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Rezensionen verfasst von
Tobias Roth
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The Life Pursuit
The Life Pursuit
Wird angeboten von moviemars-amerika
Preis: EUR 3,15

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nette CD mit einem großen Highlight, 14. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: The Life Pursuit (Audio CD)
Das ist schon seltsam. Um zu begründen, wie ich dieses Album finde, muss ich eine kurze Vorgeschichte erzählen: Ich besitze von Belle & Sebastian die ersten drei Alben aus den 90ern, sonst bis zu diesem Album gar nichts - einfach, weil ich noch nicht dazu gekommen bin, die Diskographie aufzufüllen. Wie auch immer, die Tigermilk-, Sinister- und Arab-Strap-Platten sind toll bis genial, und perfekter Pop wird für mich immer dann daraus, wenn sich die Songs im Trompeten- und Streichertaumel zu Mini-Hymnen aufschwingen. "My wandering days are over" oder "Dirty Dream Number Two" waren solche tränentreibenden Meisterwerke.

Mit diesem Eindruck von B&S habe ich mir "The Life Pursuit" gekauft und gehört. Vier Songs lang dachte ich, im falschen Film zu sein - die Musik hatte wenig mit den oben genannten frühen Werken zu tun -, dann kam "Dress up in you". Hoppla, dachte ich, da sind sie doch, Belle & Sebastian. Danach wieder Ratlosigkeit. War das eine Art Gastauftritt auf ihrem eigenen Album? Was sollte dieser gepresste Gesang zusammen mit dem teilweise fast ruppigen Bluespop, wenn sie es doch eigentlich noch wie früher konnten? Damals hätte ich kaum zwei Sterne vergeben.

Mittlerweile hat sich das geändert. Die meisten Songs sind harmlose, nette bis gute Zwischendurch-Musik geworden, sind also noch gewachsen. Aber mit ihnen auch "Dress up in you": Selten ein Album gehört, auf dem genau ein Stück die anderen so überragt. Der sanfte Shuffle, die (nur ein einziges Mal auf diesem Album!) wunderbar sanfte Stimme von Stuart Murdoch und die Glückshormon-Trompete, tolle Harmonien - ein Lied zum Verlieben. Zugegeben, ich komme mir etwas komisch vor. Sämtliche Rezensionen loben hauptsächlich den Rest des Albums. Und ich? Act of the Apostle I, joa, ganz okay. Another Sunny Day, ganz gern. Sleepyheads - och ja. Bin ich zu engstirnig oder nostalgisch oder so? Egal, ich habe mein Juwel entdeckt, der Rest kann nicht ansatzweise mithalten. Aber nur wegen einem Song ist ein Album noch nicht gut.

Daher: Nur 3 Sterne. Mich würde interessieren, wer das noch so empfunden hat. :)


Declaration of Dependence
Declaration of Dependence
Preis: EUR 8,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Album, ein Genuss., 24. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Declaration of Dependence (Audio CD)
Wie schön, dass die Kings of Convenience sich nicht geändert haben. Kein Stück, nicht mal ein kleines. Zurückhaltende, sanfte, gestreichelte Songs, die niemandem weh tun und auch nicht den Anspruch erheben, den Hörer zu irritieren. Nein, das ist nicht der Witz an dieser Musik.

Es sind ganz einfach die grandiosen Kompositionen. Für mich jedenfalls kann eine bedächtig gezupfte Akustikballade nicht mehr schöner, berückender und gleichzeitig erschütternder sein als "24-25". Und ein sofort dagegengesetzter, sonnenbeschienener Jetzt-gehts-los-Track-Nr-2 nicht cooler als "Mrs. Cold". Und ein Groove-Doppelpack - einer verzaubert-melancholisch, der andere mit Seemanns-Wohoho - nicht beschwingter als "Me in you" und "Boat behind", letzteres irgendwie gefühlsmäßig der Titeltrack des Albums. Dann noch "Rule my world", komponiert nur für dich, damit du in den blauen Himmel hinaufseufzen kannst.

Ja, das sind die ersten fünf Tracks. Und das sind auch eigentlich schon die fünf Sterne, die ich vergeben habe. Die Platte wird danach ein wenig düsterer und verkriecht sich zum Teil in der charakteristischen KoC-Trauer. Ich muss sagen, die Sonne und der Groove stehen den Kings momentan besser, und die Begeisterung des Plattenanfangs muss man ein wenig herunterfahren. Aber dann kommt ja noch der Höhepunkt: "Freedom and its owner". Soviel Weisheit, soviel von dem, was man manchmal fühlt, aber nicht aussprechen kann - hier alles enthalten, umhüllt von zweistimmigem Genuss, eine funkelnde Sommernacht, eine bleibende Erinnerung.

