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Das Wörterbuch des Viktor Vau: Roman
Das Wörterbuch des Viktor Vau: Roman
von Gerd Ruebenstrunk
  Broschiert

2.0 von 5 Sternen Chaotisch, 30. April 2016
Das Wörterbuch des Viktor Vau ist ein hochbrisantes Dokument. Professor Vau hat darin seine Überlegungen zu einer perfekten Sprache festgehalten. Perfekt bedeutet für den pedantischen Wissenschaftler, dass jedes Wort nur eine Sache beschreibt. Dadurch gehen Wortwitz und Sprachspielereien völlig verloren.

Viktor Vau lebt in einer dystopischen Zukunft, die eines Tages eine Zeitkapsel aus einer noch dystopischeren Zukunft erhält, in der in einer Videobotschaft verlangt wird, Herr Vau zu töten. Da Viktor zu dem Zeitpunkt der einzige Mensch ist, der die Zukunftssprache versteht, schafft er es, die gutbewachte Mordbotschaft zu stehlen und flieht.

Diese einfache Geschichte entpuppt sich zwischen den wunderschön gestalteten Buchdeckeln als das reinste Chaos.

Vermutlich wäre der penible Herr Vau mit der Umsetzung des Buches gar nicht glücklich, denn der Autor wechselt in unregelmäßigen Abständen zwischen den 15 (!) Erzählern hin und her. Jeder seiner Charaktere kocht sein eigenes intrigantes Süppchen und erschwert es dem Leser erheblich, der Hauptgeschichte zu folgen.

Hinzu kommen logische Lücken, z. B. dass die Zivilisation erheblich fortgeschritten ist, jedoch ihre Kriege immer noch mit primitiven Maschinengewehren und Handgranaten ausführt.

Das Buch hat 412 Seiten, wovon die ersten 130 langatmige Charaktereinführungen beinhalten. Der Leser muss sich bis Seite 330 gedulden, bis alle Intrigen und Handlungsstränge offenbart werden.

Ich hatte das Vergnügen, Herrn Ruebenstrunk auf der Leipziger Buchmesse lesen zu hören und erwarb das Buch, da ich die Vorstellung vom pedantischen, ordentlichen und rituell festgefahrenen Vau in der afrikanischen Wüste überaus erheiternd fand. Dieser Teil der Geschichte fällt jedoch recht kurz aus und auch im Rest des Buches ist Humor rar gesät.

Wer geordnete Romanaufbauten präferiert und sich lieber richtig in einen Charakter hineinversetzen möchte, dem empfehle ich ... ein anderes Buch. Wer auf dystopische Zukunftsvisionen steht und dem multiple Handlungsstränge nichts ausmachen, der ist hier richtig.


Alice im Zombieland (DARKISS)
Alice im Zombieland (DARKISS)
von Gena Showalter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Teeniedrama, 30. April 2016
Vielen Dank an Herrn Fredebold für das nette Gespräch auf der Buchmesse sowie Frau Gründig für die Zusendung eines Rezensionsexemplars!

Alice Bell ist ein typischer Teenager: sie hat eine kleine Schwester, ein behütetes Leben und einen verrückten Vater, der sie nach Einbruch der Dunkelheit nicht aus dem Haus lässt, weil er Angst vor Monstern hat.

Eines Tages erweisen sich die Sorgen des Vaters jedoch als begründet und nach einem schrecklichen Autounfall ist Alice plötzlich auf sich allein gestellt. In einer neuen Schule muss sie sich dem üblichen amerikanischen Schulhorror aus Zickenterror, Verehrern und Lehrern stellen.Zum Glück hat sie bereits eine Freundin gefunden: die schlagfertige Kathryn steht ihr immer zur Seite. Und dann kommen die Monster...

Das Buch lässt sich in drei Teile gliedern:

- Vorgeschichte

- Twilight'sches Schuldrama

- Neues Leben

Alice lebt ihre Jugend als behütetes, braves Mädchen, das sich nur auflehnt, um ihrer geliebten Schwester einen Gefallen zu tun. Bis auf ihren Vater, der etwas spinnt und Monster sieht, hat sie ein gutes Leben. So weit, so gut.

