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Rezensionen verfasst von
silence

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Szenenwechsel
Szenenwechsel
Preis: EUR 17,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Perlen - Szenenwechsel, 13. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Szenenwechsel (Audio CD)
Deutschsprachige Popmusik hat sich mittlerweile etabliert. Und dadurch verkommt das Ganze auch schon wieder zu einem ziemlich kommerziellen Langweiler. Der Esprit, den ein „Guten Tag“ von Wir Sind Helden versprühte, ist mittlerweile einem schwülstigen „Das Beste“ von Silbermond gewichen. Allerdings hat diese Strömung auch etwas Gutes, denn im Untergrund brodelt es. Deutsch als Ausdrucksform hat sich wieder fester etabliert. So kann man beispielsweise Spillsbury (wenigstens das erste Album) und auch Grossstadtgeflüster als wichtige Vertreter eines neuen Selbstbewusstsein anführen. Großstadtromantik, gepaart mit feministisch angehauchten Themen, flapsig verpackt, das sind die Zutaten, die vor allem diese beiden Bands geschickt einzusetzen wissen. Die Perlen aus dem beschaulichen Nürnberg haben auf ihrem ersten Werk „Telektroponk“ versucht, eben diesen Geist aufzugreifen und haben ein noch etwas ungeschliffenes Werk herausgebracht, das aber schon klar die Richtung wies: Minimaler Electroclash mit Gitarren gepaart, dazu assoziativ rausgerotzte Texte. Die qualitativen Defizite, die auf diesem Album zu hören, sind nun auf dem neuesten Werk „Szenenwechsel“ verschwunden. Die Stücke klingen wesentlich strukturierter und sind dank dem stärkeren Einsatz von Gitarren variabler gestaltet. Auch textlich hat sich einiges getan. Beispielsweise „Geiz Ist Blöd“ oder „Empty V“: Diese zwei Stücke sind durch ihre Wut auf die Manipulation der Menschen durch das Fernsehen richtig böse und energiegeladen. Sie stehen aber nur als plakatives Beispiel für einen deutlichen Quantensprung in der neuen Definition der Perlen. Auch das Booklet ist liebevoller gestaltet als noch bei „Telektroponk“. Der Höhepunkt dieser CD: „Wir Hören Mit“, eine tolle Zusammenarbeit mit Welle Erdball und ein kleiner Seitenhieb auf Herrn Schäubles Vorstellung eines Überwachungsstaates.


She's a Machine
She's a Machine

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alice in Videoland - She's a Machine, 13. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: She's a Machine (Audio CD)
Schon mit ihrem Vorgänger “Outragenous” hat die Formation Alice In Videoland gezeigt, was energiegeladene Musik alles bewirken. Auch dieses Mal sind AIV wieder nach der Maxime gegangen: All Killers, No Fillers. Da eben Qualität vorherrscht und nicht Quantität, sind es gerade mal acht Songs geworden, die mit einer Gesamtspiellänge von knappen 30 Minuten total überzeugen, obwohl man sich natürlich wünscht noch viel mehr von diesen frischen Sounds hören. Im Gegensatz zum Vorgänger ist auf „She’s A Machine“ der Fokus auf knarzige und breite Synthieflächen gelegt, die treibenden Gitarren fehlen manchmal, wie beispielsweise bei „Who’s That Boy“ und „Weird Desire“ völlig. Die rotzige Attitüde der Sängerin erinnert bisweilen an Birthday Massacre, hat aber seine Wurzeln, wie man bei „Candy“ hört, durchaus in den 80ern. Einer der genialsten Songs auf der neuen CD ist z.B. „Numb“, der Ohrwurm schlechthin! Irgendwie ist das grossartige bei Alice In Videoland ihr zwar rockig-punkiges Verhalten, allerdings sind sie dabei so melodiös und daher auch so poppig, dass man ihnen eigentlich gar nicht entkommen. Ihre Mischung aus Elektronik und Rock ist außergewöhnlich und einmalig. Auch dieses Album hat wieder unsere völlige Zustimmung bekommen. Gute Ideen, tolle Melodien, Herz, was willst du mehr?
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 9, 2008 7:33 PM CET