Da einzelne Meisterwerke bei den beiden Norwegern immer schön von hochklassigem Füllmaterial umschmückt werden, ist es ein großer Spaß, das Album zu hören. Von vorne bis hinten. Setz dich mal ins Auto, fahre nachts durch fallenden Schnee nach Hause und höre diese Musik. Und sei dann bekehrt.


Electro-Shock Blues
Electro-Shock Blues
Wird angeboten von Ihr-Medienshop
Preis: EUR 8,99

15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Du brauchst diese Platte., 12. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Electro-Shock Blues (Audio CD)
Electro-Shock Blues ist das Album, das man demjenigen in die Hand drückt, der fragt: "Eels, kenn ich nicht... wie klingen die?" Er wird es sich anhören, wahrscheinlich zuallererst seltsam, nervig, schrullig oder einfach zu depressiv finden, aber irgendwann wird er es womöglich so lieben wie ich.
Mark Oliver Everett ist der Songwriter, der einen dann noch erreicht, wenn man glaubt, weiter weg vom Glück zu sein als jeder andere Mensch. Mark Oliver Everett singt so vertraut und so... wissend von Verlust, Verzweiflung und den Versuchen, irgendwie damit fertig zu werden, dass man in ihn hineinschlüpfen darf. Und mit Elizabeth auf dem Badezimmerboden liegt, zu Honolulu Hurricanes Beerdigung geht, sich zu knirschenden Industrial-Sounds in Trance tanzt und im staubigen Springfield auf einsame Jugendjahre zurückblickt. Diese ersten vier Songs sind irgendwie so eine Art EELS-Essenz.
Es geht weiter. Wer einmal im Strom dieser Gefühle schwimmt, wird mitgerissen. Bei "Efil's God" erreicht Everett die Schmerzgrenze: Der Song ist derartig in sich gekehrt und hoffnungslos, gleichzeitig aber so wunderschön und so aufbäumend gegen das Unheil, dass ein einsamer Mensch sich hier einfach erkannt fühlen muss. "Last Stop: This Town" heißt der Durchbruch; die Gitarre knarzt, die Melodien jubeln, und von hier ab hält E den Kopf hoch.
"Climbing To The Moon" ist dann nochmal ein kleiner Hit, auch für den zuerst abgeschreckten Interessenten von oben sofort hörbar. Die folgenden Songs schließen das Album versöhnlich ab, die weit aufgerissenen Wunden aus der ersten Plattenhälfte werden notdürftig mit Pflastern überklebt, es ist der Blick in die manchmal scheinende Sonne und der Gedanke: Da musst du jetzt einfach durch! Probier's aus, es passiert ohnehin was passieren muss.
Die Wunden werden noch viele Alben nicht vollständig heilen. Und immer wieder wird man sich als Hörer in die Abgründe der ersten Hälfte dieser CD werfen, das volle Leid des Mark Oliver Everett ausschöpfen, sein eigenes darin finden und sich vielleicht wieder so vollständig verstanden fühlen wie nie zuvor.


Obsolete
Obsolete
Preis: EUR 16,00

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Knallhart und ziemlich geil., 31. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Obsolete (Audio CD)
Ein klasse Album. Es ist zwar bei Kopfweh mit Vorsicht zu genießen und besonderen Tiefgang kann man bei diesem Hi-Tech-Geprügel auch nicht konstatieren, aber dafür wird hier der Nackenmuskel bewegt. Wie Sau. "Shock" ist ein fetter Einstieg, "Edgecrusher" lässt einen in Gedanken den aufgepeitschten Moshpit toben sehen.
Der Höhepunkt ist aber eindeutig der Titeltrack "Obsolete", bei dessen verquerem Geknüppel kein normaler Mensch sitzen bleiben kann. So einen Rhythmus habe ich noch nie gehört. Die Riffs prasseln brutal und schieben den Song mit entfesselter Urgewalt durch die Boxen, dazu gibt Bell an der Mikro-Front in verschiedensten Growl-Varianten ebenfalls Vollgas. Ein irrer Hammer.
Die Platte bleibt über die komplette Länge kurzweilig und reizt ständig, aufzuspringen und wenigstens kurz wie unter Starkstrom durch die Wohnung zu moshen. Die melodischen Elemente sorgen für angenehme Abwechslung, auch wenn sie für sich allein nichts reißen können. Brauchen sie auch nicht, hier steht der Schweiß im Vordergrund, eindeutig. Dagegen wirkt Digimortal wie das ersterbende Rattern einer ausgestöpselten Kettensäge. Party!!!


