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Rezensionen verfasst von
Miss K. (Oberhausen, Germany)

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Fun Factory MISS BI rosa DER Vibrator für sie Klitoris und G-Punkt (Set inkl. tollen Zubehör) Silikon Dual Stimulation
Fun Factory MISS BI rosa DER Vibrator für sie Klitoris und G-Punkt (Set inkl. tollen Zubehör) Silikon Dual Stimulation
Wird angeboten von funfactory-sellercentral
Preis: EUR 109,90

5.0 von 5 Sternen Katapultiert jede Frau in ungeahnte Orgasmus Höhen, 9. Februar 2016
Ich war sehr gespannt auf diesen neuen Vibrator von Fun Factory, da er zwei Motoren hat, die getrennt voneinander zu bedienen sind. Kurz bevor endlich der Miss Bi eintraf, gab dann auch mein Lieblingsvibrator Yooo von Fun Factory auf, der mich mit seinen zwei Motoren in ungeahnte Orgasmus Höhen katapultiert hat und mir jahrelang nicht von der Seite gewichen ist. Bisher konnte kein Vibrator ihn so richtig ersetzen. Entsprechend gespannt war ich auf den Miss Bi. Miss Bi ist aus wunderbar weichem Silikon. Als ich ihn in die Hand nahm und die Tasten ausprobierte, kam ich schon ins Grinsen. Der könnte dem Yooo tatsächlich den Rang ablaufen. Also aufladen und los ging es.

Wirklich lang ist der Miss Bi ja nicht und bei anderen G-Punkt Vibratoren, wie dem Delight von Fun Factory habe ich nie so richtig heftige Gefühle bei der Stimulation des G-Punktes gehabt, so dass wir im Kreis unserer Freundinnen schon gerätselt haben, ob es ihn denn überhaupt gibt. Dank dieses Vibrators kann ich sagen: „Oh ja und wie es ihn gibt“. Das Gefühl beim Einführen war durch den verdickten Bereich im Schaft (Umfang 13 cm), wo auch der Motor sitzt, bereits sehr ungewöhnlich. Obwohl der Vibrator nicht groß ist (Länge des einführbaren Silikons bis zur Spitze 13 cm), fühlte ich mich ungemein ausgefüllt, was sehr angenehm war. Das steigerte sich dann noch, als die Motoren ins Spiel kamen. „Wow“ war das erste, was mir entwich und natürlich wieder ein Grinsen. Die beiden Motoren in Schaft und Ausleger haben 6 verschiedene Einstellmöglichkeiten: Eine Vibration von wenig über mittel zu stark und 3 rhythmische Vibrationen. Bei der starken Vibration wird auch der Anusbereich in Schwingungen versetzt. Deutlich spürbar und äußerst angenehm. Wo der G-Punkt liegt, weiß ich jetzt, denn dieser wurde so etwas von stimuliert, dass der erste Orgasmus kaum zum Aushalten war. Heftiger, als alles, was ich bisher erlebt hab. Zumal gleichzeitig die Klitoris stimuliert wird. Diese Stimulation ist übrigens ungemein angenehm, da der Ausleger extrem weich, dick, breit und sehr flexibel ist. D.h. er passt sich jeder Klitoris an, was ich nicht bei allen Vibratoren so erlebt habe. Da hatten die Ausleger nicht den richtigen Abstand zur Vagina und waren hart und unflexibel. Auf jeden Fall fühlt sich das hier perfekt an: Miss Bi simuliert das Gefühl, am G-Punkt gefingert und an der Klitoris massiert zu werden, was sehr erregend ist. Da der Vibrator perfekt am G-Punkt sitzt, ist er meiner Meinung nach etwas für jede Frau. Egal ob enger oder weiter gebaut. Ich blieb trotz des ersten tollen Erlebnisses etwas kritisch. Vielleicht war alles nur Anfängerglück und irgendwann reagiert mein Körper nicht mehr so darauf? Alles schon erlebt. Aber nach einigen Malen kann ich jetzt sagen, dass die Orgasmen sogar noch heftiger werden und ich den Vibrator auf gar keinen Fall mehr missen möchte.

