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Rezensionen verfasst von
Arne123 (Kairo, Cairo, Le Caire)

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Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens
Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens
von Hamed Abdel-Samad
  Broschiert
Preis: EUR 18,00

19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hintergründe zum arabischen Frühling, 25. Januar 2012
Ein Jahr ist es her, als sich Hamed Abdel-Samads Wege mit meinen vermutlich irgendwo über dem Mittelmeer kreuzten. Der in Ägypten gebürtige Politikwissenschaftler wollte das, was sich in seiner Heimat abspielte, direkt miterleben und beim Entstehen eines freien Ägyptens mitwirken. Ich wollte hingegen - wie jeder, der es damals konnte - mit meiner Familie nichts als aus Ägypten raus. Noch immer gehen mir Eindrücke aus den letzten Januartagen 2011 durch den Kopf: das Abschalten des Internets und des Mobilfunknetzes, die Nachrichten von der zunehmenden Gewalt gegenüber den Demonstranten, der Selbstauflösung der Polizei und Machtübernahme des Militärs, der Őffnung des Tora-Gefängnisses unmittelbar in unserer Nachbarschaft und den ersten Plünderungen und Toten, die Verknappung des Lebensmittelangebots und die Verhängung einer Ausgangssperre, das Auffahren von Panzern und Kettenfahrzeugen in unserem Wohnviertel, die nächtlichen Wachen gemeinsam mit den Nachbarn und der bittersüsse Anblick meiner Kinder, die vor der Geräuschkulisse lauter Maschinengewehrsalven mit unschuldiger Mine in unserem verbarrikadierten Haus musizierten, und schliesslich unsere chaotische Flucht über Rom nach Genf. Meine Sympathien waren während der ganzen Zeit eindeutig auf Seiten der Demonstranten, zumal ich in meinen Vorlesungen an der Amerikanischen Universität in Kairo, wo ich als Gastprofessor für VWL tätig war und bin, immer wieder auf die zentrale Bedeutung von Freiheit und Veränderung für Ägypten hingewiesen hatte. Von den geplanten Demonstrationen, an denen viele meiner Studenten teilnahmen, hatte ich daher frühzeitig Kenntnis. Im Übrigen war das Semester nach der Revolution ein ausserordentliches Erlebnis. Nie zuvor und nie danach hatte ich so interessierte und diskussionsfreudige Studenten in meinen Veranstaltungen; nie war soviel Aufbruchsstimmung. Viele Studenten kehrten mit zum Teil schweren Verletzungen an die Universität zurück. Entschuldigungen für verspätete Hausarbeiten oder Abwesenheiten nahm ich augenzwinkernd und gerne entgegen - wir verstanden uns.

Hamed Abdel-Samads Buch mit dem leider etwas reisserischen Titel "Krieg oder Frieden" liefert äusserst wertvolle Informationen zum arabischen Frühling allgemein und zur Situation Ägyptens im Speziellen. Wer etwas über die Ursache der Aufstände lernen möchte oder sich über die Rolle der sozialen Medien, der Muslimbruderschaft oder der Kopten in der Revolution kundig machen möchte, wird hier bestens informiert. Obwohl ich versuche, ein aufmerksamer Beobachter meiner Umgebung zu sein, war mir vieles neu: Dass sich die englische und arabische Ausgabe von Al Dschasira grundlegend unterscheiden; dass der Begründer der Muslimbrüder, Sayedd Qutb, auch der literarische Entdecker von Nagib Machfus war; dass der arabische Nationalismus vor allem von Christen voran getrieben wurde, all das lernte ich erst durch dieses Buch. Mit grossem Gewinn las ich auch den Abschnitt über den Alltag muslimischer Frauen in traditionell lebenden Familien - eine Welt, die mir als westlicher Mann weitgehend versperrt bleibt, genauso wie meiner Frau, deren Arbeit bei den VN uns überhaupt erst nach Kairo brachte.

Besonders pointiert und provokativ sind die Äusserungen Abdel-Samads, der als junger Student selbst Mitglied der Muslimbrüder war, zur Rolle der islamischen Religion. Die These, dass Religion und Stammeskultur die beiden wichtigsten Modernisierungshemmnisse der arabischen Welt sind, hat er bereits in früheren Büchern ausführlich dargelegt und begründet. Folglich erteilt er auch den Befürwortern eines interreligiösen Dialogs eine klare Absage ("Luxus der Diaspora") und setzt auf Säkularisierung und wirtschaftliche Interessen. Wer so argumentiert - und Abdel-Samad macht es sprachlich und inhaltlich hervorragend, schafft sich nicht unbedingt Freunde, weder in einer Gesellschaft, in der Verschwörungstheorien und politisches Sündenbock-Denken immer schon Konjunktur hatten, noch unter westlichen Islamfreunden.

Uneingeschränkt zuzustimmen ist zudem Abdel-Samads Forderung nach einer Reform des Bildungssystems. Die Leistungsfähigkeit des ägyptischen Schulsystems ist katastrophal - viele junge Menschen gehen von der Schule als funktionale Analphabeten ab. Geschichtsbücher heizen nach wie vor den Hass auf Israel und den Westen ein. Gute Schulnoten werden den schlecht bezahlten Lehrern üblicherweise gegen Bares abgekauft. In den Gehaltslisten sollten die 1,4 Millionen Geheimpolizisten (PS: im Abhören von Telefongesprächen wart Ihr nie besonders professionell!) deshalb nach und nach jungen Lehrern Platz machen; die Lehrpläne müssen dringend überarbeitet werden.

Leider scheint mir der Abschnitt zur wirtschaftlichen Fragen mit recht heisser Nadel gestrickt und auch mit Fehlern behaftet. So ist mir die Forderung, "westliche Staaten sollen sich mit Eigenkapital an Investitionen in den arabischen Ländern" beteiligen, unverständlich - in Marktwirtschaften werden Investitionsentscheidungen dezentral von Unternehmen getroffen und nicht von Regierungen, zumal wenn es sich um Auslandsinvestitionen handelt. Auch der Forderung nach Schuldenerlass stimme ich nicht zu, da die Auslandsverschuldung Ägyptens relativ niedrig ist und es der ägyptischen Regierung nicht an Deviseneinnahmen mangelt (Suezkanal, Õlexporte). Ebenso unangebracht wäre es, in einem Anfall von Aktionismus weitere Entwicklungshilfegelder nach Ägypten zu pumpen - den Ruf nach einem Marshall-Plan für die arabische Welt halte ich für falsch. Kapital ist in Ägypten ausreichend vorhanden; es liegt bloss meistens brach. Schliesslich gibt es die von Abdel-Samad geforderte Freihandelszone im Nahen Osten längst ("Pan-Arab Free Trade Agreement"); sie krankt allerdings am Geschwür der Korruption und mangelnder Implementierung.

