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Rezensionen verfasst von
Apefred "Fred Ape" (Dortmund Deutschland)
(REAL NAME)   

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Frank
Frank
von Richard Ford
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Er ist wieder da!, 10. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Frank (Gebundene Ausgabe)
"Mehrere Straßen entfernt höre ich wieder die Glocken von St.Leo, die Weihnachtslieder für die spirituell Schwankenden in die Welt hinausgongen". Für diese Sätze liebe ich Richard Ford, von dem ich kein einziges (in Worten - kein einziges) Buch versäumt habe. Von "Verdammtes Glück" bis eben "Frank". Mehr noch; es kommt ja vor, das man im Laufe seines literarischen Lebens (hier als Leser) sich von Büchern trennen muss, sei es durch Umzüge, oder was auch immer. Nie im Leben würde ich die Richard Ford Batterie aufgeben. Es ist müßig dieses Buch zu kritisieren. Entweder man mag diesen Meister der Lakonie (und der Sprachgewalt seines kongenialen Übersetzers Frank Heibert) oder man kann damit nichts anfangen. Es sind vier Geschichten aus dem letzten Teil des (Franks) Lebens. Frank Bascombe, man muss sagen, Fords alter Ego, sieht alles mit wachem Auge und den üblichen Altmännerschwierigkeiten. Er kommentiert sein nachbarschaftliches Umfeld und vergleicht es mit dem Weltgeschehen, vor allem dem seiner Ostküstenbewohner, und umgekehrt. Und er ordnet immer wieder, und er ist vielleicht der Einzige der das so gut beherrscht, Verben Substantiven zu, die diese nun wirklich überhaupt nicht erwarten. "Könnte alles schlimmer sein", titelt er sich gleichmütig in die zweite Geschichte und schwadroniert seitenlang über die Begrifflichkeit oder die Bedeutung (gibt es eine?) von "...in den luftleeren Raum geschmissen..." Wunderbar. Nach "Kanada" - von dem ich etwas enttäuscht war, als dieser Roman vor drei Jahren erschien, bin ich wieder mit ihm zu Hause. Und Richard Ford mit seinem Frank Bascombe. Und ich könnte immer weiter lesen. Leider ist "Frank" nur 219 Seiten stark, aber eben stark.


Raketenmänner
Raketenmänner
von Frank Goosen
  Audio CD
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen 18 wunderbare Storys von und über uns Raketenmänner (mit Fehlzündungen), 23. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Raketenmänner (Audio CD)
Als ich in den Achtzigern ernsthaft mit dem lesen begann, waren meine ersten Helden amerikanische short story teller wie Paul Auster oder Richard Ford, später auch David Sedaris. Alle haben es zu recht zu Ehre und Ruhm gebracht. Und nun halte ich "Raketenmänner" in der Hand und ich bin von Anfang bis Ende begeistert. Es geht mir hier bei Goosens Kurzgeschichten nicht um Plots, Spannung oder lyrische Sensationen. Mich beeindrucken eher die späten Helden, alles Männer weit im zweiten Teil ihres Lebens, wo man sich nicht mehr ernsthaft fragen sollte: "Ist das jetzt alles? War es das, was ich wollte?" Zum Umkehren ist es meist zu spät, und doch kommen wir in den Geschichten an und ab an dem berühmten "Ich geh mal eben Zigaretten hole" Syndrom vorbei. Alle Männer leben auf dünnen Eis, die Katastrophen sind teilweise mit der Hand zu greifen und doch schafft es Goosen immer wieder, die Storys früh genug zu beenden. Wunderbar der Familienanwalt, vor dem ein Schönheitschirurgenehepaar- zombiegleich - dem ratlosen Juristen mitteilt, ihr Problem sei, dass nach der Scheidung keiner die Kinder haben wolle. Der Mann des Rechts steht mitten in dem Beratungsgespräch auf und geht. Und geht. Geht einfach. Und so geht es vielen der Raketenmänner, die sich von ihrem Leben so viel versprochen haben und nun mit irgendwelchen Zwängen zu recht kommen müssen, von denen sie nie geahnt hätten, dass sie mal in solche Fallen tappen. Sei es beruflich oder in der Beziehung. 18 Geschichten, manche Namen sind lose miteinander verbunden. Voller wunderbarer Lakonie und Lebensnähe. Goosens Hang zur Musik und zum Fußball schimmert immer wieder durch, und gibt allem zusätzlichen Halt. Toll!


