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MissVega (Hamburg)

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Gallows Hill - Verdammt in alle Ewigkeit (Uncut)
Gallows Hill - Verdammt in alle Ewigkeit (Uncut)
DVD ~ Peter Facinelli
Preis: EUR 13,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Galgenhügel, 18. Dezember 2014
Peter Facinelli dürfte - wenn überhaupt - durch zwei Dinge rudimentäre Bekanntheit erlangt haben: erstens durch seine zwischen 2002 und 2003 ausgestrahlte Serie "Fastlane", die irgendwie ganz cool war und zweitens durch seine 12 Jahre andauernde Ehe mit Jenny Garth ("Beverly Hills 90210"), mit der er drei Töchter hat. Zwar hat er auch in den "Twilight"-Filmen mitgespielt, vorrangig aber mäandert Facinelli sich mittlerweile durch die amerikanische TV-Serienlandschaft oder taucht in B- und C-Produktionen auf, die meistens direkt im Videothekenregal landen. Und dies auch zu Recht, wenn man sich den galgenhügeligen Mumpitz ansieht, den Regisseur Víctor García hier auf Zelluloid gebannt hat. Nun ja, wenn man sich Garcías Filmographie anschaut, hätte man das ahnen können, zeichnet er doch für so schlechte Filme wie "Mirrors 2" und "Hellraiser: Revelations" verantwortlich. "Gallows Hill" ist billig gemachter Hexenmumpitz mit sehr mäßig begabten Darstellern, an dem das Gruseligste die schlechten Dialoge sind.

Ausstattung der DVD: Ton in deutsch in DD 2.0 u. DTS 5.1, in englisch in DD 5.1, Untertitel in deutsch. Extras: Making-of, englischer und deutscher Trailer, Interviews mit Hauptdarstellern und Produzenten und eine fünfteilige Trailershow. Die Bildqualität ist selbst für eine DVD nicht sonderlich gut und kommt vorrangig gräulich und verwaschen daher.

David (Peter Facinelli, "Nurse Jackie") hat den Tod seiner kolumbianischen Frau Marcela überwunden und will wieder heiraten, und zwar Lauren (Sophia Myles, "Transformers 4"). Da auch seine Tochter Jill (Nathalia Ramos, "House of Anubis") bei der Hochzeit dabei sein soll, fliegt er kurzerhand mit Lauren nach Bogotá, um Jill abzuholen, die gerade bei ihrer Tante Gina (Carolina Guerra, "Da Vinci's Demons") weilt. Da das vergessliche Kind aber seinen Pass im sechs Stunden entfernten Medellin vergessen hat, macht man sich trotz Unwetter auf, diesen zu holen. Aufgrund erdrutschartiger Regenfälle macht der Wagen irgendwann schlapp und das Quintett (Ginas Kameramann und Jills Part-Time-Lover Ramon ist auch noch anbei) sucht in einem nahegelegenen ehemaligen Hotel bei Hausbesitzer Felipe Unterschlupf. Als man entdeckt, dass dieser in seinem Keller ein kleines Mädchen gefangen hält, befreit man das verdreckte Gör kurzerhand aus dem Verlies. Böser Fehler, wie Felipe dem tumben Haufen noch klarzumachen versucht. Denn die Kleine ist bei weitem nicht das unschuldige Opfer, für das die Truppe sie hält. Im Gegenteil, sie ist eine böse Hexe, die munter den debilen Rettungshaufen dezimiert und dabei fröhlich von einem Körper zum nächsten wandert. Bis die fünf Deppen das allerdings geschnallt haben, sind schon nicht mehr allzu viele von ihnen übrig…was ja irgendwie auch nicht unbedingt ein Verlust ist.

Nachdem ich ungefähr zehn Minuten dieser akustischen Unfähigkeits-Olympiade gelauscht habe, habe ich flugs von der deutschen zur englisch-spanischen Originalversion gewechselt, was die strunzdämlichen Dialoge wenigstens etwas erträglicher gemacht hat. Fakt ist jedoch, dass García in seinem 87minütigen Film jede Menge gestelzter, unrealistischer und blöder Dialoge untergebracht hat, die nur noch von der vorhersehbaren, blödhammeligen Handlung übertroffen werden. Einzig sein FX-Department hat halbwegs überzeugende Arbeit geleistet, so dass man in "Gallows Hill" ein paar zwar recht gängige, aber immerhin schön blutige Sequenzen vorfindet.

Bis es aber soweit ist, muss man erstmal haufenweise sinnlose Handlungen und überflüssiges Gerede über sich ergehen lassen. Man redet Blödsinn in Bogotá, labert weiteren Dünnsinn auf der Autofahrt nach Medellin und steigert sich richtig schön ins Schwachsinn reden hinein, als man in Felipes Rumpelbutze angekommen ist. Jill findet es voll doof, dass ihr Trottelpapa wieder heiraten will, Amazone Gina gibt erfolglos die gütige Tante, Ramon denkt vorzugsweise mit seiner Lendengegend, Lauren macht einen auf verständnisvolle Stiefmutter und David ist heillos überfordert damit, seine bockige Tochter in den Griff zu kriegen oder sich auf sonst eine Weise auch nur im Ansatz Respekt zu verschaffen oder als das Alphatier zu agieren, als das Regisseur García ihn vollkommen unverständlicherweise vorgesehen hat. Dazwischen murmelt Felipe ein paar Gebetsbrocken vor sich hin und das vermeintlich gefangen gehaltene Kind probt sich am Sprechen mit Stimmverzerrer. Was für ein herrliches Durcheinander…

Nein, was für ein Schwachsinn, ehrlich gesagt. Die Story um eine jahrhundertealte Hexe, die sich fröhlich durch Kolumbien killt, ist so einfallslos wie schlecht erzählt. Die völlig konstruiert wirkenden Konflikte, die dann ach so überraschend nach und nach aufbrechen, sind ebenso wenig überzeugend wie die gestelzte Vater-Tochter-Liebe, die im Augenblick der Gefahr natürlich neu entfacht und intensiviert wird. Letztendlich stolpert ein Haufen hysterischer Vollidioten, dessen Vorausschau bereits an der eigenen Nasenspitze endet, durch ein dreckstarres Haus oder wahlweise durch strömenden Regen und kriegt aber auch wirklich so gar nichts gebacken.

Wenigstens kann man sich von den schlechten Darstellerleistungen, die durch die Bank weg hölzern und verkrampft wirken, mit einer Handvoll hübsch blutiger Sequenzen ablenken. Diese sind zwar ebenfalls nicht sonderlich einfallsreich, aber immerhin besser als der Rest des Films. Leider sind es ihrer zu wenig, um vergessen zu lassen, wie lang 87 Minuten sein können, wenn man einen schlechten Film vor sich hat.

Schlussendlich ist "Gallows Hill" hanebüchener Murks, dem es fast an allem fehlt: einem guten, blutigen und vor allem temporeichen Drehbuch, Spannung, guten Schauspielern, einem talentierten Regisseur, einer Story, die nicht schon tausendmal erzählt wurde und obendrauf auch noch fähigen Synchronsprechern. Die standardisierten Metzeleien rechtfertigen es leider nicht, seine Zeit mit "Gallows Hill zu verschwenden. Insofern gerade mal noch einen von fünf blöden Hügeln, auf die man den Regisseur treiben und einfach stehenlassen sollte.


Thanks for Sharing - Süchtig nach Sex [Blu-ray]
Thanks for Sharing - Süchtig nach Sex [Blu-ray]
DVD ~ Mark Ruffalo
Preis: EUR 12,99

3.0 von 5 Sternen Sexoholics, 14. Dezember 2014
"Thanks for Sharing" ist das Regiedebüt des Drehbuchautors Stuart Blumberg ("The Girl Next Door", "The Kids Are Alright"), der hier natürlich auch für das Script verantwortlich zeichnet. Trotz beachtlichem Staraufgebot (Mark Ruffalo, Tim Robbins, Gwyneth Paltrow, Pink) gelingt es Blumberg nicht ganz, aus seinem Debüt einen beeindruckenden, emotionalen oder lustigen Film zu machen. "Thanks for Sharing" bietet knapp zwei Stunden lang nette Unterhaltung, kommt aber weder dramaturgisch noch humoristisch so richtig aus dem Quark.

Ausstattung der Blu Ray: Ton in deutsch und englisch in DTS-HD 5.1, Untertitel in deutsch. Extras: Trailer des Films und vier weitere Trailer. Am Ton muss etwas geschraubt werden, bis man ihn laut genug vernehmen kann. Das Bild ist scharf und klar, dennoch lohnt - auch aufgrund der nicht vorhandenen Extras - die Mehrausgabe für die Blu Ray meiner Ansicht nach nicht.