Nach dem Unfall kommt sie an eine neue Schule und von da an lässt die Story deutlich nach. Entweder geht es an jeder amerikanischen Highschool gleich zu, oder Frau Showalter hat zuviel Twilight gelesen: Zickenterror gegen die Neue, weil sie den falschen Kerl zu lange angeguckt hat, zwei mysteriöse Jungen, und natürlich gibt's auch direkt am ersten Tag eine Dreieckbeziehung, denn neu scheint in kleinen Käffern ein Synonym für begehrenswert zu sein.

Sobald Alice sich dann eingelebt und mit dem neuen Leben angefreundet hat (und das "will er mich / will er mich nicht"-Drama beendet wurde) geht die Storyline wieder bergauf, es wird spannend, sie lernt kämpfen und entdeckt neue Fähigkeiten an sich. Die letzten 100 Seiten habe ich dann auch nachts in einem Zug durchgelesen.

Das Thema von "Alice im Wunderland" wurde konstant durchgezogen:

- auf dem Cover sind die Spielkartenfarben abgebildet (auch wenn das radioaktive Grün mir Rätsel aufgibt)

- die Kapiteltitel sind angelehnt an die originalen Titel (Down the Rabbit Hole = Hinunter in den Zombiebau / A Mad Tea Party = Eine teuflische Teegesellschaft / ...)

Dies ist allerdings nur in geringem Maße möglich, da "Zombieland" erheblich länger ist als "Wunderland".

- die Charaktere zeigen Spuren ihrer Vorbilder (weißes Kaninchen = Wolke, Grinsekatze = Kat [grinst, will nicht Cat genannt werden], beim Hutmacher bin ich mir nicht sicher, ob der "verrückte" Vater oder Cole mit seinen seltsamen Basecaps gemeint ist)

Ich mochte den Schreibstil / Erzählstil von Alice; sie kommentiert alles selbstironisch und redet mit dem Leser ("Ich hatte die letzten fünf - hüstel, fünfundsechzig, hüstel - Minuten nach [ihm] Ausschau gehalten..."). Außerdem konnte ich mich mit Kat als treuer Freundin in allen Lebenslagen gut anfreunden, ein sehr sympathischer Charakter, der sich nicht in den Zickenterror reinziehen lässt ("Ich möchte meine Zeit gern mit Leuten verbringen, bei denen ich mich wohlfühle, weil ich bei ihnen ich selbst sein kann. Leute, die mich glücklich machen.").

Interessant fand ich auch Showalters Herangehensweise an den Zombiemythos: bei ihr sind das keine wiedererweckten Toten, die nur Hirn fressen wollen, sondern Geister, die auch nur auf der Geistebene von Menschen, die sie sehen können, bekämpft werden können. Somit kommt zu dem OMG-Zombies!-Aspekt zusätzlich die Herausforderung, den Eltern die nächtlichen Geschehnisse vorzuenthalten.

Etwas gestört hat mich der extrem religiöse Hintergrund von Alice - sie betet jeden Abend, geht sonntags in die Kirche und hat daher auch dementsprechende Vorurteile (einen Kerl mit blauen Haaren und Piercings bezeichnet sie ernsthaft als "satanisch").

Das Cover des zweiten Bandes "Rückkehr ins Zombieland" ist bezaubernd schön (wo kriege ich bitte das Outfit her?), aber aufgrund des doch sehr stark ausgeprägten Teenagerdramas rutscht er auf dem Zu-Lesen-Stapel erheblich nach unten. Zudem wird die Reihe als "White Rabbit Chronicles" bezeichnet, man weiß also nicht, wieviele Bände es noch geben wird.

Wenn man sich durch das Twilight-Drama in der Mitte gewühlt hat, ist "Alice in Zombieland" ein spannendes Buch mit aufwühlenden Kampfszenen und interessanten neuen Aspekten für den Zombiemythos.


