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Mara "lahorla"

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Smack the Pony - Die komplette erste Staffel
Smack the Pony - Die komplette erste Staffel

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Superlustige Gags - mit liebloser DVD-Ausstattung, 23. April 2006
Kurze spritzige Gags, wandlungsfähige Schauspieler, Situationen, die man so noch nie gesehen hat - die erste Staffel von 'Smack the Pony' ist wirklich zum Schießen, wenn man diese Art von Humor mag. Und ja, ich mag!

Schön zu sehen, dass Einparken etwas Orgiastisches haben kann. Dass man einen ganzen Laden ausschließlich mit Toilettenreinigern bestücken kann. Dass wirklich jeder Video-Kontaktanzeigen aufgeben kann. Dass auch Bräute zum Einkaufen gehen.

Tja, nicht sonderlich beeindruckt bin ich aber von dieser absolut lieblosen DVD-Ausstattung. Es werden die Folgen 1 bis 7 gezeigt, auf Englisch bzw. in deutscher Synchronisation. Fertig! Wie bitte, das wars schon??? Es gibt keine Untertitel (weder auf Englisch noch auf Deutsch), keine Darstellerinfos, kein Making Off, keinen Audiokommentar, gar nichts. Fast hätte ich mehr als einen Stern abgezogen.

Ich empfinde es dabei schon als Pluspunkt, dass man das englische Original hören und dabei feststellen kann, dass die deutsche Synchronisation wirklich sehr gut gelungen ist. Sogar einige Gesangseinlagen sind sehr gut synchronisiert worden. Das hilft aber dem Englisch-Unkundigen nicht viel, wenn z. B. für die obligatorischen Lieder am Ende jeder Folge keinerlei Übersetzung da ist. Wie soll man dann verstehen, dass die völlig normalen Damen des Liedes der 1. Folge sich hin und wieder in Pferde verwandeln etc.?

Das einzig Positive an der DVD-Ausstattung ist die Möglichkeit, jeden, aber auch wirklich jeden noch so kleinen Gag, separat anzuspielen (d. h. während eine Episode läuft, kann man den Gag danach anspielen bzw. den aktuellen Gag noch mal ansehen).

Gut, zugegeben, viele der Scherze haben gar keine Worte oder erklären sich von selbst, aber andere sind eben doch wortabhängig. Und manchmal hätte ich schon ganz gerne Näheres erfahren.

Ach, was solls. Ich musste trotzdem jedesmal über den sich wiederholenden Gag lachen, der Frauen bei Ansicht eines nackten Mannes, eines Stieres u. a. in Ohnmacht fallen lässt - ohne dass es jemandem auffällt. Und darüber, was depressive Busfahrerinnen so bereden. Und und und...

Wer also Sketche dieser Art mag, sowieso schon Fan dieser Serie ist und auf eine ordentliche DVD-Ausstattung keinen Wert legt (na gut, ich bin enttäuscht!!!), der macht mit dieser DVD nichts falsch

Stolz und Vorurteil
Stolz und Vorurteil
DVD ~ Keira Knightley
Preis: EUR 5,99

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stolz und Vorurteil, 23. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Stolz und Vorurteil (DVD)
Stimmt, ein Schwein würde bei Jane Austen nicht durch das Haus der Bennetts laufen. Und ein Gentleman ginge naürlich nie in das Schlafzimmer der kranken Jane. Und auch ein romantisches Treffen von Darcy und Lizzie im Morgengrauen, nicht gerade korrekt gekleidet - unvorstellbar!! Trotzdem empfinde ich den Film als sehr gelungen.

Über den Inhalt muss wohl nichts mehr gesagt werden, dafür einiges zur Umsetzung. Sehr überzeugend werden die unterschiedlichen Lebenswelten gezeigt. Da vibriert die Tanzveranstaltung am Anfang vor Leben, während der Ball, den Bingley gibt, edel, aber auch deutlich zurückgenommen wirkt. Da zeigt sich das Haus der Bennets (sehen wir mal über die Bauernhofatmosphäre hinweg) als chaotisch, lebendig, während Darcys Tante in einem eindrucksvollen, aber leblosen Herrenhaus residiert, in dem selbst die Menschen zu Gemälden erstarren. Das Gegenbild zur romantischen Liebesgeschichte findet man in Charlotte, die in einem kurzen, aber überzeugenden Auftritt die Abhängigkeiten einer mittellosen Frau aus gutem Haus klarmacht. Lustig ist dagegen die Szene, in der Mutter und Töchter Bennet in ihrem Wohnzimmer sozusagen 'abhängen', um in Rekordzeit nach Ankündigung von Besuch alles "ganz natürlich" wie ein Bild wirken zu lassen. Es gefällt schon sehr, wenn die intelligenten Wortspiele nicht mehr funktionieren, weil man vor Verliebtheit oder peinlicher Situation plötzlich kaum ein vernünftiges Wort herausbekommt. Überzeugend auch die Interaktion der Familie Bennet, in der Donald Sutherland den Hausherrn inmitten seiner lebendigen Familie spielt, der gelassen, aber manchmal auch übermäßig Entscheidungen vermeidend, agiert. Herausragend ist Judi Dench, die in ihren kurzen Szenen arrogant und herrisch die Szene beherrscht und sich freundlicherweise auch in wenig schmeichelhaftes Licht setzen lässt.

