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MissVega (Hamburg)

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The Spectacular Now - Perfekt ist jetzt
The Spectacular Now - Perfekt ist jetzt
DVD ~ Shailene Woodley
Preis: EUR 12,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Not spectacular at all, 21. April 2015
Rezension bezieht sich auf: The Spectacular Now - Perfekt ist jetzt (DVD)
Regisseur James Ponsoldt ist noch relativ unerfahren im Filmbusiness. Ein paar Kurzfilme und zwei lange, von denen wahrscheinlich noch keiner gehört hat. Die Drehbuchautoren Scott Neustadter und Michael H. Weber ("Das Schicksal ist ein mieser Verräter", "(500) Days of Summer") haben durchaus schon Gutes zustande gebracht, allerdings nicht unbedingt mit diesem Script. "The Spectacular Now" ist trotz teilweise vorhandener Dramatik und Emotionalität ein erschreckend belangloser 95Minüter geworden, der nahezu spannungslos an einem vorbeiplätschert und keinerlei Eindruck hinterlässt…außer den gepflegter Langeweile.

Ausstattung der DVD: Ton in deutsch und englisch in DD 5.1, Untertitel in denselben Sprachen. Extras: Audiokommentar des Regisseurs, entfallene Szenen, Making-of, Featurettes: Der Anfang, Der Cast, Die Ästhetik, Die Umsetzung. Des Weiteren Trailer des Films sowie fünf weitere Trailer.

Sutter (Miles Teller, "Whiplash") ist 18 und lebt sein Leben von einem Tag zum nächsten, ohne sich groß Gedanken um die Zukunft oder seinen allzu sorglosen Lebenswandel zu machen. Er will nur eins: Spaß. Und den verschafft er sich größtenteils durch den Konsum von Whiskey. In der Schule strengt er sich nicht an, ob er aufs College kann oder überhaupt will, weiß er nicht, seinen Job bei einem Herrenausstatter führt er auch nie ganz nüchtern aus und viele seiner Tage enden damit, dass er besoffen irgendwo rumliegt und Erinnerungslücken hat. Am Morgen einer durchzechten Nacht trifft er dann aber auf die 17jährige Aimee (Shailene Woodley, "Das Schicksal ist ein mieser Verräter"), die irgendwie anders ist. Wider Erwarten fühlt sich der coole Player zu dem schüchternen, intelligenten Mädchen hingezogen. Dennoch kann Sutter weder aus seiner Haut noch seine schlechten Gewohnheiten ablegen. Er trifft sich weiterhin mit seiner Ex-Freundin, in der Hoffnung, dass sie ihn zurücknimmt, obwohl er sich schon regelmäßig mit Aimee trifft und seine Ex ebenfalls einen Neuen hat. Und er trinkt auch weiterhin zu viel und verführt sogar Aimee zum Mitmachen. Als Sutter dann ein Treffen mit seinem Vater ausmacht, der die Familie früh verlassen hat, muss er erkennen, dass er ihm viel ähnlicher ist als gedacht. Leider nicht im guten Sinne…

Ich glaube, dass "The Spectacular Now" sogar an der Zielgruppe vorbeigeht, für die er eigentlich gemacht ist: Teenager. Denn einem viel zu sehr von sich überzeugten Teenager (wobei Teller in Wirklichkeit schon 28 ist) bei der kontinuierlichen Selbstzerstörung zuzugucken, während er nichts anderes macht, als Sprüche zu klopfen, zu saufen und sich selbst etwas vorzumachen, dürfte selbst für Menschen im Alter des Protagonisten wenig faszinierend sein. Für Menschen älteren Jahrgangs (also alle über 25, würde ich mal sagen) ist es dann noch langweiliger, weil man noch weniger Verständnis für diesen dummen Jungen und sein Verhalten aufzubringen vermag und so ein Teenagerleben nun mal auch nicht immer total aufregend und interessant ist.

Schlussendlich wird ein kurzer Abschnitt aus Sutters Leben beleuchtet, ein paar seiner Probleme halbherzig angeschnitten, sein widersprüchliches (und somit irgendwann nerviges) Verhalten gezeigt und dann flugs eine Lösung gebastelt, wie alles wieder einigermaßen ins Lot kommen könnte. Und wenn der Fokus nicht gerade auf Sutter liegt, wundert man sich, dass die eigentlich echt schlaue und patente Aimee so naiv und urteilsfrei mit Sutters Alkoholproblem umgeht, ja sogar selbst das Trinken anfängt, weil…ja, warum eigentlich? Sutter zwingt sie nicht und zeigt auch, wie verantwortungslos er ist, wenn er getrunken hat. Somit eignen sich beide Protagonisten kaum als Identifikationsfiguren und führen ansonsten auch ein so normales Leben, dass daran wirklich nichts Spannendes zu entdecken ist.

Shailene Woodley und Miles Teller ist dies glücklicherweise nicht anzulasten, allerdings sind die Rollen auch keine große Herausforderung für Darsteller, die in "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" bzw. "Whiplash" nahezu brilliert haben. Gelangweilte, latent mit Problemen behaftete Teenager zu spielen, erweist sich für sie hier als wirklich nicht herausfordernd. Woodley und Teller spielen routiniert und souverän, und auch die anderen Darsteller liefern überzeugend ab, haben allerdings so kleine Rollen, dass sie kaum ins Gewicht fallen.

"The Spectacular Now" ist ein sehr ruhig erzählter und schlussendlich belangloser Film um die Sorgen und Nöte amerikanischer Teenager. Deshalb gibt es auch viel oberflächliches Teenager-Geschwafel ohne große Substanz und ein paar halbherzige Versuche, Dramatik in die Handlung zu integrieren. Identitätskrise, Verlorenheit, Zukunftsängste, so die Schlagworte, aus denen Regisseur Ponsoldt leider nichts gemacht und somit einen wirklich entbehrlichen Film gedreht hat, den er zusätzlich noch mit einem latenten Open-End krönt. Da kommt man sich dann wirklich ein wenig veralbert vor, nachdem man die vorherige 92minütige kreative Durststrecke hinter sich gebracht hat. An Settings und Schauspielern gibt's allerdings nichts auszusetzen und ein paar gute Dialogzeilen sind auch noch drin, also gerade mal noch zwei von fünf juvenilen Problemen, die gekonnt an fast jeder Zielgruppe vorbeigehen.


In die Wildnis: Allein nach Alaska
In die Wildnis: Allein nach Alaska
von Jon Krakauer
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Alexander Supertramp, 18. April 2015
Durch den 2007 erschienenen Film von Sean Penn, "Into the Wild", dürfte der ein oder andere auf das Schicksal des Amerikaners Christopher McCandless aufmerksam geworden sein. Penns wunderbarer Film vermittelt ein recht authentisches Bild dieses jungen Mannes, der sich ein wenig zu unbedacht in die Wildnis Alaskas aufmachte und dort 1992 verhungerte. Penns Film basiert auf dem 1996 erschienenen Buch von Jon Krakauer, einem Bergsteiger und Autor, der sich intensiv mit Christopher McCandless' Leben vor und während seines verhängnisvollen Trips in die Wildnis befasst hat.

Als Krakauer von McCandless' Schicksal erfuhr, hat ihn dieses auf besondere Weise angerührt. Vielleicht, weil er teilweise Parallelen zu seinem eigenen, früheren Leben entdeckt zu haben glaubte. Auch Krakauer war in seinen 20ern ein unerschrockener, teilweise rebellischer Mann, der sich manchmal mehr zutraute, als er dann tatsächlich zu bewältigen vermochte. Besonders eine recht gefährliche Bergbesteigung, die Krakauer unternommen hatte, lässt den Autor nachvollziehen, wie McCandless sich vermutlich gefühlt hat, als er in der Abgeschiedenheit der alaskanischen Wildnis dem Tod ins Auge blicken musste. Nach McCandlress' Tod hat Krakauer zunächst einen Artikel im Magazin "Outside" veröffentlicht, der rege Resonanz erzeugte. Daraufhin entschloss sich Krakauer, McCandless' kurzes, 24jähriges Leben unter die Lupe zu nehmen und eine Erklärung dafür zu finden, warum der junge Aussteiger mit völlig unzureichender Ausrüstung in die Wildnis aufbrach und warum es ihm nicht gelang, die nur wenige Kilometer entfernte Rettung zu finden.

McCandless' Geschichte ist eine tragische. Wenn man erfährt, wie nahezu lächerlich einfach es gewesen wäre, dass McCandless sich aus seiner misslichen Lage befreit hätte, erscheint sein Tod nur umso sinnloser. Andererseits war McCandless ein überaus intelligenter junger Mann, der es eigentlich besser hätte wissen müssen - dass man nicht ohne eine einzige Umgebungskarte in die Wildnis zieht, dass man von einem 5-kg-Sack Reis nicht vier Monate lang leben kann und dass die Wildnis mit Eichhörnchen, Bibern und vielleicht mal einem Elch und diversen Beeren und Pflanzen nicht genug hergibt, um sich so ernähren zu können, dass keine Mangelerscheinungen auftreten. Doch man soll ja nicht mit dem Ende einer Geschichte anfangen…

Jon Krakauer widmet sich recht genau McCandless' Schicksal, allerdings nicht immer chronologisch, was manchmal etwas anstrengend zu lesen ist. Darüber hinaus schweift Krakauer immer wieder ab, wechselt von McCandless' Leben zu dem anderer Aussteiger vor ihm, mithilfe derer er Parallelen zu McCandless' Charakter und Schicksal zu ziehen versucht. Und auch vor der seitenlangen Schilderung eines Bergsteiger-Erlebnisses, das ihm selbst widerfahren ist, schreckt Krakauer nicht zurück. Und schlussendlich beleuchtet er auch noch das Leben von McCandless' Eltern, Freunden und Bekannten, was des Öfteren zu Passagen führt, die rein gar nichts mehr mit Chris McCandless' Leben und Schicksal zu tun haben.

