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Rezensionen verfasst von
Mara "lahorla"

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Jim Henson's The Storyteller: Griechische Sagen
Jim Henson's The Storyteller: Griechische Sagen
DVD ~ Jim Henson
Wird angeboten von Rock Pop
Preis: EUR 24,99

28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gelungene Geschichten mit unausgenutzten DVD-Möglichkeiten, 21. Dezember 2005
Zeitgleich mit den Märchen des 'Storyteller' sind auch die 4 Episoden der griechischen Sagen auf DVD erschienen.
Sie sind nicht schlecht, die Geschichten, vor allem wenn man sie für sich genommen sieht. Die Sagen sind treffend und detailgenau umgesetzt und vermitteln neben einigem Hintergrundwissen auch einen interessanten Einblick in die behandelten Sagen. Aber wenn man die DVD mit der zeitgleich erschienenen Märchen-DVD vergleicht, sieht es doch ganz anders aus. Ja, da ist der Geschichtenerzähler, diesmal dargestellt von Michael Gambon. Ja, da ist der muffige Hund. Die Geschichten sind mit der Erzählgegenwart verwoben. Und auch sonst kann man viele Ähnlichkeiten sehen. Insgesamt ist die Umsetzung aber ganz anders gelungen. Man greift bei den griechischen Sagen nicht in eine Fülle von Einzelgeschichten, die z. B. Märchensammlungen bieten, sondern in einen Topf voller miteinander verwobener Geschichten. Auch der Geschichtenerzähler verweist immer wieder auf die oft verwirrende Anzahl von Nebengeschichten, Querverbindungen, anderen Namen usw. Wer sich einmal mit Ovids 'Metamorphosen' beschäftigt hat, weiß, wovon ich schreibe. Die Geschichten wirken insgesamt zerrissener, denn die Zeitbegrenzung von 20 bis 30 Minuten bei einem ausufernden Thema lässt eine genauere Darstellung einfach nicht zu. Das Zauberhafte bei der Märchen-DVD ist ja gerade das Verweben von Phantasie und Realität, die Sagen wirken dagegen deutlich zurückgenommen, was vielleicht auch daran liegt, dass man farbige Elemente weniger in die Sagen integrieren kann.
Und dann sind da noch Erzähler und Hund. Michael Gambon ist ein wunderbarer Schauspieler, doch als Geschichtenerzähler wirkt er zu bemüht, den Zuschauer anzusprechen. Wo John Hurt hintergründig lächelnd und kauzig die Geschichte aufschlüsselt und kommentiert, wirkt Gambon oft zu kalt beschreibend. Und der Hund der Märchen-DVD, der nachfragt, kommentiert, komisch guckt oder auch mal einen griechischen Satz einschiebt, ist in den 'Griechischen Sagen' zum bloßen Stichwortgeber verkümmert.
Hauptnegativpunkte sind für mich aber folgende: Es gibt - wie auf der Märchen-DVD - keine Specials (außer 4 Sprachen und recht vielen Untertitelsprachen). Das fällt hier umso mehr ins Gewicht, als es nur 4 Geschichten mit etwas mehr als 1 1/2 Stunden Spielzeit gibt, die Kosten aber genauso hoch sind wie bei den Märchen mit mehreren Stunden Spielzeit. Für mich fehlt außerdem die Magie der Märchenepisoden. Wegen dieser Negativpunkte will ich die 4 Sterne (für die gelungene Umsetzung der Sagen) nicht so ganz geben, bleibe also bei 3 Sternen.
Diese DVD ist freigegeben ab 6 Jahren, aber wie schon bei der Märchen-DVD (ohne Altersbeschränkung) finde ich diese Empfehlung etwas fragwürdig. (Man bedenke nur als Beispiel den Mord von Dädalus an seinem kleinen Neffen. Insgesamt sind die Geschichten nunmal eher dunkel und abgründig.) Eine elterliche Begleitung sollte zumindest bei kleineren Kindern vorhanden sein.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 11, 2008 9:47 AM MEST


Jim Henson's The Storyteller - The Complete Collection
Jim Henson's The Storyteller - The Complete Collection
DVD ~ Miranda Richardson
Wird angeboten von Rock Pop
Preis: EUR 29,99

27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Magische Märchenmomente, 20. Dezember 2005
Nach langer Zeit sind jetzt endlich die Märchen von Jim Hensons 'Storyteller' auf DVD erhältlich. Auch nach Jahren ist die Mischung aus realen Personen und Puppen (aus Jim Hensons Werkstatt) immer noch mitreißend und schön anzusehen mit Geschichten, die nicht nur komisch, sondern auch tiefgründig sind . Der Geschichtenerzähler (gespielt von John Hurt) und sein muffiger Hund (natürlich eine Puppe) faszinieren noch immer. Die schwächste Geschichte ist dabei meiner Ansicht nach 'Hans mein Igel', die beste 'Der Soldat und der Tod'. Doch alle Geschichten haben ihren eigenen Charme.
Alles in allem eine empfehlenswerte DVD, die alle 9 Episoden enthält. Die Übersetzung ist meist korrekt, wobei die deutschen Untertitel normalerweise treffender sind, aber auch deutlich uninspirierter als die Synchronisation. Man sollte möglichst die englische Originalversion bevorzugen. Ganz besonders faszinierend ist die Verknüpfung von Erzählung, Erzähler und Zuschauer. Da löscht z. B. eine Träne, von der Prinzessin geweint, die Kerze des Erzählers. Da trägt die Zarin des alten Russlands eine moderne Brille und einer der Teufel raucht vor Wut mit einer Zigarette im Mundwinkel. Da kann man kurz erzählte Zwischensequenzen im Hintergrund als Schattenspiel sehen, z. B. auf Tellern, Teppichen oder der Wand. Solche Dinge haben manchmal geradezu etwas Magisches.
Es gibt zwar bekannte Gesichter wie Gabriele Anwar, Sean Bean oder Miranda Richardson, aber sie sind die Träger der Geschichte, nicht der Mittelpunkt. Dies gilt auch für die zahlreichen Puppen, Masken oder Schattenspiele. Wer hier Muppet-Komik erwartet, liegt falsch, denn auch wenn es viele lustige Elemente gibt, so findet man doch auch immer viel Tiefgründiges und Widersprüchliches. Dabei haben die Bösewichter als Puppen oft einen etwas albernen Ton an sich (der herzlose Riese, der Greif), während man den menschlichen Bösewichtern ansieht, wie sie diese schauspielerische Gelegenheit genießen (der kalte König im 'Glückskind', die böse Stiefmutter in 'Die drei Raben' - wie immer einfach wunderbar gespielt von Miranda Richardson). Witzig dagegen ist die Darstellung der bösen Schwestern von Kummerliese durch das weibliche Komikerduo French & Saunders.
Trotzdem fällt eines negativ auf: Es gibt keine Extras!!!! Die Sprachen (Deutsch und Englisch) und Untertitel (in diversen Sprachen) zählen inzwischen zum DVD-Standard. Aber wo ist ein Making-Off? Warum gibt es keine Kommentare? Interviews mit den Darstellern? Da hilft das kleine, der DVD beiliegende Booklet mit ein paar Einblicken in Hintergrund und Geschichten nur wenig.
Fazit: Wegen der fehlenden Specials würde ich einen halben Stern abziehen. Geht nicht, also gebe ich die volle Punktzahl für ein Programm von mehreren Stunden mit magisch erzählten Geschichten voller Komik und Tragik, die einfach gefallen. Eine Altersbeschränkung wurde nicht gegeben, aber ich finde, man sollte kleinere Kinder bei dieser Thematik und ihrer Aufbereitung die DVD auf keinen Fall alleine sehen lassen. Ansonsten eine tolle DVD.