Obwohl die Übersetzung gelungen ist und auch die Synchronstimmen überzeugen, ist dennoch deutlich das Original zu bevorzugen. Kleinere Kinker in der Übersetzung sind nicht zu vermeiden, aber manche Dinge sind nicht so recht nachzuvollziehen. Da lädt Darcy mitnichten zum Fischen am 'Teich' ein, nein, es ist ein See (korrekt in den Untertiteln). Und keineswegs befürchtet Darcy bei einer Ehe mit Lizzie den 'gesellschaftlichen Abstieg', sondern beklagt ihren Rang, der niedriger ist als seiner. Und es macht auch einen deutlichen Unterschied, ob nicht gewusst wurde, wieso Jane in London war oder dass sie überhaupt in London war. Manchmal werden ganze Sätze im Deutschen weggelassen. Schade auch, dass die singende Dienstmagd der Bennets, die im Original im Einklang mit der Filmmusik singt, im der Synchronisation plötzlich nur noch falsche Töne von sich gibt. Die Filmmusik ist im Übrigen sehr in den Film integriert.

Es gibt diverse Extras. Da ist einmal der Audiokommentar des Regisseurs, den er so energisch angeht, dass anfangs zweimal Flüche überpiept werden. Gegen Schluss lässt der Enthusiasmus allerdings dermaßen nach, dass man sogar ein heftiges Gähnen hören kann. Dazwischen erfährt man einige nette Dinge, z. B. dass er die Geschichte vorverlegt hat, weil er Empirekleider nicht mag (nur Bingleys Schwester trägt als Ausdruck höchsten Modebewusstseins die neue Mode), dass es sich im Grunde um einen Teeniefilm handelt oder dass Improvisation bei den Schauspielern sehr gefördert wurde. Nett auch zu erfahren, dass die Darsteller von Darcy und Bingley gar nicht reiten können oder dass ein Schinken während eines Heiratsantrags eher stört. Geradezu magisch muss es gewesen sein, als ein Gänseschwarm fast filmerfahren und völlig unerwartet im rechten Moment erschien. Ja, ein sehr netter Kommentar, der auch gerne angibt wo gedreht wurde, sehr hilfreich für den Fall, dass man sich diese tollen Landschaften selber einmal ansehen möchte.

Weitere Extras, fast immer in Interviews und Filmausschnitten: 1. Wie man sich damals verabredete 2. Die im Film verwendeten Häuser (sogar mit Homepage- und Adressangaben) 3. Die Bennets 4. Jane Austen 5. Familienstammbaum (etwas unübersichtlich) 6. Bilder 7. Set-Tagebücher 8. Alternatives US-Ende (so kitschig, dass man sehr gut verzichten kann)

Negativpunkt: Die Audioeinstellungen können nicht automatisch geändert werden, d. h. wenn man Englisch und Deutsch vergleichen oder hören will, was der Regisseur zu einer bestimmten Stelle zu sagen hat, muss man den Film beenden, die Einstellung ändern und neu starten. Das ist umso unverständlicher, als die Untertitelung problemlos zu ändern ist.

Fazit: Die Fans anderer Verfilmungen und evtl. auch des Buches sollten die DVD entweder unvoreingenommen oder gar nicht ansehen. Wer sich auf die Verfilmung aber einlässt, wird sicher seine Freude daran haben. Und sicher wird hier auch der eine oder andere neue Jane Austen-Leser gewonnen.

Das Ende - Assault on Precinct 13
Das Ende - Assault on Precinct 13
DVD ~ Ethan Hawke
Preis: EUR 9,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht so ganz ein Remake, 23. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Das Ende - Assault on Precinct 13 (DVD)
Wer einen Klassiker neu verfilmt, bewegt sich auf dünnem Eis und muss sich am Original messen lassen. Dieser Film weicht dieser Schwierigkeit aus, indem er Titel und Motive übernimmt, jedoch in fast allen anderen Punkten einen anderen Weg beschreitet. Wer das Original nicht kennt, kann sich so durchaus an einem schnellen Action-Film freuen, während die Fans des Originals dieses am besten aus ihrem Gedächtnis ausblenden. Dennoch kann ich meine Kritik nicht schreiben, ohne auch auf das Original einzugehen.

Die ausgemusterte Polizeidienststelle des Bezirks 13, vor dem Umzug nur noch für diese Nacht geöffnet, wird zum Schauplatz des blutigen Geschehens. Während aber im Original die Gewalt fast nur um der Gewalt willen ausbricht, wird hier weit mehr an Hintergrundgeschichte geboten. Wirken die Belagerten im Original teilweise schon so cool, dass sie fast uninteressiert scheinen, so ergeben sich hier emotionale Probleme und diverse Verdächtigungen. Nagt an Ausstattung, Kleidung etc. des Originals doch schon der Zahn der Zeit, so ist das Remake modern und durchgestylt. Bekommt man im Original die Bösewichter nur ansatzweise zu Gesicht, so formt sich im Remake ein deutliches Bild an Motivlage, Ausstattung usw. der Belagerer. Und doch, und doch - das Original besitzt vielleicht gerade deswegen Schwung und Energie, die das Remake bei aller Wucht, explosiven Gewalt und Top-Besetzung nicht erreicht. Während man also das Original mit Sicherheit und mit Recht zu einem Klassiker des Genres zählt, wird das Remake doch nur ein Action-Film unter vielen sein.