Schlussendlich sollte es doch vorrangig darum gehen, dass ein sehr eigenwilliger, intelligenter, aber oft auch unzugänglicher, emotionaler, wütender und in seinen Ansichten sehr radikaler 22Jähriger nach seinem Studium beschloss, auszusteigen und sein Land zu erkunden. Zuerst mit dem Auto, dann zeitweise mit einem Kanu und schlussendlich zu Fuß und als Tramper. Er wollte nach Alaska, in die Wildnis, und dort allein sein, seine Grenzen austesten, zu sich selber finden oder ähnliches (die genaue Motivation McCandless' lässt sich schwer deuten, da er in seinen Ansichten und Taten oft recht widersprüchlich oder wahlweise gänzlich verschlossen war). Er hat einige kapitale Fehler begangen (Krakauer erwähnt auch die Theorie der Verwechslung einer giftigen mit einer ungiftigen Pflanze, die McCandless schließlich umbrachte), die in der Summe dann zu seinem Tod geführt haben. Vielleicht ein schreckliches Unglück, vielleicht eine Möglichkeit, die McCandless durchaus billigend in Kauf genommen hat, ohne jedoch konkrete Selbstmordabsichten gehabt zu haben. Man möchte etwas über diesen Menschen - der sich auch "Alexander Supertramp" nannte - erfahren, wie er groß und so geworden ist, dass er mit 22 Jahren endgültig mit seinen Eltern gebrochen und sich auf die Reise begeben hat. Und das bietet einem Krakauer auch, durchaus. Aber leider verzettelt er sich immer wieder in Nebenschauplätzen, die wenig bis gar nichts mit McCandless zu tun haben. Vielleicht hat er nur so die gut 300 Seiten vollbekommen, die sein Buch offensichtlich haben sollte.

Somit ist "In die Wildnis" natürlich kein schlechtes Buch, es ist eben nur kein Buch über Christopher McCandless ausschließlich. Immer wieder schweift der Autor ab zu anderen Personen, die auch mal irgendwie sowas wie McCandless gemacht haben oder zu Meschen, die kurz McCandless' Weg gekreuzt haben, deren Lebensumstände aber über Gebühr genau erläutert werden. Auch kommt man nicht umhin, einige Widersprüchlichkeiten in Krakauers Aussagen zu bemerken. Beim Aufzählen all der Möglichkeiten, die McCandless gehabt hätte, seinem tödlichen Schicksal zu entgehen, erwähnt Krakauer einige nur wenige Kilometer entfernte Hütten, die normalerweise mit Notrationen für Wanderer bestückt sind und die McCandless, wenn er aufgrund einer Umgebungskarte von ihnen gewusst hätte, das Leben hätten retten können. Dann aber erwähnt Krakauer, dass sämtliche dieser Hütten kurz vor McCandless' Tod Einbrechern zum Opfer gefallen sind und somit weder Vorräte noch ähnlich Nützliches beherbergt haben. Warum dann überhaupt die Erwähnung der Hütten, wenn sie schlussendlich doch nicht geeignet waren, McCandless' Leben zu retten? Schade ist außerdem, dass sich in dem ganzen Buch keine Fotos befinden, weder von McCandless noch von den diversen Stationen seiner Reise oder den anderen Menschen, die er unterwegs kennengelernt hat und die für ihn wichtig waren. McCandless hatte eine Kamera dabei und hat oft Fotos gemacht, auch von sich selbst in Alaska, die Filmrollen wurden nach seinem Tod gefunden und entwickelt. Besonders, wenn Krakauer McCandless' extremen Gewichtsverlust während seines Alaska-Aufenthalts beschreibt, hätte man sich hiervor gerne ein Bild gemacht. Wenn man dann recherchiert und sich ansieht, wie furchtbar ausgezehrt McCandless in seinen letzten Lebenswochen aussah, ist das fast noch erschütternder, als nur Krakauers Worte zu lesen.

Wer den Film gesehen hat, für den ist das Buch eine hilfreiche und informative Ergänzung, allerdings bekommt man auch diverse Informationen, die man so nicht erwartet und - ehrlich gesagt - auch nicht benötigt hätte. Krakauer animiert leider immer wieder zum seitenweisen Querlesen und widerspricht sich in seinen Aussagen ab und zu. Dennoch zeichnet er ein umfassendes Bild dieses seltsamen jungen Mannes, der so sinnlos gestorben ist. Ihm gelingt es gut, sowohl Sympathie für McCandless zu wecken als auch die dunklen Seiten seines nicht einfachen Charakters hervorzuheben und ihn für seine vermeintliche Selbstüberschätzung und schlechte Vorbereitung kräftig durchschütteln zu wollen. Wer den Film nicht gesehen hat, hat wahrscheinlich den Wunsch, ihn sich anzusehen, wenn er das Buch gelesen hat - und dazu ist auch zu raten, denn "Into the Wild" ist wirklich ein sehr guter Film.

Hätte Krakauer sich ganz auf McCandless konzentriert und seine interessante Story nicht durch so viele Nebensächlichkeiten verwässert, wäre aus "In die Wildnis" ein noch besseres Buch geworden. Auch Fotos hätten seine Geschichte eindringlich unterstrichen und dem Leser eine noch bessere Vorstellung von Christopher McCandless und seinen letzten Monaten allein in der Wildnis (die weit weniger von der Zivilisation entfernt war, als man meinen könnten) vermittelt. Somit ist "In die Wildnis" keine rundum gelungene Biographie, aber ein ehrliches, authentisches und trauriges Zeugnis des sinnlosen Todes eines jungen Menschen, der seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hatte und seine letzte Ruhe nun dort gefunden hat, wo er schon als kleiner Junge hinwollte: in die Wildnis Alaskas. Gute drei von fünf Selbstfindungstrips, die tödlich enden können.


Blue Ruin
Blue Ruin
DVD ~ Macon Blair
Preis: EUR 12,79

2 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Blutige Fehde, 15. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Blue Ruin (DVD)
Dwight (Macon Blair, "Murder Party") schlunzt so vor sich hin, kämmt sich nicht die Haare, rasiert sich nicht und badet nur ab und an, wenn er in fremde Häuser einbricht, dessen Bewohner verreist sind. Ansonsten wohnt er in seiner "Blue Ruin", einem alten rostigen Pontiac, den er in der Nähe des Strandes abgestellt hat und der längst nicht mehr fährt. Eines Tages jedoch wird der wortkarge Obdachlose aus seiner Lethargie gerissen: er erfährt, dass der Mörder seiner Eltern nach 20 Jahren aus dem Knast entlassen wurde. Ungeahnte Rachegelüste erwachen in dem sonst so zurückhaltenden Dwight, er macht erst den Wagen wieder flott und dann sich auf den Weg, Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Allerdings hat er dabei nicht bedacht, dass des Killers Familie, anstatt die Polizei zu rufen, lieber gleich selbst Jagd auf Dwight macht. Was wiederum Dwights Schwester Sam (Amy Hargreaves, "Homeland") und deren Kinder in Gefahr bringt. Da hätte Dwight wohl lieber noch mal drüber nachgedacht. Aber jetzt ist es zu spät und Dwight & Co. ziehen eine blutige Spur aus Vergeltung und Sinnlosigkeit durch Virginia...

Glückwunsch, Jeremy Saulnier ist es zumindest gelungen, die chaotische, dilettantische und beschämend laienhafte Art der Inszenierung, die jede Filmminute seines Erstlings "Murder Party" kennzeichnete, abzulegen und sich somit zumindest in die Nähe dessen zu begeben, was man einen leidlich talentierten Regisseur und Drehbuchautor nennen könnte. "Blue Ruin" wird routiniert von Saulnier runtergekurbelt, ohne große Emotionen, ohne viele Worte, ohne allzu talentierte Schauspieler. Der Film fällt bei weitem nicht unangenehm auf, er hat eher das Problem, dass er gar nicht auffällt. Dwight schlurft 90 Minuten lang durch die Szenerie, verliert darüber kaum ein Wort, tut, was er meint, tun zu müssen, woraufhin die Gegenpartei ebenfalls tut, was sie glaubt, tun zu müssen und dann ist auch schon alles vorbei. Tja...das alles ist zwar größtenteils herzlich sinnlos, wird dafür aber mit aller Konsequenz durchgezogen.