Was können wir tun, was dürfen wir hoffen? Insgesamt gibt es Anlass zu vorsichtigem Optimismus, nicht nur weil das Jahr 2011 die Sterbeurkunde für drei arabische Diktaturen markierte. Die meisten Ägypter wünschen sich nichts anderes als Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Perspektiven sowie eine Abkehr von Folter und Korruption. Diesem Ansinnen sollte sich die westliche Welt nicht verschliessen. Daher empfiehlt Abdel-Samad, dass der Westen sich in der Übergangsphase politisch zurückhalten und der neu gewählten Regierung einen Vertrauensvorschuss geben sollte. Auch wenn einem die Ergebnisse der jüngsten Parlamentswahlen (die nach der Veröffentlichung des Buches stattfanden) nicht gefallen: In ihrer Mehrheit sind die Muslimbrüder eher islamische Traditionalisten als fanatische Religionskrieger; ihre Philosophie ähnelt in vielen Bereichen auffallend der katholischen Soziallehre, allerdings im islamischen Gewand. Den Friedensvertrag mit Israel haben sie mehrfach bekräftigt. Ernst zu nehmen ist aber sicherlich die unter Muslimbrüdern verbreitete Einstellung, der Westen sei prinzipiell islamophob. Andererseits wäre es naiv anzunehmen, dass in kurzer Zeit Musterdemokratien westlicher Prägung entstehen. Aber möglicherweise hat die Revolution einen Prozess in Gang gesetzt, an dessen Ende im Nahen Osten einige offene und rechtsstaatliche Gesellschaften mit verbrieften Freiheitsrechten stehen. Damit auf den arabischen Frühling auch ein Sommer folgt, wünsche ich Ägypten auf seinem langen Weg nach Westen viel Glück. Ebenso wünsche ich mir weitere sachkundige Beiträge aus der Feder Hamed Abdel-Samads.

[Grosse Klammer auf: Darf man gute Sachbücher verbessern? Ich bin so frei und erlaube mir das für einige Passagen für den wirtschaftlichen Bereich. Also, was ist zu tun in und für Ägypten?
(1) Reform des Arbeitsmarkts - In einer 2008 vom Weltwirtschaftsforum durchgeführten Studie über die Effizienz nationaler Arbeitsmärkte landete Ägypten von 134 untersuchten Staaten auf dem 134. und letzten Platz. Kein Wunder, denn die Realität ist sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer ein Alptraum: In vielen Unternehmen ist es gängige Praxis, dass Angestellte vor ihrem ersten Arbeitstag eine undatierte Kündigung unterschreiben, mit Hilfe derer sie dann später jederzeit entlassen werden können. Umgekehrt herrscht bei Arbeitern und Angestellten Selbstbedienungsmentalität vor, denn ausserhalb des Familienverbunds fühlt man sich oft nur zu eingeschränkter Loyalität verpflichtet. Die Gesetzeslage ist konfus; das äusserst voluminöse und undurchschaubare Arbeitsgesetz ist noch nicht einmal auf der Internetseite des Arbeitsministeriums erhältlich. Wer hingegen als Arbeitgeber seinen Angestellten halbwegs vertrauen will, muss aussergewöhnlich hohe Gehälter zahlen (im Fachjargon: Effizienzlöhne mit erheblichen Shapiro-Stiglitz mark-ups) und reduziert deshalb die Belegschaft auf ein notwendiges Minimum. Obwohl Ägypten niedrigere Löhne und grössere Nähe zum europäischen Absatzmarkt bietet, ziehen es beispielsweise Textilunternehmen vor, in China und Bangladesch zu produzieren. Ein sauber formuliertes und allseits respektiertes Arbeitsgesetz mit klaren Regeln für Einstellungen und Kündigungen könnte hier Wunder wirken und den Beschäftigungsmotor anspringen lassen.
(2) Reform des Staatssektors - Angesichts der miserablen Beschäftigungssituation ist es kein Wunder, dass der beliebteste Arbeitsplatz ein lauer Job beim Staat ist; lediglich "Onkel beim Staat" ist noch beliebter als Einkommensquelle. Gleichwohl muss der Staatssektor reformiert und die Zahl der sieben Millionen(!) Beamten reduziert werden. Wer noch nie in einem ägyptischen Ministerium war, kann sich die kafkaeske Situation mit Hunderten und Tausenden von Beamten, von denen viele rein gar nichts tun, vermutlich kaum vorstellen. Ebenso muss die wirtschaftliche Rolle des Militärs, das bei grossen Transaktionen gerne die Finger im Spiel hat, beschnitten werden.
(3) Korruptionsbekämpfung - Ägypten ist weitaus korrupter als andere Staaten mit einem vergleichbaren Pro-Kopf-Einkommen. Die Selbstbedienungsmentalität in den immer noch zahlreichen Staatsbetrieben ist weit verbreitet. Auftragsvergabe und Bezahlung richten sich nicht nach Leistung, sondern nach persönlichen Beziehungen. Wer ein Unternehmen gründen will, muss sich erst einmal durch einen Wald von Bestimmungen und Lizenzen bestechen, lässt es aber in der Regel bleiben. Wer sich als Ausländer niederlassen will, um zu investieren, darf beim Zoll erst einmal mehrere Tausend Dollar "Lagerkosten" berappen, nur um an sein persönliches Hab und Gut zu kommen. Pressefreiheit, klare strafrechtliche Vorgaben und eine grössere Kultur der Transparenz können viel bewirken.
(4) Marktzugang für ägyptische Produkte verbessern - Hier können westliche Staaten viel bieten. Trotz des Assoziationsabkommens mit der EU haben viele ägyptische Produkte immer noch schlechten Zugang zum EU-Markt. Qualitativ ausgezeichnete Produkte wie Baumwolle, Olivenöl oder Wintergemüse können aufgrund höher Zölle nicht profitabel in die EU verkauft werden. Zollsenkungen im Rahmen der Nachverhandlungen zum Agrarprotokoll des Abkommens könnten dies ändern, müssten aber gegen den Widerstand südeuropäischer EU-Mitglieder durchgesetzt werden.
(5) Reform der Staatsfinanzen - Einkommenssteuer zu zahlen gilt für gut Verdienende nach wie vor als milde Form der Exzentrik; wohlhabende Ägypter zahlen sie in der Regel nicht. Auf der Ausgabenseite sollte die ökonomisch kostspielige wie ökologisch bedenkliche Subventionierung von Benzin abgeschafft werden, die den Preis von Benzin unter den von Mineralwasser drückt. Anstatt die obere Mittelschicht zu bezuschussen, sollten Armutsbekämpfung und Bildung die Pfeiler staatlicher Ausgaben bilden. Grosse Klammer zu.]
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 16, 2013 1:04 PM MEST


Böhm Bb Klarinette in schwarz mit 17 Klappen mit Koffer, Tragegurt und Zubehör
Böhm Bb Klarinette in schwarz mit 17 Klappen mit Koffer, Tragegurt und Zubehör

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Parbleu!, 2. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das war meine erste Reaktion, als ich dieses Angebot sah. Ist das auch wirklich eine vollwertige Böhm-Klarinette und keine Vuvuzela? Als Wald- und Wiesenmusikant, dessen alte Klarinette ihren Zenit längst überschritten hatte, wollte ich es ausprobieren und schlug zu. Mein erster Eindruck von Material, Verarbeitung und Klang war durchweg positiv. Da mein Gehör nach eigener Einschätzung unterdurchschnittlich ist, bat ich einen befreundeten, am Mozarteum ausgebildeten Klarinettisten um einen Blindtest - und auch er war beeindruckt vom warmen Klang und reinen Ton des Instruments. Auf die 18. Klappe, den zweiten Es-Heber, muss man bei dieser Klarinette verzichten, was Puristen kritisieren dürften. Auch das Mundstück werden einige bald wechseln wollen, aber, mal im Ernst, gibt es eigentlich überhaupt Klarinettisten, die mit ihrem Mundstück zufrieden sind?

