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ambermoon42

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Shattered Love: A Memoir
Shattered Love: A Memoir
von Richard Chamberlain
  Gebundene Ausgabe

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach Selbstfindung, 23. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Shattered Love: A Memoir (Gebundene Ausgabe)
Nach dem Lesen von 'Shattered Love' werde ich wohl keinen Film mit Richard Chamberlain je wieder so unvoreingenommen und vor allem unbeschwert ansehen können wie zuvor. Ich weiß nicht so richtig, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Der talentierte, vielseitige, charmante und ohne Frage gutaussehende Schauspieler und der mit seinen Dämonen kämpfende Mensch Chamberlain scheinen aus zwei verschieden Welten zu stammen. Wie so oft sieht man erst mal nur das strahlende Bild, den erfolgreichen Schauspieler, und vergißt dahinter den Menschen. 'Shattered Love' schafft es damit gründlich aufzuräumen.

Richard Chamberlain schreibt sehr persönlich, zutiefst ehrlich, warmherzig, witzig und spannend. Das Buch unterscheidet sich wohltuend von den lieblosen Biographien anderer Schauspieler, die oftmals eine Aneinanderreihung von Fakten und Daten darstellen. An vielen Stellen erscheint mir 'Shattered Love' ein Mittel zur eigenen Identitätsfindung, der Beantwortung von Lebensfragen und dem Finden eines eigenen Weltbildes. Einige dieser Passagen hätten meiner Meinung nach gestrafft werden können, aber dies ist wahrscheinlich sehr stark dem geschuldet, dass ich mich mit der gesamten Frage der Spiritualität nicht unbedingt identifizieren kann. Und sosehr sich Richard Chamberlain auch bemüht sich selbst (und uns Leser) davon zu überzeugen, dass er mit sich selbst im Reinen ist, bleibt doch ein gehöriger Zweifel. Trotz allem - Richard Chamberlain nimmt uns auf eine wunderbare Reise mit. Er läßt uns an seiner schwierigen Kindheit teilhaben, seinen ersten Erfolgen, seinem Privatleben, den beruflichen Höhepunkten, Wünschen und Träumen und seinen ganz inneren Konflikten. Und davon scheint Richard Chamberlain eine Menge zu haben.

Shattered Soul - never healed.

Ich empfehle dieses Buch jedem, der den Menschen Richard Chamberlain hinter dem Schauspieler kennenlernen will. Aber Vorsicht, dieses Buch hat eine tiefe Wirkung und zerpflückt das Idol eines strahlenden Stars. Der Mut und die Offenheit ein solches Buch zu schreiben verdienen jedoch meinen tiefsten Respekt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 4, 2013 12:40 PM MEST


Das Mädchen mit dem Perlenohrring (2 DVDs)
Das Mädchen mit dem Perlenohrring (2 DVDs)
DVD ~ Scarlett Johansson
Preis: EUR 9,49