Adam (Mark Ruffalo, "Shutter Island", "The Avengers"), Mike (Tim Robbins, "Die Verurteilten"), Neil (Josh Gad, "Love and other drugs") und Dede (Pink) sind allesamt Mitglieder derselben Selbsthilfegruppe. Adam ist sexsüchtig, aber bereits seit fünf Jahren abstinent, so dass er sich langsam wieder sicher genug fühlt, sich auf das gefährliche Sex-Terrain zu wagen, und zwar mit der sportbesessenen Phoebe (Gwyneth Paltrow, "Iron Man"). Mike, der Veteran der Gruppe, ist trockener Alkoholiker, hat aber Probleme mit seinem erst kürzlich clean gewordenen Sohn Danny (Patrick Fugit, "Wir kaufen einen Zoo"). Neil schubbert sich in der U-Bahn gern an fremden Frauen oder schaut seiner Vorgesetzten im Krankenhaus gerne via Kamera unter den Rock, was ihn jüngst den Job gekostet hat. Und Dede, die einzige Frau in der Gruppe, ist ebenfalls drogenfrei, aber sexsüchtig. Gemeinsam und allein versuchen die Vier, ihre unterschiedlichen Leben wieder in den Griff zu kriegen und sich nicht mehr von Alkohol, Drogen oder Sex ihr Verhalten diktieren zu lassen.

Naturgemäß sind "solche" Filme recht dialoglastig. Und hier hat Drehbuchautor und Regisseur Blumberg immer mal wieder einen guten Job gemacht. Besonders die ironischen Wortscharmützel zwischen Adam und Phoebe sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Da man aber trotz aller Bemühungen nie so richtig warm wird mit den Protagonisten, verkommt "Thanks for Sharing" leider oft zu einem etwas beliebigen Problemfilmchen, das den Zuschauer nicht so richtig abzuholen weiß.

Immer abwechselnd schaut man den Protagonisten dabei zu, wie sie ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen versuchen - und das wird ob der konventionellen Regie leider irgendwann etwas langweilig, da Blumberg hier nur selten temporeiche und emotional spannenden Sequenzen gelingen. Adam fällt es schwer, sich wieder auf eine Beziehung einzulassen, da er Angst hat, wieder rückfällig zu werden und sein Leben ausschließlich von den Gedanken an Sex und Masturbation bestimmen zu lassen. Und ob Phoebe mit ihrer fanatischen Trennkost, dem Bewegungszwang und der hinter ihr liegenden Brustkrebserkrankung stark genug ist, sich mit einem ehemals Sexsüchtigen auseinanderzusetzen, ist auch fraglich. Mike hat sein Leben vermeintlich im Griff, seine Frau (Joely Richardson, "Verblendung") hat ihm sogar verziehen, dass er sie in seiner Suchtphase mit Hepatitis angesteckt hat. Doch als sein erst seit ein paar Monaten drogenfreier Sohn Danny wieder zu Hause auftaucht, wird klar, dass Mike nicht der perfekte Mann ist, für den er sich selbst und auch andere ihn halten. Neil hingegen steht noch ganz am Anfang seiner Sexsuchtbekämpfung, die Therapie ist für ihn mehr richterliche Anordnung als wirkliche Notwendigkeit. Der moppelige Lockenkopf stolpert von einer Sexfalle zur nächsten, erst als die ebenfalls mit ihrer Sexsucht kämpfende Dede seine Hilfe braucht, sieht er ein, dass auch er selbst Hilfe benötigt.

Das alles ist nett anzusehen und stellenweise durchaus interessant und auch kurzweilig, in der Summe aber kommt "Thanks for Sharing" weder um einige gängige Klischees umhin (schwierige Vater-Sohn-Beziehung, bildhübsche, aber innerlich kaputte Frau) noch um eine gewisse belanglose Schwatzhaftigkeit. Denn obwohl die einzelnen Protagonisten fast zwei Stunden Zeit haben, ihr Seelenleben vorm Zuschauer auszubreiten, gelingt es Blumberg nur selten, mehr als ein wenig an der Oberfläche seiner Charaktere zu kratzen. So bleibt einem der emotionale Zugang zu Protagonisten und Handlungsverlauf weitestgehend versperrt. Darüber hinaus wirken einige Storywendungen doch etwas gewollt und konstruiert.

Hat man sich aber erst einmal ein wenig in die Welt der zu Therapierenden eingefunden, wallt irgendwann zumindest soviel Interesse auf, dass man wissen möchte, wie es für jeden Einzelnen denn nun ausgeht, bevor der Abspann eingeläutet wird. Darüber hinaus kann man sich an spielfreudigen und erfahrenen Mimen erfreuen, die die ihnen zugewiesenen Rollen mit links meistern. Schön, Tim Robbins, den 1,96 m großen Hünen, endlich mal wiederzusehen. In den letzten Jahren war der 56jährige Ausnahmeschauspieler ja nur in Nebenrollen zu sehen, obwohl er durch "Die Verurteilten", "Mystic River" und "Jacobs Ladder" ausreichend bewiesen hat, dass er hauptrollentauglich ist.

Alles in allem ist "Thanks for Sharing" ein typisch amerikanischer Film, der einerseits durch oberflächliches Drama-Gerede, andererseits durch teilweise pointierten Witz und Situationskomik auffällt. Wirklich gut ausgearbeitet sind die Charaktere leider nicht und auch die Spannungskurve hängt immer mal wieder durch. Dafür gibt es ein bisschen hübsch anzusehende nackte Haut (vorrangig von Frau Paltrow, der recht pelzige Körper von Mark Ruffalo ist nicht ganz so hübsch), diverse angedeutete Masturbationsszenen und etwas effekthascherische Dramaturgie, die nicht immer überzeugt. Wäre es Blumberg gelungen, seinen Charakteren noch etwas mehr Tiefe zu verleihen und einige belanglose Dialoge aufzuwerten oder zu streichen und das Ganze noch etwas leichtfüßiger und witziger zu gestalten, wäre aus "Thanks for Sharing" ein richtig guter Film geworden. Für ein Debüt dennoch beachtlich und dafür dann auchsolide drei von fünf weggeworfenen Pornosammlungen, die unsere ge(Heil)ten Five ja sowieso nicht mehr brauchen.


The Purge: Anarchy
The Purge: Anarchy
DVD ~ Frank Grillo
Preis: EUR 12,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Motor ist geplatzt, 10. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: The Purge: Anarchy (DVD)
So, nachdem "The Purge" im letzten Jahr erstaunlich erfolgreich war (was aufgrund der hanebüchenen Story, der lustlosen Darsteller und der fahrlässigen Regie recht erstaunlich ist), legt Regisseur James DeMonaco nun nach und inszeniert auch den zweiten Teil um eine philosophisch sicherlich interessante Grundidee, die aber an Realismus und Durchsetzbarkeit erneut scheitert. Wenigstens bewegt DeMonaco sich weg vom nahezu einzigen Schauplatz des ersten Teils, einem nur vermeintlich einbruchssicheren Haus, und geht direkt auf die Straße, wo sich die brutalen Säuberungsaktionen spannender inszenieren lassen. Doch erneut krankt der Film an einem logiklöchrigen Drehbuch und einer sehr konventionellen Inszenierung, so dass man mehr als skeptisch auf den ebenfalls von DeMonaco inszenierten dritten Teil blickt, der vermutlich irgendwann nächstes Jahr das Licht der Kinoleinwand erblicken wird.

Ausstattung der DVD: Ton in deutsch, englisch, französisch, türkisch und einer weiteren Sprache, Untertitel in deutsch, englisch und elf weiteren Sprachen. Extras: vier Trailer. Bild und Ton sind gut, aber nicht herausragend.

Amerika, 2022. Um Kriminelle in Schach und die Gefängnisse so leer wie möglich zu halten, ruft die Regierung einmal im Jahr eine 12stündige Anarchiephase aus, in der jeder Bürger so kriminell sein darf, wie er lustig ist. Ob man unliebsame Zeitgenossen aus dem Weg räumen, einbrechen, brandschatzen oder vergewaltigen will, der kriminellen Energie werden keine Grenzen gesetzt, lediglich Sprengsätze sind verboten. Polizei, Feuerwehr und Krankenhäuser machen die Schotten ebenso dicht wie ängstliche Bürger, die um ihr Leben fürchten müssen. Doch auch zu Hause ist man nicht sicher, wie Eva (Carmen Ejogo, "Alex Cross") und ihre Tochter Cari (Zoe Soul, "Prisoners") bald erfahren müssen. Ein anarchistisches Einsatzkommando zerrt die Beiden aus ihrer Wohnung, um sie zu reichen Mitbürgern zu schaffen, die es sich leisten können, sich ihre Opfer frei Haus liefern zu lassen. Glücklicherweise wird die Entführung von dem undurchsichtigen "Sergeant" (Frank Grillo, "Warrior", "The Grey") vereitelt, der sich nun neben Eva und Cari auch noch um das plötzlich auftauchende Paar Shane (Zach Gilford, "The Last Stand") und Liz (Kiele Sanchez, "The Glades") kümmern muss. Zusammen flüchtet man vorm mordenden Mob durch die Stadt und hofft, bei Evas Kollegin Tanya (Justina Machado, "The Call") Unterschlupf zu finden. Wird unser Quintett die 12stündige Säuberung unbeschadet überstehen?

DeMonaco hatte hier zwar dreimal mehr Geld zur Verfügung als für den ersten Teil (also rund neun Millionen Dollar), leider kann man dafür weder Talent noch Kreativität kaufen. Wie im ersten (und auch im noch folgenden dritten Teil) zeichnet DeMonaco sowohl für Regie als auch für das Drehbuch verantwortlich. Davor hat DeMonaco lediglich 2009 einen Film inszeniert ("Staten Island"), und das merkt man seiner "The Purge"-Reihe auch deutlich an. "The Purge: Anarchy" krankt einmal mehr an unlogischen Vorkommnissen und unrealistischen Dialogen; in der deutschen Synchro führt das zum Beispiel zu so seltsamen Sätzen wie "Der Motor ist geplatzt".

