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Rezensionen verfasst von
Zingel, Roman
(REAL NAME)   

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Oxymoron (Deluxe Edition)
Oxymoron (Deluxe Edition)
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 22,36

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen My daddy a gangsta, 6. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Oxymoron (Deluxe Edition) (Audio CD)
Spätestens seit "good kid, m.A.A.d city" blickt die gesamte Hip-Hop-Welt auf Top Dawg Entertainment und das Black Hippy Roster um Kendrick Lamar, Ab-Soul, Jay Rock und Schoolboy Q. Letzterer hat sich bereits durch die digitalen Releases der LP's "Setbacks" und "Habits & Contradictions" einen Namen gemacht, jedoch wurde es erst richtig interessant, als Kendrick Lamar sein scheinbar alles übertreffendes Debütalbum herausbrachte und nun wieder Q an der Reihe war. Unzählige Male wurde das Release von "Oxymoron" aufgeschoben, im Vorab veröffentlichte Singles wie "Yay Yay" und "Banger (MosHpit)" schafften es nicht einmal mehr auf die reguläre Ausführung des Albums.

"Oxymoron", das Schoolboy's Major-Debüt darstellt, ist aber keineswegs das neue Vorzeige-Konzeptalbum von TDE und auch keine künstlerische Neuerfindung des ehemaligen Oxycontin-Dealers und Crips-Mitglied. Vielmehr markiert es eine weitere Station in Q's Fortschritt und stellt ihn einem größerem Publikum vor.

Textlich hat sich wenig verändert. Thematisch handeln die meisten Titel immer noch von Drogen, Gangstergeschichten und Parties mit zahlreichen Frauen. Q versteht es aber, diese Themen interessant zu verpacken und überzeugt absolut in Punkten Flow und Stimmeinsatz. Manche Tracks werden nahezu geflutet von seinen unverkennbaren Ad-Lips - "Yuck, yuck", "icky-icky-icky" usw. Das bringt nicht nur Fahrt in die einzelnen Songs, sondern macht sie auch einzigartig und drückt ihnen das Schoolboy Q-Trademark auf. Der einzige Track, der wirklich rausfällt, ist "Prescription". Ungewohnt persönlich erzählt Q von seiner Medikamenten-Sucht und die von seiner Tochter gesproche Hook geht wirklich nahe.

Was seinen Flow angeht, agiert Schoolboy mittlerweile noch konsequenter als auf älteren Releases - Songs wie "Man of the Year", "Collard Greens" oder "What They Want" sind alleine schon wegen ihres Vortrages unterhaltsam. Die Tracks an sich bleiben dabei abwechslungsreich und werden nie zu lang. Einzige Ausnahme in meinen Augen: "The Purge" mit Tyler, the Creator und Kurupt. Der von Tyler produzierte Beat klingt absolut nach ihm und steht keinem der beiden anderen Rapper wirklich gut zu Gesicht. Hier ist der Einfluss des Gastes schlicht zu stark. Ansonsten wissen sich diese aber gut einzubinden, natürlich sind mit Jay Rock und Kendrick Lamar zwei Black Hippy-Kollegen vertreten. Lediglich eine "Druggys wit Hoes"-Fortsetzung mit Ab-Soul fehlt. Ansonsten liefert Raekwon einen sehr guten Part ab auf einem der Höhepunkte des Albums, 2 Chainz rappt einen seiner bisher besten Parts und BJ The Chicago Kid croont wunderschön auf "Studio".

Genau wie die Features sind auch die Beats abwechslungsreich und in der Regel absolut hochwertig. Der dominierende Sound ist sehr düster und dreckig, wird aber durch Tracks wie "Collard Greens", "Studio" und "Man of the Year" aufgelockert. Dabei wird es zum Glück nie allzu klischeehaft. Selbst der Song für die Ladies "Studio" gerät nicht zu schmalzig - "I'mma put this dick up all inside of you" - nicht gerade poetisch, aber immerhin konsequent und nicht kitschig. Ansonsten weiß Schoolboy verschiedenste Beats zu potenziellen Hits zu machen. Während "Los Awesome" auch gut auf einem damaligen Clipse-Album vorstellbar wäre, ist "Break the Bank" merkwürdig eingängig und zwingt den Hörer förmlich zum Kopfnicken.

Das ganze Album ist somit durch und durch Gangsta-Rap. Wer das mag, wird gefallen dran finden, wem so etwas nicht zusagen sollte, wird hier nichts geboten, was seine Meinung ändern könnte.

Als Fazit lässt sich sagen, dass Schoolboy Q bei seinen Stärken bleibt und seinen Namen durch dieses Album weiter etablieren wird. Auch Ansätze für weiter Entwicklung lassen sich festellen - Intropektive auf "Prescription" und Songs mit verschiedenen Beatwechseln und Seiten ("Hoover Street"). Allerdings ist gerade die Deluxe Edition nicht besonders empfehlenswert, da die Qualität der Songs nach "Man of the Year", mit dem die normale Version abschließt, doch deutlich abfällt. Hier wären Songs wie "Yay Yay" und "Banger (MosHpit)" tatsächlich besser eingesetzt. Trotz allem aber ein sehr gutes Album, das erstklassig unterhält, sei es im Auto, auf einer Hausparty oder sonst wo.

Meine Favouriten:

1. Man of the Year - Eingängig von Anfang bis Ende. Hier passt einfach alles.
2. Break the Bank - Besonders der Beat von Alchemist überzeugt. Q liefert einwandfreie Parts ab und eine sehr gute Hook.
3. What They Want - 2 Chainz überrascht als Feature und die äußerst düstere Stimmung wissen beide für sich zu nutzen.
4. Blind Threats - Q geht neben der Legende Raekwon auf einem großartigen Beat längst nicht unter.
5. Collard Greens - Einer der progressivsten Beats von TDE - außerdem der wohl partytauglichste Song von Q bislang.


Kanye West Presents Good Music Cruel Summer (Explicit Version) [Explicit]
Kanye West Presents Good Music Cruel Summer (Explicit Version) [Explicit]
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Come and have a good time with G.O.D, 17. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Grausamer Sommer? Dafür ist der Sampler der G.O.O.D Music Crew um Kanye West wohl ein bisschen zu weit nach hinten gerutsch. Der letzte Aufschub des Release wurde damit begründet, noch mehr Features für das Album gewinnen zu wollen. Dabei herumgekommen ist unter anderem ein neuer Verse von Ghostface Killah, mit "Clique" eine weitere Single und die Werbetrommel wurde natürlich noch einmal ordentlich gerührt. Streckenweise wird das Release der ständigen medialen Erwähnung und dem massiven Promo-Aufwand dabei sogar mehr als nur gerecht.

Der Opener "To the World" setzt dabei den Ton für das Werk. Zwar nicht direkt soundtechnisch, aber die Attitüde wird sich nicht mehr ändern. Die ersten Worte des Albums gebühren R. Kelly, der sich auf dem wunderbar produzierten Klangteppich mit einem "Let me see you put your middle fingers up" ausbreitet. Es bleibt pompös, die Drums sind majestätisch und weder der Feature-Gast noch der Hausheer selbst zweifeln keine Sekunde an ihrem selbst erbauten Thron "This a ghetto opera, Francis Foreign Car Coppola". Teyana Taylor spendiert dem Ganzen noch ein sehr stimmiges, melodisches Ende.