Takien
Takien
DVD ~ Sorapong Chatree
Preis: EUR 8,85

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Chaotischer Genremix mit Öko-Touch, 19. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Takien (DVD)
Um einem neuen Staudamm Platz zu machen, wird ein ganzes Waldgebiet gerodet. Obwohl der Chef der Holzfirma bereits in der Eingangssequenz während einer nächtlichen Jagd im Wald Bekanntschaft mit dem Walddämon Takien gemacht hat - wie soll es anders sein in der Erscheinungsform einer schönen, jungen, unbekleideten Frau - und dabei seinen guten Freund Lokrai verloren hat, lässt er sich von der Geistererscheinung nicht beeindrucken. Es entwickelt sich eine Geschichte, in der Takien sich immer wieder recht massiv verteidigt, dann aber in gewisser Weise ihrer Macht beraubt wird. Das Gebiet, das wegen des Staudamms überflutet wurde, lässt jetzt Takien nicht mehr frei und nach einiger Zeit verbindet sie sich mit Pong, der verzogenen jungen Tochter des Chefs, um sich befreien zu lassen. Pong befindet sich in einer Art Liebesdreieck zwischen dem Architekten Trai und dem Kindheitsfreund Kamthong (im Übrigen der Sohn des verstorbenen Lokrai). Dazu kommen noch die in Kamthong verliebte Norsoeng, ein Trio brutaler Arbeiter und noch einiges mehr.
Hier liegt für mich eine der größten Schwächen des Films: Er kann sich nicht entscheiden, ob er nun Horror, Action, Romanze, Drama, Öko-Thriller oder Katastropenfilm sein will, erreicht es aber nicht, alle diese Aspekte nahtlos zu verbinden. So verliert man hin und wieder Takien völlig aus den Augen, was manchmal auch den Handelnden der Geschichte so zu gehen scheint. Da führt der Chef im Laufe des Films erneut eine kleine Gruppe nachts zur Jagd in den Wald, ohne auch nur ein Wort der Warnung zu verlieren. Und auch Takien selber geht manchmal mit großer Wucht und Stärke vor, um sich kurz darauf mit Leichtigkeit ausschalten zu lassen. Das Trio der brutalen Holzarbeiter scheint nur dazu zu dienen, kleinere Actionsequenzen zu erzeugen, wenn beim ersten Angriff (auf Pong) die Dorfbewohner sie bekämpfen und beim zweiten Angriff (auf Norsoeng) Kamthong auf seinen kurzen, aber blutigen Rachefeldzug geht.
Ansonsten wird doch sehr heftig in die Klischeetüte gegriffen. Da gibt es diverse prophetische Träume, die meistens eine warnende Funktion haben; ein anfangs sympathischer Charakter offenbart im Laufe der Zeit seine Qualitäten als Bösewicht, der verknallte Trampel offenbart Heldenqualitäten, die verzogene Tochter erweist sich als mutig, die Taucher in den überfluteten Gebieten befinden sich natürlich genau über dem Friedhof und sehen nicht nur Skelette, sondern auch wandelnde Leichen unter Wasser und man kann ohnehin viele Dinge problemlos vorhersagen.
Der ökologische Aspekt der Geschichte ist zwar sichtbar, dient aber eher als Randerklärung für den Hintergrund. Dabei gibt es durchaus klare Kritik, wenn z. B. die Dorfbewohner ihre gewohnte Umgebung erst nicht verlassen wollen, dann aber mit dem Hinweis auf eine hohe Entschädigung und eine Umsiedlung schnell umgestimmt werden. Für Geld verkaufen sie ihren Lebensraum, nur um festzustellen, dass das neue Land auf dem Berg per Losvergabe nicht gerade Aussicht auf guten Anbau bietet. So kann der Zuschauer vermuten, dass auch die Entschädigung nicht so richtig hilfreich sein wird. Doch solche Momente bleiben die Ausnahme. Verkaufter Lebensraum, vergiftete Natur und getürkte Untersuchungen sind eher vorgeschoben das Thema des Films. Die Spezialeffekte sind selten und dann nicht immer gelungen. So ist die Baumattacke Takiens ganz in Ordnung, während die schlickige Flutwelle am Schlss doch sehr unecht wirkt. Der Schockeffekt, der den Bösewicht trifft, ist zwar eklig, erschien mir aber auch etwas albern.
Das hört sich jetzt nach harter Ablehnung an, aber ich habe schon langweiligere Abende verbracht. Es gibt durchaus atmosphärische Momente, auch wenn sich so richtiges Grauen nicht einstellen mag. Alles in allem ähnelt der Film vielen US-Horrorfilmen der 70er/80er Jahre, ist aber handwerklich nicht schlecht gemacht. Ich kann zwar die Originalsprache nicht, empfinde sie aber als wesentlich überzeugender als die zu akzentuierte Synchronisation. Wer sich aber nur auf die Untertitel verlässt, verpasst so einiges. So wird in den Untertiteln einfach so von "Karen" getextet, während die Synchronisation gleich erklärt, dass es sich um ein Gebiet und eine Dialektform handelt. Und noch ein Beispiel: Untertitel - "Ich bring ihn um, wenn er nervt." wird in der Synchronisation zu "Na, der soll einen Versuch wagen. Dem tret ich die Glocken aus der Hose." Da ist denn doch ein klitzekleiner Unterschied vorhanden. ^^ Enttäuschend ist der Rest der DVD: Es gibt nur den Originaltrailer und 6 DVD-Trailer. Bei einer besseren DVD-Ausnutzung hätte ich sicher 3 Sterne gegeben, aber so - da es keine 2 1/2 gibt - gebe ich nur 2 Sterne. Ganz netter Film für einen Abend, aber leider weder originell noch so richtig überzeugend.


