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Rezensionen verfasst von
markusvaeth (Nürnberg)

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Gegengift: Wie euch die Zukunft gestohlen wird. Was ihr dagegen tun könnt.
Gegengift: Wie euch die Zukunft gestohlen wird. Was ihr dagegen tun könnt.
von Gerald B. Hörhan
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wer "Investment Punk" gelesen hat, braucht dieses Buch nicht, 22. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hörhan schreibt teils aggressiv, klar und ohne Schnörkel. Auf kapp 200 Seiten drischt er verbal auf die 25- bis 35-jährigen ein und bietet dann seine Lösungen aus deren selbstverschuldeter ökonomischer Unmündigkeit an: den selbstverantwortlichen Aufbau eines Vermögens durch harte Arbeit, kluge Investitionen und einen gesunden Menschenverstand.

Das macht das Buch sehr kurzweilig und leicht zu lesen (ich hatte es an einem Tag durch). Allerdings ist es praktisch inhaltsgleich mit seinem Vorgänger "Investment Punk". Daher "nur" 4 von 5 Sternen.


Die guten alten Zeiten: Warum Nostalgie uns glücklich macht
Die guten alten Zeiten: Warum Nostalgie uns glücklich macht
von Daniel Rettig
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut gelungen, 4. Dezember 2013
Man merkt sofort, dass Daniel Rettig gelernter Journalist ist. Das ist als Kompliment gemeint. Er schreibt kurzweilig, erzeugt an den entscheidenden Stellen die Lust am Weiterlesen und kann auch schwierige Sachverhalte in verständliche Sprache packen. Im Plauderton und mit dem Charme des (zeitweisen) Ich-Erzählers nimmt er den Leser in vier Kapiteln mit auf die Erkundung des Phänomens “Nostalgie”:

1. Die Geschichte der Nostalgie
2. Der Geist der Nostalgie
3. Nostalgie im Gehirn
4. Das Geschäft mit der Nostalgie

Am stärksten sind für mich die Teile 2 (Philosophie) und 3 (Psychologie / Biologie). Hier merkt man Rettigs Interesse an den Gedankenwelten der (Neuro-)Psychologie, Philosophie und Literatur. Man verschlingt förmlich Seite um Seite, weil sich eingängige Beispiele mit überraschenden Erkenntnissen und Zusammenhängen abwechseln. Eine ideale Kombination für ein populäres Sachbuch.

Etwas enttäucht war ich von Teil 4 (Wirtschaft). Obwohl sich dieses Kapitel in Struktur und Stil in nichts von den anderen drei unterscheidet, ließ es mich seltsam unbefriedigt zurück. Vielleicht deshalb, weil man hier keine wirklich überraschenden Ergebnisse präsentieren kann. Dass sich Nostalgie bzw. der Wunsch nach einer heilen Vergangenheit gut verkauft, ist inzwischen in der Alltagspsychologie angekommen. Dennoch sind auch hier die realen Beispiel für Retro-Marken und nostalgische Werbekampagnen sehr gut recherchiert und dargestellt. Darum insgesamt 5 Sterne.

Fazit

Eine klare Kaufempfehlung. Das Buch ist in mehrerlei Hinsicht ein strategisch gelungener Wurf:

- Es vereint wissenschaftliche Fakten und gewissenhafte Recherche mit einem lesbaren, unterhaltsamen Stil.
- Es fällt als Buch über Nostalgie selbst in die wirtschaftliche Kategorie der “Nostalgieproduktion”. :-)
- Es ist eine Art “self-fulfilling prophecy” in dem Sinne, dass sich der Leser permanent an eigene, frühere Ereignisse erinnert und sich so das nostalgische Umfeld selbst schafft. Raffiniert.
- Es ist ein ideales Weihnachtsgeschenk.