Ein paar technische Infos: Das Aufladen geht relativ schnell und ist in wenigen Stunden getan. Durchhalten kann er so ca. 1 Stunde lang. Ein Ladegerät war dabei, allerdings nur mit USB Anschluss. D.h. für die Steckdose braucht man einen Adapter (Handy etc). Ein Manko für mich ist die rote SofortSTOPP Taste (Fun Taste). Zweimal ist es mir kurz vor dem Orgasmus passiert, dass plötzlich das ganze Toy aus war. Also den Wunsch nach sofortigem Stopp erfüllt die Taste definitiv. Aber vielleicht hätte man das an einer anderen Stelle des Toys, z.B. weiter unten am Schaft oder auf der anderen Seite, anbringen sollen, damit man nicht innerhalb einer Sekunde auf Null runter kommt. Und auch die Lautstärke ist gewöhnungsbedürftig. Die Vibration ist noch einigermaßen in Ordnung, aber sobald man die rhythmische Stimulation anklickt, klingt es, besonders im der 2. Rhythmik wie ein feuerndes Maschinengewehr. Wer also meint, man könne es sich heimlich neben seinem Partner, der womöglich schon schläft, besorgen….das geht nur, wenn der Partner taub ist oder mit Gehörstöpseln schläft. Auch hinter verschlossener Tür ist das Geräusch zu vernehmen. In hellhörigen Häusern oder Hotels wissen die Nachbarn auch ganz genau, wann man gerade wieder sein Spielzeug angemacht hat. Also Nichts für das diskrete Liebesspiel. Trotz allem ist gerade Miss Bi als Paarspielzeug hervorragend geeignet. Der mitgelieferte Aufbewahrungsbeutel ist ziemlich eng für das Toy. Hätte eine Nummer größer sein können, so dass man auch noch eine Flasche Gleitgel einstecken kann, welches ich immer empfehlen würde, damit es sich angenehmer anfühlt. Eine Probe Gleitgel wird auch gleich mitgeliefert. Die Broschüre „Anale Spielideen“ fand ich außerordentlich ansprechend und hat mich auf neue Ideen kommen lassen. Alles in allem ein tolles Produkt. Ganz klare Kaufempfehlung.


Fürchtet Euch nicht!: Der neue Krimi-Adventskalender
Fürchtet Euch nicht!: Der neue Krimi-Adventskalender
von Gisa Klönne
  Taschenbuch

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alle Jahre wieder...oder möchten Sie dieses Jahr Weihnachten einmal anders erleben?, 31. Oktober 2010
24 wirklich skurille, dramatische, sarkastische und vor allem mörderische, und somit einfach andere Weihnachtsgeschichten werden in diesem Buch erzählt von diversen bekannten Krimiautoren, wie z.B. Oliver Bottini, Sabine Deitmer, Brigitte Glaser, Norbert Horst. Schon die erste Kurzgeschichte von Bernhard Jaumann hat mir ein dickes Grinsen ins Gesicht getrieben. Ein Pärchen im Altersheim, er Pyrotechniker, sie Hausfrau, die wunderbar kochen und backen kann. Und er geht fremd und was dann am Adventsnachmittag dort im Altersheim passiert, ist einfach nur herrlich komisch erzählt. Unfreiwillige Morde, geplante Morde und völlig skurile Geschichten. Weihnachten endlich mal anders als sonst. Das Buch liest sich sehr gut und wer Spaß an Krimis und an Kurzgeschichten hat, und wer Weihnachten nicht zu sentimental erleben möchte, für den ist dieses Buch genau das Richtige. Aber ich warne vor: Es ist wirklich nur etwas für hartgesottene Gemüter, denn einige Geschichten sind schon ziemlich derbe. Ich freue mich schon darauf, dieses Buch wieder einmal dieses Jahr mit einem dicken Schmunzeln in der Vorweihnachtszeit oder genau zu Weihnachten zu lesen.


Dem Ruhri sein Revier: Eine Liebeserklärung
Dem Ruhri sein Revier: Eine Liebeserklärung
von Rudi Grande
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Erzeugt eine kaum mehr zu stillende Sehnsucht nach dem Revier, 14. Oktober 2009
"Fangen wir zunächst mit Klischeevorstellungen und Vorurteilen an: Kohlenstaub fliegt durch die Luft, bloß keine weiße Wäsche nach draußen hängen oder Fenster öffnen, tief durchatmen ist teerhaltig wie eine Zigarette, der Himmel grau oder schwarz mit dunkler Patina überzogene Häuser, kein Baum weit und breit, Tristesse überall. Klischees halten sich hartnäckig, wie man weiß, auch wenn sie sich längst überholt haben." (S. 34) Besser als die Autoren Rainer Rettinger und Rudi Grande die Vorurteile vom Revier hier auf dieser Seite darstellen, kann man es kaum noch treffen. Wer wirklich wissen will, wie das Ruhrgebiet denn nun ist, der sollte sich dieses Buch ansehen, durchlesen, staunen und auf Entdeckungsreise gehen. Wunderschöne Fotos mit herrlichen Texten und tollen Schlagzeilen entführen Zugereiste, Einheimische und Touristen in die wunderbare Welt des Reviers.

Das Revier ist grün: Es hat 17,5 Prozent Waldanteil, 55 Naturschutzgebiete, 60 meist renaturierte Berghalden, Ruhrauen, die dem Ruhrgebiet Mangrovenflair bescheren (dem Ruhri seine Everglades), sechs Ruhrstauseen, die Ruhr, die bei Duisburg in den Rhein mündet (dem Ruhri sein Mississippi), viele Beachbars (dem Ruhri sein Café del Mar) - und Deutschlands größte Binnensee-Regatta, die Essener Woche finden hier statt. Eine ehemals von Kohle und Stahl geprägte Region verändert sich zur Kreativwirtschaft. Strukturwandel nennt man dies. Und die Veränderung wird sogar bis über die Grenzen hinaus bemerkt: Der Le Monde berichtete 2003 anläßlich der legendären Ruhrtriennale, dass "im Ruhrgebiet die Zeiten nun endgültig vorbei seien, wo Ruß-Monster ihren übel riechenden Mundgeruch über ganz Europa verbreitet haben. Stahlwerke, Kraftwerke, Kokereien und Hochöfen seien durch die Ruhrtriennale wieder zu Orten für Engel geworden." (S. 38). Halden erhalten spannende Orientierungs- und Aussichtspunkte, wie z.B. der Bottroper Tetraeder (dem Ruhri sein Gizeh), Maya-Kultur-Skulpturen in Gelsenkirchen-Ückendorf (dem Ruhri sein Yucatán), eine riesige beleuchtete Leuchtskulptur in Form einer Öllampe auf der Halde Rheinpreußen in Moers (dem Ruhri sein Leuchtturm) oder das Horizontobservatorium auf der Halde Hoheward (dem Ruhri sein Stairway to Heaven).