Alone in My King's Harem
Alone in My King's Harem
von Lily Hoshino
  Taschenbuch

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Märchenhafte und entspannte Geschichtensammlung, 6. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Alone in My King's Harem (Taschenbuch)
Die Hauptperson der Titelgeschichte ist Hanabishi, eine männliche Konkubine, die im Harem des jungen Königs eines sehr kleinen Landes lebt. Hanabishi verliebt sich in seinen jungen Herrn, doch nachdem der eigentlich gutmütige König nach einem Krieg Reichtümer und auch viele Konkubinen besitzt, scheint er den verzweifelten Hanabishi völlig vergessen zu haben. Das eigenartige Verhalten des jungen Königs erschließt sich durch die Märchenhaftigkeit der Geschichte, die auch mit Metaphern arbeitet. Da vergißt der junge König, was ihm wirklich wichtig ist, weil sein Leben plötzlich von Macht und Reichtum überdeckt ist. Da gewinnen die Zuckerstücke, die Hanabishi von seinem Herrn geschenkt bekam, geradezu magische Fähigkeiten und führen, als sie fast verbraucht sind, zu einer Lösung der Krisen.
'Night Circus', eine sehr kurze Geschichte, weicht optisch etwas von den anderen ab, da sie aus drei parallelen Bildstreifen je Seite besteht. Der junge Artist Hibana träumt immer wieder davon, abzustürzen und findet Unterstützung bei einem ganz besonderen Wesen. Ein Zirkus ist auch das Setting für die Geschichte 'The Sea Bed of Night' und die Geschichte vom Prinzen Guidneed (^^) und seinem jungen Bediensteten Lullus. Der Zirkus ist nachts ein sehr spezielles Bordell: Nur für eine Nacht wird dem Besucher sein Traum gezeigt/erfüllt. Lullus, der seinen Herrn nur begleitet, aber verzweifelt liebt, wird von den eigenartigen Zirkusleuten dazu gebracht, sich selber seinen Wunsch zu erfüllen und unter einem Zauber stehend, die Nacht mit dem Prinzen zu verbringen. Dabei erlebt er eine ganz eigene Überraschung, die sein Leben verändern wird.
'The Adventure of a canary" handelt von dem jungen Canary, der mit wirklich seltsamen großen tierohrenartigen Auswüchsen an seinem Kopf geboren wurde. Er wird durch seine Besitzerin von der Welt abgeschottet und darf nur jede Nacht einmal von seinem Turmzimmer in ihren Nachtclub herabsteigen , um dort für die Gäste zu singen. Es geschieht, was geschehen muss. Der Gast Juno verliebt sich in Canary, der sich wiederum - bei einer seiner immer wieder scheiternden Fluchten aus dem Turm - in Juno verliebt. Doch märchenhaft wie auch diese Geschichte ist, stehen der Turm und die Besitzerin Canarys im Wege und müssen erst überwunden werden. Dabei überrascht auch Canary mit ungeahnten Fähigkeiten.
Die letzten beiden Geschichten ('Mature Flesh' und 'Moist Flesh') spielen in der Realität und gehen nahtlos ineinander über. Es handelt sich um die Schüler Okabe und Hidaka. Der Schülersprecher Okabe konfrontiert Hidaka mit dem Gerücht, dass Hidaka mit jedem Mädchen schlafe, das ihn darum bitte. Als Hidaka dies bestätigt (mit der Einschränkung, dass ihm das Mädchen auch gefallen müsse), bittet Okabe ihn, diesmal mit ihm zu schlafen. Während Okabe schon länger in Hidaka verliebt, bleiben dessen Gefühle erst einmal unklar, doch in kürzester Zeit klärt sich dies auf.
Wer auf den Umschlag sieht, erhält einen ganz guten Eindruck des Zeichenstils, nur dass die Schwarz-Weiß-Zeichnungen besser aussehen. Die verliebten Diener, Konkubinen u. a., aus deren Sicht die Geschichten meist spielen, stehen fast immer in einem Abhängigkeitsverhältnis, sind sehr (fast ein bisschen zu) jung, haben große ausdrucksvolle Augen und wirken zum größten Teil sehr feminin. Vor allem Hanabishi und Canary könnten auf den ersten Blick leicht mit Frauen verwechselt werden. Auch die Kleidung verstärkt diesen Eindruck. Wenn wirklich Frauen vorkommen, sind ihre Lippen oft überdeutlich akzentuiert. Lustig sind dabei die verschiedenen Haarstile der Konkubinen in der Titelgeschichte und 'The Sea Bed of Night', doch in Sachen Haartracht haben auch Hanabishi und Canary einiges zu bieten.
Der Manga ist für 18+ ausgezeichnet und verschweißt. Allerdings überwiegt die Darstellung der Elemente der Phantastik (Märchenthematik, Verwandlung von Tier in Mensch etc.), nicht die grafische Darstellung der Liebesszenen, die in den meisten Geschichten eher angedeutet sind. Die beiden letzten Geschichten von Okabe und Hidaka rechtfertigen da schon deutlich klarer die hohe Altersfreigabe, auch wenn nicht 'alles' gezeigt wird und die emotionale Beziehung im Vordergrund steht.
Alles in allem gesehen wieder mal ein gelungener Manga von DMP (gewohnt wunderbar größerformatig, man braucht ja kaum mehr darauf hinzuweisen), der die Märchenhaftigkeit betont mit teilweise einfach tollen Bildern. Ganz besonders gefallen haben mir die Bilder von Hanabishi bei seiner ersten Begegnung mit seinem König und seiner Entdeckung der Zuckerwürfel. So süß. Lustig ist das Bild, als Juno von der bösartigen Besitzerin über die Brüstung gekickt wird. Nett auch die sehr einfach gezeichneten kleinen Zwischengeschichten (Lily Days und das Nachwort), vor allem die über ihre Handlungen im Halbschlaf. Ein Manga, den ich sehr gerne empfehle.


Kiss me, Teacher, Band 3
Kiss me, Teacher, Band 3
von Kazuma Kodaka
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kiss me, Teacher - Band 3, 26. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Kiss me, Teacher, Band 3 (Taschenbuch)
Und weiter geht die chaotische, liebenswerte Geschichte, diesmal mit dem Themenschwerpunkt Norwegen, der Heimat von Masayoshis und Masamis Mutter. Die erste Geschichte führt in die Vergangenheit, als die Brüder von ihrem Vater aus Norwegen nach Japan geholt werden. Besonders Masayoshi tut sich schwer mit seinem Vater, und Masamis Versuche, Frieden zwischen Vater und Bruder zu stiften, haben nicht viel Erfolg. Im Verlauf der Anfangsgeschichte lernt Masayoshi seinen Vater aber dann doch von einer anderen Seite kennen. Unabhängig voneinander lernen die Brüder auch Toru kennen, dessen knuddelbedürftiger Hund sich von keinem Hindernis aufhalten lässt, um Streicheleinheiten einzufordern. (Ehrlich, diesen großen Hund würde nach dem ersten Schrecken wohl jeder kraulen. ^^) Klar, dass es mit Masayoshi sofort Ärger und mit Masami sofort ein Missverständnis gibt, denn jetzt ist Toru auf der Suche nach dem süßen 'Mädchen', das er getroffen hat. Man kann es zwar kaum fassen, aber auch Vater Shibata hat so einige Probleme, Masami nicht mit dessen verstorbenen Mutter zu verwechseln. So geht die Geschichte im üblichen Tempo mit Verwicklungen, Schlägereien, Vergangenheitsbewältigung und beginnenden Liebesverwicklungen weiter, wobei vor allem Masayoshi so einiges abbekommt.

