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Rezensionen verfasst von
Mara "lahorla"

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Castle - Die komplette erste Staffel [3 DVDs]
Castle - Die komplette erste Staffel [3 DVDs]
DVD ~ Nathan Fillion
Preis: EUR 9,97

36 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Castle DVD - Schlagabtausch mit Krimifolie, 27. Mai 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der schlitzohrige Krimi-Bestseller-Autor Richard Castle, gerade in einer Schaffenskrise, wird in die Arbeit des Teams um die verlässliche Polizistin Kate Beckett verwickelt, als jemand Morde aus seinem Buch nachahmt. An Verlauf und Aufklärung des Falls maßgeblich beteiligt, wählt er sich die zunächst wenig begeisterte Beckett als neue Muse, die als Modell für seine neue Romanheldin fungieren soll. Dabei kann er mit seinen guten Kontakten punkten, während sie ihm Einblicke in die wahre Polizeiwelt gibt.

Im Vordergrund stehen in dieser Serie neben dem witzigen Schlagabtausch der Hauptpersonen eindeutig die zwischenmenschlichen Beziehungen, Da muss der alleinerziehende Castle als Vater einer 15-jährigen Tochter plötzlich feststellen, dass die Welt Gefahren enthält, die er, trotz seines Krimihintergrundes, bisher noch niemals so nah gesehen hatte. Für Beckett, die darunter leidet, dass der Mord an ihrer Mutter niemals aufgeklärt wurde, zeigt Castle einen ganz anderen Einblick in ihre Fälle, da er von der Storyseite her die Mordfälle hinterfragt. Da er sich dabei aber oft wie ein Kind im Spielzeugladen verhält, gewinnt der Ernst eher selten die Überhand.

Dazu kommen noch gut ausgearbeitete Nebencharaktere, wie Castles schillernde Mutter Martha und seine fast schon zu normale Tochter Alexis, Becketts zwei loyale, verschmitzte Kollegen, ihr sympathischer Chef Montgomery und Becketts beste Freundin, die lockere Pathologin Lanie Parisch (die hoffentlich in zukünftigen Folgen etwas mehr Raum finden wird). Dazu kommen noch Gastauftritte, z. B. von Robert Picardo und James Patterson.

Die Synchronisation ist sehr gelungen, auch wenn ich das Original deutlich bevorzuge. Es gibt nur wenige Stellen zum Kopfschütteln, wenn z. B. Nancy Drew mit Miss Marple übersetzt wird, auch wenn es an der Stelle passt.

Neben den zehn Folgen der Staffel sind als Extras noch diverse, recht kurze Featurettes über die Entstehung Castles zu finden, größtenteils mit Interviews. Dazu noch Pannen vom Dreh und ein witziger Tag im Leben eines Mystery-Autors, in dem Nathan Fillion von Stephen J. Cannell lernen soll, wie es bei Autoren so zugeht und sich dabei nicht gerade geschickt anstellt. Es ist übrigens alles gut untertitelt.

Außerdem gibt es Audiokommentare zur Pilotepisode, zur Episode Gefrorenes Blut, und zur Abschlussfolge gibt es gleich zwei Audiokommentare. Diese zeigen alle zum einen, wie ausgezeichnet sich die Mitwirkenden verstanden haben, zum anderen bringen sie auch interessante Informationen zu den Folgen. Da erfährt man z. B., dass einer der Darsteller im Barack-Walk läuft oder was an der übergelifteten Dame denn nun wirklich echt war (Ich sage nur: Wachslippen). Ganz besonders hat mir im Kommentar zur Pilotfolge die Sequenz gefallen, in der kurz der Gedankengang von Beckett gesprochen wird, als sie erkennt, dass Castle ihr nicht nur etwas geschenkt, sondern auch etwas gestohlen hat.

Die spritzigen Wortgefechte und netten Einfälle lassen dann auch darüber hinwegsehen, dass die Krimifälle denn doch stereotyp abgehandelt werden. Es ist eben in der Serie nicht so, wie Beckett es doch deutlich sagt, dass die Polizeiarbeit meist mit Kriminalromanen kaum etwas zu tun hat, sondern es muss im Gegenteil, wie Castle es sagt, die Story stimmen, und so wirken die Fälle dann doch sehr erdacht. Letztlich steht aber nunmal nicht der Krimi im Vordergrund, sondern das Geplänkel. Mir gefällt diese witzige Serie mit dramatischen Anklängen trotzdem und die DVD bekommt von mir die volle Punktzahl.


Dr. Horrible's Sing-Along Blog [NTSC]
Dr. Horrible's Sing-Along Blog [NTSC]
DVD ~ Neil Patrick Harris

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Englischkenntnissen klar im Vorteil, 15. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Dr. Horrible's Sing-Along Blog [NTSC] (DVD)
Ein fieser Bösewicht beherrscht die Stadt, Dr. Horrible. Das hätte Billy jedenfalls gerne, der in seinem Videoblog über seine Zweitexistenz als Dr. Horrible berichtet. Er ist die Hauptperson dieses Musicals, eigentlich ein ganz normaler Kerl, der als Dr. Horrible unbedingt in die Böse Liga des Bösen aufgenommen werden möchte. Seine Motivation ist dabei ziemlich ehrenhaft, denn nur über die Wege des Schurken ' so seine Überzeugung ' kann er die Welt für alle besser machen. Dabei gelingt es ihm nicht einmal, seiner Waschsalon-Bekanntschaft, der weltverbessernden, süßen Penny seine heimliche Liebe zu gestehen. Und auch die Schurkereien gehen allesamt auf demütigende Weise daneben, vor allem wegen Horribles Erzfeind, dem Superhelden Captain Hammer, einem selbstverliebten, oberflächlichen Kerl, der Billys Doppelexistenz durchschaut und sich aus reinem Hohn an Penny ranmacht, was letztendlich katastrophale Auswirkungen hat.

Wegen des Autorenstreiks in Hollywood machten sich einige Filmbegeisterte auf und nutzen die Gunst der Stunde, um ihre Produktionen im Internet vorzustellen, sehr erfolgreich dabei die Penny-Darstellerin Felicia Day mit The Guild. Und auch Joss Whedon betritt mit Schwung dieses Neuland, um endlich mal einen Film machen zu können, bei dem ihm keiner reinredet.

