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Rezensionen verfasst von
Katja Kaygin (Oberhausen, Germany)

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Die Liebe, der Alltag und ich: Partnerschaft zwischen Wunsch und Wirklichkeit (HERDER spektrum)
Die Liebe, der Alltag und ich: Partnerschaft zwischen Wunsch und Wirklichkeit (HERDER spektrum)
von Wolfgang Hantel-Quitmann
  Taschenbuch

37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klein, aber oho !!, 21. Oktober 2007
Manche Bücher sind einfach nur Phänomene: Sie sind klein und kompakt und man denkt zuerst "Was soll da bei so wenigen Seiten schon drin stehen" und dann merkt man plötzlich, welcher Zündstoff einem hier geboten wird. Nun gut, wer die anderen beiden Bücher von Hantel-Quitmann (Der Geheimplan der Liebe und Liebesaffären) bereits kennt, wird einige Dinge auch in diesem Buch wiederfinden. Was mir hieran aber gefällt, ist das es sehr sachlich geschrieben ist. Das Buch zeigt auf, ob und wie es möglich ist, dass man die große Liebe auch im Alltag finden kann.

Dabei geht es zunächst um das Thema Liebessehnsucht, also psychologisch gesehen der Projektion von Liebessehnsüchten und -idealen auf eine konkrete Person oder Liebesbeziehung, die der Beginn jeder "großen" Liebe ist. Als nächstes geht es um die ideale Paarbeziehung, sowie Ideale im Allgemeinen und wie wir den neuen Partner, und damit auch unsere Beziehung, anfänglich idealisieren. Anscheinend finden Menschen unterschiedliche Methoden, damit umzugehen, dass die Verliebtheit und somit die Idealisierung irgendwann vom Alltag eingeholt wird: Einige wechseln den Partner, um den Glanz des Verliebtseins weiterhin aufrecht zu erhalten und um Mithilfe des Idealbildes auch das eigene Selbstbild aufzufrischen. Andere setzen sich mit dem eigenen Selbstbild auseinander, reflektieren und übernehmen Verantwortung für ihr Handeln.

Im Kapitel Liebe und Alltag geht es um emotionale Nähe, die von den meisten Frauen in Beziehungen nicht erlebt wird, um die eigene Paarsymbolik, Selbsteröffnung als Zauberwort für Intimität, die Angst vor Nähe und wie Paare intime Codes benutzen, um sich miteinander auszutauschen. Letzteres scheint auch der Schlüssel für eine funktionierende Beziehung zu sein: Ein emotionaler Austausch zwischen den Partnern, der auch mit Hilfe von intimen Codes (z.B. kleinen Aufmerksamkeiten) funktioniert. Das vierte Kapitel widmet sich der Kommunikation unter Streß und der Frage, wie sollte man in so einem Fall miteinander kommunizieren. Wichtig scheint hier das Verhältnis von positiver zu negativer Kommunikation zu sein, was der Autor detaillierter beschreibt und zudem benötigt man noch eine gute Prise Humor, als auch "dyadisches Coping" (die Fähigkeit, gemeinsam Konflikte in einer Beziehung zu lösen). Sehr schön ist auch das Kapitel "Mozart oder Rap" bei dem es um die Ritualisierung der Sexualität geht und das sich im Laufe der Jahre bei den Paaren eine "mittlere Sexualität" (als Schnittmenge aus den Vorlieben und Gewohnheiten der einzelnen Partner) herausbildet, die als sauber, geplant, rituell und domestiziert (somit aber auch langweilig) bezeichnet werden kann.

Liebesaffären sind dann wiederum der riskante Weg, um Veränderungen in einer Paarbeziehung zu erwirken und werden in Kapitel sechs unter die Lupe genommen. Schön finde ich Kapitel 7 und 8: "Wie Männer verhindern können, das ihre Frauen sich trennen" und "Was Frauen zum Erhalt ihrer Partnerschaft beitragen können". Da möchte ich einigen Menschen gerne das Buch in die Hand drücken und sagen: Hier lies das mal. Besonders den extrem viel arbeitenden (=arbeitssüchtigen?) Männern, die Ratschläge mit businessmässigen Überschriften an die Hand bekommen, wie "Job-Family-Management", Präsenz als Mann und Vater zeigen, Qualitätsmanagement (=Austausch mit der eigenen Frau), Corporate Identity innerhalb der Partnerschaft, Teamgeist, Problemlösungen, Bilanzierung (=Balance zwischen Geben und Nehmen und Trennung bei chronisch negativer Bilanz). Kapitel neun widmet sich dem Alltag und wie dieser die Liebe auf die Probe stellt. Besonders ab Seite 121 wird es hier brisant, denn anhand einiger Fragen, kann man schnell herausfinden, ob die aktuelle Paarbeziehung in einer Krise steckt und als nächstes führt der Autor einige Fragen auf, die er Paaren in seinen eigenen Paartherapien stellt. Es handelt sich hier um nur 4 Seiten, die allerdings kräftigen Zündstoff beinhalten können, wenn man diese beginnt mit dem eigenen Partner zu besprechen.

Die letzten beiden Kapitel widmen sich dem Thema "Liebe als Herausforderung" (von der verliebten zur gelebten Liebe), als auch "Neu Starten" (neue Liebe und neues Glück). Der Autor bleibt dabei sachlich, zeigt auf, wie die Liebe im Alltag gelingen kann oder auch, wie ein Neustart gelingen kann und mit welchen zusätzlichen Problemen dieser behaftet sein kann. Wie immer finde ich, dass die Bücher von Hantel-Quitmann ernüchternd sind und einen wirklich in der Realität ankommen lassen. Ich gebe eine klare Kaufempfehlung für dieses Buch ab, da es mir sehr gut gefallen hat.