Yelena und die Magierin des Südens
Yelena und die Magierin des Südens
von Maria V Snyder
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Spannend, 30. April 2016
C4 Text:

"Kurz vor ihrer Hinrichtung (Anmerkung: sie hat den Sohn eines ranghohen Offiziers getötet) wird Yelena ein außergewöhnliches Angebot gemacht: Sie bekommt das beste Essen, eigene Gemächer im Schloß und riskiert ihr Leben, falls jemand versucht, den Kommandanten von Ixia zu töten.
Und so entscheidet sich Yelena, unter Anleitung des Sicherheitschefs Valek Vorkosterin des Kommandanten zu werden. Aber Valek überlässt nichts dem Zufall: Damit sie nicht flieht, gibt er ihr regelmäßig Schmetterlingsstaub ins Essen. Und nur, wenn sie täglich das Antiserum von ihm erhält, kann sie ihren langsamen und qualvollen Tod verhindern.
Als Rebellen planen, Ixia in ihre Gewalt zu bringen, entwickelt Yelena magische Kräfte, die sie nicht kontrollieren kann. Doch Magie ist in Ixia unter Todesstrafe verboten. Einzig Yris, die Magierin des Südens, kann ihr jetzt noch helfen. Doch wenn Yelena versucht zu fliehen, wird der Schmetterlingsstaub sie langsam aber sicher vergiften."

~

Yelenas Geschichte ist durchweg spannend erzählt. Ein Buch mit der bevorstehenden Hinrichtung der Titelheldin zu beginnen, gibt schon das Tempo des Romans vor: kaum hat man eine Atempause, springt irgendwo jemand hervor und versucht das arme Mädchen schon wieder umzubringen. In ständiger Gefahr vor dem rachsüchtigen Vater ihres Opfers, mysteriösen mördernden Zauberinnen und natürlich dem Gift in ihrem Blut, bleibt nicht nur Yelena, sondern auch dem Leser kaum Zeit zum Entspannen. Obwohl einige Elemente vorhersehbar waren (Stichwort Butterfly Dust) und die Nutzbeziehung zu ihrem Beschützer Valek mir etwas seltsam erschien, ist es doch ein rundum empfehlenswertes Buch, auf dessen Fortsetzung ich bei Zeitüberfluss neugierig zurückgreifen werde.


Für die Krone. Magierdämmerung 01.
Für die Krone. Magierdämmerung 01.
von Bernd Perplies
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

3.0 von 5 Sternen Kopfkino, 30. April 2016
Nach Tarean ist "Magierdämmerung" Perlies' zweite Trilogie. Leider habe ich diese noch nicht gelesen, doch das werde ich jetzt sicher nachholen!

Diese neue Welt besteht aus Fäden, die alle Lebewesen in der Welt miteinander verbinden. Magie basiert dabei nicht auf übernatürlichen Fähigkeiten, sondern auf der Manipulation dieser Fäden. Im London von 1897 hat sich ein mächtiger Magierorden etabliert und wie jede machtvolle Institution hat er Feinde, die nun die Quelle der Macht im sagenumwobenen Atlantis geöffnet haben. Dadurch gerät die ganze Welt ins Chaos, unheilvolle Stürme brausen über England hinweg und unbelebte Dinge entwickeln ein Eigenleben.

Dabei gibt es eine Vielzahl von Hauptpersonen, in ihrem Zentrum der Journalist Jonathan Kentham, der durch den Ring eines ermordeten Magiers in diese Welt geworfen wird.Nun gilt es, den Mord aufzuklären, den Mörder zu finden, die Ordnung der Welt wieder herzustellen und die Feinde des Ordens auszuschalten. Einziges Problem: der Orden wird von innen untergraben und niemand weiß, wem er noch trauen kann.

Zunächst einmal habe ich mich sehr gefreut, dass es im alten London spielt, und konnte mich über die Namen und Orte freuen. Die Spielerei mit Sherlock habe ich schon bei der ersten Erwähnung verstanden, was die weiteren Anspielungen höchst amüsant machte. Dass ausgerechnet ein Jonathan Harker (der kannte schon Dracula) die Bösen jagt, war natürlich ein weiterer Pluspunkt.

Die Welt die Perplies ersinnt ist logisch konstruiert und man kann sich leicht in die Personen hineinversetzen. Offenbar hat Herr Perplies zu viel Avatar gesehen, denn die Idee, dass alles durch magische Fäden miteinander verbunden ist, kam mir doch bekannt vor. Allerdings macht das nichts, denn vor allem die Kampfszenen sind so Hollywoodreif beschrieben, dass man als Leser förmlich spüren kann, wie sich ein magischer Fadenkokon um einen selbst bildet, der alles andere davon abhält, beim Lesen zu stören.