Wer Kanye West und seine Crew ohnehin mag und sich nicht von der schier endlosen Arroganz abschrecken lässt, sondern eher den Unterhaltungsfaktor in dieser sieht, der wird an der kompletten ersten Hälfte sicherlich viel Vergnügen finden. Denn was mit den ersten Songs geboten wird, ist Narzissmus in seiner kompromisslosesten und doch unterhaltensten Form. In "Clique" heißt es "ain't nobody fresher than my [...] clique". Tatsächlich gibt die G.O.O.D Music Crew in der ersten Hälfte wenig Zweifel daran, dass sie zu einer wahren Größe im Rap-Game gewachsen ist und alle Mitglieder zu professionellen Entertainern wurden. Big Sean beweist auf seine typisch sympathisch ungezwungene Weise viel Wortwitz mit Lines wie "My block behind me like I'm coming out the driveway", Pusha T klingt hungrig wie eh und je und beweist besonders mit "New God Flow", warum man auch künftig definitiv mit ihm zu rechnen hat "I believe there's a god above me, I'm just the god of everything else!"

Die Beats fallen dabei mit Ausnahme des ersten Tracks dreckig und düster aus. Hit-Boy beweist mit "Cold" und "Clique" absolut, warum man ihn unter Vertrag gestellt hat und auch die anderen Produzenten liefern wunderbar stimmige Arbeit ab, die sich nahtlos ins Klangbild einfügen.

Die zweite Hälfte des Albums schlägt mit "Higher" direkt eine ganz andere Richtung ein. Leider geht das erstmal gehörig schief. Abermals produziert von Hit-Boy wird der eigentlich sehr gute Beat von einem grauenhaften ersten Verse von The-Dream unter die Zerreißprobe gestellt. Die dürftige Hook macht das Auto-Tune-Gesäusel auch nicht wirklich wett. Erst, wenn man die erste Minute überstanden hat, lohnt es sich halbwegs, dran zu bleiben. Pusha T liefert eine wie immer brauchbare Strophe ab und der Beitrag von Ma$e ist zwar nicht unbedingt einer, den man unbedingt gehört haben muss, aber er schadet dem lädierten Track nicht noch mehr. Der erste Tiefpunkt des Albums.

"Sin City" geht dann wieder etwas nach vorne, mit einer guten, sehr basslastigen Produktion, die vor allem in Teyana Taylor's Hook wirklich zur Geltung kommt, jedoch führt "The One" das leider nicht weiter. Die Hook klingt zu gezwungen groß, die Drums klatschen zwar ordentlich, aber eben zu sehr. Die Strophen im Gegensatz besitzen kaum Zug und Kanye West, Big Sean und 2 Chainz klingen reichlich unmotiviert. Während die erstgenannten jedoch ein Kohärenz besitzen, indem sie berichten, was sie bereits erreicht haben, schafft es 2 Chainz nicht so recht, die nachdenkliche Schiene aufrecht zu erhalten. Er driftet gegen Ende seiner Strophe doch wieder sehr in belanglose Hip-Hop-Klischees ab

Dafür fallen die letzten drei Songs mehr als nur zufriendstellend aus. Auf "Creepers" präsentiert sich Kid Cudi in seiner gewohnt ungewöhnlichen Art auf einer wunderbaren Produktion von Dan Black, woraufhin das Duett zwischen John Legend und Teyana Taylor, "Bliss", schlichtweg gelungen ist. Auf einem majestätischen musikalischen Grund von Hudson Mohawke singen sie sich von der süßesten Seite der Liebe die Seele vom Leib. Mit dem Remix zu "I Don't Like" wird es am Ende dann aber wieder dreckig und es wird wieder dem Hip-Hop gefrönt. Unglaublich viel Energie und Pusha T, Kanye West, Big Sean und Jadakiss überflügeln den eigentlichen Interpreten Chief Keef mit Leichtigkeit. Da der Beat aber so unfassbar ist, kann man dem Jungen auch ruhig eine Strophe und seine gar nicht mal so unbrauchbare Hook lassen.

Ohne die kleinen Ausfälle in der zweiten Hälfte wäre dieses Album absolut als Highlight dieses Jahres zu nennen gewesen. So bleibt ein leicht fader Nachgeschmack. Trotzdem bleibt ein Album, das eindrucksvoll die Position von G.O.O.D Music festigt, Lust auf kommende Projekte macht und richtig gut unterhält.

Meine 5 Favoriten:

1. Mercy - Die Lead-Single ist sehr gut produziert und die Vorzeige-MC's von G.O.O.D Music geben sich die Klinke in die Hand.
2. Clique - Ein Wahnsinns-Beat von Hit-Boy, der Throne und Big Sean. Viel mehr kann man eigentlich nicht verlangen.
3. I Don't Like Remix - Der Beat und die gelungenen Verses bringen unglaublich viel Energie mit.
4. Bliss - Wunderschönes, pompöses Duett der beiden Goldkehlchen. Außerdem eine angenehme Abwechslung.
5. New God Flow - Ein starker, dreckiger Beat und Kanye West und Pusha T liefern pure Arroganz - für solche Tracks hört man die Jungs.

Was mich wundert, ist, dass "Exodus 23:1" nicht auf dem Album zu finden ist. Der Song ist von Pusha T mit einer dezenten Hook von The-Dream und schlichtweg grandios. Zur Zeit seiner Veröffentlichung löste er eine Fehde mit Lil' Wayne aus und das Video, das dazu gedreht wurde, ist ebenfalls sehr stimmig. Absolute Empfehlung als eigens hinzugefügten Bonus Track!


Welcome To: Our House (Deluxe Version) [Explicit]
Welcome To: Our House (Deluxe Version) [Explicit]
Preis: EUR 9,39

4.0 von 5 Sternen So welcome to our House, 10. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wirklich neu ist das Haus, dass Slaughterhouse da gebaut haben, genau genommen nicht. Bereits vor drei Jahren erschien ihr Debüt "Slaughterhouse". Nur wurde es nachdem man lange nichts von ihnen gehört hatte, mal wieder Zeit für einen Neuanstrich. Dieser wurde ausgerechnet von einem Signing durch Shady Records durchgeführt. Auf einmal standen Slaughterhouse mitten im Rampenlicht. Jeder sprach über die Supergroup, alle warteten auf dieses Album. Mit Eminem als leitendem Produzenten im Rücken schaffte es das Kollektiv sogar auf Platz 2 der Albencharts.

Da stellt sich zunächst natürlich direkt die Frage, inwiefern sich der Sound geändert hat. Sind sich die Schlachtermeister weitgehend treu geblieben oder huldigen sie in jedem Song ihrem neuen Chef und dem Mainstream? Natürlich fällt Eminems Einfluss durchaus auf und auch ist das Album massentauglicher als der Vorgänger, aber Slaughterhouse bewahrt seine Stärken nämlich lyrische Raffinesse und auf der selben Seite Skrupellosigkeit jetzt gepaart mit mehr nachdenklichen anmutenden Momenten.