Leben mit einer Borderline-Störung: Ein Ratgeber für Betroffene und ihre Partner: Extremes Verhalten endlich verstehen. Welche Therapieangebote Ihnen ... Partnerschaft und Alltag besser zurechtkommen
Leben mit einer Borderline-Störung: Ein Ratgeber für Betroffene und ihre Partner: Extremes Verhalten endlich verstehen. Welche Therapieangebote Ihnen ... Partnerschaft und Alltag besser zurechtkommen
von Günter Niklewski
  Broschiert

37 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ansprechender Ratgeber über eine weit verbreitete Störung, 23. September 2007
Dieser interessante Ratgeber von Dr. phil Günter Niklewski und Dr. phil Rose Riecke-Niklewski zum Thema Borderline teilt sich in fünf große Abschnitte auf:

Im ersten Kapitel wird erläutert, was eine Borderline Störung eigentlich ist. Um das Ganze plastischer darzustellen, wird dazu ein Kommentar einer typischen Borderline-Persönlichkeit zu ihrer momentanen Situation aufgeführt. Von Seite 22 bis 28 werden dann neun Symptome ausführlich beschrieben, die auf Borderliner zutreffen: Nicht allein sein können; intensive, aber instabile Beziehungen; Identitätsstörungen; starke Impulsivität; Suiziddrohungen und Selbstverletzungen; starke Stimmungsschwankungen; innere Leere und Langeweile; Reizbarkeit und Wutanfälle; Entfremdung und verzerrte Wahrnehmung. Hier kommen auch Borderliner zu Wort und erklären die o.a. Symptome in ihren eigenen Worten und Gefühlen.

Borderline geht einher mit selbstschädigendem Verhalten wie z.B. Suizidversuche und Selbstverletzungen. Fast die Hälfte aller Borderliner-Patienten hat im Verlaufe der Krankheit Probleme mit Süchten wie Drogen oder Alkohol. Auch Essstörungen (Esssucht, Magersucht) sind häufig Begleiter einer Borderline-Störung. Daher befassen sich mehrere Seiten dieses Buches mit diesen Problemen.

Das zweite Kapitel erforscht die Ursachen dieser Persönlichkeitsstörung. Noch ist nicht genau geklärt, wie diese Störung tatsächlich entsteht, aber man bekommt erste mögliche Ansätze zu ihrem Verständnis geliefert: Es kann sich hierbei um eine biologische Veranlagung handeln (über 50 % der Menschen mit einer Borderline-Störung zeigten im Kindes- und Jugendalter die Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit Hypermotorik = ADHS) oder um außergewöhnlich belastende Lebensereignisse (Traumatisierungen, wie Misshandlungen, Missbrauch, Trennungen der Eltern in den ersten Lebensjahren, aber auch chaotische Familienverhältnisse oder falsche Erziehungsstile mit Kontrolle oder Überbehütung), die bei den Personen entsprechende Verhaltensmuster entstehen lassen.

In dem sehr langen dritten Teil bezüglich Behandlungsmöglichkeiten geht es darum, die richtige Diagnose zu stellen und darauf aufbauend eine passende Therapie zu finden. Wegen der unterschiedlich ausgeprägten Störungsmerkmalen, gibt es kein Therapie-Patentrezept, das für jeden Patienten gleich wirkt. Psychotherapie ist auf jeden Fall die Hauptsäule der Behandlung. Hier werden unterschiedliche Ansätze vorgestellt. Auch auf die medikamentöse Behandlung wird eingegangen, weil gerade bei suizidalen Phasen und aggressiven Verhaltensweisen Medikamente helfen können. Sie können aber nur die Symptome lindern und nicht die Störung heilen und rechtfertigen auf keinen Fall einen Therapieabbruch.

Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit der Borderline-Störung bei Kindern und Jugendlichen. Wie äussert sich eine solche Störung, was können Eltern tun, was ist eine Kinderpsychotherapie, handelt es sich um ein normales pupertäres Chaos oder bereits um Borderline (was ist noch ein normaler Verlauf und was ist bereits als krisenhaft anzusehen - hier gibt es eine tabellarische Darstellung), was können wir als Eltern tun und wie konnte es zu der Störung kommen, wenn z.B. normale familiäre strukturen vorliegen.

Im letzten Kapitel wird die Frage behandelt, wie Borderline-Partnerschaften gelingen können. In solchen Partnerschaften gibt es einen ständigen Kampf zwischen Nähe und Distanz. Auf der einen Seite brauchen Borderliner extreme Nähe, um ihre eigene innere Leere auszugleichen (hieraus wird auch sehr schnell sexuelle Nähe), auf der anderen Seite können Borderliner diese Nähe nicht aushalten und weichen vor Kontakten zurück. Meist sind sie dann ohne Grund für einige Tage verschwunden oder treten alleine eine Reise an. Wenn der andere Partner dann den Borderliner bedrängt, so kann es zu Wutausbrüchen und impulsiven Handlungen, auch Selbstverletzungen, kommen. Auch wird der Partner von Borderlinern entweder idealisiert oder verteufelt. Wichtig für eine solche Partnerschaft ist es, Grenzen zu setzen. Möglicherweise auch eine endgültige Trennung, wobei beachtet werden muss, dass Borderliner hierauf auch u.a. mit Stalking reagieren können.

Eine positive Botschaft allerdings vermittelt dieses Buch: Ab 30 geht es vielen Betroffenen besser so dass man meist nach einer Phase großer Instabilität im jungen Erwachsenenalter, auf eine Besserung der Krankheit hoffen kann. Großen Einfluss hierauf haben feste Strukturen und Beziehungen, die Halt geben, wie ein erfüllender Beruf, Mutterschaft und die Ehe bzw. eine feste Partnerschaft.


