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Beiträge von Ulrich Hartmann
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Rezensionen verfasst von
Ulrich Hartmann (Mulfingen)
(REAL NAME)   

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Kantaten
Kantaten
Preis: EUR 16,33

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wichtige Werke, 29. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Kantaten (Audio CD)
Die Kantaten Wilhelm Friedemann Bachs sind viel zu wenig bekannt: sie sind eine eigenständige, originelle Fortführung des Kantatenwerks seines Vaters und sowohl musikalisch als auch theologisch höchst faszinierend. Viele von ihnen wurden erst durch die Rückgabe des Archivs der Berliner Singakademie wieder zugänglich und in den letzten Jahren erstmals auf Tonträger veröffentlicht.
Diese beiden CDs enthalten Kantaten, die man schon länger kennt, und in der Tat sind die Aufnahmen schon über 20 Jahre alt - was auf der Hülle verschwiegen wird. Es sind insgesamt nur vier Kantaten, so daß jede CD nicht einmal eine Stunde Musik enthält; das Ganze würde also auch auf eine Schallplatte passen. Chor und Solisten sind vielleicht nicht allererste Sahne, aber es ist schön, daß diese selten gespielten Stücke nun wieder preiswert erhältlich sind. Man findet hier nicht nur packende Musik, sondern auch interessante Gedanken, die Bach in Noten umgesetzt hat. Ein Beispiel: Im Eingangschor "Lasset uns ablegen die Werke der Finsternis" unterlegt er das Wort "Finsternis" mit einem ausgesprochen hellen B-Dur-Dreiklang: die finsteren Werke dieser Welt können sich also in scheinbar helle Gewänder kleiden.
Wer sich die CD kauft und aufmerksam anhört, wird noch mehr solche Geistesblitze finden.


Bach, W.F: Organ Works
Bach, W.F: Organ Works
Preis: EUR 7,44

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kontrapunktisch, 29. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Bach, W.F: Organ Works (Audio CD)
Der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs war unter anderem als Orgelvirtuose berühmt. In seinen Konzerten improvisierte er allerdings meist, und nur wenige Stücke von seiner Hand sind erhalten. In denen, die auf dieser CD versammelt sind, geht es weniger um Virtuosität als um Polyphonie im Stil des großen Vaters und Vorbilds. Die für Wilhelm Friedemann typische Spritzigkeit und Originalität findet man hier also weniger, aber interessant und schön sind die Fugen und Choralvorspiele allemal, zumal die Organistin der Versuchung widerstanden hat, sie durch Spielweise und Registrierung künstlich aufzupeppen.
Etwas ärgerlich ist der Text im beigefügten Heftchen, der unbelegte Behauptungen über Friedemann Bach wiederholt und nicht einmal zwischen Calvinisten und Pietisten unterscheiden kann.


Ein Herz und eine Seele - Alle 25 Folgen! (8 DVDs)
Ein Herz und eine Seele - Alle 25 Folgen! (8 DVDs)
DVD ~ Heinz Schubert
Wird angeboten von Studio 49 GmbH
Preis: EUR 48,49

