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Rezensionen verfasst von
André Beßler (Bremen, Deutschland)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Mandela - Der lange Weg zur Freiheit
Mandela - Der lange Weg zur Freiheit
DVD ~ Idris Elba
Preis: EUR 19,35

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebenskampf eines Bahnbrechers, 4. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Mandela - Der lange Weg zur Freiheit (DVD)
Nelson Mandela wird seinen Platz im Menschheitsgedächtnis behalten, denn wie alle Großen in der Politik hat er vor allem zweierlei bewirkt: Einen Abbau von Fremdheit und einen Zuwachs an Horizont. Ich bin sicher, wir verdanken es Menschen wie ihm, dass wir frei atmen, denken und über die Erde gehen.

Die Achtzigerjahre waren überformt von der Auseinandersetzung mit der Apartheid in Südafrika, die 1990 mit der Freilassung Nelson Mandelas und der Zulassung freier Wahlen endete. Viele Künstler setzten sich mit an die Spitze der Aufrufe gegen die Rassentrennung am Kap. Es war in höchstem Maße tabuisiert, Obst aus Südafrika zu kaufen, Mahnwachen vor Bankgebäuden waren keine Seltenheit und hatten reichlich Zulauf. Gelbe Schals drückten Solidarität mit dem ANC aus. In diesen Zusammenhang gehört auch, dass die Entscheider in den multi-nationalen Konzernen langsam nervös wurden, denn nur mit freien Menschen lassen sich Geschäfte machen.

"Mandela - Der lange Weg zur Freiheit" ist ein großartiger Film mit hervorragenden Darstellern, mit ausgezeichneter Regie und perfektem Schnitt (geschickte Rückblenden auf zeitgenössische Medienberichterstattung wie dem Konzert im Londoner Wembley-Stadium zum 70. Geburtstag Mandelas). Das Skript folgt weitgehend der gleichnamigen Autobiografie. Ein Manko ist, dass die Jugendzeit Mandelas nur angetippt wird und die Rolle der multinationalen Konzerne gänzlich ausgespart bleibt. "Die Märkte" werden in den geheimen Gesprächen gegen Ende des Films in einem einzigen Satz erwähnt.

So konzentriert sich der Film - erwartungsgemäß - auf die Person Mandela, während das sehr komplexe Geschehen in den knapp zweieinhalb Stunden des Films nur skizziert wird. Idris Elba verkörpert seinen Mandela mit Leidenschaft, Schlagkraft und - nicht zuletzt - Würde. Was den alltäglichen Rassismus anbelangt und wie Gewalt entsteht, darüber erfahren wir hier nur wenig. Der Film stellt letztlich dem Untergang in der Barbarei als einzige Alternative die Option einer gewaltfreien Übernahme von Regierungsverantwortung gegenüber. Ob - und, wenn ja, welche - Möglichkeiten darüberhinaus denkbar gewesen wären, wird nicht thematisiert. Das jedoch ist nicht dem Film anzulasten, denn in solcher Ausschließlichkeit wurde damals (weitgehend) gedacht und diskutiert.

Für eine Oscar-Nominierung war es wohl zu spät; dieser Film hätte die begehrte Trophäe verdient. U2 unterdessen waren schnell genug mit der Veröffentlichung ihres Titelsongs. So werden wohl zumindest sie einen Oscar für "Ordinary Love" mit nach Hause nehmen, wenngleich einem Millionenpublikum gewiss mehr zu sagen gewesen wäre als: "We can't fall any further ~ If we can't feel ordinary love. ~ And we can't reach any higher ~ If we can't deal with ordinary love." Das Stück läuft jedoch erst im Abspann, sodass niemand genötigt ist, es sich anzuhören.

Wie auch immer, meine Empfehlung lautet: Kaufen Sie sich die DVD und verschenken Sie eine weiter.


8 Classic Albums
8 Classic Albums
Preis: EUR 11,78

5.0 von 5 Sternen Aus weitem Feld hervorragend, 22. Januar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 8 Classic Albums (Audio CD)
Hank Williams gilt neben Johnny Cash als der einflussreichste Countrymusiker aller Zeiten. Er hat weit über sein eigenes Genre hinaus vieles vorweggenommen (man denke nur an die Rock'n'Roll-Anklänge von "Move It On Over") und hinterlässt bis heute Spuren in der populären Kultur. Wenn einer von Hank Williams Songs gespielt wurde, saß ein kleiner Junge, der es später unter dem Namen Bob Dylan zu weltweiter Bekanntheit brachte, atemlos vor dem Radio. Nun ist Countrymusik "a big round room", ein weites Feld. Warum also ragt da jemand so hervor?

