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Rezensionen verfasst von
Daniel Deitermann

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CSL 630 ALU High End In-Ear Ohrhörer | Kopfhörer mit EP Power Bass | Noise Reduction Design
CSL 630 ALU High End In-Ear Ohrhörer | Kopfhörer mit EP Power Bass | Noise Reduction Design
Wird angeboten von CSL-Computer
Preis: EUR 18,99

2.0 von 5 Sternen Guter Klang, schwache Verarbeitung, 2. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Leider gab es auch bei mir den hier vielfach beschriebenen Wackelkontakt am Übergang von Stecker zum Kabel. Bei mir hat es knapp 4 Monate gedauert. Selbst für den kleinen Preis zu wenig finde ich.

Abgesehen vom zu frühzeitig auftretenden Verarbeitungsfehler war ich insgesamt recht zufrieden. High-End-Ansprüche darf man an Kopfhörer im einstelligen Eurobereich natürlich nicht stellen. Für den alltags-unterwegs-Gebrauch sind sie allerdings völlig hinreichend


Yogamatte schwarz, 190x100x1,5cm
Yogamatte schwarz, 190x100x1,5cm
Preis: EUR 22,90

5.0 von 5 Sternen mehr als nur eine Gymnastikmatte, 12. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe die Matte jetzt seit etwa 4 Monaten im Einsatz und sie ist einfach toll. Das Material ist super, war von Anfang an geruchsneutral und weich. Tatsächlich liegt es sich auf ihr so gut, dass ich sie mir jetzt wo es für Balkon und Garten zu kalt wird, gerne mal vors Fenster schiebe, um gemütlich liegend zu lesen. Sehr bequem.
Hätte trotz aller guten Bewertungen hier nicht gedacht, für den Preis eine dermaßen tolle Matte zu bekommen.
Einziges Mini-Manko: selbst gut zusammengerollt ist sie doch etwas sperrig. Aber das hätte ich mir bei den angegeben Maßen auch vorher denken können. Aber da ich sie wie beschrieben ja fast schon wie einen kleinen Teppich benutze spielt das eh selten eine Rolle.


Synecdoche, New York
Synecdoche, New York
von Charlie Kaufman
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Grandios gutes Script mit bedauerlichen Lücken, 5. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Synecdoche, New York (Taschenbuch)
Synecdoche, New York ist der bisher deutlich komplexeste und zunächst unzugänglichste Film von Kreativgenie Charlie Kaufman. Meiner Meinung nach aber dennoch sein bisheriges Meisterwerk, das eben nur dringend intensive Auseinandersetzung erfordert, um hinter alle Facetten zu kommen. Das Originalscript mit einem launig-unterhaltsamen aber mäßig informativen Vorwort von Kaufman sollte dafür also bestens geeignet sein. Das erfüllt es jedoch nur bedingt, denn es handelt sich leider nicht um die finale Version. Letzte Änderungen oder Szenen, die erst während der Dreharbeiten entstanden sind, fehlen hier ganz spürbar. So suchte ich vor allem die grandiose Grabrede des Pfarrers oder Millicents herausragend schönen "Regiemonolog" gegen Ende leider, leider vergebens. So ist das vorliegende Werk für ein tieferes Eintauchen in den Film nur eingeschränkt empfehlenswert.


Crusade - Die komplette Serie [5 DVDs]
Crusade - Die komplette Serie [5 DVDs]
DVD ~ Gary Cole

