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Rezensionen verfasst von
whispers-with-dogs "irkognito" (Stuttgart & Düsseldorf)

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Duell auf offener Straße, 1 DVD
Duell auf offener Straße, 1 DVD
DVD ~ Hunde
Preis: EUR 59,20

5.0 von 5 Sternen 3 sehr gut präsentierte Aggressionsfälle samt Lösungen auf einer DVD höchster Filmqualität, 17. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Duell auf offener Straße, 1 DVD (DVD)
Die DVD fängt mit einem wichtigen Hinweis an, dass die vorgestellten Methoden nicht ohne fachliche Begleitung umgesetzt werden sollten. Noch weiß ich nicht, was mich erwartet. Aufgrund der Amazon-Rezensionen weiß ich, dass die DVD extrem polarisiert hat. Ich bin auf das Schlimmste gefasst. Aber so schlimm wird es gar nicht.

Nadin Matthews beginnt jeden Fall mit einem ausführlichen Gespräch. Ich bemerke schnell, wir erfahren sie ist. Sie geht den Dingen auf den Grund, fragt nach, wo andere einen Hacken dahinter gesetzt hätten. Z.B. auf die Aussage „er beißt“ fragt sie „was bedeutet für Dich beißen?“. Sehr gründlich. Und genau richtig. Denn als erfahrene Trainerin weiß sie, dass vieles, was Hundehalter sagen, durch deren Wissen und emotionale Beziehung zum Hund beeinflusst wird.

Anschließend macht sie einige Tests und bekommt so ein noch besseres Bild von der Beziehung zum Hund und dem Problem. Als erste Hausaufgabe dürfen in allen drei Fällen die Hundebesitzer an der Beziehung zum Hund arbeiten und diese verbessern. Zusätzlich dazu erklärt Matthews der Halterin im Fall eins, wie diese eine emotionale Vorarbeit leisten kann.

NMs Analysefähigkeiten überzeugen mich. Sie hat auch das aus meiner Sicht richtige Konsequenzverständnis für eine effiziente Arbeit mit Hunden. Nicht die sogenannten Hausstandsregeln sind für die Anerkennung des Menschen als souveränen Leiter maßgeblich, sondern, wer im Alltag die Entscheidungen trifft und sie ohne viel Aufregung im Zweifelsfall konsequent durchsetzt.

NM sieht, genauso wie z.B. die pV-Puristin von Reinhardt, einen sehr gute Leinenführigkeit als Voraussetzung für den Abbau von Aggressionen an der Leine. Allerdings unterscheiden sich die Methoden, wie beide Trainerinnen dabei vorgehen. Leitet von Reinhardt den Hund an und hilft ihm durch Zuwendung und Handzeichen zu folgen (s. Ihr Buch "Leinenaggression"), so arbeitet Matthews mit einem Leinenimpuls. Das ist definitiv weniger sanft, richtig angewandt kann es aber anstatt Tagen oder gar Wochen an Trainingsarbeit innerhalb von Sekunden bis Minuten (nach 1-4 Impulsen) bereits zum gewünschten Verhalten beim Hund führen.

Hervorragend ist die leitende Arbeit, die NM dem Hund gegenüber zeigt und (das ist meine Meinung) der von Reinhardt deutlich überlegen. Beide Frauen kommunizieren mit dem Hund. Während von Reinhardt dabei bemüht ist, mittels Sprache die Aufmerksamkeit des Hundes zu erhalten und mit der Hand den Weg zu zeigen, ist der Hund bei Matthews aufmerksam, denn sie arbeitet sehr geschickt mit dem gesamten Körper und der Gewichtsverlagerung. Das ist spannend für den Hund, intensiver und ursprünglicher. Hier kann der Zuschauer viel Mitnehmen, wie man mit einem Hund umgehen kann. Wie sie ihm dabei signalisiert, dass sich die Richtung ändert, ist fabelhaft. Ein Cesar Millan, der eigentlich ähnlich arbeitet, erscheint mir neben ihr wie ein Grobmotoriker. Das Angebot, welches NM den Hunden macht, mitzugehen oder zu ihr zu kommen, wird sofort verstanden und angenommen. Das ist die Art des Umgangs mit einem Hund, die (mich) begeistert: intuitiv, natürlich verständlich, mit einer unsichtbaren intensiven Verbindung zwischen Mensch und Hund.