Wer Musik mit dem Herzen hört, der weiß die Antwort. Das inflationäre Wort von der Authentizität ist hier nicht beabsichtigt, sondern unvermeidlich. Wäre da nur "I Saw The Light", was uns Hank Williams hinterlassen hätte, dann wäre es doch unsagbar viel. Der zeitlebens Schmerzgeplagte starb jung, mit 29 Jahren - und vieles, was er schrieb, wurde im Schmerz geboren. Die Aufrichtigkeit und Wärme seiner Songs fanden ihren Weg zu den Herzen der hart arbeitenden Menschen des noch jungen Amerika, und sie behaupten sich noch nach Jahrzehnten gegen jede Beliebigkeit der Unterhaltungsindustrie. Diese Compilation aus acht Alben auf vier CDs ist ein zeitloser Schatz, klanglich in Ordnung und zu einem fairen Preis.


Don't Talk About Love
Don't Talk About Love
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 29,95

5.0 von 5 Sternen Meteoritenhafte Intensität, 11. Januar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Don't Talk About Love (Audio CD)
Ein langjähriger Freund aus den Niederlanden, Alfred Valstar, machte mich auf Martyn Joseph aufmerkam. Weil seine Kennerschaft schier beeindruckend ist, und weil ich nie eine unnütze Empfehlung von ihm bekommen habe, hörte ich mich in das drei Jahrzehnte umspannende Schaffen des rauhen Walisers hinein. Um es vorweg zu nehmen: "Don't Talk About Love" gehört zu den besten Live-Alben, welche ich je in der Singer/Songwriter-Sparte gehört habe - und ich empfehle es gern weiter.

Hier geht es nicht um Easy Listening, obwohl Martyn Joseph durchaus einige Stücke in den Top 50 der UK-Charts plaziert hat ("Dolphins Make Me Cry", "Working Mother", "Being There" and "Let's Talk About It In The Morning"). Es geht ihm vielmehr darum, mit der Welt, in der er lebt, umzugehen und zurecht zu kommen. Dieser Versuch mag ihn bisweilen in Melancholie und Trauer gestürzt haben, doch das Album stahlt vor allem Stärke und Lebenshoffnung aus.

Einer der Glanzpunkte ist denn auch die Ballade "Dic Penderyn". Die Rezession von 1829 hatte die walisische Stadt Merthyr Tydfil in eine Schuldenkrise geführt. Anfang Juni 1831 kam es hier zu einem Arbeiteraufstand, ausgelöst durch den Versuch der Kohleminen-Besitzer, die Löhne teilweise in Form von Waren zu zahlen. Am 1. Juni brachten die etwa 10.000 Aufständischen fast die gesamte Stadt unter ihre Kontrolle. Daraufhin griff am 3. Juni das Militär ein. Richard Lewis, besser bekannt als Dic Penderyn, wurde angeklagt und gehenkt. Er gilt bis heute als einer der großen britischen Martyrer.

"One Of Us", geschrieben vom Gitarristen Eric Bazilian von der Mainstream-Band "The Hooters", war in der Fassung von Joan Osborne 1995 die Nr. 4 unter den Billboard-Songs des Jahres. Ich halte nicht viel von diesen Rankings, aber mich freut es, dass Bazilian mit dem Bemühen, die Existenz Gottes so alltagsnah wie möglich vorzustellen, einen solch großen Erfolg hatte. Ich habe das Lied in vielen verschiedenen Versionen gehört, doch Martyn Joseph stellt eine vor, die mir am nächsten liegt, weil sie so gar nicht süßlich und verkitscht daherkommt.

Bei der Vielzahl der Veröffentlichungen von Martyn Joseph muss man zwar nicht unbedingt zuerst auf diese Doppel-CD stoßen. Aber hier zieht er alle seine Perlen auf eine Kette. Joseph ist jemand, der die Nähe zum Publikum braucht. Die Stücke wirken um Längen präsenter als in ihrer Studio-Fassung. Zugegeben, man muss für die Anschaffung - sofern man noch ein Exemplar ergattert - sehr tief ins Portemonnaie greifen. Doch diese Musik ist zeitlos, sie verliert mit den Jahren nichts von ihrer Bedeutung und von ihrem Wert.


Sandy Denny Complete Edition
Sandy Denny Complete Edition
Preis: EUR 124,49

5.0 von 5 Sternen Musikalisches Denkmal, 28. Dezember 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sandy Denny Complete Edition (MP3-Download)
Seit den Siebzigerjahren bin ich ein großer Fan von Sandy Denny. Sie schlägt in meiner Wahrnehmung die Brücke zwischen der britischen Volksmusik, auf der sehr weitgehend die amerikanische fußt, und dem modernen Folk der Sechziger und Siebziger (Strawbs, Fairport Convention, The Pentangle, Renaissance, Steeleye Span et al).