Aber dann geht es in der eigentlichen Geschichte in der Gegenwart weiter. Die Brüder werden von ihrem Vater nach Norwegen eingeladen und sollen ihre Schützlinge Atsushi und Inagaki mitbringen. Toru reist auf Wunsch von Masami nach, weil die beiden sich endlich vor Masamis Vater outen wollen. Man weiß also schon, dass wieder neues Chaos ausbrechen wird. Und richtig, Masayoshi ist über Toru nicht gerade glücklich, Inagaki immer noch hinter Atsushi her und Atsushi hinter Masayoshi. Aber immerhin hat die frühere Verknalltheit Atsushis in Masami sich so sehr verflüchtigt, dass ihm nicht mal beim gemeinsamen Bad komische Gedanken in den Sinn kommen. Dafür ist Toru jetzt leider an eine Reisegruppe gebunden, die ihn zunehmend nervt, vor allem als er mit dem jungen, attraktiven und nicht abgeneigten Kenya Takami das Zimmer teilen muss. Nicht dass etwas passiert, aber Kenya verwirrt Toru nicht nur mit Annäherungsversuchen und einer drastischen Schilderung seines 'ersten Mals'. (Kein Wunder, dass Toru Nasenbluten bekommt. ^^) Noch schlimmer kommt es, als Kenya ihn am nächsten Tag beim Treffen mit Masami vor allen anderen dazu benutzt, seinem ehemaligen Geliebten eines auszuwischen. Toru und Masami raufen sich dann doch noch zusammen und konfrontieren Masamis Vater mit ihrer Beziehung, auf die dieser zuerst so gar nicht nett reagiert.
Wer jetzt völlig verwirrt - aber interessiert - ist, sollte unbedingt den Manga lesen, der wieder mit der spielerisch wirkenden Zusammensetzung vieler verschiedener Handlungsfäden glänzt. Allerdings sollte man zum besseren Verständnis die Vorbände gelesen haben, sonst kommt man doch ins Schleudern. Es sind soviele Kleinigkeiten zu entdecken, dass es einfach Spaß macht, diese Geschichte zu verfolgen. Beispiele: Um die verschiedenen Sprachen zu verdeutlichen, wurde für Norwegisch eine andere Schrift verwendet, teilweise wirklich mit Norwegisch und deutscher Übersetzung in Klammern, zumeist aber einfach Deutsch mit dem anderen Schriftstil. Das ist schon ganz witzig, wenn Toru zwischen den norwegisch sprechenden Masami und Kenyas Ex-Geliebtem sitzt und kein Wort versteht, obwohl für den Leser alles auf Deutsch zu lesen ist. Während wir also wissen, was gesagt wird, können Toru und die versteckten spitzelnden Freunde nur am Grad der Röte des Gesichts erkennen, dass z. B. gerade etwas Unanständiges gesagt wurde. Andere Kleinigkeiten sind z. B. der ätzende Ton zwischen Masayoshi und seiner ganz netten, aber knurrigen Großmutter oder der Unterschied zwischen dem Naivling Atsushi und dem frühreifen Inagaki oder aber die Kinderbilder, die immer wieder einfließen, am Goldigsten dabei das Bild von Masayoshi als Säugling. Während übrigens die Bilder doch weitestgehend jugendfrei sind, bietet der Text teilweise deutlich Heftigeres. Da wird bei anderen Mangas bereits gewarnt und luftdicht verpackt. 'Kiss me teacher' bleibt also auf dem eingeschlagenen Kurs mit gewohnt schönen Zeichnungen und wird immer noch gerne von mir weiterempfohlen.


Rhythm is it!  (3-Disc Collector's Edition) [3 DVDs]
Rhythm is it! (3-Disc Collector's Edition) [3 DVDs]
DVD ~ Simon Rattle
Preis: EUR 22,99

244 von 244 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rhythm is it! - Absolut empfehlenswert, 16. Oktober 2005
"You can change your life in a dance class". Mit diesem Ausspruch Royston Maldooms warb schon der Film um Anerkennung. Und dies macht der Film klar: Es geht nicht um das Tanzen an sich, sondern darum, Kraft in sich zu entdecken, sich selbst zu vertrauen und sein Leben in die Hand zu nehmen. Zum Film selber braucht man sicher nicht mehr viel zu sagen. Das Projekt wird über die gesamte Zeit von mehreren Wochen begleitet, wobei 3 der Schüler hervorgehoben werden, um die Entwicklung zu verdeutlichen. Die schon etwas älteren Amateure, die in einer richtigen Tanzgruppe mitmachen, sind von Anfang an deutlich konzentrierter als die fast ständig unruhigen Hauptschüler, aber alle werden nach einer gewissen Zeit vom Sog der Ernsthaftigkeit und der Freude am Erfolg überwältigt. Die zwischengeschnittenen Orchesterproben verdeutlichen, was die Schüler erst lernen sollen, nämlich ein funktionierendes Gefüge aus Individuen zu bilden, die gemeinsam etwas Wundervolles erschaffen.
Auf DVD 1 findet sich der komplette Film, den man wahlweise mit deutschen Untertiteln sehen kann. Als Special gibt es einen Audiokommentar mit Regisseur Grube, Choreograph Maldoom und einem der Tänzer, Martin Eisentraut. Ein sehr schöner Kommentar, der viele Informationen bietet (und in dem man am Schluß erfährt, warum der bis dahin energisch auftretende Maldoom plötzlich am Stock auf die Bühne humpelt ^^). Es gibt vieles zu erfahren, z. B. dass die Kameraleute von der Stimmung nach der Aufführung so begeistert waren, dass sie ihre Kameras verließen und sich mit Handkameras unter die feiernden Schüler mischten - ohne den Regisseur zu informieren, der niemanden mehr erreichen konnte. ^^ Als weiteres Special gibt es noch einen Kinotrailer.
Auf DVD 2 findet sich von Sir Simon Rattle eine Einleitung zu 'Le Sacre du Printemps', die meiner Ansicht nach etwas zu einfach und subjektiv geraten ist. Dafür bietet DVD 2 etwas, auf das viele sicher schon gewartet haben: die vollständige Aufführung. Und, ja, die Gesamtaufführung ist genauso toll, wie die Szenenausschnitte im Film es ahnen ließen. Schön ist hier auch eine Wahlmöglichkeit nach Überschriften der einzelnen Teile der Aufführung, die eine Interpretation des Stückes vereinfachen. Dann gibt es auch noch eine Konzertperformance und eine Picture in Picture-Wahlmöglichkeit, in der man gleichzeitig Aufführung und Konzertperformance nebeneinander sehen kann. Weiteres Special: Musikvideo des Titelsongs 'Versteck dich nicht' und noch weitere Musikvideos der Wickeds.
Bei DVD 3 findet sich ein ausführliches Making Of, eingeteilt in die Projektjahre, denn 'Sacre' war tatsächlich nur das erste Projekt. Dabei erfährt man, dass schon das 'Sacre'-Projekt weitaus weitgefächerter war, als der Film zeigt, z. B. mit Musikprojekten, in der einzelne Orchestermusiker in kleinen Gruppen Amateuren ihre Kunst näherbrachten. Man sieht auch mehr Material aus den Schulen und beginnt, die Größenordnung dieses Projekts zu begreifen. 2004 folgte 'Daphnis et Chloé', 2005 'Der Feuervogel'. Auch diese beiden Projekte werden in dem fast 1-stündigen Making Of ausführlich vorgestellt. Und schön zu erfahren, dass diverse Mitwirkende alle 3 Stücke begleitet haben. Ein weiteres interessantes Special: Interviews mit den Regisseuren, Produzenten und Team (Kamera, Ton, Musik etc.). Man erfährt hier sehr viel über die Entstehung (z. B. dass die Verfilmung eher zufällig beschlossen wurde - eigentlich war ein ganz anderer Film geplant), über das Projekt (es waren z. B. bei allen!! Proben immer Kameras), über die Nachbearbeitungen (was sucht man aus Massen an Material heraus, um einen funktionierenden Film zu erzeugen etc.). Und noch ein Special: Ein etwas gequetschtes Audiointerview über einige Themen mit dem Filmscore-Komponisten Karim Sebastian Elias. Filmscore? Jawohl, den gab es auch. Und der ist so gelungen, dass man ihn kaum wahrnimmt. Letztes Special: 720p-Version der Tanzperformance im ROM-Part, der nicht auf DVD-Rekorder, sondern auf PC abspielbar ist.
Diese 3 Disc Collector's Edition ist vollauf gelungen und bringt viele Einblicke in das Projekt und viele Antworten auf Fragen, die der Film aufgeworfen hat. Schön hätte ich gefunden, mehr Material von den Proben, z. B. auch den Grundschulen, zu sehen, aber es ist auch verständlich, dass die Auswahl sehr zeitaufwändig und nervenaufreibend gewesen wäre. Die Ausstattung des stabilen Schubers mit ausführlicher Inhaltsangabe, Text des Titelsongs usw. ist ebenfalls sehr gelungen und das Making Of lässt auf eine DVD mit allen 3 Aufführungen der letzten Jahre hoffen. Absolut empfehlenswerte DVD.