Alle drei Aggressionsfälle behandelt Matthews individuell und somit unterschiedlich. Zum Anwendung kommen dabei Diskscheiben bei einem unsicheren Hund, ein Griff ins Fell bei einem unaufmerksamen Hund und Ignoranz bei einem nach außen orientierten Hund, um eine Umorientierung bei diesem zu erreichen.

Über die einzelnen Methodenelemente darf man sich gerne streiten: Sind Diskscheiben bei einem ohnehin schon unsicheren Hund nicht ein eher unglücklich gewähltes Mittel, welches zu noch mehr Verunsicherung führen kann? Sind Leinenrucke ein Mittel von gestern und positive Verstärkung die einzig akzeptable Methode? Kann ein Griff ins Fell bei einem erregten Hund nicht zu einem Biss in die Hand führen? Es wird Hundehalter geben, die alle diese Fragen mit ja beantworten. Wie auch immer der Zuschauer diese Fragen für sich beantwortet: Nadin Matthews wusste, was sie tat und genau darauf kommt es bei der Arbeit mit Hunden an: eine Methode darf nicht für sich betrachtet werden (schon gar nicht aus einem ideologischen Blickwinkel) sondern stets in den Händen eines kompetenten Trainers. Der Erfolg in allen drei Fällen zeigt, dass Matthews die Methoden zum Vorteil von Mensch und Hund gewählt hat.

Alles in allem sehe ich keinen Grund etwas von den 5 Sternen abzuziehen. Die DVD ist Ihr Geld wert. Wenn der normale Hundehalter allerdings erwartet, seinem aggressiven Hund danach das Verhalten selbst abtrainieren zu können, unterschätzt er die Komplexität dieses Vorhabens. Und überschätzt sich selbst. Das ist aber nichts Neues. Ich verweise noch einmal auf den Hinweis am Anfang der DVD.

Ergänzende Anmerkungen

1. Die DVD hat eine Spielzeit von 1:19 Stunden (79 Minuten) und nicht von 90. Da hat einer wohl gepennt.

2. Das Cover auf meiner DVD war ein anderes als das bei Amazon abgebildete. Ich lade hier das neue Cover für Euch hoch.
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Leinenaggression: Mit ausführlichem Kapitel über Leinenführigkeit
Leinenaggression: Mit ausführlichem Kapitel über Leinenführigkeit
von Clarissa von Reinhardt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,00

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gute Lösungen, Buch hat jedoch auch Schwächen, 5. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Clarissa von Reinhardt gehört zu den Trainerinnen, die sich vollkommen der positiven Verstärkung (pV) verschrieben haben. Dafür steht ja auch der Verlag „Animal Learn“. Insider der Szene wissen das ja. Ich schaue mir solche Bücher, die einer Ideologie folgen, besonders kritisch an.

Das Buch ist mit seinen knapp 70 Seiten recht kompakt. Die Autorin erläutert zunächst, was Leinenaggression überhaupt ist und wie sie sich von einer allgemeinen Aggression unterscheidet. Anschließend zählt sie verschiedene Ursachen von Leinenaggressionen auf und gibt dafür Beispiele an. Den (für mich) ersten Teil des Buches schließt sie damit ab, dass sie Hilfsmittel bewertet und empfiehlt oder deren Schwächen aufzeigt.

Den zweiten Teil Ihres Buches (ab Seite 37) beginnt sie damit, dass sie für die anschließenden Lösungen eine grundsätzlich gute Leinenführigkeit (ohne die Reizobjekte, die eine Aggression auslösen) voraussetzt und anschaulich in kleinen Schritten, wie man eine solche aufbaut. Dann beschreibt sie, ebenfalls sehr anschaulich, zwei sanfte Methoden des Aggressionsabbaus: Sukzessive Approximation und, so würde ich es nennen, rückwärtige Leinenakzeptanz. Sie ergänzt die Methoden um viele allgemeine Tipps und geht dabei ebenfalls auf den notwendigen mentalen und emotionalen Zustand des Trainers / Hundehalters bei der Durchführung der beiden Trainingsvarianten und der daraus resultierenden Kommunikation mit dem Hund.