Der Preis dieser Klarinette entspricht in etwa den Kosten eines Meisters in der Musikinstrumente-Industrie für eine einzige Arbeitsstunde. Möglich ist das wohl nur durch eine Kombination von Massenfertigung, hoher Technisierung der Produktion und leichten Abstrichen bei der Qualität, zum Beispiel der Klappenmechanik. Dass solche Angebote der traditionsreichen süddeutschen Musikinstrumente-Industrie schaden werden, glaube ich übrigens nicht. Wer Orchestermusiker als Berufsziel hat oder einfach reich ist, zahlt sicher gerne weiterhin 1500 Euro oder mehr für eine handgearbeitete Klarinette mit versilberten Klappen. Wer hingegen einfach nur Freude am Musizieren auf Alltagsniveau hat, ist mit diesem Instrument bestens bedient.


Asterix HC 06 Tour de France
Asterix HC 06 Tour de France
von René Goscinny
  Gebundene Ausgabe

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gloire, Grandeur, Geschichtsbewusstsein, 12. August 2011
"Nos ancêtres les Gaulois." Unsere Vorfahren, die Gallier. Diese Worte, die in Frankreich seit langem geflügelt sind, entstammen einem der langlebigsten französischen Schulbücher. Fast über die gesamte Dritte Republik (1871 - 1940) hinweg war "Le Petit Lavisse" in Gebrauch und sollte französisches Geschichts- und Selbstbewusstsein über Generationen prägen. Dabei vermittelt das Buch eine sehr mythisch geprägte Geschichte Frankreichs, die vor allem zur "gloire nationale" beitragen soll. Kein Schulkind kam an diesem Buch vorbei, auch nicht René Goscinny und Alberto Uderzo. Selbst für Kinder in den Schulen der französischen Kolonien Afrikas oder Indochinas begann der Geschichtsunterricht häufig mit diesem Satz, auch wenn ihre Vorfahren alles andere als Kelten waren. Hier zeigte sich die mission civilisatrice französischer Kolonialpolitik besonders stark. Neben diesem Geschichtsbuch war es ein erstmals 1877 erschienener, bis 1917 über 7 Millionen mal verkaufter Roman, der für diesen Asterix-Band unabdinglich werden sollte: "Le tour de la France par deux enfants", von Augustine Fouillée unter dem Pseudonym G. Bruno veröffentlicht, erzählt die Geschichte zweier Lothringer Halbwüchsiger im Jahre 1872, die, nach dem preussisch-französischen Krieg ihrer Heimat "beraubt", auf der Suche nach ihrer Identität durch Frankreich reisen - schliesslich war "France" das letzte Wort ihres verstorbenen Vaters. Der Ton beider Bücher ist aus heutiger Sicht reichlich nationalistisch und revanchistisch, aber auf deutscher Seite sah es damals bekanntlich nicht besser aus.

Vor diesem Hintergrund erschien 1965 mit "Tour de France" eine der vielleicht besten Asterix-Folgen. Die Rahmenhandlung des Bandes ist eine Wette des verbarrikadierten Dorfes gegen Lucius Nichtsalsverdrus (Danke an Übersetzerin Gudrun Penndorf für diese grossartigen Einfälle!), Asterix und Obelix eine Tour durch ganz Gallien machen zu lassen und aus jeder Gegend eine kulinarische Spezialität mitzubringen. Eine Tour, die allerdings in so manchen Belangen eher an das heutige Frankreich als an Gallien erinnert. Auf zahlreiche Anspielungen zur heutigen Welt ist bereits an anderer Stelle hingewiesen worden: die sommerlichen Staus im Rhonetal auf der "Römerstrasse VII" (Route nationale 7), die Rolle der Résistance und der Gastronomie in Lyon, die verschiedenen regionalen Spezialitäten, von denen es übrigens zu gallisch-römischen Zeiten keine einzige in dieser Form gab (Weine aus Bordeaux, Austern aus Arcachon, Champagner aus Reims, etc.). Deshalb an dieser Stelle ein paar vielleicht weniger bekannte Winke: der Befehl des Zenturions in Burdigala zur Aufstellung im Fünfermuster ("en quinconce") spielt auf die Place des Quinconces an, den grössten Platz in Bordeaux. Die Kneipenszene in Massilia ist von der Verfilmung der Marseiller Trilogie von Marcel Pagnol inspiriert. Mit dem "höllischen Pflaster", auf dem ein römischer Soldat im Norden Galliens einen Radbruch erleidet, ist vermutlich das Radrennen Paris-Roubaix gemeint. Da selbstverständlich auch die Tour de France nicht fehlen darf, wird das Eintreffen von Asterix und Obelix in Aginum als Bergankunft inszeniert (sehr schön: "Gute Idee, die Tour de Gaule. Vielleicht werden wir auch Etappenstadt."). Der Diebstahl des Pferdewagens vor der "Herberge Zur Post" in Lugdunum ist schliesslich eine Anspielung auf den Lyoner Postkutschenüberfall, einen der berühmtesten Kriminalfälle im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Gleichwohl verweigern sich einige besonders schöne Wortspiele der Übertragung ins Deutsche. Der Name der Stadt "Divodurum" klingt wie ein hingelalltes "tu veux du rhum?". Ein Pariser Tourist, dessen Boot von Asterix und Obelix gekapert wird, bedankt sich für das Mitnehmen im Boot, wobei im Französischen "mené en bateau" identisch ist mit reingelegt werden. Der von einem Hinkelstein getroffene Hafenangestellte zählt drei Dutzend Steine und sieht zugleich die Sterne beziehungsweise "trente-six chandelles". Die vieldeutigen und nichtssagenden Aussagen der Bewohner von Rotomagus nennt man im Französischen möglicherweise normannische Antworten, "réponses de Normand", vielleicht aber auch nicht.

