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Rezensionen verfasst von
M. Decker
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Disclosure
Disclosure
Preis: EUR 18,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Progressive Oriental Death Metal... oder so, 12. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Disclosure (Audio CD)
Ich bin kein großer Freund von Schubladendenken, daher erspare ich mir an dieser Stelle auch eine Kategorisierung. Was soll man dazu sagen? Sumerian Records hat bekanntlichermaßen ein Händchen für außergewöhnliche Bands, und mit der Verpflichtung von The HAARP Machine wird keine Ausnahme gemacht - denn sowas hat man in der Form wohl bisher noch nicht gehört. Auf ihrem Debut mischt das Quartett von der Insel einen Cocktail, wie er vielschichtiger nicht sein könnte. Bereits die ersten fünf Sekunden des überragenden Openers "Esoteric Agenda" lassen aufhorchen, denn es gibt Sitar-Klänge zu hören. Das ist mit Sicherheit kein Zufall, denn Bandkopf Abdullah Al Mu'min ist arabischer Abstammung und verbindet die heimische Musik mit diversen Spielarten des Metal. So finden sich Einflüsse von Progressive, Thrash/Death, Djent, orientalische Rhythmen und Melodien, aber auch ruhige, fast schon Opeth'que Passagen, in denen vor allem Sänger Michael Semesky mit fantastischem Gesang überzeugt. Gitarrensolos tauchen nur in zwei Songs auf, dafür gibt sich hier niemand geringeres als Labelkollege Tosin Abasi die Ehre. Überhaupt sind die Songs selbst sehr tiefgängig aber zugleich Kompakt, ohne den roten Faden zu verlieren. Leider drückt das etwas auf die Spielzeit, denn nach nur knapp 34 Minuten ist Schluss. Das lässt sicher aber sicher verschmerzen, denn die Songs offenbaren von Mal zu Mal mehr Details. Als Anspieltips seien hier zu nennen: "Esoteric Agenda", der fantastisch-atmosphärische Titeltrack "Disclosure" und das vertrackte "Pleiadian Keys". Auf der CD klebt ein Sticker: "For fans of Periphery, The Dillinger Escape Plan and System Of A Down" - ja, ganz richtig, System Of A Down, und nach einem Blick in die Texte weiß man auch warum. Diese befassen sich mal mit dem politischen Tagesgeschehen, mal mit der Ausbeutung des Planeten durch den Menschen und mal mit der subjektiven Wahrnehmung und wie sie uns täuschen kann - großes Kino.

Und die schlechte Nachricht zum Schluss: Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass alle Bandmitglieder außer Mu'min die Band verlassen haben, jedoch offenbar schnell genug ersetzt werden konnten, so dass die bevorstehende Tour mit Born Of Osiris stattfinden kann - bleibt abzuwarten, ob und wie sich die Musik entwickelt, denn das qualitativ hohe Niveau zu halten wird keine leichte Aufgabe. Bitte mehr von The HAARP Machine!


Awakened
Awakened
Preis: EUR 19,23

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das böse Erwachen, 21. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Awakened (Audio CD)
...kommt für AILD mit dieser Platte sicher nicht. Der San Diego-Fünfer hat mit "Awakened" wieder einmal eine Langrille am Start, die facettenreicher und genreübergreifender daherkommt als ihre bisherigen Werke. Etwas mehr als zwei Jahre nach "The Powerless Rise" klingt die Band erwachsener, aber auch verspielter als je zuvor. Ob die klassische Metalcore-Schublade für AILD noch die richtige ist, wenn man sie denn dort hineinstecken möchte, sei mit dem vorliegenden Album angezweifelt, denn es finden sich Elemente aus allen erdenklichen Spielrichtungen wieder, wie es sich bereits auf dem Vorgängerwerk angedeutet hat. So kommen z.B. beim Rausschmeißer "Tear Out My Eyes" gegen Ende Streicher zum Einsatz, ein weiteres Beispiel für den kreativen Einfallsreichtum ist "Wasted Words" (sehr wahrscheinlich die Hitsingle des Albums), dessen Chorus mit leicht orientalisch anmutenden Elementen zu überzeugen weiß.