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitlos gut, 7. Januar 2012
Diese DVD-Box enthält in platzsparender, hübscher Verpackung sämtliche Folgen der Serie, einschließlich der verloren geglaubten und der - erfolglosen - zweiten Staffel, in guter Bildqualität, vor allem was die farbigen Folgen betrifft, dazu eine Bonus-CD.
Es ist schon ein Phänomen: eigentlich handelt es sich nur um den Ableger einer britischen Serie (daher die anwählbare Telefonzelle), die schwarz-weißen und die farbigen Folgen enthalten über weite Strecken den gleichen Text, die Schauspieler haben ab und zu einen Hänger, die tagesaktuellen Anspielungen verstehen heute nur noch wenige (wer kennt noch Lauritz Lauritzen?), die heutige Zeit ist völlig anders, und eigentlich waren die Tetzlaffs schon damals nicht gerade repräsentativ. Trotzdem kann man sie sich bis heute immer wieder ansehen und möchte keine der Folgen (trotz der Wiederholungen) missen. Die Figur des Ekel Alfred konnte eigentlich nur damals, 1973/74 funktionieren, schon 1976 tat sie es nicht mehr, weil die realen Tetzlaffs schon wieder Oberwasser bekommen hatten. Und doch ist die Serie zugleich zeitgebunden und zeitlos, weil sie einfach zeitlos gut ist. Das liegt an den Dialogen, aber genau so auch an den Schauspielern, die es schaffen, ihre Figuren so zu spielen, daß man sie trotz oder gerade wegen ihrer Schwächen lieben kann. Besonders genial gelingt das Heinz Schubert mit Alfred.
Obwohl diese Sammlung nicht ganz billig ist, sei ihre Anschaffung zum Kennenlernen oder Wiedersehen empfohlen. Inzwischen bekommt man durch Alfred sogar ein wenig Geschichtsunterricht.


Carmina Burana
Carmina Burana
Preis: EUR 21,79

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Carmina Burana - schwungvoll und transparent, 7. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Carmina Burana (Audio CD)
Wer die Carmina Burana in der Fassung für zwei Klaviere und Schlagzeug kennt, wird sie der Originalversion möglicherweise vorziehen: sie ist durchsichtiger, schwungvoller, mitreißender und auch lustiger als die Orchesterfassung, die ein wenig schwammig und überladen wirkt. Leider gibt es nur wenige Einspielungen von ihr.
Diese hier ist ganz neu, mit einem der besten Chöre unseres Landes. Auch wer die andere Version der Carmina Burana schon kennt, hier kann er das Stück noch einmal neu entdecken.


Bach: Kantaten für das Kirchenjahr Vol.14 (BWV 57/91/122/151)
Bach: Kantaten für das Kirchenjahr Vol.14 (BWV 57/91/122/151)
Preis: EUR 22,98

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weihnachten einmal anders, 5. Januar 2012
Sie sind wenig bekannt, die Kantaten für die verschiedenen Weihnachtsfeiertage, die man für diese CD ausgewählt hat. Das "WO" hat sie einfach in den Hintergrund gedrängt. Sie bieten einen anderen, mehr individuellen Zugang zur Thematik des Festes und sind schon deshalb interessant - und außerdem sehr schön. Ganz aus dem Rahmen fällt die Kantate zum 2. Weihnachtsfeiertag, die ganz von der Thematik des auf den gleichen Tag fallenden Stephanustages bestimmt ist. Allerdings geht es nicht um die biblische Geschichte als solche, sondern um den leidenden und zweifelnden Gläubigen der Gegenwart - wieder einmal erweist sich der Thomaskantor als Seelsorger.
Orchester und Sänger musizieren zupackend und spielfreudig, meist in raschem Tempo. Besonders möchte ich die vier Gesangssolisten hervorheben, die durch die Bank ausgezeichnet sind. Sie müssen auch die Chöre bestreiten, denn Kujken - und nicht nur er - ist der Meinung, daß Bachs Kantaten ursprünglich so aufgeführt wurden und das auch die einzig richtige Art sei, sie aufzuführen. Mich überzeugt das Ergebnis nicht: der Klang ist sehr transparent, so transparent, daß er fast auseinanderfällt, und die vier Sänger gehen im Orchesterklang auf, wenn nicht unter. Wenn dann auch noch die gleiche Sängerin einen Choral und die dazwischen gesetzten Rezitative singt, wirkt es ganz seltsam. Selbst wenn Bach das auch so gemacht haben sollte - geht es heute wirklich nur darum, den Originalklang wieder herzustellen? Wie hätte Bach seine Musik aufgeführt, wenn er mehr gute Sänger gehabt hätte? Außerdem: wenn schon original, dann hätte man Sopran und Alt mit Knaben besetzen müssen. Möglicherweise ist diese solistische Besetzung nur eine Modeerscheinung unserer Zeit.
Trotzdem ist es eine sehr schöne Aufnahme,die man empfehlen kann.
Eine Kleinigkeit noch: Auf der Hülle steht zwar "Weihnachtskantaten", aber sonst ist der ganze Text auf Englisch, obwohl die CD "made in Germany" ist. Den Text des - sehr informativen - Büchleins gibt es immerhin auch auf Deutsch, an dritter Stelle nach Englisch und Französisch, und teilweise holprig ("lutheranisch" statt "lutherisch"). Man scheint beim Hersteller für die deutschsprachige Kundschaft nicht viel übrig zu haben.


