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Rezensionen verfasst von
Lucius (Berlin)

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Kulturgeschichte der deutschen Küche
Kulturgeschichte der deutschen Küche
von Peter Peter
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Es geht noch besser, 17. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist gar nicht so einfach, sich jenseits der Klischees zur deutschen Küche zu orientieren. Das Buch von PP hilft aber schon mal sehr. Auf 239 Seiten bietet es einen Abriss der deutschen Küchenkultur seit der Antike bis in die heutige Zeit, jedes Kapitel eine Epoche. Dazwischen gibt es Betrachtungen zu Sonderthemen wie Schnaps, Brot oder Wildbret. Es lässt sich eine ganze Menge lernen, z.B. - um mit einer Platitüde anzufangen, die man aber auch erst einmal registrieren muss -, dass die deutsche Küche nicht abgeschlossen vor sich hin existierte, sondern in ihrer gesamten Geschichte Einflüsse aus anderen Ländern aufgenommen hat, und zwar bis zum Sauerkraut. Deutsche Küche ist auch nichts, das irgendwie feststünde oder einen festen Charakter hätte, sondern im Gegenteil starke Veränderungen durchlaufen hat. Vieles von dem, was heute unter typisch deutsch firmiert, ist es historisch gesehen eigentlich gar nicht, sondern viel jüngeren Datums. Und vieles andere, was lange Bestand hatte, haben wir längst entschlossen über Bord geworfen. Das wirft Fragen auf, z.B. danach, was "deutsch" in diesem Zusammenhang bedeutet oder wie Tradition zu verstehen ist.

PP schreibt flott, vielleicht ein wenig zu flott, ein wenig Vertiefung hätte dem Buch jedenfalls gut getan. Insgesamt finde ich es zu, na ja, illustriertenhaft. Unterhaltsam und leicht zu lesen ist es dadurch natürlich, und PP beweist in der Tat auch immer wieder ein Talent für die pointierte Formulierung. Trotzdem, so nett eine flotte Schreibe und ein allen zugänglicher Text sicherlich sind, noch mehr lohnt des Gedankens Anstrengung. Um nur ein Beispiel zu nehmen, so setzt sich PP gegen Ende des Buches mit dem derzeitigen Modethema Regionalität auseinander, ein Konzept, das nach meinem Eindruck mehr Fragen generiert als welche zu beantworten. PP ist an dem Thema erkennbar interessiert, trägt hierzu auch einige anregende Erwägungen zusammen, aber eine zusammenhängende Gedankenführung mit einer oder mehreren Schlussfolgerungen als Ergebnis ist etwas anderes. So ist es im ganzen Buch, besonders auffällig wird dieser Aspekt allerdings auf den letzten 50, 60 Seiten, also da, wo es um uns selbst geht. Und das ist dann zu wenig.

Das Buch ist in seiner jetzigen Form einige Jahre alt. Es hat sich wieder einiges getan, z.B. die mächtige Entwicklung hin zur vegetarischen und veganen Ernährung. Hr. Peter sollte es für eine dritte Auflage vom Anfang bis zum Ende kräftig überarbeiten und sein Wissen, seinen Witz und seine Intelligenz nutzen, ein richtig gutes Buch zur Kulturgeschichte der deutschen Küche zu schreiben.


July 1914: Countdown to War
July 1914: Countdown to War
Preis: EUR 6,66

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Darstellung der Julikrise, 3. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: July 1914: Countdown to War (Kindle Edition)
McMeekin macht es sich zur Aufgabe, die Julikrise en detail darzustellen. Das hat zum einen den großen Nachteil, dass natürlich sehr viel Kontext fehlt. Die Jahre und Jahrzehnte zuvor, als sich die mögliche Eskalation zum großen Krieg allmählich vorbereitete, werden nur sehr kursorisch angerissen. Angesichts des Themas und der daraus folgenden Struktur des Buches, nämlich die Chronologie dieser 5 Wochen genau nachzuvollziehen, geht es wahrscheinlich auch nicht anders. Es hat aber auch einen großen Vorteil, nämlich dass sich vom 28. Juni bis zum Ausbruch des Krieges Tag für Tag die Entscheidungsprozesse genau nachvollziehen lassen. Und hier leistet McMeekin gründliche Arbeit, die zudem auch noch spannend zu lesen ist.
Inhaltlich bewegt er sich dabei auf der neueren Linie der Geschichtsschreibung zum Ausbruch des 1. Weltkrieges: alle tragen Verantwortung, aber am meisten Österreich-Ungarn auf Kamikaze-Kurs und ein Russland, das den Krieg gar nicht abwarten konnte. Großbritannien und Deutschland zeichneten sich - nach McMeekin - in unterschiedlicher Weise vor allem durch Unverantwortlichkeit und teilweises Politikversagen aus, waren aber nicht die den Krieg eigentlich betreibenden Parteien. Diese Argumentation mag - vor allem in Deutschland? - auf Widerspruch stoßen, wird aber sorgfältig und abgewogen entfaltet.
Insgesamt also ein lesenswertes, interessantes Buch, dessen Lektüre vielleicht nicht zwingend notwendig ist, aus dem man aber vieles lernen kann und das der Diskussion um den Kriegsausbruch eine wichtige Facette beifügt.