Sandy Denny kam 1947 in London zur Welt und trat während ihrer Ausbildung zur Krankenschwester in Clubs auf. 1967 nahm sie gemeinsan mit den Strawbs ihr erstes Album auf. 1968 wechselte sie zu Fairport Convention, deren Alben "Liege and Lief" und "What We Did On Our Holidays" bis auf diesen Tag der Inbegriff des Folkrock sind. Zu dieser Zeit begann sie, eigene Songs zu schreiben ("Who Knows Where the Time Goes").

Im darauffolgenden Jahr verließ Sandy Denny Fairport Convention, und gründete mit anderen Musikern die Band Fotheringay, benannt nach einer eigenen Komposition, die erstmals auf dem Fairport Convention-Album "What We Did On Our Holidays" veröfentlicht worden war. (Fotheringhay Castle ist der Name des Schlosses, auf dem Maria Stuart die letzten Monate ihres Lebens gefangen gehalten und schließlich hingerichtet wurde.)

1971 begann Sandy Denny eine Solokarriere, die in den folgenden sechs Jahren vier Alben erbrachte. Ein kurzes Gastspiel auf dem vierten Album der hoffnungslos überbewerteten Led Zeppelin - zusammen mit Robert Plant beim Gesangspart der Rockballade "The Battle of Evermore" - machte sie im selben Jahr einem größeren Publikum bekannt. Ihr letztes Album "Rendezvous" erschien 1977. Ein Jahr später starb sie an den Folgen einer Gehirnblutung, die sie sich bei einem Treppensturz zugezogen hatte.

Sandy Denny hatte ein unvergleichliches Gespür für den reichen Schatz der überlieferten Volkslieder ihrer Heimat. Ihre eigenen Songs fügen sich nahtlos in die dargebotenen traditionellen Weisen. Ihr ist es gelungen, die besten Musiker und Arrangeure zu versammeln, die sie für ihre Einspielungen bekommen konnte. Von seltenen Ausnahmen abgesehen bilden Texte und Musik ein harmonisches Ganzes.

Als ich vor einigen Monaten auf diesen Download stieß, zögerte ich nicht lange. Das komplette Werk der bedeutensten britischen Folkmusikerin des 20. Jahrhunderts zuzüglich etlicher Demoversionen und Alternative Tracks für - seinerzeit - schlappe 16,99 schien mir nicht zuviel. Für das Herunterladen sollte man sich einen freien Tag auswählen.

Beim Download stellte ich sogleich fest, dass nicht der Inhalt aller 19 CDs geliefert wurde, aber wie viele Versionen eines Stücks braucht man eigentlich, werden sich die Verantwortlichen gedacht haben. Inzwischen gibt es die - auf 3000 Stück limitierte - CD-Version nicht mehr im Handel und den Download nur noch als Stream. That's Policy.


Colour to the Moon
Colour to the Moon
Preis: EUR 16,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus reichem Fundus an Begegnungen und Erfahrungen geschöpft, 26. Oktober 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Colour to the Moon (Audio CD)
"The poem comes from where you've been", sagte Karouac - und Karouacs "Unterwegs" war auch eine der ersten Inspirationsquellen, als in den Fünfzigerjahren Allan Taylors Interesse an Literatur, Musik und Reisen seinen Anfang nahm. Seine ältere Schwester machte den Jazz für den 1945 Geborenen unausweichlich, weil sie einen eigenen Plattenspieler hatte. Hinzu kam allmählich die Beatnik-Kultur, die über den großen Teich auch nach Brighton, England schwappte.

Nach einer Ausbildung im Bereich der Telekommunikationstechnik widmete Taylor sich seit Mitte der Sechzigerjahre gänzlich der Arbeit als Singer/Songwriter und Musiker. Er spielte weltweit in bedeutenden Folk-Clubs, darunter im "Gerde's", im "Gaslight" und im "Bitter End" im New Yorker Greenwich Village, wo er zeitweise Teil der Singer/Songwriter-Szene war. Allan Taylor arbeitete mit Größen wie Fairport Convention und Finbar Furey, in Deutschland mit Helmut Debus und Hannes Wader (um nur einige Namen zu nennen). Die Liste von Interpreten, die seine Songs gecovert haben reicht von Dick Gaugham bis zu Nana Mouskouri.

Taylors Kreativität ist auch nach nahezu dreißig Alben ungebrochen und seine zahlreichen Konzerte führen den mittlerweile 68-Jährigen auch immer mal wieder nach Deutschland. Gedankenreiche, engagierte Texte, versierte Fingerpickings und interessante Tunings machen seine Auftritte zu einem Erlebnis. Jeden seiner Songs leitet der wortmächtige Doktor der Philosophie (Ethnomusikologie) mit einer dazugehörigen Story ein. Am 25. Oktober 2013 hatte ich Gelegenheit, dem ambitionierten Mann bei einem Konzert vor etwa 120 Zuhörern im Rathaus Stuhr nahe meiner Heimatstadt Bremen zuzuhören. Auch ohne musikalische Begleiter und mit eher überschaubarem Equipment entwickeln Stücke wie "Kerouac's Dream", "Brighton Beach" oder "Creole Girl" eine bemerkenswerte Atmosphäre!