#1| USB3.0| WLAN| Bluetooth| WindowsXP Pro 32Bit, Office Home Entertainment PC-System Mini ITX PC, AMD A4-5300 DualCore (2x3,4GHz), MSI FM2-A75IA-E53 Mainboard, 500GB SATA III, 4096MB DDR3, AMD HD7480 HDMI/DSUB DX11, DVD-RW, 7.1 THX Sound, GigabitLAN
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überzeugendes Produkt, 5. Januar 2012
Nachdem mein alter PC nicht mehr wollte, erschien mir dieses Gerät mit dem "guten alten" XP ein guter Ersatz zu sein - preiswert und ohne große Umstellungen. Nach einigen Wochen Arbeit mit ihm kann ich sagen: als solcher hat es sich auch voll bewährt. Es kam sehr schnell und gut verpackt an. Außer dem PC mit Netzkabel, Standfuß und Recovery-CD enthielt das Paket ein geheimnisvolles Säckchen mit Schrauben, die man nicht braucht, und eine Einbauanleitung für das Mainboard, die man auch nicht braucht - das Gerät kam betriebsbereit. Das Betriebssystem ist vorinstalliert, nur die Anmeldung bei Microsoft muß man leider noch erledigen. Ansonsten werden verschiedene Freeware-Programme mitgeliefert, die man verwenden kann oder auch nicht. Die kompakten Abmessungen des Geräts hat man dadurch erzielt, daß man die Komponenten hochkant eingebaut hat, was beim CD/DVD-Laufwerk etwas gewöhnungsbedürftig ist, zumal dem ausgefahrenen Fach immer die Tür in den "Rücken" fällt. Aber es funktioniert. Praktisch ist die große Bedientaste des Laufwerks, die man auch "blind" findet, wie überhaupt der Rechner von einem Praktiker zusammengestellt zu sein scheint. Dafür sprechen die vielen Anschlüsse: USB hinten viermal,vorne zweimal, dazu VGA, Audio, serielle und parallele Schnittstelle, PS/2-Anschlüsse für Tastatur und Maus - wer seine alten, noch funktionstüchtigen Geräte weiter benutzen will, braucht diesen Rechner. Ein Fax-Modem hat er allerdings nicht, auch einen Kartenleser sucht man vergebens, aber da kann man sich ja behelfen. Der Lüfter ist hörbar, aber nicht laut oder unangenehm. Nicht ganz zufrieden bin ich mit der Grafik: serifenreiche Schriften wie Times New Roman flimmern etwas. Aber vielleicht muß ich nur noch die richtige Einstellung finden.
Insgesamt: für diesen Preis ein sehr überzeugendes Produkt.
Übrigens: beim Einschalten erscheint als erstes der Name des Herstellers mit Service-Telefonnummer. Ich habe sie zwar noch nicht ausprobiert, aber schon die Idee finde ich sympathisch.


Canon PIXMA iP4850 Tintendrucker
Canon PIXMA iP4850 Tintendrucker
Wird angeboten von Testsieger-Technik
Preis: EUR 238,89