Dennoch war es eine kluge Entscheidung, die Handlung des zweiten Teils auf die Straße zu verlegen, denn so gelingt es DeMonaco wenigstens, etwas mehr Spannung und Action zu fabrizieren und den 103minütigen Film nur partiell in Langeweile und Vorhersehbarkeit versinken zu lassen. Wenn man keine großen Ansprüche stellt, kann man dem zweiten Teil durchaus etwas abgewinnen. Die temporäre Apokalypse funktioniert - zumindest bei einem nur mäßig begabten Regisseur und Drehbuchschreiber - nun mal besser in einer leergefegten Großstadt, in der sich die Gewalt immer nur punktuell Bahn bricht. Fluchtmöglichkeiten und Verstecke und die Veränderung des Storyverlaufs haben hier buchstäblich mehr Raum zur Entfaltung und bieten wesentlich mehr Protagonisten Raum und Möglichkeit zur Aktion, als dies in einem einzelnen Haus der Fall wäre.

Und dennoch fällt "The Purge: Anarchy" immer wieder negativ auf. So souverän und teilweise auch brutal DeMonaco bei Verfolgungsjagden und stattfindenden Säuberungsaktionen zur Sache geht, bremst er seine sowieso schon dünne Story immer wieder durch überflüssige und nervtötende Dialogsequenzen aus, in denen entweder wild durcheinandergeredet wird, so dass man kaum etwas versteht oder hysterisch herumgebrüllt wird, was einem ebenso schnell auf den Zeiger geht. Auch bei der Charakterzeichnung bleibt DeMonaco erschreckend oberflächlich. Der mysteriöse "Sergeant", der auf einer rachsüchtigen Mission zu sein scheint, das frustrierte Paar, das durch die akute Bedrohung wieder näher zusammenrückt und eine verängstigte Mutter samt couragierter Tochter, die aber auch nur hilflos durch die Kulissen stolpern, liefern dem Zuschauer weder Identifikationspotenzial noch erzeugen sie Empathie.

Und das liegt einzig an DeMonacos schwachem Skript, nicht an den Darstellern. Frank Grillo liefert wie immer souverän ab und steckt sowohl seit Jahren als auch völlig zu Unrecht immer noch in stereotypen Nebenrollen fest, obwohl dieser Mann ein grandioser Schauspieler ist. Dem Mutter-Tochter-Gespann ist darstellerisch ebenfalls nichts vorzuwerfen, sie spielen ihre oberflächlich angelegten Charaktere bestmöglich aus. Zach Gilford ist auch im wahren Leben mit Kiele Sanchez verheiratet, mehr lässt sich über ihn nicht sagen, da er kaum Gelegenheit hat, wirklich schauspielerisches Können zu zeigen. Und Kiele Sanchez geht mir schon seit "The Glades" unheimlich auf den Geist, sie kann zwar spielen, ich kann sie aber aus irgendeinem Grund einfach nicht ausstehen. Die restlichen, vorrangig mordlüsternen Protagonisten, versinken in einem Meer aus Blutrausch und nachtschwarzer Dunkelheit (sowohl der am Set als auch der inszenatorischen).

"The Purge: Anarchy" ist stellenweise ein solide gemachter Actioner, der immer dann recht überzeugend ist, wenn die Darsteller den Mund halten oder nicht durch faustgroße Logiklöcher hüpfen müssen. Spannender und abwechslungsreicher als Teil eins ist die Fortsetzung allemal, ein wirklich guter Film ist dabei aber erneut nicht herausgekommen. Insofern halte ich auch diesen Teil für verzichtbar und muss mir gut überlegen, ob ich James DeMonaco noch ein drittes Mal beim Saubermachen zusehen will. Ergo ganz knappe drei von fünf Ausnahmezuständen, die doch eher Regel als Ausnahme sind.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 14, 2014 12:32 AM CET


Bad Words [Blu-ray]
Bad Words [Blu-ray]
DVD ~ Jason Bateman
Preis: EUR 12,99

3.0 von 5 Sternen Spell that!, 6. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Bad Words [Blu-ray] (Blu-ray)
Der Schauspieler Jason Bateman ("Arrested Development", "Juno", "Kill the Boss") hat schon bei diversen einzelnen TV-Episoden Regie geführt, mit "Bad Words" wagt er sich nun erstmals an einen Langfilm, in dem er gleichzeitig die Hauptrolle spielt und den er auch produziert hat. Leider hat er sich mit Andrew Dodge einen Script-Debütanten ausgesucht, dessen Drehbuch man stellenweise die Unerfahrenheit des Autors anmerkt. Dennoch ist "Bad Words" ein recht gelungenes Werk, welches aber vermutlich keine allzu große Zielgruppe treffen wird.

Ausstattung der Blu Ray: Ton in deutsch, englisch, französisch, italienisch, kastellan und irgendwas Asiatisches (ich konnte die entsprechenden Schriftzeichen leider nicht entziffern). Untertitel in denselben Sprachen plus dänisch, holländisch, schwedisch, norwegisch, finnisch, portugiesisch, wieder was Asiatisches und isländisch. Extras: Deleted scenes, Featurette "Die klugen Köpfe hinter Bad Words" und ein Audiokommentar von Regisseur und Hauptdarsteller Jason Bateman. Bild und Ton der Blu Ray sind klar und sauber, zeichnen sich aber durch keine besondere visuelle oder akustische Güte aus.

Guy Trilby (Jason Bateman) hat in der 8. Klasse den Buchstabierwettbewerb an seiner Schule verloren und daraufhin die Schule gleich ganz abgebrochen. Das ist knapp 30 Jahre her und Guy hat sich ein Ziel gesetzt: er wird jeden verdammten Buchstabierwettbewerb des Landes gewinnen, koste es, was es wolle. Und er hat tatsächlich eine Lücke im Regelwerk entdeckt, die ihm die Teilnahme an den Wettbewerben gestattet. Natürlich sind weder Eltern noch Veranstalter begeistert, dass ein 40jähriger einen Teenager nach dem anderen aus dem Weg räumt und sämtliche Pokale abstaubt. Doch das ist Guy herzlich egal, scheut er doch noch nicht mal davor zurück, die Kinder zu beleidigen und zu manipulieren, um sich den Gewinn zu sichern. Erst als der kleine Chaitanya (Rohan Chand, "Jack und Jill") seinen Weg kreuzt und ihm mit entwaffnender kindlicher Offenheit begegnet, wird aus dem stets schlecht gelaunten, sarkastischen Guy so etwas wie ein soziales Wesen. Doch warum genau ist es Guy so wichtig, diese für Kinder gedachten Wettbewerbe zu gewinnen? Die mit ihm reisende Reporterin Jenny (Kathryn Hahn, "Wir sind die Millers") versucht, Guys wahre Motivation für dieses letztendlich kindische Unterfangen zu finden…

Der 89minütige Film plätschert teilweise recht belanglos vor sich hin, glänzt aber immer wieder durch Guys geäußerte Boshaftigkeiten und seine so hinterhältigen wie effektiven Manipulationen, die er bei den Kindern anwendet, um sie aus dem Wettbewerb zu kegeln. Der Film funktioniert immer dann besonders gut, wenn Guy verbal so richtig vom Leder ziehen darf oder aber bei seiner Interaktion mit dem kleinen Chaitanya. Die Sideplots hingegen (Guys Techtelmechtel mit Jenny, Jennys Suche nach Guys Geheimnis, aufgebrachte Eltern, die sich an Guys Teilnahme am Wettbewerb stören, das seltsame Verhältnis von Chaitanyas Vater zu seinem Sohn) nehmen dem Film Tempo und sind größtenteils ohne Belang bzw. von Drehbuchautor Dodge einfach nicht pointiert genug geschrieben. Hier verläuft vieles im Sand und auch der hintersinnige Humor bleibt dann auf der Strecke.

Glücklicherweise harmonieren Bateman und Chand so wunderbar miteinander, dass man darüber (auch wiederholt) gerne hinwegsieht. Rohan Chand spielt mit so herzlicher kindlicher Gutgläubigkeit, dass es eine wahre Freude ist. Das schelmische Lächeln, der neugierige Blick aus den großen braunen Augen…kein Wunder, dass selbst Zyniker und Kinderhasser Guy diesem offenherzigen Charme irgendwann erliegt. Jason Bateman spielt den intelligenten, aber sozial kaum kompatiblen Guy mit ähnlicher Inbrunst und macht es dem Zuschauer mit seinem überzeugenden Spiel leicht, ihn anfangs überhaupt nicht zu mögen. Erst als Chaitanya Guys Menschlichkeit behutsam herauskitzelt, entsteht auch so etwas wie Empathie für Guy. Doch auch die Nebendarsteller können sich neben den beiden Protagonisten behaupten. Allison Jannery ("Juno", "Mom") etwa als bissige Schulleiterin, Philip Baker Hall ("Magnolia") als Wettbewerbsinitiator oder auch Kathryn Hahn als latent verpeilte Journalistin Jenny.