Fast einhundert Veröffentlichungen über die Asterix-Reihe sind bis heute in historischen, soziologischen und literaturwissenschaftlichen Zeitschriften erschienen. Dabei gibt es kaum einen Aspekt, der bisher nicht beleuchtet wurde, von römischer Architektur bis hin zum USA-Bild der Autoren. Ein Gesichtspunkt, der bei vielen Asterix-Interpretationen bisher möglicherweise vernachlässigt wurde, ist die ostjüdische Herkunft Goscinnys. Als Sohn polnischer Juden gelangte er über den Umweg von Buenos Aires, wo er die französische Schule besuchte, und New York, wo er als Werbezeichner arbeitete, nach Paris. Vor diesem Hintergrund betrachtet, erscheint das von feindlichen Lagern umgebene gallische Dorf nicht wie ein osteuropäisches Schtetl? Und die Schlitzohrigkeit, mit der sich seine Bewohner gegen ihre Besatzer wehren, anstatt rohe Gewalt zu benutzen (Obelix vielleicht ausgenommen), ist das nichts anderes als altbekannte Chuzpe? Auch Alberto Uderzo hatte Migrationshintergrund und daher einen besonderen Blick auf Frankreich. Als Sohn italienischer Einwanderer erlebte er Fremdenfeindlichkeit gegenüber den zahlreichen italienischen Immigranten einerseits, aber ebenso das Integrationspotenzial einer stolzen Nation. Wie auch René Goscinny kannte er die französische Kultur bestens, behielt aber als Einwandererkind immer auch die Möglichkeit der Perspektive von aussen. Als Uderzo und Goscinny sich Anfang der fünfziger Jahre in Paris kennenlernten, war dies der Beginn einer wunderbar produktiven Freundschaft. Die in den folgenden Jahrzehnten entstandene Asterixserie sollte zu Frankreichs Trivialepos schlechthin werden.

Der Held der Serie, Asterix, stellt zum einen das alte Ideal eines intelligenten, blonden gallischen Kriegers dar, andererseits trägt er, unter anderem durch seine kleine, kaum muskulöse Statur, Züge eines Anti-Helden. Die anti-intellektuelle, eher den leiblichen Freuden zugetane Seite des Nationalcharakters wird durch Obelix repräsentiert, der sich zudem in naiv-sympathischer Weise weigert, andere in ihrer Andersartigkeit zu akzeptieren. Der Rest des Dorfes verkörpert verschiedene Aspekte des esprit gaulois - von der Disziplinlosigkeit über Völlerei bis hin zu gelegentlichen Raufereien. Gleichwohl werden die Stereotype, auch über andere Nationalitäten und Bewohner verschiedener gallischer Regionen, häufig dermassen überstrapaziert, dass sie unglaubwürdig werden und sich dadurch wieder selbst disqualifizieren. Das ist vielleicht eines der besonderen Erfolgsrezepte der Asterix-Geschichten: Sie laden zur Identifikation ein, ohne doktrinär zu sein. Man ist stolz, sehr stolz auf Frankreich und seine Bewohner, Geschichte und Traditionen, aber gleichzeitig belächelt man doch die eigene Einstellung ein wenig..., denn dass die pax romana in Wirklichkeit kein gallischer Frieden war, weiss man nur zu gut. Vielleicht ist es gerade dieses Spannungsverhältnis aus selbstbewusstem Geschichts- und Selbstverständnis und ironischer Distanz zu eben demselben, das die Asterix-Bände auch für Nicht-Franzosen lesenswert macht. Für 48 Seiten, bis hin zum obligatorischen Festbankett, sind wir darum alle gerne Gallier. Wie schliesslich auch unsere Vorfahren.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 12, 2011 6:17 PM CET


Reise nach Ägypten: Briefe, Gedichte, Notizen (insel taschenbuch)
Reise nach Ägypten: Briefe, Gedichte, Notizen (insel taschenbuch)
von Horst Nalewski
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,00

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ärgerliche Mogelpackung, 27. Juni 2011
Leerseiten, Fotografien, ein langes Nachwort, Texte ohne direkten Bezug zum Thema - die Möglichkeiten eines Verlags bei mangelndem Material für einen Themenband sind vielfältig, und der Insel Verlag nutzt sie für diesen Band alle. Nur wenige der in ihm enthaltenen Briefe und nur ein einziges Gedicht schrieb Rilke während seiner Ägyptenreise. Dazwischen finden sich aus dem Altägyptischen übersetzte Texte, deren Bezug zu Rilkes Reise und Werk reichlich fragwürdig ist, verschiedene nach der Reise geschriebene Briefe mit zumeist nur marginalem Ägyptenbezug sowie zahlreiche Fotografien von Rilke-Handschriften oder mehr oder weniger bekannten Sehenswürdigkeiten. Auf den Gipfel getrieben wird die Seitenschinderei mit einem neunseitigen, reichlich schwülstigen "Sonnengesang des Echnaton" vom amerikanischen Archäologen James Breasted. Eines der wenigen Rilke-Werke, das durchaus in den Band gepasst hätte, "Die ägyptische Maria" aus den Neuen Gedichten, sucht man hingegen vergeblich.

Rilke selbst hatte nichts von seiner im Winter 1911 unternommenen Ägyptenreise veröffentlicht, wohl mit gutem Grund. Einen grossen Teil seines Aufenthalts, den er im Nachhinein "nicht das Richtige" nannte, war er schlichtweg krank, lag im Bett und kam nicht anders mit "als einer, den das Pferd abgeworfen hat und auf und ab im Bügel mitreisst". Dies alles spricht in keinster Weise gegen Rilke, wohl aber gegen die für diesen Band Verantwortlichen. Bei Drogen spricht man von Strecken, bei Lebensmitteln von einer Mogelpackung. Gibt es einen vergleichbaren Ausdruck für Bücher?


Reisetagebuch aus Ägypten
Reisetagebuch aus Ägypten
von Gustave Flaubert
  Taschenbuch

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stilist und Bourgeois auf Reisen, 13. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Reisetagebuch aus Ägypten (Taschenbuch)
Im Oktober 1849 bricht Gustave Flaubert in Begleitung seines Freundes Maxime Du Camp zu einer Reise nach Ägypten auf, einem damals eher ungewöhnlichen Reiseziel. 28 Jahre ist er zu diesem Zeitpunkt alt, sein Jurastudium hat er bereits einige Jahre zuvor abgebrochen. Finanziell ist er durch eine frühe Erbschaft abgesichert, aber Bekanntheit als Schriftsteller hat er noch nicht erlangt. Die Expedition, zu der ihm der im Regierungsauftrag reisende Du Camp überredet hat, führt zunächst mit dem Schiff von Marseille über Malta nach Alexandria. In Ägypten angekommen, reisen Flaubert, Du Camp und ihr Diener Josef mit dem Hausboot nilaufwärts, mit längeren Aufenthalten in Kairo und Luxor, bis nach Wadi Haifa im Norden des Sudan. Übernachtet wird zumeist auf dem Hausboot, häufig aber auch in französischen Konsulaten oder Gasthäusern. Nahezu ein Jahr sollten Flaubert und Du Camp auf diese Weise unterwegs sein.