Freuden und Mühen der Arbeit
Freuden und Mühen der Arbeit
von Alain de Botton
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schlicht bemerkenswert, 1. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Alain de Botton schafft es, mehr als ein Sachbuch zu schreiben. Der poetische und philosophische "Sound" macht das Buch zu einem echten Lesevergnügen und verhilft ihm zu einer erstaunlichen Leichtigkeit. De Botton beleuchtet so unterschiedliche Branchen wie Logistik, Luftfahrt und professionelle Malerei, wobei er immer zum scharf beobachteten Kern der Sache bzw. der Menschen vordringt. Ein unterhaltsames, erhellendes Buch.


Touchpoints: Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute. Managementstrategien für unsere neue Businesswelt
Touchpoints: Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute. Managementstrategien für unsere neue Businesswelt
von Anne M. Schüller
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Standardwerk, 23. April 2012
"Touchpoints. Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute" beschreibt, wie sich Unternehmen in Zeiten von Social Media und dem kompetenten, vernetzten Kunden in neuer Weise diesem höchstselbst widmen können (und müssen).

Das Buch ist in drei Teile gegliedert:

- Teil 1 ist eine allgemeine Bestandsaufnahme von laut Schüller benötigten Erfolgsfaktoren, um in der neuen Businesswelt als Unternehmen zu bestehen: Social Media, Kundenloyalität oder auch eine Neubewertung von Unternehmensorganisationen.
- Teil 2 widmet sich dann dem Konstrukt des Kundenmanagements oder dem 'Customer Touchpoint Management'.
- Teil 3 schließlch erörtert die Innensicht eines Unternehmens unter der Leitfrage: Wie kann ich mich intern optimal aufstellen, um nach außen die Kunden bestens zu bedienen? Diese Innensicht und eine Methode dazu nennt Schüller 'Collaborator Touchpoint Management'.

Worin liegt der Mehrwert des Buches?

Dass ein Unternehmen seine Kunden umsorgen muss, sollte klar sein. Anne Schüller webt aus dieser Tatsache drei wichtige Fragen: Welche Faktoren sind dafür heute entscheidend, unter dem Eindruck von Internet und sozialer Vernetzung? Wie baue ich als Unternehmen ein entsprechenes Touchpoint Management auf? Und wie nutze ich meine internen Ressourcen und Mitarbeiter dafür bestmöglich? Frau Schüller arbeitet wichtige Punkte heraus, zum Beispiel:

- dass Männer und Frauen unterschiedlich beworben werden müssen, weil sie auf unterschiedliche Dinge Werte legen,
- dass ein Kunde in der Regel verschiedene Online- und Offline-"Touchpoints" durchläuft, bevor er kauft,
- dass Empfehlungen und Social Sharing auch im Businessbereich immer wichtiger werden

Letzten Endes hat man einiges, was Frau Schüller bringt, schonmal irgendwo gehört oder gelesen. Das Verdienst der Autorin ist es, die Dinge einmal aggregiert und strukturiert zusammenzubringen und mit ihrem eigenen Ansatz und ihrer großen Erfahrung sinnvoll zu kombinieren. Darüberhinaus kreiert sie - ganz Marketingexpertin in eigener Sache - noch einige griffige Buzzwords, die man so eben noch nicht gehört hat: "Collaborator Touchpoint Management" ist so ein Begirff. Oder "Customer Touchpoint Journey".

Anne Schüller belässt es nicht bei Bestandsaufnahmen und Wortkreationen. Sie liefert in ihrem Buch strukturierte Ansätze zur Analyse und Verbesserung der Kundenbeziehung, und zwar auf klare, verständliche Weise. Dies ist deutlich mehr, als vergleichbare Bücher zu diesem Thema liefern. So kann sich nun jede Führungskraft, jeder Marketing-Chef etc. das Buch aus dem Regal nehmen und sich mit seinen Leuten quasi ohne Zeitverzug selbst an die Arbeit machen.