38 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unglückselige Nachgeburt eines Meisterwerks, 26. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Crusade - Die komplette Serie [5 DVDs] (DVD)
So genial Babylon 5 war, so enttäuschend fiel das Spin Off Crusade aus. Gerade an den Stärken des Originals wurden Veränderungen vorgenommen, die Fans zum Teil fassungslos vor den Bildschirmen zurückließen.
Am auffälligsten ist wohl der Wechsel des Komponisten. Wo Christopher Franke mit seiner dichten, faszinierenden Musikuntermalung in Babylon 5 wirklich Akzente gesetzt hat, ertönt hier disharmonischer, experimenteller Synthie-Quark, der scheinbar schon vorsätzlich gegen jede Spannung oder Atmosphäre andudelt.
Aber auch die neue Besatzung fällt sehr blass aus. Einzig Technomagier Galen weiß zu faszinieren, während die Diebin Durena wie der Rest ziemlich schnell abflacht.
Die einzelnen Episoden sind nur noch durch die Rahmengeschichte um das menschheitsbedrohende Virus lose miteinander verknüpft. Die Zahl der wirklichen Hauptstory-Folgen ist gering. Dafür werden immer wieder Expeditionen auf fremde Planeten gestartet, die noch steriler und künstlicher wirken als bei Star Trek. Überhaupt scheint das Konzept mehr in Richtung eines Raumschiff Voyager verlagert zu sein. Ungünstig bei einer Fan-Basis, die viel mehr Wert auf Kontinuität und Figurenentwicklung legt als auf Phänomen-der-Woche Folgen. Unverständlich auch, warum Crusade immer wieder neue Alien-Rassen aus dem Hut zaubert, statt sich zumindest ab und zu der vertrauteren Babylon 5 Völker zu bedienen.
Warum sollte man sich das also ansehen? Das Ende der Hauptgeschichte werden wir durch die schnelle Absetzung nie erfahren, die Einzelgeschichten sind ebenso blass wie die meisten Charaktere, zünftige Raumschlachten wie in Babylon 5 fehlen auch weitgehend, die Musik ist eine einzige Katastrophe und der gelegentliche Humor meist nicht mehr als ein krampfig-peinlicher Versuch.
Leider, leider ist Crusade ein ziemliche uninspirierter Rohrkrepierer, der schon viel guten Willen erfordert, um wirklich gemocht zu werden. Mit einem Andromeda kann es in seinen lichten Momenten zwar gerade noch mithalten, aber an sein Meisterwerk Babylon 5 konnte Serienschöpfer JMS nicht anknüpfen.


The Moment of Silence (DVD-ROM)
The Moment of Silence (DVD-ROM)
Wird angeboten von Game World
Preis: EUR 29,95

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wechselbad der Gefühle, 26. Juli 2005
The Moment of Silence macht es einem nicht leicht ein Urteil zu fällen. Stärken und Schwächen liegen einfach zu nah beieinander.
Die Story um eine große Verschwörung ist sehr gut ausgearbeitet und sorgt für Spannung. Der Bedrückende Anfang baut sofort eine tolle Atmosphäre auf, die einen richtig in die Spielwelt reinzieht. Doch an einigen Punkten versagt dann später einfach die Logik, was für Ratlosigkeit sorgt. Damit ist vor allem - und das macht es eben so gravierend - das Verhalten unseres Protagonisten gemeint.
Wenn Peter seiner Nachbarin helfen will, dann kann ich mich gut einfühlen und das ist eine Situation, die ein paar Nachforschungen rechtfertigt. Wenn er aber nur aus Mitleid für eine Frau, neben der er erst seit ein paar Tagen wohnt, plötzlich um die halbe Welt fliegt, mit Tickets, die er auch noch von seinem Chef gestohlen hat, ist das für mich nicht mehr nachvollziehbar. Warum sollte er das tun? Bis zu dem Punkt gibt es nichts an dem Fall, dass ihn persönlich so betreffen würde, um das zu rechtfertigen.
Als er über seine Online-Bekanntschaft später ein Reise gewinnt, endet sein Engagement aber plötzlich. Er lässt sich zu diesem Urlaub überreden und bricht sofort auf (ohne Gepäck!).
An solchen Stellen, fühlt man sich in eine Richtung gedrängt, die man gar nicht einschlagen will. Das macht sich auch bei den Rätseln bemerkbar. Die Reihenfolge der Aufgaben ist so strikt vorgeschrieben, dass es kaum Möglichkeiten zum Experimentieren gibt. Oft muss man nur alle Orte abklappern, um die nächste sinnvolle Aktion zu finden. Die Rätsel sind zwar fast immer logisch, aber auch nicht besonders reizvoll, weil es fast nur Laufwege sind. Die Suche nach der richtigen Möglichkeit ist einfach Fleißarbeit, die auch nicht gerade versüßt wird.
Wo gute Adventures auf die Aktionen und Ideen des Helden immer ein Feedback (und sei es nur ein "Hmm, besser nicht") geben, herrscht hier Stille. Wenn ich ein Foto des Vermissten bei mir trage, würde ich das am liebsten jeder ansprechbaren Person zeigen. Aber gerade mal 2 Leute im ganzen Spiel lassen sich auf dieses Bild ansprechen. Bei allen anderen gibt es keine Reaktion. Nichtmal Peter nennt einen Grund es nicht zu tun. Das macht er nie. Was nicht zum starren Drehbuch gehört (was ausschließlich der "richtige Weg" ist) wird kommentarlos verweigert. Das kostet für mich wieder viel von der sonst tollen Atmosphäre.
Der kommen vor allem die sehr schönen Grafiken und die meist subtile Musik zu Gute. Die Schauplätze sind durchweg schön gestaltet und die Zwischensequenzen sogar exzellent gemacht und in hoher Auflösung. Nur die Charakteranimationen wirken teils sehr hölzern. Die Stimmen sind sehr schön gewählt. Bruce Willis markante Synchronstimme wirkt nur ganz selten mal etwas lustlos. Trotzdem liegt TMoS hier weit über Durchschnitt und kann punkten. Schade, dass man in den Dialogen aber sonst keinen Einfluss aufs Spiel nehmen kann. Man muss einfach brav alle Optionen abklicken und dazwischen sehr geduldig zuhören. Umso bedauerlicher, da das Spiel wirklich sehr Laber-lastig ist. Oft löst man durch einen Klick ein ganzes Gespräch aus, das in Extremfällen mehrere Minuten dauert.
Das größte Manko ist aber die völlig vermurkste Steuerung. Gerade bei der vielen Latscherei durch sehr, sehr viele, hübsche Hintergründe ist es nervtötend wenn die "Ausgänge" aus einem Bild nicht ersichtlich sind oder Peter einfach woanders hinläuft.
So muss man leider sagen, dass sich bei The Moment of Silence klare Stärken (Grafik, Sound, Verschwörungsgeschichte, filmartige Atmosphäre) und eklatante Schwächen (Steuerung, starrer Ablauf, kaum Möglichkeit zu Experimentieren, teils nicht nachvollziehbare Motivation des Helden) nahezu aufwiegen und das Spiel letztlich im Mittelmaß landet. Bei dem Potential gehört es da eigentlich nicht hin. Leider wurde zu vieles vermurkst, um in die Oberklasse zu kommen.


