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Rezensionen verfasst von
Woscht Anna

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Labyrinth (Ltd.Digipack)
Labyrinth (Ltd.Digipack)
Wird angeboten von ImLaden
Preis: EUR 7,75

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "Obenunten", 25. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Labyrinth (Ltd.Digipack) (Audio CD)
Madsens Kosmos, der aus Wendland, Familienbande, Punk- sowie Poprock bestand, wird auf "Labyrinth" um Kuriositäten ergänzt. Die kann man sich nur mit Unbekümmertheit erklären, denn nicht Fenster werden aufgestoßen, sondern Zuckerwatte in die Haare geschmiert!

'Die Stadt zerfällt in deinen müden Augen, wem kannst du noch glauben?', so eine lyrische Kostprobe aus dem Opener "Labyrinth", einem Song, dem man noch mit Wohlwollen begegnen möchte - vorausgesetzt man ist Queen-Fan und mag Klaviermusik. Doch nach den Akkorden von Mias "Tanz der Moleküle", die in "Mein Herz bleibt hier" anklingen, pflichtet man Sebastian bei und geht nur noch 'schneller laufen, laufen'. Man sieht zwar den soliden Rocker "Das muss Liebe sein" an sich vorbeiziehen, aber muss 'ne Schüppe drauflegen, um den schmierigen Schlager "Zwischen den Zeiten" zu passieren. Vorhersehbar sind Texte und zuckrige Harmonien und irgendwie hat man das alles schon viel besser gehört: Bei "Blockade" dachte man wohl an den Hau-drauf-Rock von Turbostaat und bei "Sieger" an die schon paradigmatisch gewordenen Sportfreunde. Umtata, umtata!

Madsen sind in einer kritischen Phase und arbeiten sich auf redundante Weise an Liedern ab, die zwar eine gewisse Experimentierfreude aufweisen, aber in ihrer Einfachheit und dem Nervpotential ihresgleichen suchen. Mit Rücksicht vergebe ich noch zwei Sterne und meine: 'Ein Schuss in den Ofen - "Obenunten" eben!'


Stone Temple Pilots
Stone Temple Pilots
Preis: EUR 22,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Alles wie immer, 20. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Stone Temple Pilots (Audio CD)
Das Hoch der 90er-Rocker will nicht abreißen. Und so gesellen sich auch Scott Weiland & Co. zu den Neuauflagen von RATM, Soundgarden oder Blind Melon und veröffentlichen erstmals wieder regulär seit 2001. Doch musikalische Moden kann man hier lange suchen. Wie aus einer Zeitschleife heraus parliert man den einen wahren Rock, der in der Regierungszeit von Bush senior so populär war: Alternative Rock forever?

Ob man nun "Take A Load Off" oder "Huckleberry Crumble" unter die Lupe nimmt, macht wenig Unterschied: All die bandtypischen Stilmittel vereinen sich im Popper "Cinnamon", im Hard-Rock-lastigen Riffbrocken "Hazy Daze" oder in der Balladen-Mischung "First Kiss On Mars". Auch das mit einer augenzwickernden Pedale-Steele-Gitarre eingeleitete "Hickory Dichotomy" und "Between The Lines", das durch seinen Hintergrundgesang an Nirvanas "Stay Away" erinnert, macht einen nostalgischen Abend unter geneigten Freunden sicherlich perfekt.

Doch die Platte erscheint im Jahre 2010 und im Vergleich zu ihren 6 Vorgängern als redundant. Ohne Frage wird hier auf hohem Niveau Rockmusik gemacht, aber bei all den Soloprojekten und Ergüssen aus dem Hause Velvet Revolver sowie zwischen den Veröffentlichungen von Slash und Guns 'N' Roses: Wo findet man Platz, ohne als durchgeplante Reanimation eines längst Toten zu klingen? Einschließlich dieser Gedanken vergebe ich drei befriedigende Sterne und sage unbehaglich: "Alles wie immer!"
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 22, 2010 1:11 PM MEST


Fever
Fever
Preis: EUR 6,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Im Kerker der Markenzeichen, 20. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Fever (Audio CD)
Wieder einmal erschaffen die Waliser ein Album, das auf den Grundfesten von Metal, Hardcore und Rock fußt. Eine fette Produktion trifft auf musikalische Stilmittel, die von den Recken um Matthew Tuck im Schlaf beherrscht werden. Waren die Vorgänger-Alben noch von Experimenten und dem kreativen Austesten von Genregrenzen geprägt, so zimmert man nun eine zwar solide Hütte aus Metalcore, aber vernagelt sich dabei die nötigen Ausgänge: Bullet For My Valentine kerkern sich selbst im goldenen Käfig aus Traditionen und Trademarks ein.