In all dem schwingt ein lakonischer Unterton mit, der nicht so recht zu diesem als Rachefeldzug angelegten Roadtrip passen will. Nichts gegen lakonische Revenge-Filme, aber dann muss man wenigstens Ethan oder Joel Coen heißen, um sowas stimmig inszenieren zu können oder einen Javier Bardem dazu bringen, mit extrem blöder Frisur aufzutreten und dabei, verdammt noch mal, trotzdem cool zu sein. Solcherlei Fähigkeiten gehen Saulnier selbstredend ab. So fehlt es dem Film nicht nur an einer qualifizierten Regie, sondern auch an exzeptionellen Charakteren und jeglicher Art von beim Zuschauer generierter Empathie. Vor allem aber macht "Blue Ruin" durch eins auf sich aufmerksam: die Abwesenheit von Spannung. Darüber können auch die durchaus vorhandenen blutigen Sequenzen nicht hinwegtäuschen, von denen es immerhin eine Handvoll im Film gibt.

Wirklich schlechte Darsteller gibt es im Film wider Erwarten gar nicht. Wer jemals einen Blick auf "Murder Party" geworfen hat, dürfte aufs Schlimmste gefasst gewesen sein, aber die Darsteller in "Blue Ruin" sind wie der Film selbst: recht solide, aber unauffällig und nicht erinnerungswürdig. Macon Blair gelingt keine wirklich überzeugende Darstellung als Racheengel. Mit Bart und Zottelhaar als Obdachloser kann er überzeugen, aber sobald Bart und Haare ab sind und Dwight auf der Flucht ist, wird Blairs Darstellung immer schwächer. Emotionen kann er nur schwer transportieren und leider gibt Saulnier ihm zu wenig Text, um verbal glänzen zu können. Den anderen Darstellern ergeht es nicht viel besser, sie haben zu wenig Zeit, darstellerisch zu überzeugen oder zu wenig Einprägsames zu sagen, um Nachhaltigkeit zu erzeugen.

Die Story von "Blue Ruin" ist einfach zu dünn und zu nachlässig inszeniert, zudem fehlt es dem Film eindeutig an Spannung oder schlicht Erzählenswertem. Dennoch ist der Film, im Vergleich zu Saulniers Erstling, ein wahrer Quantensprung. Bei seinem nächsten Film, "Green Room" (mit Imogen Poots, Anton Yelchin und Patrick Stewart) hat er ja vielleicht noch ein paar Erfahrungen mehr gesammelt, ein vergleichsweise prominenter Cast steht ihm dann jedenfalls zur Verfügung. Abwarten. Bis es so weit ist, für mich dennoch leider nur zwei von fünf rostigen Pontiacs, die man besser am Strand hätte stehen lassen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 21, 2015 10:31 PM MEST


After [Blu-ray]
After [Blu-ray]
DVD ~ Steven Strait
Preis: EUR 13,99

2.0 von 5 Sternen Black Clouds, 10. April 2015
Rezension bezieht sich auf: After [Blu-ray] (Blu-ray)
(Kinoversion)

Düstere Wolken, unbekannte Mächte, eine ausgestorbene Stadt und zwei Protagonisten, die versuchen, hinter das Geheimnis einer riesigen schwarzen Wolkenfront zu kommen, die ihre Stadt umgibt. Dies ist mehr oder weniger die Story von Ryan Smiths Debütfilm „After“. Bedauerlicherweise ist das auch so unspektakulär, wie es sich anhört. Zwar kann Smith auf recht glaubwürdige Mimen setzen, die aber leider auch nicht gegen das konventionelle Script von Smith und seinem Co-Autors Jason Parish anspielen können. Sowohl Regisseur als auch Drehbuchschreiber liefern hier erstmalig ab, und das merkt man „After“ dann leider auch an. Konventionelles Endzeit-Kino mit magerer Auflösung und deutlichen Längen, das leider nicht auf ganzer Linie überzeugt.

Comiczeichner Freddy (Steven Strait, „10.000 B.C.“) lernt während seiner Busfahrt nach Hause die spröde Ana (Karolina Wydra, „Crazy, Stupid, Love“) kennen. Noch bevor er bei der wortkargen Krankenschwester landen kann, kracht der Bus mit einem Auto zusammen. Kurz darauf wacht Ana in ihrem eigenen Bett auf und hält alles nur für einen bösen Traum. Auf ihrem Weg zur Arbeit fällt ihr die menschenleere Stadt auf und auch im Krankenhaus angelangt muss sie feststellen, dass sie offensichtlich die einzige Person im ganzen Gebäude ist. Als sie abends Freddy wiedertrifft, ist sie heilfroh, sich der seltsamen Situation nicht mehr ganz allein stellen zu müssen. Die Beiden entdecken eine riesige schwarze Wolkenfront, die die Stadt wie einen Gürtel umschließt und immer näher zu kommen scheint. Sie nehmen all ihren Mut zusammen und begeben sich in den dichten schwarzen Nebel, um herauszufinden, was hier eigentlich los ist. Dies jedoch ruft böse Mächte auf den Plan, die Freddy und Ana schon bald um ihr Leben rennen lassen…

Der Film krankt vorrangig an seiner dünnen Story und deren steifer Umsetzung. Zwar gelingt Smith ein recht unheimliches Endzeit-Szenario, das war es dann aber leider auch schon mit den guten Ideen. Eine ausgestorbene, graue Stadt, dräuende Wolkengebilde, die immer näher kommen und zwei hilflose Protagonisten, die die meiste Zeit genauso ratlos sind wie der Zuschauer. So richtig unheimlich und bedrohlich wirkt das Ganze irgendwie nicht, auch, wenn Smith dies sicher beabsichtigt hat. Die meiste Zeit des Films irren die beiden Protagonisten hilflos in der Stadt umher und suchen nach Antworten, die ihre Situation irgendwie erklärbar machen. Dabei reden sie langweiliges Zeug und versuchen dem Zuschauer Angst und Überforderung zu vermitteln, was ihnen leider nur bedingt gelingt.

Es passiert einfach nicht sonderlich viel in „After“ und auch, wenn dann endlich mal was passiert, ist dies nicht sonderlich spannend. Im Gegenteil, wird man erstmal dessen ansichtig, was sich hinter der Wolkenwand verbirgt, muss man fast lachen. Smith hat hier - ACHTUNG, SPOILER - ein Ungeheuer erschaffen, das aussieht wie die diabolische Version eines Teenage Mutant Ninja Turtles. Aber Schildkröte bleibt nun mal Schildkröte und die sind ungefähr so furchteinflößend wie die blutrünstigen Schafe aus „Black Sheep“, also gar nicht. Die Kröte hampelt sich dann durchs letzte Storydrittel und will die Beiden umbringen, warum auch immer - SPOILER ENDE.

Kennt man das Ende des Films, wird natürlich deutlich, dass Vieles, was Smith hier zeigt, als Metapher zu verstehen ist. Das macht die vorangegangenen knapp 80 Filmminuten zwar nicht unbedingt besser, verleiht dem Film aber zumindest in seinen letzten 10 Minuten ein fast schon poetisches Ende. Überhaupt versöhnt einen das Ende mit einigen inszenatorischen Patzern des Films, da es Smith wirklich recht herzig und kreativ geraten ist. Nach der Auflösung lässt man also gern etwas Milde walten, was die vorangegangene lahme und ideenlose Inszenierung angeht.

Die Darsteller liefern den Storyumständen entsprechend recht souverän ab. Steven Strait nimmt man den unbeholfenen, aber in der Not über sich hinauswachsenden Comiczeichner ebenso ab wie Karolina Wydra die erst abweisende, dann ängstliche Krankenschwester. Zwar können die Beiden hier kaum nennenswerte Akzente setzen, aber zumindest wirken sie glaubwürdig. Die restlichen Darsteller sind nicht erwähnenswert, da ihre Rollen einfach zu klein sind.

Die Settings sind, wie schon erwähnt, recht unspektakulär. Eine verwaiste amerikanische Durchschnittsstadt (hierfür standen diverse Städte im US-Bundesstaat Alabama Pate), ein leeres Krankenhaus, eine Kirche und diverse andere unwichtige Schauplätze stehen der großen schwarzen Wolke gegenüber, deren Innenleben nicht viel erkennen lässt. Auch hier herrschten die Farben Grau und Schwarz vor, es gibt eine antike Tür, und das war’s dann auch schon. Untermalt wird das Ganze von einem typischen instrumentalen Grusel-Score, der nicht länger im Gedächtnis bleibt als die maue Story. Schockmomente gibt es, so weit ich mich erinnere, gar keine, der Zuschauer muss sich mit ein paar unheimlichen Szenen und einem Reagenzglas voll Blut zufrieden geben.

„After“ ist ein mehr als milder Gruselfilm, der letztendlich nicht viel zu sagen hat und gängige Genrekonventionen bis zur ideenlosen Schmerzgrenze ausreizt. Das Geheimnis hinter der Wolke ist äußerst albern visualisiert, als Metapher jedoch funktioniert die Geschichte ganz gut. Leider findet man das erst ganz am Ende des Films heraus, wenn man das Interesse an ihm schon weitestgehend verloren hat. Dennoch stimmt das Ende latent versöhnlich, kann den Film dann aber auch nicht mehr wirklich retten. Zu viele langatmige und -weilige Szenen strapazieren die Geduld des Zuschauers, zu wenig Mystery und kunstvolle Spannung können hier als Ausgleich zur simplen Story eingesetzt werden. Ergo leider nicht mehr als knappe zwei von fünf schwarzen Wolken, die hier missmutig über einem mauen Thriller abhängen.


Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis
Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis
DVD ~ Jake Gyllenhaal
Preis: EUR 12,81

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Beyond Humanity, 9. April 2015
Für "Nightcrawler" hat sich Drehbuchautor Dan Gilroy ("The Fall", "Real Steel", "Das Bourne Vermächtnis") erstmalig auf den Regiestuhl geschwungen und - selbstredend - auch das Script verfasst. Herausgekommen ist ein düsterer, deprimierender und erschreckender Film, der der Mediengeilheit unserer heutigen Gesellschaft den blutigen Spiegel vorhält. Mit 117 Minuten ist "Nightcrawler" allerdings doch ein wenig lang geraten, in 90 Minuten hätte man das sicher auch abhandeln können, ohne dass Gilroy etwas von seiner Kernaussage verloren gegangen wäre.

Ausstattung der DVD: Ton in deutsch und englisch in DD 5.1, deutsch zusätzlich in DTS 5.1, deutsche Untertitel für Hörgeschädigte. Extras: Audiokommentar von Tony Gilroy, Making-of, Trailer des Films sowie vier weitere Trailer.

Louis Bloom (Jake Gyllenhaal, "Prisoners", "End of Watch") ist sowohl ehrgeizig als auch schlau, allerdings haben ihm diese Eigenschaften in seinem bisherigen Leben nicht viel genützt. Er schlägt sich in L.A. mit kleineren Diebstählen mehr schlecht als recht durch, einen richtigen Job bekommt der übereifrige Sonderling allerdings nicht. Bis er eines Nachts zufällig an einem Autounfall vorbeikommt, der von einem freien Kameramann gefilmt und dann meistbietend an irgendeinen Nachrichtensender verkauft wird. Schnell verdientes Geld, denkt sich Louis und stattet sich mit einer Kamera und einem Funk-Scanner aus, um den Polizeifunk abhören zu können. Fortan verbringt er seine Nächte auf der Straße, immer auf der Suche nach möglichst spektakulären und vor allem blutigen Unfällen oder Verbrechen, die er filmen und an Nachrichtenredakteurin Nina (Rene Russo, "Thor") verkaufen kann. Und Louis ist für ein paar gute Bilder zu allem bereit. Er trickst seine Kollegen aus, begeht Tatorte, bevor die Polizei da ist und positioniert ein Unfallopfer auch mal etwas um, damit er es besser filmen kann. Schon bald kann Louis sich einen Assistenten (Riz Ahmed, "Four Lions") leisten, der ihn durch das nächtliche L.A. zu den Schauplätzen des Schreckens navigiert. Doch Louis' Ehrgeiz und Erfolgsgier nehmen immer bedrohlichere Formen an. Schon bald scheint er keinerlei Moral mehr zu kennen und offenbart, was für ein Soziopath er wirklich ist…

Aufgrund der düsteren Grundstimmung und kaum sympathischer Charaktere ist "Nightcrawler" sicherlich kein Film, den man wirklich mögen wird. Gilroy zeigt schonungslos, dass unsere heutige Gesellschaft ein immer größeres Interesse an möglichst detailgetreu in Szene gesetzten Verbrechen und Unfällen hat. Je mehr Leichen, je mehr Tragödien, je mehr spektakuläre Crashs, desto besser. Möglichst alle blutigen Details wollen über Internet, Fernsehen und Printmedien konsumiert werden und es gibt mehr und mehr Menschen, die aus diesem fast perversen Interesse ihren finanziellen Nutzen zu ziehen wissen. Der Grundton von "Nightcrawler" ist dementsprechend zynisch und erbarmungslos.

Dies liegt natürlich vorrangig an Jake Gyllenhaals Rolle als Louis Bloom. Gyllenhaal hat sich für diese Rolle acht Kilo runtergehungert, sein ausgemergeltes, kantiges Gesicht unterstreicht eindrucksvoll den getriebenen und skrupellosen Charakter, mit dem sein Louis hier agiert. Kombiniert mit einem stechenden, manchmal fast irren Blick und der fast ständig unter Spannung stehenden dünnen Physis verkörpert Gyllenhaal perfekt, was sein Louis schlussendlich sein soll: ein krankhaft ehrgeiziger Egomane, der buchstäblich über Leichen geht, um seine Ziele zu erreichen. Darüber hinaus erfährt man nichts über Louis. Wo er herkommt, wie er zu dem geworden ist, der er ist und wie seine eigentlich hehren Grundsätze (dass, wer Erfolg haben will, eben hart dafür arbeiten muss) so aus dem Ruder laufen konnten. Gyllenhaal spielt so gut, dass man zu keinem Zeitpunkt Mitleid mit Louis und seinen widrigen Lebensumständen empfindet, im Gegenteil, man beginnt ihn mehr und mehr abzulehnen für das, was er tut und wie er es tut. Er manipuliert, er betrügt, er erpresst, er nutzt aus und hat dabei ständig nur seine eigenen Interessen im Sinn. Wem er damit im Zweifel schaden könnte, interessiert ihn nicht. Gyllenhaals Spiel ist beeindruckend, er trägt den Film fast alleine. Rene Russo, Bill Paxton oder auch der überaus talentierte Riz Ahmed können somit leider kaum Akzente setzen.

Gilroy hat vorranig im nächtlichen L.A. gefilmt, was den deprimierenden Grundton des Films gekonnt unterstreicht. Dunkle Straßen, nur erleuchtet von flackernden Polizeilichtern oder dem Scheinwerfer von Louis' Kamera, fensterlose Nachrichtenstudios oder Louis' armselige Wohnung vermitteln eine Tristesse, die sich durch die ganzen 117 Minuten zieht. Aber wirklich viel zu sehen gibt es sowieso nicht. Entweder zeigt Gilroy Louis bei der Jagd nach spektakulären Bildern oder dabei, wie er mit Nina im Nachrichtenstudio diskutiert. Das ist auf Dauer etwas ermüdend und es hätte nicht geschadet, hier ab und an mal die Schere anzusetzen und den Film so etwas kürzer zu gestalten. Schlussendlich ist "Nightcrawler" das Psychogramm eines Soziopathen, das aber trotz allem recht weit an der Oberfläche bleibt. Irgendwann hat man einfach genug von Louis und seinen immer skrupelloseren Aktionen, wobei es Gilroy am Ende des Films noch einmal gelingt, den Zuschauer wirklich zu schocken. Man hat Louis zwar viel zugetraut, doch dass er wirklich so weit gehen würde, wie Gilroy es hier zeigt, ist tatsächlich verstörend.

Alles in allem ist "Nightcrawler" ein bedrückender, deprimierender Film, der zwar mit sehr guten Darstellern - allen voran Jake Gyllenhaal - aufwarten kann und die schmutzige Medienwelt samt ihrer sensationsgeilen Konsumenten exzellent vorführt, aber psychologisch recht weit an der Oberfläche bleibt und über keinerlei Identifikationsmöglichkeiten verfügt. Man mag Louis nicht, man mag nicht, was er tut und vor allem nicht, wie weit er dabei bereit ist zu gehen. Hinzu kommen diverse Längen, die der Spannung des Films nicht immer gut tun. Der Grundton von "Nightcrawler" ist eher ruhig, wer hier große Action erwartet, wird enttäuscht werden. Für mich kein schlechter Film, aber auch kein richtig guter, insofern solide drei von fünf Kameras, die man viel öfter einfach mal abschalten sollte.


Dark House
Dark House
DVD ~ Luke Kleintank
Preis: EUR 11,77

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Umnachtet, 6. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Dark House (DVD)
Regisseur und Drehbuchautor Victor Salva erinnert auf tragische Weise ein bisschen an M. Night Shyamalan, der 1999 einen Überraschungshit mit "The Sixth Sense" landete und nie wieder an diesen Erfolg anknüpfen konnte. Seine Folgefilme wurden schlechter und schlechter, bis er in Hollywood nur noch zur Lachnummer taugte. Ein bisschen ähnlich scheint es sich bei Victor Salva zu verhalten. Zwar konnte er 1995 bereits einen Achtungserfolg mit dem Independent-Film "Powder" erzielen, aber richtig berühmt dürfte er - zumindest in Horrorkreisen - mit seinem 2001er "Jeepers Creepers" geworden sein. Und danach ging es - wie bei Shyamalan - stetig bergab. Schon "Jeepers Creepers 2" war eher zum Fremdschämen, mit "Rosewood Lane" hat Salva sich dann endgültig blamiert…fast…denn wie sein 2014er "Dark House" beweist, geht es immer noch ein bisschen schlimmer. Und - welch Überraschung - Salva hat mittlerweile für "Jeepers Creepers 3" unterschrieben, was soll man da noch sagen? "Dark House" ist ein unfassbar schlecht gespielter, langweiliger, dämlicher und vor allem überhaupt nicht gruseliger Pseudo-Horrorfilm, bei dem man nur eins tun möchte: Darsteller Tobin Bell ("SAW") die miese Friesenperücke vom Kopf reißen.

Ausstattung der DVD: Ton in deutsch und englisch in DD 5.1, Untertitel ebenfalls in englisch und deutsch. Und dazu diese wahnsinnigen Extras: Trailer des Films sowie acht weitere Trailer. Respekt ans Ausstattungsteam.