Merlin
Merlin
DVD ~ Sam Neill

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fernseh-Fantasy wie sie sein sollte, 27. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Merlin (DVD)
Sam Neill, Martin Short, Helena Bonham Carter, Isabella Rosselini, Rutger Hauer und vor allem die brillierende Miranda Richardson als Mab: so eine Besetzung täte manchem Kino-Film gut. Für die überragend mitreißende, mal mystische, mal rasant wuchtige Musikuntermalung sorgt Trevor Jones (Der letzte Mohikaner, Dark City). Zusammen mit einer aufwändigen und detailverliebten Ausstattung wird schnell deutlich, dass bei Merlin Klotzen statt Kleckern das Motto war.
Doch die eigentliche Glanzleistung von Merlin besteht darin unter all den überwältigenden Schauwerten nie die Geschichte aus den Augen zu verlieren. Und die ist grandios erzählt. Merlin als neuen Blickwinkel auf die Arthussage zu wählen, erlaubt die altbekannte Story auf einer mythologischeren Ebene zu sehen, das Augenmerk mehr auf die großen, Wertideale verkörpernden Lenkerfiguren zu konzentrieren und gleichzeitig eine Bühne für das bunt-fantastische zu schaffen, um auch dem vordergründigeren Betrachter viel zu bieten. Das Tempo der Erzählweise ist dabei sehr rasch und spannt in den erstaunlich kurzweiligen 180 Minuten einen kompakten und runden Bogen um sämtliche sorgfältig ausgearbeiteten Konflikte und Handlungsmomente, die über mehrere Jahrzehnte hinweg den wachsenden Konflikt zwischen Merlin und der unsterblichen Mab beschreibt; in dem Generationen von Helden und Herrschern durch Emotionen, Ratschläge und Intrigen zu Werkzeugen eines Glaubens- und Wertekonfliktes werden.
Dass die emotionale Seite und die Lebendigkeit der zugegeben im Verglich mit der echten Sage vereinfachten (wenn auch auf eine sympathische und klischeearme Weise) Charaktere dennoch erhalten und sogar Kernpunkt des Films bleibt, hebt Merlin weit über alle anderen meist nur auf quietschbuntes Light-Entertainment getrimmten TV-Fantasy-Filme. Hier wird eine reiche und lebendige Geschichte mit zugänglichen und gefühlsechten Figuren in wundervollen Bildern und mit großartiger Musik erzählt. Fernsehen wie es leider viel zu selten ist: faszinierend eigenwillig, träumerisch, mitreißend und emotional kraftvoll. Kurzum ein TV-Highlight, dass sich nahtlos in eine hochwertige (Kino-)DVD-Sammlung einreihen kann.