Kibakichi - Der Dämonenkrieger
Kibakichi - Der Dämonenkrieger
DVD ~ Ryuuji Harada
Wird angeboten von media-store
Preis: EUR 12,95

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bösartige Menschen gegen friedliche 'Monster', 15. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Kibakichi - Der Dämonenkrieger (DVD)
Einst lebten Menschen und 'Yokai' friedlich nebeneinander. Yokai sind sogenannte Monster, die in verschiedenen Erscheinungsformen existieren, sich aber auch als Menschen 'maskieren' können. Die Friedlichkeit wurde zerstört, weil die Menschen auf grausamste Art die Yokai jagen und töten. Zum Ausgangspunkt des Films (der vor etwa 300 Jahren spielt) leben nur noch vereinzelt Yokai, versuchen sich vor den Menschen zu verstecken oder in kleinen Gruppen zu organisieren. Der Titelheld Kibakichi ist ebenfalls ein Yokai, sozusagen ein Werwolf/Samurai, der von Schuldgefühlen getrieben Japan durchwandert und sich zunehmend isoliert. Auf seiner Reise erreicht er schließlich einen kleinen Ort, der von Yokai bewohnt wird, und dessen zentraler Punkt eine kleine Spielhalle ist. Er wird um Hilfe gebeten, da sich unangenehme Kappa-Dämonen um das Dorf herum eingenistet haben und die Kundschaft vertreiben. Die Yokai haben sich zudem mit einigen Menschen verbündet, die sich mit Versprechungen eines zukünftigen friedlichen Lebens die Kräfte und Dienste der 'Monster' sichern. Aber den Menschen zu trauen, hat sich für die Yokai noch nie als glückliche Wahl erwiesen, und auch hier werden sie nur für politische Intrigen benutzt. Kibakichi, der einst ebenfalls den Fehler beging, Menschen zu trauen, will sich heraushalten, muss aber schlußendlich in den Kampf eingreifen.
Samuraifilme sind immer so eine Sache für sich, von manchen geliebt, von anderen gehaßt oder zumindest mit Unverständnis angesehen. Wer Samuraifilme liebt, der wird auch hier nicht enttäuscht werden. Da wird (nicht allzu oft) perfekt choreografierte Action gezeigt, das Blut spritzt wie wild, Köpfe werden abgeschlagen, Körperteile fliegen durch die Luft und es wird spektakulär und ausdrucksvoll gestorben. Die Yokai kämpfen eher wenig, dürfen dafür aber nach Verwandlungssequenzen (in Spinnenwesen, Skelette u. a.) ihre in die Spielhalle gelockten menschlichen Opfer überfallen, anknabbern etc.
Beeindruckend dabei ist, dass der Film sich konsequent auf die Seite der Yokai schlägt, die im Wesentlichen als friedlich, fürsorglich, familiär und sympathisch dargestellt werden. Sogar die Übergriffe auf die menschlichen Opfer sind verständlich, denn abgesehen davon, dass die Yokai ja auch von irgendwas leben müssen, sind die Opfer nicht gerade Chorknaben. Verstärkt wird der Sympathieeffekt noch dadurch, dass die ätherische Adoptivtochter des Dorfchefs der einzig positiv dargestellte Mensch ist. Einst von den Yokai gerettet, aufgezogen und geliebt, träumt auch sie von einer besseren Welt und bildet am Schluss einen wichtigen Hoffnungsträger. Als Gegensatz werden die Menschen als boshaft, zynisch und mörderisch dargestellt. Der Kontaktmann zwischen Yokai und Menschen ist darauf aus, Clanchef zu werden und plant lang voraus, die Yokai nur zu benutzen und später loszuwerden. Er ist dabei ein junger, gutaussehender, aber kalter und glatter Mensch, der quasi bürokratisch böse in enganliegender schwarzer Uniform den Genozid an einem fast unbewaffneten Volk durchführen will. Dabei helfen ihm die neu entwickelten Schusswaffen, inklusive maschinengewehrartigen Waffen und Handgranaten, gegen die Schwerter (und auch Klauen) kaum mehr Chancen haben. Bis auf... ja, bis auf unseren Helden, der - eigentlich schon auf dem Weg woanders hin - reichlich spät zurückkehrt und in den ungleichen Kampf eingreift. Seine Worte "Ihr seid die Monster" bestätigt nur, was der Zuschauer schon erkannt hat.
Nun ja, bei den Verwandlungen hat es für mich aber einfach nicht gereicht. Die Yokai in 'Monster'form wirken ein bisschen sehr einfach und verkleidet, und der Werwolf Kibakichi wirkt wesentlich bedrohlicher, wenn man nur hin und wieder einen Fangzahn aufblitzen sieht (er hat sozusagen ein wölfisches Grinsen ^^), als in seinem (doch eher putzigen) Ganzkörperkostüm. Die schnellen Kampf-, Ausweich- und Artistikbewegungen verlieren dadurch auch viel Überzeugungskraft. Negativ fällt bei der DVD zudem die Ausstattung auf. Außer dem Film gibt es nur noch ein thematisch aufgeteiltes Interview mit dem Regisseur, das auch einige Einblicke in die 'Monster'werkstatt enthält und 4 japanische Trailer zum Film (von denen einer die Fortsetzung vorstellt?). Tja, und das wars. Enttäuschend, aber leider normal für diese Art Film. Im Interview gibt es Andeutungen über eine Fortsetzung, und der Film scheint auch darauf ausgelegt zu sein. Der einsame Wanderer zwischen den Welten, der Kurzauftritt seiner (offenbar) ehemaligen Verlobten, die ihn jetzt rächend verfolgt und noch diverse weitere Andeutungen weisen bereits den Weg.
Insgesamt erfüllt der Film die Erwartungen, und auch die teilweise etwas sehr einfachen Spezialeffekte können den Spaß am Film nicht verderben. Wenn es 3 1/2 Sterne gäbe, würde ich sie vergeben, aber 4 Sterne sind mir denn doch zuviel, was an der teilweise etwas chaotisch strukturierten (und manchmal auch etwas langatmigen) Geschichte, aber vor allem an der dürftigen Ausstattung der DVD liegt. Da wäre definitiv mehr drin gewesen. Am besten sieht man den Film im Original mit deutschen Untertiteln, denn die Synchronisation hört sich nicht so überzeugend an.