Contemporary Metaethics: An Introduction
Contemporary Metaethics: An Introduction
Preis: EUR 19,51

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gemischtes Bild, 4. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Metaethik als Zweig der analytischen Philosophie ist in den letzten 30 Jahren nach einer vorübergehenden Ruhephase wieder zu einem intensiv diskutierten Gebiet mit einer Vielzahl unterschiedlicher Schulen und Argumenten geworden. Für alle Nicht-Spezialisten tut eine gelungene Überblicksdarstellung dringend Not. Dieses Buch hat seine Meriten, scheitert aber Ende, zumindest, wenn man eine solche Überblicksdarstellung zum (Wieder-)Einstieg sucht. Zwar greift Miller die zentralen Schulen vom Nonkognitivismus bis zu den verschiedenen Spielarten des Realismus auf, aber er verliert sich für meinen Geschmack immer wieder im Gestrüpp der Details. Die großen Linien gehen in, wie mir schien, mitunter recht sterilen Auseinandersetzungen verloren, warum das Ganze mit Blick auf zentrale philosophische Fragen überhaupt wichtig ist (und das sind am Ende doch wohl Fragen danach, wie wir uns und die Welt, in der wir leben, verstehen müssen, bzw. welche Konsequenzen daraus möglicherweise zu ziehen sind), gerät dabei immer wieder aus dem Fokus - ein Vorwurf, den man heute der analytischen Philosophie durchaus auch aus eigenen Reihen macht. So ging es mir z.B. im Kapitel zu McDowell. Interessant fand ich dagegen die Auseinandersetzung mit der Irrtumstheorie von Mackie und Joyce bzw. der Realismus-Variante von Railton.
Unterm Strich würde ich also eine eingeschränkte Empfehlung aussprechen, und zwar für alle, die sich schon ganz gut auskennen und eine Zusammenfassung plus weiterführender Kommentare brauchen.


WMF 0658337920 Folienschneider Vino
WMF 0658337920 Folienschneider Vino
Preis: EUR 15,99

5.0 von 5 Sternen Superb, 31. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr stabil, liegt gut in der Hand und trennt die Folienkappe zuverlässig ruckzuck ab. Etwas teurer als andere Produkte, aber es lohnt sich. Für Menschen, die regelmäßig Wein trinken, eine unbedingte Empfehlung.


Prisoners of War - Series 1 [3 DVD Set] [Israel Import]
Prisoners of War - Series 1 [3 DVD Set] [Israel Import]
DVD ~ Yaël Abecassis
Wird angeboten von WarehouseDirectUK
Preis: EUR 15,03

5.0 von 5 Sternen Menschen statt Handlung, 31. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Serie ist zwar - und natürlich auch erkennbar - das Vorbild für Homeland, ist aber dann doch völlig anders. Fokus sind die seelischen Verwüstungen, die die jahrelange Gefangenschaft der israelischen Soldaten bei ihnen selbst, aber auch bei ihren Familien hinterlassen haben. Alles ist realistischer, beklemmender und irgendwie dreckiger als in der US-Serie. Die Bilder sind ebenfalls brutaler als in Homeland. Homeland ist immer noch eine tolle Serie, hat im Vergleich aber etwas Hochglanzcharakter. Tiefer geht Prisoners of War. Von daher unbedingte Kaufempfehlung.


Brief History of Analytic Philosophy PB
Brief History of Analytic Philosophy PB
von Stephen P. Schwartz
  Taschenbuch
Preis: EUR 31,90

4.0 von 5 Sternen Recht instruktiv, 31. Dezember 2014
Eine kleine Geschichte der analytischen Philosophie, etwa bis in die 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Schwartz deckt alle großen Themen und Namen zuverlässig ab und es gelingt ihm zudem einen Narrativ zu entfalten, der die Verbindungen der unterschiedlichen Richtungen zueinander herstellt. Bei einer Länge von nur etwas über 300 Seiten geht natürlich das ein oder andere verloren. Zudem gibt es Kapitel, in denen Schwartz deutlich mehr Begeisterung zeigt als in anderen. Die Interessen des Autors liegen nach meinem Eindruck klar in den Bereichen Metaphysik, Philosophie des Geistes und Logik. Eher kursorisch dagegen das Kapitel zur Metaethik und politischen Philosophie. Der Text ist klar geschrieben und eignet sich insgesamt für intelligente und an Philosophie interessierte Menschen auch ohne besondere Vorkenntnisse.