Liebesaffären. Zur Psychologie leidenschaftlicher Beziehungen
Liebesaffären. Zur Psychologie leidenschaftlicher Beziehungen
von Wolfgang Hantel-Quitmann
  Broschiert
Preis: EUR 22,90

56 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch über die Liebe und die Liebessehnsucht, 23. September 2007
In Opern, in Filmen, in der Weltliteratur, in der Musik, im wahren Leben überall gibt es sie: Die Liebesaffären. Liebesaffären entstehen obwohl (oder gerade weil?) sich Menschen in anderen Beziehungen befinden und haben immer ein Motiv, dass ihre Entstehung bewirkt und welches über die Liebesaffäre geäußert wird. Das kann der Wunsch nach Veränderung in einer stagnierenden Partnerschaft sein, der Ausdruck eines Trennungswunsches oder auch einer Bindungsunfähigkeit, der Versuch, eine ritualisierte Sexualität durch eine Affäre wieder zu beleben oder der Ausdruck einer Midlife-Crisis, um gleichzeitig der Endlichkeit des Lebens entgegenzuwirken. Aber es gibt noch mehr Motive für ein solches Ausbrechen und zudem können mehrere Motive gleichzeitig auftreten.

In diesem Buch führt uns der Autor Prof. Dr. Hantel-Quitmann mittels Beispielen aus der Literatur, dem Film, der Oper und Beispielen aus seiner therapeutischen Praxis an das Thema Liebe und Liebesaffäre heran. Das Buch ist dabei äußerst kurzweilig zu lesen und wirft viele neue Fragen, aber auch Erkenntnisse auf.

Ein Kapitel widmet sich der Liebessehnsucht, die am Anfang jeder Liebesbeziehung steht und gegen welche die reale Liebesbeziehung auf Dauer kaum eine Chance hat. Die Liebessehnsucht ist ein inneres Bild auf die Antwort unserer tiefsten und geheimsten Wünsche. Diese Sehnsucht wird mit einer Person verknüpft, so dass hieraus eine Liebesaffäre entstehen kann. Ein schönes Beispiel für die Liebessehnsucht ist der Film "Casablanca", den der Autor hier anführt. Gerade das gefällt mir besonders an dem Buch, dass bestimmte literarische Werke, Filme oder Opern psychologisch erläutert werden. Daher ist dieses Buch auch für Menschen, die gerne schreiben interessant.

So wird z.B. in dem Abschnitt "Liebesaffären zwischen Schicksal und Schuld" sehr schön der Ödipuskomplex erklärt und warum sich manche Menschen immer wieder in eine Dreierbeziehung begeben. Schuldgefühle begleiten eine Liebesaffäre und nur durch die Bezeichnung der Liebesaffäre als die einzig wahre große Liebe, kann der Ehebruch und die Treulosigkeit gerechtfertigt und die Schuldgefühle minimiert werden. Aber wie erkennt man eine "große Liebe"? Psychologisch gesehen ist die große Liebe eine Übertragungsliebe, was anhand des Buches "Die große Liebe" von Hanns-Josef Ortheil erläutert wird. Zudem haben Menschen immer spezielle Lebensthemen, die andere Menschen aufgreifen, verstehen und unter Umständen sogar heilen können, was auch ein Kennzeichen einer großen Liebe ist.

Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit den Affären und der sexuellen Leidenschaft. Somit ist laut dem Autor "die gemeinsame Sexualität die Grenzüberschreitung, die aus dem legitimen Flirt zwischen zwei Menschen eine Liebesaffäre werden lässt." Auch sind hier die Sichtweisen unterschiedlich: Für die Verliebten hat die Sexualität etwas Reines und Neues, während sie für die Betrogenen und Verlassenen nur als schmutzig, verwerflich und schuldbeladen bechrieben wird.

Sehr interessant fand ich den Abschnitt über Giacomo Girolamo Casanova, der mir danach in einem völlig neuen Licht erschien. Und zwar nehme ich ihn jetzt nicht mehr als interessanten und spannenden Frauenheld und Verführer wahr, sondern als narzistisch gestörten, selbstverliebten, gelangweilten und bindungsunfähigen Menschen, den nur die schnelle Erorberung reizte und der die Tiefe einer echten Liebe nie spüren konnte.

Das Buch ist wirklich sehr spannend zu lesen und ich kann es uneingeschränkt empfehlen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 25, 2012 11:03 AM MEST


Das Gedächtnis des Körpers: Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern
Das Gedächtnis des Körpers: Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern
von Joachim Bauer
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

236 von 241 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht die Gene steuern uns, sondern auch wir selber steuern unsere Gene, 30. Juli 2007
Was für ein spannendes Thema, das der Autor Prof. Dr. med. Joachim Bauer in diesem Buch darstellt, nämlich, daß die Gene nicht starr festgelegt sind und somit unser gesamtes Leben steuern, sondern daß wir selber unsere Gene regulieren können. Diese Genaktivierung unterliegt situativen Einflüssen und wird überwiegend nicht vererbt, d.h. bestimmte Erfahrungen, die wir machen, bilden im Organismus Reaktionsmuster aus und haben einen Einfluß darauf, wie die Regulation der Genaktivität sich in bestimmten Situationen verhält.