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So still, geheimnisvoll und schön wie das Gemälde selbst, 11. Juli 2011
Mit Kunst und Malerei ist das ja so eine Sache. Was die einen mögen und in den Himmel loben, muss bei anderen noch längst nicht den Nerv treffen. Ähnlich scheint es wohl mit diesem Filme zu sein, der offenkundig beim Publikum die verschiedensten Reaktionen hervorruft. Die Palette reicht von 'Meisterwerk' bis 'total langweilig'. Eigentlich wundert mich das nicht unbedingt, denn wer das Bild kennt, wird ebenfalls eine sehr individuelle Meinung davon haben. Naja, ein 'Mädchenporträt' eben, oder aber 'Die Mona Lisa des Nordens', wie dieses Bild ja auch von vielen Kunstliebhabern genannt wird.
Für mich zählt dieses Bild eindeutig zur Kategorie Meisterwerk, und ebenso der Film. Das 'Mädchen mit dem Perlenohrring' erzählt die fiktive Geschichte um die Entstehung des gleichnamiges Bildes ruhig und ohne viele Dialoge und ist trozdem (oder gerade deswegen) so eindringlich wie das Bild selbst. Und wie im richtigen Leben, enthüllt auch hier mehrmaliges und genaueres Betrachten tiefere Details. Da ist die unaufdringliche und doch bildgewaltige Inszenierung der Atmosphäre des Delfter Lebens im 17.Jh und insbesondere des häuslichen Alltags, die mit einer Detailtreue und einem Arrangement jedes einzelnes Gegenstandes in Szene gesetzt wird, als würden sie Vermeers Bildern selbst entnommen worden sein. Der Mangel an Dialogen in einem Film läßt diesen nur dann nicht langweilig werden, wenn es sowohl Kameramann als auch Akteure verstehen, Emotionen und Unausgesprochenes eben auch anders auzudrücken, mit Mimik, Blicken, kleinen Gesten, mit Licht und Atem. Und ohne Frage, die Schauspieler sind durchweg großartig besetzt, beginnend mit Colin Firth, der mit wenigen Mimiken und Blicken alles sagt was gesagt werden muss und darüber hinaus noch so vieles mehr, über Scarlett Johansson, die nicht nur eine große physiche Ähnlichkeit mit dem Portrait an sich aufweist, sondern auch überzeugend die schüchterne und unerfahrene, aber lernbegierige und lebensoffene Griet darstellt, bis hin zu Essie Davis, Vermeer's eifersüchtiger Frau, die weder Verstehen noch Verständins für das Talent ihres Mannes besitzt und Vermeer's harter und gefühlsloser Schwiegermutter, brilliant gespielt von Judy Parfitt.
Griet ist ein verletzliches, junges und sehr unerfahrenes Mädchen, die noch dazu nicht mir dem Privileg auf Bildung geboren wurde. Aber sie besitzt verborgene Talente, die Vermeer untrüglich entdeckt und fördert. Griet erwacht zum Leben, spürt, dass es da noch mehr gibt als nur Putzen und Schrubben und Kochen. Und Vermeer erkennt in ihr eine Seelenverwandte, jemand, der einen Blick hat für schöne Dinge, Arrangements und Farben. Griet besitzt eine Gabe, die für ihn ein Geschenk ist, die Inspiration verheißt. Gefangen in seiner eigenen Welt mit der Verantwortung für eine immer größer anwachsende Familie fühlt sich Vermeer einsam inmitten eines vollen Hauses. Griet ist das Sonnenlicht, er fühlt dieses Besondere in ihr, sieht sie nicht als Magd, sondern als Person.
Für mich ist der Film 'Das Mädchen mit dem Perlenohrring' ganz klar einer meiner Favoriten. Ein Film, dem ich nur jedem ans Herz legen kann. Das Bild 'Das Mädchen mit dem Perlenohrring' hängt übrigens in Den Haag im Mauritiushuis.


Wasser für die Elefanten
Wasser für die Elefanten
DVD ~ Reese Witherspoon
Preis: EUR 5,97