Als Action-Film allerdings ist das Remake nicht schlecht gelungen. Der ausgebrannte Cop, der sich im Revierdienst versteckt - der brutale Gangster, der in jeder Lebenslage cool bleibt - die sexy Sekretärin, die mit ihrem Outfit und ihrem Überlebenswillen viele Szenen stiehlt - der Bösewicht, der seine brutale Effizienz mit Freundschaft begründet und und und. Es finden sich einige Klischeefiguren in diesem Film, die bestens besetzt sind. Und auch wenn viele Überraschungsmomente für den Zuschauer nicht ganz so überraschend kommen, so ist das Tempo doch schnell genug, um dies nicht zum Bremsfaktor werden zu lassen. Die unverständliche Gewalt des Originals wird hier zum durchdachten Exekutionsakt der blutigsten Art bei den Belagerern, und auch die Belagerten sparen nicht mit Brutalität, um ihr Leben zu retten. Die Atmosphäre des Misstrauens im Gebäude ist teilweise sehr klar geschildert, während die kurzen Momente des Luftholens manchmal auch zum Schmunzeln einladen (wenn z. B. unser Held dem drogensüchtigen Verbrecher erzählt, was er selber so als Suchtmittel nimmt).

Nun ja, zu ein paar Logikfehlern wurde ja schon geschrieben. So etwas konnte das Original viel besser vermeiden, da ja nur wenig Informationen gegeben wurden. Hier dagegegen stellt man sich dann doch ganz andere Fragen. Warum können die Belagerer ihre hochmoderne Technik nicht besser einsetzen? Wieso lässt man sich dermaßen viel Zeit für die nächsten Angriffe, so dass sich die Belagerten hin und wieder zu tiefgründigen Gesprächen zusammenfinden können? Was ist nun eigentlich aus dem tollen Hubschrauber geworden? Wieso findet der Showdown im Wald statt, obwohl es in der Gegend doch nur Fabrikgebäude geben soll?

Der Film (Englisch oder Deutsch) kann nur auf Deutsch untertitelt werden. Sonstige Extras (Englisch, auf Deutsch untertitelt): Was Waffenausstatter, Produktionsdesigner und Stunt-Koordinator so zu tun hatten, Informationen über das Team (Regisseur, Autor etc.), einige herausgeschnittene Szenen, Hinter den Kulissen (so eine Art Making Off), Besetzung (seeeehr enttäuschend: Es handelt sich lediglich um eine schriftliche Filmographie der Hauptpersonen), ein besonderer Filmtip und eine Trailershow. Nicht außergewöhnlich, aber ganz o.k. und es geht auch zum Teil über reines Kollegenlob hinaus. Eigentlich ganz süß, wenn sich der französische Regisseur bei jedem Lob so freut, dass er zu spontanen Umarmungen greift.

Wer also einen Action-Film mit teilweise recht blutigen Gewalteinlagen sehen möchte, ist mit diesem Film bestens bedient. Einen Klassiker darf man hier aber nicht erwarten.

Verflucht (Cursed)
Verflucht (Cursed)
DVD ~ Christina Ricci
Wird angeboten von Eliware
Preis: EUR 11,15

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unausgegorener Genremix, 12. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Verflucht (Cursed) (DVD)
Christina Ricci in einem Horrorfilm von Wes Craven? Werwolfangriffe in Hollywood? Da sind die Erwartungen hoch. Christina Ricci spielt Ellie, die beim Fernsehen arbeitet und für ihren jüngeren Bruder, den Schüler Jimmy, sorgt, nachdem die Eltern gestorben sind. Als wäre das nicht schlimm genug, werden die Geschwister von einem Werwolf verletzt und müssen nun nach und nach feststellen, dass sie sich verändern. Weil aber das Leben dabei nunmal weitergeht, müssen die beiden Arbeit und Schule auch noch irgendwie bewältigen, wobei Ellie sich mit ihrer nervigen Kollegin und ihrem sprunghaften Freund herumschlagen muss, während sich Jimmy gegen die Attacken des Schülers Bo wehren muss, in dessen Freundin er sich verliebt hat.

Leider hält der Film nicht, was er verspricht. War hier Horror, Satire oder Komödie geplant? In der ersten Hälfte des Films kommen durchaus Momente der Spannung auf; die zweite Hälfte jedoch lässt in der Qualität deutlich nach, ich sage nur Werwolf in Lila. Werwolffilme bieten ja immer ein gewisses Problem, fällt es doch schwer, das Monsterhafte wirklich zu akzeptieren. Zu leicht wirkt der Werwolf etwas lächerlich, auch wenn man ihn persönlich des Nachts in der Tiefgarage nicht treffen möchte. Aber auch in diesem Film gelingt es nicht so ganz, das Monster fürchterlich wirken zu lassen.

Es ist aber nicht nur das Monster, das den Film nun gerade nicht sensationell wirken lässt. Was ist z. B. mit der Charakterentwicklung und Geschichte? Wenn Ellie plötzlich angeblich so ungemein attraktiv auf Männer wirkt, wird das eigentlich nur durch die Musik und eine andere Kameraeinstellung deutlich. Oder soll man etwa wirklich glauben, dass der so ganz neue Stil (eine rosa Blümchenbluse, dabei sieht Ricci eh im Film durchgehend wie Morticia Adams aus) oder ein starrer Blick soviel Änderung bringt? Da ist der Bruder schon interessanter, wenn er davon spricht, dass er als Werwolf plötzlich eine animalische Anziehungskraft hat.^^ Ja, da kann man schon kichern. Aber auch bei ihm ist die Veränderung nur in der Szene in der Sporthalle glaubhaft gemacht. Oder was ist mit der Entwicklung Bos? Geht die Änderung vom Rowdy zum Kumpel nicht doch ein bisschen zu schnell? Sogar die Hintergrundgeschichte der verstorbenen Eltern wird nicht ausgebaut. Auch die Geschichte selber ist uneinheitlich und manchmal nicht nachvollziehbar. Wie kann Ellie - gerade infiziert - über mehrere Räume eine paar Tropfen Blut riechen, während in der Tiefgarage ein ausgewachsener Werwolf die zwei Autos weiter versteckte Jenny nicht sofort findet? Wie kann ein Werwolf manche Leute in Sekunden töten, aber dann plötzlich unverständliche Schwierigkeiten haben, sich gegen unsere Hauptpersonen zur verteidigen. In den Szenen im neueröffneten Wachsfigurenrestaurant Tinsel wird die Umsetzung manchmal sogar ungewollt lächerlich. Und muss man wirklich noch zeigen, wie jemand an der Decke entlangläuft, und dann noch so unglaubwürdig? Dazu kommt vor allem in den Actionszenen einfach zu viel Musik zum Einsatz, die übertönt und nicht unterstützt. Blutige Szenen sind übrigens recht selten im Film zu sehen, aber dann wird es schon richtig blutig.