So weit so gut. Ein Manko dieses Buches ist, dass die Autorin 9 Seiten lang die Probleme und negative Folgen bei dem Einsatz von Sprühbändern erläutert. Das sind fast 15% des kurzen Buches. Verständlich wird es dadurch, dass die Erstauflage wohl 2008 stattfand, als auf VOX die Hundenanny Katja Geb-Mann Hunde teilweise mit eben solchen Sprühbändern behandelte. Der Autorin wird es ein Anliegen gewesen sein, die Kontraproduktivität und die Gefahren dieser Geräte aufzuzeigen. Verständlich zwar, aus der heutigen Sicht der Abschnitt in dieser Ausführlichkeit in einem schlechten Verhältnis zum Gesamtinhalt und Hauptthematik des Buches. Am Ende wird vor den TV-Hundenannys noch einmal eindringlich gewarnt. Nachdem bei uns mittlerweile auch VS (Stilwell) und MR (Rütter), zwei Hundeexperten, die fast ausschließlich mit positiver Verstärkung arbeiten, ausgestrahlt wurden, müsste diese Warnung zumindest neu formuliert werden. Ansonsten sei anzumerken, dass auf Seite 49 von einer Korrektur gesprochen wird, ohne sie zu erläutern (wobei das Wort „Korrektur“ nicht so ganz in das Vokabular des pV-Trainings passt.

Manchen Rezensionen entnehme ich, dass die Leser enttäuscht sind, weil sie sich mehr von Buch erhofft haben. Wenn sich Hundehalter bei einem so schwerwiegenden Problem wie der Leinenaggression ein Buch mit der Hoffnung kaufen, diese damit selber beheben zu können, kann ich nur raten: lehnen Sie sich mal zurück und überlegen Sie, ob Ihnen Ihr Hund wirklich so wenig wert ist und das Problem so harmlos, dass Sie sich keine professionelle Hilfe holen möchten. Es gibt so viele Feinheiten, die ein Profi automatisch richtig macht, an die Sie aber bei Training bewusst werden denken müssen und deshalb deutlich konzentrierter und angespannter sein werden. Es fehlt dann die Lockerheit, die Ihr Hund spüren muss, um mit Ihnen zusammen zu lernen. Und wahrscheinlich machen Sie beim besten Willen auch nicht alles richtig. Das Buch (wie auch die meisten anderen zu schwierigen Verhaltensproblemen) soll die Hundehalter informieren und nicht in die Lage versetzen, das Training selber durchzuführen. Ich halte ein solches Vorgehen für eigensinnig, anmaßend und bei Aggressionen sogar für gefährlich.

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Ich hätte noch einige ergänzende Tipps

Seite 43: Die hier erwähnte leitende Handbewegung, die ich hervorragend finde, sollten Sie bereits ohne Leine in reizarmer Umgebung, z.B. daheim, eine Weile einüben, damit sie dem Hund bekannt ist, bevor Sie diese draußen einsetzen.

Seite 56: Zu dem hier beschriebenen Bogen sei gesagt, dass sowohl dieser als auch der gesamte Trainingsfortschritt durch die Qualität der Beziehung (Stichwort Vertrauen / Schutz / Sicherheit) zwischen Ihnen und ihrem Hund extrem positiv beeinflusst werden kann. Damit ist jedoch nicht sein Vertrauen bei Streicheleinheiten gemeint (was Hundehalter oft annehmen) sondern, inwiefern er gelernt hat, dass er sich in für IHN kritischen Situationen auf Ihr Urteil und Ihre Leitung verlassen kann.

Seite 57: Hier sollte man damit starten, dass Sie dem anderen Hund folgen, keinesfalls umgekehrt. So kann Ihr Hund den vor ihm laufenden Artgenossen sowohl olfaktorisch als auch visuell wahrnehmen (= riechen und sehen) und sich an ihn gewöhnen. Umgekehrt mag die Situation trotz eines Abstands beunruhigend sein und den Stresspegel ihres Hundes unnötig erhöhen.

Ansonsten sei hier noch der allgemeine Tipp erwähnt, die Leine bei einer Begegnung einfach mal loszulassen, kurz bevor sie sich anspannt, sofern es die Umgebung erlaubt, um einen Trainingsrückfall zu vermeiden.