Eröffnet wird mit "Your Betrayal", das als Riffmonster verwundert und mit bandtypischem Zweistimmengesang besticht. Das titelgebende "Fever" meint man schon gehört zu haben, spätestens wenn Stone Sours "Get Inside" aus den Boxen knattert. Und während "The Last Fight" die Metalkeule schwingt und das Rocksolo zelebriert, wird die Handbremse in "A Place You Belong" hörbar angezogen: Akustikklampfe, melacholische Gesangsparts und eingestreute Markenzeichen, die sich wieder einmal im Solo kristallisieren. An diesem Punkt der Platte möchte man schwören, dass die neue der Waliser ein Rohrkrepierer ist.
Doch die Fraktion aus "Pleasure And Pain", "Alone" und "Breaking Out, Breaking Down" belehrt den Hörer eines besseren. Spät platzt hier der Knoten und so zeigt man doch noch, dass die härtere Gangart beherrscht wird. Auch wenn die Shoutparts mit bedacht gesetzt und das Gesangsduo hier und da von Streichern unterstützt werden, kommt eine gewisse Feierlaune auf. Allerdings wirkt die Schmachthymne "Bittersweet Memories" arg kalkuliert und könnte auch von jeder anderen Band stammen, der man zu gerne das Etikett 'Emo' aufklebt.

Bullet For My Valentine verhehlen ihre Wurzeln nachwievor nicht, doch bedienen sich bei "Fever" mehr denn je am New Metal mit der Tendenz ein möglichst großes Hörerspektrum abzudecken. Leider geht das auf Kosten das Bandcharakters, den die Herren paraphrasieren und leider vereinfacht zum Besten geben. Auch wenn in der zweiten Albumhälfte mächtig gerockt wird (z.B. "Begging For Mercy"), bleibt kaum etwas Griffiges zurück. Demnach vergebe ich noch drei befriedigende Sterne und meine: "Eine Band im Kerker der eigenen Markenzeichen!"


Work
Work
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 21,69

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Polierte Essenzen, 14. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Work (Audio CD)
Lang erwartet, ein kleiner Tusch und dann ist sie da: die 'Arbeit' der schwedischen Shout Out Louds. Dass die Band in sich geht und die Essenzen ihres Ausdrucks hervorholt, springt einem schier ins Gesicht. Die neue Schlichtheit und die reduzierten Arrangements stoßen den Hörer mehr denn je in Richtung Pop und verabschieden sich vom zeitweiligen Indie-Gerumpel der älteren Alben. Das Pfund, mit dem hier gewuchert wird, lautet: absolut zeitlose Ohrwürmer. Ich vergebe hervorragende vier Sterne und meine: 'Harmonischer Drittling mit Tendenz zur großen Geste!'

Eröffnet wird mit "1999", das mit einem verwundernden Zusammenspiel von Bass und Piano beginnt und sich kaskadenartig steigert. 'Give me a secret and i'll tell you' singt Adam dann in "Fall Hard" und berichtet unter meandernden Gitarrenlicks von unterwegs, während "Play The Game" mit synthetischen Geigen-Klängen Besinnlichkeit anmahnt bis schließlich "Walls" erklingt: eine typische Louds-Nummer, deren Refrain - wie auch in anderen Songs - stark an Robert Smiths' Gesang erinnert.
"The Candle Burned Out" krankt einstweilen an zu hohen Vocals, aber schon das folkige "Throwing Stones" und auch "Four By Four" zeigen Adams Fähigkeit Miniaturgeschichten zu erzählen. Dazu benötigt er wenig Worte und in "Paper Moon" reichen fast nur seine Fragen aus, damit ein Bild im Kopf des Hörers entsteht: 'Have you ever tasted young blood?'