Fazit

Anne Schüllers Buch kann man getrost als Standardwerk bezeichnen. Ganz im Sinne des Empfehlungsmarketings kann ich es Führungskräften und Mitarbeitern wärmstens ans Herz legen. Im gesamten Buch gibt es für mich nur einen einzigen Kritikpunkt: Ich hätte mir gewünscht, dass die Touchpoint-Unterschiede zwischen dem B2B- und B2C-Bereich mehr herausgearbeitet würden. Diese Unterscheidung wird zwar gestreift, war mir persönlich jedoch noch nicht deutlich genug. Aber vielleicht ist das ja schon das nächste Buch. :-)


Seichtgebiete: Warum wir hemmungslos verblöden
Seichtgebiete: Warum wir hemmungslos verblöden
von Michael Jürgs
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Sprachlich und inhaltlich enttäuschend, 3. September 2011
Dass ein Buch wie "Seichtgebiete" den Mainstream bedienen muss, war vorher klar. Doch das Buch war selbst unter dieser Voraussetzung eine einzige Enttäuschung.

Wie viele Rezensenten vorher bemängle ich die fast unleserliche Schreibe des Autors, die zwischen fünfzeiligen Bandwurmsätzen, Alliterationsspielereien und frisch hingekleisterten Zitaten schwankt. Das wäre noch akzeptabel, würde man neue Blickwinkel und Ideen zum Thema Medien und deren Seichtgebieten präsentiert bekommen. Dem ist leider nicht so. Auch inhaltlich enttäuscht das Buch fast auf ganzer Linie.

Wer es trotzdem lesen will und nicht viel Zeit hat, dem seien immerhin die Kapitel 7 und 8 als relativ gesehen beste Teile empfohlen.


Preußen. Ein Beispiel für Führung und Verantwortung
Preußen. Ein Beispiel für Führung und Verantwortung
von Stefan M. Knoll
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

4.0 von 5 Sternen Eine spannende Geschichtsanalyse, 20. Juni 2011
Länge:: 2:51 Minuten

Preußen - ein stehender Begriff, doch was steckt dahinter? Nur eine Militärmaschinerie aus "Disziplin" und "Gehorsam" oder mehr? Stefan Knoll beleuchtet diesen Abschnitt der deutschen Geschichte spannend und fundiert. Er liefert eine eigene Interpretation von Preußen und kombiniert das auch noch mit Ratschlägen für heutige Führungskräfte.

Alles weitere im Video:


Grundlagen erfolgreicher Mitarbeiterführung: Führungspersönlichkeit, Führungsmethoden, Führungsinstrumente
Grundlagen erfolgreicher Mitarbeiterführung: Führungspersönlichkeit, Führungsmethoden, Führungsinstrumente
von Hartmut Laufer
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unaufgeregt im Stil, umfassend in der Darstelllung., 20. Juni 2011
Tatsächlich ein Grundlagenwerk. Natürlich ist es nicht bis ins Letzte erschöpfend, bietet aber eine solide Einführung in die wichtigsten Bereiche der Führung: Persönlichkeit der Führungskraft, Wünsche / Visionen / Ziele, Führungsstile sowie Motivation.

Es ist sehr leicht zu lesen; wer sich bereits in der Materie etwas auskennt das Buch für eine Wissensüberprüfung überfliegt, hat es in einer guten Stunde durch. Für Einsteiger ist es sehr gut geeignet, da es tatsächlich Grundlagen im ureigenen Sinn vermittelt. Aus alel Fälle ein Gewinn.


Ärmel hoch! - Die 20 schwierigsten Führungsthemen und wie Top-Führungskräfte sie anpacken
Ärmel hoch! - Die 20 schwierigsten Führungsthemen und wie Top-Führungskräfte sie anpacken
von Gudrun Happich
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lehrreich - nicht nur für Führungskräfte, 21. März 2011
Fragen stellen ist gut. Fragen beantworten noch besser. Gudrun Happich gelingt in ihrem Buch 'Ärmel hoch!' genau dies: Sie fasst wichtige Fragen der Führung zusammen und gibt nachvollziehbare, tatsächlich praxisorientierte Antworten.