Die Synchronisation ist weitestgehend gelungen, die deutsche Untertitelung manchmal etwas sehr minimalistisch. Der Film ist in Englisch und Deutsch untertitelt, während die Specials nur deutsche Untertitelung haben. Dabei ist im Audiokommentar des Make-Up Spezialisten und des Werwolfdarstellers (leider nur für einige Szenen durchgeführt mit ein paar netten Infos) der Ausdruck 'take out' zweimal unfreiwillig witzig und fehlerhaft übersetzt worden. 1. Bo wird angegriffen. Kommentar: "The Werewolf takes out Bo" wird untertitelt mit "Da ist der Wolf. Er tötet Bo." Falsch. Es heißt hier lediglich, dass Bo vom Werwolf bewusstlos geschlagen wird. 2. Chaos im Tinsel. Scott Baio greift nach Ellie. Kommentar: "Scott Baio takes Ellie out." wird untertitelt mit "Scott Baio tötet Ellie." Da musste ich wirklich kichern. Was sich anhört wie eine Schlagzeile der Regenbogenpresse, heißt lediglich, dass Scott Baio Ellie nach draußen in Sicherheit bringt. Schade, dass der Film selber weder so richtig lustig noch so richtig böse ist.

Weitere Specials: Ein Making Off (ganz interessant, aber ein bisschen zuviel Eigenlob für den Film), Spezialeffekte, Über das Schneiden des Films (um ihn schneller und besser zu machen. Hm.), Verwandlung eines Werwolfs ('Dokumentation' von Jesse Eisenberg, die die Umwandlung eines Schauspielers in einen Werwolf veralbert. Ganz witzig das Plakat 'Will work for bite' ^^ und der Bananenkuchen.) Insgesamt ganz nett, aber nicht spektakulär. Ich hätte mir auch in den Specials eine englische Untertitelung gewünscht, vor allem aber einen Audiokommentar über den gesamten Film.

Fazit: Zum einmal sehen ganz nett, aber auf keinen Fall ein Film, den ich öfter sehen will. Ich würde ja 2 1/2 Sterne geben, aber 3 ist der Film mir nicht wert.



La Esperanca: Volume 1: v. 1
La Esperanca: Volume 1: v. 1
von Chigusa Kawai
  Taschenbuch

17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen La Esperanca, Band 1, 12. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: La Esperanca: Volume 1: v. 1 (Taschenbuch)
Der erste Teil 'La Esperanca' führt in die Geschichte ein. Von allen bewundert wird der zurückhaltende, sehr religiöse Schüler George, der zu allen gleich freundlich ist. An seiner von Nonnen geleiteten Schule versucht er, es allen recht zu machen, niemanden zu verletzen und seine Vergangenheit zu verdrängen, in der sein Vater am finanziellen Unglück vieler Menschen schuld war. Doch dann kommt Robert, der Sohn des Schuldirektors, in seine Klasse. Auch ihn verfolgt die Vergangenheit, in der er offenbar selber schuldig geworden ist und aufgrund derer er in eine niedrigere Klasse eingestuft wurde. George versucht, zu Robert dieselbe Freundlichkeit aufzubauen, die er jedem gegenüber zeigt, doch dieser macht es sich zur Aufgabe, die nette Fassade niederzureißen, die George aufgebaut hat. Plötzlich findet dieser seine Motive und Ideale hinterfragt. Sind seine religiösen Handlungen in Wirklichkeit Heuchelei? Hat seine Opferbereitschaft egoistische Züge? Kann er Freunde haben, wenn er zu jedem Menschen gleich freundlich ist? Liegt nicht ein Widerspruch in seinen Motiven und seinen Handlungen? Die beiden Schüler beginnen, sich gegenseitig zu beeinflussen, aber ob zu einem guten oder bösen Ende bleibt auch ihnen selber unklar.

Im zweiten Teil 'Cathedral' kommt der adlige Schüler Frederic in die Klasse der beiden. George wird ihm als offizieller Freund zugeteilt, doch da Frederic bisher nie mit Gleichaltrigen zusammen war, begegnet er allen Versuchen der Kontaktaufnahme mit Sarkasmus und Arroganz. Erst eine dramatische Aktion Frederics und Georges Reaktion darauf bringt eine Änderung, und auch Robert trägt auf seine eigene Art dazu bei, Frederic endlich besser zu integrieren.