Ein toller Auftakt zu einer neuen Steampunk-Welt, der dem Ausdruck "Kopfkino" neue Maßstäbe setzt.


Schweigt still die Nacht
Schweigt still die Nacht
von Brenna Yovanoff
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

4.0 von 5 Sternen Wunderschön, 30. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Schweigt still die Nacht (Gebundene Ausgabe)
Hörprobe bei DAV

Mackie Doyle ist ein unnormaler Junge in der unnormalen Kleinstadt Gentry. Immer wieder sterben Kinder in Gentry und auch Mackie geht es seit Längerem nicht gut; jedes Mal, wenn er in die Nähe von Metallen kommt - dazu zählt auch Eisen im Blut - geht es ihm miserabel. Eines Tages begegnet er einem hageren Mann, der ihm sagt, dass er stirbt, woraufhin Mackie anfängt, herauszufinden, wieso er nicht ist wie andere Kinder. Als schließlich die Schwester seiner Kameradin Tate stirbt, ist Tate überzeugt, dass nicht ihre Schwester, sondern ein Wechselbalg gestorben ist. Und Mackie findet heraus, dass sie die echte Schwester noch retten können...

Das Buch entdeckte ich zum ersten Mal bei einem Covervoting für die englische Ausgabe. Als ich dann auf der Leipziger Buchmesse eine Lesung hörte, wollte ich das Buch rezensieren.

Das Cover ist gruselig und zum Glück hat Loewe das Original übernommen. Es zeigt schon die Atmosphäre in Gentry: düster, verregnet und jeder tendiert dazu, alles Seltsame zu ignorieren.

Der Interpretationsabsatz gegen Ende des Buches hätte nicht sein müssen, das reisst unnötig raus, aber als Mackie aufgeht, dass alle ihn lieben, obwohl er so seltsam ist, fühlt sich jeder Außenseiter ein bisschen besser.

Der Schreibstil ist flüssig und spannend, die Kapitelüberschriften sind mit Gegenständen verziert worden und das Cover ist fantastisch - was mehr kann ein Leserherz wollen?


Skulduggery Pleasant - Der Gentleman mit der Feuerhand: Band 1
Skulduggery Pleasant - Der Gentleman mit der Feuerhand: Band 1
von Derek Landy
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

4.0 von 5 Sternen Irre, 30. April 2016
Das Leben von Teenagerin Stephanie verändert sich radikal, als sie das Haus ihres verschrobenen Onkels Gordon erbt. In ihrer ersten Nacht dort wird sie jedoch angegriffen und von einem mysteriösen Fremden gerettet: Skulduggery Pleasant, ein lebendes Skelett. Er ist Detektiv und fortan begleitet Stephanie ihn. Gordon war Autor von fantastischen Horrorgeschichten und Stephanie erfährt nun, dass ein Großteil seiner Figuren real sind. Sie steht im Schussfeld, weil ihr Onkel den Schlüssel zu einem antiken Zepter besaß. Skulduggerys alter Feind Serpine will dieses nun an sich bringen, was die beiden natürlich verhindern müssen.

"Der Gentleman mit der Feuerhand" ist der Auftakt zu einer extrem spaßigen und actiongeladenen Serie. Skulduggery hat mich mit seinem übersteigerten Selbstbewusstsein teils sehr an Cap'n Jack Sparrow erinnert. Was die Sache lustig macht ist, dass Stephanie überhaupt nicht darauf anspringt.

Stephanie: "Ja, ich hab's verstanden."

Skulduggery: "Du hast nicht gelacht."

Stephanie: "Ich fand's nicht lustig."

Skulduggery: "Oh."

Die beiden fallen von einer Actionszene in die nächste, wenn das verfilmt würde, wäre es kein Kinderfilm mehr! Dadurch kann man es nur sehr schwer weglegen, was das Vergnügen leider recht kurz macht, weil man es so schnell durchliest.

