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Rezensionen verfasst von
Tao (Zurich, Switzerland)

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Beethoven: Violin Concerto / Bernstein: Serenade
Beethoven: Violin Concerto / Bernstein: Serenade
Preis: EUR 12,99

29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bel Canto, 26. Juli 2005
Ich besitze über 10 Versionen von Beethovens Violinkonzert und diese gehört mit Abstand zu den Besten. Manche Kritiker setzen Hilary Hahn aufgrund ihrer makellosen Technik in die Tradition von Hefeitz, aber ihr Ton ist meiner Meinung nach graziöser, sinnlicher und sie akzentuiert die Noten anders - vielleicht weiblicher. Zugegeben, ich bin kein großer Fan von Heifetz und war schon immer eher dem Klang Oistrachs erlegen. Manche beklagen, dass Hilary Hahn zu emotionslos und trocken spielt. Trocken, ja (etwas trockener als A.S. Mutter), aber nicht emotionslos. Ihr Spiel hat eine gewisse fließende Qualität und diese subtilen Feinheiten entfalten sich bei einem Stück wie Beethovens Violinkonzert besonders gut. Wer meint sie spiele herzlos muss sich nur ihre Kadenz am Ende des 1.Satzes anhöre (Kreisler): Anmutig, technisch perfekt, delikat, ausgeglichen und sehr, sehr liebenswert. Sie spielt sicherlich nicht mit der Wildheit eines Kyung Wha Chung, aber für Beethoven finde ich das auch besser so.
Wie die Perlman/Giulini Aufnahme setzt auch Hilary Hahn bei ihrer Interpretation mehr auf die inneren Stimmen und lyrischen Qualitäten des Stückes als auf besonders hohe Virtuosität oder aufregende Dynamik.
Der Dirigent David Zinman, welcher bereits durch seine berühmten Einspielungen der 9 Symphonien Beethoven untern dem Arte Nova Label sein Können eindrucksvoll zur Schau gestellt hat, leistet ebenfalls hervorragende Arbeit. Das Tempo des Stückes ist meiner Meinung nach gerade richtig, d.h. etwas langsamer als Schneiderhans Version oder um einiges langsamer als die Heifetz/Munch Aufnahme und geringfügig schneller als die Perlman/Giulini Aufnahme. Der erste Einsatz des Thema ist besonders elegant und man fühlt sich - um eine kitschige Wendung zu benutzen - wie "einst in den Arkadien". Die orchestrale Begleitung besinnt sich vor allem auf die lyrischen und fast pastoralen Stärken des Stückes ohne aber die hier und da heroisch aufblitzenden Momente Beethovens zu vernachlässigen. Da dieses Violinkonzert im Vergleich zu manch anderen Violinkonzerten die orchestrale Begleitung etwas mehr in den Vordergrund stellt, kann man Zinman wirklich nur als einen wahren Glücksfall für diese Aufnahme betrachten.
Ich kann diese CD nur wärmstens empfehlen. Sie ist keine wilde Achterbahnfahrt der ungebremsten Virtuosität und kein Fundus an Pathos-gefüllten Floskeln. Aber wie auch bei Bachs Violinkonzerten zeigt Hilary Hahn, dass sie weit mehr ist als eine gut vermarktete Geigerin. Ihre technische Brillanz erlaubt es ihr Beethoven mit einer Selbstverständlichkeit zu spielen, wie es die besten ihres Faches nicht hätten besser machen können. Diese Version des Violinkonzertes stelle ich ohne Bedenken in die gleiche Riege wie die Aufnahmen von Perlman, Schneiderhan und Heifetz. Und nichtsdestotrotz unterscheidet sie sich von den großen Meistern durch ihre Einzigartigkeit. Es ist ein Genuss ihrem beinahe lieblichen und zugleich technisch perfektem Geigenspiel zuzuhören. Bel Canto im wahrsten Sinne des Wortes: Schöne Stimme.


The Köln Concert
The Köln Concert
Wird angeboten von Film_&_Music
Preis: EUR 10,99

40 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man sollte keine Rezensionen über diese CD schreiben, 12. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: The Köln Concert (Audio CD)
Über viele Jazz Cds kann man was schreiben und als Laie, so wie ich, möchte man das zumindest glauben. Man kann über Melodien, Akkordwechsel, Rhythmen, Skalen, Stimmung, etc. schreiben. Doch was soll man zu einer Musik sagen, die aus dem Nichts entstanden ist und all das Genannte irgendwie beinhaltet, aber irgendwie auch nicht. In der linken Hand werden in einem Moment chorale Akkorde angespielt, wenn auf einmal die rechte Hand mit einem zierlichen Lauf das Vorherige auflöst, sich die rechte Hand dann entschließt die rechte Hand mit einem Tremolo zu unterstützen, aber die linke Hand dann wieder zu einer ganz anderen Melodie mit einem ganz anderem Rhythmus aufbricht. Und das alles in 10 Sekunden. Eine einmalige CD. Man kann schon nicht mehr sagen, es sei klassisch angehauchter Jazz. Es ist die personifizierte Musik, die aus dem Nichts hervortritt. Aber jetzt habe ich doch den Fehler begangen diese Cd in Worte zu fassen zu wollen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 5, 2011 11:53 AM CET


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