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Doktor von Pain "Doktor der Zombiologie" (Sassenburg)
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   

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Blair Witch 2
Blair Witch 2
DVD ~ Jeffrey Donovan
Preis: EUR 7,99

2.0 von 5 Sternen Es gibt aus gutem Grund keinen dritten Teil, 28. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Blair Witch 2 (DVD)
"Das Grauen kehrt zurück", so steht es in großen Lettern auf dem DVD-Cover von "Blair Witch 2". Das kann man nun auf zweierlei Arten verstehen, und in diesem Fall ist die von den Machern ungewollte Variante die eher zutreffende. "The Blair Witch Project" aus dem Jahr 1999 begründete das "Found Footage"-Genre. Damals war es direkt revolutionär, mit geringem Aufwand und sehr niedrigen Kosten einen realistisch wirkenden Horrorfilm zu drehen. Rückblickend ist der Streifen aber gar nicht mal so gruselig, wie er damals zu sein schien.
Hier soll es ja aber um den Nachfolger gehen. Ein Jahr nach dem Kassenschlager kam "Blair Witch 2" in die Kinos. Für mich hat der Film einen nostalgischen Wert, da es der erste war, den ich ihn als Teenager mit meinem Kumpel in dem gerade neu eröffneten Kino um die Ecke geguckt habe. Allein das machte den Film damals irgendwie gut. Heute aber muss ich feststellen, dass er dann doch eher mies ist. Die Macher gingen bis auf einige kurze Szenen weg vom "Found Footage", stattdessen bedienten sie sich in der Horrorfilm-Klischeekiste. Es mag ja noch halbwegs originell sein, dass sich ein paar junge Leute auf nach Burkittsville machen, wo "The Blair Witch Project" gedreht wurde - der Film ist in diesem Film tatsächlich nur ein Film. Äh, war das verständlich? Jedenfalls suchen die fünf Abenteurer in den Wäldern nach der möglichen Wahrheit über die Hexe von Blair. Und wie sollte es anders sein: Es geschehen einige unheimliche Dinge. Na ja, so unheimlich ist dann tatsächlich doch nix, viel mehr ist ziemlich schnell zu erahnen, wie der Hase läuft.
Nicht nur bei der Handlung, sondern auch bei den Charakteren selbst kommt die volle Klischee-Bandbreite zum Einsatz: Da haben wir die die herumtanzende und Zaubersprüche plappernde Wicca-Anhängerin, die stets schwarz gekleidete und blass geschminkte Gothic-Uschi, ein psychisch labiles Mädel, den schnauzbärtigen Sheriff und so weiter. Etliche Dialoge und Handelsweisen überqueren gerne mal die Grenze des völlig Unlogischen. "Oh, diese eingebrannten Runen auf meinem Körper? Das ist nur der Ausschlag, den ich von irgendeiner Pflanze habe." Nee, is' klar. "Tipp die Befehle rückwärts in den Computer ein!" Jau, genial! Vielleicht waren die Ansprüche an das Horror-Genre vor 15 Jahren einfach noch nicht so hoch, aber heute lockt ein Film wie "Blair Witch 2" bestimmt keinen Hund mehr hinterm Ofen vor. Wenigstens ist der Soundtrack gut. Das war's dann aber auch schon.


Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
DVD ~ Harrison Ford
Preis: EUR 7,99