Im dritten Teil 'ROTA - Ring of Fate' erhält man erste Informationen über die Vergangenheit Roberts, als ein ehemaliger Klassenkamerad ihn mit seiner Schuld konfrontiert. Gleichzeitig versucht Henri, der George sehr verehrt, diesen vor Roberts Einfluss zu schützen. Doch die beiden sind bereits zu stark verbunden und müssen selber erkennen, dass sie sich gegenseitig auf unvorhergesehene Art und Weise beeinflussen.

In einem ausführlichen Preview (11 Seiten) werden noch einmal die wichtigsten Momente des aktuellen Bandes gezeigt und voraussichtlich wichtige Momente des Folgebandes vorgestellt, wobei nicht zuviel verraten wird. Als letztes gibt es noch 'Promenade', 2 Seiten mit einigen Anmerkungen zum Manga und den Hauptcharakteren. Nett übrigens, dass die Nachnamen Edelsteinnamen sind (Saphir, Jade, Quartz, Argent).

Insgesamt ein interessanter Manga mit düsterer Geschichte und diversen lockeren Momenten. Zum lustigen Charakter entwickelt sich vor allem Sir Frederic, umgetauft in (Sir) Freddy, dessen vereinnahmendes und arrogantes Wesen irgendwie bei den Schülern verpufft und zum Komischen gewandelt wird, was auch die Zeichnungen unterstützen. Die Zeichnungen sind insgesamt sehr gelungen und ausdrucksstark, die Geschichte ist nachvollziehbar und interessant. Der Manga ist freigegeben 'for teens 13 +', was auch deutlich angebrachter ist als die Bezeichnung 'Yaoi Manga' auf dem Umschlag. Mit Yaoi hat die Geschichte, zumindest im 1. Band, nun überhaupt nichts zu tun; allenfalls werden Möglichkeiten angedeutet. Für sich genommen gefällt mir die Geschichte aber ausnehmend gut und ich bin gespannt, wie es weitergeht.



Der verbotene Schlüssel
Der verbotene Schlüssel
DVD ~ Kate Hudson
Preis: EUR 8,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hintergründiger Grusel, 12. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Der verbotene Schlüssel (DVD)
Beim zweiten Ansehen dieses Films nimmt man plötzlich eine ganz andere Perspektive ein. So verändert sich schon die Bedeutung eines flüchtigen Blicks oder einer dahingeworfenen Äußerung immens, wenn man alles noch einmal von vorne sieht. Sicher ist dies kein Film für Fans des bluttriefenden Horrors, aber wer subtiles Grauen schätzt, mag bei diesem Film wahren Horror empfinden. Die junge idealistische Pflegerin Caroline, gespielt von einer überzeugenden Kate Hudson, nimmt eine großzügig honorierte Stelle in einem abgelegenen Haus nahe New Orleans an, in dem der alte Ben nach einem beidseitigen Schlaganfall zum Pflegefall geworden ist. Während der nette Rechtsanwalt des Paars sie unterstützt, verhält sich die Ehefrau Bens ihr feindselig gegenüber, alle Spiegel des Hauses sind verschwunden und auf dem Dachboden findet sich eine verschlossene Tür. Und ihr Schützling verstärkt ihr ungutes Gefühl, denn obwohl er sich selber kaum bewegen und sich nicht verständlich machen kann, hat sie den Eindruck, dass er ihr irgendetwas mitteilen will.

Mag der Film für andere auch wenig Schauder auslösen, mir hat er wirklich das Schauen von Filmen dieser Art kurz vor dem Schlafengehen erst einmal vermiest. Die Atmosphäre, die Musik und die Geschichte stimmen einfach. Dabei haben die Schauspieler auch großen Anteil an der Wirkung. Kate Hudson kann hier ihr Talent ausgiebig beweisen und liefert sich ein dramatisches Katz-und-Maus-Spiel mit der grandiosen Gena Rowlands, die von subtil bis handgreiflich einfach überzeugt. Der Hingucker des Films ist für mich aber John Hurt, der fast ausschließlich seine Mimik spielen lässt und durch diese von abgrundtiefer Verzweiflung bis zu leichter Hoffnung alles begreifbar macht. Das Quartett vervollständigt Peter Sarsgaard als Rechtsanwalt, der seine Rolle gut ausfüllt und einfach passt. Auch die Nebendarsteller sind gut ausgesucht, nicht zu vergessen die 'Darsteller' New Orleans, Landschaft des Südens und das Haus. Unverständlich ist für mich der deutsche Titel, denn 'verboten' trifft es nun überhaupt nicht. Der Originaltitel Skeleton Key (Nachschlüssel oder auch Generalschlüssel) hat schon mit dem Wort 'skeleton' eine ganz andere Bedeutung. Da hätte man den Titel besser gar nicht übersetzt.

Wirklich beeindruckt bin ich von der Ausstattung der DVD. Hier ist wirklich mal alles in Deutsch und Englisch untertitelt, bis hin zu den Trailern. Auch die Qualität der Übersetzung ist sehr gut (Schnitzer wie die Übersetzung von 'curious' mit 'komisch' statt 'eigenartig' sind selten). An Extras gibt es einen informativen Kommentar des Regisseurs, geschnittene Szenen, ein kurzes Making Off, Erklärung von Voodoo und Hoodoo, ein Gumborezept, Blues in the bayou (Musik des Films), Kate Hudsons Geistergeschichte (erlebt als Kind mit ihrer Familie in einem englischen Geisterhaus), Plantation life (Schilderung vom Sklavenleben auf den Plantagen), das Casting des Films, John Hurts Geschichte (Auszug aus der Schilderung des Sklaven Jackson), die Geschichte des (echten) Hauses Felicity aus dem Film, ein Liebeszauberspruch (gelesen von Gena Rowlands) und zwei Trailer (Red Eye, King Kong), wie gesagt ALLES untertitelt.