Was nach dem ersten Durchlauf hängenbleibt ist dass im Vergleich zum Vorgänger die Melodien das Klangbild entschiedener denn je prägen. Zum einen findet sich in nahezu jedem Song eine gesungene Passage von Basser Josh Gilbert wieder, was dem Album stellenweise ein wenig die Härte nimmt und die Songs etwas auflockert, zum anderen sind die Riffs verspielter und die Gitarrensolos präsenter. Nick Hipa hat sich ungemein gesteigert was die Kreativität und das technische Level anbelangt, davor muss man seinen Hut ziehen. Etwas weniger auffällig ist das Drumming, welches wesentlich songdienlicher eingesetzt wird, auf gewohnt hohem Level ist hingegen Tims Gebrüll - man weiß halt was man bekommt.

"Awakened" ist reifer und abwechslungsreicher und fällt vor allem dadurch auf, dass es keine Durchhänger gibt. So gut klang das Quintett bisher noch nie. Wer sich die Europatour entgehen lässt, ist selber schuld.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 10, 2012 12:44 PM MEST


Ritual
Ritual
Preis: EUR 7,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen No more Core!, 18. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Ritual (Audio CD)
Die fünf sympathischen Jungs aus Detroit hatten in der Vergangenheit oft mit Vorurteilen zu kämpfen, so dass sie z.B., lt. Frontröhre Trevor, aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes immer wieder in die Core-Ecke abgeschoben wurden. Mit "Ritual" gelingt dem Quintett ein Befreiungsschlag, wie er pompöser nicht sein könnte. Die zwölf Meisterwerke auf "Ritual" garantieren einen Hörgenuss der absoluten Oberklasse.

Die Produktion ist druckvoll, authentisch und wirkt zu keiner Zeit gekünstelt, die Songs sind im Vergleich zu den Vorgängerwerken sauberer durchstrukturiert und bereits im zweiten Durchlauf bleiben die ersten überaus griffigen Hooks und Melodien hängen, welche sich seit dem Zugang von Ausnahmeklampfer Ryan Knight bereits auf "Deflorate" angedeutet haben. Aber nicht nur Frickeleien auf allerhöchstem Niveau ziehen sich nun wie ein roter Faden durch das Gesamtbild, auch Trevor hat stimmlich ordentlich zugelegt und bewegt sich nun gesangstechnisch eher in den tieferen Frequenzen, so dass von der leichten, vorher kräftig dominierenden Core-Schlagseite nun nahezu gar nichts mehr übrig ist. Das typische Gekeife ist natürlich immernoch präsent, wurde aber auf ein angenehmes Minimum reduziert, so dass nun bei zwei Dritteln der Songs die eigentlichen Wurzeln der Musiker deutlich werden, nämlich sowohl amerikanischer als auch skandinavischer Death Metal der alten Schule, gewürzt mit einer Prise Eingängigkeit und einem feinen Händchen für Melodien.

Als besondere Anspieltips seien zu nennen: "A Shrine to Madness", "Moonlight Equilibrium" (könnte der nächste große Hit werden), "Conspiring with the Damned" (sehr atmosphärischer Mittelteil) und "Blood in the Ink" (von Streichern [!] untermalt). Alles in allem eine klare Kaufempfehlung auch für jene, welche sich vor der Band aus imagetechnischen Gründen gedrückt haben - hier wird moderner Death Metal zelebriert und nahezu perfekt in Szene gesetzt!


IL-2 Sturmovik: Birds of Prey [UK Import]
IL-2 Sturmovik: Birds of Prey [UK Import]
Wird angeboten von re-fix
Preis: EUR 16,95

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ruhig mal die Scheuklappen abnehmen, 13. September 2009
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
"IL-2 Sturmovik - Birds of Prey" ist wahrscheinlich DER Titel des Jahres 2009, an dem der Großteil der Zockergemeinde unebeeindruckt vorbeischlendern wird. Dabei bietet der Überraschungshit durchaus Potenzial. Zwar ist am Thema zweiter Weltkrieg nicht viel an Story herauszuholen da die Geschichte allseits bekannt ist, dennoch bietet "Sturmovik" genügend Spieltiefe, um den geneigten Gamer für einige Abende an die Glotze zu fesseln.