2.0 von 5 Sternen Es gibt drei gute Indiana-Jones-Filme... und es gibt "Das Königreich des Kristallschädels", 25. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich wage es gar nicht, "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" in meinem DVD-Regal neben die ersten drei Teile der Reihe zu stellen, da diese zu meinen absoluten Lieblingsfilmen zählen. Es wäre so, als würde man nach einem edlen Drei-Gänge-Menü ein billiges Dosenbier servieren. Na gut, "Tempel des Todes" (1984) mit Indys permanent nervenden Sidekicks Willie und Shorty ist auch nicht pures Gold, aber der Streifen ist immer noch zigmal besser als der Kristallschädel-Murks. Vielleicht erst einmal die positiven Aspekte des Films aus dem Jahr 2008, das geht schnell: Der Sprung von den 30ern in die 50er Jahre ist gut gelungen, was auch den gealterten Henry Jones, Jr. "entschuldigt". Harrison Ford spielt die Rolle nach wie vor überzeugend, und auch die Optik erinnert (bis auf die zeitgemäßeren CGI-Effekte) an die alten Teile.
Nun zu den "neutralen" Aspekten: Nazis gibt's natürlich keine mehr, als Bösewichte passen die Sowjets in die 50er. Das ist nur logisch. Es wurde ja oft gemecket, dass Indy die Explosion einer Atombombe in einem Kühlschrank unbeschadet überstanden hat. Klar, das ist unrealistisch, aber was ist nicht alles in den alten Teilen passiert? Da funktionierte zum Beispiel auch der Absprung ohne Fallschirme mit einem Schlauchbot aus einem Flugzeug. Realismus ist in Abenteuerfilmen dieser Art nun einmal nicht unbedingt nötig.
Kommen wir nun aber zum großen Kritikpunkt, und das ist halt leider die Story. Nicht nur ist sie im Vergleich zu den ersten drei Filmen eher langweilig, nein, sie beinhaltet auch ein für Indiana Jones vollkommen unpassendes Element: genau, die berühmt-berüchtigten Aliens. Was habt ihr euch denn dabei gedacht, Lucas und Spielberg?! Außerirdisches Gedöns hat bei Indiana Jones nichts zu suchen! Das funktioniert nicht, es wirkt schlicht und ergreifend albern. Was hätte man nicht alles einbauen können? Geheimnisvolle Maya-Riten, etwas aus der Schöpfungsmythologie, sagenumwobene Götter... Das alles hätte in die Tradition von Indiana Jones gepasst und hätte gut 20 Jahre nach dem großartigen "Der letzte Kreuzzug" ein Anknüpfen an alte Großtaten zumindest in Aussicht gestellt. Aber... &!?% ALIENS?! Welche Drogen haben die genommen, um das für eine gute Idee zu halten? Bevor ich mich in noch mehr Hasstiraden hineinsteigere, schließe ich mit dem Fazit: "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" kann man getrost vergessen. Es wäre besser gewesen, dieser Film hätte nie existiert, da er nur den guten Ruf der ersten drei Teile besudelt. Furchtbar!


King For A Day - Fool For A Lifetime
King For A Day - Fool For A Lifetime
Preis: EUR 6,97

5.0 von 5 Sternen Das bislang letzte große Werk der Alternative-Metal-Pioniere, 24. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Album-Triple von Faith No More "We Care A Lot" (1989), "Angel Dust (1992) und "King For A Day, Fool For A Lifetime" (1995) ist gleichermaßen grandios wie auch unterschiedlich. Mit der Zeit wurde die Crossover/Alternative-Metal-Band immer experimenteller, was sich besonders auf dem hier besprochenen "King For A Day..." zeigt. Neben straighten und eingängigen Nummern wie "Digging The Grave" und entspannten Klängen wie "Take This Bottle" steht völlig Abgedrehtes wie "Ugly In The Morning" und "Cuckoo For Caca", das man schon irgendwie unter "Avantgarde" einordnen könnte. Mike Patton, der stimmlich variabel wie sonst kaum jemand ist, demonstriert auf den 15 Tracks die gesamte Bandbreite seines Könnens. Natürlich ist "King For A Day..." in sich nicht so zugänglich wie etwa "We Care a Lot", es braucht schon einige Anläufe, bis sich das Album dem Hörer richtig erschließt. Aber genau das macht es ja auch so interessant. Leider konnte die bislang letzte Studio-Platte von Faith No More, "Album Of The Year" (1997), da nicht mehr wirklich mithalten. Angeblich arbeitet die Band ja ein einem neuen Album. Nach fast 20 Jahren darf man da durchaus gespannt sein.