Eine Reise später
Eine Reise später
von Patrick Tschan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Genuß ohne Reue, 3. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Eine Reise später (Gebundene Ausgabe)
Es geht um das erste Male, die erste große Liebe, die ersten riesigen Enttäuschungen, so dass man auch mit zarten sechzehn, oder grade deswegen, oft nicht mehr weiter leben will. Diese Erlebnisse sind so prägend, dass man sie, auch zig Jahre später, auf der Haut oder im Herzen, oder alternativ in der Magengrube, spürt. Dann, wenn man mit etwas Damaligen konfrontiert wird und sich die Synapsen der Erinnerung zusammenschließen. Ich glaube jeder kennt das. Der berühmte japanische Schriftsteller Haruki Murakami - schon lange ein Nobelpreiskandidat - beschreibt dieses Phänomen eindringlich, fast schmerzhaft in seinem Roman „Gefährliche Geliebte“. Das Gesicht, das erste ernsthafte Verliebt sein, vergisst man nicht. Astrid und Schmied waren in jungen Jahren, von der Pubertät bis fast Mitte zwanzig, mehrmals leidenschaftlich zusammen. Nach dem vierten Versuch war es das. Aus. Und aus dem Sinn. Dachte er. Durch Zufall wird Schmied, mittlerweile sind beide jenseits der fünfzig, auf die Stimme von Astrid aufmerksam, die Zugansagen macht. Er sucht sie und findet sie. Sie freut sich sogar, ihn wieder zu treffen. Beiden geht es materiell gut und so beschließen sie eine Auszeit in Form einer Urlaubsfahrt zu den Zielen, die sie gemeinsam vor dreißig Jahren schon besucht haben. Es geht über Paris in die Normandie mit allerlei Begegnungen mit der Vergangenheit. Manches scheint sich gar nicht verändert zu haben, anderes gibt es nicht mehr. Aber sie verstehen sich prächtig, sowohl im Bett als auch drum herum und plaudern über das Leben. Irgendwann wird es ernster, denn zwischen ihnen steht noch Max, der - in der Zwischenzeit gestorben - damals Schmieds bester Freund war - der ihm aber Astrid "ausspannte". Das alles ist nicht wirklich sensationell oder aufregend, sondern besticht eher durch das ruhige, reflektierte Herangehen an das Thema Leben. Ein Hauch von Existenzphilosophie, es geht alles nicht wirklich tief, man kommt eher heiter gestimmt aus der Lektüre. Genuss ohne Reue!


Der namenlose Tag: Roman
Der namenlose Tag: Roman
von Friedrich Ani
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselnd - kein Krimi, eher eine sozialpsychlologische Studie, 17. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Der namenlose Tag: Roman (Gebundene Ausgabe)
Was vordergründig als Krimi daherkommt, entpuppt sich als eine niederschmetternde, sozialpsychologische Studie. Manchmal geht es mir auch so, wenn ich durch die Straßenschluchten und Wohnblocks der Häuser radele, und mich frage, was sich hinter diesen Fenstern und Türen für Dramen abspielen. Wie viele Familien nur noch auf dem Papier existieren, Pubertiere auf die -wie an den Händen festgewachsen - Smartphones starren und dir die Einsamkeit von überall entgegen schreit! Mit einem solchen Fall dieser dunklen Seiten aus menschlichen Wrackteilen, bekommt es unser pensionierter Kommissar Jakob Franck zu tun. Der "Fall" liegt schon 20 Jahre zurück, aber der Vater der damals siebzehnjährigen Tochter, die man erhängt im Stadtwald fand, kann sich bis heute nicht damit abfinden und glaubt nicht an einen Selbstmord! Er wendet sich an Jakob Franck mit der Bitte, alles noch mal aufzurollen. Nach und nach entwickelt sich für Franck ein düsteres Bild, eine Mischung aus Gier, Neid, Schein und sprachloser Einsamkeit. Es kommt am Ende sogar zu einer Art Lösung des Falles, aber wichtig ist das für dieses klasse Buch nicht. Der Roman entwickelt einen Sog aus seinen brüchigen Figuren und einmal mehr geht es um die menschliche Existenz als Ganzes. Wie kriegt man sein Leben rum und an welchen Stellen reicht es einem einfach? Sehr empfehlenswert, wie eigentlich alles, was ich bisher von Ani gelesen habe!