Das Erstlingswerk von Derek Landy ist höchst amüsant, sehr spannend und dank quietschorangenem Farbschnitt auch noch dekorativ. Und letzten Endes konnte mir Skulduggery sogar etwas über mich selbst beibringen.

"Okay, dann wird es jetzt Zeit, dass du mir sagst, wie ihr es schafft, solange jung zu bleiben", verlangte sie.

"Gesunde Ernährung und Sport."

"Skulduggery -"

"Eine rundum gesunde Lebensweise."

"Wenn du mir nicht gleich ..."

"Okay, Zauberei."


Die Stadt der Regenfresser
Die Stadt der Regenfresser
von Thomas Thiemeyer
  Gebundene Ausgabe

3.0 von 5 Sternen Reisebericht, 30. April 2016
Der Junge Oskar verbringt seine Tage in Berlin Anfang des 20. Jahrhunderts mit stehlen und Abenteuerbücher lesen. Eines Tages versucht er einen Gentleman auszurauben und gerät an Karl Friedrich Humboldt, ein angeblicher Nachfahre des berühmten Forschers. Dieser will ihn mit auf eine spannende Exkursion zu den Inkas nehmen. Oskar findet endlich jemanden, der sich um ihn kümmert und er kann auf den Spuren der Forscher wandeln, von denen er so viel gelesen hat.

Doch natürlich fahren sie nicht einfach nach Mexiko und entdecken was, sondern haben eine resolute Gegenspielerin: Valkrys Stone, eine alte Flamme (bei der Haarfarbe wörtlich zu nehmen) Humboldts. Sie hat den Auftrag, einen verschollenen Fotografen zu finden.

Die Hetzjagd zwischen Humboldt und Valkrys ist spannend zu beobachten, allerdings ist es manchmal weniger ein Abenteuerroman als ein Reisebericht.

Besonders schön ist allerdings das Buch an sich; neben dem Schutzumschlag, den der Autor selbst entworfen hat und der Aspekte des Abenteuers zeigt, ist auf dem Vorderdeckel der Junge zwischen den Rädern silbern eingeprägt. In Zeiten von rationalisierten Büchern wirklich schön und auch für ein Lesebändchen hat man sich das Geld genommen. Außerdem ist das Vorsatzblatt eine tolle „Windkarte der Erde“.


Das Licht hinter den Wolken: Lied des Zwei-Ringe-Lands  (Hobbit-Presse )
Das Licht hinter den Wolken: Lied des Zwei-Ringe-Lands (Hobbit-Presse )
von Oliver Plaschka
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

3.0 von 5 Sternen Etwas ausschweifend, 30. April 2016
„Das Licht hinter den Wolken“ wird von drei Erzählsträngen charakterisiert.

Zunächst wäre da April, ein Bauernmädchen, das sich im Lauf der Geschichte mit dem Fealv (eine Art Elfen) Janner zusammenschließt. Gemeinsam versuchen sie mit ihren beiden Schwertern Schneeklinge und Banneisen das Volk von einem unfähigen Kaiser zu befreien und ihre Liebe zu beschützen.

Ein zweiter Strang erzählt von der Senatorentochter Cassiopeia, die sich nach einem Schicksalsschlag zur Rache aufmacht und dabei zu einer der fähigsten Kriegerinnen des Landes wird.

Zuletzt wird die Geschichte von Sarik dargestellt, der mit seinem Irrlicht durch die Welt reist, auf der Suche nach seinem Gedächtnis.

Und, wie das bei solchen Geschichten so ist, offenbart sich nach und nach der spannende Zusammenhang zwischen den drei Handlungen.

Juhu! Ein neuer Plaschka! Und es ist epische High Fantasy! Mit Vorsatzkarte und Lesebändchen! Ich bin von vornherein begeistert und eventuell nicht wirklich objektiv.

Wer das jedoch sein sollte, sind die Lektoren der Hobbit Presse, die Oliver Plaschka als ersten deutschsprachigen Autor in ihr exklusives Programm aufgenommen haben.

Oliver hatte vor Erscheinen ausführlich über die Entstehungsgeschichte und Hintergründe des Werkes in einem eigenen Blog berichtet, was – auch im Nachhinein – sehr interessant nachzuverfolgen ist. Dort gibt es auch Goodies wie die Vorsatzkarte oder unlektorierte Auszüge.