Rockland
Rockland
Preis: EUR 15,99

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Angesichts der ersten beiden Alben etwas enttäuschend, 19. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Rockland (Audio CD)
Auch als Liebhaber härterer Klänge habe ich schon vor einigen Jahren Gefallen an Katzenjammer gefunden. Das Debüt "Le Pop" war ein origineller und grandioser Stilmix der vier Multiinstrumentalistinnen. Das nachfolgende "A Kiss Before You Go" war auch noch gut, hatte aber insgesamt nicht mehr ganz so viele tolle Songs zu bieten. Nach über drei Jahren steht dem geneigten Hörer nun "Rockland" zur Verfügung - und leider finde ich das Album ein wenig enttäuschend. Die Instrumentenvielfalt ist zwar nach wie vor da, aber die Lieder wirken größtenteils viel konventioneller und belangloser als auf den letzten beiden Platten. Großtaten wie "A Bar in Amsterdam" oder "Hey Ho on the Devil's Back" sucht man hier vergebens. Einige Nummern lassen durchaus aufhorchen, etwa "Curvaceous Needs" und "Bad Girl" - doch klingen sie auch so, als hätten Katzenjammer bei sich selbst geklaut. Sprich: Die Songs erinnern stark an schon mal Dagewesenes. Der Großteil von "Rockland" besteht aus erschreckend seichten Pop-Nümmerchen ohne originelle Note. Drei Sterne gibt's, weil das Album nicht schlecht ist - aber wirklich gut geht halt angesichts der Vorgänger anders.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 20, 2015 3:41 PM CET


The Pale Emperor
The Pale Emperor
Preis: EUR 15,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Natürlich geht's nicht "back to the roots", aber muss es das denn unbedingt?, 17. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: The Pale Emperor (Audio CD)
Um die Jahrtausendwende herum war ich ein ziemlich großer Fan von Marilyn Manson. Besonders "Mechanical Animals" und "Holy Wood" rotierten regelmäßig in meinem Player, "Antichrist Superstar" fand ich ebenfalls sehr stark, und auch das noch nicht so ausgereifte Debüt "Portrait of an American Family" hatte so seine Momente. Doch irgendwie ging es nach "Holy Wood" bergab. Brian Warner gingen gleich zwei geniale Mitmusiker stiften, die den Hauptanteil des Songwritings trugen, nämlich Bassist Jeordie White (alias Twiggy Ramirez) und Gitarrist John Lowery (alias John 5). Das nächste Album ("The Golden Age of Grotesque") zeigte zwar Härte, aber auch leider größtenteils schwache Songs. Danach ging es in seichte Gewässer, die Alben ab "Eat Me, Drink Me" waren geprägt von Wave, Blues und Alternative Rock. Vorbei waren die Tage von wütenden Liedern wie "Irresponsible Hate Anthem" oder "Rock is Dead".

Ich habe mich gefragt, ob ich mir "The Pale Emperor" wirklich zulegen soll, denn schon das letze Album "Born Villain" landete nach erstem Reinhören nicht in meinem Einkaufswagen (ich besitze es nach wie vor nicht). "Ach, was soll's", dachte ich mir, und so hörte ich mich gestern also durch "The Pale Emperor". Beim Blick ins Booklet stellte ich schon zu Beginn fest, dass Brian Warner/Marilyn Manson mittlerweile tatsächlich zu einer Art Solokünstler geworden ist, denn als einziger fester Mitmusiker wird Tyler Bates genannt. Ohne den ginge es auch schlecht, da Mister Warner lediglich für Texte und Gesang zuständig ist. Natürlich habe ich nicht erwartet, dass es musikalisch einen Sprung von 15 Jahren zurück geht. Auch das neue Album ist relativ soft, doch sind die Lieder irgendwie überzeugender als auf den vergangenen Outputs. Die härteste Nummer ist tatsächlich die Singleauskopplung "Deep Six", die früher direkt als leichtfüßig durchgegangen wäre. Und obwohl die Songs nicht gerade komplex und spektakulär aufgebaut sind, finden sich doch etliche gute Momente auf "The Pale Emperor". Man muss die Vergangenheit einfach mal Vergangenheit sein lassen und akzeptieren, dass Musiker/Bands mit der Zeit neue Wege beschreiten. "Cupid Carries a Gun" zum Beispiel hätte es früher so wahrscheinlich nicht gegeben, aber das Lied ist wirklich gelungen und bleibt im Ohr hängen. Das trifft auch auf weitere der neuen Nummern zu. Somit ist "The Pale Emperor" aus meiner Sicht tatsächlich das beste Album seit "Holy Wood", was angesichtes des schwachen Materials nach dem 2000er Album eigentlich nicht viel heißen mag. Positiv überrascht bin ich aber allemal.