Gefühlte Nähe: Roman in 23 Paarungen
Gefühlte Nähe: Roman in 23 Paarungen
von Harald Martenstein
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Gut, dass ich N. nicht getroffen habe in meinem Leben, 14. September 2015
Gefühlte Nähe, Harald Martensen, verlag c. bertelsmann
Ach ja, glücklicherweise bin ich, naja, ich glaube es, einer solchen Frau nie wirklich näher begegnet. Vielleicht Intuitiv vorsichtig; vielleicht mag ich den Geruch nicht, nicht die ganze Atmosphäre, die so ein "Wesen" umgibt. Wir erleben diese N. in 23 Geschichten mit Männern. Wir begleiten Sie vom - na ja, nicht näher beschriebenen, sagen wir Praktikumsalter, 16-17 Jahre - beim älter werden, bis hin zu den unweigerlichen Merkmalen, die einem an die Körper gehängt werden, wenn er Jahresringe sammelt. Männer reiben sich mal mehr auf, mal weniger, aber im Grunde eint sie, dass keiner N. wirklich erreicht hat. Resp. ihre ganze Liebe bekommen hat. Sie nahm sich eher die Männer, war teilweise jahrelang aufopferungsvolle Geliebte um dann in irgendeinen dieser modernen Hosenanzüge zu schlüpfen, um dann eine dieser angesagten Medienmeilen runter zu traben, eher ein Prêt-à-porter der Eitelkeiten, um dann ihrem Leben die vermeintliche entscheidende Wendung zu geben, bis - na, bis es ihr wieder langweilig wird. Und so gehen die Jahre ins Land, kinderlos wird sie älter und man kann es nicht anders sagen: ein Hauch von Einsamkeit umgibt das alles. Einsame Karrierefrau ist für mich kein so schönes Bild.
Man (n) hat beim Lesen immer ein leichtes Unbehagen und spürt das zweifelhafte Glück, von so einer Frau verschont geblieben zu sein.


Vogelweide: Roman
Vogelweide: Roman
von Uwe Timm
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Weib, etc... Aber warum eigentlich nicht?, 17. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Vogelweide: Roman (Gebundene Ausgabe)
Was tun, wenn man alles verloren hat? Christian Eschenbach, der Name klingt schon irgendwie philosophisch, nimmt irgendwann an. Seine Insolvenz, seine Beziehungszerstörungen seine gescheiterte Existenz! Und gewinnt dadurch wieder an Stärke. So kann man es eigentlich kurz und bündig stehen lassen. Aber damit wird man einem Uwe Timm nicht gerecht, er ist mittlerweile einer meiner liebsten und besten deutschen zeitgenössischen Literaten geworden. "Entdeckt" habe ich mit ihm die Currywurst, bin mit ihm über "Rot" gegangen, habe eine schreckliche Zeit am Beispiel seines Bruders erleben können und tatsächlich im wörtlichen Sinne grade eben einen "Heißen Sommer" erlebt. Und jetzt gehe ich ein Buch lang parallel mit Eschenbach und ich verstehe ihn in jeder Faser. Ob ich selbst jemals so gehandelt hätte oder - habe, geschenkt, bzw. manchmal bestimmt. Geschäftlich passiert ihm, was vielen zur Zeit passiert. Ein dicker Kunde fällt weg, ein anderer kann nicht bezahlen und ein dritter wird ihm von einem eigenen Mitarbeiter, von dem er sich aus Aversion trennt, mitgenommen. Ergebnis: pleite! So weit, so normal. Wir erleben aber, während er noch gut situiert an seinem Saab Oldtimer herum schraubt, segeln geht und guten Wein trinkt, also auf der vermeintlichen Sonnenseite lebt, wie er einer Frau obsessiv verfällt. Sie bestimmt fortan sein Leben, es beginnt eine Affäre, die keinem gut tut, und als alles Porzellan zerschlagen ist, wird er quasi Eremit und Vogelzähler auf einer unbewohnten Insel in der Elbmündung. Das alles erzählt Timm mit einer gewissen Gleichmütigkeit, einer philosophische Lakonie, als wäre dieser Weg ein Normaler. Seine Vogelwächterexistenz wird auf eine harte Probe gestellt, als sich seine ehemalige Geliebte Anna ansagt, und ihn auf der Insel besuchen will.
Das bringt ihn gehörig durcheinander und er muss vor seinen Tag - und Nachtträumen, die erschreckend real daher kommen, echt in Deckung gehen. Eschenbach hat Annas Ehe gesprengt und Ewald, ihr ehemaligen Mann ist jetzt zwar mit Eschenbachs alter Freundin zusammen, aber nichts ist mehr so wie früher. Das Buch stellt viel in Frage und wirbt gleichzeitig darum, dass das Leben immer von Zufällen geprägt ist und ein Augenblick, ein Wimpernschlag einen völlig neuen Weg verheißen kann. Liebe ist, jemand anderen zu erhöhen, heißt es so oder ähnlich in dem Roman. Wohl wahr. Oder auch „Liebe macht blind“, das ist einfacher. Aber alles gehört zum Leben, wie der verirrte Rötelfalke auf seiner Insel, oder das gesammelte Strandgut der Ewigkeit, das angeschwemmt wird und von ihm gesammelt wird. Ein kluger Roman, empfehlenswert!