Inhalt & Konzeption

Dabei weitet sie den Blick weg von der allseits bekannten Situation 'Führung nach unten' hin zur 'Führung nach oben' (ja, auch das gibt es) und zu den essentiellen Problemen, vor denen jede Führungskraft früher oder später steht: unerfüllbare Forderungen des eigenen Chefs, schwierige Entscheidungen oder den Dauerbrenner 'Delegieren, aber richtig.'

Gudrun Happich kommt ursprünglich aus der Biologie, und das merkt man auch. Das Prinzip der Bionik durchzieht das gesamte Buch. Es ist dieser theoretische Ansatz, der Happichs Buch interessant macht: Welche Gesetze können wir uns aus der Natur abschauen und für unseren (Führungs-)Alltag nutzen? Es entstehen Bilder, die jeder sofort nachvollziehen kann und die eine komplexe Situation treffend zusammenfassen: ein jagender Gepard, ein Ameisenhaufen oder auch mal ein blutender Finger.

Stil

Der Ton des Buches ist einfach, unaufgeregt, direkt, ohne Kauderwelsch. Man merkt das Bemühen, den Ball der Komplexität flach zu halten und ein echtes Ratgeber-Buch (im positiven Sinn) zu schreiben. Und mit knapp 200 Seiten ist 'Ärmel hoch!' auch kein Wälzer-Kandidat, vor dem man schon angesichts der Dicke einknickt.

Für wen ist das Buch geeignet: a) für Führungskräfte natürlich und solche, die es in Kürze werden (wollen). Aber auch für b) Fachkräfte, die sich mit ihrer Karriere auseinandersetzen und mehr über ihr persönliches Profil erfahren möchten. Denn der letzte Teil des Buches, 'Survival of the Smartest', ist im Grunde ein kleines Karriere-Tool in sich: Analyse-Anleitung von Stärken, Schwächen, Motiven und Werten. Entscheidungshilfe bei Karriere-Optionen. Ein Coaching-Tool zur strategischen Situationsanalyse. Und schließlich noch ein Kapitel, wie man gegebenenfalls den richtigen Sparringspartner-Coach findet.

Persönliche Wertung

Falls Sie eine Führungskraft sind bzw. es werden, lautet meine Empfehlung: Kaufen. Auch wenn Sie im Moment vielleicht kein 'Problem' haben (ist ja auch mal ganz nett), lohnt sich der Vergleich mit den Praxisbeispielen aus dem Buch. Und der Themenstrauß ist weitläufig genug, damit man in jedem Falle etwas mitnimmt.

Der einzige Wermutstropfen sind für mich die manchmal arg kurzen Kapitel. Wieweit hier der Verlag mitbestimmt hat, weiß ich nicht. Dem einen oder anderen Abschnitt hätte eine ausführlichere Bearbeitung gutgetan.


Machtfrage Change: Warum Veränderungsprojekte meist auf Führungsebene scheitern und wie Sie es besser machen
Machtfrage Change: Warum Veränderungsprojekte meist auf Führungsebene scheitern und wie Sie es besser machen
von Torsten Oltmanns
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,90

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein sehr gutes Einsteiger-Buch mit "Macht"-Anspruch, 21. Juni 2010
Change Management - ein Begriff, viele Ansichten. Über Change Management wurden Dutzende Bücher geschrieben, von CEOs, Beratern, Wissenschaftlern. "An Konzepten, wie Change in Unternehmen zu managen ist, herrschat kaum Mangel", so die Autoren. "Geht es danach, ist Change Management kaum eine Kunst. Jeder kann es. Jeder will es. Jeder tut es."