Begonnen wird mit einem kleinen Flugtraining, welches dem Spieler die Marschrichtung eindeutig klarmacht: wer Ace Combat/Blazing Angels-mäßige Arcade-Action erwartet, wird schnell herbe enttäuscht werden. Die Flugzeuge verhalten sich ungemein realistisch und reagieren (selbst auf Schwierigkeit "Arcade") sehr direkt und glaubwürdig. Die Kampagne präsentiert sich sehr trocken und unspektakulär, die Missionen sind kurz und bündig gehalten, ein erstes Durchspielen ist an zwei Abenden zu schaffen - da wäre mehr drin gewesen, trotz sechs Verschiedener, historischer Schlachtfelder. Nach Beenden des Fortgeschrittenen-Trainings werden die Schwierigkeitsgrade "Realistisch" und "Simulation" freigeschaltet, welche die Kontrolle der Fluggeräte noch einmal erschweren, und selbst Ass-Piloten oft genug an den Rande des Wahnsinns treiben werden. Dazu gibt es noch eine ganze Reihe einzelner, von der Kampagne unabhängige Aufträge, die während des Beendens einzelner Missionen anwählbar gemacht werden. Einziger Wermutstropfen: es kann nur (abgesehen vom Training und dem Multiplayer) im Cockpit alliierter/russischer Maschinen platzgenommen werden - dennoch bleibt durch den breiten Park an fliegbaren Untersätzen genügend Langzeitmotivation vorhanden.

Seine Stärken spielt "Sturmovik" jedoch klar in der Präsentation aus. Die Umgebungsgrafiken, die Flugzeugmodelle, die Explosionen und selbst der Himmel sehen einfach nur fantastisch aus. Da macht sogar das bloße herumfliegen in den Spielwelten Spaß. Einschusslöcher bleiben zu sehen und wirken sich sogar ggf. auf das Flugverhalten des eigenen Jägers aus. Das Geschwindigkeitsgefühl ist atemberaubend, und mit 600 Sachen durch die Wolken zu tauchen, um einem feindlichen Bomber die Hölle heiß zu machen, ist ungemein befriedigend.
Der Sound ist ebenfalls fantastisch, wenngleich auch ein paar mehr Sprachsamples nicht hätten schaden können. Ebenso ist für Geschichtsinteressierte eine Enzyklopädie enthalten, in welcher man durch erfolgreiches Beenden von Missionen Artikel über Schlachten und Flugzeuge freischalten kann - nett.

Den Multiplayer-Modus ist leider (momentan) äußerst schwach besucht. Wer also ein paar Luftschlachten gegen menschliche Gegner fechten will, muss mit Wartezeit in der leeren Lobby rechnen.

Das bleibt hängen:

An alle Flugbegeisterten: ruhig mal einen Blick riskieren! Das Spiel offenbart bei genügend Beachtung erhebliche Qualität und Detailverliebtheit. Für Gelegenheitsgamer sei gesagt, dass es sich hier um eine Simulation handelt. Wer schnell in die Action eintauchen will, sollte sich genügend Zeit nehmen, denn einfach ist IL-2 Sturomovik: Birds of Prey nicht. Trotz kleiner Schwächen ein toller Titel, der für Kurzweil sorgt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 4, 2010 7:57 PM CET


Hordes of Chaos
Hordes of Chaos
Preis: EUR 14,98

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Nekrolog für die Elite, 20. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Hordes of Chaos (Audio CD)
Das reißt. Und zwar Eier ab.

Hier ist sie: nach dem '06er-Meisterwerk "Enemy of God" liegt der nächste Geniestreich des Deutsch-Finnischen Quartetts vor. Die Horden des Chaos wurden lange erwartet, entsprechend hoch war der Druck auf den vier Mannen um Bandkopf Mille Petrozza, denen mit "Enemy" der ganz große Wurf an die Spitze der Thrash-Elite gelungen ist, und die Band mittlerweile in einem Atemzug mit Genre-Dinos wie Megadeth, Anthrax und Testament genannt werden darf.