Die Abräumer (Schüppe & Balzack)
Die Abräumer (Schüppe & Balzack)
von Thomas Schweres
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Haien, Bänkern und Notaren, 17. August 2015
Mein zweiter Roman von Thomas Schweres und er kommt mir bedenklich nahe. Ich meine so geographisch. Alles passiert in meinem Stadtteil, da wo ich groß geworden bin. Ich kann jedes Schlagloch nachvollziehen und kenne das gastronomische Angebot rund um die Sparkasse, wo diese Geschichte seinen Anfang nimmt. Nicht wundern würde ich mich über folgende Textzeile in dem Buch: "Direkt gegenüber von der Sparbank steht ein Marktcafe' mit feiner Rundumsicht und wie mindestens zweimal in der Woche, sitzt unser lokaler "Bonsai Rainhard Mey" Fred Ape mit seinem schon in jungen Jahren erkrankten Bruder darin und müsste eigentlich den absurden Vorgang im Blick gehabt haben". Aber mich hat keiner gefragt und ich hab auch nix gesehen. Dafür bekommt aber der TV- Boulevardjournalist Tom Balzack, mit eigener kleiner Produktionsgesellschaft (Broadcast.TV), zufällig ins Spiel, der an seinem eigentlich freien Tag, den Fluchtweg einer Bankräuberin kreuzt, und selbst dabei arg verletzt wird. Nun dröselt sich nach und nach die Geschichte auf, und wer aufmerksam die Geschehnisse rund um das Dortmunder Rathaus und seinen Bezirksverwaltungstellen in den letzten Jahren verfolgt hat, und Thomas Schweres hat das garantiert, der weiß, dass sich so ein Verwaltungsmoloch an seinen Rändern mit schwarzen Schafen zu befassen hat. Unterschlagungen, Korruptionen, Manipulationen aus reiner Bereicherungsgier! Die realen Parallelen liegen auf der Hand. Schweres steuert aber mit seinem Roman, ähnlich wie in dem Vorgänger "Die Abtaucher", nach und nach das, oder die großen Verbrechen an. Die internationalen, kriminellen Immobilienhaie, Notare im Auftrag von Killern, Bankangestellte die verbrecherisch Kreditnehmer knebeln, damit das Haus in bester Lage, zum Spekulationsobjekt wird. Etc. Kriminalkommissar Georg Schüppe - genannt Spaten - und Tom Balzack, beißen sich in den Fall hinein, wo am Ende noch viel privates Unglück, den ursprünglich angelegten Faden aufnimmt. Von Dortmund - Hombruch hinaus zu den Cayman Islands. Wie das geht? Einfach lesen. Lohnt sich!


Ärger mit der Unsterblichkeit
Ärger mit der Unsterblichkeit
von Andreas Dorau
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein positiv Verrückter - gut so!, 29. Juli 2015
Wenn man selbst Fred heißt, eben ich auch, also nur Fred - nicht Alfred, Frederic, etc... nur Fred, dann kommt man sicher tausende Male an ganz originellen Zeitgenossen vorbei, die aus meinem Namen mal eben "Fred Feuerstein" machen oder eben aus den Achtzigern "Fred vom Jupiter". Immer noch beliebt bei den ganz Kleinen. Es ist schließlich auch ein Kinderlied. So wie viele der Lieder der NDW textlich tatsächlich nicht mehr hergaben, wobei es natürlich extrem gute Kinderlieder gibt. Ohne Frage. Ich hörte Anfang diesen Jahres (2015) zufällig ein Radiointerview mit Andreas Dorau, dessen Name ich bis dahin nie gehört hatte und fand seine Sicht der Dinge reflektiv, ehrlich und unterhaltend. Daraufhin kaufte ich mir das Buch. Und was soll ich sagen? Ich fand das Buch ehrlich, reflektiv und unterhaltend. Manchmal ein wenig undurchschaubar, ob der vielen Zeitsprünge, aber es hat halt Methode, denn das Leben, bzw. oder auch das von Dorau, verläuft nie gradlinig. Ein Zeitportrait wird hier geliefert, welches man schmunzelnd oft genug nachvollziehen kann und im nächsten Moment kopfschüttelnd kaum glauben mag. Ob es um seine ganzen Versuche als Musiker (nach seinem Hit) geht oder seine Filmperformances gedreht mit öffentlichen Mitteln, mit kuriosesten Ergebnissen und Hausverboten. Selbst eine Oper zu schreiben ist ihm nicht zu viel, und sei es nur aus dem Grund, gesellschaftliche Konventionen und Sichtweisen zu sprengen. Ein positiv Verrückter spricht hier mit mir und zeigt mir meine Grenzen auf, die ich selbst gerne überschritten hätte. Aber es ist gut so. Ich will mich nicht beklagen. Dorau hat sein Auskommen - solange es die GEMA gibt, und ich auch. Was will man mehr?