Auf seiner CD "Colour To The Moon" schöpft Allan Taylor aus dem reichen Fundus seiner rund fünfzigjährigen Laufbahn als Musiker und Songwriter. Seine zumeist etwas wehmütige Lyrik handelt von Begegnungen, Liebe, von Problemen unserer Zeit, von Entsagung, Sterblichkeit, Verlust und Tod. Mitunter gelingt es ihm, Melancholie und Glück im selben Song zu vereinen. Allan Taylor ist nicht nur ein brillanter Musiker. Er ist ein ebenso großartiger Dichter, der Seelenlandschaften zu erkunden weiß. Taylor hat eine bemerkenswerte Wahrnehmung hinsichtlich der Stärke, aber auch der Zerbrechlichkeit des Lebens und er versteht es, mit wachem Blick die Bedeutsamkeiten der großen und kleinen Dinge des Lebens einfangen und daraus sehr glaubwürdige, nachdenkenswerte Stücke machen.


Gold
Gold
Preis: EUR 11,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gold bis zum Abwinken, 17. September 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gold (Audio CD)
Heute vor 90 Jahren, am 17. September 1923, erblickte Hiram King Williams das Licht der Welt. Nicht nur gilt Hank Williams neben Johnny Cash als der einflussreichste Countrymusiker aller Zeiten. Er hat weit über sein eigenes Genre hinaus Spuren in der populären Kultur hinterlassen. Bob Dylan verdankte ihm seine ersten musikalischen Einflüsse; Dylan begann, eigene Songs zu schreiben, nachdem er Hank Williams gehört hatte.

Unter den Hillbilly- und Countrystars seiner Zeit ragte Hank Williams durch seine Aufrichtigkeit und durch seine Herzenswärme hervor. Er wusste ein großes Publikum zu unterhalten, das ist bekannt. Aber sein besonderer Erfolg verdankt sich bei Weitem nicht allein den Entertainer-Qualitäten des kometenhaft Aufgestiegenen. Seine Songs fanden ihren Weg zu den Herzen der hart arbeitenden Menschen des noch jungen Amerikas, und sie behaupten sich noch nach Jahrzehnten gegen jegliche Beliebigkeit der Unterhaltungsindustrie.

Wäre es nur "I Saw The Light", was von Hank Williams geblieben wäre, dann wäre es doch unsagbar viel. Der Schmerzgeplagte litt zeit seines kurzen Lebens unter einem angeborenen Rückenleiden. Er starb am Neujahrstag 1953 mit nur 29 Jahren, doch seine Bedeutung ist auch im 21. Jahrhundert ungebrochen. Diese beiden CDs sind ein zeitloser Schatz aus 44 Titeln, klanglich auf der Höhe des technisch Machbaren und zu einem Preis, der hoffentlich vielen Liebhabern bedeutungsvoller Musik die Kaufentscheidung erleichtern wird.


Another Self Portrait (1969-1971): The Bootleg Series, Vol. 10
Another Self Portrait (1969-1971): The Bootleg Series, Vol. 10
Preis: EUR 13,24

17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leuchtfeuer der Authentizität, 26. August 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Die vorliegende Zusammenstellung "Another Self Portrait" wird sehr erhellend sein für jene, welche Bob Dylans Schaffensperiode nach "Blonde on Blonde" (1966) hin zu "New Morning" (1970) bislang nicht viel abgewinnen konnten oder wollten. Nach seinem Motorradunfall im Juli 1966 und der damit eingeleiteten Wendung vom Rock zur Americana sind - mit "John Wesley Harding" (1967) beginnend - einige Platten in den Fußstapfen Woody Guthries, Robert Johnsons und Hank Williams entstanden, welche aus Bob Dylans Œuvre nicht wegzudenken sind. Wer die hier vorgestellten Song-Rohversionen aus der Zeit zwischen 1969-71 hört merkt schnell, dass es bei "Nashville Skyline", "Self Portrait" oder "New Morning" mit Sicherheit um mehr ging, als um mangelnden Willen zum (kommerziellen) Erfolg oder um die Freiheit, sich "nichts mehr beweisen zu müssen".