Nick (Luke Kleintank, "Bones") ist 23, hat eine schwangere Freundin, eine unheilvolle Gabe (durch Berührung eines Menschen kann Nick sehen, wie dieser sterben wird) und eine verrückte Mutter (Lesley Ann Down, die mittlerweile kaputtgeliftete Madeline aus "Fackeln im Sturm"), die ihm, nachdem sie bei einem mysteriösen Brand in der Klapse umgekommen ist, eine alte Rumpelbutze vermacht hat, die irgendwo vor sich hinmodert. Da sie vorher noch kryptische Andeutungen über Nicks doch nicht toten Vater gemacht hat, denkt sich Nick, pack ich mir mal meine hochschwangere Freundin (Alex McKenna, kennt ma aber eher nich) und meinen strunzdoofen besten Freund (Anthony Rey Perez, kennt man wirklich nicht, macht aber auch nix) ein und mach mich auf zu dem Haus, das ich schon als Kind immer gezeichnet hab, ohne es je gesehen zu haben *unheilvolle Musik einspiel* - vielleicht is Papa ja da. Dass das natürlich gründlich in die Hose geht, dürfte klar sein…

Das einzige, was an "Dark House" dark ist, dürfte der umnebelte Verstand von Regisseur Schrägstrich Drehbuchautor Victor Salva sein. Von der Gleichung "Schlechtes Script + unfähiger Regisseur + miese Darsteller = Rotzfilm" hat Salva offensichtlich noch nichts gehört, sich aber dennoch strikt daran gehalten. Wenigstens war er konsequent darin, seinen Film auf wirklich allen Ebenen zu vergeigen.

Dazu gehört natürlich erstmal eine ordentlich schwachsinnige Geschichte, die man dann inhaltlich und visuell möglichst schlecht erzählen sollte. Nick hat eine Mutter in der Klapse, einen unbekannten Vater und eine unselige Gabe, die ihn sehen lässt, wie andere Menschen zu Tode kommen werden. Und dann hat er sich seinen langweiligen One-Night-Stand auch noch als feste Freundin und werdende Mutter seiner Brut angelacht, clever. Mutti faselt vor ihrem Feuertod durch ihre gelifteten Lippen noch kryptisches Zeug von einem doch nicht toten Vater, der - funny that - zu ihr durch den Lüftungsschacht spricht, uhhh. Dass es um Nicks Erbgut also nicht zum Besten steht, dürfte klar sein. Dann braucht man ein unheimliches Haus irgendwo im Nirgendwo, das von einem maulfaulen, ebenfalls kryptisches Zeug faselnden Alten besetzt wird, der die unbedarften Bumsbirnen resolut vom Hof jagt. Nie verkehrt ist ein bisschen pappbecknacktes Kanonenfutter, hier dargereicht in Form von zwei dämlackigen Landvermessern, deren einziger Zweck es ist, den Bodycount ein bisschen in die Höhe zu treiben. Garnieren sollte man das Ganze dann noch mit superblöden Begleitern, die man voll lieb hat und so, die aber den Intellekt eines Brötchens haben, ständig dummes Zeug faseln und die falschen Entscheidungen treffen. Und über all dem sollte natürlich der geheimnisvolle Fremde (hier: Papa) thronen, der die Wurzel allen Übels ist, Böses im Schilde führt, eine Armee grenzdebiler mehr oder weniger Toter um sich schart, die sich wie Einsiedlerkrebse fortbewegen, Äxte schwingen und selbstredend mit dem Protagonisten irgendwie verwandtschaftlich verbandelt ist…von wegen Next Generation of Evil oder schlicht: Fortsetzung, wenn der erste Film wenigstens das Geld fürs Catering wieder einspielt. Ach ja, ne olle Rumpelbutze, die ordentlich knarzt und knackt, braucht's natürlich auch noch. Und schon ist er fertig, der Drecksfilm, zumindest, wenn Silva auf dem Regiestuhl hockt.

Selbstverständlich kann man so eine Gurke nur fabrizieren, wenn man über ausreichend unfähige Schauspieler-Attrappen verfügt. Glücklicherweise hatte Silva einen ganzen Haufen davon zur Verfügung, der sich so talentfrei wie nervtötend durch die Kulissen schubst und dabei permanent Strunz faselt. Einzigen Mitleidspunkt gibt's für Tobin Bell, der sich ja schon für die "SAW"-Fortsetzungen hat verheizen lassen und hier nun auch noch durch eine Perücke verunstaltet wird, die stark an dauergewellte Vokuhila-Schröcklichkeiten aus den 80er Jahren erinnert. Er ist denn auch der einzige, der hier halbwegs schauspielern kann, nützt nur leider nix bei dem Bockmist, den er von sich geben muss.

Den Extraschuss "mieser Film" erreicht Silva dann durch derart peinliche Regiefehler, dass man eigentlich nur noch drüber lachen kann. Wenn ein Auto auf einem lehmigen, laubbedeckten Waldboden mit quietschenden Reifen anfährt und dann durch den Wald brettert, als wäre man akustisch auf der Autobahn, ist das schon mal ein guter Anfang. Wenn man dann ein Auto im Wald stehen lassen muss, weil Türen zu und Schlüssel weg, dieses sich aber wenige Stunden später problemlos öffnen und starten lässt, ist das schon gute Regiefehler-Mittelklasse. Besonders schön wird es dann, wenn man den guten alten "Mein Handy hat hier keinen Empfang"-Trick platziert, nur um den Protagonisten wenig später mitten im Wald mühelos mit dem Smartphone bei Wikipedia was nachschlagen lassen zu können.

Diesen ganzen Blödsinn muss man sich satte 102 Minuten gefallen lassen, bis Silva endlich ein Einsehen hat und seinen Murksfilm zu einem vorhersehbaren, blöden Ende führt. Doch gerade, als man erleichtert aufatmen will und auf den Abspann hofft, lässt Silva es sich natürlich nicht nehmen, noch einen kleinen Blick in die Zukunft zu werfen, die sich hier als drohender "Dark House 2" ankündigt. Hoffentlich nicht…

…denn "Dark House" ist ein in allen Belangen wirklich schlechter Film. Es gibt zwar noch schlechtere, aber gar nicht mal so viele, denke ich. Gegen guten Trash ist beileibe nichts einzuwenden, doch leider ist "Dark House" noch nicht mal das. "Dark House" ist einfach nur ein unglaublich lahmer, unlogischer, langweiliger, dämlicher, überflüssiger und schlecht gespielter Pseudo-Horrorfilm, in dem der Horror ganz woanders stattfindet, beim Zuschauer nämlich, der ungläubig den Kopf schüttelt darüber, wie Silva auch nur einen Cent Budget für diesen Schrott zusammenbekommen hat. Ergo gerne null von fünf dunklen Häusern, in denen einfach mal jemand das Licht anmachen sollte.


Let Us Prey
Let Us Prey
DVD ~ Pollyanna McIntosh
Wird angeboten von brandsseller
Preis: EUR 12,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Soul Catcher, 3. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Let Us Prey (DVD)
Mit "Let us Prey" liegt hier sozusagen ein Doppel-Debüt vor. Sowohl Regisseur Brian O'Malley legt hier (nach zwei Kurzfilmen) sein Spielfilmdebüt hin als auch die Drehbuchschreiber David Cairns, der vorab lediglich die Scripts für ein paar Kurzfilme, TV-Serienepisoden und einen Dokumentarfilm geschrieben hat, und Fiona Watson, die bislang eine TV-Serienepisode vorweisen kann. Dass aus "Let us Prey" ein so runder wie blutiger Schocker geworden ist, erstaunt dann schon. Tja, die Briten halt…

Ausstattung der DVD: Ton in deutsch und englisch in DD 5.1, Untertitel in deutsch. Extras: Making-of, Trailer des Films sowie sieben weitere Trailer. Für eine DVD verfügt der Film übrigens über ein extrem gutes, scharfes und klares Bild.

Polizistin Rachel Heggie (Pollyanna McIntosh, "The Woman") tritt ihre erste Nachtschicht in ihrem Heimatort, einem kleinen schottischen Dorf, an, in das sie erst vor kurzem zurückgekehrt ist. Schon auf dem Weg dahin hat sie ihren ersten Einsatz: Rüpel Caesar (Brian Vernel, "Offender") fährt einen Fremden mit seinem Auto an, der aber kurz darauf plötzlich verschwunden ist. Rachel nimmt Caesar dennoch mit auf die Wache und sperrt ihn erstmal ein. Seargant McReady (Douglas Russell, "A lonely place to die") beeindruckt das wenig, Caesar scheint Stammgast auf der Wache zu sein. Und auch Rachels neue Kollegen Mundie (Hanna Stanbridge, "Outcast") und Warnock (Bryan Larkin, "Outpost 3") behandeln Rachel ziemlich von oben herab. Kurz darauf taucht das vermeintliche Unfallopfer (Liam Cunningham, "Game of Thrones") wieder auf und landet, nach dem Angriff auf den ihn behandeln wollenden Arzt, ebenfalls hinter Gittern. Und auch der Arzt muss hinter schwedische Gardinen, denn…nun, sagen wir mal so, seit der Fremde aufgetaucht ist, werden die Anwesenden auf der Wache von grausamen Visionen (oder gar Flashbacks?) geplagt, die darauf schließen lassen, dass der Fremde alles über sie weiß. Dinge, die nie ans Tageslicht kommen sollten…und auch Rachel wird an grausame Dinge in ihrer Kindheit erinnert. Das ominöse Ende, das der Fremde für 00.00 Uhr angekündigt hat, rückt näher…und auf der Wache fließt mehr und mehr Blut…

Horrorfilme mit religiösen Motiven gibt es ja wie Sand am Meer. Umso beachtlicher, dass es Neuling O'Malley gelungen ist, diese nicht wirklich neue Idee solide und vor allem hübsch blutig umzusetzen. Bei einigen Szenen war sogar ich erstaunt, dass der Film es unbeschadet durch die FSK geschafft hat. Fast…denn es gibt neben der Uncut-Version auch eine um 37 Sek. gekürzte Fassung. Man sollte also darauf achten, dass man zur "SPIO/JK"-Fassung greift, nicht zur "FSK keine Jugendfreigabe"-Fassung. Denn die hier fehlenden Sekunden haben es ganz schön in sich und der Horrorfan wird auf sie nicht verzichten wollen.