Antique Bakery Volume 1
Antique Bakery Volume 1
von Fumi Yoshinaga
  Taschenbuch

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Antique Bakery 1 - Köstlich, nicht nur beim Backwerk, 13. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Antique Bakery Volume 1 (Taschenbuch)
Als ich die ersten Seiten dieses Mangas las, war ich auf das Schlimmste vorbereitet. Sehr einfach wirkende Zeichnungen, kaum Hintergrundskizzen, verwirrende Einführungsgeschichte. Gut, dass ich trotzdem weitergelesen habe, denn schon nach kürzester Zeit hatte ich meine Erwartungen völlig vergessen. Das zeigt mal wieder, wie wichtig eine gute Geschichte ist. Und ja, die Geschichte ist gut. Sicher, es passiert nichts Weltbewegendes, aber die 'Antique Bakery' ist wirklich sehr lesenswert. Und auch schauenswert, denn wenn auch mein erster Eindruck bleibt, dass nur minimal Hintergründe gezeichnet werden (wenn überhaupt) und die Bilder etwas sehr Einfaches haben, so sind doch andererseits die Charaktere sehr liebenswert, erkennbar und ausdrucksvoll gezeichnet.
Die Geschichte dreht sich episodenhaft um den Laden 'Antique Bakery', wobei Charaktere aus verschiedenen Episoden sich immer wieder treffen, vornehmlich in unserem Titelladen. Die Geschichten sind auf 191 Seiten in 6 verschiedene Episoden unterteilt, jeweils 'Recipe' (= Rezept) genannt. Recipe 1: Vor 14 Jahren wird ein Liebesgeständnis brutal zurückgewiesen, vor 13 Jahren bewundert ein Schulmädchen eine Außenseiterin, 8 Jahre später muss ein junger Boxer das Boxen aufgeben, zur aktuellen Zeit stellt sich ein distanzierter Vater als Backwarenfan heraus. Alle diese Personen sind in der Gegenwart entweder Beschäftigte oder Kunden der 'Antique Bakery', eines Backwarenladens und Cafés, das im Laufe des Manga vom Geheimtip zum Erfolgsgeschäft wird. Recipe 2: Die beiden 'alten' Schulkameradinnen treffen sich in der Bakery und bieten Anlass zu Mutmaßungen. Recipe 3: Das Leben und die Gefühlslage des distanzierten Vaters erhellen sich. (Und kann ein Lächeln nicht gruselig sein? ^^). Recipe 4: Der knuddelige Angestellte und ehemalige Boxer Eiji Kanda trifft einen ehemaligen Boxgegner und dessen Freundin wieder, deren Liebesgeschichte gerade an einem kritischen Punkt angelangt ist.
Die beiden folgenden Geschichten beschäftigen sich mit den Anfängen der 'Antique Bakery'. Recipe 5: Der schwule Yusuke Ono und der Hetero Tachibana treffen nach 14 Jahren wieder aufeinander, nachdem Tachibana damals Ono nach dessen Liebesgeständnis demütigte. Tachibana hat den Laden 'Antique Bakery' eröffnet und will den besten Konditor anstellen. Tachibana erkennt Ono sofort wieder. Ono aber hat keine Ahnung und warnt davor, ihn anzustellen, weil jeder Mann (ob schwul oder hetero) sich sofort rasend in ihn verliebe, sobald Ono ihn attraktiv findet. Das hat ihn bisher jeden Job gekostet. Nur einmal in seinem Leben konnte ihm jemand widerstehen... ^^ Es folgt eine außerordentlich lustige Geschichte, die endlich dazu führt, dass der Laden eröffnet werden kann. Recipe 6: Eiji Kanda muss seine Boxkarriere aus gesundheitlichen Gründen aufgeben und bewirbt sich für den Servierjob in der 'Antique Bakery'. Nachdem er die Grundvoraussetzung erfüllt hat (= Ono fühlt sich nicht von ihm angezogen ^^), führen seine ausgesprochen guten Geschmacksnerven dazu, dass Ono ihn stattdessen als Lehrling annimmt. Tachibana, der den Laden nur aufgemacht hat, um Frauen anzubaggern, wird nun gegen seinen Willen zum Servierer und erweist sich als ausgesprochen begabter Verkäufer. Das hätte er selber nicht für möglich gehalten. Als Zusatzgeschichte gibt es noch 3 Seiten über einen Morgen der 3 Kollegen.
Nach diesem Manga werde ich mir definitiv auch die Folgebände zulegen. Ich erwarte weiterhin ein hohes Lesevergnügen. Ach, was hab ich an einigen Stellen gelacht. Beispiele: Wenn Tachibana sich den alten Traum erfüllt, sich nicht mehr zu rasieren, wodurch seiner Aufreißerei Grenzen gesetzt sind, denn jeder nimmt ihn nur noch als "stubbly old guy" wahr. Wenn Ono erklärt, dass zu seinem Leidweisen niemand, den er attraktiv findet, seinem "demonic charm" widerstehen kann (was fast unglaublich ist, aber offenbar - bis auf Tachibana - stimmt, siehe nur die verstohlenen Blicke in einer Bar, die alle auf Ono gerichtet sind). Wenn Ono überaus erleichtert ist, dass er jetzt seinen Job behalten wird, da Tachibana ihn einfach nicht will. Wenn Eiji den Job wegen der eigenartigen Grundvoraussetzungen (s. o.) ablehnen will, er aber vom Geschmack der exzellenten Backwaren Onos in Ekstase versetzt wird. Überhaupt sind diese Backwaren offenbar so lecker, dass man selber kaum widerstehen kann. ^^ Und der Heiratsantrag des distanzierten Vaters an seine Frau vor 22 Jahren. Klasse. Oh, und der Gesichtsausdruck der Eltern Tachibanas, als er von seiner Ladenidee erzählt, gleich gefolgt von der völlig überraschenden Reaktion der Eltern. Köstlich.
'Antique Bakery' wird übrigens eingeschweißt verschickt und ist mit dem Aufdruck 'For Young Adult 16+" ausgezeichnet. Zumindest für Band 1 halte ich das für völlig übertrieben. Sicher, es wird (selten) über Sex oder die sexuelle Ausrichtung gesprochen, aber nur in Recipe 5 gibt es einige nicht mal unbedingt eindeutige Bilder, ansonsten beschränkt sich alles auf Andeutungen (die vielleicht im Weiteren zu mehr führen?). Man kann das Schutzbedürfnis auch übertreiben.
Negativ sind weiterhin die doch sehr vereinfachten (wenn auch nicht simplen) Zeichnungen. Die werden aber mehr als wettgemacht von den positiven Seiten: gute, komplexe und witzige Geschichte, schöne Charakterzeichnungen und natürlich die Backwaren. Und wieder einmal Pluspunkte für die tolle Art, in der DMP ihre Manga herausgeben. Die größere Ausgabe des Manga, das erleichterte Blättern und die nachvollziehbare englische Übersetzung sind spitzenklasse. In diesem Manga werde ich sicher immer wieder gerne mal blättern. Her mit den Nachfolgebänden.