Während seiner 1966-Tournee wirkte Bob Dylan müde und ausgezehrt. D. A. Pennebakers Dokumentarfilm "Don't Look Back" zeigt den damals 25-Jährigen nach fast fünf Jahren, in denen er ständig unterwegs war, als neben sich stehend und in höchstem Maße hilfebedürftig, als ein Risiko für sich selbst. Von heute aus gesehen war sein Motorradunfall lebensrettend für ihn. In einem 1966 aufgezeichneten Interview mit Robert Sheldon machte Dylan kein Geheimnis aus seiner Sucht. Er brach mit dem Heroin und sagte 1969 in einem Interview zu Jann Wenner, er habe zu jener Zeit viele Drogen genommen, nur um weitermachen zu können. Nach mehrmaligem Hören dieser Takes erschließt sich dem Hörer, wie sehr der persönliche Wandel, den Bob Dylan zu dieser Zeit vollzogen hat mit dem musikalischen Anknüpfen an eine dem Leben zugewandte Folk-, Blues- und Country-Tradition verwoben ist.

Als ich vor fünf Jahren die schlechte Abmischung der Remaster-Version von "The Times They Are A-Changin'" kritisiert habe, hatte ich eine sehr genaue Vorstellung davon, wie sich die CD am bes­ten hätte anhören sollen. Dieses Ideal finden wir hier gleich zu Anfang bei "Went To See The Gypsy" verwirklicht. An diesem Track werden sich alle künftigen technischen Überarbeitungen messen lassen müssen. Gesang und Gitarre stehen in einem unübertrefflich guten Verhältnis zueinander, der Sound ist kraftvoll und transparent. Das gesamte Album klingt atemberaubend gut, doch dieser Titel toppt es alles. Die hier versammelten, mehr als vierzig Jahre alten Aufnahmen übertreffen in ihrer Nachbearbeitung selbst aktuelle Alben. Um heutigen Hörgewohnheiten gerecht zu werden, jagt man die Einspielungen oft durch den Begrenzer, damit sie ohne große Laut/Leise-Schwankungen problemlos am MP3-Player zu hören sind (Beispiel "Adele 21"). Das Ergebnis klingt dann oft recht geglättet. Im Gegensatz dazu ist hier alles optimal aufeinander abgestimmt.

Bislang unveröffentlichte Songs wie "Pretty Saro", "Spanish Is The Loving Tongue", "These Hands" und "Bring Me A Little Water" offenbaren die Seelenlage eines Mannes, der wahrhaft Zugang zu seinen Gefühlen gefunden hat. "Time Passes Slowly #1", "I Threw It All Away" und "House Carpenter" zeigen die Stimmgewalt Dylans - und dass er sehr wohl zur Tongenauigkeit in der Lage ist. "Days Of '49" (mein Favorit auf "Self Portrait" von 1970) ohne Overdubs zu hören, ist eine angenehme Überraschung. Doch nur eine von vielen. George Harrison hatte "If Not For You" auf "All Things Must Pass" (ebenfalls 1970) so überragend interpretiert, dass die Verantwortlichen gut daran getan haben, die hier veröffentlichte Version (die von einer anrührenden Geige veredelt ist) bis zu dessen Tod im Archiv zu lassen.

Eines der Glanzlichter von "Another Self Portrait" ist das Stück "Only A Hobo". Genau genommen begleitet es Bob Dylan bereits seit seinen Anfangstagen. Die älteste mir bekannte Version wurde unter seinem damaligen Pseudonym Blind Boy Grunt Anfang der Sechzigerjahre veröffentlicht. Die meisten Hörer werden es jedoch von "More Bob Dylan's Greatest Hits" kennen. Kaum je hat sich Dylan so sehr als der legitime Thronfolger Woody Guthries gezeigt. Hier hören wir eine sehr schöne, countryeske Version mit Banjo. "If Dogs Run Free" erschien im Original auf "New Morning" (dort mit einem unvergesslich schaurig-schönen Oberton-Gesang einer Background-Sängerin als zweiter Stimme). Ich habe dieses Stück von jeher geliebt und musste immer daran denken, dass Dylan hier "If dogs run free - why nor we?" trällert, während er sich selbst immer mehr zurückzog.

Insgesamt ist "Another Self Portrait" ein ziemlich entspanntes Album, das sehr gut zum genial aufbereiteten Mitschnitt des Konzerts auf der Isle of Wight passt, der bisher nur als "Field Recording" in Sammlerkreisen zirkulierte:

In den drei Jahren vor seinem legendären Auftritt mit The Band beim 'Isle of Wight Festival' am 31. August 1969 hatte sich Bob Dylan sehr rar gemacht. Umso größer war deshalb das Interesse unter den 150.000 Konzertbesuchern. Mir gefällt der Akustik-Teil am besten, besonders "Wild Mountain Time" und der unvermeidliche Walzer "To Ramona" (bis heute Bestandteil in Dylans Live-Repertoire). Elektro sprechen mich "I Threw It All Away" und "I Pity The Poor Immigrant" am meisten an. Das ganze Konzert überzeugt durch sehr solides Zusammenspiel. Man spürt vom ersten bis zum letzten Takt, Bob Dylan kann sich fest auf seine Mitmusiker verlassen. Als offizielle Live-LP/CD hätte dieser Mitschnitt in der Hörergunst der vergangenen Jahrzehnte etwa den Rang der - sehr viel rauheren - "Before The Flood" eingenommen, denke ich. Ein Ereignis, dass dieses lang ersehnte Konzert-Dokument nun endlich legal und in bemerkenswerter Klangqualität erhältlich ist.