Wer Englisch kann, ist bei dieser DVD klar im Vorteil, denn die Untertitel sind für den Film so lala und für die tollen Audiokommentare nicht vorhanden. Nun ist das Musical mit 42 Minuten recht kurz geraten, schließlich wurde es ja häppchenweise im Internet veröffentlicht. Dafür strotzt es aber so vor Einfällen. Das geht schon los mit der FBI-Warnung vor Beginn des Film, die plötzlich mit einer Warnung der ELE (Evil League of Evil) ausgetauscht wird. Ob nun Dr. Horrible gleich zu Anfang in seinem Blog das ordentliche Schurkenlachen probt, Captain Hammer von aufdringlichen Fans belagert wird, die Briefe der ELE von einem Cowboy-Chor im Hintergrund gesungen werden, Hammer in einer Pressekonferenz Penny sein wahres arrogantes Gesicht zeigt oder der Bösewicht Horrible eigentlich hauptsächlich von der wahren Liebe träumt, alles ist bis in die kleinsten Nebenfiguren gut ausgearbeitet.

Nur wer gute Englischkenntnisse hat, kann auch vom zweiten Musical profitieren, das sich hier als Audiokommentar verkleidet. Da wird natürlich nicht spontan gesungen. Die Darsteller singen aus ihrer Perspektive über den Film, auch die Groupies, im Film nur in Nebenrollen zu sehen. Die Hauptdarsteller singen z. B. von ihren Selbstzweifeln (vor allem Felicia Day) oder ihren Versuchen, sich in den Mittelpunkt zu stellen. Wer kein Englisch beherrscht, hat davon nicht wirklich viel, denn Untertitel gibt es dazu nicht.

Das gilt auch für den zweiten ' den richtigen ' Audiokommentar, in dem die Darsteller sich über das Projekt unterhalten, diverse Anekdoten erzählen und in dem deutlich zu hören ist, wie gut sich die Darsteller verstehen. Man kriegt zu wissen, dass Neil Patrick Harris auf die Prügelszenen im Rückblick, bei denen Horrible von Hammer slapstickartig verdroschen wird, maßgeblichen Einfluss hatte. Und da kann man doch tatsächlich erfahren, dass Sarah Michelle Gellar an einem Tag zu Besuch war und einen Kurzauftritt absolvierte. Und tatsächlich ' bei der Pressekonferenz sieht man sie deutlich unter den Zuhörern, wenn auch mit großer Sonnenbrille.

An Extras finden sich neben diversen Untertiteln (nicht sonderlich guten) und den Kommentaren hauptsächlich einige Features über das Making Of und Bewerbungsvideos für die ELE von Fans. Wer den Untertiteln in Wiccan etwas verwirrt gegenüber steht, sollte wissen, dass diese etwas mit der Suche nach Easter Eggs zu tun hat, die auf der DVD versteckt sind. Ich gebe zu, dass ich erst im Internet gesucht habe, alleine wäre ich nie darauf gekommen. Es ist trotzdem notwendig, flinke Finger zu haben, denn zwei der Easter Eggs erschließen sich nur äußerst schwer.

Insgesamt ist Dr. Horrible ein Muss für jeden Joss Whedon-Fan. Und jedem Fan ist klar, dass dies hier keine reine Komödie ist. Mir jedenfalls hat das alles sehr gut gefallen, bei den Liedern besonders Brand New Day.


King of B-Movies
King of B-Movies
DVD ~ Jerry Stiller
Wird angeboten von Epix Media Germany UG
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Leiden eines unabhängigen Filmemachers, 18. März 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: King of B-Movies (DVD)
Vor Jahren war der (fiktive) Regisseur Morty Fineman sehr erfolgreich mit seinen Filmen der unteren Qualitätsklasse, doch dann setzte er mit seinem - ehm - Meisterwerk über Amerika sein gesamtes Geld in den Sand. Seitdem schlägt sich der alte Herr mit einem Assistenten und einer unwilligen Tochter immer auf der Suche nach Geldgebern für seinen neuesten Film herum.

Der Film ist größtenteils als Dokumentarfilm über Morty angelegt. Diese Dokumentation ist gewürzt mit Interviews, wobei in der Realität anerkannte Filmgrößen wie Roger Corman oder Ted Demme befragt werden, die über den Einfluss Mortys auf ihr eigenes Schaffen berichten. Zudem gibt es noch viele Ausschnitte aus dem großen Werk Mortys zu bewundern. Ganz besonders lustig: Einmal brachte er kurz hintereinander drei Filme heraus, in denen nur Kostüme, Frisuren und Set sich unterschieden, alles andere ist fast identisch. Und immer steht für ihn eine moralische Botschaft im Vordergrund, die er allerdings schon sehr deftig verpackt.

Es ist aber nicht alles Dokumentation. Daneben gibt es noch einen Handlungsstrang, in der u. a. die Auseinandersetzungen mit der genervten Tochter (wie gewohnt klasse Janeane Garofalo) , eventuellen Geldgebern, der drohende Ausverkauf seines Werkes oder die makabren Verhandlungen mit einem inhaftierten Serienmörder über die Verfilmung seiner Taten gezeigt werden.

Ich würde natürlich wieder empfehlen, den Film im Original zu sehen, aber die Synchronisation ist in Ordnung, wobei die Interviews mit den Experten übersprochen sind. Extras gibt es kaum, wobei das Extra über den Filmsong (Nancy Sinatra) kurz, aber interessant ist.

Insgesamt ist der Film nicht der ganz große Wurf, doch vor allem die Fans Jerry Stillers werden hier sicherlich nicht enttäuscht sein, vor allem, da auch seine Familie eine Rolle spielt mit einem Auftritt von Sohn Ben Stiller als Polizeiwal im einzigen Mainstreamfilm Mortys, der Tochter als interviewter Professorin oder der Ehefrau als im Luxuswagen lebender Ex-Frau Mortys. Der deutsche Filmtitel ist als Anklang auf King of Queens gewählt, der Originaltitel The Independent weist doch schon deutlicher auf die vielen Filmemacher, die sich außerhalb des Mainstream bewegen und - das möchte man schon annehmen - teilweise ganz ähnliche, nur nicht ganz so überspitzte Erfahrungen machen müssen.