Direkt der Albumstart mutet deutlich anders an, als es das bedrohliche Cover vermuten lässt. Über einem sehr ruhigen Beat von Alex da Kid gebühren die ersten Zeilen des ersten Songs (das Intro habe ich mal außen vorgelassen) "Our House" Eminem. Dieser bringt auch gleich noch einen ganzen Rap-Vers, der sich gewaschen hat. Die übrigen liefern ebenfalls ab, im Prinzip geht es um ihren Weg ins Rap-Business, um Erinnerungen an die Anfänge oder an ihr Leben vor Rap. Lediglich Joe Budden ist kaum beteiligt an dem Song. Er steuert gerade einmal zwei Zeilen bei, die als Motiv immer wieder auftauchen: "I just want to be the realest MC, the same time being as real as can be".

Erst nach diesem durchaus gelungenen, aber sehr verhaltenen Start nimmt das Album an Fahrt auf, was mit "Coffin" leider erstmal in die Hose geht. Ein enttäuschender Beat von Hit-Boy, eine enttäuschend repetitive Hook von Busta Rhymes und nervige Synths lassen einen diesen Song schnell skippen. Mit "Throw That" ist wieder einmal Eminem dabei, jedoch auch zum letzten Mal auf dem Album. Der Song überzeugt durch seinen Vybe, der Assoziationen zu Nachtclubs weckt und durch gewitzte Lines wie "You mad, they call me botox up in Hermes 'cause I help them get rid of all those bags"

Mit "Hammer Dance" folgt dann die erste Single und wohl auch das Highlight des Albums. Ein starker Beat von AraabMuzik und die Crew liefert genau das, wofür man sie liebt: aggressive gut geflowte Parts und eine gute Hook. Auf "Get Up" wird es dann zwangsläufig ein bisschen ignorant "Took the idea of a group and re-imagined it without planning it, now the whole planet has to admit that’s the shit" aber wenn das alles so gekonnt vorgetragen wird mit einer musikalischen Unterlegung, die No I.D. mehr als nur gelungen ist, muss man die Jungs dafür einfach lieben. Sich feiern tun sie dann auch weiter auf "My Life", der Lead-Single des Albums. Nur leider will diese nicht so richtig zünden. Der Beat klingt viel zu sehr nach Mainstream, es fehlt an Power und die Hook von Cee-Lo Green angelehnt an den Welthit "Rhythm of the Night" geht gar nicht. Royce und co. geben sich aber alle Mühe, durch gute Verses den Song vom Totalausfall zu bewahren, was irgendwie auch gelingt. Trotzdem eher Tief- als Höhepunkt.

Der Rest des Albums weiß nicht so wirklich, in welche Richtung es denn so gehen soll. Man findet Club-Tracks wie "Throw It Away", aggressive Bretter wie "Frat House" oder "Die", ruhig anmutende Songs wie "Goodbye" und "Rescue Me", etwas zum zelebrieren mit "Park It Sideways" und ein Outro, das soundtechnisch eher auf Größe setzt. Das ganze bleibt zwar höchst unterhaltsam, schwache Lieder findet man, obwohl Skylar Grey's Hook auf "Rescue Me" ein wenig ausgelutscht klingt, vergeblich. Sowohl die Beats als auch die Texte überzeugen auf ganzer Linie. Besonders hervorzuheben ist hier "Goodbye", auf dem sehr persönliche Geschichten erzählt werden, die alle mit dem Tod verbunden sind. Joe Budden trauert um die Fehlgeburt von Zwillingen seiner Freundin, Crooked I um seinen Onkel und Joell Ortiz um seine Großmutter. So persönlich und ehrlich hat man das Kollektiv bisher noch nicht hören können. Die Strophen sind großartig geschrieben mit detaillierten Beschreibungen, die erstaunlich lebendige Bilder vor den Augen des Zuhörers erzeugen. Die Hook sorgt dann für Gänsehaut.

Was prinzipiell ein sehr guter Schluss des Albums ist, wirkt nur leider sehr zusammengewürfelt. Dass auf "Goodbye" der Song "Park it Sideways" folgt, in dem über "Drug life" und "Thug life" gerappt wird, ist ein passendes Beispiel dafür, dass es dem Ende des Albums sehr an einer bestimmten Richtung mangelt. Diese Tatsache und der schwache Song "Coffin" sowie das suboptimale "My Life" sorgen dafür, dass das Album zwar nicht als perfekt oder überragend aber immer noch als sehr gut bezeichnet werden kann. Die vier haben sich deutlich weiterentwickelt, sowohl flowtechnisch als auch textlich. Die Songs im einzelnen wirken auch irgendwie mehr aus einem Guss, die Übergänge zwischen den Strophen sind flüssiger und greifen besser ineinander als auf dem Vorgänger. Leider ein bisschen zusammengewürfelt das Ganze.

Nun noch meine 5 Favoriten:

1. Hammer Dance - Die erste Single überzeugt durch den starken Beat und stimmige Verses. Es wird genau das geliefert, was man von Slaughterhouse erwartet.
2. Goodbye - Der persönlichste Song der Crew bis dato. Die verschiedenen Geschichten werden dabei so gut erzählt, dass sie einem selbst sehr ans Herz gehen.
3. Flip A Bird - Vielleicht der beste Beat des Albums. Die Schlachter flowen dann auch noch auf diesem so gut, dass es nur Spaß macht, ihnen dabei zuzuhören.
4. Get Up - Da diese Rapper raptechnisch sowieso immer überzeugen, machen die besten Beats die besten Songs auf dem Album. So auch hier mit einem von No I.D. sensationell eingearbeiteten Sample.
5. Throw That - Ein stabiler Beat von T-Minus und 5 herrausragende Rapper, die sich mit unendlich viel Wortwitz die Klinke in die Hand geben - was will man da noch mehr?


Radioactive
Radioactive
Preis: EUR 9,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen What a son of a bitch my momma raised into a rapper., 4. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Radioactive (Audio CD)
Nach dem Mixtape "Trunk Muzik", das schließlich zu Marketingzwecken zum digitalen Release "Trunk Muzik 0-60" umfunktioniert wurde, steht nach längerer Wartezeit endlich das Major-Debüt von Yelawolf, dem neuen Eminem, in den Regalen. Doch schon auf seinen ersten Songs wurde klar, dass Yelawolf bis auf seine Trailerpark-Vergangenheit und White Trash-Attitüde gar nicht mal so viel mit seinem Boss gemeinsam hat. Ja, er rappt durchaus mal mit Humor. Und ja, seine Songs erinnern textlich an die Anfänge von Eminem, als dieser noch deutlich skandalöser gerappt hat. Aber insgesamt war Yela auch schon auf "Trunk Muzik 0-60" doch deutlich ernster bei der Sache und hat sich durch seine unverkennbare Stimme und seine vielen verschiedenen Flows auch ohne Major-Unterstützung recht schnell eine starke Fanbase aufgebaut.

Doch genau diese Fans werden sich beim ersten Hören von "Radioactive" wahrscheinlich ein bisschen vor den Kopf gestoßen fühlen. Denn das Album beginnt recht hart und energetisch, harmoniert auch textlich mit dem dunklen, aggressiven Bild, das man von den ersten Yelawolf-Songs gewohnt ist. Doch spätestens ab "Good Girl" wird klar, dass "Radioactive" auch ganz andere Dinge versucht. Yelawolf hatte sich mit dieser Platte offensichtlich auch das Ziel gesetzt, seine Fanbase massiv zu erweitern. Die Verkaufszahlen spiegeln das leider gar nicht wieder, denn trotz einem enttäuschenden Einstieg auf Platz 27 der Billboard Charts, ist es Yelawolf ziemlich gut gelungen, alle seiner künstlerischen Facetten gut zum Ausdruck zu bringen.