Achtung: Die 4CD-Box enthält außer dem (nur schwer verzichtbaren) 'Isle of Wight'-Mitschnitt auch "Self Portrait" von 1970, der MP3-Download nicht.


Befreit die Welt von der US-Notenbank!: Warum die Federal Reserve abgeschafft werden muss
Befreit die Welt von der US-Notenbank!: Warum die Federal Reserve abgeschafft werden muss
von Ron Paul
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hundert Jahre sind genug - END THE FED, 16. August 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
1913 wurde die amerikanische Federal Reserve Bank (kurz FED) gegründet, eine Privatbank, genauer: ein Konsortium aus Privatbanken. Im Telefonbuch von Washington steht die FED deshalb auch nicht im behördlichen Teil, sondern neben Firmen wie Federal Express (FedEx), einem weltbekannten Transport- und Logistik-Unternehmen. Diese Zentralbank kontrolliert den Dollar und somit auch zu einem großen Teil die wirtschaftlichen Geschicke und Missgeschicke der USA.

Der hundertste Gründungstag der Federal Reserve Bank im Jahre 2013 ist für die Wenigsten ein Grund zum Feiern: Mit ihrer Freiheit, ihrer sozialen Sicherheit und ihrem Leben zahlen die meisten Menschen einen hohen Preis für das weltweite Wirtschaftswachstum-System. Es ist nicht immer ganz leicht zu durchschauen, was in der US-Notenbank stattfindet. Deshalb ist es hilfreich, das Folgende verstanden zu haben: Die FED ist legitimiert, nahezu unbegrenzt Geld zu drucken, das sie gegen Zinsen verleiht und das nur auf den Konten ihrer Anleger existiert. Sie vergibt Kredite längst nicht nur aus dem Geld, das sie im Kundenauftrag verwahrt und mit dem sie einstweilen arbeiten kann.

Bei guter Konjunktur erzielt die Federal Reserve Bank auf diese Weise zusätzlich hohe Gewinne. Das durch die US-Notenbank gleichsam aus dem Nichts geschaffene Geld dient jedoch immer weniger der Realwirtschaft, sondern zur Finanzierung profitabler, aber ebenso riskanter spekulativer Anlagen. Während die Geldschöpfung weitgehend privatisiert ist, werden die damit verbundenen Risiken und Lasten auf die Allgemeinheit abgewälzt.

Die Federal Reserve kauft gegenwärtig für monatlich (!) 65 Mrd. Dollar langfristige Staatsanleihen und Immobilienpapere, um die Konjunktur anzukurbeln, so die Begründung. Bevor nicht die Arbeitslosenzahlen in den USA sinken gedenkt die Fed, ihre Geldpolitik beizubehalten. Diese Auffassung hat weltweit in die Krise geführt und Mehr vom Gleichen wird uns gewiss nicht herausführen.

Seit die Fed im Jahr 1913 gegründet wurde, hat der US-Dollar um 98 Prozent seiner Kaufkraft verloren. Der Anstieg der Geldmenge der amerikanischen Leitwährung hat weltweit einen beständigen Preisanstieg bei den Grundnahrungsmitteln (bezogen auf die Höhe der Einkommen) nach sich gezogen. In der klassischen Volkswirtschaftslehre wurde ein Anstieg der Geldmenge als Inflation bezeichnet. Nach heutiger Definition wird der Anstieg des Verbraucherpreis-Indexes (VPI) gemessen. Dieser VPI wird anhand eines so genannten Warenkorbs von Gütern errechnet. Dessen Zusammensetzung ändert sich ständig, was nicht nur zur Manipulation des Indexes einlädt, sondern auch die Inflationserwartungen niedrig zu halten erlaubt.

Gleiches gilt für die Beschäftigungszahlen, die hauptsächlich auf Erhebungsdaten, saisonbedingten Veränderungen und auf den Arbeitslosenzahlen beruhen. Letztgenannter Wert sinkt auch dann, wenn gar keine neuen Arbeitsplätze geschaffen wurden, zum Beispiel wenn Arbeitssuchende an Fortbildungen oder Umschulungen teilnehmen. Es kann jedoch nicht wirklich überraschen, dass die gegenwärtige Geldpolitik sich trotz staatlicher Förderprogramme kaum auf den Arbeitsmarkt auswirkt: Vermittels ihrer Zinssenkungen fördert die Fed Investitionen in langfristige Vorhaben, auch wenn sie unter marktüblichen Zinsen unrentabel wären. Das kann nur funktionieren, bis die Unternehmen erkennen, dass sie ihre neugebauten Häuser und Autos nicht verkaufen können.