Wie viel Mensch braucht ein Hund: Tierisch menschliche Geschichten
Wie viel Mensch braucht ein Hund: Tierisch menschliche Geschichten
von Maike Maja Nowak
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Noch gefühlvoller als Ihr zweites Buch, 13. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Also ich bin schon erstaunt, dass bereits drei Rezensionen vorhanden sind. Ich habe das Buch vorbestellt und als Prime-Kunde am Samstag Mittag erst erhalten.

Als ich spät abends zu lesen began, konne ich schlecht aufhören. Um 5:00 Uhr morgens habe ich das Buch dann weggelegt. Alles habe ich noch nicht gelesen. Aber genügend, um sagen zu können, das MMN mit diesem Buch einen draufgelegt hat. Die Geschichten sind gefühlvoller und interessanter als in ihrem zweiten Buch.

Und gesellschaftskritischer. Zurecht prangert sie unangemessene Erziehungshärte in Schäferhundevereinen und übereifrige Aktionen von Tierschütern an, die zu Lasten der Hunde gehen. Sowie den Mangel an Mindestverständnis für das Wesen Hund bei so manchen Besitzern. Stets eingebettet in eindrucksvolle packende Geschichten.

Es ist ein wunderbares Buch für Hundeliebhaber. Aber auch für Freunde schöner Geschichten. Und sogar für mich als Hundetrainer und mit diesem Fokus betrachtet ist es ein lesenswertes Buch.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 14, 2013 7:26 PM MEST


Wir müssen reden.. (SPF-Sonderedition): Beratung vom Menschen mit Hunden
Wir müssen reden.. (SPF-Sonderedition): Beratung vom Menschen mit Hunden
von Nadin Matthews
  Broschiert
Preis: EUR 29,95

7 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ungeniessbar, 21. Juli 2013
Ich erwartete einen Ratgeber für Profis. Und erhielt ein für mich inakzeptables Buch, welches ich am nächsten Werktag zurücksenden werde.

Das Buch enthält keine Fotos, sondern Zeichnungen. Diese sind so erstellt, wie ich sie in einem Buch für Kinder im Vorschulalter erwarten würde. Diese sprachen mich schon mal gar nicht an. Die Aufzählungen in dem Buch werden mit komischen Kleksen als Aufzählungssymbole dargestellt. Auch das war eher kindergerecht als für Erwachsene. Als nächstes wunderte ich mich über die gewählte Schrift. Sie ist schlecht und daher nur mit einer erhöhten Konzentration lesbar. Sind alle Bücher des Verlages in dieser Schrift gedruckt? Ein Vergleich im Bücherregal mit "Zufrieden an der Leine" und "Trickschule für Hunde" ergibt, dass der Schritftyp zwar derselbe ist, die Schriftdicke jedoch dünner und daher schwerer lesbar. "Die gesamte gewählte Darstellungsform ist bestensfalls für Frauen geeignet" dachte ich mir zu diesen Zeitpunkt.

Seitdem ich mit Hunden arbeite, nehme ich vieles anders und intensiver wahr. Ohne das Buch zu diesem Zeitpunkt angelesen zu haben (außer stichwortartig beim Durchblättern) hatte ich bereits den Eindruck, dass die Autorin und ich total inkompatibel seien. Ich fühlte mich mit diesem Buch einfach unwohl: nicht abgeholt und auch nicht adressiert.

Und dann stellte ich fest, dass das Buch in der Tat für Frauen geschrieben wurde. Jedoch ohne dies irgendwo zu erwähnen. Es wird ständig von Kundinnen und Beraterinnen gesprochen. Ich habe dann angefangen nach einem Hinweis zu suchen, dass sich das Buch an Frauen richtet. Aber dem ist gar nicht so. Das Buch ist lediglich in einer radikalfeministischen Form verfasst. In mir wurden Erinnerungen an das Ende der 80er Jahre wach, als meine Kommilitoninnen beim Sport von Mannschaften und Frauschaften sprachen. Ich muss mich jetzt noch wie ein Hund kurz schütteln, wenn ich an diese Auswüchse feministischer Verblendung denke.

Ich habe dem Buch am nächsten Tag noch eine zweite Chance geben wollen. Schließlich lag es nun bei mir auf dem Schreibtisch. Aber, Sie können jetzt ruhig schmunzeln liebe Leserin, lieber Leser: ich konnte das "Zeug" einfach nicht vertragen. Das, was ich an mehreren Stellen angelesen habe, war zumindest weder schlecht noch besonders wertvoll.