Wer also wissen will, warum Morty und sein Sohn keinen Kontakt mehr haben, was passiert, wenn man auf ein Morty-Fineman-Filmfest geht, oder was die moralischen Grundfesten eines Fineman sind, sollte sich den Film zumindest mal angesehen haben. Dabei sollte man auf keinen Fall den Abspann verpassen, der eine gesammelte Chronologie der Fineman-Filme auflistet, und in denen man so nette Titel findet wie 12 angry men and a baby, Executrix, Psycho Vet oder die Filmreihe der Grounded stewardesses, wobei Filmsequels - man ahnte es schon - natürlich von Morty erfunden wurden.

Einiges ist schon sehr ironisch, die Besuche beim Serienmörder fast schon zynisch, aber vieles auch sehr lustig. Vor allem die Filmausschnitte sind herausragend komisch, seien es nun Mortys einziger Ausflug in den Mainstream, sein Amerikafilmfiasko oder die Rache der Glatzköpfe. Allerdings krankt doch alles ein bisschen an der unentschlossenen Mischung aus Dokumentation und Filmhandlung. Der Film hätte mir als reine Dokumentation deutlich besser gefallen.


IMAX: Deep Sea/Into the Deep [Blu-ray]
IMAX: Deep Sea/Into the Deep [Blu-ray]
DVD ~ Howard Hall
Preis: EUR 20,30

43 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Deep Sea und Into the Deep, 23. August 2009
Gestochen scharfe Blu-ray-Bilder zeigen in Deep Sea eine fremdartigen Welt, die so stark mit uns verbunden ist und die wir doch kaum kennen. Teilweise wähnt man sich in einem Tim Burton-Film, kein Wunder, stammt doch die Musik von Burtons Hauptkomponisten Danny Elfmann. Und auch ein Burton-Schauspieler wirkt mit, spricht doch Johnny Depp den Kommentar, und zwar im Wechsel mit Kate Winslet, im Deutschen auch jeweils mit den gewohnten Synchronsprechern. Man merkt an der flapsigen und etwas lehrhaften Art schon, dass hier auch Kinder angesprochen sind, wird aber auch als Erwachsener gut unterhalten.

Und Unterhaltung steht deutlich im Vordergrund in einer Dokumentation, deren Hauptthema das heikle Gleichgewicht der Unterwasserwelt ist. Da bekommt man eine Schildkrötenreinigung mit Choruntermalung zu sehen, hört die Quietsch- und Klappergeräusche von Muscheln auf der Flucht und sieht hochgefährliche und wunderschöne Quallen tanzen. Fast bösartig erscheinen hier einzig die Riesenkalmare, von denen einer sogar kurz auf die Kamera losgeht.

Wie soll es anders sein, sehen wir am Ende die Balance durch den Menschen gestört. Doch hält sich diese Kritik in Grenzen, sollen doch offenbar hauptsächlich die Bilder dafür sprechen, diese Welt nicht zu zerstören. Die kurze hoffnungsvolle Begegnung am Ende stimmt dann doch eher skeptisch und wirkt wie eingeworfen, um die Stimmung nicht zu verderben.

Als Zusatzdokumentation gibt es noch Into the Deep, diesmal erzählt von Kate Nelligan. Wir befinden uns hier in Tangwäldern unter Wasser, und auch hier wird das Gleichgewicht in den Vordergrund gestellt. Da kann man Seesterne auf der Jagd beobachten, hoffen, dass es möglichst viele Seeigel erwischt (die schon in Deep Sea als recht brachiale Umweltzerstörer geschildert werden) und sogar das Abwerfen des Panzers eines Hummers sehen. Welche Probleme in unterschiedlichen Sprachen Bezeichnungen machen, zeigt das Beispiel der Hechtschleimfische (korrekt im Kommentar), die im Englischen Sarcastic Fringeheads heißen (frei übersetzt sarkastische Fransenköpfe). Im Untertitel steht hier übrigens im Deutschen Fransenköpfe (so heißen sie hier halt nicht). Fast schon episch wirkt die wilde Paarungsnacht der Kalmare, nach der die Elterntiere sterben und ihre toten Körper praktisch den ganzen Boden bedecken.

Insgesamt sind beide Filme sehr schöne Dokumentationen, die man im Vollbild, also ohne störende Balken bewundern kann. Die Untertitel (wahlweise in fünf Sprachen) kann man auch ausstellen.

Trotzdem vergebe ich nur vier Sterne. Gerade Deep Sea war mir oft einfach zu willkürlich eine ziellose Abfolge von schönen Bildern ohne einen roten Faden. Auch die Off-Kommentare waren mir manchmal doch schon ein bisschen zu verniedlichend. Trotzdem gibt es vier Sterne für eine Dokumentation, die vor allem das wundersam fremde Leben der Unterwasserwelt zeigt, die es so vielleicht bald nicht mehr gibt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 8, 2009 10:02 PM MEST


Der die Tollkirsche ausgräbt
Der die Tollkirsche ausgräbt
DVD ~ Emilia Sparagna

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kurze Stummfilm-Hommage, 22. März 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der die Tollkirsche ausgräbt (DVD)
Als Regiedebüt hat sich Franka Potente einen Stummfilm ausgesucht, der mit dramatischer Gestik, in schwarzweißen Bildern und mit Tricks der Stummfilmzeit aufwartet. Die Geschichte dreht sich um die verarmte Heldin, die nach dem ersten Weltkrieg mit einem reichen Ekeltypen verheiratet werden soll, dann aber mit einem Punk aus der Gegenwart konfrontiert wird, der als einziger spricht, aber von den anderen nicht verstanden wird. Mit einem übersinnlichen Ritual versucht sie, das Schicksal in eine andere Richtung zu drängen.

Als Extras auf der DVD findet sich einmal ein gemeinsamer Audiokommentar von Franka Potente und der Kostümbildnerin Ingrid Buhrmann, in dem man so einiges über den Produktionsprozess und den fertigen Film erfährt, der aber auch recht oft stockt. Da wird verwiesen auf die Hände am Anfang (Franka Potentes Hände), über die Inspiration für den Film (z. B. Méliès Stummfilme), wofür ein halbes Osterei aus Styropor mit Watte gut sein kann, dass man aus Alufolie mit Licht Sterne machen kann und wie man das richtige Grau mittels Fotohandy ermittelt.