So werden gute zwischenmenschliche Beziehungen im Gehirn abgebildet und gespeichert und wirken sogar gegen seelischen und körperlichen Streß. Dort, wo sich die Quantität und Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen vermindert, erhöht sich auch das Krankheitsrisiko, da seelische Vorgänge in biologische Signale umgewandelt werden, welche an der Regulation der Genaktivität mitwirken. Wie Gene auf Streß reagieren und das Streß auch das Gehirn so schädigen kann, daß Nervenzellen absterben, wird in Kapitel 4 genau erläutert. Bei Todesgefahr oder extremen seelischen Qualen z.B. reagiert das Gehirn mit schweren Gedächtnisstörungen und einer Verminderung der Hirnsubstanz (War Sailor Syndrome, Concentration Camp Syndrome).

Das nächste Kapitel erklärt, wie äußere Situationen vom Gehirn bewertet werden und aus welchem Grund Menschen völlig unterschiedlich auf Streß reagieren. Das darauffolgende Kapitel widmet sich den Synapsen (Nervenzellen) und das der Auf- und Umbau der Nervenzell-Verschaltungen im Gehirn abhängig davon ist, was wir im zwischenmenschlichen Bereich erleben.

Ein Kapitel widmet sich dem Thema Depression: Wie sie entsteht, was eine Depression ist und wie sich eine Depression verselbständigen kann und was der Grund dafür ist, daß einige Menschen für eine Depression anfällig sind und andere wiederum nicht und wie man sie behandeln sollte. Welche körperlichen Auswirkungen Streß und Depression haben und welche Verbindungen hier bestehen, liest sich außerordentlich spannend. Genauso wie das Kapitel der körperlichen Risiken von Streß und Depression, nämlich der Immunabwehr und dem Tumorrisiko. Sehr gut fand ich auch den Teil bezüglich der Behandlung mit Psychopharmaka und den Auswirkungen auf die Gene, nämlich das nicht nur prägende Ereignisse, sondern auch solche Substanzen im Gehirn Gene aktivieren können, die nachhaltige Spuren hinterlassen, was ebenso für Drogen (auch für THC = Haschisch) gilt. Auch sehr spannend in diesem Zusammenhang ist das Thema der Medikamentenunverträglichkeit und der richtigen Dosis.

Was hinter Schmerzerfahrungen ohne organischen Befund steht, nämlich das hier bei Auftreten eines häufigen Reizes sich nicht nur die Synapsen des Nervenzellen-Netzwerkes, sondern auch das Netzwerk an sich, vergrößern und sich somit diese Reize verselbständigen, wird erläutert. Weitere Themen sind: PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) und die Narben in der Gehirnsubstanz", die durch ein Trauma ausgelöst werden; seelische und neurobiologische Folgen von Gewalt und Mißbrauch bei Kindern (Borderline-Störung, Dissoziation, wie Binge Eating); Körperliche Spuren bei Problemen am Arbeitsplatz (Burnout-Syndrom); Auswirkungen der Psychotherapie auf neurobiologische Strukturen, sowie eine Übersicht über die Wirkungsweise der Gene. Ein sehr spannendes und gut zu lesendes Buch, mit vielen neuen Einsichten. Unbedingt empfehlenswert!


Der Geheimplan der Liebe: Zur Psychologie der Partnerwahl
Der Geheimplan der Liebe: Zur Psychologie der Partnerwahl
von Wolfgang Hantel-Quitmann
  Taschenbuch

97 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Handelt von den Lebens- und Liebesthemen bei der Partnerwahl, 22. Juli 2007
Die Paarbeziehungen gehören zu den wichtigsten Beziehungen der Menschen. Dabei entscheidet die "richtige" Partnerwahl nicht nur darüber, wie wir unsere Beziehung wahrnehmen, sondern auch darüber, wie wir das Leben im allgemeinen empfinden. Eine zufriedene Partnerschaft bewirkt auch eine hohe Zufriedenheit im allgemeinen Leben.

Zunächst einmal stellt der Autor Prof. Dr. Hantel-Quitmann eine Frage in den Raum, welches Lebensthema einen selber bewegt und mit welchem Partner man dieses Thema gerne angegangen wäre. Zu dieser Frage führt er einige Beispiele aus der Literatur oder dem öffentlichen Leben auf: So z.B. die Überwindung des Todes in der Liebesgeschichte von Orpheus und Eurydike, der Wahl des eigenen Selbst und somit einer Liebe in gegenseitiger Abhängigkeit und Verschmelzung in der Geschichte "Das böse Mädchen" von Mario Vargas Llosa, die gegenseitige fachliche Befruchtung und gemeinsame Arbeit zwischen Marie und Pierre Curie, die Liebe zur Musik bei Cosima und Richard Wagner oder den Wunsch, die Welt gemeinsam zu verändern, wie bei Bill Clinton und Hillary Rodham-Clinton.

Danach gibt es einige spannende Infos, wie z.B. dass 90 % aller Ehen zwischen Partnern eingegangen werden, die nicht mehr als 30 Kilometer voneinander entfernt geboren wurden, dass die meisten Partner sich immer noch im Alltag begegnen (also in der Schule, im Studium, auf der Arbeit), warum die meisten realen Kontakte zwischen Internetpartnern nach dem ersten Treffen nicht mehr fortgesetzt werden, wie die Partnerwahl im Tierreich funktioniert oder das die Sprache und das lange Miteinander Reden, nicht nur ein Weg ist, um sich kennen zu lernen, sondern auch, um sich in den anderen zu verlieben (junge Paare würden im Durchschnitt pro Tag zwei Stunden miteinander reden). Gegenseitige Selbstoffenbarung schafft hierbei eine Intimität und emotionale Nähe. Sie entsteht dadurch, dass über die eigenen Wünsche, Hoffnungen, Bedürfnisse, Ziele und Zweifel gesprochen wird und nicht über andere Menschen, die eigenen materiellen Errungenschaften (mein Haus, mein Auto, mein Boot) oder den eigenen Job.