Thirteenth Step
Thirteenth Step
Preis: EUR 16,79

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder mal ein Meisterwerk der Hymnik, 10. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Thirteenth Step (Audio CD)
Die Fähigkeit, Melodielinien so aufzubauen, dass sie nicht einfach nebenbei hörbar sind, sondern fast schon Hingabe verlangen, sie aufzunehmen und zu verarbeiten, hat A Perfect Circle schon auf "Mer de Noms" bewiesen und sich gleichzeitig eine stilistische Ecke ausgesucht, die nicht beschriftet ist. Das ist irgendwie progressiv, irgendwie alternative, irgendwie fast schon Metal und irgendwo traditionell instrumentierter Rock.
Aber vor allem ist es unglaublich gut.
Die All-Star-Truppe um Gesangsakrobat Maynard James Keenan verschwendet keine Zeit mit der Einführung ins Album: Es beginnt mit einem Übersong, der in seiner Dynamik, Vielfalt und Struktur so nahe an Tool herankommt, wie ihn auch nur Keenan bringen kann. "The Package". Verzweifelte sanfte Bass- und Gitarrenthemen, vertrackte Melodien, dann der Ausbruch, die Ekstase. Wieder die leise Verzweiflung.
Auf diese Weise ein Album zu beginnen, sagt eigentlich schon alles über die Band, ihre Auffassung von Musik und den Rest des Albums aus. Sphärische Soundgebilde, getragen von Howerdels fantastischer Saitenarbeit, Rhythmen, die mal innerhalb, mal völlig außerhalb gängiger Drum- und Bassfiguren laufen, und immer wieder diese unglaubliche Stimme, die so unglaublich gefangen nimmt. Immer wieder kulminieren die Lieder in überquellender Trauer, Melancholie, Wut, Ergriffenheit, Angst, Schwäche, Stärke. Wer glaubt, etwas von der textlichen und musikalischen Intention von A Perfect Circle verstanden zu haben, wird auf einmal von einem streichersatten Monument "The Nurse who loved me" umfangen, das für keinen andern als jenen exzentrischen Sänger Keenan gemacht scheint, oder sieht sich durch sparsam ausgefüllte Interludes einer Spannung gegenüber, die im nächsten Moment durch gradlinige, mächtige Riffs zersprengt wird. Wenn man will, ist hier nichts konventionell. Wobei: Im Gegensatz zu den mystischen Tool-Opern kriegen wir textlich sogar hin und wieder einen deutlichen Wink. "Desperate and ravenous / so weak and powerless over you", und am Ende die flehentliche Bitte: "I choose too live... I choose to live". Du bist gepackt, du leidest mit, ja, du, der du eigentlich nur zuhören wolltest. 'Thirteenth Step' ist ein emotionaler Strudel, ein Loch, aber auch ein Ausweg aus einer oberflächlichen (Musik-) Welt.
Mein Versuch, Anspieltipps herauszusuchen, scheitert. Muss scheitern. Kein Lied ist gegenüber den anderen schlecht genug, um nicht aufgezählt zu werden. Ein Niveau, ein Album, eine Band. Und alle unerreichbar. Ein Side Project verschiedener großer Gruppen? Vorsicht: Diese Platte macht die Heimatbands der Musiker zu den Seitenprojekten. Und eigentlich ist das egal, denn APC reichen aus. In jeder Hinsicht.