Slow Food Genussführer Deutschland 2015
Slow Food Genussführer Deutschland 2015
von Slow Food Deutschland e.V
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Immer noch Licht, aber auch etwas Schatten, 7. Oktober 2014
Vor einem Jahr erschien erstmals der Genussführer Deutschland von Slow Food. Offenbar ein Erfolg, denn jetzt folgt bereits die zweite, erheblich erweiterte Auflage. Deutschlands Osten, nicht zuletzt Berlin, ist etwas präsenter, im Vergleich zum Süden handelt es sich, zumindest laut Slow Food, aber immer noch um eine kulinarische Wüste. Ich kann nur hoffen, dass man noch weitere Restaurants finden wird. Die Gestaltung ist gegenüber dem Vorjahr dieselbe geblieben, pro Seite wird ein Restaurant besprochen, daneben findet man die notwendigen Angaben wie Öffnungszeiten etc. Kritische Anmerkungen wie sie etwa beim erfrischend meinungsfreudigen Gault Millau Standard sind, sind des Genussführers Sache allerdings nicht. Was besprochen wird, ist prinzipiell gut. Da mag man allerdings auch mal anderer Meinung sein. Meine eigenen Erfahrungen auf Basis des Führers sind jedenfalls gemischt und reichen von „tolles Lokal, jederzeit wieder“ bis „völlig indiskutabel“. Manchmal fehlt da vielleicht doch eine Prise kritisches Bewusstsein, Kriterien wie die gerne hervorgehobene lange Familientradition des Betriebes sind jedenfalls qualitativ völlig aussagefrei. Ein weiterer problematischer Aspekt ist die Fleischlastigkeit. Vegetarische Angebote werden in einer Konzession an den Zeitgeist immerhin erwähnt, gleichwohl Slow Food ist eindeutig ein Verein der Fleischesser. Woher dieses Fleisch kommt, unter welchen Bedingungen die Tiere gelebt haben, wird da leider schnell weniger wichtig, Hauptsache, es schmeckt. Wie sich das mit „gut, sauber, fair“ bzw. einer Co-Trägerschaft des Aktionsbündnisses „Wir haben es satt“ verträgt, weiss ich nicht. Es macht den Eindruck, als würden die proklamierten Slow-Food-Werte im Alltagsleben des Vereins keine große Rolle spielen.
Unterm Strich setzt also ein wenig Ernüchterung ein. Weil aber zum einen die gastronomische Kultur in Deutschland der Pflege und Entwicklung bedarf, das Projekt, eine qualitativ hochwertige einfache Küche zu fördern, jede Unterstützung verdient und es zuletzt in Deutschland auch keinen anderen Führer gibt, der Entsprechendes versucht, ist der Slow Food Genussführer deshalb bei aller Kritik derzeit noch unverzichtbar. Dieses Mal sollte man vielleicht nochmal ein Auge zudrücken und auf die dritte Auflage hoffen.


Berlin Requiem: Roman
Berlin Requiem: Roman
Preis: EUR 9,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Leere, 19. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Berlin Requiem: Roman (Kindle Edition)
Schon irgendwie fetzig, wie die Zombies über den Hermannplatz wanken. Und dann auch noch die kritischen Bezüge zu Rattenfängern in der Politik und deren Interessengemeinschaft mit sensationslüsternen Medien. So was reicht für einen Text ja heute auch schon, um als intelligent und lesenswert zu gelten. Gesellschaftskritik im Zombieroman, ist das nicht geil? Literarisch ist das Ganze allerdings eine einzige Katastrophe. Eintönig wird der Text runter gespult, die Zeichnung der Figuren ist holzschnittartig bis klischeehaft, der Plot ist weitgehend vorhersagbar. Die Botschaft, dass wir a) alle Zombies sind oder sein können, b) alle Zombies irgendwie ja auch Menschen sind und daher einen Grundrespekt verdienen und c) wir nicht auf die Scharfmacher in Politik und Medien hören dürfen, ist teilweise nett - wenngleich auch ein ganz klein wenig banal -, mutet im Kontext der in diesem Roman geschilderten Welt aber dann doch eher bizarr an. Insgesamt wimmelt es an Stereotypen, z.B. im Typus der Hauptfigur oder in der völlig überflüssigen Dreiecksgeschichte, die zur Erläuterung der Motivlage einiger zentraler Charaktere herhalten muss. Im Ergebnis breitet sich eine bleierne Langeweile aus. Ich kann nur abraten.