Erst wenn die vorhandenen Ressourcen wieder sinnvoll genutzt werden und wertgedecktes Geld zum Einsatz kommt, kann eine tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung stattfinden. Die Fed löst keine Probleme, sie ist das Problem.

Die Produktion von Geld ohne die Bindung an einen realen Gegenwert (etwa an den Gold-Standard) ist eine hochspekulative Angelegenheit, welche nicht allein die US-Wirtschaft in immer größere Abhängigkeiten führt. Das gegenwärtige Geldsystem ist eine fortwährende Bedrohung für die Stabilität von Wirtschaft und Gesellschaft in kontinentalem und weltweitem Ausmaß.

Es widerspricht zudem dem Grundprinzip der Demokratie, wenn die staatliche Währungssouveränität durch das private Privileg der Geldemission ausgehebelt und die Staaten - und damit ihre Bürgerinnen und Bürger, die oftmals ihrerseits durch Privatkredite verschuldet sind - erpressbar werden. In einem demokratischen Staatswesen muss auch das Finanzsystem der öffentlich-rechtlichen Kontrolle unterliegen. Seine anfänglich radikale Position "END THE FED - Befreit die Welt von der US-Notenbank" - die in diesem Buch noch vorbehaltlos vertreten wird - hat Ron Paul im Wahlkampf 2012 zwar nivelliert. Doch man sollte dieses Buch in jedem Fall kennen.

Anders als Dr. Paul denke ich, nur der Staat sollte die Befugnis haben, Geld in Umlauf zu bringen - doch in jedem Fall nur gegenwertgedeckte Währung. Wir mögen ein unterschiedkiches Staatsverständnis haben, aber hierin besteht Einigkeit: Jeder Versuch, die Schieflage der Weltwirtschaft zu justieren ohne das Grundproblem zu beheben, führt - bestenfalls - zu einer Verschiebung der Fragezeichen.

Ein ganz großes Kompliment an den Autor - und an alle, die dieses Buch möglich gemacht haben!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 26, 2013 6:19 PM MEST


Bernstein, Leonard - The Gift of Music: Ein Portrait von Bernstein
Bernstein, Leonard - The Gift of Music: Ein Portrait von Bernstein
DVD ~ Leonard Bernstein
Preis: EUR 20,83

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Angemessene Würdigung, 3. Juni 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Gäbe es einen Nobelpreis für Musik, er hätte ihn gewiss erhalten. Mit dieser sorgfältig editierten Dokumentation setzt die Deutsche Grammophon Gesellschaft einer der einflussreichsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts ein Denkmal. "The Gift Of Music" ist dem Andenken an Leonard Bernstein gewidmet. In seiner gefühlsstarken und äußerst kreativen, disziplinierten Art verkörperte Bernstein den Menschentypus aus der neuen Welt, der die europäische Musiktradition Bachs, Beethovens und Brahms' mit der eigenwüchsigen Entwicklung der amerikanischen Kompositionskunst verband, die in südamerikanischen Tänzen, in Spirituals und in Jazz-Rhythmen wurzelt. Seine Interpretationen der Werke Mahlers haben sehr zu der Kenntnisnahme und zu der Bedeutung beigetragen, die der Komponist in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weltweit erlangt hat.

Die Nachricht von Leonard Bernsteins Tod hat seinerzeit selbst erwachsene Männer zum Weinen gebracht. Es ist kaum zu beschreiben, welch ein Ereignis seine Konzerte waren. Etliche, die keine Karte mehr bekommen hatten (oder sich keine leisten konnten), fanden einen Platz als dankbare Zaungäste bei den nachmittäglichen Proben, die sich mitunter fast zu einem "Konzert vor dem Konzert" auswuchsen. Nach seinen Auftritten verbrachte Leonard Bernstein oftmals sehr viel Zeit damit, Fragen der Musikfreunde zu beantworten. Begegnungen mit dem Künstler, der immer auch ein "Fan seiner Fans" war, hinterließen regelmäßig tiefe Spuren im Leben seiner Bewunderer. Unvergessen sind seine Workshops mit jugendlichen Musikerinnen und Musikern in Schleswig-Holstein, die in dieser Doku sehr viel Raum einnehmen und viel von Bernsteins leidenschaftlicher und zugleich stringenter Arbeitsweise veranschaulichen.