Als Extras gibt es ein ausführliches Making of mit Interviews, Gegenüberstellungen und Probeaufnahmen. Hier erfährt man, wie die Hauptdarstellerin, die keine Schauspielerfahrung hatte, mit den Aufnahmen klar kam und dass Franka Potente ihre Regieanweisungen oft schrie bzw. hinter der Kamera heftig mit agierte. Es gibt auch Infos zu den Spezialeffekten, z. B. dem Hahn mit Kopf oder der unverständlichen Liebessprache. Ebenso wird einiges über die Musik und deren Einspielung erklärt. Zusätzlich gibt es noch eine Fotogalerie und Trailer.

Für einen ersten Film ist "'Der die Tollkirsche ausgräbt"' nicht schlecht gelungen. Wer keinen abendfüllenden Streifen erwartet, der mit tiefgründigen und effektgeladenen Szenen aufwartet, wird hier durchaus Unterhaltendes finden. Die Mittel des Stummfilms mit altmodischen Tricks, ausufernder Gestik und Mimik und starkem Make Up sind gut ausgenutzt, und mit einer netten Story kann man sich gut amüsieren. Mich hat einzig der Punk gestört, dessen Handlungen und Stimme die stumme Atmosphäre doch schon manchmal störte. Dann wundert es auch nicht, wenn der Darsteller zugibt, sich unter den ausschließlich stumm agierenden Mimen manchmal etwas daneben gefühlt zu haben.

Insgesamt also ein netter Film zur Unterhaltung, der manchmal sogar magische Moment aufweist. Dazu noch eine historisch belegte Popoklatschmaschine und man kann sich nicht mehr beklagen. Für eine höhere Bewertung ist der Film mir mit weniger als 45 Minuten aber einfach zu kurz und erreicht dann doch nicht das Slapstick-Niveau, das er gerne hätte, auch wenn er für eine Weile ganz gut unterhält. Es bleibt die Frage, ob der Film es ohne Promi-Bonus auf eine DVD geschafft hätte.


Die Spezialisten unterwegs [5 DVDs]
Die Spezialisten unterwegs [5 DVDs]
DVD ~ Dean Paul Martin

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Super Serie - miese DVD-Ausstattung, 22. März 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Spezialisten unterwegs [5 DVDs] (DVD)
Superlustig war es damals, diese Serie im Fernsehen zu sehen. Coole Typen, lässige Sprüche, übermenschliche Fähigkeiten - das hatte schon was. Und ja, für mich funktioniert das auch jetzt noch mit diesen immerhin 5 DVDs, auf denen sämtliche 17 Folgen enthalten sind, denn leider wurde "The Misfits of Science" nach einer Staffel wieder eingestellt.

So gibt es jetzt ein Wiedersehen mit Dr. Billy Hayes (große Klappe mit kräftigen Überzeugungsreden und unerschütterlicher Loyalität), Dr. Elvin Lincoln (hünenhaft, zuverlässig, mit Mikrochip im Nacken ausgerüstet, der ihn kurzzeitig auf Puppengröße schrumpfen lässt), Johnny B. (ehemalig aufstrebender Rockstar, bis er seit einem Unfall elektrisch wurde), Gloria (jugendliche Straftäterin auf Bewährung, die Telekinese beherrscht), Iceman (nur in der Pilotfolge, schmilzt bei Wärme, kann alles um sicher herum vereisen). Dazu kommen noch (erst nach dem Pilotfilm) der freundlich chaotische Direktor Richard (Max Wright, bekannt aus ALF), die oberflächlich naive Sekretärin Miss Nance und Glorias freundliche Betreuerin Jane.

Die Wissenschaftler Dr. Billy Hayes und Dr. Elvin Lincoln arbeiten mit Menschen, die besondere übermenschliche Fähigkeiten haben. Im Pilotfilm müssen sie allerdings gegen die Schließung des Labors kämpfen, da der Nutzen vor allem von dem geldgierigen Chef und dessen kampfeslustigen Militärkontakt doch sehr infrage gestellt wird. Nachdem Billys Mentor die Machenschaften des Chefs durchschaut hat und daraufhin entführt wird, sucht Billy Hilfe bei seinen ehemaligen Schützlingen Johnny B. und Gloria. Nach Entstehung dieser Gruppe im Pilotfilm und natürlich ihrem Sieg über die Bösewichter kommt das Labor wieder in etwas friedlichere Hände, repräsentiert von dem schusseligen Richard, und die Misfits müssen sich nun in jeder Folge echten und mitunter eigenartigen Herausforderungen stellen.

So richtig ernst nimmt sich die Serie nicht, aber ein alberner Kram ist sie auch nicht. Stattdessen verbindet sie eine lockere Atmosphäre mit satirischen Anklängen. So finden im chaotischen Labor, während im Vordergrund wichtige Dinge besprochen werden, im Hintergrund ständig irgendwelche seltsamen Tests statt. Da hängt auch mal ein Bild von Nixon an der Wand oder die Mitarbeiter versuchen sich beim Losverkauf zu übertreffen, um eine Reise nach Hawaii zu gewinnen. Und da sind die Misfits immer im Eiskremwagen unterwegs, den sie im Pilotfilm brauchten, um den Eismann zu kühlen. Da findet sich schon mal ein Mayatempel direkt unter der Stadt, einige Misfits laufen auch mal in Ghostbuster-Klamotten herum oder Russen, die sich englisch unterhalten, werden russisch untertitelt. Da trägt Gloria schon mal Turnschuhe zum eleganten Kleid und Johnny B. 'erleichtert' sich in den Büschen von seiner überschüssigen Elektrizität, um von Rauch umgeben zurückzukommen. Ganz toll ist auch immer wieder der Auftritt von Miss Nance, die völlig unbeeindruckbar und naiv durchs Leben geht.