100 von 118 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nostalgie im Farbenrausch - ein Fest für die Sinne, 1. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Wasser für die Elefanten (DVD)
Eine Woche nach Erscheinen des Films habe ich mir 'Wasser für die Elefanten' im englischen Original in einer Sonnabendnachmittagsvorstellung im Kino angesehen. Ich lebe in den USA und Kino ist hier ein wichtiger Bestandteil des Wochenendes und demnach sind die Kinos meist gut gefüllt. Jedoch war ich mehr als erstaunt, wie voll das Kino an diesem Nachmittag war. Die Reihen im Saal waren lückenlos gefüllt, und das ist doch eher ungewöhnlich, da in den USA stets Wert auf Platz gelegt wird und demnach meist ein Sitz zwischen den Zuschauern frei bleibt. An der Kinokasse waren überwiegend Frauen, aber das war nicht unerwartet. Der Herr neben mir im Kino klimperte die ganze Länge des Films auf seinem iPhone herum, war also offensichtlich nicht sehr angetan von dem, was sich auf der Leinwand abspielte. Die drei Mädchen zu meiner linken brachen beim ersten Erscheinen von Robert Pattinson in ein kollektives 'Ah und Oh' aus und gehörten offensichtich zur Twilight Fangemeinde, die wohl jeden Film mit Robert Pattinson als gut befinden würden.
Ich hatte große Erwartungen an diesen Film, aber auch meine Bedenken. Das Buch von Sara Gruen steht schon seit langem auf meiner persönlichen Top-Liste und wird dort wohl auch noch eine weitere Weile bleiben. Die Vielfalt der verschieden Handlungsstränge, die magische Welt des Zirkuslebens der 30er Jahre, die Geschichte der großen Depression in Amerika und die unterschiedlichen Charaktere und Konflikte und deren Zusammenprallen lassen dieses Buch zu etwas ganz Besonderem werden. Würde ein Film dem gerecht werden können oder würde das Ganze zu einer hollywoodmäßigen Liebesgeschichte degradiert werden?
Die Sorgen waren unberechtigt, denn 'Wasser für die Elefanten' wird dem Buch mehr als gerecht. Natürlich kann kein Film dieser Welt mit der Erzähldichte eines Buches mithalten, das noch dazu den eindeutigen Vorteil besitzt, die Fantasie der Leser zu benutzen. Kann man sich jedoch davon lösen, dann ist 'Wasser für die Elefanten' ein liebenswerter Film, der sich nahe an die Buchvorlage hält und die Stimmung des Buches mehr als gelungen einfängt.
Der Film hat ein eindeutiges Plus und das sind die wunderschönen Bilder. Gedreht in der Art der Nostalgie der alten Hollywoodfilme ist das Ganze ein Fest für die Augen. Jede Szene ist ein Genuß, ein Farbrausch, inszeniert bis zur Perfektion. Die Zirkuswelt ist bunt, schillernd und märchenhaft, weckt Erinnerungen und Kindheitsträume. Robert Pattinson in der Hauptrolle des Jakob Jankowski schlägt sich wacker, Reese Witherspoon ist der schillernde Star der Manege. Was jedoch bei allem Bemühen beider Schauspieler nicht richtig gelingen wollte, war die prickelnde Chemie zwischen den beiden. Obwohl perfekt in Szene gesetzt, wollte bei mir nicht richtig das Gefühl aufkommen, das diese beiden Menschen füreinander bestimmt sein sollten und eine gegenseite Anziehung zueinander entwickeln, die den Ausgangspunkt der gesamten dramtischen Ereignisse darstellt.
Ein sehenswerter Höhepunkt des gesamten Films ist Christoph Waltz in der Rolle des charismatischen, charmanten, jedoch auch brutalen Zirkusdirektors August Rosenbluth. Christoph Waltz ist einer dieser hochkarätigen Charakterschauspieler, die jeden Fim adeln. Jede Nuance, jeder Gesichtsausdruck und jeder Blick sitzt, zeigt auch unausgesprochen was gesagt werden soll.
Der unbestrittene Star des Film ist jedoch die Elefantendame Rosie, die im richtigen Leben Tai heißt, und einfach nur unglaublich ist. Wenn man vorher keine Beziehung zu Elefanten besaß, so sieht man sie nach diesem Flm mit anderen Augen. Allein wegen ihr wäre dieser Film schon sehenswert.
Alles in allem ein lohnenswerter Film. Gäbe es 4.5 Sterne, so wäre dieser Film von mir so bewertet worden. Er hat kleinere Mängel, insbesondere im Zusammenspiel der beiden Hauptprotagonisten Marlena und Jakob, hebt sich jedoch positiv von vielen anderen Hollywoodfilmen ab, was eine 5 Sterne Bewertung letztendlich doch rechtfertigt.

Fazit: 'Wasser für die Elefanten' ist ein Film, der die hohen Erwartungen fast durchgehend erfüllt. Wer gute Geschichten mag und die bunte Zirkuswelt liebt, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen. Für Actionfans ist er jedoch eher nicht zu empfehlen, denn 'Wasser für die Elefanen' erzählt seine Geschichte trotz der dramatischen Ereignisse in einer ruhigen Erzählweise mit Liebe zum Detail, die den Fokus auf die Geschichte eines bewegten Lebens legt.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 14, 2014 5:45 PM MEST