Er verwendet dem treuen Fantasyleser bekannte Gestalten, gibt ihnen jedoch eigene Namen und Mythen. Besonders faszinierend war für mich die Geschichte des Vampirs, die er erzählt, ohne einmal das Wort "Vampir" zu verwenden. Jedoch, die Anzeichen sind klar erkennbar.

Als treuer Doctor Who Fan habe ich mich besonders über die Namensgebung einer Stadt gefreut und bin gespannt, ob sie noch anderen Lesern auffällt, oder ob es doch reiner Zufall war.

Leider haben die tolkienesk ausschweifenden Beschreibungen gegen Ende mir den Lesespaß etwas getrübt, im Großen und Ganzen habe ich aber bekommen, was ich wollte: einen neuen Plaschka, ein tolles Fantasywerk mit ausgearbeiteten Charakteren und schöner Sprache mit einer Prise Abenteuer obendrauf.

Nur eine Frage bleibt offen: wieso „Zwei-Ringe-Land“? Lauert da eine Fortsetzung...?

"Vielleicht gab es noch die, die schon immer verloren waren.

Deren Traum stärker war als die Zeit.

Die Verrückten."


Die Magier von Montparnasse: Roman
Die Magier von Montparnasse: Roman
von Oliver Plaschka
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,95

4.0 von 5 Sternen Mehr!, 30. April 2016
Ich habe erst vor kurzem Plaschkas "Fairwater" gelesen und war einerseits völlig von seiner zauberhaften Sprache begeistert, andererseits völlig verwirrt von dem Gedankenkuddelmuddel des Buches. Da bei "Magier" über jedem Kapitel der Erzählende steht, wäre das schon geklärt, sehr hilfreich. Allerdings manchmal auch nicht weniger verwirrend, da man sich bei jedem Absatz neu orientieren muss.

Zur Story: der Magier Ravi und seine Assistentin Blanche reisen in den 1920ern mit ihren Kunststücken um die Welt und folgen dabei nur zwei Regeln: 1. Keine echte Magie anwenden und 2. keine Stücke mit möglicher Todesfolge. Beide Regeln brechen sie an einem bedeutungsvollen Abend in Montparnasse und müssen sich fortan der Societé Silencieuse stellen, die überwacht, dass niemand preisgibt, dass wahre Magie existiert. Es kommt, wie es muss und Ravi wird von mehreren Männern begleitet, die jeder ihr eigenes Geheimnis zu wahren scheinen. Die Societé hat die Zeit angehalten und so ereignet sich der schicksalshafte Tag immer wieder, bis jemand herausgefunden hat, was sich Ravi dabei gedacht hatte, sich in aller Öffentlichkeit preiszugeben.

Jedoch scheint Ravi fast nur eine Nebenrolle unter vielen zu spielen, ist es doch Justine, eine Kellnerin, die die Welt in den Angeln hält.

Auch diesmal weiß Plaschka den Leser sofort zu fesseln, indem er mit dem spannenden (schiefgehenden) Abend anfängt und durch seine detailreiche, aber klare Sprache besticht. Ab und zu muss man sich daran erinnern, dass es um magische Geschehenisse geht, denn manches Mal wird es so abgefahren und unglaublich, dass ich mit offenem Mund in der Öffentlichkeit saß. Eben noch kellnert Justine fröhlich herum, im nächsten taucht jemand ohne Bauchnabel auf!

Das Cover ist wunderschön gestaltet und an das alte Paris angelehnt. Ich kann das Moulin Rouge fast vor mir sehen. Schön ist auch, dass der Verlag auf eine Einheitlichkeit von außen und innen Wert gelegt hat und somit die einzelnen Kapitel, Seitenzahlen und Initialen ebenfalls in Jugendstil-Schrift gehalten und mit kleinen Bögen verziert sind. Ich wollte mich fast schon aufregen, dass kein Lesebändchen drin ist, als mir ein Lesezeichen mit grinsendem Ravi entgegenfiel. Wunderbar! Außerdem sind die Vorsätze mit Landkarten des alten Montparnasse versehen, die man zum Verlauf der Geschichte allerdings nicht wirklich benötigt. Dennoch toll gemacht!