"Bad Words" hat spannungstechnisch kleine Höhen und Tiefen, kommt aber in der Summe nicht über einen recht ambitionierten Independentfilm hinaus, dem es noch an inszenatorischem und inhaltlichem Feinschliff fehlt. Doch auch wenn nicht durchgehend gelungen oder für ein großes Publikum gedacht, entfaltet "Bad Words" einen gewissen Charme. Noch mehr Fokus auf die Protagonisten oder besser ausgearbeitete Sideplots hätten "Bad Words" zu einem noch kurzweiligeren Vergnügen gemacht, aber auch so kann man mal einen Blick riskieren, wenn einem das Grundkonstrukt (zynischer Erwachsener wird durch clever-putziges Kind aus seiner emotionalen Reserve gelockt) gefällt. Ich vergebe gerne durchschnittliche drei von fünf Buchstabierwettbewerben, bei denen das Gewinnen irgendwann gar nicht mehr wichtig ist.


Scriptum
Scriptum
von Raymond Khoury
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Die Bibel ist ein Märchenbuch, 26. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Scriptum (Taschenbuch)
Als Dan Brown vor knapp zehn Jahren die Menschheit mit seinen zu Weltbestsellern avancierenden Romanen "Illuminati" und "Sakrileg" beglückte, war klar, dass bald diverse Autoren auf den literarischen Zug, der Thriller und Religion zu einer spannenden Schatzsuche verbindet, aufspringen würden. Nahezu alle Folgewerke anderer Autoren hatten das Pech, sich an Browns vermeintlichen Meisterwerken messen lassen zu müssen, auch, wenn sie das gar nicht wollten. Diese Betrachtungsweise ist recht einseitig und wird ähnlich gelagerten Geschichten auch nicht wirklich gerecht, vor allem, weil auch bei Browns Werken genug kritische Stimmen laut wurden, die seine Geschichten als mittelmäßig geschrieben und an vielen Stellen unlogisch und reißerisch empfunden haben. Ähnlichkeiten bleiben bei einem gleichen Grundthema einer Geschichte nicht aus, man kann das Rad ja nun mal nicht neu erfinden, deshalb haben auch Autoren, die nicht so bekannt geworden sind wie Dan Brown, ein Recht auf eine möglichst unvoreingenommene Betrachtung ihres Werkes. Und Raymond Khoury macht seine Sache wirklich gar nicht schlecht, auch wenn er natürlich in Browns Fahrwasser fährt.

Raymond Khoury wurde 1960 im Libanon geboren, wanderte aber aufgrund des Bürgerkrieges 1975 nach Amerika aus. Nach ein paar Jahren kehrte er für sein Studium der Architektur nach Beirut zurück, wanderte aber wegen des zweiten Bürgerkrieges 1984 erneut aus, diesmal nach London. Irgendwann fing er erfolgreich an, Drehbücher zu schreiben und debütierte 2005 mit seinem ersten Roman, "Scriptum", der 2008 verfilmt wurde. Sein vorerst letztes Buch, "Memoria", erschien 2012.

Im Metropolitan Museum of Art findet gerade die Eröffnung der bislang größten Ausstellung religiöser Schätze aus dem Vatikan statt, die sich auch die Archäologin Tess Chaykin zusammen mit ihrer Mutter und ihrer neunjährigen Tochter Kim ansehen will. Doch plötzlich tauchen wie aus dem Nichts vier Reiter in Rüstungen der Tempelritter auf und stürmen das Museum. Sie richten ein furchtbares Chaos an, zerschlagen Vitrinen, stehlen unschätzbare Kostbarkeiten und beginnen dann, wild um sich zu schießen. Tess kann beobachten, wie einer der Reiter ein unscheinbares Holzkästchen entwendet, welches er ehrfürchtig betrachtet, ehe er aus dem Museum flüchtet. Das kurz nach dem Überfall eintreffende FBI um den Agenten Sean Reilly steht zunächst vor einem Rätsel. Doch als Tess ihre Aussage macht und auch ein Priester aus dem Vatikan entsandt wird, um dem FBI in religiösen Fragen zur Verfügung zu stehen, nehmen die Ermittlungen Fahrt auf. Reilly sieht ein, dass Tess ihm eine große Hilfe bei der Aufklärung des Falles sein kann, hätte sich wohl aber niemals träumen lassen, dass dadurch sein gesamtes, von tiefem Glauben geprägtes Weltbild aus den Fugen geraten würde…

"Scriptum" ist thematisch ähnlich gelagert wie die immer wieder zum Vergleich herangezogenen Werke von Dan Brown, was aber lediglich eine Tatsache ist, keine Wertung. Khoury gelingt es durchaus, seiner Geschichte seinen eigenen stilistischen und inhaltlichen Stempel aufzudrücken und eine komplexe Story zu entwerfen, die über mehr als 500 Seiten zu fesseln weiß. Wie viel hier historische Wahrheit oder dichterische Freiheit ist, ist letztendlich unerheblich, schließlich handelt es sich bei "Scriptum" um einen Roman und nicht um ein Sachbuch. Auch Dan Browns Romane sind an vielen Stellen historisch nicht korrekt oder schlicht frei erfunden. Sich an dieser Stelle also über historische Ungenauigkeiten oder wilde Spekulationen aufzuregen, macht wenig Sinn und ist für das Leseerlebnis auch völlig unerheblich.

Fakt ist, dass Khoury einen überaus spannenden, wendungsreichen Plot ersonnen hat, der darüber hinaus durch kluge Diskussionen Für und Wider die Religion besticht. Man wird schon ein wenig nachdenklich, wenn man Khourys Thesen und Behauptungen "lauscht", da diese zumindest rhetorisch sehr überzeugend darlegen, dass die Bibel wirklich nicht viel mehr ist als eine wilde Ansammlung von Legenden und mehr schlecht als recht über Jahrhunderte und -tausende überlieferten Erzählungen, deren Wahrheitsgehalt nicht nachprüfbar ist. Ebenso kritisch thematisiert Khoury das Versäumnis der Kirche, sich an aktuelle Gegebenheiten und Lebensumstände der Neuzeit anzupassen. Nicht zuletzt die moralische Rückständigkeit der Kirche und ihr Umgehen mit eigenen Verfehlungen (Einstellungen zu Homosexualität und Abtreibungen, zu AIDS und Missbrauch durch Kirchenangehörige) bescheren der Kirche immer weniger Gläubige und lassen ihr Ansehen zunehmend in Verruf geraten. All dies verpackt Khoury in eine spannende Jagd nach einem uralten Holzkästchen, dessen Inhalt die Religion in ihren Grundfesten erschüttern könnte.

Für Atheisten wie mich sind viele Aussagen in Khourys Buch natürlich Wasser auf meinen Mühlen. Dennoch lässt Khoury beide Seiten, Gläubige und Ungläubige, ausgewogen zu Wort kommen, so dass viele Dialoge wirklich zum Nachdenken anregen. Viel Zeit hat man dafür allerdings nicht, weil man praktisch von Beginn an von Khourys spannender Geschichte, die zeitlich immer mal wieder ein paar Jahrhunderte zurückspringt, gefangen genommen wird. "Scriptum" ist hochspannend, überraschend, wendungs- und temporeich geschrieben, nur ab und an kommt man durch die Beschreibung historischer Ereignisse oder religiöser Zusammenhänge kurz zu Atem. Hier breitet Khoury dann Wissen über den legendären Orden der Tempelritter vor dem Leser aus und erklärt gut verständlich auch komplexere religiöse Zusammenhänge. Dies alles tut er in einem schnörkellosen, geradlinigen Stil, so dass sich die über 500 Seiten zügig weglesen lassen.

Sicherlich ist auch "Scriptum" nicht frei von Klischees. Die Schwarzweißmalerei bei der Charakterisierung von Gut und Böse ist offensichtlich. Natürlich fühlen sich Tess und Sean zueinander hingezogen. Natürlich geraten die Protagonisten in eine aussichtslose Situation nach der anderen, aus der sie immer wieder heil herauskommen. Zufälle, die entweder den Guten oder den Bösen genau in die Hände spielen, häufen sich. Und auch mit der Logik nimmt es Khoury an manchen Stellen nicht so genau. Und dennoch, "Scriptum" weiß einfach zu fesseln, Khoury treibt seine Story unerbittlich spannend und zügig voran, auch wenn er sich mit dem vorhersehbaren Ende doch wieder bei den Gläubigen anbiedert. Hier hätte ich einen schönen letzten Knalleffekt besser und auch konsequenter gefunden, aber da kneift Khoury dann doch den Schwanz ein.

Sei's drum, "Scriptum" ist leichte, fluffige Thrillerkost mit historisch-religiösem Hintergrund, die es mit der Wahrheit nicht immer allzu genau nimmt, dafür aber mit interessanten rhetorischen Exkursionen Für und Wider den Glauben besticht, die gekonnt zum Nachdenken anregen. Die Geschichte ist nicht immer logisch, dafür aber so spannend und kurzweilig erzählt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Also, wer noch nicht genug von "solchen" Romanen hat und mal etwas lesen möchte, was nicht von Dan Brown stammt, der kann bei Raymond Khourys "Scriptum" unbesorgt zugreifen. Deshalb gerne vier von fünf Tempelrittern, die eine wirklich interessante Geschichte zu erzählen haben.