Wie auch immer, der deutliche religiöse Unterton des Films wird um menschliche Schwächen und schreckliche Geheimnisse ergänzt, die dem Film nach und nach eine äußerst blutige und abartige Note verleihen. Jeder hat hier Dreck am Stecken…nun ja, fast jeder. Schnell sind die dunklen Zellen im Keller der Polizeiwache gefüllt und neben dem betrunkenen Verkehrsrowdie finden sich ihre Frauen misshandelnde Ehemänner und Mörder ein und auch die Vertreter von Recht und Ordnung müssen sich Ehebruch, Polizeiwillkür, Missbrauch und Mord vorwerfen lassen. Das alles weiß Rachel natürlich nicht, als sie ihren Dienst genau in dem Ort antritt, in dem sie selbst als Kind Schreckliches erleben musste. Doch was hat es mit dem mysteriösen Fremden auf sich, der direkt in die schwarzen Seelen aller sehen zu können scheint? Wer ist er und was will er? Und wieso soll um 00.00 Uhr alles vorbei sein?

Nach und nach kommt Rachel und mit ihr der Zuschauer dahinter, was der Fremde will bzw. wer er ist. Schlussendlich ist es natürlich eigentlich offensichtlich, da O'Malley sehr symbolträchtige Hinweise liefert, wer hier den kleinen, verlassenen Ort heimgesucht hat. Dennoch gelingt es dem Regisseur, die Spannung des 88Minüters auf konstantem Level zu halten und die wirklich üblen Ideen, die seine Drehbuchschreiber hier hatten, ziemlich blutig umzusetzen. Untermalt von einem düster-wummernden Score, der die Ereignisse dieser einen Nacht stimmungsvoll untermalt, ist aus "Let us Prey" ein böser kleiner Film geworden, dessen eruptive Gewaltausbrüche durch eine morbide Kreativität noch eine Weile in Erinnerung bleiben dürften. O'Malley lotet hier die tiefsten menschlichen Abgründe aus, fast jeder hat hier gesündigt, und zwar auf ziemlich üble Art und Weise. Aber die Botschaft ist klar: Keiner kann seinem Schicksal entkommen und jeder wird bestraft. So bietet denn auch der äußerst blutige Showdown Einiges, was den Zartbesaiteten entsetzt den Blick abwenden lassen dürfte, den routinierten Horrorkonsumenten aber sehr erfreut. Der Film kann im Übrigen durchaus in der schottisch-irischen Originalversion geguckt werden, das Englisch ist ziemlich gut zu verstehen und hat natürlich immer mehr Charme als die synchronisierte Fassung.

Die Schauspieler liefern teilweise so überzeugend ab, dass man sie praktisch von der ersten Minute an nicht ausstehen kann, dies gilt vor allem für die völlig moralfreien Angestellten der örtlichen Polizei. Bei den Eingekerkerten ist es ähnlich, irgendwann gelingt es einem aber, wenigstens für Caesar einen Hauch Empathie aufzubringen. Der Fremde bleibt sarkastisch-kryptisch, man ist aber geneigt, sich auf seine Seite zu schlagen, einfach, weil fast alle andern durchweg widerwärtig sind. Einzig Rachel bleibt ambivalent. Einerseits mag man sie nicht sonderlich, da sie verschlossen und überkorrekt ist, andererseits leidet man mit ihr, wenn man von ihrem Schicksal erfährt. Eine wirkliche Hauptrolle gibt es hier gar nicht, die Darsteller sind fast gleichwertig präsent und können alle in ihren Rollen überzeugen.

Somit ist "Let us Prey" ein ziemlich guter Horrorfilm, der über seine Gesamtlänge überzeugt und spannend bleibt, obwohl man recht schnell ahnt, was hier eigentlich los ist. Aber es geht auch gar nicht wirklich darum, die Identität des Fremden oder seine Fähigkeiten lange geheim zu halten, sondern eher darum, dass die gesamte Situation immer bedrohlicher und blutiger wird, bis sich alle Gewalt, Wut und all der Wahnsinn in einem brutal-blutigen Finale entladen. Hier werden wahrlich keine Gefangenen gemacht, und dafür haben sich Regisseur und Drehbuchautoren ein paar sehr böse Sachen einfallen lassen. Ergo gerne satte vier von fünf Schicksalen, denen keiner entrinnen kann.


Ich.Darf.Nicht.Schlafen.
Ich.Darf.Nicht.Schlafen.
DVD ~ Nicole Kidman
Preis: EUR 9,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Memories, 31. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Ich.Darf.Nicht.Schlafen. (DVD)
Nachdem ich 2012 das gleichnamige Buch von Steve J. Watson gelesen hatte, war klar, dass ich mir die 2014er Verfilmung auch ansehen würde. Und ich muss sagen, der Film ist ziemlich genau so, wie man sich das alles nach Lektüre der Romanvorlage vorgestellt hat. Leider macht der Film dieselben Logikfehler wie das Buch und entwickelt darüber hinaus eine Atmosphäre, die ich unterkühlt nennen würde, so dass es dem Zuschauer - im Gegensatz zum Leser des Buches - kaum gelingt, nennenswerte Empathie für die bedauernswerte Protagonistin aufzubringen. Vielleicht liegt dies aber auch - zumindest zum Teil - an Nicole Kidmans gebotoxter Mimik, die kaum noch Spielraum für echte Emotionen (zu)lässt.

Ausstattung der DVD: Ton in deutsch und englisch in DD 5.1, Untertitel in deutsch. Extras: Featurette, Interviews mit Darstellern, Regisseur, Produzentin und Autor der Buchvorlage sowie eine achtteilige Trailershow.

Christine Lucas (Nicole Kidman, "Grace of Monaco") wacht jeden Morgen ohne Erinnerung daran auf, wer sie ist. Seit einem Unfall vor 15 Jahren kann sie jegliche Erlebnisse nur noch tageweise speichern, am nächsten Morgen fängt sie jedes Mal wieder bei null an und denkt, sie wäre 29, nicht Mitte 40. Zum Glück hat sie ihren Mann Ben (Colin Firth, "Kingsman: The Secret Service"), der ihr geduldig jeden Tag aufs Neue erklärt, wer sie ist, wer er ist usw. Doch dann ruft ein gewisser Dr. Nasch (Mark Strong, "The Imitation Game") an und erzählt Christine, dass sie bei ihm in Behandlung sei, um ihr Erinnerungsvermögen wiederherzustellen. Und dass sie eine Kamera in ihrem Kleiderschrank versteckt hat, die ihr Aufschluss über ihre Erinnerungen verschaffen kann. Seltsamerweise hört Christine sich auf einem der aufgezeichneten Videos sagen, "Vertrau Ben nicht". Christine weiß überhaupt nicht mehr, was oder wem sie glauben soll und versucht verzweifelt, sich wieder an irgendetwas zu erinnern. Die Frage ist nur, ob sie mit dem, an das sie sich erinnern würde, nicht in große Gefahr begibt…

Der wirklich spannenden Buchvorlage wird der Film leider nicht so ganz gerecht. Obwohl das Buch einige Längen hat und Autor Watson sich teilweise in ausufernden Details ergeht, ist das Buch ziemlich spannend und lässt den Leser eine emotionale Bindung zu Christine aufbauen. Dies hingegen gelingt Regisseur und Autor Rowan Joffe kaum, und das, obwohl Joffe schon gute Scripts abgeliefert hat ("28 Days later", "Brighton Rock"). Vielleicht liegt dies aber auch an der hier sehr blass bleibenden Nicole Kidman, die sich zwar redlich um Emotionalität bemüht, damit aber größtenteils scheitert. Man wird einfach nicht so richtig warm mit ihrer Christine, und dass, obwohl Kidman hier nicht schlecht aufspielt. Nur irgendwie unpersönlich eben.

Joffe filmt die Handlung stringent und chronologisch ab, wobei er diverse Dinge wiederholt, um Christines desolaten Zustand zu verdeutlichen. Leider übernimmt Joffe aber auch die logischen Fehler, die dem Autor des Buches unterlaufen sind, was die Glaubwürdigkeit des Films nicht unbedingt erhöht. Gerade das Ende ist in einem Punkt vollkommen unglaubwürdig und hinterlässt somit einen faden Beigeschmack. Andere kleinere Änderungen gegenüber der Buchvorlage (in der Christine schon länger im beschriebenen Zustand ist und somit auch etwas älter) fallen hingegen nicht ins Gewicht. Ich weiß nicht, ob Watson die Auflösung in seinem Buch besser beschrieben hat oder ob mir damals wirklich nicht aufgefallen ist, dass Watson so mit der Logik gepatzt hat, im Film jedenfalls ist es recht offensichtlich.