Insgesamt ein (jedenfalls für mich) beängstigender Film. Besonders schlimm war für mich die Vorstellung, was bei dem Lynchmord am Sklavenpaar vor Jahrzehnten wirklich geschah. Ein Film, der noch lange nachwirken kann und einen tollen Einblick in die Legendenwelt der Gegend bietet und evtl. nebenbei auch mit ein paar Vorurteilen aufräumt.



Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse
Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse
DVD ~ Jim Carrey
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 9,00

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Subversives Abenteuer, 12. Februar 2006
Tragisch und unglückselig ist die Geschichte der drei Baudelaire-Kinder - und höchst subversiv, wobei die ersten drei der bekannten Kinderbücher in dem Film verarbeitet werden. Nachdem die Eltern bei einem Brand ihrer Villa umgekommen sind, werden die Kinder zu einem neuen Vormund gebracht. Doch sie müssen schnell lernen, dass sie Erwachsenen nicht trauen können. Aber die Kinder sind mit speziellen Talenten ausgerüstet und müssen diese auch einsetzen, vor allem um sich vor ihrem ersten Vormund Graf Olaf zu retten, der auf das Vermögen der Kinder aus ist. Weltweite Verschwörungen, mysteriöse Schauplätze (am Schönsten das Haus über dem Abgrund) und unglaubliche Abenteuer prägen ihren Weg.

Ganz wunderbar gelungen ist die Darstellung des Bösewichts durch Jim Carrey, der sein Improvisations- und Verkleidungstalent hier voll zum Ausdruck bringen kann. Der zweite Vormund wird von Billy Connolly außerordentlich liebenswert und warmherzig dargestellt. Meryl Streep darf hier endlich einmal wieder so richtig lustig sein und glänzt in der Darstellung der von Angststörungen und grammatischer Rechthaberei erfüllten Tante. Aber die Darsteller der Baudelaire-Kinder dienen nicht zur Überleitung zwischen brillant spielenden Stars, sondern tragen den Film ausdrucksstark. Und auch Dustin Hoffman in einem Cameo-Auftritt als Theaterkritiker macht Spaß. Die Musik ist übrigens eindringlich und übertönt nicht den Film.

Extras:
- Kommentar des Regisseurs. Hier wird erklärt, warum viele Episoden umgestaltet wurden, warum der Anfang quietschbunt mit dem schnuffigen Elf gestaltet wurde, um dann unvermittelt ins Düstere zu wechseln, wie Jim Carrey ausgewählt wurde (nämlich von seinem Sohn, Fan der Bücher, der ihn geradezu dazu erpresste), wie der Buchautor auf Änderungen reagierte, wie Computereinflüsse eingesetzt wurden, wie die australische Darstellerin der Violet auf den Vorschlag für Sprechunterricht reagierte und und und.
- Kommentar von Regisseur und Lemony Snicket (offenbar 'dargestellt' vom echten Buchautor) über den Film. Es ist teilweise etwas langatmig, weil sich Lemony Snicket immer sehr über die Verfilmung aufregt, gewinnt aber an Fahrt, wenn der Regisseur schon fast hämisch wird, um sich dann völlig unglaubwürdig zu entschuldigen. Absoluter Höhepunkt dieses Kommentars: Snicket hält den Angriff der blutrünstigen Blutegel nicht mehr aus und greift verzweifelt zu Akkordeon und Gesang. Das ist kurz, aber toll!!!!! Unbedingt anhören.
- Schreckliche Anfänge (Casting für Olaf, Casting für die Kinder, 4 Möglichkeiten, sich Jim Carrey bei 4 verschiedenen Licht- und Kostümproben anzusehen - ohne Untertitel).
- Verwaiste untertitelte Szenen mit 11 unveröffentlichten Szenen und 4 Szenen, die herausgenommen wurden (im Deutschen als 'verpatzte Szenen' beschrieben; da ist das englische 'obnoxious outtakes' wesentlich besser gewählt). Hier findet sich auch eine Aufnahme eines der Babys, die laut Audiokommentar des Regisseurs völlig unerwartet ständig einschliefen und wirklich: Das eben noch sehr aufmerksame Kind kippt ganz plötzlich weg. ^^
- Easter Egg, in dem Jim Carrey eine (nun ja) Geistergeschichte erzählt.

Alles in allem ein wunderbar subversiver Film, freigegeben ab 6 Jahren. Und wie soll es anders sein, da fragt man sich als Erwachsener doch, ob ein 6-jähriges Kind diesen Film sehen darf. Vielleicht muss man es hier mit Lemony Snicket halten, der in seinen Büchern den Kindern dazu rät, es den Erwachsenen einfach nicht zu sagen. Vielleicht sollte aber auch ein Erwachsener dabei sein und im Einzelfall entscheiden. Ich bin in dieser Frage unentschieden, finde Film und DVD-Ausstattung aber auf jeden Fall sehr bemerkenswert.