The Least Worst - Best Of [DIGIPACK]
The Least Worst - Best Of [DIGIPACK]
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 21,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für Neueinsteiger und Veteranen gleichermaßen kaufenswert, 14. Januar 2015
Normalerweise sind Best-Of-Compilations hauptsächlich für diejenigen geeignet, die sich mit der jeweiligen Band noch nicht allzu sehr befasst haben und sich einen Einblick verschaffen wollen. Etwas anders sieht es bei Type O Negative aus, die ihre Zusammenstellung aus dem Jahr 2000 gewohnt selbstironisch "The Least Worst Of" nannten. Natürlich gibt es etliche Nummern der bis dahin erschienenen Alben, manche davon in alternativen Versionen. Leider wurden einige der eigentlich überlangen Songs gekürzt, bzw. handelt es sich um Single-Edits. Über die Zusammenstellung der bekannten Stücke lässt sich natürlich streiten. Für mich fehlen ganz klar einige der für mich besten bis dahin erschienenen TON-Nummern, wie zum Beispiel "We Hate Everyone", "Too Late: Frozen", "White Slavery" und mindestens ein weiterer Song des durch die Bank starken Debüts "Slow, Deep And Hard". Ergänzt wird "The Least Worst Of" durch rare B-Seiten und zwei komplett neue Songs, nämlich "It's Never Enough" und "Stay Out Of My Dreams", wobei mir letztgenanntes Lied besonders gut gefällt. Somit ist diese Compilation auch für Fans der Band gemacht, die ihre Sammlung ergänzen möchten. Natürlich können Neueinsteiger, welche die durch das Ableben von Peter Steele leider ebenfalls verblichenen Doom/Dark-Metal-Heroen noch nicht für sich entdeckt haben, genau so gut zugreifen - es ist für alle was dabei.


System of a Down
System of a Down
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der furiose Start, 14. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: System of a Down (Audio CD)
Als System of A Down 1998 ihr selbstbetiteltes Debüt veröffentlichten, hätte ich nicht gedacht, dass die Band Karriere im großen Stil machen würde: Für die breite Masse schienen mir die Songs einfach zu abgefahren und teilweise wirr zu sein. Erfreulicherweise konnten die Amis mit armenischen Wurzeln doch durchstarten - so richtig dann mit ihrem Zweitwerk "Toxicity". Der hier besprochene Erstling ist noch eine ganze Ecke roher, zeigte aber schon damals das Potenzial von SOAD. Bereits hier verarbeiteten die Bandmitglieder zahlreiche verschiedene Musikstile zu einer eigenständigen Alternative-Metal-Mixtur. Für mich ist das absolute Album-Highlight das düstere "Spiders", das gekonnt Ruhe, Härte und Gänsehautmelodien unter einen Hut bringt. Bis heute ist es mein Lieblingslied von SOAD. Aber auch andere Tracks, wie das durchgeknallte "Sugar" mit seinem Swing-Rhythmus oder "Darts", können überzeugen. "Toxicity" mag das beste und ausgefeilteste Album der Band sein, doch das Debüt hat seinen ganz eigenen Charme. Auf das Comeback wartet man ja heute noch, doch bezweifle ich, dass SOAD tatsächlich an ihre alten Glanztaten anknüpfen können. Von daher bin ich diesbezüglich ein wenig zwiegespalten.


Massive Aggressive
Massive Aggressive
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Handwerklich ordentlich, in Sachen Songwriting besteht Verbesserungsbedarf, 12. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Massive Aggressive (Audio CD)
Municipal Waste liefern auf "Massive Aggressive" das, was man allgemein als Crossover-Thrash bezeichnet. Schnörkel gibt's keine, die meisten Stücke rauschen in weniger als zweieinhalb Minuten durchs Ziel. Das Aggressionslevel ist, wie der Albumtitel schon suggeriert, ordentlich hoch, und wer gern und viel Metal der härteren Gangart hört, wird der Platte wohl auch eine gewisse Partytauglichkeit attestieren. Der Haken an der Sache: So wirklich hängen bleibt von "Massive Aggressive" wenig. Die Songs ballern am Hörer vorbei, ohne einen besonderen Eindruck zu hinterlassen. Nur in wenigen Momenten, wie bei "Wolves of Chernobyl", setzt sich dann doch mal ein Part im Gedächtnis fest. Es gibt zig junge Thrash-Metal-Bands, die in Sachen Songwriting die Nase gegenüber Municipal Waste vorn haben.