Knapp am Herz vorbei. Roman
Knapp am Herz vorbei. Roman
von J.R. Moehringer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen How to rob a Bank, 16. November 2014
Der Autor J.R. Moehringer gewann bereits mit 36 Jahren den Pulitzer Preis für eine Reportage über eine Kleinstadt in Alabama. Das war im Jahr 2000. Seitdem hat Moehringer, der in Yale studiert hat und al Korrespondent für die L.A. Times schreibt, erst zwei Romane geschrieben. 2005 den autobiographisch angehauchten Bestsellerroman "Tender Bar" und in 2012 "Knapp am Herz vorbei". Ach ja, 2009 hat er nebenbei noch zusammen mit Andre Agassi dessen Autobiographie "Open" geschrieben. In "Knapp am Herz vorbei" (im Original schlicht "Sutton") geht es nicht, wie man ob des kitschigen Titels vermuten könnte, um eine Liebesgeschichte…zumindest nur am Rande, sondern um Amerikas beliebtesten Bankräuber, Willie "The Actor" Sutton, der im Amerika der 20er bis 50er Jahre mehr als 100 Banküberfälle beging, ohne je auch nur einen einzigen Schuss abzufeuern und mehr als ein Drittel seines Lebens in Gefängnissen verbrachte. Sutton hat es wirklich gegeben, sein Leben bildet das Fundament und Gerüst für Moehringers semibiographischen Roman. Der Rest ist von Moehringer geschickt eingewobene Fiktion, die "Knapp am Herz vorbei" zu einem gelungenen Stück lebensnaher Gangsterliteratur macht. Auch wenn Sutton nicht der charismatischste Gangster war, bietet sein Leben doch ausreichend Erzählenswertes, vor allem, weil es hier Moehringer ist, der Suttons Geschichte erzählt, und das auf die gleiche, unauffällig-bestechende Art, die schon "Tender Bar" auszeichnete.

Willie Sutton wird 1901 ins Armenviertel New Yorks, Irish Town, hineingeboren. Von den gefühlskalten Eltern hat er keine Liebe zu erwarten, von seinen älteren Brüdern hingegen wird er ständig gehänselt und verdroschen. 1914 verlässt er die Schule bereits wieder, um Geld für die Familie mitzuverdienen. Durch Amerikas immer wieder schwer angeschlagene Wirtschaft, Prohibition und Depression gelingt es Willie in den Folgejahren aber nur selten, einen Job länger zu behalten bzw. überhaupt einen zu finden. Als Teenager lernt er die aus gutem Hause stammende Bess kennen, in die er sich unsterblich verliebt. Doch auch ihnen ist das Schicksal nicht hold, so dass sich Willie bald notgedrungen einer Karriere als Safeknacker zuwendet. Doch schon bald geht er einen Schritt weiter und beginnt, mit seinen Freunden aus Kindheitstagen Banken auszurauben. Zwar wird Willie immer wieder mal (zuerst als 25jähriger) gefasst und teilweise auch jahrelang eingesperrt, doch es gelingt ihm insgesamt drei Mal, aus dem Gefängnis zu fliehen. Mal wird er noch am selben Tag wieder eingebuchtet, mal kann er jahrelang untertauchen. 1952 jedoch, Willie ist mittlerweile 51, tritt er seine letzte Haftstrafe an, die 17 Jahren dauern soll. Dann wird er aus Krankheitsgründen begnadigt. Heiligabend 1969 erlangt Willie seine Freiheit wieder, die jedoch an eine Bedingung geknüpft ist: er muss einem Reporter ein Exklusivinterview über sein Leben geben. So fährt Willie dann am 25. Dezember zusammen mit dem Journalisten und einem Fotografen quer durch New York und berichtet an verschiedenen wegweisenden Stellen, wie sein Leben verlaufen ist. Neben seinen zahlreichen Banküberfällen und seinem Geschick als Ausbrecher ist auch immer wieder seine Jugendliebe Bess ein zentrales Thema für Willie, die Frau, die sein Herz berührt hat wie keine andere…

Moehringers Stil in "Knapp am Herz vorbei" ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Sind die Zeitsprünge aus der Gegenwart in die Vergangenheit und umgekehrt noch gut durch kursiv und gerade gestellte Schrift zu erkennen, muss man bei den Dialogen schon gut aufpassen, um diese a) als solche zu erkennen und b) zu wissen, wer was sagt. Denn Moehringer verwendet keinerlei Anführungszeichen, die normalerweise die direkte Rede markieren, so dass man sich erst ein bisschen einlesen muss, um mit dieser stilistischen Besonderheit problemlos umgehen zu können. Darüber hinaus hat sich Moehringer eines meiner Meinung nach überflüssigen stilistischen Kniffs bedient, der nichts Wesentliches zur Handlung beiträgt. Er erzählt Suttons Geschichte nicht geradlinig und chronologisch, sondern wechselt die Erzählebene kontinuierlich, was aber keinen Lese- oder Informationsgewinn für den Leser birgt. Die Idee, den alten Sutton nach seiner Entlassung mit einem Reporter und einem Fotografen durch New York zuckeln und an den diversen Punkten, die Sutton vorab auf einem Stadtplan markiert hat, anhalten zu lassen, um jeweils eine weitere Etappe von Suttons Lebensweg preiszugeben, ist vollkommen überflüssig. Die langweiligen Dialoge zwischen den Dreien, die darüber hinaus meist nur zwei bis drei Seiten in Anspruch nehmen, enthalten keinen inhaltlichen Mehrwert oder gar eine Bedeutung. Sie dienen lediglich als Aufhänger um…ja, warum eigentlich? Das hat sich mir leider überhaupt nicht erschlossen und führt im Ergebnis nur dazu, dass Suttons Lebensgeschichte immer wieder völlig willkürlich unterbrochen wird. Schöner wäre es gewesen, Sutton ohne Unterbrechungen einfach seine Geschichte erzählen zu lassen, ohne die Zeitebene zu wechseln und unsinnige Dialoge einzuführen.

Abgesehen davon jedoch ist Moehringer ein wunderbares Buch gelungen, das einen trotz seiner so unaufgeregt erzählten Geschichte über einen Mann, den es tatsächlich gegeben hat, von dem (zumindest außerhalb Europas) aber wohl noch niemand jemals etwas gehört hat, gefangen nimmt und mehr und mehr zu interessieren beginnt. Mein vorrangiger Kaufgrund war natürlich die Kenntnis von Moehringers Erstling "Tender Bar", welches mir ausnehmend gut gefallen und mich vom schriftstellerischen Können des Autors überzeugt hat. Deshalb war ich, trotz gänzlich anderer Geschichte (die ich eigentlich gar nicht wirklich interessant fand), gespannt auf Moehringers Nachfolgewerk. Und auch sein zweiter Roman hat mich beeindruckt, weil Moehringer eben einfach gut Geschichten erzählen kann und so plastisch und plausibel (be)schreibt, das Protagonisten und die Umgebung, in der sie sich befinden, tatsächlich zum Leben erwachen.

Darüber hinaus gelingt es ihm, auch die gut versteckte dunkle Seite des vermeintlichen Helden Sutton, der beim Volk beliebt war, weil er den betrügerischen Banken an den Kragen ging und dabei immer höflich und gewaltfrei blieb, freizulegen. In wenigen Momenten nur, ganz klar aber bei einem Gespräch Suttons mit dem Gefängnispsychiater, gewährt Moehringer dem Leser einen anderen, weniger schmeichelhaften Blick auf Suttons Charakter, der das Bild des immer höflichen, nur durch ungünstige Umstände zum Verbrecher gewordenen armen Jungen aus Irish Town, wackeln und verschwimmen lässt und erahnen lässt, dass wohl nicht immer alles, was Sutton erzählt hat, der Wahrheit entspricht, weder im Buch noch im realen Leben Suttons.

Unterstrichen wird diese Authentizität auch durch die stimmige Sprache, die typischen Redewendungen der damaligen Zeit, die besondere Ausdrücke und Schimpfwörter beinhaltet und generell das realistische Zeitkolorit, mit dem Moehringer eine Zeit wiederauferstehen lässt, die längst vergangen ist, in die man sich aber nahezu sofort hineinversetzt fühlt.

So geht man denn mit Willie Sutton durch dessen bewegtes, manchmal von unglaublicher Einfältigkeit (warum ist er nie aus Amerika weg, als er auf der Flucht war, warum hat er sich, im Gegenteil, meist direkt in New York versteckt, dort, wo er seine Verbrechen begangen hat?) geprägtes, manchmal aber auch durch unglaubliches Geschick hervorstechendes Leben (er soll über 2 Mio. US-Dollar erbeutet haben, ohne jemals einen Menschen verletzt oder von seiner Waffe Gebrauch gemacht zu haben) und verfolgt gespannt seinen wendungsreichen Werdegang. Sutton waren nach seiner Entlassung 1969 noch 11 Jahre in Freiheit vergönnt, bevor er 1980 in Florida starb.

Dank J. R. Moehringer wissen wir nun, wer Sutton war, wer er hätte sein können und wer er vielleicht auch nicht war. Wahrheit und Fiktion vermischen sich zu einer spannenden, sehr gut erzählten Geschichte über einen Niemand, der zu einem Jemand wurde. Ein Jemand, von dem man vermutlich noch nie gehört hat, den man aber nach Moehringers Lektüre froh ist, kennengelernt zu haben. Und Moehringer fasst seine Beziehung zu Sutton in einfache, aber prägnante Worte: "Dieses Buch ist meine Vermutung. Und zugleich mein Wunsch." Mein Wunsch nach einem weiteren, sehr guten Buch von J. R. Moehringer ist in Erfüllungen gegangen, insofern gerne vier von fünf weiteren unbekannten wahren Geschichten, die Moehringer uns hoffentlich auch noch erzählen wird.