Schon im Pilotfilm wird auch der Kampf gegen Autoritäten zum Thema. Da reagiert der General beim Beobachten einer gefährlichen Vernichtungswaffe geradezu orgiastisch, während der politische Geldgeber skeptisch und vorsichtig bleibt (Ach, schön wäre es). Wichtiger als Geldgeber, Bestimmer und Autoritäten bleibt sowieso immer DAS Thema der Serie der Gruppenzusammenhalt, immer mal wieder eingefordert von Billys Motivationsreden, die im völligen Gegensatz zu seiner sonstigen chaotischen Art stehen. Auffällig ist auch die Änderung von Musik und Stil der unterschiedlichen Folgen. Da wird, nur mal als Beispiel, in Casino Fatal schon mal aus dem Off kommentiert und die Mission Impossible-Serienmusik gespielt. Absoluter Höhepunkt der Serie ist die letzte Folge "Drei Tage im Leben eines Mixers", in der ein Sicherheitsbeamter wegen eines Mixers eine irre Spionagejagd auslöst, die hier im Stil einer TV-Dokumentation gezeigt wird. Im Grunde ist das eine hoch aktuelle Folge, in der superwitzig gezeigt wird, wie weit Paranoia so gehen kann.

Klar ist die Serie schon älter, aber nicht mal die Frisuren oder die Kleidung der Zeit stören so richtig. Absurd, chaotisch, mit guter Musik unterlegt ' das macht einfach Spaß. Warum also nur vier Punkte? Tja, da sind doch diverse Minuspunkte zu verzeichnen. Die Serie ist zwar auf 5 DVDs in einer ansprechenden und stabilen Box vorhanden, aber Extras? Pustekuchen. Es gibt lediglich eine Bildergalerie mit unglaublichen 18 Bildern, aus denen man zumindest ersehen kann, dass der Titel in Deutschland am Anfang wohl als 'Die Superhelden' geplant war. Weiteres Minus: Keine Untertitel, keine Kommentare, keine Informationen und der Ton ist nur in Mono vorhanden. Überhaupt wurde beim Ton schon sehr geschludert. Vor allem der englische Ton ist hin und wieder sehr unklar. Und man hätte doch gerne ein paar Dinge erfahren, nicht nur über Courtney Cox, die durch 'Friends' zum Superstar wurde und die man hier noch als schlank, aber nicht als Klappergestell sehen kann. Was ist z. B. mit Infos über die beiden Hauptdarsteller, die tragischerweise sehr früh verstorben sind? Da hätte ich mir doch deutlich mehr gewünscht.

Was die Übersetzungen angeht, so sind diese recht gut gelungen. Die Ausnahmen bleiben meist auf Kleinigkeiten beschränkt. Da wird z. B. eben mal Fred Astaire plötzlich zu Michael Jackson oder die Twilight Zone zur Bezaubernden Jeannie und ein Nazi kurzerhand zum Gangster umfunktioniert. Wirklich falsch übersetzt ist nur das Ende der letzten Folge, in der die beiden diskutierenden Herren im Deutschen und Englischen jeweils völlig andere Dinge sagen. Im Übrigen sind auch die Originaltitel immer deutlich lustiger als die deutschen Titel und meist mit kulturellen Anspielungen versehen.

Wer die Serie damals im Fernsehen gesehen hat und mochte, kann sich hier ganz sicher wieder amüsieren. Für diejenigen, die sich unsicher sind, empfehle ich, die DVDs zuerst auszuleihen, denn jedermanns Fall sind die Spezialisten sicher nicht. Für mich war es einfach toll, die Folgen wieder zu sehen mit ein paar wirklich schönen Lieblingsszenen wie z. B. dem kurzen, aber witzigen Basketball-Training der Laborangestellten.


Karambolage 1+2 (2 DVDs)
Karambolage 1+2 (2 DVDs)
DVD ~ Claire Doutriaux

18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Karambolage 1 + 2, 24. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Karambolage 1+2 (2 DVDs) (DVD)
Im Doppelpack sind die beiden bisher erschienenen DVDs der deutsch-französischen Sendereihe Karambolage von ARTE zu bekommen. Auf beiden DVDs sind jeweils 7 gesamte Sendungen enthalten sowie einzelne Beiträge, die in z. B. 'Gegenstand', 'Lautmalerei', 'Rubriken' oder auch 'Bildanalysen' unterteilt sind (teilweise mit Beiträgen aus den 7 Sendungen selber, teilweise mit eigenständigen Beiträgen).

Selbstverständlich kann man die Sendung wahlweise in französischer oder deutscher Sprache genießen. Man kann entweder von vornherein die gewünschte Sprache auswählen oder auch per Knopfdruck während des Ansehens die Sprache umschalten. Unnötig? Von wegen. Gerade hier kann man den Wechsel der Sprache als Erfahrung nutzen, muss doch in der jeweils anderen Sprache ganz anders formuliert werden. Wird z. B. gerade ein französisches Sprichwort erklärt, muss das auf Französisch ja nicht mit erklärt werden. Besonders gelungen ist es, wenn ein Sprecher gleich doppelt zu sehen ist und man auf den beiden Seiten das unterschiedliche Sprechen sehen kann.

Wer gerne Karambolage auf ARTE ansieht, erlebt hier natürlich keine Überraschungen. In bereits gesendeten Beiträgen werden mit viel Liebe zum Detail Eigenarten, Unterschiede oder Ähnlichkeiten der beiden Länder vorgestellt, z. B. der Eierpicker in Deutschland, der Kapaun in Frankreich oder die Bedeutung von Kriegerdenkmälern in beiden Ländern. Auffällig dabei ist immer wieder die Betonung des Nationalen in Frankreich und die Ausblendung des Nationalen in Deutschland, besonders deutlich an dem direkten Vergleich des pompösen Beginns einer Sitzung der Assemblée nationale mit dem unscheinbaren Beginn einer Sitzung des Bundestages.

Manches aber bringt denn doch zum Grübeln und scheint eher regionale Eigenheiten darzustellen, z. B. bestimmte Essgewohnheiten oder Gegenstände (von einem offenbar inzwischen vergriffenen Ständer für Mülltüten habe ich jedenfalls noch nie etwas gehört). Insgesamt jedoch wird viel Informatives, Lustiges und Erhellendes geboten, das die Nachbarn doch etwas näher bringt. So dürfen die Franzosen staunen, wenn einige Mitglieder der deutschen ARTE-Redaktion "'Dinner for one'" nacherzählen, und die Deutschen dürfen erfahren, dass es gar nicht so leicht ist, den Bewohner einer französischen Stadt zu benennen (Münchner oder Hamburger ist da wesentlich leichter). Immer wieder werden Passanten gebeten, Dinge des anderen Landes zu benennen (angrenzende Länder, Fahne) oder lautmalerisch tätig zu werden (Wie klingt eine Ente oder Niesen?). Und der Zuschauer erfährt etwas über die gegenseitigen Schimpfworte, ob es französische bzw. deutsche Platz- und Straßenbenennungen im jeweils anderen Land gibt und warum man in Deutschland nicht Fräulein genannt werden möchte, in Frankreich als Mademoiselle jedoch geschmeichelt sein kann.