Der Fall der Berliner Mauer war zweifellos eines der wichtigsten Ereignisse in Leonard Bernsteins ereignisreichem Leben. Bernstein war zeitlebens ein sehr politischer Mensch und begleitete das Weltgeschehen auch mit vielen Essays und Vorträgen, mit seiner Teilnahme an Diskussionen und ganz bewusst als "Kulturbotschafter". Obwohl sehr staatstragend, hatte ihn die CIA - zumindest zeitweise - fest im Blick. Dem Spross russischer Einwanderer in den USA ging es von seiner Jugend an um eine Welt ohne Grenzanlagen und Stacheldrähte, in der die Farbe der Haut so viel und so wenig über einen Menschen besagt wie die Farbe seiner Augen und in der niemand nach Geschlecht oder Besitz beurteilt wird. Die Schrecken der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, Hiroshima, der Kalte Krieg, Kommunistenhatz, Vietnam, Rassentrennung und Homophobie - all das mag seinen Einfluss auf Bernsteins Schaffen gehabt haben, und wer will, der mag es seinen Interpretationen großer Werke heraus- oder hineinhören. Indes gilt es festzustellen, dass Leonard Bernsteins Engagement für ein tieferes Verständnis der Musik nicht in erster Linie durch die Zeitumstände so bedeutsam geworden ist, sondern vor allem durch sein Feingefühl für Formdisposition, Dramaturgie und Instrumentation - vor allem jedoch durch seine unsagbare Empathie den Menschen gegenüber. Genau das vermittelt diese DVD.


Viktor E. Frankl: Trotzdem Ja Zum Leben Sagen
Viktor E. Frankl: Trotzdem Ja Zum Leben Sagen
Preis: EUR 18,77

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hoffnungsschimmer, 28. April 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Die Deutsche Grammophon Gesellschaft hat es möglich gemacht, dass eines der wichtigsten Bücher des zurückliegenden Jahrhunderts auch als Hörbuch erhältlich ist. In einer Zeit, in der uns täglich neue Bilder der Gewalt gegen Wehrlose erreichen und das Leiden an einem von vielen Menschen als sinnlos empfundenen Leben sich wie ein Krebsgeschwür immer tiefer in unsere Gesellschaft frisst, kann dieser Veröffentlichung gar nicht genug Bedeutung beigemessen werden. Es verdient vielmehr unsere ganze Aufmerksamkeit.

Ich frage mich, ob sich Viktor E. Frankl in den qualvollen Nächten auf verlausten Strohsäcken und beim Anblick seiner vom Steineschleppen blutigen Hände jemals hat vorstellen können, dass seine unter Lebensgefahr aufgezeichneten Gedanken und Beobachtungen einmal überall auf der Welt aufrichtig nach Sinn suchenden Menschen neuen Lebensmut geben würden. Ermutigend ist dabei die Übertragbarkeit seiner Niederschriften auf das Leben von Lesern/Hörern, die unter ganz anderen Umständen auf seine Aufzeichnungen gestoßen sind. Wie vielen hat er geholfen, die Welt und das Leben zu lieben, auch unter Qualen zu leben, jedem Sonnenstrahl dankbar offenzustehen und auch im Leid das Lächeln nicht ganz zu verlernen!

Viktor E. Frankl war in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in vier verschiedenen Konzentrationslagern (darunter in Auschwitz) interniert, während seine Eltern, sein Bruder und seine schwangere Frau umkamen. Er ist sich sehr darüber im Klaren gewesen, dass viele Menschen im Laufe ihres Lebens die Fähigkeit zur Freude verlieren und hat mit seinen unter härtesten Bedingungen gewonnenen Erkenntnissen sehr viel zu ihrer Befreiung aus dieser schwierigen Lage beigetragen.

Frankls weites Herz für das Leben in allen seinen Facetten zeigt uns, dass es etwas gibt, das auch unter den unwürdigsten Umständen nicht erlischt. Sein wacher Geist und sein tiefer Sinn für die Schönheit des Augenblicks strahlen hinüber in die Gegenwart und verändern unseren Blick auf uns selbst und auf die Welt, in der wir leben. Bis in sein hohes Alter hat Viktor E. Frankl seinen Lesern und Patienten die Augen geöffnet für den unschätzbaren Wert ihres Daseins. Seine Einblicke in das, was den Menschen zum Menschen macht, haben unverändert einen großen Einfluss auf eine weltweite Leser-/Horerschaft.

Mit seinen Aufzeichnungen führt der international angesehene Autor und Begründer der Logotherapie seinen Lesern auch vor Augen, welche Konsequenzen diese Erkenntnisse über das menschliche Leben des Einzelnen hinaus haben - von der Erziehung über das menschliche Miteinander bis hin zu Fragen von Gesundheit und Krankheit, Macht und Ohnmacht, Reichtum und Armut, Krieg und Frieden. Ginge es gerecht zu auf dieser Welt, so würde die Deutsche Grammophon Gesellschaft für die Veröffentlichung als Hörbuch mit Preisen überhäuft.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 7, 2013 6:36 PM MEST


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