Der Autor zeigt auf, wie wir uns mittels Spiegelung und Resonanz ineinander verlieben (Ob Singles beim längeren Alleinsein ihre intuitiven Kommunikationsfähigkeiten verlieren, hängt laut Autor davon ab, ob sie ihre Spiegelneurone in anderen Beziehungen nutzen.). Eine neue Liebe knüpft dabei immer an eine alte Liebe an (Übertragungsliebe), die man mit der neuen Beziehung verbindet. Damit wir das Gefühl haben, wir haben es mit einer großen Liebe zu tun, muß zu den Übertragungsgefühlen noch die Projezierung der eigenen Liebessehnsüchte hinzu kommen.

Trennungen entstehen dann, wenn die eigene Entwicklung durch die Partnerschaft blockiert ist und die Konflikte mit dem eigenen Partner nicht gelöst werden können. Auch wenn Paare äußerlich sehr unterschiedlich sind, gibt es doch häufig eine innere Gemeinsamkeit und ein gemeinsames Lebensthema, das äußerlich eben nicht erkennbar ist. In den darauffolgenden Kapiteln zeigt der Autor diverse Partnerschaften mit unterschiedlichen Partnerwahlmotiven. Erkennbar wird hierbei, dass die Motive der Partnerwahl sehr vielfältig und von Paar zu Paar ganz unterschiedlich sind.

Am Ende des Buches gibt der Autor eine Liste mit Fragen auf, die man selber bearbeiten kann und durch die man seinen eigenen Geheimplan der Liebe besser verstehen kann. Ein Buch, das einem viele neue Erkenntnisse übermittelt und verständlich geschrieben ist.


Warum ich fühle, was du fühlst: Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone
Warum ich fühle, was du fühlst: Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone
von Joachim Bauer
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

287 von 303 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer wieder neue Aha-Effekte, 15. Juli 2007
Dieses Buch von Prof. Dr. med Joachim Bauer hat bei mir auf jeder Seite immer wieder neue Aha-Effekte ausgelöst. Es beschäftigt sich mit Resonanzphänomenen wie der intuitiven Übertragung von Gefühlen und Gesten. So öffnen Eltern beim Füttern ihres Baby's zum Beispiel intuitiv den Mund und erzeugen so das Öffnen des Mundes beim Baby oder man muß plötzlich gähnen, wenn ein anderer Mensch gähnt (ein Zwang der sogar bei Schimpansen vorhanden ist). Hierfür sind Spiegelneurone verantwortlich, die im Schläfenlappen (Temporalcortex) sitzen. Ihre Entdeckung gelang durch Versuche mit Affen und wurde dann weiter am Menschen im Kernspintomographen getestet.

Spiegelneurone ermöglichen es, intuitive Vorstellungen über die Gefühle und Absichten eines anderen Menschens zu gewinnen, also einer Fähigkeit, die als "Theory of Mind" (TOM) bezeichnet wird. So spüren z.B. Eltern bei ihrem Kind, dass es flunkert oder man nimmt unausgesprochene Störungen in einer Partnerschaft oder am Arbeitsplatz wahr. Den Spiegelneuronen genügt dabei nur eine kurze Momentaufnahme, um sofort eine intuitive Ahnung von der nachfolgenden Handlung zu bekommen. Wie diese Handlung in unserem Kopf weiter gesponnen wird, hängt davon ab, welche Erfahrungen wir in der gleichen Situation gemacht haben. Zudem sind Alltagssituationen auch immer mehrdeutig, somit müssen sich intuitive Wahrnehmung und rationale Analyse gegenseitig ergänzen.

Spiegelneurone und somit die intuitive Wahrnehmnung und das Vermögen, Feinheiten wahrzunehmen (genauso, wie die Fähigkeit zu lernen) nimmt in einer Umgebung von Stress und Angst ab. Dies ist eine Erklärung dafür, warum intuitive Reaktionen bei Panik meist irrational ausfallen. Damit Spiegelneurone aktiviert werden, muß man auch nicht selber immer aktiv werden. Diese Spiegelneurone werden auch aktiviert, wenn man in Situationen nur zuschaut. Handlungen werden dabei als Modelle abgespeichert und können später eine Handlungsbereitschaft erzeugen. Dies tritt z.B. bei Computerspielen (besonders "Ego-Shooter-Spiele") auf. Situationen, die besonders grausam sind und die man vorher noch nie erlebt hat, werden dabei besonders intensiv abgespeichert.

Spiegelungsphänomene treten beim Neugeborenen auf, werden mit der Bezugsperson eingeübt und entwickeln sich immer weiter; aber nur dann, wenn eine Bezugsperson zur Verfügung steht, die diese Phänomene stimuliert. Nervenzellen, die nicht benutzt werden, gehen verloren. Fehlende Spiegelungsphänomene führen häufig dazu, dass Menschen von anderen als weniger sympatisch, wenig emotional und mitfühlend beurteilt werden.

Dann beschäftigt sich das Buch noch mit "Repräsentationen", also den Resonanzmustern, die nahestehende Personen aufgrund der Spiegelneurone in uns wach rufen und mit deren Hilfe wir ein inneres Bild von einem anderen Menschen entstehen lassen. Auch wie wir dann zwischen uns selbst und dem anderen unterscheiden können, erklärt das Buch. Auch auf die Spiegelungsphänomene in der Liebe, laut Autor "eine besonders heftige, zauberhafte Form von neurobiologischer und psychologischer Resonanz" geht dieses Buch ein. Auch was Mobbing und der Voodoo-Kult gemeinsam haben, wird erläutert. Sogar telepathische Fähigkeiten wurden mit Hilfe der Spiegelneurone einleuchtend erklärt. In den letzten Kapiteln geht es um Spiegelneurone in der Medizin (wie wirken diese, wenn ich Kontakt mit meinem Arzt habe) und in der Psychotherpie, sowie um den freien Willen.