Ausserordentlich interessant liest es sich zunächst, wie sich Ägypten und seine Sehenswürdigkeiten zu damaliger Zeit präsentierten. Der Tempel von Edfu beispielsweise diente dem ganzen Dorf als öffentliche Latrine. Ein Ausflug zu den Pyramiden von Gizeh, die damals noch mitten in der Wüste lagen, war eine mehrtägige Expedition. Wo sich heute Kairos Häusermeer ausbreitet, ging Flaubert vor 160 Jahren auf Vogeljagd. In Luxor standen Wohnhäuser mitten in den Tempeln. Der Abstecher von Luxor nach Kosseir (al-Qusair) am Roten Meer war eine qualvolle zweitägige Karawanenreise. Krokodile bevölkerten den Nil bis hinunter nach Assyut. In vielen der kleineren Tempel fanden sich noch Mumien oder Teile davon, sofern sich Schakale nicht darüber hergemacht hatten. Allein diese erstaunlichen Kontraste zum Ägypten des 21. Jahrhunderts und der heutigen Art des Reisens machen das Tagebuch lesenswert.

Für Gesprächsstoff sorgt Flauberts Ägypten-Tagebuch heutzutage insbesondere aufgrund seines häufig unbewusst abfälligen "Blicks auf das Fremde". Die Tempel langweilten Flaubert, die Sklavenmärkte betrachtete er ohne Anteilnahme; im Zweifel interessierten ihn eher die Jagd oder der Zeitvertreib mit "Tänzerinnen". Flauberts Philosophieren über verschiedene Negerarten und -rassen wirkt heute befremdlich, ebenso die Betrachtung der "kleinen Negerin, die christlichen Kaufleuten aus Syrien gehört" oder des "Lümmels von einem Neger", der in europäischer Kleidung auf den Strassen Alexandrias flaniert. Man darf solche Aussagen durchaus gegen Flaubert verwenden, und vielleicht sollte man es auch. Edward Said nennt denn auch Flaubert in seinem Buch "Orientalism" als klassisches Beispiel für einen herablassenden Blick des gebildeten Europäers auf Reisen. Aber, Klammer auf, man sollte sich vielleicht auch darüber bewusst sein, dass es einen wie auch immer gearteten neutralen "Blick auf das Andere" nicht gibt und nicht geben kann. So spricht denn auch Wolfgang Koeppen in seinem sonst lesenswerten Nachwort ganz selbstverständlich von Afrika als dem "dunklen Erdteil" - Klammer zu. Was jedenfalls feststehen dürfte: Flaubert war Bourgeois durch und durch. Ein Citoyen war er nicht.

Trotz dieser Einwände besticht das Reisetagebuch durch stilistische Eleganz und die aussergewöhnliche Beobachtungsgabe Flauberts. Auch wenn die Einträge häufig nur stichwortartig oder skizzenhaft sind, so spürt man, dass hier ein Sprachfanatiker und Schwerarbeiter des Stils, ein Besessener des perfekten Ausdrucks zu Gange ist. "Die Sonne hob sich mir gegenüber; das ganze Niltal, in Nebel gebadet, schien ein weisses, regungsloses Meer, und die Wüste dahinter mit ihren kleinen Sandbergen wie ein zweiter Ozean von düsterem Violett mit lauter erstarrten Wogen." Ob sich Jahre später Monet von solchen Eindrücken inspirieren liess? Der Chirurgensohn Flaubert selbst verglich seinen Schreibstil gerne mit der Tätigkeit des Sezierens. Eine gewisse Kälte in der Beobachtung sowie eine scheinbare Teilnahmslosigkeit finden sich dabei an vielen Stellen des Tagebuchs. "Ich erstehe von Frauen zwei Haarstränge mit ihrem Schmuck; die Frauen, denen man sie abschneidet, weinen, aber ihre Männer, die sie abschneiden, erhalten zehn Piaster für jeden Strang." Wenige Jahre später sollte dieser distanzierte Stil durch den Roman Madame Bovary, den Flaubert nach seiner Rückkehr begann, Berühmtheit erlangen.

So erfreulich es ist, dass der Diogenes Verlag das Reisetagebuch vor einigen Jahren in deutscher Sprache neu veröffentlicht hat, so sehr drängt sich der Eindruck auf, er habe es sich mit dieser Ausgabe etwas sehr einfach gemacht. Die Übersetzung von E.W. Fischer aus dem Jahre 1920 wurde unverändert übernommen, und kritische Anmerkungen oder Erklärungen fehlen fast gänzlich. So wird anscheinend von einem durchschnittlichen Leser zu wissen erwartet, dass "fi leban?" übersetzt "Gibt es Milch?" heisst. Auch eine Anpassung der Schreibart von Ortsnamen (Luksor, Siut, Hedjas) oder Begriffen wie Kapitäl oder Chicheh an heute gängige Schreibweisen wäre wünschenswert gewesen. Ob es sich bei dem im Tagebuch erwähnten "Dr. Lipsius" um den Ägyptologen Richard Lepsius handelt, bleibt leider auch unklar. Zudem hätte sich mit einigen der zahlreichen während der Reise entstandenen Fotografien Du Camps sicherlich eine wesentlich ansprechendere Ausgabe realisieren lassen. Dennoch bleibt der Gesamteindruck eines bemerkenswerten Werkes eines grossen Stilisten auf Reisen.


Genfer See. Genf - Chablais - Riviera - Lavaux - La Cote - Jura. 50 Touren
Genfer See. Genf - Chablais - Riviera - Lavaux - La Cote - Jura. 50 Touren
von Daniel Anker
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wanderbarer Wunderführer, 15. August 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie unterschiedlich die Berge rund um den Genfer See doch sind: steil aufragend wie die Zacken der Dents du Midi, schlumpfmützig wie der Gipfel des Château d'Oche oder bauchig und rund wie die Juragipfel bei Gex. Und wie verschieden sich auch die Uferlandschaften präsentieren: Palmen und Blumen dominieren bei Montreux, Weinberge prägen das Nordufer, während auf der Südseite die mit dunklen Wäldern bewachsenen Abhänge direkt in den See zu stürzen scheinen. Wo sonst hätte Rousseau seine Forderung "Zurück zur Natur!" besser erheben können als hier, wo sonst könnte man ihr besser folgen? Eine Gegend also, die nach einem guten Wanderführer geradezu schreit!