Quartett für zwei
Quartett für zwei
von Angela Huth
  Taschenbuch

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dafür, dass es ein Angela Huth Roman ist, eher enttäuschend, 6. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Quartett für zwei (Taschenbuch)
Vorweg, ich liebe die Romane von Angela Huth. 'Brombeertage' und 'Meeresleuchten' habe ich verschlungen. Angela Huth ist eine dieser kraftvollen Erzählerinnen, die es schaffen, den Leser innerhalb der ersten Seite in die Geschichte eintauchen zu lassen und nicht mehr loslassen, bis man das Buch am Ende zuklappt. Das ist umso bemerkenswerter, da es oftmals ganz alltägliche Geschichten und Personen sind, die mit Witz, Sprachtempo, und geschliffenem Stil lebendig werden.
Nun aber 'Quartett für zwei'. Ich habe das Buch bis zu Ende gelesen, das immerhin. Allerdings hat es sich schon über einige Tage gezogen. Was als Kriminalkomödie und Gesellschaftsbild einer Ehe versprochen wird, ist oftmals weder das eine noch das andere. Der Eindruck, mit dem sich für mich am besten dieses Buch beschreiben lässt, ist tiefe Depression. Dem Künstlerehepaar (William, ein Musiker und Grace, eine nicht ganz von sich überzeugte Malerin) wird nachgesagt, eine harmonische, wenn auch etwas aus dem Schwung geratene Ehe zu führen. Aber Harmonie stellt sich für mich anders dar. Hier werden zwei Menschen beschrieben, die sich im Grunde nichts mehr zu sagen haben, und sich auch nichts mehr sagen können. Sie leben getrennte Leben, wenn auch unter einem Dach. Dann kommt die berühmte Midlife Krise des Geigenvirtuosen, eingläutet durch die neue Bratschenspielerin Bonnie. Zugegeben, diese Stellen im Buch sind gelungen. Die Passagen, in denen William mit sich selbst hadert und sich in einer bunte Seifenblase der Illusion verliert, sind überzeugend und witzig verpackt. Aber die Schlußfolgerungen, die daraus entstehen, sind es dann nicht mehr. Was komödiantisch gedacht ist, ist entweder obstrus oder einfach außerhalb des Rahmens normaler menschlicher Reaktionen. Zumindestens sollten sie das sein, sonst müßte wohl die Mehrheit der Menschheit irgendwann einmal in ihem Leben um die eigene Existenz bangen. Lucien, der junge, verwirrte, so sehr in seinen Stimmungen schwankende Bekannte von Grace, der ihrem Alltag ein wenig Aufregung verschafft, erscheint mir psychopathisch von der ersten Begegnung an. Angsteinflößend. Unheimlich. Ein Mensch, den Grace liebt, um den sie sich sorgt, und den sie als ihren Freund darstellt?
Angela Huth schreibt wie immer brilliant, aber die Thematik hinterläßt das Gefühl einer pessimistischen Lebenseinstellung, und das trotz eines mehr oder weniger positiven Endes.
Ein eher enttäuschendes Buch für mich, verglichen mit ihren anderen Werken.


The Haunted Airman
The Haunted Airman
DVD ~ Robert Pattinson
Preis: EUR 6,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwere Kost mit grandiosen Schauspielern, 24. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: The Haunted Airman (DVD)
Etwas Gutes haben die Twilight Filme ja. Sie haben mich veranlasst, mir auch andere Filme mit Robert Pattinson anzusehen, denn ansonsten wäre ich wohl nicht auf diesen Film aufmerksam geworden. Ich muss zugeben, ich bin beeindruckt von der schauspielerischen Kraft und Intensität von Robert Pattinson. Der Film wird fast ausschließlich von ihm getragen und er vermittelt das Trauma des Krieges mit jedem Blick, jeder Geste.
Die Handlung des Filmes ist eher schwierig. Viele Szenen sind surreal, erinnern an Werke von Kafka, was wohl beabsichtigt ist. Toby, gespielt von Pattinson, kämpft nicht nur mit seinen körperlichen, sondern auch zunehmend mit seinen psychischen Problemen. Die Erinnerung an den Krieg, seine eigenen Handlungen und die daraus entstehende Frage nach einer persönlichen Schuld ziehen ihn in einen immer tieferen Strudel der Hoffnungslosigkeit, die ihn glauben läßt, in den Wahnsinn abzugleiten. Aber letztendlich ist es die Enttäuschung und der Verlust der Hoffnung auf einen Lebensinhalt, ausgelöst durch seine Geliebte, die zu dem dramatischen Ende führt. Ein bemerkenswerter Film, mit hochkarätigen Schauspielern, die durchweg überzeugen. Einzig die ausnahmslos düstere Atmosphäre des Films hat mir nicht zugesagt. Ich verstehe sie durchaus als ein künstlerisches Mittel, aber ich persönlich fand den Film anstrengend anzusehen, deshalb gibt es auch nur 4 Sterne.