Das Songwriting ist - sei es direkt vorne weg genommen - eine Nuance schwächer im Vergleich zum Vorgänger. Der Opener "Hordes of Chaos" beginnt, ähnlich "The Patriarch" auf der "Violent Revolution", mit einer zweistimmigen Gitarrenmelodie, die ebenso überraschend wie abrupt endet und in ein messerscharfes Riff, Güteklasse K, übergeht. Der Tempowechsel im Refrain sorgt für unweigerliches Zucken der Nackenmuskeln, man sei gewarnt. "War Curse" ist die definitive Abrissbirne auf dem Silberling: schnell, hart, dreckig, unkompliziert; lediglich Lead-Klampfer Sami Yli-Sirniös Solo in der Mitte lockert das geschehen ein wenig auf. Geil!
Das eher träge "Escalation" braucht sicher ein paar Anläufe, weiß aber nach einigen Durchgängen mit seiner sehr dunklen Stimmung zu überzeugen. Der Beginn von "Amok Run" birgt eine echte Überraschung: Mille singt! Nunja, es ist doch eher gesprochen, aber dennoch ein echter Hinhörer. "Destroy What Destroys You", "Radical Resistance" und "Absolute Misanthrophy" bilden das "Loch" im Album: sehr gute Songs, aber (leider) keine echten Gassenhauer. Aber keine Sorge: Kreator kriegen die Kurve noch, spätestens mit dem absolut fantastischen Rausschmeißer-Double "Corpse Of Liberty / Demon Prince". DAS ist Metal, meine Damen und Herren! Nahezu perfekte Struktur, gespickt mit Details und etlichen Gänsehautpassagen (Gitarrensolo, ick hör dir schreien), so macht man das Anno 2009. Sami Yli-Sirniö war ein echter Glücksgriff, denn der Bursche verdient mehr Achtung und Respekt. Seit dessen Neuzugang wirken die Songs insgesamt verspielter und versierter, so dass - speziell live - den Kritikern das Nörgeln im Halse stecken bleiben dürfte.

Die Produktion ist - wie schon oft erwähnt - irgendwo doch das eigentliche Highlight. Das haben in jüngster Zeit sogar die ganz großen - ich rede von Metallica - nicht annähernd so gut hinbekommen. Scheiße, was klingt "Death Magnetic" kalt und steril. Scheiße, was klingt "Hordes of Chaos" ehrlich und fett! Es geht de facto nichts über analoges Recording. Was zwei, drei Songs vergurken, haut die Produktion wieder raus, ohne wenn und aber. Und damit haben Kreator schon überaus gut vorgelegt, ob (und wenn ja welche) das irgendeine Band im weiteren Verlaufe des Jahres toppen kann, bleibt abzuwarten.

Ein allerletztes Zitat noch, aus dem Song "Absolute Misanthrophy":
"You don't know how much I hate you" - nein, wissen wir nicht, aber eins ist sicher:

Mille, Grazie.


Need for Speed: Undercover
Need for Speed: Undercover
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 21,49

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen EA polarisiert: Klappe, die Zweite, 26. Dezember 2008
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Need for Speed: Undercover (Videospiel)
Herrgott, was haben wir denn erwartet? Was muss EA tun, um alle Kritiker auf die Plätze zu verweisen?

Die Einen sagen, Undercover sei grafisch und spielerisch eine Frechheit, ohne Innovationen und Neuerungen, die Fans der Serie (mich eingeschlossen) sehen darin eine konsequente Fortführung der Reihe. Das Spielprinzip ist dem von Most Wanted quasi baugleich: der Spieler findet sich als Undercover-Cop in der Untergrund-Welt der Autotuner und Wochenend-Schumis wieder und muss eine Netz von Verstrickungen und Intrigen aufdecken und die Gangster hochnehmen. Soweit, so gut. Und warum soll NFS: UC nun eine Darbietung unter aller Kanone sein?

Über das Spielprinzip lässt sich sicher streiten. Was mir jedoch nicht einleuchten will ist, warum alle nach Althergebrachtem schrein, sprich: Polizei, Tuning, illegale Straßenrennen; nachdem Pro Street nicht Ansatzweise die Erwartungen erfüllen konnte (m.E. aber trotzdem einen wichtigen Stellenwert in der Serie innehat), aber dann, wenn EA auf die Fans hört und den Nachfolger nach diesen Wünschen ausrichtet, immernoch die Nadel im Heuhaufen suchen und das Spiel auf einen unwürdigen Nachfolger von Most Wanted & Carbon degradieren.