Hydra
Hydra
Preis: EUR 18,91

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Iris - Hydra, 13. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Hydra (Audio CD)
Das Synthiepopduo hat sich mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Szene hochgespielt. Das letzte Album „Wrath“ liegt schon einige Zeit zurück und nun wurde es natürlich wieder Zeit, dass die Jungs sich zu Wort melden. Das haben sie dieses Mal mit einer CD + angehängter DVD gemacht. „Hydra“ beinhaltet drei neue Stücke. „New Invaders“ greift die etwas angezogene Härte, die auf „Wrath“ eingeschlagen wurde, wieder auf. „Stop Breaking Your Own Heart“ und „Nobody Wins“ dagegen sind wieder mit diesem typisch sonnigen Sound versehen, den die Amerikaner einfach drauf haben. Danach folgen insgesamt zehn Remixe von Iris selber, aber auch von vielen anderen Bands Über Sinn und Unsinn solcher Remixaktionen ist schon genug gesagt worden, hier macht sie aber durchaus Sinn, weil die Vielfalt der Remixe wirklich beeindruckt. So ist beispielsweise Mesh ein sehr genialer Remix von „Lands Of Fire“ aus dem letzten Album gelungen. Aber auch eher nicht gerade genretypische Bands haben den Stücke einen neuen, schönen Glanz verliehen. So ist beispielsweise der Datguy Remix (auch von „Lands Of Fire“) und der Benz & MD Mix von „Vacant“ herausragend, weil sie einfach die Stücke in eine ganz andere Richtung lenken. Ebenfalls durch ihre guten Arrangements fallen „68“ im Alpinestars Remix und „Vacant“ im Per Anders Kurenbach (Psyche) Remix auf. Die DVD ist für den eingefleischten Fan sicherlich ein besonderes Schmankerl. 30 Minuten lang wird über die Tour von Iris rund um die Welt gezeigt. Die Impressionen, die sie beispielsweise in Russland, Deutschland (vor allem WGT und Hamburg) oder auch Mexiko bekommen haben, sind in einem halbstündigen Roadmovie dokumentarisch festgehalten. Schade nur, dass es keine Untertitel gibt, wenn Sänger Reagan von seinen Erlebnissen berichtet.


Bacteriate
Bacteriate
Preis: EUR 18,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen IC 434 - Bacteriate, 13. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Bacteriate (Audio CD)
In der Electroszene gilt das Prädikat „Made in Belgium“ als das Non-Plus-Ultra. Denn in Belgien wird ja die Wiege des EBM geortet und sämtliche Bands, die hier ihre ersten musikalischen Gehversuche gemacht haben, können als Inspiration auf ein unglaubliches Pensum an guter elektronischer Musik zurückgreifen. Einer aus diesem Dunstkreis ist Geert de Wilde aka IC 434, der im Jahre 1996 von keinem Geringeren als Dirk Ivens (DIVE, Klinik, Sonar etc.) unter Vertrag genommen wurde. Das vierte Album nun erscheint aber auf einem deutschen Label: Infacted. „Bacteriate“ ist dabei ein guter Beweis, wie eigentlich alter EBM immer noch funktionieren kann. De Wilde macht dabei aber nicht den Fehler und setzt sich hier komplett gegen neue Strömungen und versucht, auf reaktionäre Weise den alten Sound zu behalten. Schon das Intro „Mankind Denied“ arbeitet mit einem sehr trancigen Sound, der aber gleichzeitig auch sehr bedrohlich wirkt. Der nahtlose Übergang zum Titelsong führt deutlich vor Augen (und allem vor Ohren), dass Gert, sosehr er vielleicht in der harten elektronischen Ecke zu stecken ist, auch viele Elemente aus dem Goa und Psychedelic Trance übernommen hat. Gerade die sehr hypnotischen Melodien machen die Qualität des neuen Werkes aus. Noch besser ist das eigentlich bei „Unchained“ zuhören. „Reaping“ dagegen entführt den Hörer wieder in die alten Zeiten. Die Sounds sind etwas knarzig, der Beat zwar nicht so schwer und wuchtig, dafür aber heftig schnell. „Insomniac“ wartet gleich zu Anfang mit einer sehr genialen Orgelmelodie auf, die sich wie ein roter Faden durch den ganzen Song zieht. Hier hat sich einer von den Genrefesseln befreit und einfach seiner Kreativität freien Lauf gelassen. Das Ergebnis ist ein sehr geniales Album, das musikalisch tatsächlich etwas Neues darstellt. Auf jeden Fall ein Highlight in diesem Jahr!