Remember Me - Lebe den Augenblick
Remember Me - Lebe den Augenblick
DVD ~ Emilie de Ravin
Preis: EUR 5,97

128 von 141 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Worte können die Kraft dieses Films beschreiben, 23. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Remember Me - Lebe den Augenblick (DVD)
Das erste Mal sah ich 'Remember Me' kurz nach Erscheinen des Films in der Originalversion im Kino (ich lebe in den USA). Der Hype und Kult, der um den jungen Robert Pattinson in diesem Teil der Erde betrieben wird, grenzt an Unfassbarkeit. Ich gebe zu, ich kannte Twilight vorher nicht, war also relativ unvoreingenommen. Die Kritiken zu 'Remember Me' waren eher negativ, aber der Inhalt sprach mich an und er versprach eine gewisse Abwechslung zu den üblichen Hollywoodfilmen. Ich wusste nicht wirklich was mich erwartete, aber was ich dann zu sehen bekam, hat mich sprichwörtlich umgeworfen. Die Kraft, Emotionalität und den Anspruch dieses Filmes kann man nicht wirklich beschreiben, man muss es erleben. Ein Film, der zum Nachdenken anregt und der einen tagelang nicht loslässt. Mit einer unglaublichen Chemie zwischen den Hauptdarstellern, die diese berührende Liebesgeschichte so lebensecht wirken lässt, niemals kitschig oder aufgesetzt wirkt und in eine großartige Lebensgeschichte eingebunden ist. Das Ende des Films kommt so überraschend und unerwartet, dass es ein Gefühl des Schocks hinterläßt. Die Zuschauer im Kino saßen für Minuten still und verließen den Saal schweigend. Dies ist alles andere als üblich in den amerikanischen Kinos, in denen es nicht selten zu spontanem Applaus nach einem Film kommt. Es gibt einige Kritikerstimmen, die meinen, dass für das Ende auch eine andere Begebenheit hätte gewählt werden können. Für mich war sie keinesfalls überdramatisiert oder geschmacklos. Der Bezug zu einer wahren Begebenheit hat die Figuren dieser fiktiven Geschichte um so echter werden lassen. Irgendwie glaubt man am Ende des Films, ein Teil dieser Personen zu sein, spürt den Schmerz und Schock, als ob es eine persönliche Erfahrung wäre.
'Remember Me' ist ein Juwel und einer der besten Filme, die ich seit langer Zeit gesehen habe. Es war keine Frage, mir auch die deutsche Fassung anzusehen und ich muss sagen, die Synchronisation ist sehr gelungen. Die Stimmen passen wunderbar zu den Charakteren und verlieren nie die Kraft der Emotionalität des Originals. Einen besonderen Pluspunkt verdient auch der Soundtrack, insbesondere der Score von Marcelo Zarvos. Es lohnt sich, ihn in einer stillen Stunde anzuhören. Die Audiokommentare auf der DVD sind ein nettes Extra, obwohl die Kommentare der Schauspieler ziemlich substanzlos dahinplätschern. Der Kommentar von Allen Coulter hingegen lohnt sich wirklich, hier gibt es anderthalb Stunden pralle und interessante Hintergrundinformationen,die deutlich werden lassen, wie sehr dem Regisseur dieser Film am Herzen liegt.
Und Robert Pattinson? Er schafft es mit kleinen Gesten und Mimiken eine unglaublich breite Facette an Gefühlen auszudrücken, ist glaubwürdig in jeder Szene. Er ist unsicher, verwirrt, trotzig, wütend, überrascht, und ständig auf der Suche nach sich selbst. Robert Pattinson ist soviel mehr als nur ein herzensbrechender Vampir aus Twilight und ich wünsche ihm, dass man ihm den Freiraum gibt, einer der ganz großen Charakterschauspieler zu werden. Das Potential dazu hat er, genauso wie die sehr talentierte Emilie de Ravin.