Ich bin total begeistert von dem Buch, weil es mir viele neue Antworten gegeben hat. Es ist auch für Laien verständlich geschrieben und ich möchte jedem dieses Buch ans Herz legen, weil es wirklich sehr informativ ist.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 4, 2013 6:08 PM CET


Managementhandbuch IT-Sicherheit: Risiken, Basel II, Recht
Managementhandbuch IT-Sicherheit: Risiken, Basel II, Recht
von Torsten Gründer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 59,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen IT-Sicherheit ist Chefsache!, 16. Juni 2007
Laut dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) sind Vorstände und Geschäftsführer von Kapitalgesellschaften persönlich für Versäumnisse und mangelnde Risikovorsorge in allen Unternehmensbelangen, und somit auch im Bereich der IT-Sicherheit, verantwortlich. Ein Delegieren der IT-Sicherheit an den Systemadministrator ist somit nicht mehr möglich. Auch von Wirtschaftsprüfern wird die IT-Sicherheit immer stärker in den Prüfungsprozeß einbezogen und IT-Risiken werden von den Banken bei der Kreditvergabe (Stichwort Basel-II) immer stärker berücksichtigt.

Dieses Buch widmet sich mittels Beiträge unterschiedlicher Autoren der IT-Sicherheit in Unternehmen. Im ersten Kapitel geht es um allgemeine Themen der IT-Sicherheit: Was sind IT-Risiken und welche Bedeutung hat die IT-Sicherheit im Gegensatz zum Kostenfaktor (Sicherheit versus Kostenreduktion). Gerade Basel-II spielt hier eine große Rolle, da bei einem schlechteren Rating der Unternehmen, z.B. aufgrund eines geringen IT-Sicherheitsniveaus, der Kredit umso teurer wird bzw. unter Umständen überhaupt nicht mehr gewährt wird. Das zweite Kapitel beschäftigt sich ausführlich mit dem Thema der Risiken der IT-Sicherheit und deren Identifikation, Analyse, Bewertung und Kontrolle. Auch hier wird noch einmal auf das Thema verwiesen, dass die IT-Sicherheit noch längst nicht in allen Unternehmen zur Chefsache erklärt worden ist und somit im Gegensatz zu den Bestimmungen des KonTraG steht, welches die Unternehmen dazu verpflichtet geeignete Maßnahmen zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden" (Art.1 Zi.9 Lit.c KonTraG). Dies wird auch von Basel II gefordert, so dass ein Unternehmen über Statistiken, sowie historische Daten über Art, Umfang und Begleitumstände von IT-Störfällen und -Angriffen Auskunft geben kann. Der Autor geht hierbei auch kritisch auf das Problem der Bestimmung der Kostenwirksamkeit des IT-Sicherheitsmanagements (Return on Security Investment, ROSI) ein.

Kapitel drei beschäftigt sich ausführlich mit der optimalen Planung und der baulichen Ausführung von IT-Standorten nach EN 1047-2 und geht dabei u.a. auf die Themen wie Türen, Böden, Zugangssysteme, Brandschutz, Katastrophen-Handbuch ein. Das vierte Kapitel setzt sich mit dem Thema Verschlüsselung und -verfahren auseinander, während es im fünften Kapitel um Firewalls, Viren und den Schutz von Netzwerken geht. Beim nachfolgenden Kapitel über MSS (Managed Security Services) fand ich besonders die letzten Seiten interessant, das auf Themen wie die Gründe für MSS, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und Auswahlkriterien für einen MSS-Dienstleister (insbesondere Letzteres) eingingen.

Die beiden Kapitel administratives, sowie operatives IT-Risikomanagement beschäftigen sich besonders mit dem IT-Risikomanagement, welches - neben den tradionellen Unternehmenszielen - immer wichtiger wird, weil die Anforderungen an die Kontrollstrukturen aufgrund der bestehenden Gesetze, wie z.B. Sarbanes-Oxley Act (seit Juli 2002 werden CEOs und CFOs von Unternehmen, die an der US-Börse notiert sind, für fehlerhafte und falsche finanzielle Angaben und Berichte persönlich haftbar gemacht), BASEL II und das Datenschutzgesetz, immer mehr zunehmen. Die Kapitel Unternehmensweites Sicherheits-Management" und IT-Controlling mit Service Level Agreements SLA Performance Cycle" gehen ausführlich auf Themen wie Vulnerability Management (inklusive Patch Management), Security Information Management (inklusive Prozessmodell) und das Thema SLA und IT-Controlling mit SLA Performance Cycle ein.