Weit weg und ganz nah
Weit weg und ganz nah
von Jojo Moyes
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Chaos-Theorie, 8. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Weit weg und ganz nah (Broschiert)
Jojo Moyes, die ja schon seit 2002 Bücher schreibt, wurde hierzulande aber erst 2013 durch "Ein ganzes halbes Jahr" richtig bekannt und erfolgreich. 2014 folgte dann die Veröffentlichung ihres bereits 2010 geschriebenen Romans "Eine Handvoll Worte" und nun geht es schon mit "Weit weg und ganz nah" weiter. Obwohl kein gleichbleibender Stil zu erkennen ist und sich auch die Geschichten der einzelnen Romane sehr voneinander unterscheiden, schreibt Jojo Moyes sehr gute Bücher und kann wunderbare Geschichten erzählen. Und auch, wenn ihre Romane eindeutig eher für ein weibliches Publikum geschrieben wurden, sind Moyes' Geschichten keine typische Frauenliteratur. Gekonnt bewegt sie sich fernab von Kitsch, Schmalz und Klischees, wodurch ihre Erzählungen umso authentischer wirken. So auch geschehen im wunderbaren "Weit weg und ganz nah" (diesmal ist der Originaltitel "The One plus One" auch nicht gerade originell):

Jess wächst irgendwie alles über den Kopf. Mit 28 hat sie schon zwei Kinder, zwei Jobs, einen Ex-Mann und ständige Geldsorgen. Ihr 16jähriger Stiefsohn Nicky sitzt nur in seinem Zimmer, experimentiert mit zu engen Hosen und Wimperntusche und wird deswegen gern von den örtlichen Schulrowdys verprügelt. Ihre 10jährige Tochter Tanzie ist ein Mathe-Genie und liebt ihren riesigen Hund Norman über alles. Nachdem Marty, Jess' Ehemann, sie verlassen hat, hält Jess sich mit Jobs als Putzfrau und Bedienung in einem Pub mühsam über Wasser. Ed Nicholls hingegen, für den Jess putzt und der in einer teuren Wohnung im selben Ort wie Jess wohnt, hatte bislang keine Geldsorgen. Ihm gehören eine Softwarefirma, verschiedene Autos und jede Menge Bargeld. Durch die Verkettung unglücklicher Umstände landen Jess, Nicky, Tanzie, Norman und Ed eines Tages im selben Auto und machen sich auf den Weg nach Schottland, damit Tanzie dort an einer Mathe-Olympiade teilnehmen und so vielleicht das Geld für die teure Privatschule gewinnen kann, auf die sie so gern möchte und für die Jess das Geld fehlt. Übrigens Geld fehlen…Ed fehlt auch etwas Geld, allerdings weiß er das noch nicht. Er weiß auch nicht, dass Jess dieses Geld genommen hat…und so wird dieser ungewöhnliche Roadtrip nach Schottland für alle fünf (ja, auch für Norman) zu einer ganz besonderen Reise werden und zu vielen Veränderungen führen. Denn natürlich entdecken Jess und Ed auf diesem Roadtrip, dass sie sich doch nicht so fürchterlich finden, wie sie anfangs dachten…

Moyes entwirft hier eine wunderbar bunte, komplexe und abwechslungsreiche Geschichte. Das gelingt ihr allein schon dadurch, dass sie den Fortgang der Ereignisse immer abwechselnd aus der Sicht aller Protagonisten schildert (mit Ausnahme von Norman natürlich), so dass man einen Einblick in die verschiedenen Gefühlswelten der Charaktere bekommt und darüber hinaus auch ergänzende Informationen, wenn dieselbe Situation aus verschiedenen Blickwinkeln geschildert wird. Moyes wechselt gekonnt zwischen Tanzies kindlicher, aber schon sehr intelligenter Berichterstattung, Nickys ironisch-deprimierten Kommentaren und Jess' und Eds reiferer, komplizierterer Denkweise.

Nach einem etwas zähen Intro ist man dann aber auch schon mittendrin in Jess' chaotischem, anstrengenden Leben, das von Überarbeitung, Sorgen um die Kinder und Geldproblemen geprägt wird. Parallel dazu gerät auch Ed in eine schwierige Lage, als er eines Abends unbedacht handelt. Nun muss er mit polizeilichen Ermittlungen, Strafverfolgung und dem Verlust seines Vermögens rechnen. Darüber hinaus ist sein Vater sterbenskrank und er hat ihn schon zwei Monate nicht besucht. Nicky hingegen hat Probleme ob seines Andersseins, seinem Gruftie-Look, den in die Stirn hängenden, schwarzgefärbten Haaren und der Tatsache, dass seine richtige Mutter drogenabhängig war und sein Vater, Marty, ihn nach der Trennung von Jess einfach bei dieser gelassen hat, obwohl sie gar nicht seine richtige Mutter ist. Nur Tanzie scheint glücklich zu sein, besonders dann, wenn sie stundenlang über schwierigen Matheaufgaben brüten darf oder versucht, Norman das Apportieren beizubringen.

Richtig interessant und spannend wird "Weit weg und ganz nah" dann aber, sobald sich diese zufällig zusammengewürfelte Truppe in Eds Auto auf dem Weg nach Schottland befindet. Es tauchen immer neue Probleme auf, aber auch die behutsame Annäherung zwischen Ed und Jess und Ed und den Kindern findet statt und macht aus Menschen, die sich vorher total fremd waren, langsam aber sicher ein eingeschworenes Team. Moyes ist hier überaus kreativ, wenn es darum geht, eine vielschichtige, überraschende und sehr herzige Story zu kreieren, die einem die Protagonisten langsam, aber nachhaltig ans Herz wachsen lässt. Der Spannungsbogen bleibt straff gespannt, und das gleich auf mehreren Ebenen (wie geht es mit Ed weiter, werden sie es rechtzeitig zu Tanzies Wettbewerb schaffen, wird Jess' Geheimnis herauskommen etc. pp.).

"Weit weg und ganz nah" ist ein witziger, berührender, lebensechter, spannender und wunderbar fluffig zu lesender Roman mit gut ausgearbeiteten, realistischen Charakteren, einer abwechslungsreichen Handlung und einem stimmigen Gesamtkonzept. Ein paar wenige kleine Längen sind auf über 500 Seiten leicht verschmerzbar und am Ende des Buches stellt man fest, dass man gerne noch weitergelesen hätte, weil einem Ed, Jess, Nicky, Tanzie und sogar Norman ans Herz gewachsen sind. Jojo Moyes hat also mal wieder alles richtig gemacht und man kann sich getrost auf ihren nächsten Roman freuen, da man aller Voraussicht nach nicht von dieser Autorin enttäuscht werden wird. Sehr gute vier von fünf Roadtrips, die Dein ganzes Leben verändern können.


Großmama packt aus: Roman
Großmama packt aus: Roman
von Irene Dische
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stolz und Vorurteil, 1. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Großmama packt aus: Roman (Taschenbuch)
Irene Dische wurde 1952 in New York geboren, als Tochter des amerikanischen Biochemikers Zacharias Dische und der deutschen Pathologin Renate Dische. 1977 zog Dische nach Berlin, wo sie einen deutschen Strafverteidiger heiratete und zwei Kinder bekam. Irene Dische lebt heute in Berlin und in Rhinebeck, New York. Mit dem Schreiben begann sie in den 80er Jahren, ihr erstes Buch wurde 1989 unter dem Titel "Fromme Lügen" veröffentlicht. "Großmama packt aus" ist Disches zehnter von bislang insgesamt 13 Romanen, Erzählungen und Kinderbüchern. Sie wurde mehrfach für ihr schriftstellerisches Talent ausgezeichnet.

Mit "Großmama packt aus" ist Irene Dische ein ganz besonderes, wunderbares Buch gelungen, für das sie sich einen ausgefallenen erzählerischen Kniff ausgedacht hat: sie erzählt die stark autobiographische Geschichte nicht selbst, sondern tut so, als würde ihre Großmutter Elizabeth Rother ihre Lebensgeschichte erzählen, in der dann zwangsläufig Irenes Mutter Renate und dann Irene selbst auftauchen. Da Großmutter Rother kein Blatt vor den Mund nimmt und stets ausgesprochen direkt ihre Meinung sagt, kommen Renate und auch Irene oft nicht sehr gut weg bei den Beurteilungen durch ihre Mutter bzw. Großmutter, dennoch erhält der Roman genau dadurch seinen ganz besonderen Charme.