Weshalb die Autorin das Buch so gestaltet und verfasst hat, weiß ich nicht. Was zählt ist das Werk. Ich fände es daher fair, den Lesern vor dem Kauf dieses Buches die ungewöhnlichen Merkmale mitzuteilen. Damit jeder weiß, was er bestellt.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 13, 2013 1:42 PM CET


Jeder Hund kann gehorchen lernen: Schluss mit der Leckerchen-Lüge und 22 weiteren Irrtümern der Hundeerziehung
Jeder Hund kann gehorchen lernen: Schluss mit der Leckerchen-Lüge und 22 weiteren Irrtümern der Hundeerziehung
von Sebastian Brück
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,99

18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hilfreiches Buch mit teilweise zweifelhaftem Inhalt, 10. Mai 2013
Ich habe lange überlegt, wie viele Sterne ich diesem an sich interessanten Buch geben kann. Der Autor ist ein erfahrener Hundetrainer, der seine Kenntnisse und Erfahrungen hier weiter gibt. Dieses Buch liest sich leicht und angenehm. Und es sind sehr viele hilfreiche Infos und Tipps darin enthalten, so dass ich dieses Buch gerne jedem empfehlen würde. Allerdings vermittelt das Buch teilweise ein falsches Wissen. Und zieht darauf basierend falsche Rückschlüsse. Das ist fatal.

Das Problem ist, dass der Autor davon ausgeht, dass Hunde Opportunisten sind. Sie lieben uns nicht, sondern assoziieren mit uns positive Erfahrungen: Futter, Action, Streicheleinheiten, Sicherheit. Deshalb freuen sie sich uns zu sehen. Gefühle und Liebe deuten wir lediglich, vermenschlichend, da hinein, weil es doch so schön wäre, wenn unsere Hunde uns liebten. Sie vermissen uns als Person jedoch nicht sondern beklagen vielmehr die ungewohnte Situation, die ohne uns entsteht. Folgerichtig schwächt ein Training mittels Leckerlis unsere Führungsposition, da die gesamte Bindung sich nur durch das Verhalten zueinander definiert. Und ein Führer gibt in der Natur seine Leckerlis doch nicht ab. Klingt absolut schlüssig, nicht wahr? Damit würden aber tausende von Trainern und Haltern, die eine ausgezeichnete Beziehung zu ihren Hunden haben, ihre Führungsposition ständig untergraben.

Dirk Lenzen hat wahrscheinlich die wissenschaftlichen Werke und Erkenntnisse wie z.B. John Bradshaws Hundeverstand
(org: in defence of dogs) nicht gelesen. Das ist auch kein Buch für jeden, liest sich schwer, ist eben von einem Wissenschaftler (und nicht von einem Trainer wie Lenzen und ich es sind). Aber Bradshaw stellt klar, dass Hunde Gefühle wie Liebe höchstwahrscheinlich empfinden können und begründet das biologisch und physiologisch, auch durch hormonelle Indikation. Auch andere namhafte Trainer wie Udo Gansloßer, Perdita Lübbe-Scheuermann oder Thomas Baumann Bindung und Beziehung: Man liebt nur was man kennt oder Elisabeth Beck Wer denken will, muss fühlen: Mit Herz und Verstand zu einem besseren Umgang mit Hunden sehen einen Hund als emotionales Wesen an.

Gehen wir aber davon aus, dass Hunde uns lieben (ohne diese Liebe mit unserer Liebe gleichzusetzen, da wir zu viel komplexeren Gefühlen in der Lage sind), so sind nicht nur die gegenteiligen Aussagen Lenzens falsch. Vielmehr muss das Hauptthema seines Buches relativiert werden: Eine Erziehung durch Spiel, Lob, Gestik und Streicheleinheiten würde ich als sinnvolle und wichtige (aber ja doch) Alternative zu der leckerlifokussierten Hundearbeit sehen. So sieht es auch Baumann. Für die Beziehung Hund-Mensch ist sie jedoch unschädlich, wenn sie mit Bedacht geschieht d.h. wir nicht für unseren Hund zum Leckerli-Automaten werden.