Blackguard
Blackguard
Preis: EUR 17,01

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amnistia - Blackguard, 13. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Blackguard (Audio CD)
Mit seinem ersten Album „Neophyte“ konnte das Projekt Amnistia schnell für Aufsehen sorgen. Die Band, die stilistisch irgendwo bei Leaether Strip oder Frontline Assembly einzuordnen ist, hat im letzten Jahr mit diesem Album einen sehr guten Start hingelegt. Jetzt ist gerade mal ein Jahr vergangen und nun folgt „Blackguard“. Die Überraschung ist schon groß, dass schon in so einer kurzen Zeit wieder ein Werk erscheint. Bei einem so kurzen Intervall kann man auch anfangen zu zweifeln und sich fragen, ob es sich bei diesem Werk nun nur um ein schnell nachgeklatschtes Werk handelt, das qualitativ vielleicht weit abfällt vom Debüt, aber dafür den Sinn erfüllt, dass das Duo weiter in aller Munde bleibt? Gott sei Dank nein. Und man darf sich wundern, wie viel Kreativität in Amnistia steckt. Die Band schafft es auch, auf „Blackguard“ wieder einen perfekten Spagat zwischen alten Harsh EBM und neuen Soundscapes zu schaffen. Auf „Blackguard“ ist das Spiel mit dem Stimmenverzerrer noch besser auf die Songs abgestimmt. Darüber hinaus umschiffen die Songs wirklich jedes Klischee souverän und präsentieren einen Sound, der zwar an klassische EBM Elemente angelegt, aber dennoch kauft man ihnen diese Einstellung ab. Es ist keine Pose, die Amnistia einnehmen, sie leben es. Ob nun das Titelstück oder auch „Fractured“ und das deutschsprachige „Zu Staub“: Sie alle bewegen durch eine starke Emotion, frei von Klischees. Mit „Blackguard“ platzieren sich Amnistia ein weiteres Mal in die obere Liga. Tipp!


Re:Up
Re:Up
Preis: EUR 13,49

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Soman - Re:Up, 13. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Re:Up (Audio CD)
Wenn Soman Musik macht, kann man sich eigentlich sicher sein, dass immer etwas ungewöhnliches dabei herauskommt. War beispielsweise das Album „Mask“ doch eher Industrial-lastig, so ist bei der neuesten EP „Re:Up“ der Bezug zum Techno und Hardcore eigentlich mehr als unverkennbar. Der geneigte Hörer möge sich einfach mal „Noise Anthem“ anhören und er wird mir beipflichten, wenn ich sage: Dieser Song könnte auch auf einem Hardcore Techno Sampler beherbergt sein. Das zeigt wieder einmal, dass Soman zwar in der Electroschiene beheimatet ist, sich aber innerhalb dieses Genres nicht in irgendeine Nische versteckt, sondern immer wieder mal Neues ausprobiert. Bzw. kramt er bei „Re:Up“ eigentlich schon fast vergessene Ravestrukturen wieder hervor und bringt sie in die Jetztzeit. Die EP beherbergt aber noch weitere Schätze, unter anderem eine neu abgemischte Version von „Tears“, die Soman wieder mehr in die Dark Electro Ecke platziert. Der Song mit einer wunderbaren Gastsängerin, obligatorischen Filmsample und einer knackigen Melodie. Zudem befinden sich auch verschiedene Remixe auf der EP, vor allem zum Song „Divine“. Besonders der Noisuf-X Remix ist herauszuheben, weil er mit zusätzlichen Spuren und geschicktem Arrangement dem Lied eine zusätzliche Clubkraft verleiht. Auch Acylum haben dem Stück eine eigene Note verliehen und einen sehr guten Remix abgeliefert. Ganz klar: Dieses über 70 Minuten lange Oeuvre ist wieder mal geniales Clubfutter. Und es würde mich nicht wundern, wenn zur gleichen Zeit schwarz bekleidete Dark Electro Fans und an einem anderen Ort grell gefärbte Raver zu Soman tanzen werden.