Warum dann doch nur 3 Sterne? Nun ja, es ist ja alles sehr interessant und informativ, aber von einer DVD erwarte ich dann doch ein bisschen mehr als nur zusammengestellte Informationen aus den Sendungen, die auf ARTE schon liefen. Wo sind denn z. B. Untertitel? Das wäre doch sehr interessant für Lernende der Sprache oder auch Hörgeschädigte. Lediglich der einzige! Bonusbeitrag ist untertitelt. Dieser befindet sich auf DVD 2 und handelt von der Entstehung der Grafiken zu dem Kapaun-Beitrag. Davon hätte ich mir definitiv mehr gewünscht. Auch die kleinen Beigaben (vor allem auf DVD1) entschädigen hier nicht. Die typische Karambolage-Musik, die im Fernsehen ganz nett ist, fällt hier bei ständiger Wiederholung ebenfalls eher negativ auf. Unvermeidbar ist leider eine gewisse Überalterung von Themen, vor allem in der Politik.

Ansonsten sei Karambolage jedem ans Herz gelegt, der sich für das deutsch-französische Verhältnis interessiert und dabei locker unterhalten werden möchte. Für diejenigen, die unentschieden sind, empfehle ich, sich Karambolage einfach mal auf ARTE anzusehen, ein Programm, das immer wieder mit ausgezeichneten Sendungen punktet wie Karambolage, Chic, Metropolis oder Mit offenen Karten, um nur einige zu nennen.


Die Reiter der Apokalypse (Metalbox) [Limited Edition]
Die Reiter der Apokalypse (Metalbox) [Limited Edition]
DVD ~ Lance Henriksen
Wird angeboten von hifi-max
Preis: EUR 12,90

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Die Reiter der Apokalypse - The Garden, 18. Februar 2008
"The Garden" heißt dieser Film im Original, und ich frage mich, ob der deutsche Titel ein wenig Spannung erzeugen sollte, die dem Film - ich muss es leider so sagen - fast gänzlich fehlt. Nun bin ich nicht unbedingt ein Fan des Grusels mit Bibelbasis, kann aber auch schon auf diverse Filme dieser Gattung blicken, die mich wirklich gepackt haben.

In diesem Film wartet ein entscheidender Kampf zwischen den teuflischen und göttlichen Mächten auf einer Farm in Amerika, auf die der Junge Sam mit seinem labilen Vater nach einem Unfall verschlagen wird. Vorher schon wurde der Zuschauer darüber aufgeklärt, dass Sam Visionen hat und sich deswegen selber verletzt und dass sein Vater sein Alkoholproblem gerade in den Griff bekommen hat. Es wird auch von Anfang an deutlich gezeigt, dass der Farmer (Lance Henriksen), der Vater und Sohn aus dem Wagen zieht, nichts Gutes im Sinn hat. Und wirklich wird das Leben für Sam immer schwerer. So merkt er, wie sein Vater zum Trinken und anderen Dingen verführt wird, beobachtet den Mord an einer ihm vertrauten Person, den ihm niemand glaubt und fühlt sich von dem teuflischen Farmer immer mehr verfolgt.

Unter dem Bibelmotto "Ein Kind wird sie führen" führt der Junge Sam als Hauptperson das Geschehen an. Wirkliche Überzeugungskraft kann er allerdings nicht erschaffen, zu deutlich merkt man dem Film an, dass er im Eiltempo heruntergekurbelt wurde. Dafür kommt das Erzähltempo denkbar langsam daher, wenn immer wieder minutenlang einzelne Gegenstände oder die Umgebung gezeigt werden, während man sich wünscht, dass die Geschichte endlich mal in Fahrt kommt. Die Darsteller trifft noch am wenigsten Schuld, denn sie versuchen wirklich, ihren Charakteren Leben einzuhauchen. Besonders Lance Henriksen nimmt seinen Beruf sehr ernst und trifft noch am ehesten den richtigen Ton, doch auch hier kann sich das Drehbuch nicht entscheiden, ob der Teufel nun gänzlich böse oder doch als gebrochen gezeigt werden soll. Deutlich unterfordert ist Sean Young als Lehrerin, deren Möglichkeiten von Regie und Drehbuch geradezu verschenkt wurden.

Ganz sicher will ich nicht gegen Kammerspiele des Grusels argumentieren, die oft mit Andeutungen und langsamem Herantasten mehr bewirken können als ein blutiger Schocker, doch auch dies gelingt hier nicht. Zu unausgegoren bleiben die Charaktere, zu wenig wird auf eine klare Entwicklung der Geschichte Wert gelegt, zu uneinheitlich bleibt die Symbolik. Die Schockeffekte, die sich hier auch hin und wieder finden (ein Mord, bei dem das Blut spritzt, zugenähte Münder, mit Blut gefüllte Badewanne etc.) wirken dann auch überspitzt und aufgesetzt. So stellt sich weder leiser Grusel noch heftiger Schock so richtig ein. Die Reiter des deutschen Titels, die zweimal im Film auftauchen, können nachts wenigstens noch etwas beeindrucken, wirken aber im Endkampf im Tageslicht nicht gerade sehr überzeugend. Das gilt dann übrigens auch für den jungen Helden, der mit seinem Schwert für mich doch etwas albern wirkte.

Wenn als Bonus dann nur noch die deutsche Untertitelung und ein paar Trailer dazu kommen, bleibt der Gesamteindruck eines fehlgeschlagenen B-Movies mit liebloser DVD-Ausstattung.

Ja, mir fiel es schon schwer, etwas Positives zu finden, und ich muss zugeben, dass es mir eher zum Gähnen als zum Fürchten war und ich mich zum Ausgleich mit existenziellen Fragen herumschlug wie: "Lag der Garten Eden wirklich in Amerika und war er nicht für Menschen unzugänglich?", "Gab es ausschließlich den Baum der Erkenntnis dort und war der nicht versteckt?", "Wie kann Sam seinen teuflischen Gegner plötzlich so leicht im Schach schlagen?", "Sind die Versuchungen, denen Sams Vater ausgesetzt ist, nicht ein bisschen kindisch?" oder "Was haben die apokalyptischen Reiter eigentlich in einer Scheune zu suchen?"