Eine große, frei befahrbare Stadt mit Küstenregion, Bergen, hebstlichen Wäldern - insgesamt stark an die Umgebung von Most Wanted erinnernd - sowie eine ganze Stange fahrbarer Untersätze. Und es findet sich alles wieder, was das Herz des Autofans höherschlagen lässt (meine persönlichen Highlights sind vor allem die deutschen Karossen: unter anderem darf man nun am Steuer eines BMW M6 sowie eines Audi S5 Platz nehmen!), die Tuningoptionen sind nach Pro Street auf's Wesentliche reduziert worden, was dem Gesamtbild aber keinerlei Abbruch tut. Die Karriere ist umfangreich, die cineastischen Sequenzen (mit GUTEN Schauspielern!) lockern das Spielgeschehen auf.

Die Grafik - und hier scheiden sich die Geister - ist in meinen Augen wirklich gelungen. Die Wagen sind bis auf den letzten Pixel fantastisch animiert, und die stimmungsvolle Umgebung und Atmosphäre tut ihr übriges. Allerdings ist schon ein bisschen wenig Verkehr in der Stadt unterwegs, dafür hat man es auf dem Highway wirklich schwer, niemanden unabsichtlich zu touchieren. Die oft angesprochenen und zerrissenen Ruckler und Pop-Ups sind zwar vorhanden, aber minimal, so dass es kaum stört. Audiotechnisch ist sowieso - wie von EA gewohnt - alles optimal; toller Soundtrack, 1A-Motorengeräusche, eine (nicht immer selbstverständliche) GUTE deutsche Sprachausgabe.

Am Spielprinzip wurde auch kaum gefeilt, allerdings wurden einige Rennmodi neu konzipiert: die sog. "Highway-Battles" und "Outruns" - besonders für Geschwindigkeit-Junkies ein wahres Fest. Ansonsten gibt's hier noch die üblichen Verdächtigen: vor der Bullerie die Beine in die Hand nehmen oder möglichst viel Sachschaden anrichten.

Summa summarum ist es mir nach wie vor ein Rätsel, wo geschätzte 50% der Kunden das Problem sehen. Wem die Vorgänger gefallen haben, der wird mit Undercover viel Freude haben, der Rest kann sich getrost Midnight Club: LA kaufen (und wird überrascht sein, wie ähnlich es dem Rennspielklassiker doch ist).


Race Driver GRID
Race Driver GRID
Wird angeboten von dvdseller24
Preis: EUR 38,97

23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht zu früh freuen..., 1. Juni 2008
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Race Driver GRID (Videospiel)
...sollte normalerweise eine Faustregel sein, wenn man nach anspielen einer Demo zur Vollversion greifen möchte, ist es doch schon viel zu oft vorgekommen, dass die Entwickler nach einer eigentlich vielversprechenden Testversion das fertige Endprodukt total verhunzt haben. Bei Codemasters "Race Driver: GRID" ist dies jedoch nicht der Fall - mir ist dennoch ein Rätsel, wieso manche Rezensenten die Demo bewerten, als wäre es das fertige Spiel.

Wer sich bereits eben genannte Testversion zu Gemüte geführt hat, wird vom fertigen Spiel nicht enttäuscht sein. Codemasters hat die Grafik, die Menüs, das Fahrverhalten und die hervorragende Atmosphäre nicht im geringsten geändert. Waren in der Vorabversion bloß drei Rennen enthalten, wird man nach einem schnellen Einstieg in die GRID-Welt sehr überrascht: Spielmodi bis zum abwinken, über 90 Strecken, bloß 45 Fahrzeuge sind meines Erachtens ein wenig mau - da hat die Konkurrenz (Forza, PGR) aber schon mehr zu bieten. Sei's drum, die Wagenmodelle sehen dafür umso fantastischer aus. Zunächst darf man als freier Fahrer ein paar Runden drehen, um Kröten zu scheffeln und danach das eigene Team aus der Traufe zu heben. Es schalten sich nach und nach weitere Rennserien frei, zu welchen man auch z.T. nur mit bestimmten Rennsemmeln antreten darf. Problem: diese kosten Geld. Daher lässt sich durch aufbringen von Sponsor-Aufklebern und erfüllen vorgegebener Ziele (z.B. das Rennen mindestens als Dritter beenden) und selbstverständlich durch's gewinnen der Rennen das Bankkonto recht schnell auffrischen.