Dennoch beanspruchen Oltmanns und Nemeyer in ihrem Buch "Machtfrage Change", den herkömmlichen Change Management - Ansätzen eine neue Komponente hinzuzufügen: die Rolle der Macht. Auch weil "die Wahrscheinlichkeit eines vollen Veränderungserfolgs derzeit bei maximal 20%" liege. Die zugrundeliegenden Weltbilder solcher Change-Prozesse nennen sie "naiv".

Die Autoren wollen nach Eigenaussage bewusst provozieren. Macht, so deren Kernthese, sei ein funktionales Mittel, um horizontal auftretende Konflikte in Change-Prozessen zu lösen und somit mehr Change-Implementierungen als bisher zum Erfolg zu führen. Dies würde von bisherigen Ansätzen durch die Bank aufgrund von Berührungsängsten mit dem negativ konnotierten Begriff "Macht" ignoriert: "Macht ist verpönt. Alle haben sie, aber niemand will etwas mit ihr zu tun haben. Mag der Einfluss von Managern groß und gewünscht sein - ihre Macht sollte es besser nicht sein. Machtkämpfe, Machtspiel, Machtpoker [..] - so sehr die Fähigkeit von Personen und Gruppen zur Steuerung des Denkens und Handelns von anderen unser Leben bestimmt, so wenig vertrauen wir ihr."

Womit wir bei einem echten Mehrwert des Buches wären. Macht wird als wichtige Komponente für Change ins Spiel gebracht. Oltmanns und Nemeyer werfen ein funktionales Licht auf die Macht, ohne deren Nutzung neue Leitbilder nicht durchgesetzt und Konflikte nicht entschieden werden können. Ebenfalls nachdenkenswert ist die These, dass sich herkömmlicher Change zu sehr auf die Vermeidung von vertikalen Konflikten (Führungkräfte vs. Mitarbeiter) richte. Man wolle immer noch an Stellen überzeugen, an denen es nichts mehr zu überzeugen gebe. Die Mitarbeiter in Change-Prozessen zögen meist von selbst mit. Das Problem seien aus Eigennutz oder Angst blockierende Führungskräfte. Hier müsse horizontalen Konflikten innerhalb einer Ebene mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Die Autoren schreiben klar verständliches Deutsch. Nur selten gleiten sie in wissenschaftliche Schwurbelsprache ab, wie zum Beispiel bei der Betrachtung der "Principal-Agent-Theorie". Hier hat der Verlag gut daran getan, den beiden einen Wirtschaftsjournalisten als Unterstützung an die Hand zu geben.

Fazit
Für wen ist das Buch? Wer allgemein in das Thema Change Management einsteigen will, ist mit "Machtfrage Change" gut bedient. Denn tatsächlich holen die Autoren in der ersten Hälfte des Buches weit aus, skizzieren theoretische Ansätze und Historisches. Das ist zugleich ein Wermutstropfen. Ich persönlich hätte mir mehr Diskussion und ein, zwei gelungene Praxisbeispiele mehr gewünscht, vielleicht sogar ein (anonymisiertes) Interview mit einem Manager, der durch einen solchen "Macht und Konflikt" - Change gegangen ist. Daher haftet dem Buch der Touch des Theoretischen an. Für erfahrene Change Manager wird es somit erst ab Kapitel fünf interessant.

Oltmanns und Nemeyer pöbeln jedoch nicht herum, wie so manch anderer Autor, der seinen Finger in eine Wunde legt und selbst keine Lösung anbietet. Im Gegenteil. Vor allem in den letzten beiden Kapiteln skizzieren die Autoren modellhaft Wege und Tools, die Macht und horizontale Konflikte sinnvoll nutzen und einen Change zum Erfolg führen. Insofern ist ihre "Provokation" durchaus positiv als Einladung zum Diskurs und zu einer moderneren Form des Change Management zu verstehen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 4, 2010 3:06 PM MEST


Ich kann auch anders: Psychofallen im Beruf erkennen
Ich kann auch anders: Psychofallen im Beruf erkennen
von Roland Kopp-Wichmann
  Taschenbuch

40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für alle, die mehr über sich wissen wollen, 1. März 2010
Aha. "Ich kann auch anders. Psychofallen im Beruf erkennen". Das ist der Titel des neuen Buches meines Kollegen Roland Kopp-Wichmann, seines Zeichens Diplom-Psychologe, Therapeut und Coach aus Heidelberg.