Fazit: Ein Must-See! Bitte nicht von negativen Kritiken abschrecken lassen, von diesem Film wird man nicht enttäuscht. Großartige schauspielerische Leistungen, Intensität und eine starke Geschichte.
"Fingerprints don't fade from the lives we touch" (Fingerabdrücke, die man auf Seelen anderer hinterlässt, verblassen nicht) - und dieser Film tut es auch nicht.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 7, 2014 3:41 AM CET


Der Elfengarten / Photographing Fairies ( Apparition ) [ Spanische Fassung, Keine Deutsche Sprache ]
Der Elfengarten / Photographing Fairies ( Apparition ) [ Spanische Fassung, Keine Deutsche Sprache ]
DVD ~ Ben Kingsley

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dieser Film könnte ein Juwel sein ..., 14. September 2009
wenn, ja wenn die Filmemacher den Mut aufgebracht hätten, die Elfen als das zu belassen, was sie auf den Fotos waren. Lichtreflexe, Schatten und Andeutungen, die es der Fantasie des Zuschauers überlassen, darin Elfen zu sehen oder eben eine Laune der Natur. Denn genau darin liegt der Reiz dieses zutiefst philosophischen Films...you do not need proof, you need faith. Es ist möglich, an eine Welt nach dem Tod glauben, an das Schicksal, an die Wiedervereinigung mit einem geliebten Menschen, der viel zu früh dem eigenen Leben entrissen wurde, wenn man es zuläßt.
In diesem Fall ist es der Tod der jungen Ehefrau des Fotographen Charles Castle, den dieser nicht verarbeiten kann und ihn zu einem zynischen, sarkastischen Menschen werden läßt, der Glauben und Emotionen jeglicher Art fortan aus seinem Leben ausschließt. Eher widerwillig läßt es sich auch deshalb auf die Fotos ein, die zwei junge Mädchen mit Elfen auf ihren Händen zeigen. Was dann passiert, wird in wunderschönen, fast märchenhaften Bildern gezeigt, die immer mehr Fiktion und Wirklichkeit ineinander verweben und die zaghafte Hoffnung des jungen Mannes auf eine Möglichkeit zeigen, mit seiner verstorbenen Frau Kontakt aufnehmen zu können. Aber dann kommen die Elfen! Und sie, die doch den Schlüssel zwischen diesen Welten darstellen, werden hier so klischeehaft als magere Püppchen mit Elfenflügeln dargestellt, dass sich die Ernüchterung beim Zuschauer fast schlagartig einstellt. Wie schade, dieses großartige Werk damit so unglaubwürdig aussehen zu lassen!
4 Sterne gebe ich trotzdem, und zwar wegen der brillianten Kameraführung, der gut eingefangen Stimmung des Film, den tiefgehenden Fragen, die in diesem Film über Leben und Tod aufgeworfen werden und der Leistung von Ben Kingsley, der den Pastor spielt. Vor allen Dingen jedoch wegen der sensiblen Darstellung des Charles Castle, gespielt von Toby Stephens, der eigentlich 5 Sterne verdient! Ein Muss, sich allein seinetwegen diesen Film anzusehen. Denn er trägt den gesamten Film und bewahrt ihn vor der Gefahr, ihn in ein völlig unglaubwürdiges Klischee abzurutschen zu lassen. Und nicht zuletzt Beethovens 7. Sinfonie als musikalisches Thema gibt diesem Film einen ganz besonderen Reiz. Ich kann nur jedem empfehlen, sich diesen Film unbedingt anzusehen, und einfach bei den kleinen Mängeln großzügig drüber hinwegzusehen. Es lohnt sich, und das Thema des Film wirkt noch lange nach. Ein Film zum Nachdenken, der noch lange im Gedächtnis haften bleibt.