Hat man sich ein bisschen was verdient, darf man sich an einem (zwar knappen, dafür aber) breit gefächerten Reportoire bedienen. Enthalten sind u.a. der Aston Martin DBR9, der Porsche 911, der neue Ford Mustang Concept, Oldies wie der Plymouth AAR Cuda, aber auch japanische Tuning-Wagen (eine Tuning-Funktion gibt es übrigens NICHT) wie der Nissan 350Z oder der Honda NSX. So vielfältig die Wagen, so verschieden die Rennen: normales Straßenrennen, Drift, Crashderby (!), Rennstrecken oder Togue (ähnlich den Canyon-Rennen in NFS: Carbon) lassen es an Abwechslung nicht mangeln - spielerisch hat GRID im Vergleich zu seinen Kontrahenten klar die Nase vorn.

Auch grafisch kann sich Codemasters auf die Schulter klopfen: butterweiche Optik, schöne Spiegeleffekte, eine konstante Framerate und ein nahezu ultrarealistisches Schadensmodell (besonders im wahnsinnig innovativen Replay-Modus) lassen geneigten Freizeit-Schumis die Augen feucht werden. Die Streckenumgebungen sind schön und bedacht bearbeitet, so lässt sich z.B. der Nürburgring sofort wiedererkennen, oder wenn man unter der Golden Gate-Bridge im sonnigen San Francisco in einen Reifenstapel kracht, kommt echtes Rennsport-Feeling auf. Soundtechnisch bietet GRID hingegen nichts außergewöhnliches: die Motoren röhren, die Reifen quietschen und das Blech kracht, allerdings darf man auf die Funkdurchsagen während der Rennen gerne die Ohren aufsperren. Diese sind nämlich sehr gut gelungen und absolut glaubwürdig umgesetzt. Soviel des Lobes, aber wo Licht ist, ist auch Schatten.

Das Handling: hier scheiden sich die Geister. Die einen finden es viel zu schwammig, zu träge, zu Arcade-lastig, andere erachten es als guten Spagat zwischen Arcade und Sim, direkt und präzise. Meiner Meinung hat GRID nichts falschgemacht, die Lekung reagiert gut, Drifts lassen sich ausgezeichnet kontrollieren. JEDES Rennspiel hat seinen eigenen Stempel wenn es um die Kontrolle der Vehikel geht, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sollte man dem Umzirkeln der Kurven und liegengebliebener Blechteile mächtig sein.

Um's kurz zu machen: GRID ist keine Überraschung, aber ein sehr gut gelungener Racer, der sein Augenmerk auf Fahrspaß und ein sensationelles Boxengassen-Flair legt - hierfür ist vor allem die Grafik und die schöne Menüführung maßgebend. Keine Tuning-Option, keine Spielerei an den Fahrzeugeinstellungen, sondern das bloße Renngeschehen stehen hier klar im Mittelpunkt. Der Spagat aus Arcade und Simulation kann mit Sicherheit Freunde beider Lager begeistern!


Rise of the Tyrant-Ltd+3"Dvd
Rise of the Tyrant-Ltd+3"Dvd
Preis: EUR 29,23

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es bleibt in der Familie..., 27. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Rise of the Tyrant-Ltd+3"Dvd (Audio CD)
Die Amotts. Wiedervereint. Wow, was waren das für News. Nichts gegen Fredrik Akesson, der wirklich einen sehr manierlichen Job als Ersatz für Chris abgeliefert hat, aber AE war und ist immer das Amott-Gespann gewesen.