The Grudge - Der Fluch
The Grudge - Der Fluch
DVD ~ Sarah Michelle Gellar
Preis: EUR 9,99

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Japanisch-amerikanischer Grusel, 22. August 2005
Rezension bezieht sich auf: The Grudge - Der Fluch (DVD)
Der Film beginnt mit scheinbar unzusammenhängenden Ereignissen. Da stürzt sich (den Namen erfährt man erst später) Professor Peter Kirk vom Balkon. In einer neuen Szene fällt eine junge Japanerin, die einen Pflegefall betreut, einem geisterhaften Angriff zum Opfer. Eine neue Person kommt ins Spiel, die junge Amerikanerin Karen, die mit ihrem Freund nach Japan gekommen ist. Sie wird zur Betreuung desselben Pflegefalls in das genannte Haus geschickt und macht nun selber grausige Erfahrungen. Wer jedoch nun denkt, es folgt eine Reihe unzusammenhänger Schockelemente, irrt. Stattdessen zeichnet sich der ansonsten recht konventionelle Horrorfilm durch ein intelligentes Zusammenspiel von Sequenzen verschiedener Zeitebenen aus. Karen ist durch das Erlebnis so betroffen, dass sie Nachforschungen anstellt. Der Zuschauer erfährt teilweise dadurch und teilweise anhand von Rückblenden viele Hintergründe, die den Handelnden oft nicht bewusst sind. So kann es schon schaudern, wenn man im Nachhinein erfährt, dass schon vor dem ersten Besucher des Hauses der Kreislauf des Schreckens begonnen hat. Die Ereignisse finden in einem relativ kurzen Zeitraum mehrere Tage lang statt. Nur die auslösenden Faktoren liegen 3 Jahre früher, sind aber eng mit den Geschehnissen verbunden. Mehr soll von der Story nicht verraten werden.
In 'The Grudge' wird eher mit dem Unsichtbaren gespielt, als den Horror knallhart zu zeigen. Knarrende Fußböden, seltsame Geräusche, halluzinatorische Ereignisse und Hinweise, die oft nur der Zuschauer wahrnehmen kann, stehen deutlich im Vordergrund, auch wenn es durchaus klare (und auch sehr effektive) Schockbilder gibt. Alles dreht sich um das Haus, das beim Betreten den gespeicherten Groll einer Familientragödie auf die Hausbesucher überträgt, aber dann auch jederzeit und überall zuschlagen kann. Diese Erfahrung muss z. B. die Schwester des Hausbesitzers machen, die dem Grauen bei Dienstschluss am Arbeitsplatz und dann in ihrer Wohnung begegnet. Man ist nirgends sicher, und die meisten Opfer erfahren nicht einmal, was sie warum getroffen hat. Der Zuschauer dagegen wird ins Vertrauen gezogen und entschlüsselt nach und nach die Gründe.
Das Bonusmaterial ist nicht gerade überwältigend, und wird jeweils mit einer Kamerafahrt durch einen Hausteil gestartet. Es sind vorhanden: 'Blick hinter die Kulissen' (recht langer unkommentierter Blick auf die Dreharbeiten, auch von geschnittenen Szenen. Hier kann man gut sehen, dass Dreharbeiten mit viel Herumstehen verbunden sind), 'Interviews' mit einigen der Darsteller, dem Regisseur Takashi Shinizu und Produzent Sam Raimi (Original mit Untertiteln, thematisch unterteilt, teilweise sehr kurz, dafür aber recht interessant. Leider werden nur einige der amerikanischen Darsteller interviewt, warum nicht die Japaner??), 'Filmographien', ein Filmtipp und diverse Trailer.
Alles in allem ein vor allem durch die gelungenen Rückblenden guter konventioneller Horrorfilm, der mit gruseliger Atmosphäre durchaus Grauen erzeugen kann, aber kaum Überraschendes zu bieten hat. Die Idee, eine japanische Horrorstory mit amerikanischen Schauspielern zu durchsetzen, führt kaum zu Irritationen und wird sozusagen nebenbei akzeptiert. Der Film ist zwar kein Meilenstein des Genres, aber kann durchaus Schauder erzeugen. Unzulänglich erscheint mal wieder der deutsche Titel. 'The Grudge' wäre doch besser übersetzt mit Groll (als dem nichtssagenden Fluch), denn der aufgetürmte Groll durchsetzt den Film und lässt die Akteure zu Nebendarstellern werden. Auch wenn Sarah Michelle Gellar den roten Faden des Films bildet, ist sie doch nicht die Hauptperson, sondern nur ein Betroffener von vielen.
Negativ fällt auf: Der Film hat keine Untertitel, obwohl das vielleicht ganz gut ist, wenn man die Untertitel der Interviews liest. Da wird die Aussage Gellars über die von ihr dargestellte Karen "She takes it very seriously almost to a fault" mit "Sie nimmt das sehr sehr ernst, was ihr beinahe zum Verhängnis wird" übersetzt. Wie bitte??? Da wird der Satz völlig verfälscht, denn 'almost to a fault' will hier einfach sagen, dass sie es "fast ein bisschen zu ernst" nimmt. Auch die Aussage des Regisseurs, die Darsteller seien "eager to take my direction" wird völlig falsch übersetzt mit "... einsatzfreudig, mit mir die gleiche Richtung zu nehmen" statt dass sie seine Anweisungen eifrig befolgten. Wer übersetzt sowas denn immer wieder??? Negativ fällt auch auf, dass die DVD-Möglichkeiten nicht ausgenutzt werden. Ich glaube nicht, dass dies dadurch ausgeglichen wird, dass eine Special-Version mit 2 DVDs erscheint. Da hätte auf die eine DVD doch locker noch viel gepasst. Wie wäre es z. B. mit einem Kommentar gewesen? Oder einem 'Making Off'?
Ansonsten ist der Film angesichts der Tatsache, dass der Regisseur kein Englisch spricht und sich bei den Dreharbeiten mit Dolmetschern behelfen musste, gut gelungen. Auch wenn man nie verstehen wird, warum bei komischen Geräuschen jemand auf die Idee kommt, nur mit einem Feuerzeug bewaffnet, einen dunklen Dachboden anzusehen. Oder warum ein Polizist, der alle notwendigen Informationen hat, sich dennoch durch das Weinen eines Kindes in die Falle locken lässt. Aber so sind sie halt, die Gesetze des Horrorfilms.^^


The Singing Detective
The Singing Detective
DVD ~ Robert Downey Jr.
Preis: EUR 8,99