Little Dorrit [4 DVDs] [UK Import]
Little Dorrit [4 DVDs] [UK Import]
DVD ~ Matthew Macfadyen
Wird angeboten von comedyfactory
Preis: EUR 29,99

24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergreifend schön !, 8. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Little Dorrit [4 DVDs] [UK Import] (DVD)
Zugegeben, ich bin ein Fan von klassischen Period Dramas, und insbesondere die BBC Verfilmungen sind jedesmal wieder ein Genuß. Aber was mit dieser Serie geschaffen wurde, ist einfach atemberaubend. Von Anfang an taucht man in eine fast märchenhafte Welt ein, die von den Kulissen und den Kostümen keinen Wunsch offenlässt. Charles Dickens hat Figuren geschaffen, die bis in die kleinste Nebenfigur dramatisch, liebevoll und lebensecht erscheinen und die die kleinen - und großen - menschlichen Schwächen brilliant aufzeigen. Fast fühlt man sich als ein Teil dieser Gemeinschaft und kann am Ende gar nicht glauben, dass diese Geschichte auhört. Umgesetzt wurde die 14 teilige Serie mit ausnahmslos hochkarätigen Schauspielern. Hier sind die ganz Großen zum Zuge gekommen und vielen merkt man ihre jahrelange Theatererfahrung an. Claire Foy als Little Dorrit ist die perfekte Besetzung der Hauptrolle. Ihr sieht man ein Potential an, das wir sicher bald noch öfter bewundern dürfen. Matthew MacFadyen spielt gewohnt souverän, ist jedoch emotional meiner Meinung nach nicht zu vergleichen mit Russell Tovey, der den jungen John Chiverey spielt und herzzerreißend seine Gefühle für die junge Amy offenlegt. Einfach zum Weinen tragisch. Über jede einzelne Besetzung könnte hier ein Loblied gesungen werden, dies ist einfach eine Garde hochrangiger Akteure! Diese Verfilmung kann ich jedem mit ein wenig Englischkenntnissen nur nahelegen, die englischen Untertitel sind aber auf jeden Fall hilfreich, da die gesprochene Sprache nicht immer die Einfachste ist. Aber es lohnt sich in jedem Fall, wird doch hier mit Warmherzigkeit, Humor und manchmal bissiger Ironie ein Gesellschaftsbild gezeichnet, das durchaus einige Parallelen zur heutigen Zeit aufzeigt. Man denke nur an die Bürokratie im Circumlocution Office, ein satirischer Begriff übrigens, der von Charles Dickens eingeführt wurde, um die Weitschweifigkeit der Bürokratie zu beschreiben, die sich mehr mit sich selbst als der Sache an sich beschäftigt. Unbedingt ansehen !!!


Charlotte Brontes Jane Eyre (2 Disc Set)
Charlotte Brontes Jane Eyre (2 Disc Set)
DVD ~ Ruth Wilson

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwek, das Herz und Seele berührt !, 19. August 2009
Dieser Film ist einfach wunderbar. So ergreifend und tiefgehend, dass ich mir sicher bin, ich werde mir diese Verfilmung noch öfter ansehen. Und jedesmal wieder verzaubert sein.

Eigentlich war es ja ein ziemlich verregneter Abend, der mich eher halbherzig veranlasste, mir diese BBC Version von Jane Eyre anzusehen, der dritten, die ich sah, nach Zeffirellis Version mit Charlotte Gainsbourg und William Hurt und der für mich leider mißlungenen Umsetzung mit Ciaran Hinds/Samantha Morton. Gerade von letzterem Fim war ich sehr enttäuscht gewesen. Bis zum Schluß konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen, wie Jane sich in diesen Mann, Rochester, verlieben konnte, der so grausam und kaltherzig wirkte und sie mit seinen Worten bis ins Tiefste verletzte. Wo war die innere Verbundenheit, die Seelenverwandschaft, dieses Band, das wenn es reißt, innerlich verbluten läßt? Große Erwartungen an diese neue BBC Verfilmung hatte ich nicht.

Was für eine Überraschung! Dieser Film läßt mich seither nicht mehr los, nachdem ich ihn mir in einem Stück bis tief in die Nacht ansehen MUSSTE. Und den ich sofort am nächsten Tag im Originalton wiederholte.