Alles im Wanderland - wer sich nur einen einzigen Führer für die grossen und kleinen Wunder dieser Region zulegen möchte, ist mit Daniel Ankers fast schon klassischem Buch hervorragend bedient. Sämtliche bekannte Léman-Wanderungen sind in dem Büchlein enthalten, einschliesslich der Königstour auf die 3257 Meter hohen Dents du Midi. Die 50 Tourenvorschläge reichen dabei von einfachen Stadt- und Uferspaziergängen bis hin zu grösseren Bergtouren, für die Trittsicherheit und gute Kondition erforderlich ist. Die farbigen Kartenausschnitte sind für die kürzeren Wanderungen völlig ausreichend; für die längeren Touren ist zusätzliches Kartenmaterial hingegen unerlässlich. Woran man besonders gut erkennt, dass dieser Wanderführer Massstäbe gesetzt hat, ist, dass er ins Französische übersetzt wurde und in dieser Sprache weite Verbreitung findet. Eine grossartige Idee ist die Einleitung jeder Wanderung mit einem Literaturzitat - schliesslich gibt es wohl keine andere Alpenregion, in der und über die soviel geschrieben wurde. Die Auswahl reicht dabei von historischen Reiseberichten über Mary Shelleys Frankenstein bis zu den Erinnerungen Saul Friedländers. Das macht Lust auf mehr, vermeidet jedoch die Ausschweifungen manch anderer Führer - wer auf 2000 Meter Höhe wandelt, will schliesslich keine Enzyklopädie im Rucksack spazieren führen. Auch die Höhenprofile der Wanderungen sind eine sinnvolle Neuerung. Mutig hingegen, den von Tagestouristen überlaufenen Ort Yvoire am Südufer des Sees nur am Rande zu erwähnen. Ein Tipp am Rande: Wenn das letzte Boot abgelegt hat und Stille einkehrt, ist dieses mittelalterliche Dorf wieder einer der schönsten Orte am Genfer See. Und nach der Wanderung? Da lächelt der See und ladet zum Bade. Den Sonnenuntergang gibt's gratis dazu.
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Wucherzins und Höllenqualen: Ökonomie und Religion im Mittelalter
Wucherzins und Höllenqualen: Ökonomie und Religion im Mittelalter
von Jacques Le Goff
  Gebundene Ausgabe

20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wendephase im Mittelalter, 6. Juni 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wucher - wohl kaum ein anderer Begriff beinhaltet eine explosivere Mischung aus Religion und Wirtschaft. Bis ins 12. Jahrhundert waren für den Christenmenschen die auf verschiedenen Bibelstellen basierenden Verhaltensvorgaben eindeutig: Zinsnahme ist Wucher, und Wucherer landen in der Hölle. Auch wenn die scholastische Lehre verschiedene Ausnahmen vom Zinsverbot kannte, so blieb die Regelung insgesamt über Jahrhunderte wasserdicht. Jacques Le Goff, einer der führenden Mediävisten Frankreichs, beschreibt in diesem Buch, wie sich im Laufe des Hochmittelalters ein Mentalitäts- und Einstellungswandel vollzog, der zu einer Lockerung des Zinsverbots führte und damit zu einem Wegbereiter des Frühkapitalismus wurde. Dabei beschränkt er sich nicht auf das Resumee kirchlicher Normen, sondern untersucht auch deren Popularisierung durch Predigten und Handbücher für Beichtväter sowie deren praktische Akzeptanz anhand von Testamenten. Eine besondere theologische Innovation stellt nach Le Goff in diesem Zusammenhang das Fegefeuer dar: Gegen Ende des 12. Jahrhunderts "geboren" und theologisch begründet, löste es zumindest für bussfertige Wucherer das Dilemma, dass diesseitiger Wohlstand nur um den Preis jenseitiger Seelenpein zu erzielen war - über einen kleinen Instanzenumweg konnte das Paradies nun doch noch erreicht werden. Zudem konnten Verwandte die Leidenszeit des Toten im Fegefeuer durch Gebete, Opfergaben und Fürsprache verkürzen helfen. Gleichzeitig begann die Kirchenlehre, vorsichtig zwischen "gerechtfertigtem Zins" und "übermässigem Wucher" zu differenzieren. Durch beide Entwicklungen wurde das Zinsverbot aufgeweicht, und die gesellschaftliche Akzeptanz des Geldverleihs stieg.

Als herausragender Vertreter der Annales-Schule interessiert Le Goff sich weniger für Ereignisgeschichte, sondern eher für langfristige Entwicklungen und kulturhistorische Hintergründe. Auf den Einfluss der Religion auf ökonomische Phänomene wies bereits Max Weber hin. Im Gegensatz zu Webers Protestantismus-These beschreibt Le Goff jedoch, wie der Abbau eines religiösen Tabus wachstumsfördernd wirkt. Da das Buch sechs eher lose zusammenhängende Einzelartikel enthält, die zudem bereits in den siebziger Jahren geschrieben wurden, ist das umfangreiche Nachwort des Frankfurter Mittelalterspezialisten Johannes Fried besonders hilfreich. Wo Le Goffs Argumentation bisweilen etwas sprunghaft wirkt, systematisiert Fried und konkretisiert den politischen und wirtschaftshistorischen Kontext des Einstellungswandels. Dass die geänderte gesellschaftliche Stellung des Wucherers tatsächlich ein "Meilenstein auf dem Weg zum Kapitalismus" war, ist indes eine kühne These, und Le Goff ist sich dessen bewusst. Ein detaillierter Blick auf die Zeit nach dem Wegfall der sakralen Bremse am Kreditmotor wäre daher begrüssenswert gewesen. Auch über regionale Unterschiede in der Aufweichung des Zinsverbots und deren Gründe würde man gerne mehr erfahren. Trotz dieser geringfügigen Einschränkungen bietet dieses Buch einen faszinierenden Einblick in mittelalterliches Denken. Le Goffs Quellenkenntnis ist beeindruckend, seine Sprache zugleich klar und erfrischend unakademisch, und nicht zuletzt ist die Ûbersetzung sehr gelungen.


Der Hund, der Eier legt: Erkennen von Fehlinformation durch Querdenken
Der Hund, der Eier legt: Erkennen von Fehlinformation durch Querdenken
von Hans-Hermann Dubben
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mathematik im Dienste der Aufklärung, 29. Mai 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bücher zu statistischen Fehlschlüssen oder Denkfallen gibt es inzwischen zuhauf. "Der Hund, der Eier legt" von Hans-Hermann Dubben und Hans-Peter Beck-Bornholdt fügt sich zunächst in diesen Reigen ein und zeigt insbesondere Denkfehler und Tricks im Zusammenhang mit Zufallsprozessen auf. Was jedoch den besonderen Reiz dieses Buches ausmacht und es von anderen unterscheidet, ist der Brückenschlag zum Wissenschaftsbetrieb und das Aufzeigen von Fehlschlüssen und handfesten Betrügereien auf "höherer" und folgenreicherer Ebene, vor allem in der bio-medizinischen Forschung. Es liest sich fast wie ein Wissenschaftskrimi, wenn die Autoren (beide Dozenten am Hamburger Universitätsklinikum) aufzeigen, wie zweifelhafte Forschungsergebnisse produziert werden, ihren Weg über angesehene Fachzeitschriften in medizinische Lehrbücher finden und schliesslich über Jahre hinaus die therapeutische Praxis beeinflussen, z.B. bei der Krebsbehandlung. Das Auslassen oder Hinzufügen von Daten, selektive Publikation ("Signifikanzenfischen") oder falsche Interpretation medizinisch-statistischer Tests scheinen verbreitet zu sein - und das in einer Fachrichtung, in der viele Absolventen ihren Titel immer noch monstranzgleich vor sich her tragen. Die Forderung der Autoren nach einer a-priori-Registrierung medizinischer Studien scheint vor diesem Hintergrund nur zu gerechtfertigt.