Man kommt aus dem Staunen und Entdecken nicht mehr heraus, wenn man dieses Buch durchliest und anhand der Fotos wird einem eines schon ganz deutlich: Besonders Nachts ist das Ruhrgebiet wunderschön aufgrund der ganzen Lichtinstallationen. Beim Durchlesen des Szenarios auf Seite 18 zum Thema "Dem Ruhri seine Hafencity" kamen wir ziemlich ins Lachen. Der Kommentar eines Ruhris nach heftigen Lachkrämpfen hierzu war: "Die haben doch was geraucht, als sie diesen Text geschrieben haben." Mein Kommentar hierzu war: "Wenn ihr dieses Szenario tatsächlich schafft, dann bleibe ich ganz ohne Frage für immer hier."

Wenn ich nicht bereits ein klein wenig in diese Gegend verliebt wäre, so wäre ich es spätestens nach dieser Liebeserklärung an eine absolut phantastische Region. Und wer noch nie hier war, der wird eine kaum mehr zu stillende Sehnsucht nach dem Revier bekommen - spätestens zur Kulturhauptstadt 2010 gilt es, das Revier zu entdecken. Dieses Buch ist für echte Ruhris und Zugezogene gleichermaßen geeignet. Eine kleine Anmerkung gibt es allerdings: Als der gebürtige Oberhausener Rainer Schwier den Text auf Seite 23 las, sprang ihm als "Kind des Stahls" sofort ein Fehler ins Auge: Der Gasometer hat nichts mit dem Stahlwerk selber zu tun, sondern hier wurde Gichtgas zwischen gespeichert, das in den Eisenhütten der Gutehoffnungshütte (GHH) erzeugt wurde. Eine Seite weiter wurde dieser Vorgang in Bezug auf den Gasometer in Duisburg-Meiderich wiederum richtig dargestellt.


Insolvenzgeld
Insolvenzgeld
von Ursula Sternberg
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wirtschaftskriminalität zwischen Essen und Oberhausen, 8. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Insolvenzgeld (Broschiert)
Beim Lesen dieses Buches kam sie wieder hoch die Erinnerung an den heißen Sommer 2006, den Sommer der Fußball WM, denn die Protagonistin Toni Blauvogel in diesem Buch noch einmal hautnah, oder sollte ich sagen schweißnah, erlebt. Die Protagonistin Toni Blauvogel arbeitet eigentlich in der IT-Branche und ist nun arbeitslos. Die Zeit vertreibt sie sich damit, dass sie ihre detektivischen Ermittlungskünste offiziell anbietet. Und diese werden auch schon ziemlich schnell nachgefragt, denn die Freundin ihres Kumpels Bertold sitzt nicht nur in der Patsche, sondern in U-Haft, da der Insolvenzverwalter ihrer früheren Firma tot aufgefunden wurde.

Nun ist es also an der Reihe von Toni, in diesem Fall zu ermitteln. Ihre Ermittlungen führen sie von Essen nach Oberhausen, allerdings nur in die Nähe des Centro bzw. in den Norden von Oberhausen und schon bald bekommt sie eine heiße Spur. Schön fand ich den Anfang des Buches, in welchem Toni in einer echten Patsche sitzt, weil sie nachts zu Ermittlungszwecken in eine Firma einsteigen wollte. In Rückblenden wird die Vorgeschichte beschrieben und wie es dazu kam, dass sie sich nun dort befindet. Das war geschickt und spannend gemacht. Zunächst fand ich dennoch manche Passagen etwas langatmig, was aber vielleicht auch zur Hitze des Sommers passte. Toni hat in einigen Dingen eher männliche Verhaltensmuster und ist nicht gerade sehr gesellig, aber ihr Wortwitz ist unschlagbar.

Und dann ist da auch noch die Liebesgeschichte mit Max, die auch immer wieder eingebaut wird. Nach der Hälfte des Buches zog die Spannung dann aber mehr und mehr an und ich ertappte mich dabei, dass ich das Buch unbedingt durchlesen wollte, weil ich endlich zur Aufklärung kommen wollte und die Spannung nicht mehr aushalten konnte. Das Ende war dann doch überraschend und ganz anders als ich es erwartet hatte. Ein Wirtschaftskrimi ist es deswegen, weil die Vorgänge, insbesondere die Abwicklung einer Insolvenz, die dort sehr ausführlich beschrieben werden, Dinge sind, die immer wieder in einigen Firmen so passieren können. Es wirkt alles sehr realistisch und nah am Leben und das gefiel mir sehr. Auch hab ich nach dem Lesen Lust bekommen, einige Ecken von Essen kennen zu lernen.