Elisabeth, 1891 im Rheinland in den deutschen Niederadel hineingeboren und erzkatholisch, heiratet in den 1920er Jahren den jüdischen Chirurgen Carl Rother, der für sie konvertiert und zieht mit ihm nach Leobschütz im damaligen Oberschlesien. Dort führen die Beiden ein gutbürgerliches, bequemes Leben mit diversen Hausangestellten. Als jedoch die Nazis an die Macht kommen, gilt Carl für sie trotz Konvertierung weiterhin als Jude. Ihm bleibt irgendwann nichts anderes übrig, als nach Amerika zu flüchten. Elisabeth wartet noch das bestandene Abitur ihrer Tochter Renate ab, bevor sie ihm knapp zwei Jahre später nach New York folgt. Die Rothers fangen ganz unten an, arbeiten sich aber stetig weiter nach oben, bis sie auch in New York wieder ein angenehmes Leben führen können. Sogar ihre ehemalige deutsche Haushälterin Liesel ist irgendwann wieder mit von der Partie. Elisabeth ist eine strenggläubige Katholikin mit sehr vorurteilsbeladenen Ansichten, die sie gerne und jederzeit unverblümt kundtut. Männer hält sie für schwach, ihre Tochter für unmöglich und ihre Enkelin Irene für missraten und faul. Außerdem rechnet sie praktisch jedes Jahr damit, nun endlich zu sterben und deklariert fast jedes ihrer 96 Lebensjahre zum Todesjahr. Elisabeth ist hartherzig, streng, bevormundend, arrogant und unerbittlich…aber sie hat auch eine gesunde Portion Mutterwitz und ist insgeheim doch ungeheuer stolz auf ihre Tochter und ihre Enkelin. Elisabeth zeichnet über fast ein Jahrhundert ihre Familiengeschichte nach und liefert damit ein buntes, abwechslungsreiches, katholisch-jüdisch-deutsch-amerikanisches Familienportrait ab, das in seiner Fülle an Ereignissen, einzigartigen Charakteren und seiner unverblümten, politische Korrektheit völlig ignorierenden Sprache seinesgleichen sucht.

Man muss Irene Disches Mut bewundern, so unverblümt und ehrlich ihre Lebensgeschichte offenzulegen. Gerade durch den erzählerischen Kniff, ihr Leben und das ihrer Mutter und Großmutter vermeintlich durch ebendiese Großmutter erzählen zu lassen, kommt sie selbst oft nicht gut dabei weg, wenn sie den Gedanken ihrer Großmutter freien Lauf lässt. Sicherlich ist nicht alles ganz genauso geschehen, wie hier beschrieben, aber immerhin kann Irene Dische auf 35 gemeinsame Jahre mit ihrer Großmutter zurückblicken, bevor diese 1987 starb und liefert somit gewiss ein realistisches Bild dieser unbeugsamen, arroganten, aber auch liebenswerten und witzigen Frau ab. Darüber hinaus kann sie durch Elisabeths Sicht auf die Welt das Bild einer Generation zeichnen, die oft fast das gesamte 20. Jahrhundert miterlebt hat, geprägt durch Krieg, Vertreibung, Aufschwung, Neuanfang, Emanzipation und rasanten technischen Fortschritt.

Es ist kaum zu glauben, in welchem Tempo "Großmama packt aus" erzählt wird und wie unendlich viele Ereignisse und Personen hier beschrieben werden. Und man ist schon nach wenigen Seiten mittendrin in Elisabeths Leben, damals in Oberschlesien in den 1920er Jahren. Das Zeitkolorit, das hier entsteht, wirkt unglaublich authentisch und spiegelt perfekt die damaligen Ansichten und vorherrschenden Moralvorstellungen wider. Manchmal schnappt man regelrecht nach Luft, wenn Elisabeth mal wieder eine ihrer furchtbar anmaßenden und rassistischen Äußerungen auf den Leser loslässt, weil sie das mit einer derartigen Selbstverständlichkeit tut, dass man sie dafür fast schon wieder bewundern muss. Auch ihr neues Leben in Amerika, begleitet vom schwierigen Assimilationsprozess, den die Rothers durchleben müssen, ist spannend und informativ. Dazwischen verbergen sich dann auch wieder Ereignisse, die die Zustände in Nazi-Deutschland beschreiben. Carls jüdische Familie kommt fast ausnahmslos im KZ um, während Elisabeths Brüder zu Nazis werden. Irene Dische lässt ihre Großmutter so unvergleichlich amüsant und ehrlich erzählen, dass man diese seltsame Frau mit sehr groben Erziehungsansichten und teilweise unverständlicher Härte irgendwann dennoch ins Herz schließt; man kann sich diesem ungehobelten und eigensinnigen Charme dieser Frau einfach nicht entziehen.

Über Jahrzehnte wird hier das meistens ziemlich chaotische Familienleben dieser deutsch-amerikanischen Sippe beschrieben, mit wirklich allen Höhen und Tiefen. Es geht um drei sehr starke Frauen, die alle ein ungewöhnliches Leben gelebt haben und noch leben. Elisabeth wurde, wie gesagt, stolze 96 Jahre alt, ihre Tochter Renate 81. Irene ist mittlerweile 62. Und schreibt hoffentlich noch viele so einzigartige Bücher.

Ich war selbst überrascht, wie gut mir dieses Buch gefallen hat, ich tue mich mit deutschen Geschichten meist eher schwer und war auch nicht überzeugt, dass mich diese Familienchronik, die fast das gesamte 20. Jahrhundert abdeckt, wirklich interessieren würde. Aber Irene Dische hat mich mit ihrem ganz besonderen Erzähltalent, ihrer großartigen Rhetorik und ihrer ganz persönlichen Geschichte sehr beeindruckt und ich habe dieses unglaubliche spannende und wahnsinnig interessante Buch nahezu verschlungen. Großmama packt hier wirklich aus, und zwar alles. Und das ist einfach ganz toll zu lesen und eines der unterhaltsamsten Bücher, die ich je gelesen habe. Eine ganz klare Empfehlung und volle fünf von fünf Großmüttern, die man gleichzeitig lieben und hassen kann.


Last Passenger - Zug ins Ungewisse
Last Passenger - Zug ins Ungewisse
DVD ~ Dougray Scott
Preis: EUR 12,83

3.0 von 5 Sternen No Exit, 30. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Last Passenger - Zug ins Ungewisse (DVD)
Nach vier Kurzfilmen wagt Regisseur Omid Nooshin sich mit "Last Passenger" an seinen ersten Langfilm und erweist sich dabei als recht fähiger Regisseur. Das ebenfalls von ihm verfasste Script weist nur einen eklatanten Fehler auf: es liefert keinerlei Motiv für das, was der Täter hier tut, bzw. das, was einem hier gen Ende des Films als Beweggrund des Täters angeboten wird, ist ziemlich lahm und rechtfertigt diese temporeiche Irrfahrt nicht wirklich. Ansonsten aber gestalten sich die 97 Minuten Filmdauer als kurzweilig und spannend und bieten einem so eine britische und aparte Alternative zu ähnlich gelagerten Krawumm-Filmen aus La La-Land.

Arzt Lewis (Dougray Scott, "My week with Marilyn", "New Town Killers") ist mit Söhnchen Max im Vorortzug auf dem Weg von London nach Hause. Dank Max' Ungeschicklichkeit lernt er die hübsche Sarah (Kara Tointon, "EastEnders") kennen, mit der er sich gleich gut versteht. Als der Zug sich Lewis' Haltestelle nähert, dort aber nicht anhält, sondern einfach weiterfährt, ist Lewis zunächst nur leicht verwundert. Als er den Schaffner jedoch nicht auftreiben kann, der Kontakt zum Lokführer über die Sprechanlage unerquicklich bleibt und auch die Notbremsen nicht funktionieren, ahnt Lewis, dass hier etwas nicht stimmen kann. Auch weitere Bahnhöfe werden vom Lokführer konsequent ignoriert, so dass der Zug mit zunehmender Geschwindigkeit durch Londons Speckgürtel rast und spätestens an der Endhaltestelle unaufhaltsam auf eine Katastrophe zusteuert. Darüber ist sich irgendwann auch Lewis im Klaren, der die verbleibenden wenigen Passagiere davon überzeugen kann, dass gehandelt werden muss. Gar nicht so einfach, wenn man keine Ahnung von Zügen hat und auch die herantelefonierte Polizei nicht so richtig aus der Hüfte kommt. Wer sitzt da bloß am Steuer dieses Zuges und vor allem, was will er?

Mit thematisch ähnlichen Filmen wie "Die Entführung der U-Bahn Pelham 123" oder "Unstoppable" hat "Last Passenger" glücklicherweise nur wenig gemein. Und dies ist nicht nur dem mageren Budget von 2,5 Mio. Dollar geschuldet, sondern vorrangig Nooshins spannendem Script, dass dank der zügig (ha ha) erzählten Geschichte auf großartigen Explosions- und Special Effects-Schnickschnack verzichten kann. Hier geht es einfach um ein paar ganz normale Menschen, die in eine Notsituation geraten und sich irgendwie wieder daraus befreien wollen. Es gibt keinen wahnsinnigen Erpresser oder psychopathischen Irren, dem es ums Töten von Menschen geht, vielmehr liegt der Fokus hier auf den Passagieren und ihren Versuchen, sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

Dies ist denn auch die einzige Crux des Films: Nooshin präsentiert hier weder einen Täter noch dessen Motiv. Einmal sieht man den Zugentführer kurz von hinten und später kann man noch einmal einen Blick auf seine Hand am Steuerknüppel der Lok werfen, ansonsten bleibt der "Driver" unsichtbar und tritt auch nur ein einziges Mal in sehr kurzen und nichtssagenden Sprechkontakt mit Lewis. Nicht sichtbar ist leider auch ein stimmiges Motiv für das ganze Schienenspektakel. Nooshin kommt hier mit keiner überraschenden Erklärung für die Entführung um die Ecke, er verweigert dem Zuschauer sehr lange, was das Ganze überhaupt soll. Einer der Passagiere darf dann gen Ende des Films über ein Motiv spekulieren, das wirkt dann aber so einfallslos und behelfsmäßig, dass man sich damit nicht zufriedengeben mag. Hier wird suggeriert, dass ein paar ahnungslose Passagiere in die Hände eines wahnsinnigen Psychopathen geraten, der ihnen nach dem Leben trachtet. Schlussendlich sitzt aber nur eine namenlose und nicht sichtbare Person vorne im Zug, die weder redet noch sich sonst irgendwie bemerkbar macht, sondern einfach stumpf an jeder Haltestelle vorbeifährt, bis…ja, bis es irgendwann nicht mehr weitergeht.