Vergiss mein nicht!
Vergiss mein nicht!
DVD ~ Jim Carrey
Preis: EUR 7,99

106 von 114 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verkopfter Bildersturm mit Charme und Herz, 27. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Vergiss mein nicht! (DVD)
Gut, der deutsche Titel klingt erstmal nach Kitsch (der US-Titel ist mit Eternal Sunshine of the Spotless Mind dafür noch sperriger) und dass Titanic Star Kate Winslet die weibliche Hauptrolle spielt lässt es nach üblem Schmachtfetzen riechen. Noch verwirrender werden die Mutmaßungen über Qualität und Inhalt, wenn man liest, dass die Hauptrolle von Jim Carry gespielt wird. Schnulze + Ace Ventura? Mitnichten! Vergiss Mein Nicht ist einer der cleversten Filme des Jahres.
Den grossen Unterschied zu Kitsch und Klamauk macht hier Drehbuchautor Charlie Kaufmann, der schon so aberwitzige Geniestreiche wie Adaption und Being John Malkovich geschrieben hat.
Die Story: Mit Hilfe einer neuen Technologie kann ein Unternehmen über Nacht unangenehme Erinnerungen völlig auslöschen. Ideal für Joel, der völlig mitgenommen ist, als er erfahren musste, dass seine Freundin Clementine (eine sehr impulsives, lebhafte Frau mit ständig wechselnden Haarfarben) ihn nach viel Beziehungsstress hat löschen lassen. Während der Prozedur erlebt Joel rücklaufend zum Tag ihres Kennenlernens nochmal alle gemeinsamen Momente, die sich immer wieder auflösen. Dabei erkennt er, dass er Clementine immer noch liebt und nicht loslassen will. In Schlaf versetzt kann er den Technikern (unter anderem Elijah Wood, Kirsten Dunst und Oscarpreisträger Tom Wilkinson) kein Abbruchsignal geben. Verzweifelt versucht er nun die Erinnerungen an Clementine zu bewahren und sie an allen Orten seiner Vergangenheit zu verstecken.
Einzigartig wird die bizarre Kopfstory durch die faszinierenden Bilder für die Auflösung der Erinnerung. Auf einem Bahnhof rennt das Paar durch eine Menschenmenge, die einer nach dem anderen "weggezappt" wird, in Räumen verschwinden Einrichtungsgegenstände und Details, Gesichter verschimmen und Häuser bekommen Risse und stürzen ein. Das alles wird dabei mit einem Minimum an Computereffekten inszeniert, damit es nicht so glattproduziert und künstlich aussieht wie die letzten Effektspektal aus Hollywood.
Doch das Herzstück des Films sind die genialen Dialoge, die zudem völlig frei sind von üblichen Kitsch-Sätzen. Zwar fällt es anfangs etwas schwer sich mit dem etwas trägen Joel oder der flippigen Clementine zu identifizieren, aber spätestens wenn der Trennungsschmerz zum Thema wird finden sich viele allzu bekannte Situationen und Gefühle wieder, die hier sehr packend und einfühlsam beschrieben sind.
Natürlich heisst bizarr auch hier schwerer verdaulich als das zuckrige Hollywood-Schmonzetten-Kino, aber ein bisschen Mitdenken ist bei so einer genialen Geschichte wirklich nicht zu viel verlangt. Vor allem weil die Gefühle vor diesem Hintergrund ehrlich und anrührend statt aufgesetzt daherkommen. Auf jeden Fall ein Film, den man mir nicht mehr so leicht aus dem Hirn brennen kann.