Ein durchweg großartiges Buch, mit absolut irrsinnigen Ideen und einer fantastischen Welt, in einer tollen Aufmachung, an dem kein Fantasy- Fan vorbei gehen sollte. Doch natürlich kommt Plaschka nicht um seine verschachtelte Heimlichtuerei herum und so muss man sich ein ums andere Mal gedulden, denn dieses Mal werden fast alle Rätsel gelöst, und was für eine Auflösung!

Und am Ende möchte man weinen. Nicht wegen dem Ende, sondern einfach, weil es vorbei ist. Mehr! Bitte! Schnell! Danke.

Lieblingssätze:

"ich nahm bloß an, dass es sich mit Zauberern ebenso verhielt wie mit Malern und Schriftstellern: Sie umgeben sich gerne mit ihresgleichen, damit sie sich weniger seltsam vorkommen."

Justine

"Madame Céleste war ganz bestimmt nicht wie ich, und das hatte nichts mit der Farbe ihrer Haut zu tun, sondern damit, wie sie ihre Haut trug."

Esmée

"Andererseits hat dieses ewige Gesitze um Kristallkugeln immer solch eine possierliche Goldfischromatik"

Barneby

“Autoren nähren sich von der Verwirrung des Lesers wie Vampire von der Unschuld ihrer Opfer.”


Mein fahler Freund: Roman
Mein fahler Freund: Roman
von Isaac Marion
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen arrrr, 30. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Mein fahler Freund: Roman (Gebundene Ausgabe)
Dies war mein erstes Zombiebuch, jedoch bin ich ziemlich sicher, dass Marions Konzept von Untoten anders ist.

Seine Welt spielt in der Zukunft, nachdem eine unbekannte Seuche Tote, die noch ein Gehirn besitzen, in Zombies verwandelt hat. Diese fressen die Lebenden, welche sich in Stadien verschanzt haben.

R ist auch ein Zombie, er weiß nicht mehr, wie lange er schon (un-) tot ist, denn außer Stöhnen und Rumhängen tut er nicht viel. Eines Tages macht er sich in die nahe Stadt auf, um Fleisch zu finden, wobei Gehirn ein besonderes Leckerli darstellt, denn wenn die Zombies es fressen, erhalten sie für kurze Zeit Einblick in das Leben des Toten, wodurch sie sich selbst nicht mehr ganz so tot fühlen. Doch das Gehirn, das R an diesem Tag frisst, ist anders. Es setzt sich in ihm fest und versorgt ihn auch nach mehreren Tagen mit Erinnerungen. R beginnt, sich zu verändern, er rettet die Freundin des Toten und bringt sie in sein Versteck. Dort entwickelt sich eine zarte Beziehung zwischen den beiden, Julie merkt, das R anders ist als seine hirnlosen Kumpanen. Zusammen beginnen sie, die Welt zu verändern.

"Mein fahler Freund" ist eigentlich der falsche Titel, denn das Buch ist ein innerer Monolog aus Sicht von R. Obwohl R nur mit Mühe ein dreisilbiges Wort sprechen kann, hat er erstaunlich elaborierte Gedanken, die er dem Leser mitteilt. Leider ist das "Leben" der Zombies recht eintönig, weshalb auch Rs Erzählungen manchmal nicht den rechten Schwung haben.

Teilweise sind die Probleme der Toten sehr graphisch dargestellt, doch Marion schafft es, den Ekel vor Zombies mit absurder Komik zu kombinieren, sodass man zwischen "hihihi", "Das wollte ich gar nicht wissen" und "Och, die armen Untoten" schwankt.

Letzten Endes ein amüsantes Buch mit einer Botschaft: Veränderung beginnt in dir selbst.

Was mich fasziniert ist die Tatsache, dass es jetzt verfilmt wird. Wie will man einen 300-seitigen Monolog in einen Film umwandeln? Man darf gespannt sein.

"Mein Freund M sagt, das sei die Ironie, wenn man ein Zombie ist: Alles ist komisch, aber man hat nichts zu lachen, weil einem die Lippen weggerottet sind."


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