Die deutsche Synchronisation halte auch ich leider nicht für besonders geglückt. Von den Dingen abgesehen, die hier schon erwähnt wurden, kann manchmal kann auch eine zu wörtliche Übersetzung nicht die beste Wahl sein und die Stimmung und gesamte Atmosphäre eines Films verändern. Aber es ist wohl in erster Linie die Wahl der so unpassenden Synchronstimme von Rochester, die vieles zunichte gemacht hat. Und verglichen mit dem Original bleibt eben auch insgesamt leider der Eindruck einer ziemlich langweiligen und biederen deutsche Synchronisation. Wo ist die Leidenschaft und Spontanität des Originals? Unvergeßlich die Szene, in der Rochester Jane fragt, ob sie ihn attraktiv findet und sie in Sekundenbruchteilen antwortet. Der sich daraus entwickelnde Dialog, so intensiv sich annähernd um im nächsten Moment wieder die Barrieren aufzubauen. Gerade diese Szene war in der deutschen Fassung sehr emotionslos, aber alles in allem ist auch die deutsche Version durchaus sehenswert.

Am meisten jedoch war ich von den Schauspielern begeistert - so wunderbar gecastet, perfekt bis in die kleinste Rolle. Bei Jane war in anfangs skeptisch, ist dies doch eine Rolle die große Kaft und Emotion abverlangt. Und Charlotte Gainsbourg aus Zeffirellis Verfilmung von 1996 stellte für mich schlichtweg die perfekte Jane dar. Aber Ruth Wilson ist einfach unbeschreiblich, so jung und frisch, so ausdrucksstark. Gerade am Anfang, als sie noch so scheu und zurückahltend war, war sie einfach umwerfend. Ein kleines Manko dieses Films bleibt für mich ja, dass Jane zum Schluß eine Spur zu emanzipiert und selbstbewußt wird. Auch wenn die Entwicklung vom ungeliebten und gehaßten Kind zur starken und selbstbewußten Frau mit sehr viel Zeit und Tiefgang nachvollziehbar erklärt wird, war sie mir am Ende ein wenig zu stark und hat Rochester daneben verblassen lassen, der durch seine schweren Verletzungen sowieso schon in eine andere Rolle gedrängt wurde. Alles in allem jedoch eine mehr als überzeugende Jane.
Mr. Rochester ist mich ganz eindeutig der Beste den es bisher gibt. Innerlich zerrissen, verwundet, zynisch und doch so verletzlich. Ein Lächeln für Sekunden auf diesem Gesicht, das sich dann sofort wieder verschließt. Was für eine Leistung von Toby Stephens, diesen Kampf des Mr. Rochester wiederzugeben. Die Suche nach Liebe trotz der Schicksalschläge, das vorsichtige Hoffen, um es gleich wieder zu begraben, das Sehnen nach einem wirklichen Partner um sich dann einzugestehen, das er ein Gefangener seiner eigenen Welt ist. Ja, zum ersten Mal war es von Anfang des Filmes an nachvollziehbar, warum sich Jane in diesen Mann verlieben musste. Und warum auch Rochester nicht anders konnte, als Jane zu lieben. War doch gerade dies in den anderen Verfilmungen so unverständlich, kam der Heiratsantrag doch immer eher aus heiterem Himmel, so war dieses Sehnen, Hoffen, Zurückstoßen, die Anziehung und das Eingestehen der Unmöglichkeit hier in jeder Sekunde des Filmes zu spüren. Wunderbar gespielt von Ruth Wilson und Toby Stephens.
Aber auch alle anderen Rollen sind einach perfekt besetzt, mit so großartigen Leistungen, ohne die der ganze Film wohl nicht das geworden wäre, was er ist.

Natürlich liebe ich die Länge des Films. 4 Stunden geben einfach genügend Raum, um eine gute Geschichte zu erzählen. Und dieser Film nimmt sich die Zeit, die Handlung langsam zu entwickeln, malt in wunderbaren Landschaftsbildern die Stimmung, läßt jeden von den Kostümen und dem Ambiente her vom ersten Augenblick an in diese Geschichte eintauchen, fängt mit der Musik jede noch so kleine Stimmung ein.

Gibt es großartig etwas zu bemängeln an dieser Verfilmung? Rochester als unattraktiv zu bezeichnen, bleibt wohl das Einzige, was es hier zu kritisieren gibt!


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