In Absentia
In Absentia
Preis: EUR 12,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Achterbahnfahrt, ein komplettes Epos, 10. September 2003
Rezension bezieht sich auf: In Absentia (Audio CD)
Hier haben wir den dritten Teil des progressiv-düsteren Dreigestirns 2003, neben Katatonia ("Viva Emptiness") und Opeth ("Damnation"). Und wenn ich das so sage, wird klar, dass wir es hier auch mit einem qualitativen Niveau zu tun haben.
"In Absentia" ist jedoch bei weitem nicht so depressiv wie die genannten Alben, geht aber emotional trotzdem noch verdammt tief. Und es ist ein breitgefächertes Emotionsspektrum, dass uns Bandchef Steve Wilson hier anbietet; es ist eine Auffächerung der Gefühlsfarbe Melancholie. Und wenn ich die Gelegenheit habe, weise ich doch grade mal auf das unglaublich schöne "Heartattack in a Layby" hin. Eine sanfte, schwebende, dunkle, kühle Ballade, die eigentlich keinen Kommentars bedarf. Ebenso leicht wie nachdenklich und glückselig schaukelt sich "Collapse light into Earth" in die streichersatte Melancholie, und damit sind die beiden Höhepunkte genannt.
Dazwischen gibts Liedkunst vom Feinsten, in krasser Abwechslung, trotzdem stilistisch immer am roten Faden. Industrial-Metallisches trifft auf fast britpoppiges Akustik-Geschrammel, Floyd'sches Pathos gekreuzt mit leicht frickligen, headbangreizenden Saitenausflügen, Samples und Elektronika zwischen nachdenklichen Klampfen- und Klavierthemen.... der Vielfalt dieses Werks ist mit ein Paar Worten nicht Ausdruck verliehen. Und dabei vermeidet es die Band mit traumwandlerischer Sicherheit, mit ihren technischen Fähigkeiten etwaige songwriterische Schwächen kompensieren zu wollen - hier stimmt beides und zurückgestellt wird angenehmerweise nur der instrumentale Showdown. Bezüge zu Dream Theater & Co. sind deshalb eigentlich nicht so überdeutlich, wie in mancher Beurteilung zu lesen war, zu erkennen.
Seht diese Platte eher als den progressiven Rock der Zukunft an. Große Worte sind hier erlaubt, weil das Album in seinem Variantenreichtum und seiner Ideenfülle jede Kritik im Keim erstickt. Stimmig, emotional, abwechslungsreich, vollkommen.
Ladies and Gentlemen - Musik 2003!


Deliverance
Deliverance
Wird angeboten von Good Buy Music - VERSANDKOSTENGUTSCHRIFT BEI MEHRFACHBESTELLUNG
Preis: EUR 11,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abseits von Opeth-Maßstäben: Ein gutes Album., 26. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Deliverance (Audio CD)
Denn eins ist klar: Das hier ist, ebenso wie das göttlich gute "Damnation", eine neue Art Opeth-Album. Die Aggression und Melancholie, die sonst in jedem Album gemischt wurden, sind in Opeths jüngster Schaffensphase stark getrennt worden - was wir hier vor uns haben, ist ein Ausdruck konstanten, eruptiv ausströmenden Hasses und fast psychotisch herausgepresster Verzweiflung - düstere Verwirklichung der bisher nicht durchgängig wirklich betonten Aggression. Zwar ergibt sich aus dem ständigen Fluss technisch anspruchsvoller Riffs und tiefer Growls zeitweise eine unangenehme Monotonie, und die Lieder sind in ihren verschiedenen Teilen leider zu unterschiedlich, als dass für jedes einzelne Werk ein klares Konzept ersichtlich wird. Das ist schade, das war bisher eine Spezialität der Band, die in Bezug auf episch lange Musikstücke nur wenige andere (Tool, Isis) beherrschen.
Trotzdem reißt das Album mit. Es schlägt jedes andere Death Metal Album, es reißt mit knallharten Technik-Demonstrationen Mauern ein, es prügelt sich vorwärts, groovt und hämmert extravagant. Trotz allem. Und ganz im Gegensatz zu anderen finde ich hier immer wieder mal Abschnitte, die mich begeistern und auf deren erneutes Hören ich mich freue. Und es ist ja auch kein reines Dreschwerk; die Akustik- bzw. Decrescendo-Teile sind rar, aber umso schöner und auflockernder. "A Fair Judgement", ein hymnisch-verzweifeltes Stück zwischen Piano und sehnsuchtsvoller Gitarrenmelodie, fesselt dementsprechend 10 Minuten lang, bevor - symptomatisch für das Album - die Riffs am Schluss ein wenig überflüssig erscheinen. Wie gesagt: Für Opeth-Maßstäbe eher ganz ok.