Letztlich scheinen im hallenden Bass des bezeichnenden "Show Me Something New" die allgegenwärtigen 80er durch, die immer wieder subtil gestreift werden. Gehen die Schweden aber in diesem nun betretenen Terrain weiter, wird langfristig das Rohe und Ungezügelte ihrer Musik fehlen. Denn Melancholie und Befindlichkeiten sind sicherlich prägend, aber eben nur 'ein' Teil ihres weiten Spektrums.


Schall und Wahn
Schall und Wahn
Preis: EUR 7,99

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Appelle in der Harmonie, 25. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Schall und Wahn (Audio CD)
"Wir haben gemerkt, dass es eine Trilogie geworden ist" urteilte Jan Müller in einer Befragung zum vorliegenden Album, das wie kein anderes Selbstreflexion und Zufriedenheit als Ergebnis von Entwicklung vermuten lässt. Trilogie hin oder her: "Schall & Wahn" ist ein Tocotronic-Album auf hohem Niveau geworden, welches mit Harmonie und Pop spielt, sich aber keinesfalls der Appelle und Forderungen beraubt!

Das melancholische "Eure Liebe tötet mich" wirkt wie eine Antwort auf einen zuvor begonnenen Dialog: sanft, lang und ehrlich. Die Einladung wird wörtlich von Bergeshöhen aus fortgeführt, um klarzustellen, dass die Folter nie endet, "auch wenn ihr uns die Augen bindet": hoffnungsvoll und als Gitarrenpopper vorgetragen. Wohingegen Streicher den Hörer beim schweren "Das Blut an meinen Händen" begrüßen, um wiederum zum plakativ-rockenden "Macht es nicht selbst" herüberzuführen, das Versöhnlichkeit durch seinen Text als Fremdwort entlarvt.
"Bitte oszillieren sie" klingt als ironische Entgegnung auf Schillers Marquis de Posa, der Gedankenfreiheit propagiert und trotzdem ausgeliefert ist. Kontrastiv und als Wunsch orchestriert, liefert Lowtzow in "Im Zweifel für den Zweifel" seine Interpretation des Arbeiterlieds samt Wandergitarre. Der Rock von "Keine Meisterwerke mehr", "Stürmt das Schloss" und "Gesang des Tyrannen" erscheint somit als logische Konsequenz auf den Blick durch eine rotgefärbte Brille. Das große Ende liefert schließlich "Gift", das in seinen ausufernden Geigenklängen und Rückkopplungen unendlich viel Pathos versprüht.

Ohne überspuhlte Kodierungen ist "Schall & Wahn" eine tolle Platte geworden, die einen unverrückbaren Spitzenplatz in der Musiksammlung bekommen sollte. Der bunte Frühlingsstrauss auf dem CD-Cover führt gekonnt in die Irre: Hier geht es um Ästhetik, aber vielmehr um das Subtile und das Hintergründige, weshalb ich volle fünf Sterne vergebe!


Ignore the Ignorant
Ignore the Ignorant
Wird angeboten von Edealcity
Preis: EUR 12,30

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die neue Breite, 2. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Ignore the Ignorant (Audio CD)
Klammheimlich haben sich The Cribs in meine Bestenliste 2009 geschlichen. Und das, obwohl mich der Opener "We Were Aborted" an jede x-beliebige Kapelle von der Insel denken ließ und nur der Refrain an die Glanzlichter der Neo-Britpopper erinnerte. Doch schon "Cheat On Me" mit seinen fein-meandernden Gitarrenmelodien ließ mich gebannt auf- und hinhorchen. So ganz ohne Einbußen ging es aber dann doch nicht zur Sache!

Es sind Songs wie "City Of Bugs", in denen die Leadgitarre, das marschähnliche Trommeln und der unscheinbare Bass atmosphärisch wirken und Assoziationen zu The Stone Roses wecken. "Emasculate Me" und der Titeltrack pop-rocken locker vor sich hin, sodass mit "Save Your Secrets" eine der ruhigeren Nummern folgt. Vom Klavier unterstützt, vollführt die Familenbande ihre bekannten Stärken im Mehrstimmengesang, der auch im exessiven "Nothing" Verwendung findet. Geigen unterstreichen "Stick To Yr Guns" und machen das sonst spartanische Klangbild hörbar breiter.