Und was die beiden Brüder klampfentechnisch auf dieser Platte abliefern, ist ohne Wenn und Aber eine Auszeichnung wert - man könnte meinen, Christopher hat in den zwei Jahren Auszeit bei der Band einfach nur geübt. Viele tolle, griffige Hooks, Melodien, Riffs und Soli prägen das Gesamtbild, doch leider vermisst man wirkliche Überhits im Stile von "Dead Eyes...", "We will rise" oder "Enemy Within". Die Songkonzepte sind ausgereift und bis ins Detail ausgearbeitet, aber irgendwie hat man doch den Eindruck, dass irgendetwas fehlt. Nach dem ersten Durchgang bleibt nicht sehr viel Hängen, dafür ist man aber nicht wirklich gezwungen, einen Song zu überspringen, denn der "gute Ton" ist die wahrscheinlich einzige Konstante, die "Rise of the Tyrant" zu bieten hat.

"Blood on your Hands" ist der saubrutale Opener, welcher in guter Tradition Gitarrenfrickelei, Härte und Melodieläufe gekonnt kombiniert, wirklich toller Auftakt. "The last Enemy", "I will live again" und "In this shallow Grave" bleiben dieser Formel treu, doch leider nicht ganz so Stark wie das Eröffnungsfeuer. Die erste Singleauskopplung, "Revolution Begins", hat in der Tat Hitpotential, doch irgendwie ist diese Quelle nicht vollends ausgeschöpft worden. Gutes Stück, aber leider fehlt der Tiefgang. "Rise of the Tyrant", der Titeltrack, kommt extrem schnell und kräftig daher; ein kleiner Höhepunkt in der Mitte. Die zweite Hälfte macht es (bis auf eine Ausnahme) auch nicht anders als die Erste, besagte Ausnahme nennt sich "Vultures": noch einmal gibt die Band alles; Angela röchelt, Daniel vermöbelt gekonnt präzise seine Tierfelle, Sharlee bedient seinen Tieftöner und die Gebrüder Amott spielen sich die Finger wund, der wahrscheinlich beste Song der Platte.

Um es kurz zu machen: "die Neue" ist einen guten Schritt technischer, verspielter und eingängiger als "Doomsday Machine" - aber fast schon zu eingängig. Die elf wirklich guten Songs sind allesamt überaus hörenswert, dennoch läuft die Langrille mit der Zeit gefahr, langweilig zu werden. Die musikalische Präzision und das bei sämtlichen Musikern vorhandene Talent entschädigt hier für vieles, aber von der vollen Punktzahl ist der Aufstieg des Tyrannen noch entfernt; die vergebenen vier Sterne hingegen vollends gerechtfertigt.


The Da Vinci Code - Sakrileg (Einzel-DVD)
The Da Vinci Code - Sakrileg (Einzel-DVD)
DVD ~ Tom Hanks
Preis: EUR 6,99

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anständig!, 30. Juli 2007
Mit Bestseller-Verfilmungen ist es immer so eine Geschichte, ein zweischneidiges Schwert - entweder geht der Schuss völlig nach hinten los, oder aus einem brillianten Buch wird ebenso brilliantes Zelluloid. "The Da Vinci Code", uns als Buch besser bekannt als Dan Browns Millionenseller "Sakrileg", schafft den Sprung ansich ziemlich gut, aber auch hier muss Kritik geübt werden.

Man muss Ron Howard zunächst zugute halten, dass er es alles andere als einfach hatte, eine gewisse Konstanz in die Handlung, welche im Buch simultan von mehreren Charakteren vorangetrieben wird, zu bringen, und die Verflechtungen übersichtlich zu ordnen. Der Film wirkt oft hoffnungslos überbeladen; eine Pointe folgt der anderen, der Plot erschließt sich nur mühsam. Wer das Buch gelesen hat ist hier klar im Vorteil, da sich Howard eng an Browns Vorlage hält. Einige kleine (offenbar notwendige) Änderungen sind jedoch vorgenommen worden, was dem Verständnis aber keinerlei Abbruch tut - einen klaren Kopf muss man jedoch behalten, um nicht den Faden zu verlieren. Da genau hier die Debatten losbrechen, sollte man sich aber vor Augen halten: Peter Jackson hat für seine "Herr der Ringe"-Trilogie die Filme (und zwar jeden einzelnen) drastisch auf das Wesentliche kürzen müssen; es ist bei durchschnittlichen zweieinhalb Stunden Spieldauer quasi unmöglich, jedes im Buch erwähnte Detail im Film zu verbildlichen. Anders jedoch bei "The Da Vinci Code": 95% der Szenen sind für das Verständnis essentiell.
Die Darbietung von Tom Hanks in seiner Rolle als Robert Langdon ist okay, aber nicht überragend, auch Jean Reno ist erstaunlich unauffällig. Audrey Tautou als Agentin Sophie Neveu und Ian McKellan als der besessene Gralssucher Sir Leigh Teabing überzeugen jedoch auf ganzer Linie. Die wenigen Special Effects wurden gezielt und unaufdringlich eingesetzt: so stellt sich Langdon z.B. an einigen Stellen die Orte, die er bewandert, in der Vergangenheit vor.