Denn wo die Bässe im Intro "Radioactive Introduction" noch so pumpen, auf "Get Away" der charakteristische Staccato-Flow ausgepackt wird und Yela auf "Hard White" den ganzen Club förmlich einreißt, ist in der zweiten Hälfte für nahezu jeden etwas dabei. Für die Mädels wird auf "Good Girl" gesorgt, den unbesungenen Helden unserer Zeit ist "Write Your Name" gewidmet und sogar Yela's Eltern bekommen auf "The Last Song" noch einige Zeilen mit auf den Weg. Musikalisch wird das von den Produzenten sehr gekonnt umgesetzt. Jeder Beat für sich wirkt wahnsinnig stimmig und untermalt immer gut die jeweilige Thematik. So wird immer eine gute Basis für Yelawolf geschaffen, der die erzeugte Stimmung äußerst geschickt in seinen Texten und seinem Flow aufzugreifen weiß. So wird beispielsweise auf "Growin' Up In The Gutter" in den Strophen eine eindringlich, bedrohliche Atmosphäre erzeugt, die den Missbrauch in der Gosse hautnah darstellt, und im Refrain dann in ein ausgeschrienes Ausbrechen jeglicher Emotionen ausufert.

Ohnehin schafft es Yelawolf in den nicht zu selten poppig angehauchten Stücken wie "Made In The U.S.A" oder "Write Your Name", textlich immer noch interessant zu bleiben. Bei allem Patriotismus auf ersterem Stück verzichtet er nicht auf zahlreiche Seitenhiebe gegen die amerikanische Gesellschaft "Bag slangin, flag waving, At the dinner table praying, Old school yard fighting, Beer drinking, hell-raising". Auf zweiterem verschafft er dann denen Gehör, die nie in den großen Zeitschriften stehen werden, aber dennoch "any less of a star to God" sind. Auch auf "The Last Song" spricht er sehr ehrlich zu seinen Eltern über das komplizierte Verhältnis zu seinem Vater, ohne zu sehr ins Kitschige abzudriften. Nur auf "Radio" geht das leider ein bisschen in die Hose. Zu viel Gesinge über ein eigentlich nebensächliches Thema (das Stück behandelt, dass das Radio heute nicht mehr dasselbe ist wie damals). Einen Totalausfall findet man aber auch hier nicht, die Strophen sind dann doch noch ganz gut geworden.

Es ist also für jeden etwas dabei, für die alteingesessenen Yelawolf-Fans aber auch für Leute, die eher eingängigen, sanfteren Rap bevorzugen. Yelawolf weiß seine Fans gut darauf vorzubereiten, was sie in Zukunft von ihm zu erwarten haben. Das Potential ist auf jeden Fall da.

Nun noch meine 5 Favouriten:

1. Hard White - Yelawolf wie man ihn kennt und liebt. Rücksichtslos, schnell und aggressiv. "Up in the club, don't give a fuck!"
2. Animal - Hier variiert Yela seinen Flow mit gefühlt jeder zweiten Zeile. Die Hook tut in dem energetischen Gesamtbild ihr Übriges.
3. Throw It Up - Die mit Höchstspannung erwartete Collabo mit Eminem fällt beattechnisch überraschend bombastfrei aus. Trotzdem geben die beiden alles. Gangsta Boo kann zwar nicht ganz mithalten, liefert dafür aber eine sehr gute Hook ab.
4. Hardest Love Song in the World - Sehr entspannt erzählt Yelawolf hier von einer Freundin. Nur ist mir schleierhaft, warum dieser Song im Titel für "hart" erklärt wird.
5. Let's Roll - Die zweite Single weiß durch den sehr guten Beat und die geschickte Einbindung von Kid Rock in die Hook zu überzeugen. Yelawolf flowt mal wieder sehr souverän.

Und eine kleine Sache am Rande: Die iTunes-Bonustracks "Whip It", "I See You" und "In This World" seien zusätzlich ans Herz gelegt. Mit "I See You" ist wieder ein massentauglicherer Song dabei, die anderen beiden werden allen, die "Trunk Muzik" gefeiert haben, sicherlich gut gefallen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 22, 2011 7:25 PM CET


Take Care
Take Care
Preis: EUR 5,97

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen And really, I think I like who I'm becoming., 26. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Take Care (Audio CD)
Nach seinem überaus gelungenen Einstieg in die Mainstream-Welt des Hip-Hop "Thank Me Later" letztes Jahr folgt nun endlich das zweite Album des prominentesten der zahlreichen Newcomer im Hip-Hop Game. "Take Care" ist dabei wohl eines der am sehnsüchtigsten erwarteten Alben dieses Jahres. Der Hype, den Aubrey Graham erneut kreierte, übertrifft wahrscheinlich noch die massive Promotion für sein Debüt.

Und wieder einmal kann man sagen, dass Drake den enormen Erwartungen gerecht wird. Auf "Take Care" erfindet er sich aber nicht komplett neu, sondern hat seinen typischen Style, die wabernden Synthesizer, die gedämpften Drums und seine leicht säuselige Sing-Stimme konsequent weiterentwickelt und an manchen Stellen fast zur Perfektion getrieben. Dabei blieben aber auch seine Rap-Skills nicht unberührt. Flowtechnisch präsentiert sich Drake, wenn er erstmal richtig loslegt, absolut auf Höchstform.

Dieses Album ist hierbei keines für Hip-Hop-Puristen. Auch diejenigen, die Drake eher wegen seines Styles zu rappen gefeiert haben, werden sich nicht völlig mit "Take Care" anfreunden können. Dafür wird hier viel zu viel gesungen. Die einzigen lupenreinen Rap-Songs beschränken sich auf den Zwischenraum zwischen den Interludes (Ausnahme: "HYFR"). Der Rest ist sehr stark von R&B und manchmal auch vom Pop geprägt. Drake kommt dabei voll auf seine Kosten. Auf den Beats, die nicht selten eine melancholische Stimmung versprühen, erzählt er Geschichten aus seinem Superstar-Leben, die sich aber nie mit Oberflächlichkeiten begnügen (zumindest nur ganz selten). Vielmehr gewährt er uns einen sehr emotional ehrlichen Blick in sein Privatleben. Der Song "Look What You've Done", in dem Drake die Beziehung zu seiner Mutter ohne zu kitschig zu werden sehr gut reflektiert, stellt hier das Highlight dieser Geschichten dar.

Das macht die anderen Titel aber nicht weniger hörenswert. Im Gegenteil. Die meisten Perlen erkennt man erst nach mehrmaligem Hören. Auch wenn mir das Album nach dem ersten Durchlauf nicht ganz zugesagt hat, überzeugt es mittlerweile doch durch seine wahnsinnige Integrität und Konsequenz im Sound. Meistens geht mit solchen Attributen aber einher, dass ein Album total monoton und austauschbar wird. Drake weiß das geschickt aufzulockern durch Tracks wie "Take Care", das mit einem lockeren Sound aufwartet, aber auch die Mittelfraktion überzeugt auf raptechnischer Basis. Besonders "Lord Knows" bildet in der Hinsicht einen kleinen Höhepunkt, der im weiteren Verlauf an Bombast nicht mehr angerührt wird. Der sehr ruhige Schluss bekommt genügend Energie durch "HYFR", aber auch den eingängigen, instrumental intensiven Chorus von "Practice". So kann das Album dann mit "The Ride" ganz ruhig und locker ausklingen, ohne dass es beim Hören langatmig wurde.