Viele Hundehalter, die schon mit Leckerlis genug Probleme haben, Ihren Liebling das gewünschte Verhalten beizubringen, stellen solche (= Lenzens) Aussagen vor noch größere Hürden. Denn um ohne Leckerlis mit einem Hund zu arbeiten, und das wird in dem Buch gar nicht erst erwähnt, bedarf es bereits einer gesunden Beziehung und einer guten Verständigung zwischen Mensch und Hund (und nicht umgekehrt) sowie ein besonderes Maß an Einfühlungsvermögen und an Trainingserfahrung. Der normale Hundehalter steht da oft auf verlorenem Posten.
Geht man nach Lenzen vor, so taucht ein anderes Problem auf. Einen Hund durch Lob, Streicheleinheiten oder Spiel zu loben hat Folgen, auf die Lenzen nicht eingeht. Damit Lob und Streicheleinheiten wirklich motivierend wirken, dürften diese jenseits des Trainings nur selten dem Hund gegeben werden. Wer möchte das denn? Und belohnt man mit Spiel (Ball, Stöckchen, Seil), besteht die Gefahr einer Fixierung auf den Spielgegenstand. Zudem ist diese Vorgehensweise recht mühsam, weil das Training für das Spiel immer wieder unterbrochen wird. Leckerlis können dagegen sehr effektiv eingesetzt werden, um Befehle oder Tricks zu erlernen. Der umsichtige Trainer weiß sie beim Trainingsfortschritt entsprechend abzubauen und z.B. durch Lob oder gar Freude zu ersetzen.

Letztendlich basiert die Hund-Mensch-Beziehung nicht allein auf gemeinsamem Training sondern auf dem Gesamtverhalten des Halters zu seinem Hund UND der daraus bereits entstandenen Beziehung und Bindung inklusive Gefühle auf beiden Seiten. Daher ist für mich der richtige Grundumgang mit dem Hund die Basis für ein problemloses Zusammenleben und nicht einzelne Aktionen wie Bett ja oder nein oder Training mit Leckerlis ja oder nein. So beleuchtet dürfte verständlich werden, weshalb Lenzens Leckerli-Aussage nicht ohne weitere Erläuterung so stehen gelassen werden kann. Und auch nicht jedem empfohlen werden sollte. Hier wird der Autor seiner Verantwortung nicht gerecht, meine ich.

Trotz dieser Mängel kann es sinnvoll sein, das Buch zu lesen und - wie immer beim Thema Hund - das Beste mitzunehmen. Personen, die noch nach dem richtigen Umgang mit Ihrem Hund suchen möchte ich von diesem Buch aber abraten: Sie werden durch das Buch nur verunsichert und machen dann wahrscheinlich mehr falsch als richtig.

Wohl fühlen dürfen sich mit diesem Buch dagegen alle Anhänger der Dominanztheorie, die ihren Hund als instinktgetriebenes Tier ansehen ohne besondere emotionale Fähigkeiten.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 27, 2015 10:26 AM MEST


Thorgal - Die Welten von Thorgal: Lupine. Band 1. Raïssa
Thorgal - Die Welten von Thorgal: Lupine. Band 1. Raïssa
von Yann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbarer Spinoff, 17. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als begeisterer aber kritischer Fan von Thorgal war ich nach der ersten 2-Sterne-Kritik sehr gespannt, wie die Geschichte präsentiert wird. Zuerst die Zeichnungen. Sie sind für mich perfekt. Ich sehe überhaupt keinen Bruch zu den bekannten Bänden. Und es wurde auf den (für mich unschönen) Vollglanzeffekt verzichtet, den es in den letzten Thorgal-Bänden gab. Ganz früher und gänzlich ohne Seitenglanz fand ich die Zeichnungen weniger künstlich und daher schöner.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, woran man sich bei dieser Geschichte stören soll. Lupine ist ein noch nicht ausgearbeiteter Charakter. Ich habe sie in der Geschichte nicht als übertriebene Fraunenrechtlerein wahrgenommen, sondern eher als kritisches, von dem eigenen Bruder und dem eigenen Vater aufgrund deren ständiger Abwesenheit enttäuschtes Mädchen. Sie ist daher von der Männerwelt enttäuscht, der sie charakterlich jedoch mehr ähnelt als sie denkt. Und da sie zum Einen rebellisch dargestellt wird, zum Anderen das gesamte Lupine-Spinoff auf ihrer wilden Seite beruht, und als Drittes sie mehr nach Ihrem Vater schlägt (während Jolan eher dem sanften Wesen der Mutter entspricht), verwundert Ihr selbstbewusstes Verhalten überhaupt nicht.