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles in allem: sehr gut!, 5. Januar 2012
Man darf diesen Drucker nicht nach dem bewerten, was er nicht ist: kein Multifunktionsgerät, kein Fotodrucker, mit dem man Bilder direkt bearbeiten und ausdrucken kann, sondern einfach ein guter Tintenstrahldrucker, mit dem man vom Computer aus Texte, Grafiken und Bilder druckt. Gut und günstig. Also kein eigenes Display, keine Vielzahl von Anschlüssen - braucht er auch nicht. Anschluß und Bedienung werden gut erklärt und sind leicht zu bewerkstelligen. Eine gute Lösung ist das hintere Fach, das nicht nur als Fotofach dient, sondern auch für andere Papiere, die man so einlegen kann, ohne die Kassette öffnen zu müssen. Hervorzuheben ist der automatische Duplexdruck, der von vorne und hinten funktioniert. Das Bedrucken von 120- und 160-Gramm-Papier sowie von Folien (außer T-Shirt-Transferfolien) ist laut Betriebsanleitung nicht vorgesehen, klappt aber trotzdem. Auch das Bedrucken von Datenträgern ist, wenn man die Anweisungen befolgt, kinderleicht. Die Druckqualität ist bei Texten ausgesprochen gut: scharf wie ein Laserdrucker, kräftig wie ein Tintenstrahler. Fotos sind vielleicht nicht ganz so toll, aber das bilde ich mir womöglich nur ein. Die Patronen sind leicht zu wechseln; man kann mit ihnen noch recht lange drucken, nachdem die Warnung "bald Tinte aufgebraucht" erscheint. Das Gehäuse ist fürs Büro ein wenig klobig und mit seiner Glanzlackoptik, die jeden Fingerabdruck und jeden Fussel gnadenlos präsentiert, zu "vornehm". Aber das sind Petitessen.
Insgesamt: ein ausgezeichneter, praktischer Drucker zu einem günstigen Preis.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 21, 2012 1:59 PM CET


Lichter im Dunkel
Lichter im Dunkel
von Max Krakauer
  Broschiert
Preis: EUR 11,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das sich zu lesen lohnt, 12. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Lichter im Dunkel (Broschiert)
Das jüdische Ehepaar Krakauer sucht, von Deportation bedroht, Hilfe bei der Bekennenden Kirche - und findet sie, in Berlin, in Pommern, schließlich von 1943 bis 45 in Württemberg, wo es ein Netzwerk zur Rettung untergetauchter Juden gibt, hauptsächlich in Pfarrhäusern. Aber die Verfolgten können nirgendwo lange bleiben, und es grenzt trotz allem an ein Wunder, daß sie es schaffen, bis zum Einmarsch der Amerikaner unentdeckt zu bleiben. Von dieser seiner Geschichte erzählt Max Krakauer in diesen Aufzeichnungen, die kurz nach Kriegsende entstanden.
Sicher: Tausende wurden gerettet, aber Millionen kamen um. Das wird im Buch auch erwähnt. Viele haben geholfen, noch mehr haben nicht geholfen. Auch das wird erwähnt. Und dieser Bericht über Bewahrung und über viel selbstverständlich gezeigte Menschlichkeit macht die Grausamkeit des NS-Regimes nur um so mehr spürbar. Man erfährt hier viel über das Dritte Reich allgemein, und über Aspekte der Geschichte jener Zeit, die man heute weniger kennt.
Ein Buch, das zu lesen sich unbedingt lohnt, auch wegen der Sprache: Krakauer schreibt ohne schriftstellerische Ambitionen, sachlich, aber bewegt - und bewegend, in einem klaren, guten Deutsch, das heute selten geworden ist.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 19, 2012 11:48 PM MEST