Wer in irgendeiner Form mit der Analyse von Zufallsdaten zu tun hat, dürfte von diesem Buch besonders profitieren. Denn unerklärlicherweise deklinieren die meisten Lehrbücher das Procedere für Test- und Schätzverfahren lediglich durch. Selten nur gehen sie darauf ein, was ein Signifikanzniveau eigentlich bedeutet und, vielleicht sogar noch wichtiger, was es n i c h t bedeutet, denn mit kaum einem Begriff wird dermassen Schindluder getrieben. Hier leisten die Autoren hervorragende Aufklärungsarbeit. Gleiches gilt für die Ausführungen zum Zusammenhang zwischen Korrelation und Kausalität - die 15 Seiten zu diesem Thema sind gestochen scharf geschrieben. Dabei werden auch en passant ein paar altbekannte Schulweisheiten als Mythen entlarvt, wie etwa dass Linkshänder oder Rotweintrinker eine höhere Lebenserwartung hätten. In diesem Zusammenhang ist vielleicht eine Warnung angebracht: Viele populärwissenschaftliche Mathematikbücher werben damit, sie seien ohne mathematisches Vorwissen lesbar. Hier sind Zweifel erlaubt. Wer beispielsweise die Berechnungen zum notwendigen Stichprobenumfang oder den Zusammenhang zwischen dem Fehler 1. Art und 2. Art verstehen möchte, sollte zumindest solide mathematische Grundkenntnisse mitbringen, nebst der Bereitschaft das Hirn ordentlich rauchen zu lassen.

Keine Frage, was Dubben und Beck-Bornholdt auf gut 300 Seiten niedergeschrieben haben, ist grosses Wissenschaftstennis, und es ist Aufklärungsarbeit im besten Sinne. Dabei dürfte dieses Buch noch eins aufzeigen: Wissenschaftliches Arbeiten ist Schuften im Steinbruch - weniger spontane Heureka-Erlebnisse Einzelner, sondern vor allem Schweiss treibendes und Zeit raubendes Gewinnen und Interpretieren von Messdaten bringen neue Erkenntnisse. "Der Hund, der Eier legt" zeigt damit, was es für gute wissenschaftliche Arbeit vor allem bedarf: Erstens sauber formulierte Hypothesen, zweitens zähe und ehrliche Analysearbeit und drittens: Zahlen, bitte!


Ukraine - der Westen: Das komplette Handbuch für individuelles Reisen und Entdecken im Westen der Ukraine
Ukraine - der Westen: Das komplette Handbuch für individuelles Reisen und Entdecken im Westen der Ukraine
von Aleksander Strojny
  Broschiert

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schöne Unbekannte, 6. Mai 2008
Es gibt sie noch, die grossen Unbekannten in Europa, in denen das Reisen auf eigene Faust ein gewisses Mass an Abenteuer und Anstrengung bedeutet. Und es gibt sie noch, die Länder, die deutlich mehr Touristen verdient haben - die Ukraine gehört definitiv dazu. Das vorliegende Reisehandbuch füllt daher eine lange vorhandene Lücke auf dem Markt. Dass es in grossen Teilen aus dem Polnischen übersetzt wurde, ist keine besondere Ûberraschung, stellen doch Polen den Grossteil der immer noch sehr wenigen ausländischen Touristen in der westlichen Ukraine. Die praktischen Hinweise sind solide recherchiert und für Individualreisende äusserst hilfreich, auch die landeskundlichen Informationen sind gut präsentiert. Darüber hinaus enthält das Handbuch Vorschläge für Touren durch die ländliche Provinz und Wanderungen durch die Ostkarpaten. Lediglich bei den Stadtplänen hat sich so mancher Fehler eingeschlichen; hier hilft dann der sonst weniger zu empfehlende Führer von Lonely Planet weiter. Während gelungene Textboxen zu Joseph Roth, Bruno Schulz und Paul Celan vorhanden sind, wären Hinweise auf andere in der Region geborene Geistesgrössen wie Rose Ausländer, Josef Burg oder Stanislaw Lem sicherlich ein Gewinn im Falle einer Neuauflage.

Wer hat im Westen der Ukraine nicht alles Spuren hinterlassen: Polen, Õsterreicher, Armenier, Juden, Rumänen, Deutsche, Russen - keine Frage, einige Städte der Westukraine zählen zu den farbigsten Seiten im europäischen Geschichtsbuch! Während viele der historischen Zeugnisse auf dem Silbertablett serviert werden, wie z.B. Lembergs prächtige Oper, muss man nach anderen Spuren etwas suchen. Die einstige Hauptsynagoge von Czernowitz beispielsweise beherbergt heute ein Kino. Gerade bei diesen eher verborgenen Schätzen leistet der Reiseführer gute Arbeit; von den 40 Seiten über Lemberg ist keine einzige überflüssig - alles wird beleuchtet!

Zwei nicht zu unterschätzende Hindernisse sollten allerdings beim Reisen in der Ukraine beachtet werden: Da ist zunächst die reichlich marode Infrastruktur. Auf den Provinzstrassen finden sich nach wie vor Schlaglöcher, die ganze Autoreifen verschlucken können; die Kleinbusse sind alt und oft überfüllt; und die Eisenbahn ist nur eine begrenzt taugliche Alternative - für die gut 600 Kilometer aus der Bukowina nach Kiew war mein Zug geschlagene 17 Stunden unterwegs. Und da ist die Sache mit der Sprache. Wer nicht mit sprachkundiger Begleitung reist, sollte ein Mindestmass an Ukrainisch- oder Russischkenntnissen mitbringen. Auf Grundkenntnisse des Englischen oder Deutschen wird man selbst in Hotels oder Museen kaum treffen, und meine drei Semester Russisch, auch noch reichlich nebenbei betrieben, waren definitiv am unteren Ende des Erforderlichen. Zudem lebt auch noch ein ordentliches Mass an Sowjetmentalität weiter. Ein besonderes Schauspiel in dieser Hinsicht lässt sich, wer weiss wie lange noch, im Museum für Landeskunde der Bukowina in Czernowitz erleben. Neun Räume hat das Museum, bewacht von neun zumeist Hornbrille tragenden, streng blickenden Wärterinnen. Wechselt man nun von einem Ausstellungsraum in den nächsten, so wird zuerst hinter einem mit ernster Miene das Licht ausgeschaltet, bevor man unter Aufsicht behornbrillter Strenge die Türschwelle überschreitet, wo dann in einem weiteren Raum mit ebenso ernsthaftem Gesichtsausdruck das Licht angeschaltet wird. Den Mut von der vorgegebenen Route abzuweichen oder noch einmal in einen der bereits betrachteten Räume zurückzugehen, den hatte ich nun wirklich nicht! Und wenn das die Westukraine ist, so fragte ich mich, wie muss dann erst die Ostukraine sein?