Die Produktion ist dabei immer auf einem sehr guten, hin und wieder überragenden Niveau. Auch Drake's Hausproduzent "40" hat sich genauso weiterentwickelt, wie der Vocalist selbst. Die Beats klingen dynamischer, durchdachter, nicht mehr so mechanisch - einfach besser als auf "Thank Me Later". T-Minus sorgt dafür, dass die Hip-Hop-Tracks mit genügend Energie versorgt sind und Boi-1da macht auf "Headlines" das, wofür man ihn liebt - einen eingängigen, nicht zu verschachtelten, nach vorne gehenden Banger.

Auch wenn "Take Care" nicht mehr so zugänglich ist wie sein Vorgänger, ist es deutlich gelungener. Drake wirkt authentischer, Beats und sein Flow gehen besser ineinander über und die Themen passen auch. Für die Leute, die Drake's ruhige Seite schon immer gemocht haben also eine unbedingte Kaufempfehlung, für alle Anderen gilt, dass sie mal wenigstens reinhören können.

Nun noch meine 5 Favouriten:

1. Take Care - Drake und Featuregast Rihanna harmonieren hier herrlich und erzählen mit einer gehörigen Portion Zuversicht die Übergangszeit von einer Beziehung in die andere.
2. Practice - Wenn der Beat einsetzt, ist es schwierig, seinen Kopf ruhig zu halten. Eine großartige R&B-Paraphrase von Juvenile's "Back That Azz Up" von 1999.
3. Crew Love - Dass OVOXO funktioniert, war ja schon auf Weeknd's Mixtape "Thursday" zu beobachten. Diese Kollabo manifestiert die Aussage noch zusätzlich.
4. The Real Her - Den wohl beeindruckendsten Gast-Beitrag auf "Take Care" liefert hier Andre 3000 ab. Drake und sein Mentor Lil' Wayne tun ihr Übriges.
5. Over My Dead Body - Das Intro trifft den Ton des Albums zielgenau.


Ambition
Ambition
Preis: EUR 17,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen They gon' love me for my ambition!, 4. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ambition (Audio CD)
Nach seinem Debütalbum "Attention Deficit" hat sich Ralph Folarin trotz recht guten Kritiken erst einmal eine längere Auszeit genommen - "Wanna wait for a little, let my wisdom increase". 2011 hat er sich dann mit der News zurückgemeldet, dass er bei Rick Ross' Label Maybach Music Group gesignt wurde. Die News an sich und der im Zuge der Signings von zusätzlich noch von Meek Mill und Pill veröffentliche Sampler "Self Made Vol. 1" verschreckte die "Attention Deficit"-Fans nicht ganz zu Unrecht. Zwar hatte Wale flowtechnisch nichts eingebüßt, doch hatte sein Sound mit Beitritt in dieses neue Label beinahe eine 180°-Wende gemacht.

Mit "Ambition" gelingt es Wale aber zum Einen, sich wieder in den Mittelpunkt des Rap-Games zu rücken, zum Anderen aber auch den neuen Sound so zu adaptieren, dass es immer noch zweifellos nach Wale klingt. Und auch wenn er in gewisser Weise vom bescheidenen Backpack-Rapper zu einem arroganten Meister der Selbstinszenierung geworden ist, so weiß sein zweites Studioalbum über weite Strecken durchaus zu überzeugen.

Wale präsentiert sich lyrisch meist sehr souverän und sein Flow ist über jeden Zweifel erhaben. Und wenn er schon nicht mit den unberührtesten Themen auffährt, so weiß er es doch immer wieder, den Hörer durch Wortspiele wie "A modern day Goodfella, I'm Ray Liotta / Loud smoking so pass the L like a semicolon'" zu unterhalten und bei Stange zu halten. Den Rest erledigt dann das Klangbild. Die Beats sind allesamt sehr gut produziert und an Abwechslung fehlt es in der Hinsicht mal so gar nicht. Zwar startet das Album mit drei recht ähnlich anmutenden Tracks, in allen erinnern die Arrangements sehr an eine Bigband, die Wale da begleitet - in solchen Momenten fühlt man sich ein bisschen an Songs wie "Mama Told Me" oder "Beautiful Bliss" aus "Attention Deficit" erinnert -, doch wird das dann direkt von einem simplen, dreckigen Beat auf "Legendary" abgelöst, nur um dann in das unglaublich entspannte, ambientemäßige "Lotus Flower Bomb" überzuleiten.

Es gibt aber auch noch andere Typen von Songs. So wären da noch die eher minimalistischen "Chain Music" und "Slight Work" zu nennen. Ersteres überzeugt vor allem durch seine wummernden Bässe und die eingängige Melodie, "Slight Work" zeigt am ehesten Wale's Vielseitigkeit. Auf den recht hektischen Beat, der eine Polizei-Sirene samplet, passt sich der Hausherr hervorragend durch seinen Staccato-Flow an. Big Sean macht seinen Job mindestens genauso gut.

Wer wirklich Tiefsinniges erwartet und eventuell von dem Album zum Nachdenken angeregt werden will, der solle sich aber lieber keine Hoffnungen machen. Zwar weiß vor allem der Titel-Track eine sehr dichte Atmosphäre zu erzeugen, die Wale und seine Gäste Meek Mill und Rick Ross auch ausgezeichnet zu nutzen wissen, doch die Geschichten die sie zwar über sich selbst erzählen sind nicht etwa zu viel der Offenbarung. So wird in dem Album das Augenmerk eher darauf gelegt, den Hörer durch Wortwitz, einen wirklich ambitioniert klingenden Wale und ein allgemein sehr stimmiges und vor allem gut produziertes Klangbild zu überzeugen. Ob man's mag oder nicht, muss hier also jeder selber entscheiden. Unumstritten dürfte hierbei aber sein, dass Wale den Titel "Ambition" wirklich verkörpert. Man hört, dass er sich wirklich Mühe gibt und auch oft genug, dass er wirklich Spaß am Mikrophon hat - auch mal gar nicht so übel in einem Game voller Stoiker.

Von meiner Seite bleibt die Empfehlung, zumindest mal reinzuhören. Meine 5 Favouriten:

1. Sabotage - Der schon angesprochene Bigband-Klang gelangt hier zu einem absoluten Höhepunkt. Der Band spielt um ihr Leben und motiviert sowohl Wale als auch den Gast Lloyd zu Höchstleistungen
2. Ambition - Vor allem die Atmosphäre dieses Tracks überzeugt durch das perfekte Zusammenspiel von Beat und Lyrics - sehr starke Leistung von allen drei Beteiligten.
3. Lotus Flower Bomb - Wieder einmal sehr gut produziert ist das der perfekte Song zum Relaxen - besonders die Stimme von Miguel ist sehr schön beruhigend.
4. Focused - Die Reunion mit KiD CuDi fällt wie zu erwarten recht pompös aus. Hier zeigt sich besonders, wie sehr sich Wale's Song auf keinem Fall zu seinem Nachteil gewandelt hat.
5. Miami Nights - Die Königsdisziplin von Wale - Gute-Laune-Songs mit viel Bläsern und nicht zu wenig Bombast. Auch hier ist das wieder sehr gut gelungen.