Erstaunlicherweise ist das aber, wenn man sich erstmal damit abgefunden hat, diesbezüglich nicht aufgeklärt zu werden, kaum von Bedeutung. Nooshin gelingt es hervorragend, langsam, aber sicher die Spannungsschraube anzuziehen und die Situation immer auswegloser werden zu lassen. Zwar geht er bei seinen Protagonisten charakterlich nicht sehr in die Tiefe, stattet sie aber dennoch mit widersprüchlichen Eigenarten aus, die sie immer interessant bleiben lassen. Es wird verzweifelt nach Lösungen gesucht, untereinander gestritten und sich wieder zusammengerauft und es werden waghalsige und gefährliche Versuche unternommen, den Zug zum Stoppen zu bringen. Die an sich dünne Handlung wird von Nooshin aufs Bestmögliche ausgereizt, so dass man dem Fortgang der Geschichte zwar nicht nägelkauend folgt, aber stets aufmerksam und interessiert verfolgt, wie es weitergeht. Nooshin erzählt geradlinig und ohne großen inszenatorischen Schnickschnack, was der lediglich auf eine Location beschränkten Geschichte aber zugute kommt.

Der aus erfahrenen TV- und Filmdarstellern bestehende Cast findet sich in der einfachen, aber gut erzählten Geschichte gut zurecht und kann durchweg überzeugen, ohne dass sich hier jemand in den Vordergrund spielen würde.

Die Ausstattung ist für so einen kleinen Film und eine DVD gar nicht mal schlecht: Ton in deutsch und englisch in DD 5.1, Untertitel in deutsch für Hörgeschädigte. Als Extras werden ein kurzes Making-of, zahlreiche Interviews mit Cast und Crew, eine B-Roll, Featurettes, der Trailer des Films und eine sechsteilige Trailershow angeboten. Der Ton ist gut abgemischt und das Bild ist gut, wenn auch nicht immer so klar und scharf wie man es gerne hätte.

Alles in allem ist "Last Passenger" weit besser, als das nichtssagende DVD-Cover oder das kleine Budget vermuten ließen. Sicherlich bekommt man hier keinen wuchtigen Eisenbahn-Actioner geboten, dafür aber einen kleinen, spannenden Brit-Thriller, der temporeich und spannend auf sein Finale zusteuert und lediglich beim Motiv unbefriedigend bleibt. Insofern gern solide drei von fünf Notbremsen, die zu ziehen einem hier auch nichts nützt.


Ich finde dich: Thriller
Ich finde dich: Thriller
von Harlan Coben
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gebrochenes Versprechen, 28. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Ich finde dich: Thriller (Broschiert)
Nachdem ich "Das Grab im Wald" von Harlan Coben gelesen und großartig gefunden habe, wollte ich unbedingt ein weiteres Werk des überaus erfolgreichen amerikanischen Schriftstellers lesen. Sein neuestes Werk, "Ich finde dich" schien mir dafür überaus geeignet, hatte es doch durchweg positive Kritiken bekommen und sollte unglaublich spannend und mitreißend sein. Nun ja…leider war ich dann von "Ich finde dich" und von Coben ziemlich enttäuscht. "Ich finde dich" kommt bei weitem nicht an den verzwickten, spannenden Plot aus "Das Grab im Wald" heran, es wirkt im Gegenteil fast lächerlich einfallslos. Auch Cobens rhetorische Fähigkeiten scheinen ihm bei dieser Geschichte irgendwie abhanden gekommen zu sein, die Dialoge wirken steif und holprig und die Geschichte wird so simpel und unglaubwürdig erzählt, dass man schnell das Interesse an ihr verliert. Ob ich nun noch ein drittes Mal zu einem Buch von Harlan Coben greifen werde, muss ich mir nach dieser Enttäuschung also gut überlegen.

Jake Fisher ist mit Mitte Dreißig bereits ein anerkannter Professor für Politikwissenschaften am Lanford College. Doch so stolz ihn dies auch machen könnte, ist er doch unzufrieden mit seinem Leben. Vor sechs Jahren, als er unsterblich in Natalie verliebt war, verließ diese ihn von heute auf morgen und heiratete einen anderen. Darüber hinaus nahm sie ihm das Versprechen ab, sie in Ruhe zu lassen und nie wieder zu kontaktieren. Mit gebrochenem Herzen versuchte Jake daraufhin, sein Leben irgendwie wieder in den Griff zu kriegen, doch er konnte Natalie einfach nicht vergessen. Als er zufällig erfährt, dass Natalies Ehemann gestorben ist, schmeißt Jake seine guten Vorsätze über Bord und beschließt, Natalie auf der Beerdigung ihres Mannes Todd wiederzusehen. Doch die Frau an Todds Grab ist nicht Natalie. Hat Todd ein Doppelleben geführt? Oder hat Natalie ihn damals belogen, obwohl er bei der Hochzeit war und mit eigenen Augen gesehen hat, wie die Beiden geheiratet haben? Jake versucht, Licht ins Dunkel zu bringen und mehr über Natalies Mann herauszufinden…und natürlich auch über Natalie. Das scheint einigen Leuten jedoch nicht recht zu sein und schon bald ist Jakes Leben in ernsthafter Gefahr…

Was an sich nach einem guten und spannenden Plot klingt, wird von Coben leider sehr stümperhaft umgesetzt. Anfangs ist man durchaus noch interessiert daran, mit Jake zusammen herauszufinden, was hier eigentlich los ist und wieso Todd einerseits definitiv vor sechs Jahren Natalie geheiratet hat, andererseits aber der liebende Ehemann und Vater zweier Kinder in einem anderen Staat gewesen zu sein scheint. Jake stolpert über immer mehr Ungereimtheiten und zu Beginn versucht man wirklich, für all diese eine logische Erklärung zu finden.

Mit zunehmendem Verlauf der Geschichte aber rückt diese Neugier in den Hintergrund, weil Coben durch immer mehr Unglaubwürdiges und zu einfach Herauszufindendes an Boden verliert. Jake gerät in eine brenzlige Situation nach der anderen, sein Leben wird ernsthaft bedroht, aber er, der unbescholtene und kriminell gänzlich unerfahrene Akademiker, schafft wieder und wieder, dem Tod von der Schippe zu springen oder seinen Verfolgern zu entkommen. Darüber hinaus wirft Coben immer mehr wirre Details in die Handlung, die die Story dann leider nicht mehr spannender, sondern nur noch unglaubwürdiger und konstruierter machen. Und auch wenn die Auflösung nicht unbedingt an den Haaren herbeigezogen ist, hat man an diesem Punkt bereits das Interesse an den Protagonisten verloren und ist froh, dass man endlich am Ende des ca. 400seitigen Thrillers angelangt ist.

Dazu kommt, dass "Ich finde dich" wirklich nicht besonders gut geschrieben ist. Einfachst konstruierte Sätze paaren sich mit gestellt wirkenden Dialogen, von sprachlicher Finesse oder gekonnter Rhetorik keine Spur. Darüber hinaus sind Coben viele Charaktere reichlich klischeehaft geraten, von ihrer oberflächlichen Zeichnung mal ganz abgesehen. Der simple, holprige Stil zieht sich durch das ganze Buch, so dass man niemals vermuten würde, "Das Grab im Wald" und "Ich finde dich" wären von ein und demselben Autor geschrieben worden.

Auf dem Buchcover findet sich dann irreführenderweise sogar noch der Aufdruck "Page Turner", der allerdings nur zutrifft, wenn man ihn darauf bezieht, dass man viele Seiten einfach querliest oder überblättert, weil einem das Ganze irgendwann einfach zu dumm wird. Die ursprüngliche Bedeutung, dass man Seite um Seite weiterlesen will, weil die Story so unglaublich spannend ist, trifft auf "Ich finde dich" leider nicht zu.

Der klischeehafte und schmalzige Epilog des Buches führt "Ich finde dich" dann zu seinem unrühmlichen Schlussakkord und vergällt einem gänzlich die Investition diverser Euro in so ein schwaches Werk.

Obwohl es Coben passagenweise sogar gelingt, eine gewisse Spannung aufzubauen und zumindest einige überraschende und schlüssige Details in seinem Thriller unterzubringen, ist "Ich finde dich" in der Summe sowohl rhetorisch als auch inhaltlich ein äußerst schwaches Werk, das kaum zu überzeugen weiß. Die Story wird plump und unglaubwürdig erzählt und besitzt keinerlei stilistische Finesse, die Charaktere sind einem relativ egal und man ist zunehmend genervt von diesem hastig zusammengeschusterten und bei näherer Betrachtung kaum glaubwürdigen Plot. Für einen wenigstens ab und an noch aufblitzenden "echten" Coben und zumindest ein paar überraschender Wendungen gerade mal noch zwei von fünf Menschen, die man gar nicht wiederfinden will.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 16, 2014 12:10 PM CET


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