Ûberwindet man allerdings die Sprachbarrieren, so trifft man auf freundliche, aufgeschlossene und hilfsbereite Menschen. Gerade das macht das Reisen mit Bus und Eisenbahn besonders reizvoll. Sollte die Fussball-Europameisterschaft wie geplant im Jahr 2012 auch in der Ukraine stattfinden, wird sich sicherlich bereits vieles verändert haben. Bis dahin sind der Ukraine mehr Besucher und diesem Reisehandbuch viele zufriedene Benutzer zu wünschen.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 29, 2012 3:57 PM MEST


Der Jüdische Witz
Der Jüdische Witz
von Salcia Landmann
  Gebundene Ausgabe

20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sagt der Grün zum Blau: Das ist Weltliteratur!, 4. April 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Jüdische Witz (Gebundene Ausgabe)
Nur wenige haben sich im deutschen Sprachraum so um die jüdische Witz- und Sprachkultur verdient gemacht wie Salcia Landmann (1911-2002). Geboren in einer galizischen Kleinstadt unweit von Lemberg, übersiedelte sie zu Beginn des Ersten Weltkriegs mit ihrer Familie in die Schweiz. Später studierte sie Philosophie in Berlin und Basel und publizierte viel über jüdische Kultur und jiddische Sprache. "Der Jüdische Witz" ist wohl ihr bekanntestes Werk. Als dessen erste Auflage 1960 erschien, griff Salcia Landmann zu einem Trick: Unter das Ende des Vorworts setzte sie ihre Adresse. Und siehe da, fast aus aller Welt wurden neue jüdische Witze eingesandt, meist von ehemaligen Bewohnern der alten "Witzzentralen" wie Wien, Budapest, Czernowitz oder Berlin. Ûber 200 Seiten einer Nachlese wurden deshalb 1977 gesondert veröffentlicht. Die vorliegende Ausgabe enthält eine Auswahl von über 3.000 Witzen, ergänzt um ein neues Vorwort von Salcia Landmanns Sohn Valentin.

Salcia Landmanns Einleitung zur eigentlichen Witzsammlung demonstriert eindrucksvoll, wie vor allem die osteuropäischen Juden (auch im Gegensatz zu ihren sephardischen und orientalischen Glaubensgenossen) die humoristischen Steilvorlagen von Tora und Talmud aufnahmen und verwerteten. Ursprünglich zumeist in jiddischer Sprache erzählt, erlebte der jüdische Witz zwischen der allgemeinen Judenemanzipation Mitte des 19. Jahrhunderts und dem Ende des Ersten Weltkriegs seine grösste Zeit. Stoff zum Lachen gab es reichlich: dumpfen Militarismus, offenen und versteckten Antisemitismus oder die Spannung zwischen den aufgeklärten, traditionsentfremdeten Juden Deutschlands und den talmudgebildeten, doch oft verarmten Ostjuden. Gerne auch reiben sich die Witze an tatsächlich oder vermeintlich typisch jüdischen Eigenschaften wie Chuzpe, Hypochondrie oder Geiz. Anders als der Kalauer ist der jüdische Witz jedoch niemals Witz um des schnellen Lachers Willen, niemals billige Zote oder bösartiger Spott. Typisch sind Dialogsituationen, in denen Konflikte und Probleme durch Wortwitz oder skurrile Logik und Argumentation aufgelöst werden. Bevorzugte Schauplätze sind dabei das Kaffeehaus, das Zugabteil oder die Börse, weniger jedoch Sportplätze oder einfache Bierschenken. Der Beginn der Hitlerzeit brachte noch einmal eine kurze Blüte des jüdischen Witzes hervor, doch bald hatten Europas Juden nichts mehr zu lachen. Auch der osteuropäische Kommunismus und die Gründung des Staates Israel läuteten noch einmal ein kurzfristiges Aufleben der Witzproduktion ein. Häufig wird behauptet, der jüdische Witz sei über lange Zeit die beste Waffe der Juden gewesen. Hier sind Zweifel erlaubt, diente der Witz meist nicht der verbalen Verteidigung und schon gar nicht dem Angriff, sondern hatte eher die Funktion der Selbstversicherung in einer potenziell oder tatsächlich feindlichen Umwelt. Erstaunlich ist auch - und das zeugt von Grösse, dass in einigen Witzen die Gojim, die Nichtjuden, sogar als Situationsgewinner dastehen.

Lebt der jüdische Witz heute weiter? Wohl eher nein. Was kraftvoll weiterlebt, sind Bonmots und Blödeleien zumeist angelsächsischer jüdischer Humoristen und Komödianten wie Jerry Seinfeld, Woody Allen, Sacha Baron Cohen und Sarah Silverman. Spuren jüdischen Humors finden sich auch bei René Goscinny, Sohn nach Frankreich eingewanderter polnischer Juden. Doch auch wenn all dieser Humor nahe am Mainstream ist oder diesen sogar verkörpert, mit dem klassischen jüdischen Witz, seiner Kürze, Schärfe und Melancholie hat er nicht mehr viel gemein. Was ironischerweise den Niedergang des jüdischen Witzes voran getrieben hat, war die Gründung und Konsolidierung des Staates Israel. Wer auf sein Militär vertrauen kann, muss nicht mehr mit der humoristischen Wasserpistole auf seine Gegner zielen. Nicht dass die israelische Gesellschaft humorlos wäre, aber Israels Juden leben in einem fast normalen Staat, und die Witzproduktion reibt sich, je länger dieser Staat exisitiert, an hohen Steuern oder faulen Beamten. Auch die Geschichten des sympathischen Budapesters Ephraim Kishon mögen zwar eine augenzwinkernde Werbung für den Staat Israel sein, ihnen fehlt jedoch zumeist der Biss und die Hintergründigkeit des jüdischen Witzes. Ähnliches wie für Israel gilt auch für den jüdischen Witz in den Vereinigten Staaten.

Wer die Möglichkeit hat, die Originalausgabe aus dem Walter-Verlag oder eine der vielen älteren Taschenbuchausgaben antiquarisch zu erwerben, sollte dies um der längeren Einleitung und auch um des Geleitworts von Carlo Schmid willen tun. Salcia Landmanns Witzsammlungen sollten in keiner gut sortierten Hausbibliothek des Humors fehlen. Nur wenig andere Bücher dürften einen derart entspannten und spassreichen Zugang zur jüdischen Kultur und Geschichte ermöglichen.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 9, 2012 10:15 AM CET


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