Alles in allem ein spannendes Buch und einfach ein gut gemachter Wirtschaftskrimi aus dem Ruhrpott ohne viel Blut und extremer Gewalt, einfach aus dem Leben gegriffen, stellenweise auch sehr witzig und in jedem Fall lesenswert.


Der du bist dem Vater gleich
Der du bist dem Vater gleich
von Michael Koglin
  Broschiert

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Herrlicher Krimi, der mitten im Hamburger Leben spielt, 5. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Der du bist dem Vater gleich (Broschiert)
In einer Buchhandlung in Poppenbüttel (Hamburg) bin ich auf diesen Hamburger Krimi gestoßen, besser gesagt, auf einen Krimi, der auf der Horner Rennbahn im Osten Hamburgs spielt. In Scharen strömen jeden Juli die Reichen, Schönen und Promis in diesen sonst eher unspektakulären Stadtteil von Hamburg. Mir hat dieses Buch beim Lesen so viel Spaß gemacht, weil ich selber dort direkt an der Horner Rennbahn wohne, den Ort des Geschehens also bestens kenne und ich den Stil, in dem das Buch geschrieben ist, absolut klasse fand.

Der Ermittler in diesem Krimi ist nämlich kein Detektiv oder Polizist, sondern ein Obdachloser von der Straße namens Omen. Dieser findet plötzlich mitten auf der Horner Rennbahn und mitten an den Derbytagen eine junge Pferdepflegerin tot im Stall, mit der er sich zuvor noch länger unterhalten hatte. Nun geht es darum den Fall zu lösen. Dies gelingt mit Hilfe der Journalistin Juli und des Ex-Standesbeamten Harley. Die Ermittlungen führen Omen von der Horner Rennbahn nach St. Pauli auf die Reeperbahn und in die Herbertstraße, ins Schanzenviertel und sogar nach Husum. Wobei ich als Hamburgerin sagen muss, dass manche der Szenen auch überall hätten spielen können, da mir manche Anlaufpunkte oder besondere Merkmale in den Vierteln fehlten. Das besondere an dem Ganzen ist natürlich, dass ein Obdachloser die Ermittlungen leitet - was natürlich für den Mörder wiederum einen unschätzbaren Vorteil hat: Ein Penner auf der Straße lebt sowieso am Rande der Gesellschaft und sollte ihm etwas passieren, so würde sein Tod nicht detailliert untersucht werden. Deshalb schwebt Omen auch schon nach kurzer Zeit in Lebensgefahr, während er weiterhin auf der Suche nach dem Mörder ist.

Was mir aber sehr gut gefiel, war die Art, wie Omen über Hamburg, St. Pauli und das Leben sinniert und deshalb würde ich gerne einige Passagen zitieren: "Es war kurz nach Mitternacht. St. Pauli hatte die Arme weit, weit ausgebreitet. Kommt alle, die ihr in euren Ehebetten und Etagenwohnungen und Satellitenstädten ermüdet und ermattet seid...und ihr dürft am Zipfel eines anderen Lebens ziehen. Gegen Cash, versteht sich." (S. 45) Oder über die Herbertstraße: "Liebe verkauften sie nicht, das Angebot bot Handreichungen und Körperöffnungen." (S. 134) Sehr tiefsinnig und poetisch fand ich auch das hier: "Gehen die Bewohner, verändern Häuser ihre Ausstrahlung, so als zöge sich ihre Seele zurück in einen Raum in Innern, den niemand betreten konnte (...) Vielleicht sollte man Wohnungen und Häuser ebenfalls beerdigen, wenn ihre Bewohner gestorben waren. Aber wie um Himmelswillen würden die Städte aussehen, wenn überall Lücken klafften." (s. 160/161)

Dieser Krimi ist gut geschrieben, unblutig und witzig und für Hamburg bzw. Horner Rennbahn Fans ein Muss.


Tod an der Ruhr: Historischer Kriminalroman
Tod an der Ruhr: Historischer Kriminalroman
von Peter Kersken
  Broschiert
Preis: EUR 11,90

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Völlig unblutiger Krimi, mit tollen historischen Informationen zum Ruhrgebiet, 4. Oktober 2009
Der Autor dieses Romans, Peter Kerksen, ist geborener Oberhausener und entführt den Leser in das Jahr 1866 nach Sterkrade, welches heutzutage ein Stadtbezirk von Oberhausen ist, damals aber eine eigenständige Gemeinde war und später sogar Stadtrechte verliehen bekam. Da es sich um einen historischen Krimi handelt, dienten einige Persönlichkeiten aus der damaligen Zeit als Vorlage für dieses Buch, wenngleich die Handlungen und Dialoge frei erfunden wurden. Sehr fasziniert an diesem Buch hat mich eigentlich nicht so sehr die eigentliche Kriminalgeschichte, sondern das, was ich beim Lesen über die Anfänge der Montanindustrie und die Lebensumstände der Menschen damals erfahren habe, während der Polizeisergeant Martin Grottkamp nach dem Mörder des Hammerschmied Julius Terfurth sucht.