24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leinwandversion einer Kultserie, 20. August 2005
Rezension bezieht sich auf: The Singing Detective (DVD)
Was erwartet den Zuschauer dieses Films? Krimi? Musical? Krankheitsgeschichte? Psychogramm? Ja, und zwar alles zusammen.
Der Autor Dan Dark leidet an einer schmerzhaften Hautkrankheit, die seinen gesamten Körper in eine abstoßend geschuppte Fläche verwandelt hat, und liegt monatelang fast hilflos in einer Klinik. Mitleid oder Sympathie kann aber kaum jemand für ihn empfinden. Dan Dark flucht, schreit, beleidigt und demütigt andere. Er ist ein Meister des Wortes und benutzt seine sprachlichen Fähigkeiten als Waffe und als Schutzmechanismus.
Der "Singende Detektiv" dagegen ist ein cooler Detektiv der Film Noir-Zeit, der als Nebenjob auf der Bühne Songs schmettert und in ein mysteriöses Komplott von Mord und Landesverrat gezogen wird.
Gemeinsamkeit? "Der singende Detektiv" stellt sich als Hauptcharakter und Titel des ersten Buches von Dan Dark heraus.
Die Paranoia und die Fieberschübe führen zu diversen absurden Episoden, wenn Dan z. B. immer wieder seine Umgebung in Gesang und Tanz ausbrechen sieht oder Personen aus seinem Buch im Krankenhaus auftauchen, um nach dem Sinn ihrer Existenz zu fragen.
Worum geht es nun im Film? Kurz gesagt: um eine Achterbahnfahrt in einem menschlichen Geist. Dan Dark ist auf sein Einzelzimmer beschränkt und zeitweise fast bewegungsunfähig. Sein scharfer Verstand taucht in die Welt seines ersten Buches ein und schreibt diese konstant um, bis die Welten sich in seiner Vorstellung vermischen. Verschärfend kommt noch die Begegnung mit seinem kauzigen Psychotherapeuten hinzu, der Dan dazu zwingt, sich auch mit seinen Kindheitserlebnissen und der Ehe mit Nicola zu beschäftigen. Dabei benutzt er das Buch 'The Singing Detective' zur Spurensuche im Fall des Patienten Dark, dessen innere Probleme sich seiner Meinung nach in der Hautkrankheit äußern. Und wirklich, je tiefer man in die geistige Welt Dans eindringt, desto klarer wird die Bedeutung seines ersten Buches als Mittel der Verarbeitung. Da tauchen die schmierigen Kerle, die er einst als Kind zu einer traumatisierenden Zeit traf, als mieses mysteriöses Gaunerpaar (oder Agentenpaar) als Nebenfiguren im Roman auf. Und der glatte Bösewicht entpuppt sich kurzfristiger Liebhaber von Dans Mutter, ein Liebesakt, den der kleine Dan zufällig beobachtet und der zu seinem erschreckenden Frauenbild beitrug. In paranoider Fiebervorstellung sieht er diesen Bösewicht mit der eigenen Ehefrau Nicola zusammen ein Komplott schmieden.
Der Film beruht auf der gleichnamigen Fernsehserie mit Michael Gambon als Hauptdarsteller (hier klarer Philip Marlow genannt ^^). Wer diese fast 8-stündige Serie kennt und schätzt, wird von der filmischen Umsetzung nicht unbedingt begeistert sein, da doch ein bisschen sehr gekürzt wurde. Die Musicalnummern, Erinnerungsfragmente, Halluzinationen usw., die in der Serie ausgewogen dargestellt werden, geraten im Film in ein starkes Ungleichgewicht. Die (wahrscheinlich publikumswirksamsten) Gesangsnummern sind überdurchschnittlich vorhanden, während die traumatische Vergangenheit, die ja der Auslöser ist, eher nebenbei abgehandelt wird (die quälenden Schulepisoden sind bspw. überhaupt nicht vorhanden). Während Philip Marlow im Mehrbettsaal des Krankenhauses auch in der Interaktion mit seinen Mitpatienten zu sehen war, ist Dan Dark im Einzelzimmer nur selbstbezogen dargestellt. Produzent Mel Gibson, der davon spricht, dass mit dem Film eine hippere Version produziert wurde, hat sicherlich recht, doch dafür verliert sich viel des ursprünglichen Charmes und auch viel innere Schlüssigkeit. So vermisse ich hier die zynischen Duelle zwischen Philip und seiner Frau. Nicola im Film hat Dan Dark kaum etwas entgegenzusetzen.
Robert Downey jr. (sozusagen in der Doppelrolle des Dan Dark) glänzt schauspielerisch und wirkt sehr überzeugend. Robin Penn Wright als Ehefrau Nicola dagegen hat mich sehr enttäuscht. Sie sollte offenbar als Mischung aus Vamp und treuer Seele auftauchen, doch das kommt für mich kaum zum Vorschein. Vielleicht trägt dazu auch bei, dass sie inzwischen so knochig ist, dass da nicht mehr viel Erotisches zu entdecken ist (na gut, ist natürlich Geschmackssache). Mel Gibson als kauziger Psychotherapeut ist mit künstlicher Glatze, gebückter Körperhaltung etc. kaum zu erkennen. Wer den Film im Original sieht, wird sogar mit einer deutlich anderen Stimme Gibsons konfrontiert. Klasse. Blässlich bleibt Katie Holmes als engelhafte Krankenschwester.
Als Extras gibt es untertitelte und thematisch abgegrenzte Interviews, die allerdings selten über das Niveau allgemeinen Kollegenlobs hinausgehen. Die Untertitel sind soweit o.k., aber leider finden sich auch diverse Probleme (wenn z. B. 'miserable' mit 'mies' übersetzt wird, was in diesem Zusammenhang aber 'mitleiderregend' heißt. Und was soll bitte die Übersetzung von "Lose your mind and come to your senses" mit "Verliere deinen Verstand und komme an deine Gefühle" Gefühle?). Weitere Extras: Filmographie, Hinter den Kulissen (einige unkommentierte Aufnahmen von Dreharbeiten, witzig: wie man aus Mel Gibsons Perücke Teufelshörner bastelt), ein besonderer Filmtipp und diverse Trailer.
Negativ: Es gibt mal wieder keinerlei Untertitel für den Film. Schade vor allem, weil dieser sehr dialogbezogen ist. Die DVD-Möglichkeiten sind kaum ausgenutzt.
Positiv: Sehr viel Respekt dafür, dass kaum hollywoodgerecht aufbereitet wurde. Die Handlung wurde zwar in die Gegenwart und in die USA verlegt und die Handelnden sind meist sehr viel jünger als in der Serie. Aber weiterhin ist der Blick auf die Verunstaltung von Gesicht und Körper des Kranken nicht verstellt. Da sieht man die Hautschuppen, die Geschwüre und das Leid Dan Darks. Unverstellt auch die Darstellung der Sexualität, die von Dan als schmutzig, kalt und teilweise lächerlich empfunden wurde. So wird sie hier auch dargestellt. Auch der Zynismus und das zeitweise unerträgliche Verhalten Dans wird nicht gemildert.
Fazit: Ein Film, der sicher vielen nicht gefallen wird, der aber durchaus wert ist, gesehen zu werden. Und wer den Abspann sieht, kann sich über den Hauptdarsteller freuen, der hier das letzte Lied des Films diesmal mit seiner eigenen Stimme singt.


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