That Night
That Night
Preis: EUR 7,27

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Obscenity Trial - That Night, 13. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: That Night (Audio CD)
Mit “Here And Now” konnte Oliver Wand alias Obscenity Trial sich nach einem ersten musikalischen Gehversuch Mitte der 90er Jahre wieder in der Musiklandschaft zurückmelden. Das Album schlug vor gut zwei Jahren ein wie eine Bombe. Verantwortlich waren damals sicherlich der Titelsong selbst, sowie auch die geniale Coverversion von White Stripes „Seven Nation Army“. Nach einer nicht minder erfolgreichen EP mit Namen „Daydream“ ist nun endlich das neue Werk „That Night“ erschienen. Und es ist so, als ob Oliver irgendwo aus seinem Speicher zuhause ein Buch oder eine Zauberformel für Melodien gefunden hat. Denn was auf „That Night musikalisch abgefeiert wird, ist ein kleines bisschen übernatürlich. Schon der Titelsong zeigt, worauf es Oliver ankommt. Die Songs sind voll von gefühlvollen Harmonien, generiert aus eigentlich gefühllosen computergesteuerten Musikprogrammen. Die nuancierte Melancholie, manifestiert in Olivers Gesang, setzt einen spannenden Kontrapunkt zu den poppigen Strukturen. Sehr schön sind daher beispielsweise „My Mind, Your Mind“, welches einen starken Bezug zu frühen 80er Popbands wie Alphaville und Johnny Hates Jazz besitzt. Auch „Go Away“ wirkt seltsam vertraut. Das mag vielleicht daran liegen, dass es sich musikalisch mit dem aktuellen Hit „Apologize“ von One Republic überschneidet. Und nicht zuletzt ist „What Is It For“ mit seinen sphärischen Soundscapes und den paukenhaften Rhythmen ein Song, der an die Leichtigkeit eines Sonntags im Mai unter klarem blauen Himmel erinnert. Wer es tanzbar mag, dem seit „This Place“ und „Lecture“ (lustigerweise No Club Mix betitelt, wobei dieser Song sicherlich schnell die Leute auf die Tanzläche ziehen wird). Schlussendlich bleibt nach knapp 50 Minuten und zwölf Songs – die Kürze der Songs macht das Album ebenfalls sehr dynamisch – das Gefühl von totaler Begeisterung übrig. „That Night“ ist ein Beispiel wie Synthiepop anno 2008 klingen kann. Tipp!


Super Black
Super Black
Wird angeboten von ImLaden
Preis: EUR 5,46

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen absoluter Kauftipp!, 4. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Super Black (Audio CD)
Spätestens seit dem Bundesvision Song Contest ist die Band auch bei der breiten Masse angekommen- ob diese sie auch hören will, ist natürlich nicht leicht zu beantworten. Northern Lite haben vielleicht nur ein Problem: Sie sitzen mit ihrem Sound zwischen den Stühlen. Für Techno zu gitarrenlastig, für Punk zu poppig und für Indiepop zu experimentell. Und doch sind sie irgendwie überall zu Hause. Deswegen werden nur die Gefallen an Northern Lite finden, die sich von Genredenken befreien und einfach nur schauen, was der Song aus einem macht. So ist beispielweise gleich der zweite Song „Girl With A Gun“ ein geniales Teil. Los geht es mit spröder Elektronik und dem allseits bekannten, eher wie zufällig und gelangweilt hingerotzten Text von Sänger Kubat, der im Mittelteil wie ein Vulkan ausbricht und mit kreischenden Gitarren in ein völlig anderes Arrangement übergeht. Von diesem krassen Wechsel lebt das Stück. Mindestens genauso verrückt, allerdings auf eine ganz andere Art und Weise ist „I’m So Glad“, das an alte Housezeiten anknüpft, allerdings gepaart mit einem sehr schmutzigen Elektrosound. Auch das Titellied kommt mit sehr vertrackten Synthieparts daher. Und ehe man sich’s versieht, ist man bei „My Other Self“ wieder in der Rockrichtung. Die Vielfältigkeit von Northern Lite ist wie schon vorher gesagt Fluch und Segen zugleich, allerdings werden sie mit jedem Album, das sie machen, klarer und deutlicher. Auch dieses Album wird wieder ein paar mehr Menschen zu Northern Lite Fans machen. Super Black ist abwechslungsreich, packend und ein absoluter Kauftipp!