Übrigens: Wem das Album zusagt, der sollte sich auf jeden Fall noch die Singles "Bait" und "Bad Girls Club" mit J. Cole anhören. Auch wenn beide thematisch nicht gerade eine neue Welt eröffnen, so klingen sie zumindest richtig gut. Besonders "Bad Girls Club" ist daher auch einer meiner meistgehörten Songs von Wale


Cole World: The Sideline Story
Cole World: The Sideline Story
Preis: EUR 6,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen How do you turn a dollar into a dream?, 1. Oktober 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cole World: The Sideline Story (Audio CD)
Endlich ist es da. Das Debüt-Album vom neuen Hip-Hop Messiah, vom "Saviour of Hip-Hop". Nicht selten wurde Jermaine Lamarr Cole dieser Titel zugesprochen. Dabei ist er eigentlich der normalste Junge der Welt. Geboren in Frankfurt, wuchs er in Fayetteville auf, ein Ort, in den er mit 8 Monaten gezogen ist. Kein Ghetto, keine familiären Probleme, gute Noten in der Schule und ein Diplom mit einer Bewertung von magna cum laude.
Vielleicht stellt er für viele gerade deshalb die Zukunft des Raps dar. Denn die neue Generation von Rappern kommt nicht mehr aus den Ghettos. Sie sind Leute wie du und ich, die einfach mit einem musikalischen Talent gesegnet sind, und das der Welt mitteilen wollen. Halt solche Leute wie J. Cole.

Doch Talent, wie es Cole in seinen Mixtapes "Warm Up" und "Friday Night Lights" offensichtlich präsentierte, kann neben einem Signing bei Jay-Z's Roc Nation auch zu völlig abnormen Erwartungen an sein Debüt führen. Den ersten Rezensionen um dieses Werk sieht man dies auch an - "Kann die Erwartungen nicht ganz erfüllen". Aber wenn man einen Instant Classic erwartet, der das Hip-Hop-Game für immer verändert, kann man lange warten. Denn sowas stellt sich erst nach einiger Zeit heraus. Cole sagte einmal selber, dass es mehrere Jahre braucht, um festzustellen, ob ein Album ein Klassiker ist, oder nicht. Wenn man es dann nach 5 Jahren immer noch hört, kann man es getrost als solchen bezeichnen.

Also jetzt mal gar nicht über den Wert dieses Werkes für das Game spekulieren, sondern es einfach mal bewerten, was uns Cole da abliefert. Das Album fängt für ihn typisch mit einem ruhigen, von einem Klavier unterlegtem Intro an, in dem Cole die Zuhörerschaft auf die Geschichte einstimmt, wie er gesignt wurde. Diese erfolgt dann mit "Dollar and a Dream III". Auf einem großen, leicht melancholisch angehauchten Instrumental, auf dem Cole sich sowohl flow- als auch texttechnisch großartig entfaltet. Zu bemerken bei der Tracklist ist, dass Cole 12 von den 16 Tracks selbst produziert hat. Das Ergebnis lässt sich absolut sehen. Es lässt sich eindeutig ein roter Faden in den Instrumentals erkennen, aber trotzdem wird genügend Abwechslung geliefert, sodass nie Langeweile aufkommt.

Cole's größte Stärke hierbei sind die Songs, die in die Kategorie "Story-Telling" fallen. Songs wie "Lost Ones" oder der iTunes-Bonussong "Daddy's Little Girl" erzählen ihre Geschichten so mitreißend und emotional aufrichtig, dass es keiner Wortspielereien bedarf, um große Zeilen zu schreiben. Ohne seine Schwächen, seine Ängste zu verstecken rappt Cole von seinem und unseren Leben. Denn er ist kein Superstar in dem Sinne. Er spricht auch deshalb Dinge an, die man nur allzu gut nachempfinden kann - "We all the same, on different teams, but it's all a game". Aber nur solche Songs wären ja irgendwie auch langweilig, weswegen er uns, um das ganze ein wenig aufzulockern, Tracks liefert wie "Can't Get Enough", die zweite Single, in der es einfach um Frauen geht. Aber durch den extrem ansteckenden Beat, dem Trey Songz regelmäßig im Refrain das Sahnehäubchen aufsetzt, ist das mehr als verzeihbar. "In the Morning", welches im Wesentlichen dasselbe Thema behandelt wiederum überzeugt durch seine unglaublich smoothe Produktion, die Cole aber ein bisschen besser zu benutzen weiß als sein Gast Drake.

Und auch wenn er beim ersten Hören so gar nicht in das Album passen wollte, hat sich "Mr. Nice Watch" schon nach den ersten paar Durchläufen fest im Gehörgang verpflanzt. Auf einem sehr synthetischen Beat (der einzige dieser Art) spitten Cole und sein Mentor Jay-Z zu Recht selbsterhöhende Strophen, die mit einigen Seitenhieben an solche versehen sind, die nicht an Cole glauben wollten.

Der einzige Kritikpunkt, der bleibt, ist das Fehlen einer richtigen Single neben "Can't Get Enough". Denn die erste Single "Work Out" wurde bereits zum Bonus-Track degradiert, hat sich auch nicht angefühlt wie eine richtige Single und der Rest ist zwar gut, sehr gut sogar, meistens gar großartig, aber wie Singles klingen die Songs auch nicht. Aber das soll gar nicht mal so stören, denn trotz alledem ist "Cole World: The Sideline Story" ein rundum gelungenes Album. J. Cole hat seinen Platz im Game gefunden, und ich bin schon sehr gespannt, was in den nächsten Jahren noch so von ihm kommen wird. Auf jeden Fall wird er ganz oben mitspielen. So viel steht fest.

Nun noch meine Favouriten:

1. Can't Get Enough - Einfach ein Gute-Laune-Lied erster Güte. Trey Songz macht einen fantastichen Job und Cole rappt sehr energetisch und doch sehr cool.
2. Lost Ones - Eine sehr ergreifende Geschichte über Abtreibung, die beide Standpunkte beleuchtet. Die musikalische Untermalung ist natürlich auch hier sehr gelungen.
3. Mr. Nice Watch - Der mit Abstand härteste Song auf dem Album. Aber auch das klingt nie gezwungen, sondern sehr souverän. Von beiden.
4. In the Morning - Einer der chilligsten Songs, die mir auf Anhieb einfallen. Entspannter geht es kaum.
5. Dollar and a Dream III - Ein großartiges Instrumental trifft auf einen großartigen Text - der perfekte Einstieg.

Natürlich kann ich jetzt noch nicht sagen, ob "Cole World" auch in 5 Jahren noch meine Playlists dominieren wird, aber zur Zeit tut es das jedenfalls. Und meine persönlichen Erwartungen erfüllt es voll und ganz. Und auch wenn es wahrscheinlich nicht das Album des Jahres ist, kriegt es eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.


Section.80 [Explicit]
Section.80 [Explicit]
Preis: EUR 8,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Build your own pyramids, write your own hieroglyphs!, 30. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Section.80 [Explicit] (MP3-Download)
Während das letzte Jahr die Newcomer noch überall in den Medien zu hören waren (Drake, B.o.B,...), war in diesem Jahr der wohl interessanteste Rookie neben Leuten wie J. Cole und Yelawolf auf den ersten Blick eher unscheinbar. Kendrick Lamar, geboren in Compton, dem Geburtsort von Leuten wie Dr. Dre und Game, wurde dieses Jahr aber vor Kurzem auf der Bühne von selbigen sowie Snoop Dogg zum "New King of the West Coast" gekrönt.
Und hier in Deutschland hat man eher gar nichts mitbekommen. Aber das ist auch nicht sonderlich ungewöhnlich, wenn man bedenkt, dass Lamar beim Label Top Dawg Entertainment gesignt ist, und es seine ausschließlich digital verfügbare Platte gerade mal auf Platz 113 der Billboard Charts geschafft hat. Dabei fallen die Kritiken überaus positiv aus, kaum einer hat etwas zu meckern. Auch die im Hip-Hop so weit verbreiteten Hater sind gar nicht aufzufinden.