Die Geschichte spielt in der Zeit, als sich die Cholera, von Indien kommend, über Preußen im Land ausgebreitet hat und wo man im Gegensatz zu heute, noch nicht wußte, wie man der Krankheit Herr werden kann. Gegen alle möglichen Krankheiten wurden Kräuter verabreicht oder der berühmte Aderlass angewandt. Und so war der Kampf gegen die Seuche fast aussichtslos, bis der "Cholera-Kaplan" Sebastian Kneipp eine Heilung gegen die Krankheit fand und gegen ihn der Vorwurf der Kurpfuscherei erhoben wurde. Spannend war auch zu lesen, welche Gesetze es damals gab und was Moral und Anstand bedeuteten, sowie welche Macht und Autorität ein Polizeisergeant noch hatte. Auch die Rolle der Frauen war aus meiner weiblichen und gut situierten Sicht heraus sehr fremd und neu. Super spannend war alles, was mit dem heutigen Ruhrgebiet und der Montanindustrie zu tun hatte, denn die Suche nach dem Mörder lässt Grottkamp auch seinen Fuß in die Gutehoffnungshütte von Sterkrade setzen, wo während seines Besuchs gerade ein Stahlträger für eine Rheinbrücke mit dem Dampfhammer bearbeitet wird und man als Leser in den Arbeitsablauf eingeführt wird. Spannend wird es auch gerade dann, als der vermeintliche englische Industriespion Edward Banfield seine wahre Identität preis gibt. Das waren Passagen, die sehr gut geschrieben waren und die ich wirklich sehr spannend und lehrreich fand.

Das Ende und die Aufklärung des Mords haben mich persönlich sehr überrascht. Vor meinem geistigen Auge ist beim Lesen des Buches eine völlig andere Welt entstanden, die mir heutzutage 143 Jahre später unglaublich fremd vorkommt. Aber es war schön, einen Krimi zu lesen, bei dem es nicht nur um grausame blutige Morde, verrückte Täterprofile oder absolute Hochspannung ging. Dieser Krimi kommt lautlos daher und ist deshalb eigentlich für alle sehr gut zu lesen, die sich für vergangene Zeiten und insbesondere für das Ruhrgebiet bzw. Oberhausen / Sterkrade interessieren. Übrigens habe ich beim Lesen des Buches furchtbaren Hunger bekommen, da ganz einfache Gerichte, wie Bratkartoffeln oder Pfifferlinge mit Ei, so ausgiebig in die Geschichte mit eingebaut wurden, dass ich richtig Schmacht bekam.

Mein herzlicher Dank geht an den Oberhausener Rainer Schwier für seine Empfehlung und gleichzeitigen zur Verfügung Stellung dieses Buches. Er hat mir dadurch meine neue "Heimat" ein Stückchen näher gebracht, so dass ich diese jetzt mit etwas anderen Augen sehe.


Die Bibel und ich
Die Bibel und ich
von A. J. Jacobs
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lehrreich und äußerst amüsant dazu, 16. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Bibel und ich (Gebundene Ausgabe)
Zuerst einmal muss man erwähnen, dass diese Ausgabe sich sehr repräsentativ im Regal macht, denn sie sieht von außen aus, wie eine echte Bibel und wenn man mit diesem Buch herum läuft, erntet man immer wieder erstaunte Blicke. Ich habe immer wieder gerne in die ersten Seiten des Buches hinein gesehen, wo sich der Autor A.J. seinen berühmten biblischen Bart hat wachsen lassen. Die Intention des Autors ist es, die Bibel zu lesen und sich ein Jahr lang an die Gesetze der Bibel zu halten, egal wie absurd sie erscheinen. Dazu muss man eines wissen: Der Autor ist, obwohl er und seine Familie Juden sind, dennoch nicht mit Religion aufgewachsen und hat sich zudem zum bekennenden Agnostiker entwickelt.

Während andere religiöse Bücher immer diese unterschwellige Botschaft enthalten, dass jeder sofort zur Religion überlaufen sollte, kann man dieses Buch mit Freude lesen und sich seine eigenen Gedanken zum Thema Religion machen, was ich sehr begrüße. Allein schon 2. Mose 20,3 (Du sollst keine anderen Götter neben mir haben) wird zum ersten Diskussionspunkt, da die Bibel jedem befiehlt, an Gott zu glauben und ihn zu lieben und der Autor damit seine Schwierigkeiten hat. Reine Kleidung ohne Mischgewebe zu tragen, sich die Haare nicht mehr zu stutzen, andere Frauen oder in bestimmten Situationen (Menstruation) sogar die eigene Frau nicht zu begehren oder zu berühren, Quasten an die Kleidung zu nähen, nur noch weiß zu tragen, am Monatsanfang in die Posaune zu blasen usw; all dies sind die Gebote, die der Autor befolgt und die dem Leser unbändiges Vergnügen bereiten. Heftig lachen mußte ich schon, als der Autor versucht, am Sonntag (= Sabbat) die Sabbatruhe einzuhalten und dennoch irgendwann los läuft, um seine Emails zu prüfen.