Liebe lieber indisch
Liebe lieber indisch
DVD ~ Aishwarya Rai
Preis: EUR 7,97

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jane Austen in Bollywood, 15. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Liebe lieber indisch (DVD)
'Bride and Prejudice', wie der Film im Original heißt, ist eine Umsetzung des Jane Austen-Klassikers 'Pride and Prejudice' ('Stolz und Vorurteil') in Bollywood-Manier. Und ja, es klappt! Bonbonbunt zeigt sich die Geschichte der ärmeren Familie mit den 4 Töchtern, die gut verheiratet werden sollen. Teilweise sind die Namen geblieben (Darcy, Wickham), ansonsten wurde die Geschichte nach Indien übertragen. Der etwas arrogante US-Amerikaner Darcy (von Anfang an sympathischer als im Buch) nimmt in Indien an einer Hochzeit teil und trifft Lalita, die vehement die indische Kultur gegen den scheinbaren Schnösel verteidigt. Die Nebengeschichten, wie z. B. die Liebesgeschichte von Lalitas Schwester und Darcys Freund, die Darcy fast zum Scheitern bringt, von Mr. Kholi (im Buch Mr. Collins) oder der dummen Flucht der jüngsten Schwester mit Wickham, sind ebenfalls gut ausgearbeitet. Sehr lustiges Nebenprodukt dabei der Kobratanz der profilierungssüchtigen Tochter (die im Buch das Klavier quält).

Die DVD bietet einige Specials. Da ist einmal der Audiokommentar von Regisseurin und Drehbuchautor (übrigens ein Ehepaar), der einige interessante Dinge zum Vorschein bringt, z. B. dass viele Aufnahmen nicht in Indien oder den USA entstanden, sondern in Großbritannien (inkl. der Mariachi-Band ^^), dass es manchmal schwer war, mit Aishwarya Rai Außenaufnahmen zu drehen, da sie als Superstar in Indien Massenaufläufe verursachte, dass am Strand nachts eine Insektenplage herrschte oder dass in Indien eine wesentlich längere Version herauskam, natürlich mit viel mehr Musik. Etwas eigenartig ist die Aussage, dass man nicht zeigen konnte, dass die jüngste Tochter wochenlang mit einem Mann unterwegs ist (deshalb wurde die Sache auf ein paar Stunden beschränkt und - anders als im Buch - Wickham dabei entlarvt und das Mädchen glücklich wieder in die Arme der Familie gebracht). Gerade das hätte doch in Austens prüdem England genau dieselbe soziale Schande zur Folge gehabt. Der Kommentar ist aber insgesamt gut gelungen und interessant.

Weitere Specials: Ein ausführliches Making Off, einige längere Featurettes (Premiere in London, Choreographie, Make Up, Produktionsdesign, ein entfallenes Lied - das meiner Ansicht nach ruhig im Film hätte bleiben können, der von der Crew spontan nachgestellte Hochzeitstanz vom Anfang - sehr lustig, Ashantis Tanz), Interviews mit Aishwarya Rai und Martin Henderson, entfernte Szenen, verpatzte Szenen und ein Kinotrailer des Films. Außerdem gibt es noch eine Trailershow mit 6 Filmen.

Negative Punkte: Völlig fehlende Untertitel im Film. Die Songtexte wurden ebenfalls (bis auf das indische Lied vom Anfang - und das auf Englisch) nicht untertitelt. Wer Englisch nicht beherrscht, verpasst da einige Handlungsfäden, da die Texte manchmal die Geschichte weiterführen oder intensivieren. Auch nicht untertitelt sind Audiokommentar und Specials. Da sind Hörgeschädigte oder Zuschauer, die kein Englisch können, wieder einmal ausgeschlossen. Schade, da die DVD-Ausstattung ansonsten wirklich in Ordnung ist.

Der Film selber ist bunt, schnell und voller Musik. Ein Bollywoodfilm eben. Die Vorlage wurde soweit wie möglich übernommen, aber es wurden doch einige dramatische Elemente gekürzt, soziale Kritik entschärft und unsympathische Charaktere teilweise deutlich liebenswerter gestaltet. So wird Kholi (Collins) zur komischen Figur des Films und seine Ehe entwickelt sich recht liebevoll, wodurch Austens Kritik natürlich verpufft. Überhaupt wurden die Happy Endings deutlich bevorzugt, sodass kaum negative Gefühle aufkommen. Bollywood wird recht genau übernommen bis hin zum Fehlen von Küssen. Nur einmal hatte ich das Gefühl, dass Bollywood auf die Schippe genommen wird, nämlich in dem kurzen Moment, als am US-Strand der Gospelchor das Lied begleitet und plötzlich zwei Baywatch-Bademeister von ihrem Turm laufen und mitsingen. ^^

Für Bollywood-Fans sicher ein sehr zu empfehlender Film, für Austen-Fans ein sehr interessanter Perspektivwechsel und auf jeden Fall gelungen.



Shadowlands - Ein Geschenk des Augenblicks
Shadowlands - Ein Geschenk des Augenblicks
DVD ~ Sir Anthony Hopkins
Wird angeboten von LS-Medienvertrieb
Preis: EUR 179,99

15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderbare Liebesgeschichte, enttäuschende DVD-Ausstattung, 13. Januar 2006
Shadowlands ist ein Film, den ich wirklich immer wieder gerne sehe. Man mag sich über die biographische Korrektheit der Liebesgeschichte über den zurückhaltenden C. S. Lewis und die resolute Joy Gresham sicherlich streiten, doch der Film ist für sich genommen mit tollen Darstellern und einer anrührenden Geschichte ausgerüstet. In Deutschland wird Lewis erst jetzt, mit der Verfilmung der Narnia-Geschichten, bekannter werden. Doch, wie sein Kollege und Freund Tolkien (der im Film ebenso ausgespart wird wie die Tatsache, dass Joy zwei Söhne hatte), war Lewis in erster Linie Professor und Wissenschaftler, auch wenn beide über ihre Romane weltweit bekannt wurden.