Oh nein. Nicht schon wieder ein Selbsthilfebuch. Hört das denn nie auf? Diese und ähnliche Assoziationen schießen mir durch den Kopf, während ich das Buch hin und her wende. Und dabei nicht merke, dass ich eines von Kopp-Wichmanns Prinzipien bereits anwende: Achtsamkeit. Auf sich hören. Spüren, was in einem vorgeht.

Ich beginne und bin schnell gebannt. Da ich selbst Psychologe bin, weiß ich um die Neigung meiner Zunft, sich hinter kryptischen Begriffen zu verstecken, um in der sprachlichen Abgrenzung Kompetenz zu simulieren. Nichts davon bei Kopp-Wichmann. Sein Tonfall ist gerade, ruhig, bedächtig, verständlich. Aus ihm spricht die Erfahrung von 25 Jahren Arbeit mit Menschen.

Inhalt
Das Buch besteht grob aus zwei Teilen. Im ersten beschreibt der Autor, warum wir Menschen uns manchmal seltsam verhalten und wie wir uns daran hindern, Probleme zu lösen. Ein Selbsttest zu den "Inneren Antreibern" des Lesers, also zu seinen Motiven und Prinzipien, rundet die Sache ab. Teil zwei widmet sich den zehn häufigsten Psychofallen im Beruf, von Perfektionismus über die Angst, nicht Nein sagen zu können bis zur Sucht nach Anerkennung.

Das Positive
Die psychologischen Mechanismen werden gut erklärt, ohne Fach-Blabla. Es gibt viele Beispiele, auch aus RKWs persönlichem Leben. Sympathisch. Man kann in jede "Falle" einsteigen, soweit man will. Jedes dieser Kapitel ist gegliedert in eine theoretische Erklärung, in weiterführende Fragen und schließlich Verhaltensexperimente zum Ausprobieren - um sich aus einer Falle zu befreien. In diesem Sinne ist "Ich kann auch anders" ein echtes Arbeitsbuch, denn "nur durch Lesen verändert sich nichts", wie RKW ganz richtig betont.

Was ich mir gewünscht hätte
Vermutlich ist ein ruhiger, sachlicher, "ebenerdiger" Tonfall notwendig, um eine größtmögliche Akzeptanz beim Leser zu erreichen. Ich hätte mir trotzdem etwas mir sprachlichen Esprit gewünscht - den der Autor unzweifelbar besitzt und der auch an einigen Stellen aufblitzt.

Für wen ist dieses Buch?
Im Grunde für jeden, der mehr über sich erfahren will. Es bezieht sich zwar formal auf den Beruf, kann jedoch ebenso auf das Verhalten im Privatleben angewendet werden. Zumal ich RKWs These teile, dass unser Denken und Verhalten im Beruf teilweise bereits als - damals familiäre - Lösungsstrategie in Kindheit und Jugend angelegt wurde.

Fazit
RKW erklärt nachvollziehbar und sympathisch, wie Psychofallen im Beruf entstehen und wie Sie sie mit einiger Anstrengung überwinden können. Oder wenn Sie einfach mal herausfinden wollen, was hinter dem Gebrüll des Chefs steckt. Oder dem ständigen Schweigen Ihres Kollegen. Wenn Sie an sich arbeiten wollen und ein Buch suchen, das Ihnen wertvolle Impulse und Anleitungen geben soll: Greifen Sie zu. Das Geld ist gut investiert.


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