Geradezu brisant sind die letzten Kapitel des Buches: Sehr gut und informativ fand ich das Kapitel Rechtliche Grundlagen und Anforderungen im Bereich IT-Sicherheit" von Dr. Joachim Schrey (gleichzeitg auch Herausgeber). Hier geht es um die Haftung des Arbeitnehmers (auch bei vorsätzlichem, grob, mittel und leicht fahrlässigem Verhalten) und entsprechende Haftungsbeschränkungen. Zudem geht es um die Haftung von IT-Verantwortlichen und wie diese sich per ausführlicher Dokumentation absichern können, wenn die Geschäftsleitung Vorschläge zur Absicherung des IT-Risikos ablehnt. Zudem gibt es noch ein sehr ausführliches Kapitel zum Thema Haftung der Geschäftsleitung. Auch auf die Haftung des betrieblichen Datenschutzbeauftragten wird eingegangen. Im darauf folgenden Kapitel von Isabel Münch, die als Referatsleiterin beim BSI (Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik) arbeitet, geht es um das IT-Grundschutzhandbuch. Sehr ausführlich und ergänzt um viele interessante Internetlinks zum Thema werden wichtige Punkte zum IT-Grundschutzhandbuch erläutert. Die letzten Kapitel widmen sich dann noch den Themen IT-Risikomanagement durch Risikotransfer, wo es um spezielle Versicherungen zur Absicherung von IT Risiken geht. Weitere Kapitel sind Beurteilung von IT-Risiken durch die Wirtschaftsprüfung", IT-Sicherheit und Basel II - Aufsichtsrechtliche Entwicklungen und Implikationen", sowie diverse Fallstudien zu den Themen: Brandschaden, Viren, Würmer und Trojaner und Ausfall der RZ-Klimatisierung.

Ein sehr interessantes Buch und hochaktuelles Buch. Klare Kaufempfehlung.


WISO Sparbuch 2007
WISO Sparbuch 2007

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Jedes Jahr wieder etwas Neues, 10. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: WISO Sparbuch 2007 (CD-ROM)
Tja im letzten Jahr war es die CD, die immer wieder (wegen des Kopierschutzes) eingelegt werden mußte, damit man das Programm starten konnte und in diesem Jahr ist es die andauernde Nachfrage nach einer Registrierung als Premium Kunde unter dem Vorwand der Aktualitäts-Garantie". Nun ja, schön finde ich das nicht wirklich, aber wenn man - wie ein vorherige Rezensent bereits mitteilte - einige Male Nein" gedrückt hatte, tauchte diese Frage auch nicht mehr auf. Die andauernde Mitteilung zu Beginn, dass die Software nicht auf dem neuesten Stand ist, blieb allerdings leider bestehen. Dabei ist dies völlig unnötig, da die aktuelle Version bei der Datenübermittlung an ELSTER automatisch vom Server herunter geholt wird.

Schön finde ich, wie immer, dass meine Daten aus dem letzten Jahr übernommen werden. Komischerweise waren auch bereits meine aktuellen Einnahmedaten aus diesem Jahr hinterlegt. Ob der Finananzamt Server hier über das Programm mit meinem Computer kommuniziert? Ich vermute es mal. Was mir überhaupt nicht passt (und da bitte ich mal um eine Veränderung) ist die Tabellenkürze von 12 Zeilen in den einzelnen Unterpunkten. Möchte man hier mehr als 12 Daten aufnehmen, muß man schon wieder ein extra Programm (wie z.B. Excel etc.) mit hinzunehmen. Es wäre schön, wenn hier mehr Spielraum eingebunden wird.

Wirklich sehr große Neuerungen wird man weder in dem mitgelieferten Buch, noch in der ausführlichen Hilfe oder in den Video-Aufzeichnungen finden. Da bietet das Programm wenig Tricks. Gerne schaue ich hier noch einmal bei KONZ rein, um mich zu vergewissern, ob es noch andere Möglichkeiten gibt.

Die Datenübertragung an das Finanzamt per ELSTER ist wirklich wie jedes Jahr optimal. Da hatte ich bisher noch nie Probleme und ich sitze selber hinter einen Firewall (diese muß man dann eben selber per Hand kurzzeitig für Programme wie WISO öffnen). Auf jeden Fall nimmt mir das Programm eine Menge Ausfüllarbeit ab. Man kann jeden Punkt nach und nach abarbeiten, in den jeweiligen Bereichen Haken setzen (so weiß man, was man bereits bearbeitet hat) und am Ende die Plausibilitätsprüfung durchführen.

Allerdings bin ich gespannt, ob es im nächsten Jahr überhaupt noch Möglichkeiten für den Ansatz von Kosten gibt, wenn die Pendlerpauschale weg fällt. Ich bin gespannt, ob dieses Programm dann vielleicht ein paar mehr Kniffe ins Repertoire aufnimmt, um den Steuerzahlern noch eine Rückzahlung vom Finanzamt zu ermöglichen.


start! español A2
start! español A2

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ziemlich unstrukturiert und umständlich, 10. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: start! español A2 (CD-ROM)
Ich habe mir diese Lernsoftware gekauft, um meine Spanischkenntnisse wieder aufzufrischen und mich eventuell auf das Europäische Sprachzertifikat vorzubereiten. Da ich - um mich nicht zu langweilen - nicht gleich wieder ganz bei Null anfangen wollte, hab ich die zweite Stufe A2 gewählt.

Zwar beginnt der Kursus meiner Meinung nach sehr weit vorne, nämlich mit Encantado de conocerte" (=sich kennen lernen), aber mir fehlen in den jeweiligen Lektionen Erläuterungen zur Grammatik oder eine Liste mit neuen Vokabeln. Es gibt zwar in jeder Lektion eine ganz kurze Liste, aber mehr als 20 neue Vokabeln werden hier nicht aufgeführt - und vor allem werden diese nie mit anderen Wörtern in den Zusammenhang gebracht (wodurch sich wiederum die Bedeutung ändern kann), wie es bei anderen Büchern oft der Fall ist. Das einzig Positive ist die Geschwindigkeit, mit der auf der Audio-CD gesprochen wird. So wird einem wenigstens nicht vorgegaukelt, Spanier sprechen langsam.