Yesterday
Yesterday
DVD ~ Kim Seung-woo
Wird angeboten von MMD-Shop
Preis: EUR 9,90

5 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Beliebiger, wirr-unlogischer Action-Thriller-Trash, 13. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Yesterday (DVD)
Ermüdet vom immer selben Schema typischer Hollywood Serienkiller-Thriller wollte ich nach einem recht interessanten Trailer zu Yesterday mal über den Tellerrand schauen. Oft genug hatten mich asiatische Filme in vielen Genres schon mit originellen, tiefgründigen und visuell sehr stilvoll umgesetzten Storys fasziniert, um diese Hoffnung zu begründen.
Sie wurde gründlich enttäuscht. Die Story von Yesterday ist so hanebüchen und voll von Logikfehlern, dass es schon an die Schmerzgrenze geht. Die Charaktere sind so papierdünn und in ihren Entscheidungen unnachvollziehbar bis vollkommen widersprüchlich, dass sich einfach keinerlei Sympathien einstellen wollen. Sie können mich einfach keine Minute lang fesseln oder gar anrühren und bei manchen Dialogen rollen sich einem die Fußnägel hoch. Aber da das löchrige Drehbuch es offensichtlich eh nur daran anlegt, seine Figuren möglichst viel mit der Waffe im Anschlag durch irgendwelche Gemäuer tappen zu lassen, würde es eigentlich passen, dass sie den emotionalen Tiefgang eines Aschenbechers haben. Wenn dann aber nach ermüdenden 70-80 Minuten dann eine tragische Vergangenheit von Helden und Schurken rausgekramt wird, die wie eine Bermuda-Insel des Trash irgendwo zwischen Versatzstücken aus Blade Runner, Dark Angel und Universal Soldier dümpelt, ist es nur noch lächerlich.
Auch die Produktionsqualität schwankt gewaltig: mal hat man sauber stilisierte Bilder, dann sieht es plötzlich wieder nach billigst abgekurbelter Video-Produktion aus. Musik und Schnitt sind zusätzliche Stimmungskiller. Flache Beats und wirre Szenenwechsel fallen bei dem vernichtenden Gesamteindruck aber kaum mehr ins Gewicht.
So einem Film begegnet man sonst nur im tiefsten Nachtprogramm irgendwo zwischen den alten Ballergurken von Dolph Lundgren, VanDamme und Chuck Norris. Nach so einem üblen Langweiler freut weiß man die Fließbandprodukte aus Hollywood sogar wieder zu schätzen und das ist für mich ein schlimmes Urteil.


Runaway: A Road Adventure
Runaway: A Road Adventure

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zur Not frisst der Teufel Fliegen, 15. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Runaway: A Road Adventure (Computerspiel)
Das beschreibt etwas überspitzt meinen Gemütszustand als ich Runaway gespielt habe. Nach der endlos langen Adventure-Dürre kam endlich mal wieder ein Titel, der sich von Stil, Bedienung und Machart an den großen alten Lucasarts Klassikern orientiert hat. Leider weckt das auch Erwartungen auf ein ebenso erstklassiges Spiel. Den direkten Vergleich kann Runaway nur leider nicht bestehen.
Die Rätsel sind durchweg gut und bis auf ganz wenige Einzelfälle auch sehr logisch und nachvollziehbar. Störend ist aber der sehr starre und lineare Aufbau. Während man normalerweise in Adventures alles aufsammelt, was nicht niet- und nagelfest ist, muss ich hier erst einen Grund dafür haben, um mich für bestimmte Objekte zu interessieren. Erst wenn ich vor dem entsprechenden Problem stehe und mein Charakter durch Hinweise in der Story verstanden hat, wie er es lösen kann, sieht er ein, dass ich Gegenstand x besser mitnehmen sollte. Das freie Experimentieren wird dadurch leider ziemlich eingegrenzt und man fühlt sich bei der Lösung extrem beschränkt, so als müsse man strikt einem Drehbuch folgen. Sowas ist ärgerlich und kostet Atmosphäre.
Story und Charaktere sind gut und sympathisch, aber nicht überragend originell. Für mein Empfinden kommt der Humor etwas zu kurz, was wohl kaum an der erstklassigen Übersetzung mit hervorragenden Synchronsprechern liegt. Es muss ja kein brachialer Comic-Humor ala Sam & Max sein, aber ein bisschen mehr feiner Wortwitz und eine Prise Ironie hätten nicht geschadet. Ohne die kommt unser Held manchmal einfach zu sehr als braves Bübchen rüber.
Die Grafik ist überwiegend sehr detailiert, aufwändig gezeichnet und stilsicher gelungen. Allerdings hätten es in den Zwischensequenzen ruhig ein paar Frames mehr für die teils steif und kantig wirkenden Bewegungen vor allem der Mimik sein dürfen. Hier sieht man dem Spiel sein kleines Budget deutlich an.
Was am meisten stört ist das unspektakuläre Finale des Spiels bei dem man sich merkwürdig ausgeschlossen fühlt. Die letzte halbe Stunde von Runaway ist nahezu selbstlösend. Zwischen mehrminütigen automatischen Gesprächen und langen Zwischensequenzen muss man gerade mal ein paar doch sehr offensichtliche Aktionen durchführen, die einem teilweise direkt vorgesagt werden. Das hat mit Rätseln lösen nur noch wenig zu tun. Man fühlt sich eher wie ein machtloser Erfüllungsgehilfe der Handlung und schaut die meiste Zeit nur zu.
Die überwiegende Spielzeit mach allerdings wirklich Spaß und weckt die alte Freude an klassischen Adventures wieder. Die Bedienung ist sauber gelöst, die Rätsel sind vom Schwierigkeitsfrad her angenehm ausgewogen und nie zu schwer. Der ganz große Wurf ist Runaway trotzdem nicht geworden. Wer im selben Monat nochmal Klassiker wie Sam & Max oder Grim Fandango zur Hand nimmt, merkt jedoch schnell, dass die noch immer eine Klasse für sich sind.
Ausgehungerte Adventure-Fans dürfen bei gemäßigter Erwartungshaltung trotzdem bedenkenlos zugreifen. Kritische Lucas-Arts Veteranen sollten dagegen noch einen Stern abziehen.