Zudem finde ich es interessant, dass der Autor sich in gesellschaftlicher Kritik versucht, die uns ein Kostüm als Moral, Ethik und Zivilisation, sicherlich alles positive Werte, überstülpt und damit aber die wilde Seite der menschlichen Natur unterdrückt (welche sich zuweilen auf grausame und brutale Weise in der reallen Welt in Verbrechen und während Kriege bemerkbar macht).

Es macht sich im Plot überhaupt nicht bemerkbar, dass Yann an der Serie noch nie gearbeitet hat. Dafür sorgte eine sorgfältige Vorbereitung der Spinoffs und die überwachende Funktion von Sante. Die Querverweise auf frühere Ereignisse der Hauptserie sind 100% stimmig. Und dass der Plot auch mal auf Lupines ungewöhnliche Geburt näher eingeht wurde ohnehin höchste Zeit.

Bliebe da noch das tatsächlich neue erzählerische Element, dass wir lesen können, was die Tiere denken. Nun, dass Lupine sich mit den Tieren verständigen kann wissen wir seit eh und je. Diese Kommunikation wurde allerdings bislang stumm dargestellt. Ich persönlich finde das nicth störend. Und bedenkt man, dass eine der wiederkehrenden Komponenten in der Hauptserie die Götter- und Fabelwelt um das Heinzelmännchen Jahzi ist, wo übrigens auch die böse Schlange und andere Kreaturen sprechen können, ist das für mich nicht gerade ein erzählerischer Tabubruch.

Wenn wir schon nach erzählerischen Fehlern suchen: Von Lupine wiederholt (von den Wölfen) als Menschin zu sprechen muss ich als Leser wohl nicht verstehen. Ob das ein Übersetzungsfehler aus dem französischen ist? Außerdem wird auf Thorgal, Sohn der Sterne falsch verwiesen: In Frankreich erschien der Band als Nr. 7, in Deutschland jedoch als Nr. 1 (wobei in der Neuauflage von Splitter die Originalreihenfolge wohl eingehalten werden wird, hier wäre ein differenzierter verweis korrekt gewesen).

Was mich wirklich ärgert, ist die seit einigen Ausgaben vollzogene Umstellung auf Hardcover. Nun passen die Bände im Regal nicht mehr zueinander und sind auch noch unnötig teurer. Der Band ist jedoch nicht zu früh zu Ende. Seite 48, wie schon immer. Es hinterlässt viele offene Plots, doch genau das macht Serien ja so spannend. Für mich ein Stern spannender und unterhaltsamer als Das Schwertboot.


Dreamtime
Dreamtime
Preis: EUR 17,77

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantanstische musikalische Verwandlung, 22. Oktober 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dreamtime (Audio CD)
Liest man sich die drei Rezensionen durch, so ist kaum etwas hinzuzüfügen: sie sind alle sehr gut und zutreffend. Bei der 3-Sterne-Bewertung schwingt sicherlich sehr stark mit, dass die Band sich seit dem Album "Feline" immer weiter von ihrem Ursprung (Punk) entfernte und mit Dreamtime ein von den alten Elementen völlig freies Werk vorlegte. Und wer aus der Ecke Punk kommt, der hört meist ungern braven Pop. Bei mir war es umgekehrt: Ich habe durch Dreamtime Zugang zu den früheren, völlig anderen Werken gefunden.