Dynamitfischen in Venedig: Texte, Gedichte und Eskalationen
Dynamitfischen in Venedig: Texte, Gedichte und Eskalationen
von Sascha Thamm
  Broschiert
Preis: EUR 12,00

5.0 von 5 Sternen Verschluckt vor lachen, 24. Juli 2015
Was habe ich für einen tollen "Beruf". Ich fahre als Künstler durch die Lande und lerne ganz nebenbei, z.B. auf mixedshows, wunderbare Kollegen kennen. So auch in diesem Fall: Sascha Thamm - und ich frage mich, warum erst jetzt. Der Mann ist ein Riesentalent, ein begnadeter Erzähler, dabei von einer lakonischen Absurdität. Es ist ja selten genug, dass ich laut wieher wenn ich abends mal zum Buch greife. Aber wie gesagt, diese Geschichten sind Knaller, eine besser und schräger als die andere. Gewissermaßen zum Atemholen gibt es kleine Gedichtchen in der Tradition von Insterburg oder auch Heinz Erhardt. Er verdreht und untersucht quasi jedes Wort nach einer weiteren Möglichkeit, daraus was semantisch - verrücktes zu machen. Beispiel gefällig? Titel: "Nicht erneuerbar! Im Windpark fliegt der Albatros...Zack! Im Windpark liegt ein Halbatross!" Fast verschluckt vor Lachen habe ich mich bei seinen "Kleinanzeigen", auch hier ein Beispiel: "An Liebhaber: Biete selbstaufblasbare Dartscheibe."
Wer das nicht zumindest komisch findet, dem ist nicht zu helfen. Das ganze Buch durchzieht seine Liebe zu Fischen. Seine Aquariumserlebnisse und die Beschreibungen der unglaublich unterschiedlichsten "Welse" sind ein Genuss. Unbedingt hingehen. Unbedingt lesen!


Die Abtaucher (Schüppe & Balzack)
Die Abtaucher (Schüppe & Balzack)
von Thomas Schweres
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mord zu Hause! Ruhrgebiet, du alte Talentschmiede!, 12. Juli 2015
Es ist immer ein wenig komisch, wenn quasi neben deinem Elternhaus ein Mord passiert. Ist aber so, ich bin in Dortmund - Hombruch aufgewachsen und hier kommt es zur ersten Leiche. Und da gibt es hinterher noch viel von, versprochen. Wir sind in Dortmund, wo Kommissar Schüppe, genannt "Spaten" (isklar), diesen Fall auf den Tisch bekommt. Irgendwann kommt auch der kurz vor der Pleite stehende TV- Boulevardjournalist Tom Balzack mit eigener kleiner Produktionsgesellschaft (Broadcast.TV) an die Sache und es entwickelt sich ein munteres Spielchen, wer welche Info zuerst hat, und wie man die jeweils bewertet. Tom muss Sendeminuten verkaufen und Schüppe einen Fall lösen. Der Fall hat es aber in sich und mutiert zu einem internationalen Gemenge und im Angesicht der 8000 von den Serben hingerichteten Bosniaken in Srebrenica vor genau 20 Jahren bekommt der Krimi einen ziemlich aktuellen Bezug. Es wäre aber nicht gut mehr zu verraten, wie die Dinge zusammenhängen. Teilweise witzig ist alles und Schweres hat den Hinflug zum Plot klug gemeistert. Und wie gesagt, dadurch dass man die Straßen und Häuser in Dortmund sich sogar noch bildlich vorstellen kann, und auch den Ort des showdowns am holländischen Nordseestrand noch kennt, wird das Buch außerordentlich sympathisch. Viel Insiderwissen über die Schwierigkeit, Inhalte an TV Anstalten zu verkaufen, Boulevardjournaille inklusive. Genuss ohne Reue. Ruhrgebiet, du alte Talentschmiede!


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