Sei's drum, das nicht ganz logische Ende passt zum restlichen Stil des Films, der emotional einfach nicht überzeugen kann. Das alles wird recht dröge erzählt und bleibt irgendwie blutleer, so dass man zwar schon daran interessiert ist, was sich hinter Christines Unfall verbirgt und ob man Ben wirklich nicht trauen kann, aber nicht gebannt vorm Fernseher sitzt und mitfiebert, was Christine im Verlauf des 92minütigen Films noch alles herausfinden wird. Das Ende weicht marginal vom Buch-Finale ab. Wo Autor Watson Interpretationsspielraum lässt, findet Joffe etwas eindeutigere Bilder, die den Film zu einem recht befriedigenden Abschluss bringen.

Nicole Kidman & Co. kann man nicht viel vorwerfen, sie machen ihre Sache gut. Kidman ist beileibe keine schlechte Schauspielerin, aufgrund regelmäßiger Botox-Eingriffe kann sie eben nur nicht mehr so über ihre Mimik verfügen, wie es für die entsprechenden Rollen angemessen wäre. Trotz Tränen, schmerzverzerrtem Gesicht und Wut bleibt Kidman recht farblos und kann bedauerlicherweise keine Empathie beim Zuschauer erzeugen. Colin Firth hingegen gelingt die Darstellung seines ambivalenten Bens gut, so dass man sich schon ab und an fragt, ob man ihm denn nun trauen kann oder nicht. Mark Strong als Dr. Nasch (in der Filmversion tatsächlich so seltsam geschrieben, im Buch schrieb sich das meiner Erinnerung nach noch "Nash") agiert souverän, aber sehr zurückhaltend. Der restliche Cast hat wenig Screentime, fällt aber glücklicherweise nicht negativ auf.

"Ich.darf.nicht.schlafen." ist ein recht solider britischer/amerikanischer Thriller, der den Mainstream-Geschmack recht gut bedienen dürfte. Etwas anspruchsvollere Gemüter dürften sich an der recht farblosen, langweilig-geradlinigen Inszenierung und den diversen Logiklöchern stören. Und auch Nicole Kidman bleibt hier darstellerisch blass, was ja aber nicht unbedingt etwas Neues ist. Die Buchvorlage ist meiner Ansicht nach hier die bessere Wahl, wer das Buch schon gelesen hat, kann sich den Film meiner Meinung nach auch sparen, da er, im Vergleich zum Buch, nichts wirklich besser gemacht hat. Allerdings ist der Film auch keine komplette Zeitverschwendung, da durchaus mal Spannung aufkommt und zumindest Colin Firth hier überzeugend abliefert. Ergo durchschnittliche drei von fünf Erinnerungen, die recht trügerisch sein können.


Camp Evil - Uncut [Blu-ray]
Camp Evil - Uncut [Blu-ray]
DVD ~ Stef Aerts
Preis: EUR 15,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen In the Woods, 28. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Camp Evil - Uncut [Blu-ray] (Blu-ray)
(Kinoversion)

Im belgischen Original heißt der Film "Welp", auf den Fantasy Filmfest Nights lief er unter "Cub" (Tierjunges, aber auch Flegel) und in Deutschland wird das Ganze nun unter "Camp Evil" veröffentlicht. Der übliche Titelwahnsinn also. Regisseur und Drehbuchautor Jonas Govaerts debütiert hier nach vier Kurzfilmen und zwei Serienepisoden mit seinem 85minütigen Langfilm. Dass der Film es ungeschnitten durch die deutsche FSK geschafft hat, ist insofern erstaunlich, als dass Govaerts hier auch vor dem Mord an Kindern bzw. Kindern als Mörder nicht haltmacht. Das klingt jetzt natürlich erstmal weitaus schröcklicher, als es in der Umsetzung dann wirklich ist, aber so ein, zwei Szenen dürften den Eltern unter den Zuschauern zumindest leichtes Entsetzen bereiten. Wenn es denn nach 60 der 85 Minuten endlich mal losgeht…

Die Scouttruppe der "Welpen" plant einen Ausflug in die Wälder, um dort zu campen. Die beiden Gruppenführer Chris (Titus de Voogdt) und Peter (Stef Aerts) heizen ihren Jungs, ganz im Sinne am Lagerfeuer erzählter Gruselgeschichten, vorab ordentlich ein, indem sie ihnen vom Werwolf-Jungen Kai erzählen, der angeblich in den Wäldern sein Unwesen treibt und kleine Kinder frisst. Die 12jährigen machen sich ordentlich darüber lustig, nur der stille Sam (Maurice Luijten), der Außenseiter der Gruppe, hat ein ungutes Gefühl. Und tatsächlich, im Wald angekommen, nachdem das Zeltlager aufgebaut ist und Sam sich von der Gruppe abgesondert hat, trifft er auf Sagengestalt Kai (Gill Eeckelaert), einen Jungen in seinem Alter, der sein Gesicht hinter einer baumrindenartigen Maske verbirgt und sich nur durch Knurrlaute bemerkbar macht. Doch auch wenn Kai Sam vorerst nichts tut, sind die Welpen in großer Gefahr. Denn Kai ist nicht allein im Wald und das, was Chris und Peter ihren Jungs an Gruselgeschichten auftischen, ist nichts im Vergleich zu dem, was in der nahegelegenen stillgelegten Fabrik geschieht. Es wird blutig im Wald und viele werden sterben…

…Ja, wenn es Regisseur Govaerts gelingt, endlich mal aufzuwachen und seine Arbeit zu machen. Der vertrödelt nämlich über eine Stunde damit, seine Bloody Boy Scout-Story aufzubauen, bis er es dann endlich mal krachen lässt. Erstmal muss Sam als "troubled child" positioniert werden, dann werden endlose Kabbeleien pubertierender Jungs abgefilmt, inklusive gemopster Playboy-Heftchen und hormongesteuerten Prahlereien. Parallel dazu lernen wir die Scout Leader Peter und Chris samt Köchin Jasmijn (Evelien Bosmans) und Peters Steffordshire-Töle kennen. Chris ist der gute, Peter der böse Truppenleiter, der sich, ähnlich wie die kleinen Pfadfinder, Sam als Trietz-Opfer auserkoren hat und auch schon mal seinen aggressiven Köter auf Sam hetzt. Nebenbei hat er noch was mit Jasmijn, während Chris versucht, sowohl die Kinder als auch Peter im Auge zu behalten. Darüber hinaus hampelt Govaerts immer mal wieder mit der Kamera im Wald rum, zeigt irgendwelche Fallen oder dunkle Gewölbe, lässt es knacken und knirschen und die Jungs langweilige Lieder am Lagerfeuer sumseln.

Aber dann ist Govaerts offensichtlich doch noch aufgewacht. Inhaltlich wird es zwar nicht viel besser, aber immerhin ist jetzt ordentlich was los im Wald. Kai dreht auf und durch und das, was sich da ebenfalls im Wald rumtreibt, macht Jagd auf Jasmijn und was sich sonst noch so an Opfern in die Finger kriegen lässt. Leider inszeniert Govaerts das alles ziemlich konventionell. Das fängt an bei diversen im Wald aufgestellten Fallen, kreischenden, blutverschmierten Frauen, die durchs Gehölz rennen, dunklen Kellern mit schmuddeligem, gruseligem Interieur und sogar einer überaus unrealistischen Wiederauferstehung à la "Verhängnisvolle Affäre" (allerdings ohne Badewanne und Wasser).

Leider fehlt "Camp Evil" ein zumindest halbwegs schlüssiges Motiv. Bedauerlicherweise begnügt Govaerts sich damit, seine Bösewichte lediglich zu präsentieren, um das WiesoWeshalbWarum schert er sich bestenfalls rudimentär. Wer ist Kai? Wie ist er in den Wald gekommen? Warum trägt er so eine alberne Baumrinden-Maske? Was ist mit Sam los (vielmehr als dass er eine "schwierige" Vergangenheit hat, erfährt man nämlich nicht über ihn)? Wer ist das da noch im Wald und warum tut er, was er tut? Solche und andere Fragen drängen sich einem im Filmverlauf auf, leider bekommt man auf sie keine Antwort. Ich brauche hier kein ausgefeiltes psychologisches Profil, aber so ein Hauch von Erklärung wäre schon schön gewesen. Vor allem, weil es dem Film definitiv am richtigen Timing mangelt und die gesamte "Action" mal wieder in die letzten Filmminuten gequetscht wird.

Die hierzulande unbekannten Schauspieler machen ihre Sache gut, das gilt sowohl für die Kinder als auch die Erwachsenen.

In der Originalversion wird im Übrigen sowohl Flämisch als auch ein wenig Französisch gesprochen, sollte die deutsche Synchro nicht aus totalen Dilettanten bestehen, kann man sich den Film aber ruhig auf Deutsch ansehen.

Beim gerne im Vor- oder Abspann auftauchenden Satz "No children or animals were harmed during shooting this movie" würde ich hier glatt mal das "No" weglassen. Natürlich wurden "in echt" weder Tiere noch Menschen für diesen Film gequält, IM Film allerdings sieht das anders aus, da haben die Wehrlosesten unter uns einiges zu ertragen. Wer hier also eher zartbesaitet ist, sollte Abstand von "Camp Evil" nehmen. Aber ein bisschen was zu lachen gibt es immerhin auch, z. B. über einen sehr dicken Polizisten, der mit einem für ihn viel zu kleinen Moped durchs Gehölz eiert. Lustig.