Denn Kendrick Lamar ist nicht umsonst der neue "König der Westküste" und wird auch nicht umsonst als einer der talentiertesten (wenn nicht sogar der talentierteste) Newcomer bezeichnet. Das stellt er in seinem Album "Section.80" eindrucksvoll unter Beweis.

16 Tracks lang unterhält uns Kendrick unheimlich wortgewandt, mit einem großartigem Flow, einer vielseitig eingesetzten Stimme und extrem passenden Beats. Manchmal mag man gar nicht glauben, dass das sein erstes käuflich erwerbbares Projekt ist, so versiert und routiniert rappt er auf "A.D.H.D" seine Zeilen herunter. Er wechselt seinen Flow, die Stimmlage, geht mit den Veränderungen im Beat, als gäbe es nichts Einfacheres als das. Und so geht das ewig weiter. Völlig unverkrampft erzählt Kendrick Geschichten aus seinem Leben, erzeugt dabei oftmals eine triste, und doch lebensbejahende Darstellung (z.B. "Kush & Corinthians") und liefert dabei die volle Bandbreite ab. Von Gehässigkeits-Hymnen ("The Spiteful Chant") über System-Kritik mit Appell-Charakter ("HiiiPower", "F**k your Ethnicity") durch Rap-Olympiaden ("Rigamortus") bis zu Real-Life-Stories ("Keisha's Song").

Lyrisch besonders gelungen sind dabei meiner Meinung nach die Titel, die mit einem Nebentitel versehen sind - also "No Make-Up (Her Vice)", "Tammy's Song (Her Evils)", "Poe Man's Dreams (His Vice)" und "Keisha's Song (Her Pain)". Hier werden starke Geschichten sehr eindrucksvoll wiedergegeben, oder auch bei "No Make-Up" auf ein Problem hingewiesen, was wir eigentlich alle kennen: Schöne Frau benutzt viel zu viel Make-Up und verliert dabei ihre einzigartige Schönheit. Das gepaart mit den wirklich gelungenen Beats und wirkungsvoll eingesetzten Features erzeugen ein unheimlich ausgewogenes Gesamtbild. Simpel in der Mechanik, und doch unendlich komplex in der Ausführung.

Wenn es um die Highlights dieses Jahres geht, sollte "Section.80" also eigentlich auf jeder Liste stehen. Kendrick ist auf seinem Weg, einer der ganz großen zu werden. Denn in Amerika hat er trotz eher schwachen Verkaufszahlen massiv Aufmerksamkeit erregt. Er soll beispielsweise gleich mehrfach auf Dr. Dre's sagenumwobenen Album "Detox" vertreten sein. Seine Zukunft ist absolut rosig. Vor allem, da er dieses Debut ohne Druck veröffentlichen konnte, und die Erwartungen beinahe aller um Längen übertroffen hat. Uneingeschränkte Kaufempfehlung - besonders bei dem Preis, den Amazon hierfür verlangt!

Meine 5 Favouriten:

1. No Make-Up - Großartige Produktion, tolle Thematik, die lyrisch stark umgesetzt wurde.
2. Keisha's Song - Ebenfalls sehr gut produziert, zudem auch noch eine schon fast mitreißende Geschichte, die uns Kendrick da erzählt.
3. A.D.H.D - Einfach ein klasse Sound - Beat, Flow und Text greifen herrlich ineinander.
4. HiiiPower - J. Cole hat an den Reglern alles richtig gemacht - Kendrick überzeugt durch abermals starken Flow und ungezwungene Aufrappelparolen.
5. Hol' Up - Vom Sound her sehr lässig, doch bringt Kendrick sehr gute, teils provokante Lines.


All 6's and 7's
All 6's and 7's
Preis: EUR 18,61

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tech will never go Mainstream, Mainstream will go Tech!, 24. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: All 6's and 7's (Audio CD)
Auf seinem mittlerweile schon zwölften Studioalbum in 12 Jahren hat Aaron Yates es endlich geschafft, mehrere zur Zeit im Mainstream schwer angesagte und erfolgreiche Künstler auf sein Album zu holen. So tummeln sich die Featurings, über 30 Gastauftritte, manche auch mal öfters, wie Nikkiya Brooks, und unter ihnen sind auch Leute wie B.o.B, Twista, Yelawolf, Busta Rhymes, Snoop Dogg, T-Pain und Lil' Wayne. Für viele andere Künstler, die bis dahin in allererster Linie mit Independent-Künstlern gearbeitet haben, ist das normalerweise das Urteil für ein absolutes Sell-Out und das Abgeben jeglicher eigener Einflüsse.

Aber nicht mit Tech! Tech N9ne war immer schon Untergrund, und das wird - zumindest vom Sound her - auch immer so bleiben. Die Featurings müssen sich ausnahmsweise alle an Tech's kranken Flow und seine teils doch recht eigene Beatauswahl anpassen. Es gibt nicht viele, die sich so durchsetzen können. Wenn man heutzutage beispielsweise ein Featuring mit Chris Brown hat, kann man in 90% der Fälle schon recht genau vorhersagen, wie das klingen wird. Nämlich nach Chris Brown. Auf All 6's & 7's kann man das aber auch - es wird nach Tech klingen. Und Tech präsentiert sich so gut wie noch nie. Er ist einer der wenigen Rapper, die immer noch von sich behaupten können, sich durch ihre ganze Karriere stetig weiter entwickelt haben. Und auch wenn er vor 12 Jahren schon sehr gut rappen konnte, so klingt heute einfach alles noch ausgefeilter und auch noch ein bisschen reifer.

Reifer heißt aber nicht wie bei so vielen anderen, dass das Album total ernst und dadurch irgendwie langweilig wird. Es geht natürlich auch noch um weniger weltbewegende Themen, so zum Beispiel in "F**k Food". Aber das ist doch völlig egal, wenn dieser Mann dem Hörer einen solchen Flow um die Ohren haut, dass man wirklich Schwierigkeiten hat, ihm zuzuhören, weil man am liebsten einfach nur da sitzt, den Fluss der Worte genießt, nur um dann nach der nächsten Line zu sagen: "Äh, was hat er nochmal gesagt?". Aber wird man bei Tech auch noch dafür belohnt, wenn man ihm mal zuhört. Die Texte strotzen nur so vor Wortgewalt, gepaart mit den brachialen Beats und seinem Flow wird das regelmäßig zu einem wahren Feuerwerk. Und wenn Tech uns nicht gerade die Ohren wegfetzt, so weiß er auch seine ruhige Seite perfekt einzusetzen. Songs wie "Strangeland", der durch seine unglaublich dichte Atmosphäre überzeugt, oder "Mama Nem", der einfach von Grund auf ehrlich ist, erzeugen das Gleichgewicht, das ein wirklich gutes Album braucht.