Wir sind Angst (limitiertes Digipack)
Wir sind Angst (limitiertes Digipack)
Preis: EUR 16,99

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Callejon stechen nach wie vor aus der breiten Metalcore-Masse heraus, 12. Januar 2015
Callejon hatte ich nach ihrem (guten) Album "Zombieactionhauptquartier" (2008) ein bisschen aus den Augen verloren. Erst mit dem Erscheinen des Cover-Albums "Man spricht Deutsch" (2013) beschäftigte ich mich wieder mit der Band. Nun steht also "Wir sind Angst" in den Verkaufsregalen. Musikalisch gibt es im Vergleich zu "Zombieactionhauptquartier" nur minimale Änderungen zu verzeichnen: Noch immer ist Metalcore mit deutschen Texten angesagt. "Metalcore" ist heutzutage ja eher zu einem Schimpfwort geworden, das Ideenlosigkeit und fehlende Eigenständigkeit impliziert. Ja, es gibt sie, die Einheitsbrei-Bands, aber Callejon schaffen es, dem ausgelutschten Genre einen eigenen Stempel aufzudrücken. Das kommt nicht nur durch die deutschen Texte, sondern auch durch gewisse Nuancen im instrumentalen Bereich. Den Titeltrack kann man durchaus als kleinen Hit bezeichnen, und etliche melodische und auch mal ruhige Momente runden die Platte ab. Cleangesang wird recht sparsam, dafür aber an den richtigen Stellen eingesetzt. So richtig brettern darf es in etlichen Nummern, z.B. "1000 PS" oder "Ich lehne leidenschaftlich ab", natürlich auch. Der seichte Rausschmeißer (wenn man den Bonustrack ausklammert) "Erst wenn Disneyland brennt" könnte glatt ein Pop-Rock-Song von einer Truppe wie Revolverheld sein, aber zumindest einmal kann man so was wohl machen. Ganz große Lyrik findet man auf dem Album zwar nicht, aber ich habe schon deutlich Schlechteres gehört. Insgesamt ist "Wir sind Angst" eine runde Sache - und für mich Grund genug, mich auch weiterhin mit Callejon zu befassen.


Planet Satan (Limited)
Planet Satan (Limited)
Preis: EUR 19,31

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unverhofft kommt oft, 8. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Planet Satan (Limited) (Audio CD)
Na so was! Mysticum, die Mitbegründer des Industrial Black Metal, brachten 1996 ihr erstes Album "In The Streams Of Inferno" heraus. Bereits kurze Zeit danach wurde der Nachfolger "Planet Satan" angekündigt, doch kam dann nix mehr - wenn man Compilations und Split-Beiträge ausklammert. Ganze 18 Jahre später fällt das Album mit dem selten bescheuerten Namen wie aus heiterem Himmel (oder der Hölle, is' ja schließlich Black Metal) doch über die geneigte Hörerschaft her. Große stilistische Veränderungen im Vergleich zum Debüt gibt's nicht: Es dominieren kalte, oftmals monotone Riffs, fieser Keifgesang, der Bass ist so gut wie nicht zu hören, und natürlich verzichten Mysticum auch nicht auf den Drumcomputer, der auch völlig beabsichtigt nach einem solchen klingt. Ein paar elektronische Soundspielereien sind natürlich auch vorhanden. Die Grundstimmung ist durchweg negativ, hoffnungslos, apokalyptisch. Textlich geht das norwegische Trio manchmal ziemlich stumpf zu Werke, aber die Texte versteht man ja eh höchstens passagenweise. Obwohl: Die an die Beatles angelehnte Zeile "Lucifer in the sky with demons" aus dem Opener "LSD" hat schon was. Sieben Tracks lang wüten sich Mysticum durch die finstere Industrial-Black-Metal-Landschaft, der Rausschmeißer "Dissolve Into Impiety" ist ein rein elektronisches Instrumental. "Planet Satan" dürfe den hohen Erwartungen der meisten Fans gerecht werden. Dennoch bleibt für mich - auch wenn nicht jeder diese Meinung vertreten wird - das selbstbetitelte (und bisher einzige) Album von Thorns die Referenz im Industrial Black Metal.


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