Alles in allem ist "Camp Evil" kein sonderlich guter Film. Gute Darsteller und authentische Locations können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film viel zu lange braucht, um aus der Hüfte zu kommen und auch dann mit keinem überzeugenden Finale punkten kann. Zwar geht es ab und an recht grausam und auch blutig zu, das alles ist aber so konventionell inszeniert, dass zumindest der horroraffine Vielgucker hier nichts Neues mehr entdecken kann. Für leicht Schreckhafte und Interessierte an eher ruhigeren europäischen Inszenierungen, für die Motiv oder erklärendes Beiwerk eher zweitrangig sind, könnte "Evil Camp" durchaus etwas sein. Dem reißerischen DVD-Titel wird der Film aber keinesfalls gerecht. Für mich war es zwar kein totaler Reinfall, aber ein schlussendlich entbehrlicher Beitrag. Ergo für mich nur zwei von fünf Pfadfindern, die hier definitiv nicht mit einem blauen Auge davonkommen.


5 Zimmer Küche Sarg [Blu-ray]
5 Zimmer Küche Sarg [Blu-ray]
DVD ~ Taika Waititi
Preis: EUR 14,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen What we do in the Shadows, 27. März 2015
Rezension bezieht sich auf: 5 Zimmer Küche Sarg [Blu-ray] (Blu-ray)
(Kinoversion)

Einer der Knaller des 2014er Fantasy Filmfests war neben "Go Goa Gone" definitiv "What we do in the Shadows", so der weit weniger peinliche Originaltitel dieser neuseeländischen Vampirkomödie, die jetzt unter "5 Zimmer Küche Sarg" veröffentlicht wurde. Die beiden Regisseure und Drehbuchautoren, Jermaine Clement und Taika Waititi, sind in Neuseeland ziemlich berühmte Comedians, die auch schon internationale Erfolge feiern konnten. Bekannt dürften sie dem einen oder anderen durch die abseitige Komödie "Eagle vs. Shark" sein. Während Clement neben der Filmerei und Schauspielerei auch noch Musik macht, ist Waititi auch in den Bereichen Fotografie, Stand-up-Comedy, Malerei und Modedesign aktiv. Diese beiden Tausendsassas haben nun mit "What we do in the Shadows (ich verweigere mich dem saudämlichen deutschen Titel) eine der besten Vampirkomödien überhaupt hingelegt, die in knackigen 86 Minuten so perfekt unterhält, dass man den Beiden permanent applaudieren möchte. Ich kann jedem nur dringend empfehlen, sich diesen Film anzusehen, so viel Spaß hat man so schnell nicht wieder.

Das Leben in einer WG ist ja nicht immer ganz einfach. Das untote Leben in einer Vampir-WG noch viel weniger. Das muss auch Viago (Taika Waititi, "Green Lantern") erfahren, der mit seinen Kumpels Deacon (Jonathan Brugh), Petyr (Ben Fransham, "30 Days of Night") und Vladislav (Jermaine Clement, "Men in Black 3") oberhalb von Wellington in einem alten Haus wohnt. Bei der Mitbewohnerversammlung (an der Petyr nicht mehr teilnehmen muss, er ist nämlich schon 8.000 Jahre alt und etwas gebrechlich) dringt der bald 400jährige Viago kaum zu seinen WG-Genossen durch; der über 800 Jahre alte Vlad ist lieber in seiner Folterkammer, als Viagos Bitten um die Auslegung des Wohnzimmers mit Zeitungen und Handtüchern zu beachten, wenn sie dort ein Opfer ausbluten lassen, und der Jungspund Deacon ist mit seinen knapp 200 Jahren viel zu arrogant ("Vampires don't do dishes"), um sich um die lästigen Hausarbeiten zu kümmern. Es ist ein Kreuz…oder nein, lieber kein Kreuz, denn darauf reagieren die Vier genauso allergisch wie auf Sonnenlicht und Knoblauch. Aber auch das moderne Alltagsleben stellt den Vampiren immer mal wieder ein Bein. Wie soll man in einen Club reinkommen, wenn man nicht von irgendjemandem dazu eingeladen wird? Wie soll man sich ohne Spiegelbild vernünftig anziehen? Und wie soll man Silberschmuck tragen, wenn einem dieser die Haut verbrennt? Begleitet von einem Kamerateam gewähren Viago, Vlad, Deacon und Petyr Einblicke in ihren ganz normalen Vampiralltag und ihre Probleme mit der modernen Technik.

"What we do in the Shadows" ist eine brüllkomische Mockumentary, die wirklich Ihresgleichen sucht. Clement und Waititi haben ein untrügliches Gespür für sehr pointierten Humor, schwarzhumorige One-Liner und so sympathische wie eigenartige Charaktere. Der Film sprüht nur so vor witzigen Einfällen und coolen Ideen und man ist wirklich fast die ganze Zeit abwechselnd am Schmunzeln oder lauthals Lachen. Da wird die vermeintliche Konkurrenz zu den stinkenden Werwölfen, die im nahegelegenen Park ihr Unwesen treiben, thematisiert, es werden Sonnenaufgänge gegoogelt, weil das der einzige Weg ist, sich so etwas gefahrlos anzusehen und auch Jungfrauen müssten doch über Google irgendwie zu finden sein, denn die sind natürlich ganz besonders schmackhaft. Gestaubsaugt wird fliegend, weil es so eben viel mehr Spaß macht und Viago weckt seine Kumpels morgens gerne mit einem freundlichen "Wakey, wakey"…nur Petyr reagiert darauf nicht so gut, dem sollte man schnell sein Frühstück, ein Huhn, in die Gruft werfen und machen, das man wegkommt.

Überhaupt…die Charaktere! Petyr könnte der Urururgroßvater von Nosferatu sein, er sieht mit seinen langen Zähnen (die Viago ihm liebevoll putzt) und dem schwarzen Umhang sehr vampirtypisch aus und ist einfach ganz bezaubernd in seiner 8.000 Jahre alten Tattrigkeit. Viago ist stets um Ordnung und Sauberkeit bemüht, steht damit allerdings ziemlich allein auf weiter Flur. Vlad sieht aus wie eine Mischung aus Dschingis Khan und Dracula und hält sich am liebsten in seiner Folterkammer auf und Deacon ist im wahrsten Wortsinn ein Aufreißer und findet sich ziemlich sexy. Wunderbar schräge, aber ebenso menschliche und liebenswerte Charaktere, die von den vier Schauspielern grandios gegeben werden. Ich möchte hier einmal mehr zur neuseeländischen Originalversion raten. Ich habe mir den deutschen Trailer des Films angesehen, der - mit Ausnahme von Vlads recht passender Synchronisation - überhaupt nicht den witzigen und einzigartigen Ton des Originals trifft. Besonders Viagos ganz spezieller Akzent geht in der Übersetzung komplett verloren und die grandiosen englischen Wortspiele sind einfach nicht adäquat zu übersetzen. Der Film bezieht einen großen Teil seines Charmes, aber auch seines Witzes, aus den sprachlichen Feinheiten der Originalversion, in der deutschen Übersetzung bleibt davon nur wenig übrig. Darüber ist das neuseeländische Englisch hier sehr gut zu verstehen und klingt darüber hinaus sehr wunderbar.

Der als Mockumentary angelegte Film schreitet zügig voran und beschert einem herrliche und vor allem viele Einblicke in den Vampiralltag. Petyr macht aus Versehen den jungen Nick zum Vampir, und der hat dann nichts Besseres zu tun, als in ganz Wellington mit seinem neuen untoten Leben anzugeben, was die Anderen natürlich nicht so witzig finden, versuchen sie doch, möglichst unerkannt zu bleiben. Dann bringt er auch noch Stu mit in die WG, der anfangs gar keine Ahnung hat, wie gefährlich es sein kann, sich unter lauter Vampiren aufzuhalten. Deacon hat eine Sklavin, die nun schon seit Jahren darauf wartet, dass er sie endlich zur Vampirin macht, bis dahin besorgt sie ihm seine Opfer und tut auch sonst alles, was er verlangt. Viago ist seit Jahrzehnten unglücklich verliebt und Vlad hegt eine innige Hassliebe zu "The Beast". So geht es weiter und weiter und weiter und so ist der Film schneller vorbei, als man es sich wünscht. Denn man hätte Vlad, Deacon, Viago und vor allem dem niedlich-schrulligen Petyr noch stundenlang bei der Alltagsbewältigung zusehen können.

"What we do in the Shadows" ist eine wahnsinnig witzige, kurzweilige, unterhaltsame, satirische, einfallsreiche, bezaubernde und einfach knallermäßig gut gelungene Vampirkomödie, wie man sie so noch nicht gesehen hat. 86 Minuten Spaß sind hier garantiert und der Film hat eindeutig Kultpotenzial. Einer der besten Filme der letzten Jahre und für mich ganz klar eines der Highlights des diesjährigen Festivals. Angucken, unbedingt (und im Original, bitte!). Satte fünf von fünf Schatten, denen man hier bereitwillig folgt.


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