Bleibt also nur noch die Frage danach, was es auszusetzen gibt. Das einzige was mir hier einfallen würde, wäre, dass es eventuell hier oder da vielleicht der ein oder andere Feature-Gast zu viel ist. Aber eigentlich machen alle ihren Job außerordentlich gut, wissen aber auch alle, Tech nicht zu überflügeln. Aber das soll eh mal einer allein flowtechnisch hinkriegen.

Bleibt also das meiner Meinung nach bislang beste Album 2011. Ob das noch getoppt wird, bleibt abzuwarten. Yelawolf hätte vielleicht das Zeug dazu, J. Cole hat sich nach den ersten Reaktionen wohl ein wenig verzettelt. Aber dieses Album sollte sich jeder Rap-Fan auf jeden Fall zu Gemüte ziehen. Ein Klassiker ist es nicht, solche Platten sind ruhiger. Aber das hier ist Rap vom Feinsten. Und allein der Song "Worldwide Choppers" ist für mich einer der besten Rap-Songs der letzten Jahre.

Nun noch meine 5 Favouriten:

1. Worldwide Choppers - 9 Rapper, einer schneller und krasser als der andere. Eines der Highlights der letzten Jahre (!!)
2. Mama Nem - Ein ehrlicher Dank an die Mutter, der an keiner Stelle kitschig wird.
3. F**k Food - Wie immer starker Tech, starker Wayne, und ein überraschend guter T-Pain - monströse Hook von ihm.
4. He's A Mental Giant - Eine Art Solo-Version von Worldwide Choppers. Nur nicht so schnell - gibt ja auch keine Konkurrenz. Trotzdem wird hier Feuer ohne Ende versprüht
5. Strangeland - Tech weiß seine Stimme so gut auf den Beat anzupassen, dass eine unglaublich beeindruckende Athmosphäre erzeugt wird. Kopfhörer auf, Augen zu, schon ist man mitten im Strangeland.


Tha Carter IV
Tha Carter IV
Preis: EUR 7,99

12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Meilenstein sieht anders aus., 8. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Tha Carter IV (Audio CD)
Auch wenn Lil' Wayne schon immer die Hip-Hop-Szene spaltete, so schrieb der Vorgänger zu diesem Album "Tha Carter III" mit Platin gleich in der ersten Woche Rap-Geschichte. Nach drei mehr oder weniger halbgaren Alben ("Rebirth", "We Are Young Money" & "I Am Not A Human Being"), kommt also endlich das Album, an dem Mr. Carter bereits seit 3 Jahren sitzt und dass die gigantischen Erwartungen halten soll, die ihm sein durchaus gelungener Vorgänger auftat.

Die Singles waren was das anging doch auch sehr vielversprechend. "6'7'", "John", "She Will" - allesamt Bretter. Dass alle diese aber keine große thematische Vielfalt auffahren ließen, machte "How To Love" in gewisser Weise wieder wett. Zwar ist die Geschichte in diesem Song auch nicht gerade unberührt, doch sie wird von Wayne einfach cool und vor allem - Gott sei Dank - ohne Auto-Tune vorgetragen. Gepaart mit dem äußerst gelungenen, für Wayne schon recht ungewohnten Instrumental, wird er aber - zumindest für viele - zu einem absoluten Hit.

Überhaupt ist die Produktion die große Stärke dieses Albums. Die Beats sind allesamt stark. Bis auf "Nightmares Of The Bottom", was leider total lahm ist, wobei der Song echt gut werden könnte. Für "How To Hate" gilt das nicht. Dieses Stück ist einfach nicht gut. T-Pain nervt tierisch und auch der Beat will mal so gar nicht zünden.
Ansonsten ist aber alles sehr gut hörbar. Doch fällt recht schnell etwas auf - Wayne fehlt auf "Interlude" und "Outro". Beide dieser Songs benutzen dasselbe Instrumental wie das Intro. Nur halt andere Rapper, die drauf rappen. Und die machen leider bis auf Shyne, dessen Part total in die Hose geht - schrecklich, kann man sich gar nicht anhören - alle eine bessere Figur als der Hausherr auf "Intro". Besonders Tech N9ne besticht hier und macht "Interlude" zusammen mit einem überragenden Andre 3000 meiner Meinung nach zum besten Song des Albums. Ohne Wayne - ernsthaft?!

Dieser Ironie liegt aber im Wesentlichen zugrunde, dass Lil' Wayne zwar viel besser könnte (was ja auch durchaus schon der Fall war), das aber einfach nicht tut. Viele der anderen Songs sind nämlich nicht nur thematisch schwach, sondern überzeugen auch textlich nicht. "You faker than some titties, you get tittie f-cked" - Au weia! Aber das zieht sich fast durch's ganze Album! Und dann wäre da noch dieser immer gleiche, monotone Flow, den wir mittlerweile auch schon Millionen Male gehört haben. Spannender wird der dadurch auch nicht. Wenn man da noch mal in den Vorgänger reinhört, merkt man, dass Wayne aber durchaus richtig hungrig und motiviert klingen kann. Hier ist das so richtig nur auf "6'7'" und "Abortion" der Fall.

Und da kommt dann die große Problematik des Albums erst richtig auf: Wayne könnte ein richtig gutes Album machen. Hätte, könnte, müsste. Aber der Erfolg kommt ja mittlerweile von alleine. Die Verkaufszahlen stimmen ja sowieso. Wieder einmal bricht das Album Verkaufsrekorde - was war auch anderes zu erwarten? Doch da Weezy sich mittlerweile nicht mal mehr wirklich anstrengen muss, lässt er scheinbar auch mal viel außer Acht. Zum Beispiel, dass sein Style auf "Tha Carter III" noch neu und cool war. Mittlerweile wäre es vielleicht mal Zeit für etwas Neues. Wie wäre es mal mit ein paar interessanten Themen, "deepen" Songs? Wer sowas von dem Herren hören will, sollte lediglich auf "Dear Anne (Stan Part 2)" zurückgreifen. Ein grandioser Song, der es ironischerweise nicht auf's Album geschafft hat, da die Strophen recht alt waren, und Wayne sie nicht mehr "gefühlt" hat. Aber auch der Bonustrack "Mirror" taugt in der Hinsicht schon was.

So bleibt ein Album, was einfach so viel besser hätte sein können. Aber immerhin bleibt es dann doch noch ganz solide. Denn wie gesagt - richtig schrecklich ist nur ein Song. Den Rest kann man eigentlich schon hören. Aber gemessen an dem Hype um diesen Herren ist es schon ein Witz, was einem an Tiefe, Vielseitigkeit und Kreativität geboten wird. Dabei feiere ich ihn ja eigentlich. Aber so langsam wird es Zeit, an seinem Style zu feilen.

Nun noch meine Favouriten:

1. Interlude - Ohne Wayne. Das spricht irgendwie schon Bände
2. 6'7' - Starker Beat, starker Flow, starker Cory Gunz, gute Lines von Wayne.
3. How To Love - Der meiner Meinung nach beste ruhige Song, den Wayne bislang je gemacht hat.

Anmerkung: Bitte kauft euch das Album nicht blind, nur weil ihr Wayne mögt. Hört es euch an, reflektiert, hört es nochmal und so. Es gibt bessere Leute als ihn. Mittlerweile wird das leider immer deutlicher...
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 15, 2011 9:21 PM MEST


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