Evol Love Industry
Evol Love Industry
Wird angeboten von Smart-DE
Preis: EUR 69,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mit Abstand das beste Album der Band!, 4. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Evol Love Industry (Audio CD)
Lange genug haben sie uns auf die Folter gespannt. Doch nach vier Jahren haben die Jungs von State Of The Union ihr Schweigen gebrochen. Mit dem neuen Werk „Evol Love Industry“ sind sie sowohl in der Musik, als auch in der Produktion um Längen besser geworden (wobei man sagen muss, dass auch ihr letztes reguläres Werk „Impendum“ ein gutes Album war). Sänger Johann Sebastian und Drummer Jimmy Nimra zeigen sich deutlich gereift. Die Songs gehen wesentlich schneller ins Ohr und bleiben dann auch eine ganz lange Zeit hängen. Eigentlich sind alle Songs auf ihre Weise genial, die Melodiebögen, die SOTU innerhalb der Stücke spannen, zeugt von großer Kunst und viel Sorgfalt. Die vier Jahre Pause machen sich wirklich bemerkbar, denn sie haben in der Zeit wirklich an jedem kleinen Sound gefeilt, bis es passt. Von „Industry“ bis zum wunderschönen Abschluss „Love Is Complicated“ werden hier alle Künste dargeboten, die dem so viel bescholtenen Genre „Future Pop“ wieder neues Leben einhauchen. Ein wirklich besonderes Schmankerl ist allerdings „Radioman“ – nicht nur wegen der Musik und der wohl eingängigsten Melodie, die die Band jemals produziert hat: Zu diesem Song gibt es auch noch ein ebenso wunderbares Video. Und zu guter Letzt wurden auch noch weitere Stücke im mp3-Format draufgepackt. Insgesamt also alles richtig gemacht. Album Nummer drei von SOTU ist mit Abstand das Beste der Band.


Teenage Poetry
Teenage Poetry
Preis: EUR 8,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein wunderbares Album!, 4. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Teenage Poetry (Audio CD)
Über die so genannte Teenager Poesie heißt es ja unter anderem, dass sie einfach und in einer sehr direkten Art und Weise Intentionen vermittelt. Vielleicht auch Mangels Talent oder Erfahrung muten die Teenagergedichte dann auch naiv an, allerdings mit einer gehörigen Portion Sturm und Drang. Allerdings sind die Stücke von Chandeen alles andere als oberflächliche Poesie. Nach einer mehrjährigen Pause hat sich Harald Löwy, der kreative Kopf der Band wieder dazu aufgerafft, die eigentlich schon für tot erklärten Chandeen wieder zu beleben. Die neue Chandeen Generation bietet viele Überraschungen. Am Mikro ist nun Julia Beyer, die im Vergleich zur Vorgängerin Antje Schulz etwas tiefer angesiedelt ist. Dadurch bekommen auch die Stücke eine etwas herbere Qualität. Aber auch musikalisch geht Chandeen wieder neue Wege. War auf „Echoes“ durch fast ausschließlich akustische Instrumente so etwas wie eine Lagerfeuerromantik entstanden, so geht „Teenage Poetry“ wieder mehr in die synthetische Richtung. Die Songs brillieren durch elegante Soundscapes, die dem Attribut „schwebend“ eine völlig neue Bedeutung geben. Mit viel Hall und einem guten Gefühl für Arrangement und Melodie entstehen so leicht surreale und verträumte Stücke, die durch Julias Stimme eine gewisse Traurigkeit und Melancholie bekommen. „Welcome The Still“ oder “From The Inside” sind vielleicht die schönsten Titel, sie funkeln besonders stark. Allerdings ist es schwer zusagen, was nun das wirklich beste Lied ist, denn jedes Lied ist auf seine Weise phänomenal. Dieses Comeback ist vielleicht das Wichtigste in diesem Jahr!


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