Allerdings ist das keinesfalls das typische Pop-Gedudel. Selten gelingt es einer Band einen so perfekten musikalischen Wandel zu vollziehen (der zweite Anlauf nach dem Ausstieg von Hugh Cornwell ist mit nur noch vereinzelten Höhepunkten der beste Beleg dafür). The Stranglers haben hier ein Meisterwerk hingelegt. Nachdem ich die Platte 1986 gekauft hatte, hörte ich sie wochenlang, weil das Werk so angenehm und zugleich kurzweilig ist. Keineswegs stets ruhig, ist der Name Dreamtime dennoch passend, weil die Arrangements insgesamt angenehm und entspannend aber eben nicht einschläfernd wirken (typisch dafür ist das bekannte always the sun). Hervorheben kann man kein en Song, weil jedes seinen eigenen Charme hat. Das kraftvolle was it you?, das gefühlvolle kritische you'll always reap just what you sow, das großartige ghost train (das Lied ist wie eine Zugdurchfahrt) und das verträumte too precious). Und so nimmt diese Platte in meiner riesigen Sammlung eine Sonderstellung ein: ich höre sie bis heute immer weider und immer wieder gern.

Share my dreamtime! (sagen die Stranglers) und ich schließe mich an.


High-Speed-Marketing: In nur 7 Tagen zu einem durchschlagenden Marktkonzept
High-Speed-Marketing: In nur 7 Tagen zu einem durchschlagenden Marktkonzept
von Christian Kalkbrenner
  Broschiert
Preis: EUR 24,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hält was es verspricht, 28. März 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Durchschlagend oder nicht: Mit dem Wissen aus diesem Buch können Sie als KMU tatsächlich recht schnell etwas bewegen. Mehr kann man von einem Buch nicht erwarten. 7 Tage 7 Ideen/Konzepte. Für uns waren 3-4 davon sinnvoll. Nicht jede Idee halte ich für einen echten Motor und nicht jede Idee eignet sich für jedes Unternehmen. Aber die Impulse, die Ihnen das Buch geben kann, ist es Wert. Und da es sich angenehm liest, eine Quintessenz jeden Abschnitt abschließt und der Preis moderat ist, vergebe ich 5 Sterne.


Thorgal, Band 27: Der Barbar
Thorgal, Band 27: Der Barbar
von Grzegorz Rosinski
  Taschenbuch

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alles andere als enttäuschend, 5. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Thorgal, Band 27: Der Barbar (Taschenbuch)
Eines darf man bei der Bewertung der Bände nicht vergessen: Es handelt sich um eine hervorragende Serie allerersten Güte. Mit eingen Preisen prämiert.
Ich denke, es ist schlichtweg falsch, einen etwas schwächeren Band mit einem Sterne zu bewerten. Wobei ich Band 27 nicht für schwächer halte. Das einzige tatsächlich etwas enttäuschende Band war Band 26. Rosinski knüpft hier wieder langsam an den dauerhaften Faden der Storyline an, die ab und an durch einzelne unabhängige Geschichten/Bände unterbrochen wird.
Deswegen sind die Bände jedoch nicht weniger gut. Und dieses nicht schlechter als Band 2 oder 3. Das vergessen beid er Bewertung diejenigen Leser, die mit großer Ungeduld auf die Fortsetzung der Serie warten.
Dass hier Strukturen des römischen Reiches auftauchen, dass bis ca. 600 n.Ch. existierte, während die Wikingerzeit erst um 800 n. Chr. begann... verwundert mich auch. Der Geschichte selbst ist es sicher nicht abträglich.


Thorgal, Band 28: Alte Feindin
Thorgal, Band 28: Alte Feindin
von Grzegorz Rosinski
  Taschenbuch

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Emotionsgeladen: Rivalität und Menschlichkeit, 5. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Thorgal, Band 28: Alte Feindin (Taschenbuch)
Endlich. Spätestens mit diesem Band knüpft Rosinski wieder an den mitreisenden Handlungsstrang um Chris de Valnor an. Und nach dem etwas seichten Band 26 überzeugt der Band durch neue bewegende Dramaturgie. Trotz tiefsten Scherzes und Enttäuschung, wie sie nur eine so wundervolle Frau wie Aaricia empfinden kann, gibt Sie der verhassten Zwecksverbündeten de Valnor in derer schwersten Stunde ein Versprechen, zu dem sie noch kurz zuvor nicht im Stande gewesen wäre. Und ihre Familie bekommt noch einmal unerwarteten Zuwachs.
Ob Chris de Valnor in diesem Band tatsächlich ihren letzten Auftritt hatte bleibt abzuwarten. Ich habe da so meine Zweifel.
Nur für diejenigen empfehlenswert, die die Storyline kennen. Dann aber unbedingt!


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