Auf der CD-ROM findet man haargenau die Übungen, die auch im Buch zu finden sind. Also kann man entweder einen Stift in die Finger nehmen und schreiben oder die Übungen am Computer machen. Die CD-ROM bringt also - außer dem Aussprachetrainer - nicht wirklich etwas Neues. Der Aussprachetrainer auf der CD-ROM ist auch das einzig Positive an der Lernsoftware. Hier kann man die Wörter so lange trainieren, bis man annähernd so spricht, wie ein Muttersprachler. Am Ende der Lektionen gibt es einen Test, dessen Auflösung sich im hinteren Teil des Buches befindet.

Ob man sich mit Hilfe dieser Lernsoftware wirklich gut auf die Prüfung vorbereiten kann, wage ich zu bezweifeln. Wirklich Spass hat man hier beim Lernen jedenfalls nicht.


Depeche Mode. Black Celebration: Die Biografie - Update 2006
Depeche Mode. Black Celebration: Die Biografie - Update 2006
von Steve Malins
  Gebundene Ausgabe

18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wir waren Futuristen, denn wir hatten es mit Leuten zu tun, die individuell sein wollten (Dave Gahan), 3. April 2007
Ich muß sagen, dass mich das Vorwort von Steve Malins wirklich neugierig auf sein Buch gemacht hat und hatte gehofft, dass es auch in dem emotional gefärbten Stil weiter gehen würde. Leider erwies sich das Buch jedoch nach einiger Zeit nur als eine Aneinanderreihung von diversen Zeitungsinterviews und Aussagen von Personen, die mit Depeche Mode zusammen gearbeitet haben, statt direkte Aussagen von Depeche Mode Mitgliedern abzufordern. Die verwendeten Kritiken zu den ausgekoppelten Singles oder zu den Alben, die in diesem Buch abgedruckt sind, sind teilweise so miserabel, das man sich, objektiv gesehen, fragt, ob Depeche Mode nicht völlig überbewertet sind und sie nur von fanatischen, destruktiven Fans supportet werden.

Obwohl ich neben meiner Schwäche für Dave Gahan, Alan Wilder bis zu seinem Weggang 1995 von Depeche Mode immer besonders geschätzt habe, werfen seine Aussagen zu Depeche Mode nicht unbedingt ein gutes Bild auf die Gruppe: Einzelgänger, die sich untereinander nicht ausstehen können und der (arme) Alan, der alles für die Gruppe getan hat, ohne dafür jemals ein Lob zu bekommen; das wirkt irgendwie alles sehr einseitig. Genau wird man es nie wissen, was sich hinter den Kulissen abgespielt hat und auch das Buch bleibt bei einigen Dingen extrem distanziert. So erfährt man z.B. kaum etwas über Jennifer, die neue Frau an Dave's Seite. Auch Fletch und seine Nervenzusammenbrüche werden nur ganz kurz erwähnt. Über ihn als Person erfährt man allerdings nur sehr wenig, außer das er musikalisch nichts zum Gelingen der Band beitragen würde und nur deswegen dabei wäre, weil er ein guter Kumpel von Martin ist.

Warum es sich trotzdem lohnt, das Buch zu lesen? Weil es kaum gute Bücher über den Werdegang von Depeche Mode auf dem Markt gibt und dieses noch eines der besten ist. Interessant zu lesen sind die Anfänge der Band, bevor sie berühmt wurden, wie sie sich zusammen gefunden haben und dann an ihren Produzenten Daniel Miller geraten sind. Für alle, die um 1970 und später geboren sind, sind die ersten Kapitel besonders interessant, wenn man sich für die Musikszene interessiert. Adam and The Ants, Soft Cell, ABC, Culture Club, Simple Minds, The Cure, Wham!, Visage, Spandau Ballet, Duran Duran sind alles Gruppen aus dieser New-Romantics-Ära, die auch erwähnt werden, wobei Depeche Mode den Futuristen zuzuordnen sind. Gut finde ich auch die genaue Erwähnung mit welchen Aufnahmetechniken die elektronische Musik von Depeche Mode entstanden ist. Das ist besonders für Musikinteressierte von Belang. Interessant fand ich auch, dass Martin Gore einige Zeit in Berlin gelebt hat und einige Songs (aus Kostengründen) in der Anfangszeit dort entstanden sind, sowie das die erste Deutschlandtournee u.a. durch Hamburg führte, was die große Fangemeinde in diesen deutschen Städten erklärt.

Sex, Drugs and Rock'n Roll, so scheint ein längerer Abschnitt aus Depeche Mode's Schaffensphase betitelt zu sein. Interessant für all diejenigen zu lesen, die nur auf Skandale aus sind, denn insbesondere Dave's Drogenphase wird anhand von Zeitungsmaterial regelrecht ausgeschlachtet. Ein Problem, dass Dave selber in einem Interview erkannte: Auch nach zehn Jahren werde ich für die Presse immer noch Dave, der Junkie, sein. Und das, obwohl er bereits seit vielen Jahren clean ist.

Was meiner Meinung nach viel zu kurz kommt in dem Buch, sind Erläuterungen zu den Songtexten und Erklärungen dafür, was die Faszination von Depeche Mode ausmacht. Es ist gespickt von so vielen negativen Presseerklärungen zu neuen Alben oder Live-Auftritten, das ich als Depeche Mode Fan zum Ende des Buches langsam sauer wurde über diese Darstellung. Dave Gahan hatte Recht mit dem, was er in einem Interview sagte, dass Depeche Mode Futuristen waren, da sie es mit Leuten zu tun hatten, die individuell sein wollten. Der Sound und die Texte von Depeche Mode sind etwas ganz Besonderes. Und für die älteren Kaliber unter uns, sind zudem mit den Liedern viele Erinnerungen an früher verbunden. Das Buch setzt sich zwar detailliert mit der Gruppe und der Entstehungsgeschichte auseinander, wird aber der Faszination von Depeche Mode in keinster Weise gerecht.


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