Er reist umher, trifft sich mit vielen verschiedenen Gläubigen und man erfährt so viel über die Bibel und Religion, wie man sonst wohl nie erfahren würde. Ich hatte zum Beispiel bis dato noch nie etwas von dem Kreationismus gehört und fand die Vorstellungen dieser Anhänger doch sehr eigenwillig. Einzig und allein der Teil mit dem neuen Testament ist für meine Begriffe etwas zu kurz geraten und bezieht nur Amerika in die Betrachtung mit ein und da kamen wir wieder an den Punkt, wo ich mit der Religion und dem Aspekt des Bußetuns nichts anfangen konnte. Gefallen hat mir der Bereich mit dem Alten Testament. Erstaunlicherweise habe ich festgestellt, dass wir in der Bibel ziemlich genau die gleichen Verbote haben, wie es sie im Koran gibt. Das unsere Religion somit doch gar nicht so weit entfernt ist von der moslemischen Religion fand ich äußerst interessant. Das Verbot von Schweinefleisch und vielen anderen Speisen (Schalentiere, Hasen, bestimmte Vögel, kein Blut) gibt es nämlich auch in der Bibel. Nur warum werden diese heute nicht mehr von Christen befolgt? Weil die Speisegesetze angeblich mit dem Opfertod Jesu hinfällig geworden sind. Des weiteren gibt es im Alten Testament die Aufforderung zu Tieropfern. Auch hat Mann die Möglichkeit eine Zweitfrau (oder mehr) zu haben. Immer wieder erklärte der Autor, dass bestimmte Textstellen nicht wörtlich zu sehen sind, sondern es bei einigen Passagen zu Fehlübersetzungen gekommen ist. All das hat mich mit dem Buch der Bücher versöhnt und es lebendig werden lassen. Vieles in der Bibel ist sicherlich gut, richtig und wertvoll und aus bestimmten Notwendigkeiten entstanden. Das die Alten geehrt werden sollen entwickelte sich daher, dass viele der früheren Israeliten ein Nomadenleben am Rande der Existenz führten und die Alten als Belastung empfanden. Hätte die Bibel dieses Gebot nicht ausgesprochen, hätte man alte Menschen einfach zurück gelassen. Aus diesem Grund ist auch das Gebot, du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren (2. Mose 20,12) entstanden. Und sehr gut fand ich auch den Einwand des Autors, der das Problem des Absolutheitsanspruchs sieht und ehrlich zugibt, dass er keine Antwort darauf hat, ob Stalins Tochter ihren Vater auch ehren soll.

Alles in allem ein tolles Buch, welches ich gerne empfehlen kann. Insbesondere die Ausführungen des Autors zum Gebot "Du sollst nicht lügen" haben bei mir zu heftigen Lachkrämpfen geführt.


Österreichische Lieblingsspeisen. Über 500 köstliche Rezepte aus allen 9 Bundesländern
Österreichische Lieblingsspeisen. Über 500 köstliche Rezepte aus allen 9 Bundesländern
von Renate Wagner-Wittula
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

5.0 von 5 Sternen Die Küchenbibel Österreichs, 14. September 2009
Was braucht man noch mehr, als dieses Buch, welches 560 Seiten umfaßt, eine Rezeptesammlung des Autorenteams Renate und Christoph Wagner aus 30 Jahren Kochleidenschaft ist und welches sogar Rezepte aus privaten "Kuchlkastl" von Landwirten oder Gastronomen aus Österreich enthält. Ganz nebenbei erfährt man auch wieder viele interessante Informationen über Käse, Wein, Jaus'n, Pfannkuchen, Fisch und kleine Küchenanekdoten. Zum Beispiel wußte ich nicht, dass man die Linzer früher "Karpfentränker" nannte und es in Linz früher sogar einen Fischmarkt gab

Die Rezepte sind unterteilt nach Vorspeise und Jause, Suppen, Beilagen und Zwischengerichte, Süßwasserfische, Geflügel, Innereien, Fleisch/Wild, Warme Mehlspeisen, Kalte Desserts. Fotos von den Gerichten gibt es leider keine (das hätte aber auch das Format des Buches gesprengt), dafür ist es mit liebevollen Illustrationen verziert.

Das Wasser im Munde lief mir bereits bei den Rezepten für Salzburger Bierbrezel und Obatzta zusammen. Was muss das lecker schmecken, wenn man das selber macht. Dies Rezept muss ich ganz dringend bald ausprobieren. Viele Rezepte kannte ich gar nicht, weil sie wirklich doch sehr speziell sind, aber das gefällt mir auch an dem Buch. Übrigens ist ganz hinten, für die Nichtösterreicher unter uns, ein sehr ausführliches Glossar enthalten, welches spezielle Begriffe wie Wurzelwerk, Umurken, Ribisel usw. erklärt.