Fazit: Es kann durchaus sein, dass dieser Film für andere Leute ganz wunderbar ist, aber trotzdem sollte man ihn sich erst mal ausleihen, bevor man 15,00 Euro ausgibt. Ich jedenfalls vergebe nur einen Stern - für die Darsteller, die sich wirklich angestrengt haben, allen voran Lance Henriksen und Claudia Christian, die ihrer kleinen Rolle doch Profil verleihen konnte.


Hot Fuzz
Hot Fuzz
DVD ~ Simon Pegg
Preis: EUR 5,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hot Fuzz - Nervend ist fast nur der deutsche Untertitel, 14. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Hot Fuzz (DVD)
Zum inzwischen recht bekannten Inhalt nur ein paar Worte: Nick Angel ist ein Modellpolizist, der in London so richtig aufräumt. Allerdings nur solange, bis er von seinen neidischen Vorgesetzten und Kollegen weggelobt wird und fortan in der Provinz aufräumen soll. Das ist schwer, landet er doch ausgerechnet in einem idyllischen Städtchen, das kaum Kriminalität aufweist. Der stoische Nick muss sich nun mit mobbenden Kollegen, skurrilen Einwohnern, und nicht gerade aufregenden Aufgaben herumschlagen, bis er entdeckt, dass die Idylle des Anwärters auf die 'Dorf des Jahres'-Auszeichnung ihren Preis hat.

Beeindruckend ist die Schauspielerriege, vor allem Simon Pegg, der hier fast schon ein Anti-Shaun ist, von Verlierer keine Spur mehr, und Nick Frost, der als charmanter Naivling und Action-Fan Danny kaum an den schmuddeligen Freund Shauns denken lässt. Aber auch die vielen Schauspieler der älteren Garde dürfen hier mit viel Spiellaune zeigen, wie viel Talent sie haben. Ganz besonders stechen natürlich Timothy Dalton als schmieriger Supermarktbesitzer und Jim Broadbent als jovialer Polizeichef, der auch ganz andere Seiten hat, hervor.

Es gibt so viele Kleinigkeiten, die einfach Spaß machen, wenn z. B. Nick sogar beim Schlafen wie mit dem Lineal gezeichnet im Bett liegt oder wenn Danny ein bewunderndes Strahlen in die Augen bekommt bei den Schilderungen Nicks von seiner Arbeit in London. Schön ist das erste Lächeln Nicks, als er der Charme-Offensive seines Partners Danny einfach nicht mehr wiederstehen kann. Seien es nun Fluchbox, ein Schwan mit Fluchttendenz, ein verstecktes Waffenarsenal in der Scheune oder eine lebende Statue, der Film sprüht nur so vor skurrilen Einfällen.

Bei den Extras wurden leider 3 Audiokommentare der englischen DVD eingespart, sodass nur einer übrig blieb, das ist aber -' wie schon bei Shaun - ein guter Kommentar. Wer Kommentare kennt, in denen minutenlang Schweigen herrscht, die Kommentatoren einfach nur ihren Film loben oder nebenbei telefonieren, kann sich hier über einen Kommentar freuen, der mal wieder sehr informativ und lustig ist, aber leider weder Englisch noch Deutsch untertitel ist. Wer also kein Englisch kann oder hörgeschädigt ist, verpasst vielleicht die Cameo-Auftritte der Stars vom Anfang, weil diese bis zur Unkenntlichkeit verborgen sind. Oder man erfährt nicht, dass Jim Broadbent darum bat, dass der Name der verstorbenen Filmehefrau nicht Iris sein solle, da er in dem gleichnamigen Film über Iris Murdoch deren Ehemann gespielt hatte.

Weitere Extras: Sehr kurzes Featurette, die andere Seite von Dannys Notizbuch (die hätte ich in dem Film wirklich gerne gesehen -' danke), Storyboard, verpatzte Szenen, 4 Trailer, eine fluchfreie Version und entfallende Szenen (hier bitte alle abspielen drücken, weil sonst jedes Mal! gefragt wird, welche Untertitel man will) mit wahlweise Kommentar. Wenn man sich diese Szenen ansieht, kann man erkennen, dass sie ganz gut herausgeschnitten wurden. Ausnahme: Die Szenen mit der Graffiti-Gang hätten besser bleiben sollen, lassen sich die Teenies doch ansonsten im Film einfach zu schnell zum Helfen überreden.

Viel wird in den Kritiken mit 'Shaun of the Dead' verglichen, doch wenn es auch viele Anklänge an Shaun gibt, - seien es die schnellen Schnitte, die Todesprophezeiungen ("He will be in bits tomorrow") oder das Cornetto-Eis, so muss doch ganz klar gesagt werden, dass es sich um ein völlig anderes Genre handelt. Der Polizei-Buddy-Film ist nun mal kein Zombiefilm, wenn es auch teilweise wirklich blutig wird. So kann einem viel klarer werden, welche verheerenden Folgen ein von oben geworfener schwerer Gegenstand haben kann, wenn man die zerschmetternde Szene an der Kirche erst einmal verdaut hat. Kennenlernen kann man hier Verfolgungsjagden im ländlichen England, die Ansammlung von Papierkram, die ein Polizist so abzuarbeiten hat und die manchmal doch sehr eigenartigen Motive von Bösewichtern.

Die Übersetzung ist ganz o. k., obwohl der Film im Original natürlich am Besten ist. Auch die Untertitel sind größtenteils gelungen, sieht man einmal von einigen Patzern ab. So fiel mir z. B. auf, dass bei der Frage, was man denn nun aufmischen soll, aus dem Pub (also der Kneipe) in der deutschen Untertitelung kurzerhand 'Pop' wird. Was will uns der Experte hier nur sagen?

Negativ fällt hier übrigens auf, dass die Untertitel während des Films nicht umgestellt werden können. Will man Untertitel in einer anderen Sprache oder gar keine Untertitel, muss man den Film unterbrechen und erst im Hauptmenu umschalten. Das ist sehr lästig, vor allem, weil man die Sprachen selber problemlos während des Films verstellen kann.