Ein besonderes Augen(oder besser Ohren-)merk sollte auch auf den von Hans Zimmer komponierten Score geworfen werden, dieser geht mit der düster-beklemmenden Atmosphäre des nächtlichen Louvre, der grauen Temple Church und auch dem vermeindlichen Höhepunkt, der "Zerstörung" des Kryptex und der dadurch erzeugten Spannung, eine herrliche Symbiose ein. "The Da Vinci Code" ist mit Sicherheit kein bombastisches Hollywood-Kino, was vielleicht der Grund für die voreingenommenen Kritiken sein könnte, sondern eine visuell sehr gute Umsetzung eines Bestsellers.

Wer sich von den Vorstellungen des Buches lösen und genug Objektivität wahren kann, wird mit "The Da Vinci Code" sehr sicher glücklich; wem die Interpretation des Regiesseurs nicht gefällt, der kann sich ja noch einmal das Buch durchlesen...


Shot to Hell
Shot to Hell
Preis: EUR 15,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Shot to... Heaven!, 17. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Shot to Hell (Audio CD)
Es scheint bergauf zu gehen. Nachdem "Mafia" definitiv nicht der erwartete Reißer war, hat sich Mastermind Zakk Wylde zwar sehr kurzfristig, aber offenbar hochmotiviert ins Studio begeben um das zu tun, was er am besten kann. Und es sei versichert: dieses Mal hat sich die Arbeit gelohnt.

Um es kurz zu machen: das Futter ist gewohnte BLS-Hard Rock-Kost mit Anleihen vor allem an Mentor Ozzy, nichts neues. Gab's bei BLS ja eigentlich schon seit "1919 Eternal" nicht mehr, auch kein wildes Akustikgitarren-Solo, jedoch dafür wieder eine umso ausgewogenere Mischung aus groovigen, straighten Nummern irgendwo zwischen Low- und Midtempo und den teils arg schmalzigen Balladen (schlimmer als bei "In this River" wird es zum glück nie); diese Balance kleidet das Album jedoch auch optimal in zwei grundauf verschiedene Klangfarben. Besonders der tolle Opener "Concrete Jungle", das straighte "Devil's Dime" oder natürlich die doch sehr gelungene Ballade "Nothing's The Same" bleiben ziemlich schnell im Ohr hängen; ebenso auffallend sind zahlreiche Piano-Passagen ("New Religion"), welche - wunderschön eingeklimpert - enweder den tragenden Charakter eines Stücks oder das Intro bilden. Eigentlich war es ja noch nie Zakk's Stärke, vollkommen außergewöhnliche Songs zu schreiben, sein Gitarrenspiel hingegen jedoch ist es. Absolut unverkennbarer Sound, quietschende Flageolet-Obertöne an allen Ecken und Enden, einen Lead-Sound für die Götter. Und Singen kann er ja auch noch. Ein bisschen.

Summa summarum hat es der blonde Zottel wieder auf eine Platte gebracht, welche man mehrmals am Stück hören kann, ohne dass sie großartig langweilig wird. Nunja, wirklichen "Hitcharakter" hat kein Song, dafür aber durchgehend wirklich gutes Material, was mich nach dem ersten Hörgang wirklich überrascht hat. Danke Zakk, weiter so!


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