppchen, wel-ches mich vom Frontcover anblickte, verhieß nichts Gutes und lies bei mir die Vorahnung aufkommen, es würde sich bei Silent scream" erneut um Nervenzerreibenden 08/15 Gothic Mampf handeln. Doch weit gefehlt, vielmehr vereint das hellenische Quartett die Qualitäten von Bands wie Lacuna Coil, Nightwish (musikalisch) und HIM (Theatralik).

Außerdem packte mich gleich zu Beginn die druckvolle Produktion des Albums, für dessen finalen Mix Studiogröße Ted Jenssen die Knöpfchen drehte, der bereits Iron Maiden, Slipknot oder Korn klangtechnisch veredelte. Selbst der bei mir normaler-weise nicht hoch im Kurs stehende weibliche Gesang von Fronterin Christianna passt hervorragend und ist keinesfalls so theatralisch wie bei vielen anderen Combos in diesem Genre. Songtechnisch aber ist Silent scream" leider ein, wie ich es nenne, Achterbahnalbum" geworden. Nach einem saustarken Beginn mit den drei besten Songs, dem harten und griffigen Dreamer", dem mystischen und besten Stück Kill my dreams" und dem packenden Never forever", langweilen die Griechen mit der Trallala Ballade Weakness in your eyes" und den drauffolgenden drei mehr als belanglosen Songs gar gewaltig. Bei Walk away" kommen dann endlich wieder die dominanten, aber niemals belanglos dahin geklimperten Keyboards zum tragen, wo hingegen bei nachfolgenden Loss" etwas zu offensichtlich bei HIM geklaut wurde, der Song an sich aber auch gut rüberkommt. Doch wie bei einer Achterbahn üblich kommt es mit den zwei abschließenden Songs zu einer Schussfahrt, denn diese sind ziemlich lieblos gestrickt und können zu keiner Zeit wirklich überzeugen. Einzig der Kate Bush artige Gesang bei Far from the edge" wusste mich zu begeistern.

Elysion ist mit Silent scream" ein solides Debüt gelungen, welches megastark an-fängt und sich dann leider etwas verliert. Wenn die Griechen an die drei ersten Songs anknüpfen und ein komplettes Album auf diesem Level einspielen, sollte einer höheren Bewertung nichts im Wege stehen. Dennoch bleibt positiv hängen, das sich das Quartett nicht auf vorgefertigten Schienen bewegt, sondern auch mal was Neues probiert und so etwas muss belohnt werden.


Demonstrous
Demonstrous
Preis: EUR 18,63

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Starker Thrash, 3. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Demonstrous (Audio CD)
Was macht man in der Regel, wenn der eigentliche Arbeitgeber nicht aus dem Aller-wertesten kommt oder nicht die Mucke spielt, die einem selbst ins Gusto passt? Richtig, man gründet kurzerhand eine eigene Combo, holt sich gestandene Mitstrei-ter an Bord und rüpelt sich so den Frust von der Seele. Im Falle von Demonica, in meinen Augen allerdings ein wirklich gewöhnungsbedürftiger Name (um es wohlwollend auszudrücken), fanden sich Kind Diamond Gitarrist Hand Shermann mit Forbidden Sechssaiter Craig Locicero zusammen, um auf ihrem Debüt Demonstrous" feinsten europäischen Thrash Metal mit leichtem Bay Area Einschlag zu zelebrieren. Und das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen.

10 wirklich fette, sauber produzierte und teilweise mitreißende Songs kredenzt uns die Dänisch / Amerikanische Formation und lässt dabei die oldschool Fraktion frohlocken. Beim Opener Demon class" allerdings dachte ich, hmmm, ziemlich gediegen, gar nicht so, wie in den Presseankündigungen versprochen, doch dann ging's mächtig zur Sache. Ein Riffgewitter, welches einem direkt in die Magengrube fährt. In dieselbe Kerbe schlägt dann auch das folgende Ghost hunt", wo hingegen My tongue" trotz des megafetten Riffings nicht ganz so zu begeistern weiß. Schon nach diesen 3 ersten Songs war mir klar, das Demonica das Rad zwar nicht neu erfinden, die bestehende Begeisterung für Rifforientierte, harte Songs aber zu nutzen wissen. Der Mittelpart der Scheibe ist dann auch der beste Teil des Albums, beinhaltet er doch mit dem Slayer-lastigen Luscious damned", der einem mit dem schleppenden Mittelteil den Schädel spaltet, dem mit einem derben Aggro Einschlag versehende Palace of glass" und das scheinbar sehr von Mister Locicero Bay Area Herkunft beeinflusste Alien six" Highclass Thrash vom allerfeinsten. Below zero" hingegen kann dem vorher eingeschlagenen Weg leider nicht folgen und ist im Gros der hochklassigen Songs eher Mittelmaß. Bei Fast and furious" ist dann allerdings der Name Programm, da hier trotz einer rasanten Geschwindigkeit immer noch Zeit und Raum für schöne Soli und Bridges bleiben. Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich dieses superbe Stück Blei auf einem glatten Neuner Kurs, wären dann nicht die beiden letzten Stück dafür verantwortlich gewesen, das ich die Note eine Nuance nach unten korrigieren musste. Das aus Pantera und Voivod Einflüssen zusammengeklaute Summoned" ist der mit Abstand schwächste Song des Albums, woran das sehr langatmige und so gar nicht zündende Astronomica" zum Ende auch nichts mehr retten konnte.

Dennoch sollte man darüber nun nicht gleich eine Lanze brechen, denn Demonica haben mit Demonstrous" eine prima Arbeit abgeliefert und eine tolle Thrash Platte fabriziert, die hoffentlich auch irgendwann einmal zu Live Ehren kommt. Auf jeden Fall sollte man sich hier nicht auf die beiden Hauptprotagonisten konzentrieren und versuchen, mit den beiden recht prominenten Namen Käufer zu ziehen. Das hat die Platte keinesfalls nötig, denn die Mucke spricht eindeutig für sich selbst.


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