Nahezu andächtig habe ich mich durch das Buch hindurch geblättert: Rezepte aus dem Linzer Kochbuch des Jahres 1827, wie die Alt-Linzer Bratwurstsuppe sind hier z.B. enthalten. Eigentümliche Namen kommen einem entgegen, wie z.B. der Türkenpudding, Türkentommerl, Kärntner Nudelkuddelmuddel mit Sauerkraut oder Türkenriebel. Berühmte Gerichte, wie Tschalamade, Spargel in Bozner Sauce, Kärntner Nudel, Tiroler Maultaschen, Gröstl in allen Variationen (auch Blunz'ngröstl), Wiener Schnitzel (welches übrigens nicht aus Wien stammt und aus Kalbsfleisch besteht - sonst ist es ein Schweinsschnitzel), Tafelspitz, Hunknidei dürfen natürlich nicht fehlen. Allein die Anzahl an Suppengerichten ist beeindruckend. Auch sind viele Most-, Wein- und Biersuppen dabei. Für das Verarbeiten von Enten, sowie Fasanen und Wachteln, wird man auch viele Rezepte finden.

Lecker sind natürlich, wie immer, die Nachspeisen zum Beispiel Apfelknödel mit Mostsauce, Äpfel im Schlafrock, Kaiserschmarren mit Zwetschkenröster, Palatschinken, Dampfnudeln, Buchteln, Powidltascherl, Salzburger Nockerl, Sachertorte, Malakofftorte, Linzer Torte, Esterházytorte und Kapuzinertorte, um nur einige zu nennen.

Alles in allem ein tolles Kochbuch des Autorenteam Renate und Christoph Wagner.


Österreichische Bäuerinnen kochen Knödel. Die besten Rezepte aus allen neun Bundesländern
Österreichische Bäuerinnen kochen Knödel. Die besten Rezepte aus allen neun Bundesländern
von Diverse
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer einmal selber Knödel gemacht hat, wird es immer wieder tun, 12. September 2009
Es soll doch wirklich noch Menschen geben, die Knödel aus Tüten zaubern. Nichts da, hier wird selber ein Knödelteig hergestellt, gerollt und gefüllt, was das Zeug hält und dieser schmeckt dann hundertmal besser und all das funktioniert sogar in der Umsetzung hervorragend. Und damit es auch mit der Knödelherstellung keine Probleme gibt, wird man zunächst einmal in die "10 Geheimnisse für perfekte Knödel" eingeweiht und dann geht's auch schon los: 10 Bäuerinnen stellen sich und ihre Lieblingsrezepte vor. Erst vor Kurzem sprach ich mit Arbeitskollegen darüber, wie gut doch manchmal die gute alte Hausmannskost schmeckt und davon haben wir hier in diesem Buch einiges zu bieten.

Der Buchtitel kann allerdings schon etwas verräterisch sein. Als ich das erste Kapitel aufschlug (Voralberg) hab ich die Knödel nämlich vergeblich gesucht. Da gab es erst einmal ganz viele Gnocci (auch lecker), bis wir zu den Knödeln kamen. Und so ist dieses Buch eben auch ein Nockerl oder Gnocci Buch.

Meinen ersten Knödel aus diesem Buch habe ich in der Erdbeerenzeit erstellt, nämlich "Erdbeerknödel auf Joghurtspiegel". Das Ganze war einfacher herzurichten, als ich dachte und wirklich ein Gedicht. Ich lief nur noch grinsend durch die Gegend so verflucht (pardon) lecker waren die Knödel. Ich empfehle aber noch einen kleinen Schwups Schoko zur Verzierung. Herrlich für einen Nachtisch klingen auch diese Rezepte: Brombeerknödel, Tiramisu Pralinen, Topfen-Apfel-Küchle mit Birnenragout, Topfnockerl auf Holundermus mit Äpfeln, Mozartknödel an Schokoladesinfonie, Topfenknödel mit Kürbiskrokant an Holunder-Zwetchken-Ragout, Apfel-Mohn-Knödel, Marillenknödel (die dürfen natürlich nicht fehlen), flambierte Eisknödel auf marinierten Früchten, Amarettoknödel mit Walnusseis.

Und, ist Ihnen jetzt schon das Wasser im Munde zusammen gelaufen? Und man kann wirklich alles einfach herstellen. Aber natürlich gibt es nicht nur süße Knödel, sondern Knödel für die Suppe, als Beilage, als Hauptgericht und und und. Spannend fand ich zum Beispiel den Wildbraten mit Kastanienknöderln im Erdäpfelmantel, die Knödellasagne, die Schwarzbrotknödel und die Jägerknödel (weil ich Letztere gerne im Urlaub esse).

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, ich koche bevorzugt aus der Reihe "Österreichische Bäuerinnen kochen", denn die Rezepte sind recht leicht nachzukochen, schmecken super und gelingen immer. Und die Gerichte kommen immer sehr gut an und sind in jedem Fall Familientauglich. Also gebe ich auch für dieses Buch wieder eine klare Kaufempfehlung.


Kein Titel verfügbar

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar, 26. Juli 2009
Dieses Buch ist die gekürzte Fassung der Habilitationsschrift des Autors Dr. Gerald Steinacher zum Thema, wie Nazis über die sogenannten Rattenlinien ins Ausland flüchten konnten. Man merkt dem Buch absolut an, dass hier jahrelange akribische Recherche hinter steckt und es ist so spannend geschrieben, dass ich es streckenweise nicht mehr aus der Hand legen konnte - besser, als jeder Krimi und es hat mir den zweiten Weltkrieg, die Zerstörung und die Verschwörungen plastischer vor Augen geführt, als jedes andere Buch oder jeder Dokumentarfilm über diese Zeit. Und auch mein Weltbild von einer gerechten Strafe für Nazi-Kriegsverbrecher wurde vollends zerstört. Getreu dem Zitat von Ingeborg Bachmann, welches gleich zu Beginn des Buches steht: "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar."