Wer genau aufpasst, kann übrigens ein sehr kurzes Easter Egg finden (Hauptmenu, 2 x links, 1 x rechts) und eine sehr offensichtliche Shaun-Anspielung. Wer nämlich mal in den DVD-Kasten sieht, in dem Danny stöbert, als Nick den Dieb im Supermarkt entdeckt, der sieht da doch tatsächlich die DVD '"Zombie's Pary"' mit dem Cover von Shaun und einem vom Preisschild verdeckten Hauptdarsteller.

Ich fand den Film einfach toll und vergebe deshalb gerne 5 Sterne. Da 'Hot Fuzz' nun aber sicher nicht jedem gefällt, ob nun wegen des Blutes oder des Humors, sollte man vor dem Kauf die DVD lieber erst mal ausleihen.


Sweet Revolution
Sweet Revolution
von Yukine Honami
  Taschenbuch

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sweet Revolution, 14. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Sweet Revolution (Taschenbuch)
Das kann der korrekte Klassensprecher Misaki nicht fassen. Die beiden neuen Mitschüler Tatsuki, arrogant und kühl, und Ohta, schüchtern und ängstlich, erwischt er nicht nur beim Küssen, sondern auch dabei, dass Ohta Tatsuki geradezu bedient. Da fühlt er sich denn doch in seiner Ehre gepackt und versucht, einen Keil zwischen die beiden zu treiben, erst recht, als er die beiden beim Sex erwischt. Doch schnell muss er merken, dass es sich hier nicht nur um eine seltsame Liebschaft handelt, sondern um unirdische Ereignisse. Nachdem Misaki eines Nachts selber beobachten kann, dass Tatsuki übermenschliche Kräfte hat, offenbaren sich Ohta als Hausgeist (ohne Haus) und Tatsuki als Erbe des Drachenkönigs. Aber ist Ohta wirklich nur da, damit er Tatsukis Chi reinigen kann (verstärkt durch sexuellen Kontakt), da dieser sonst in der Welt der Menschen sterben müsste?

Dies erfahren wir dann eher in den nächsten Geschichten, die sich stärker auf die Perspektive der beiden Nichtmenschen konzentrieren. So bringt ein Vogelgeist, dem Ohta hilft, viel von der Vergangenheit des Paares ans Licht. Der Vogelgeist will Ohta helfen, hat er doch in seinem vorherigen Leben als Mensch den brutalen Tod durch die Hände des eigenen Vaters erfahren. Er missversteht die Beziehung der beiden als Gefangenschaft Ohtas, der doch in Wahrheit voller Verehrung für seinen Herrn Tatsuki ist. Mit Rückblicken erfahren wir mehr darüber, wie Tatsuki seinen Gefährten quasi adoptierte, der ihm von nun an in Ehrfurcht und Liebe folgte. Aber durch die teilweise gefährlichen Aktionen des Vogelgeistes erkennen beide auch endlich, dass sie viel mehr als nur eine Zweckgemeinschaft verbindet.

In der dritten Geschichte wird die Idylle in der Menschenwelt empfindlich gestört, als Tatsukis Kampflehrer Izuna auftaucht mit der Nachricht, dass der Drachenkönig schwer erkrankt ist. Wenn aber der König krankt ist, schwindet der Schutz des Drachendorfes und die Bewohner sind bedroht. Nun soll Tatsuki zurück, weiß aber, dass er dort heiraten muss, um die Nachfolge zu sichern. Erst ein lebensbedrohlicher Unfall Ohtas bringt die Entscheidung. Muss sich das Paar jetzt trennen? Und was verbindet den Drachenkönig mit Izuna? Kann der König nicht vielleicht doch geheilt werden?

Als Zusatz gibt es noch Essensszenen beim völlig überlasteten Misaki, beim obzessiven Izuna mit dem Drachenkönig und bei Ohta mit einem Tatsuki auf der Suche nach Bestätigung. Dann gibt es noch eine vollgeschriebene Seite von Serubo Suzuki (Script) und eine gezeichnete Seite von Yukine Honami (Zeichnungen).

In der Zusatzgeschichte 'An Unseen Force' wird der junge Akihiko, der als Kind den Autounfall überlebte, der seinen Vater das Leben kostete, in familiäre Intrigen gezogen. Sein Großvater hinterlässt ihm sein Unternehmen, aber dem adoptierten Sohn Iori den Grundbesitz. Akihiko, der von Schuldgefühlen geplagt wird, will aber unbedingt das Haus behalten, seine einzige Verbindung zum Vater. Iori jedoch stellt sich als Hausgeist vor, vom Großvater instruiert, das Haus um jeden Preis zu schützen. Akihiko reagiert auf diese Enthüllung gewalttätigt, muss aber später feststellen, dass seine Mutter wegen Schulden tatsächlich das Haus zur Tilgung eingesetzt hätte. Als sie sogar Iori entführen lässt, reißt Akihiko sich endlich zusammen.

Dieser Manga mit Motiven des Phantastischen hat mir schon sehr gefallen. Ausdrucksstarke Zeichnungen und eine tragfähige Geschichte machen hier schon viel Spaß. Sehr schön sind auch die Unterschiede von Menschenwelt und Dorf des Drachenkönigs getroffen. Gefallen haben mir auch die Kinderbilder Ohtas und Tatsukis. Obwohl nur in der ersten Geschichte wichtig, mochte ich auch Misaki, der nicht nur in der Schule punktet, sondern quasi den gesamten Haushalt zu Hause inklusive Geschwisterbetreuung (und es gibt da so einige) fast alleine schmeißt. Da möchte man am liebsten die Eltern, die das offenbar ausnutzen, mal richtig schütteln. Die Yaoi-Szenen sind selten und eher dezent gehalten. Nur über die Gewaltattacke Akihikos in der Schlussgeschichte wird schon sehr hinweggegangen. Tja, und dann wird am Ende der ersten Geschichte von Misaki sogar ein echter (Logik-)Syllogismus präsentiert, der nicht nur so genannt, sondern auch praktiziert wird, wenn auch mit einer falschen Prämisse. Da hat man doch glatt gleich noch etwas gelernt. 4 Sterne für diesen netten Manga.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 2, 2012 6:59 PM MEST


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