A High Price: The Triumphs And Failures Of Israeli Counterterrorism (Saban Center At The Brookings Institution Books)
A High Price: The Triumphs And Failures Of Israeli Counterterrorism (Saban Center At The Brookings Institution Books)
von Daniel Byman
  Taschenbuch
Preis: EUR 27,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gründlich, sorgsam, kenntnisreich, 12. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Daniel Byman schildert und analysiert die Geschichte des gegen Israels gerichteten Terrorismus auf der einen Seite und die Antiterrormaßnahmen, die Israel unternimmt, auf der anderen Seite. Der zeitliche Horizont bewegt sich zwischen der Zeit unmittelbar vor der Staatsgründung Israels bis etwa 2010. Herausgekommen ist ein ungemein kenntnisreiches, gründliches und sorgsam gearbeitetes Buch, dass vom Terrorismus diverser säkularer Palästinensergruppierungen über die Hamas und die Hisbollah sowie dem Terrorismus durch jüdische Israelis selbst bzw. den diversen Mitteln des Counterterrorismus vom militärischen Einmarsch bis zu gezielten Tötungen alles umfasst, was in dieser Zeit wichtig war. Byman gelingt es meisterhaft, auf diesem verminten Gelände durchweg neutral und abgewogen zu bleiben. Seine Darstellung und Analyse folgen nicht dem Narrativ irgendeiner Partei, es gelingt ihm aber zugleich, Verständnis für die Sichtweisen, Handlungen und auch Fehler aller Beteiligten zu erzeugen. Diese wissenschaftliche Abgewogenheit gilt auch mit Blick auf die Kritik von Menschenrechtlern in Europa und USA am Vorgehen Israels.

So ist es ein Buch geworden, dass sich an alle Leute richtet, die interessiert sind, sich mit dem Thema Terrorismus fundiert, realitätsbezogen und ernsthaft auseinander zu setzen. Die Lehren, die Byman zieht, und die er immer wieder von der Einleitung bis zum Schlusskapitel anspricht, gelten dabei weit über den Schauplatz Nahost hinaus. Einfache Antworten gibt es in der Terrorismusbekämpfung nicht, dass wird deutlich. Egal, wofür man sich entscheidet – und es mag, wie Byman nachweist, auch gute Argumente für bestimmte gewaltsame Maßnahmen geben – man gibt immer andere Ziele und Güter auf oder setzt sie aufs Spiel.

Im Zuge der Lektüre hat sich bei mir ein immer stärkerer Pessimismus eingestellt. Wenn man Seite um Seite liest, welch schlimme Gewalt und Gegengewalt ausgeübt wird, wie sich die Fronten immer weiter verhärten, wie auch große Teile der breiten Bevölkerung aller Seiten kaum noch friedens- und kompromissfähig scheinen und entsprechenden Druck auf die jeweilige politische Führung ausüben, scheint es mir nahezu ausgeschlossen, dass in Nahost ein stabiler Friede geschaffen werden kann.


Libertarian Anarchy (Think Now)
Libertarian Anarchy (Think Now)
von Gerard Casey
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,83

5.0 von 5 Sternen Provozierende Intelligenz, 24. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Libertarian Anarchy (Think Now) (Taschenbuch)
Ein geiles kleines Buch. Casey hat völlig Recht: wir leben und denken im Paradigma des Staates. Aber wieso? Wieso überhaupt Staat? Und welche Legitimation gibt es für den Staat, gerade angesichts dessen Geschichte von Unterdrückung, Enteignung und Gewalt? Seltsamerweise glaubt man immer, nur die Anarchie würde Mord und Totschlag mit sich bringen. Wer das denkt, sollte sich zunächst elementare Geschichtskenntnisse aneignen. Casey meint jedenfalls, der Staat hat generell keine Legitimation und es gelingt ihm recht gut, hierfür eine überzeugende, zumindest nachvollziehbare Argumentation aufzubauen. Dabei ist er bewundernswert klar, sagt immer genau, was er für richtig oder falsch hält und bringt dann die Argumente. Er selbst gehört zur anarcho-kapitalistischen Richtung, d.h. er befürwortet Eigentum. An einer Stelle sagt er allerdings, im Anarchismus muss jede Wirtschaftsform erlaubt sein, solange sie auf dem freiwilligem Zusammenschluss derjenigen beruht, die sie ausüben wollen. Wer sich politisch mal kräftig gegen den Strich bürsten lassen will und bereit ist, bisherige Dogmen, z.B. auch über den Wert der Demokratie, in Frage zu stellen, sollte unbedingt zu diesem erfrischenden Text greifen.


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