Diese neue Breite - sicherlich auch auf den neuen Zweitgitarristen zurückzuführen - charakterisiert das aktuelle Album über weite Strecken, wobei scheinbar ursprünglichere Kompositionen auffallen (z.B. "Victim Of Mass Production"). Also werden sich die Geister in Bezug auf die Platte daran scheiden, ob nicht gerade die reduzierten Arrangements mit der knochig-trocknenen Leadgitarre The Cribs ausmachten. Ich finde jedenfalls, dass die Band durch die Verstärkung an der Gitarre gewinnt, sich dabei aber musikalisch nicht verleugnen darf. Ich vergebe also sehr gute vier Sterne und sage: "Süß-melancholischer Britpop anno 2009!"


Heart on
Heart on
Wird angeboten von groovetemplemusic
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Was kommt nach dem Rausch?, 1. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Heart on (Audio CD)
Die Eagles liebäuglen erneut mit dem Garagenrock, in dieser Spielart ein Markenzeichen aus dem Umfeld der Dessert Sessions und beweisen zusehens ein Händchen für Songs mit angezogener Handbremse. Einprägsame Gitarren, stilistische 60er-Anleihen und Jesse Hughes' hingehauchte Schmachtstimme enttäuschen nicht: Hier regieren "Sex, Drugs and Rock & Roll", obschon das Album - gemessen an seinen beiden Vorgängern - nicht mehr so sehr auf die Tube drückt!

Und so muss vielmehr auf Lieder wie "Now I'm A Fool" hingewiesen werden, die in ihrer akkustischen Entspanntheit schon in Richtung einer trockenen Americana-Ballade gehen. "How Can A Man (...)" überrascht mit bluesigen Rocksoli, wohingegen sich "I'm Your Torpedo" von hypnotischen Sounds bis hin zum Abschiedspfeifen ergeht. Verlässlich rocken wiederum "Wannabe in L.A." und "Secret Plans": stets dynamische Zeichen für die pressende Wucht der Denim-Jeans, deren Lust nur von der Coolness einer Pilotenbrille im Zaum gehalten werden kann.

Freunde der ersten Alben kommen also meiner Meinung nach auf ihre Kosten, wenngleich hier einiges wie beschrieben ungewohnte Wege geht. Ohne die originelle Parodie der Eagles zu verkennen, wandeln sie jedoch des öfteren auf dem schmalen Grat der Selbstkopie und kleben an ihren eigenen Trademarks. Ob also nochmal ein solch auf die Spitze getriebenes Album nachgelegt werden kann, bleibt abzuwarten. Ich vergebe vier Sterne und meine: "Stonerrock mit einem Augenzwinkern. Doch wie lange hält der Rausch an?"


Your History Is Mine: 2002-2009
Your History Is Mine: 2002-2009
Wird angeboten von OUT OF PRINT
Preis: EUR 8,00

1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eingelaufene Pfade, 12. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Your History Is Mine: 2002-2009 (Audio CD)
Obwohl die Waliser gerade mal auf 4 Alben zurückschauen können, feiern sie ihr musikalisches Schaffen umso heftiger. Die Werkschau "Your History Is Mine" versammelt alle Knaller: angefangen von "10.45 Amsterdam Conversations" über "Juneau" bis hin zu "Streetcar". Ist der erste Silberling noch den regulären Album-Tracks gewidmet, protzt der zweite mit 20 überbordenen Songs aus Coverversionen, B-Seiten und Akkustikstücken. Darunter befindet sich u.a. "Sunday Bloody Sunday" von U2 sowie Thin Lizzys "The Boys Are Back In Town".