So führt der erste Teil des Buches dann auch in das Chaos der Nachkriegsjahre in Italien ein und erst beim Lesen wurde mir so richtig bewußt, was dies hieß: Kriegsverbrecher waren gemeinsam mit Vertriebenen, Kollaborateuren, Antikommunisten, Deserteuren, Kriegsgefangenen, Soldaten und Verschleppten auf der Flucht. Ein totales Chaos in dem sich Millionen Flüchtlinge befanden und das den Nazi-Flüchtlingen Tor und Tür öffnete. So wurden Genua und Rom zur Drehscheibe für die Auswanderung von Deutschen und Österreichern nach Argentinien. Italien war möglichst bestrebt, den Auswanderwilligen keine Steine in den Weg zu legen, um das Chaos im Land zu verringern. Und das Schlepper- und Schmugglerwesen blühte, denn die Fluchthilfe wurde vom Herbst 1945 bis Sommer 1946 quasi zu einem Nebenerwerb der Alpengrenzregion Südtirol. Sehr interessant fand ich z.B. auch, dass "einer Notiz des US-Außenministeriums zufolge sogar der Südtiroler Alpinist, Schauspieler und NSDAP-"Parteigenosse" Luis Trenker von alten Kameraden um Führerdienste gebeten wurde" (S. 38). So entkam u.a. Josef Mengele über den Brennerpass nach Italien und dann nach Argentinien.

Äußerst interessant ist in dem Zusammenhang auch der Status des Grenzlandes Südtirol, der in dem Buch erläutert wird. 1939 einigten sich Mussolini und Hitler darauf, das "Problem Südtirol" aus der Welt zu schaffen, d.h. die Einwohner mussten sich entscheiden, ob sie die italienische Staatsbürgerschaft annahmen und in Südtirol blieben oder ob sie Deutsche werden wollten und somit ins Deutsche Reich auswandern müssten. Und mit Kriegsende war dann weiterhin ungewiß, wohin Südtirol gehörte und die Optanten für Deutschland galten als staatenlose Volksdeutsche und hatten somit ein Anrecht auf einen Reisepass des Roten Kreuzes. Da niemand die wahren Identitäten nachhalten konnte, kam es zu vielen Falschbeurkundungen. Und weiterhin gab es keine direkte Kontrolle einer allierten Militärregierung in Südtirol, was eben die Fluchtmöglichkeiten erleichterte. Obwohl das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) nicht zuständig war, Reisepapiere für die Flüchtlinge auszustellen, wurde es durch die Notsituation in den Kriegsjahren gezwungen, dies dennoch auszuführen. Dies führte zu zahlreichen Falschbeurkundungen, die in diesem Buch in beeindruckender und fundiert recherchierter Weise aufgeführt werden.

Und auch der Vatikan war in die Fluchthilfe von Nazis verstrickt. "Interessanterweise gewährt der Vatikan als einziger europäischer Staat den interessierten Zeithistorikern aus aller Welt keinen freien Archivzugang. Erst in den letzten Jahren wurden die Bestände für die Amtszeit von Pius XI., also bis 1939, frei gegeben. Die Unterlagen zum Pontifikat Pius XII. ab 1939 bleiben aber weiterhin unter Verschluß. Dabei sind gerade die Archivbestände dieser Jahre entscheidend, um viele Fragen zum Holocaust und zum zweiten Weltkrieg beantworten zu können und um viele Unklarheiten zur NS-Fluchthilfe durch den Vatikan zu beseitigen." (S. 123) "1948 arbeiteten z.B. das State Department und die CIA mit dem Vatikan und der NCWC Hand in Hand, um einen Wahlsieg der italienischen Kommunisten bei den Parlamentswahlen zu verhindern." (S. 126) Und eine Eintrittskarte für einen sicheren Fluchtweg nach Italien war eine christliche Taufe der Nazi Verbrecher, denn für den Klerus stand die Bedeutung der Sakramente über allem: "Durch die Taufe wurden die SS-Angehörigen gleichsam in neue Menschen verwandelt und von der Ketzerei des Nationalsozialismus" befreit." Die reuigen Sünder wurden wieder in die Kirche aufgenommen. Dies war deshalb so wichtig, weil nur Getauften zur Ausreise verholfen wurde. Hochinteressant sind auch die weiteren Kapitel über die Rattenlinien, das Unternehmen Bernhard (eine großangelegte Operation der SS zur Fälschung englischer Pfundnoten) und das Auswanderziel Argentinien.

Ein absolut bestechend gut recherchiertes und ungemein spannendes Buch. Wer wirklich etwas hinzu lernen will, der sollte dieses Buch unbedingt lesen. Dem Autoren möchte ich für die Mühe und Akribie danken, die er hierfür aufgewandt hat.


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