Geraubte Tradition: Wie die Nazis unsere Kultur verfälschten
Geraubte Tradition: Wie die Nazis unsere Kultur verfälschten
von Elsbeth Wallnöfer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht ganz befriedigendes Buch zu einem wichtigen Thema, 12. November 2011
Die Autorin weist mit diesem Buch auf eine wichtige, meist übersehene Tatsache hin: die Umdeutung christlicher Bräuche und Feste als eigentlich "heidnische" Traditionen, die sich fast durchweg durch nichts belegen läßt, aber trotzdem gerne geglaubt wird, nicht nur im Dritten Reich, sondern bis heute. Deswegen halte ich dieses Buch für wichtig.
Seine größte Schwäche merkt man auf der ersten Seite: von "der Kirche" ist die Rede, gemeint aber ist die katholische. Diese konfessionelle Engführung ergibt ein falsches Bild; schließlich waren zur Zeit des Dritten Reiches zwei Drittel aller Deutschen evangelisch, und die Nazis haben Volksbräuche nicht nur deshalb umgedeutet, um der katholischen Kirche zu schaden. Sie verfolgten damit durchaus ihr eigenes Programm. Das kommt in dieser Darstellung zu kurz.
Die völkische Deutung populärer Traditionen gab es auch nicht nur in der NS-Zeit, sondern schon vorher, und nicht nur in Deutschland. (Man denke an Halloween.) Dem wird das vorliegende Buch nicht wirklich gerecht, und man hätte diesem leider immer noch aktuellen Thema eine umfassendere - und systematischere - Behandlung gewünscht. Aber es ist der Autorin auf jeden Fall zu danken, daß sie unseren Blick auf verhängnisvolle Zusammenhänge richtet, und hoffentlich gibt es in Zukunft etwas öfter Widerspruch, wenn wieder einmal Weihnachtsbaum und Osterei auf die "alten Germanen" zurückgeführt werden.


Kirchendämmerung: Wie die Kirchen unser Vertrauen verspielen
Kirchendämmerung: Wie die Kirchen unser Vertrauen verspielen
von Friedrich Wilhelm Graf
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,95

17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht einmal als Polemik hilfreich, 12. November 2011
Ein vernichtendes Urteil fällt Friedrich Wilhelm Graf über die Rolle der beiden großen Kirchen bei uns, und er führt als Beleg eine Menge an, von Benedikt bis Käßmann, von Mißbrauchsfällen bis zur Predigt eines "Kuschelgottes". Aber gerade dieser Rundumschlag schwächt seine Überzeugungskraft: man hat den Eindruck, ihm ist alles recht, womit er die Kirchen schlechtmachen kann. Bildlich gesprochen: er schießt mit Schrot. Das gibt einen lauten Knall, und man landet auch ein paar Treffer, aber die Durchschlagskraft ist gering und hinterher liegt eine Menge giftiges Blei herum.
Bezeichnend für Grafs Art zu "argumentieren" ist seine Kritik an Weihnachtspredigten: er behauptet, "manche" Prediger würden die Weihnachtsbotschaft in Sozialmoral ummünzen, nennt als Belege Sätze aus Predigten von ein paar Bischöfen, die z.T. Jahre zurückliegen (hat er sie eigentlich gelesen oder zitiert er nur, was in der Zeitung stand?) und verallgemeinert dann: "Alle Jahre wieder: nur billige Sozialmoral." Das hat Stammtischniveau. So ähnlich macht er es an mehreren Stellen.
Direkt ausfallend wird er, wenn er die bayerische Landeskirche als "Landessekte" diffamiert - warum? Weil sie eine kirchliche Hochschule unterhält. Da merkt man, daß er trotz Rundumschlags eine enge Perspektive hat: es geht ihm vor allem um die evangelische Kirche, vor allem in Bayern, und zwar aus der Sicht des Herrn Professors.
Man zweifelt, ob er die kirchlichen Verhältnisse überhaupt kennt, über die er schreibt. Zu behaupten, in der evangelischen Volkskirche sei derzeit das Leitbild einer homogenen Gemeinschaft Gleichgesinnter maßgebend, ist eigenartig. Aber vielleicht kann Graf es schon nicht ertragen, wenn man überhaupt von Gemeinschaft redet. Neben seinem radikalen Individualismus läßt er nämlich kaum etwas gelten - und hält so eine Einstellung für liberal.
Man fragt sich, welchen positiven Beitrag Graf geben könnte, und findet wenig. Zum Thema Sterbehilfe etwa fällt ihm nichts ein außer einem Autonomie-Fundamentalismus, der der Komplexität des Themas nicht gerecht wird.
Ein Buch, das nicht einmal als Polemik einen Wert hat.


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