Doch die Liederfülle (36!) überfordert den Hörer, sodass man zwar tolle Songfraktionen ausmachen kann, aber dabei stets einen langen Atem haben muss. Insbesondere die zweite CD ist mit eineinhalb Stunden Spielzeit viel zu lang geraten, wodurch der Eindruck entsteht, man habe hier einfach alles zusammengehauen, was noch irgendwie pressbar erschien. Für Hardcore-Fans bieten die Platten tolles Material, was man sonst nur teuer oder gar nicht bekommen hätte. Doch für mich beschreiten Funeral For A Friend noch zu oft eingelaufende Musikpfade, als dass man mit ihnen endlose Autobahnfahrten aushalten könnte. Ich vergebe also drei befriedigende Sterne und meine: "Es ist wie mit gutem Essen. Nur bei sparsamen Genuss schätzt man es weiterhin!"
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 1, 2010 11:21 PM CET


Goodnight Unknown
Goodnight Unknown
Preis: EUR 17,43

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warm und wohlwollend, 23. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Goodnight Unknown (Audio CD)
Es gibt keine Unzeiten für gute Musik. Das beweist das vorliegende Soloalbum von Lou Barlow auf besondere Weise. Denn keine sechs Monate nach Dinosaur Jr.'s "Farm" - hier spielt Barlow hauptamtlich den Bass - zuckert der stille Indie-König erneut den Weg geneigter Herbstfreunde und lässt es vor Melodien nur so krachen!

Ohne auf die weitreichenden Querverweise und Barlows Verstrickungen mit der LoFi-Musik einzugehen, bietet der routinierte Solokünstler erneut seinen eigenen Mix aus Rock und Folk an. Dabei würzt er den Opener "Sharing" mit sphärischen Rockgitarren, muss bei Akkustikstücken wie "Faith In Your Heartbeat" Eingebungen vom verblichenen Nick Drake bekommen haben und schwingt sich dann doch mit "The Right" locker in den Sonnenuntergang. Mit dem Stampfer "One Machine" macht er schwer auf Americana und wirkt fast traditionsbewusst, worauf mit dem kurzen "Praise" gleich wunderbare Schrammel-Romantik in bester Indie-Manier zum Besten gegeben wird.

Die akkustische Instrumentierung prägt das Album, erzeugt Hymnencharakter und zaubert oftmals ein Schmunzeln auf das Hörer-Gesicht. Das passiert vor allen Dingen dann, wenn Barlow so wunderbar nasal klingt und sich damit so herrlich offensichtlich zwischen Mascis (Dinosaur Jr.) sowie Caws (Nada Surf) zu verorten scheint! Ich vergebe volle fünf Sterne und freue mich über über diese stille Platte des Herbstes 2009: "Warm und wohlwollend!"


Kitty,Daisy & Lewis (+3 Bonus Tracks)
Kitty,Daisy & Lewis (+3 Bonus Tracks)
Wird angeboten von Rock Pop
Preis: EUR 21,99

16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wippen, Klatschen, Tanzen, 5. Oktober 2009
"Retro" ist schwer "in" Mode. Da wo die White Stripes den Rock belebten und Amy Winehouse sich vor dem Soul der 1960er verneigte, werden nun die als spießbürgerlich erachteten 1950er beackert. Im Mainstream angekommen, reichten z.B. den unsäglichen Baseballs Pomade-Frisur und Playback, um ein Big-Brother-Event zu beschallen: Authentizität und musikalische Bandbreite Fehlanzeige!

"Die" ernstzunehmende Antwort auf solch billige Maskeraden hört auf den Namen "Kitty, Daisy & Lewis". Familiär verbandelte Multiinstrumetalisten schöpfen hier aus dem Vollen und kredenzen dem Hörer eine pointierte Melange aus Rock & Roll, Swing, Hillbilly und R&B: Hinweg mit dem herbstlichen Rückzug und her mit der Braut. Hier wird gewippt, geklatscht und getanzt!

Das was ab dem Canned-Heat-Cover "Going Up The Country" abgeht, ist verruchte Südsee-Koketterie ("Honolulu Rock-A Roll-A"), vom Banjo bestückte Americana ("Hillbilly Music") und astreiner Rock & Roll mit Surfgitarre ("Ooo Wee"). Geprägt durch die alte Aufnahmetechnik, traditionelle Instrumente und das feine Zusammenspiel des (Zweistimmen-) Gesangs entsteht in Windesweile eine Atmosphäre völliger Unbeschwertheit.

Ich vergebe volle fünf Sterne und sage: "Ein Knaller-Debut voller Herzblut!"


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