Reflections
Reflections
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viel Licht, kaum Schatten., 27. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: Reflections (Audio CD)
Das Album macht immer noch Spaß! Nachdem ich es jetzt schon einige Monate besitze, ist diese Platte immer noch ein astreines Metal-Brett voller Abwechslung in Tempo, Instrumentierung, Stimmung und nur sehr wenig in Qualität (die ist meist konstant hoch).
Vor allem aber hat es den besten Opener, den ich im Metal-Jahr 2003 bisher gehört habe: "Prologue (Apprehension)". Rasend ratternde tiefe Riffs, Dave Lombardos polterndes Schlagwerk im irren Thrash-Offbeat und immer wieder die geniale hohe Refrain-Melodie. Diese Tempo-Bombe wirft einen so richtig ins Album hinein.
Auch in den folgenden Liedern animiert die teilweise sehr gitarrenähnliche Cello-Arbeit immer wieder zum fröhlichen Headbangen. Dazwischen die natürlich wie für die Streicher geschaffenen Balladen wie "Faraway" und "Conclusion", die, wie auch die Mehrheit der Lieder, ziemlich düster daherkommen. Bei "Cortège" bauen Apocalyptica eine genialistische Spannung auf, die sich zwischen dramatischen Orchester-Parts und sägenden Metal-Riffs entlädt; in den beiden folgenden Stücken wird ebenfalls noch mal der Heavy-Freund im Hörer gefordert und als Abschluss folgt "Epilogue (Relief)".
Fazit: Die Drums sind genau das, was den Celli den richtigen Druck und Groove für ihre emotionale Spannweite verleiht. Für Metal einfach unerlässlich. Und trotzdem werden die drei Streicher nicht zerprügelt, sondern haben genug akustischen Raum. Mit Abstand das beste Werk der Finnen!


Damnation
Damnation
Wird angeboten von all-my-music-rheingau
Preis: EUR 10,98

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Opeth sollten die Double-Bass in die Ecke stellen., 11. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Damnation (Audio CD)
... denn das, was auf dieser CD das Ohr umschmeichelt, ist so wunderschön, dass es kaum zu fassen ist, dass man auf "Deliverance" zuletzt hauptsächlich trockene Riff-Salven auf vertrackten Drummings bekam und gleichzeitig ein derartiges Faible für ruhige Songs in Åkerfeldt steckt.
Man kann in diesem Album einfach nur versinken. In der weltentfremdeten Melancholie von 'Windowpane'. In der kühlen Freiheit von 'In My Time Of Need', die doch noch in Depression umschlägt. In der Verzweiflung, die die Melodie von 'Death Whispered A Lullaby' versprüht. Im sich mystisch steigernden 'Closure'. Im unendlich traurigen 'Hope Leaves'. Im von Beginn an bedrückenden, beklemmenden 'To Rid The Disease'. In der instrumentalen Nachdenklichkeit von 'Ending Credits'.
Und schlussendlich im alles übertreffenden 'Weakness' - wenn im Hintergrund ein leises, verzweifeltes "Stain me.... save me... take me to my home" erklingt, mögen alle Dämme brechen.
Wenn Damnation nicht das Album des Jahres wird, weiß ich auch nicht. Es gibt schlichtweg keine Kritikpunkte an dieser Platte.


El Cielo
El Cielo
Preis: EUR 7,49

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schöner kann Rock kaum sein., 20. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: El Cielo (Audio CD)
Was sollen da noch Vergleiche. Entfernt Tool, keinesfalls Deftones, wie ich finde.
Einfach nur - EL CIELO. Passender konnte dieses Album gar nicht betitelt werden - einzig Dredg haben die Befugnis, ihr Album "den Himmel" zu nennen. Und alles andere wäre unzutreffend.
Wer nur wenige Male durch diese Welt gewandelt ist - durch die treibende Kraft von "Same ol' Road" mit dieser Wahnsinns-Stimmung; durch ein Lied wie "Sanzen", welches einem Tränen in die Augen treibt, so verklärt pathetisch und schön wie es ist; durch ein Epos wie "Triangle", zu dem man nur noch die Augen schließen kann; durch die rockigen "Sorry but it's over" und "Convalescent"; durch die Hymne "Of the room", die in ihrer eigenen Härte und gleichzeitigen Sanftheit das Adrenalin durch den Körper pumpt; und schlussendlich durch "The Canyon behind her", dessen Chöre einem am Ende den Mund offen stehen lassen und das Album bravourös beenden - wer nur wenige Male durch EL CIELO gehört hat, weiß, was Schönheit ist.
Noch nie war Rock so wunderbar. Die Platte ist jeden Preis wert.


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