Hulk [Special Edition] [2 DVDs]
Hulk [Special Edition] [2 DVDs]
DVD ~ Eric Bana
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 7,65

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zu halbherzig, um wirklich zu begeistern, 21. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Hulk [Special Edition] [2 DVDs] (DVD)
Zunächst gefällt an Hulk, dass es sich hier nicht um den typischen Superhelden mit lupenreinen Moralvorstellungen und Weltrettungsambitionen handelt. Bruce ist zwar in seinem Alltagsleben genau wie Clark Kent (Superman) oder Peter Parker (Spiderman) ein herumgeschubster Schlaffie, doch kann er das als Opfer durch Genmanipulationen seines Vaters nicht so einfach wegstecken. Seine Emotionen brechen aus in der Gestalt des unkontrollierbaren, grünen Superwüterichs Hulk.
Eigentlich ein Stoff der Regisseur Ang Lee liegen sollte, da er es schon in seinem Welterfolg Tiger & Dragon verstand innere Konflikte in originellen und bildgewaltigen Action-Sequenzen zu visualisieren. Auch die Besetzung mit der talentierten Independent-Schönheit Jennifer Connelly, Schauspielurgestein Nick Nolte und dem unverbrauchten Eric Bana (an dem lediglich die Agent Mulder Synchronstimme stört) hätte kaum besser ausfallen können. Dazu sorgen die Effekt-Meister von ILM für die Tricks und der Superhelden erprobte Danny Elfman (u.a. Soundtrack für Batman und Spiderman) für die richtige Musikuntermalung.
Alles großartige Zutaten und doch schmeckt es am Ende eher fade. Denn alle hochklassigen Beteiligten scheinen bei diesem Projekt leider recht lustlos ans Werk gegangen zu sein. Der digitale Hulk sieht die meiste Zeit über so künstlich aus wie eine Wachsfigur und ist mindestens eine Effektgeneration hinter Gollum anzusiedeln, der im Gegensatz zum grünen Monster wirklich Gefühle vermitteln konnte. Fatal sind aber die plakativen eindimensionalen Nebencharaktere, die die Handlung schrecklich vorhersehbar werden lassen.
Trotz allem ist Hulk kein schlechter Film: Schauwerte sind definitiv vorhanden und an manchen Stellen wird das Potential der Handlung auch umgesetzt. Doch nimmt sich Hulk leider viel zu ernst als Drama und ist völlig humorlos, obwohl tragikomische Elemente der Handlung angemessen wären und sehr gut getan hätten. Gemessen an dem, was Hulk offensichtlich hätte werden können , enttäuscht er. Man hat fast das Gefühl als hätten Regielegende Ang Lee und seine Darsteller aus dem Charakterfach eine Butterfahrt ins Blockbusterland gemacht, die am Ende allen weit weniger Spass gemacht hat als erwartet, weil sie nur dem Verkauf mittelmäßiger Massenmarktware diente.
Der Funke springt nicht über, aber da es auch keine offensichtlichen Macken gibt, gebe ich grad noch vier Sterne.


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