Der Film konzentriert sich auf Lewis, der in einer streng geregelten Welt lebt und zwischen seiner Professorentätigkeit, seinen Kollegen, dem Zusammenleben mit seinem Bruder und philosophischen Vorträgen pendelt. Erst das Treffen mit der Schriftstellerin Joy, die er über einen regen Briefwechsel kennenlernt, erreicht, dass sein erstarrtes Leben aufgelockert und seine feste Gedankenwelt infragegestellt wird.

Debra Winger und Anthony Hopkins erreichen es mühelos, ihre Charaktere glaubwürdig darzustellen und Verständnis für diese unkonventionellen Menschen zu erreichen. Da sieht man gerne, wie die beiden einsamen Brüder sich mit Joys Kind auseinandersetzen müssen, wie Lewis beginnt, die ausgetretenen Phade zu verlassen oder versucht, mit ganz ungewohnten Umständen auf manchmal recht absurde Weise umzugehen. Hopkins, der immer wieder verschlossene Menschen darstellt, brilliert darin, hinter dem korrekten Äußeren von Lewis dessen Phantasie und Emotionalität aufblitzen zu lassen. Einfach schön, sein mühsam unterdrückte Kichern, als Joy Lewis bigotten Kollegen mit ihrer gnadenlosen Offenheit aushebelt. Und schade, dass sich dieses Kichern nicht in die deutsche Synchronisation hinüberretten konnte. Leider konnten auch einige Übersetzungen die Originalfassung nicht erreichen, obwohl so etwas zugegebenermaßen oft schwer ist. Als Beispiel sei hier genannt: Die beiden treffen sich nach längerer Zeit wieder und Lewis bemerkt, dass er an sie gedacht habe und plötzlich habe sie dagestanden. Joy in der Übersetzung: "Nein, ich stehe da. Es muss die Gegenwart sein. Meine und Ihre." Joy im Original: "Here I am. It's Present Tense. Present and Tense" (die beiden letzten Wörter einzeln frei übersetzt: "Hier und angespannt"). So wirken auch die Schlussworte im Deutschen (das Glück wird in die Vergangenheit versetzt) auf mich deutlich trauriger als im Original (der Schmerz ist Teil des Glücks - auch in der Gegenwart).

Ein toller Film, wunderbare Darsteller, schöne, aber auch tragische Geschichte - kann man meckern? Man kann! Die DVD ist wirklich nicht gerade gelungen. Einzig der Film in Original und Synchronisation ist vorhanden. Es gibt keinerlei Untertitel, wodurch Hörgeschädigten die wichtigen Dialoge entgehen. Es finden sich keinerlei Specials, dabei hätte es im derzeitigen Tolkien- und Lewisboom doch viele Möglichkeiten für Dokumentationen und Hintergrundinformationen gegeben. Und warum kein Kommentar? Oder ein Making Off? Da wurden die DVD-Möglichkeiten einfach ignoriert.

Ansonsten ein wunderbarer und empfehlenswerter Film, dessen DVD-Auswertung man mehr Aufmerksamkeit gewünscht hätte.



Beyond My Touch
Beyond My Touch
von Tomo Maeda
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beyond My Touch, 13. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Beyond My Touch (Taschenbuch)
Als der 15-jährige Iori Mizuno auf die Beerdigung seines Klassenkameraden Mamoru Takayama geht, begegnet er dort - Mamorus Geist, der keine Ruhe findet, weil er bedauert, Mizuno nie geküsst zu haben. Zwar hatten die beiden sich nie gesprochen, aber nun geistert Mamoru in Mizunos Wohnung, denn dieser ist nicht gewillt, den Wunsch Mamorus zu erfüllen. Der sonnige und fröhliche Mamoru kann nur von Mizuno gesehen werden, kann Dinge bewegen, schweben und den unwilligen Mizuno auch berühren. Doch kommt es zum Kuss? Und wird Mamoru dann verschwinden?

Die Hauptgeschichte 'Beyond my Touch' ist in 4 Teile aufgeteilt. Im ersten Teil zieht der Geist Mamoru bei dem kühlen Mizuno ein und schmilzt mit Dauergeplapper und -fröhlichkeit langsam dessen Panzer. Es wird klar, dass Mizuno sehr einsam ist und kein leichtes Leben hat. Im zweiten Teil ist bereits ein Monat vergangen. Mizuno bekommt hohes Fieber und muss sich einige Dinge eingestehen, die er nach seiner Gesundung leider wieder verdrängt. Der dritte Teil, 49 Tage nach Mamorus Tod, bringt die Zuspitzung in der Gefühlslage der beiden Jungen. Löst sich Mamoru schon ohne den Kuss auf? Kann Mizuno sich endlich seine Gefühle eingestehen? Der vierte Teil ('Gift') ist ein 4 Seiten kurzer Einblick in den 16. Geburtstag von Mizuno.

In der Nebengeschichte 'Cool Lips' wird der Schüler Hashiba in ein Gefühlschaos gestürzt, nachdem ihn sein neuer Freund und Mitschüler Ozuki geküsst hat. Im Rückblick versucht er zu überschauen, wie es zu diesem Geschehen kam. Als Hashiba klar wird, dass er das Geschehen nicht verdrängen kann, entscheidet er sich, zu Ozuki zu gehen, der seit ein paar Tagen fehlt und muss erfahren, dass dieser im Krankenhaus ist. Plötzlich wird ihm klar, warum dieser beim Sport immer fehlt und kränklich wirkte. Kann er sein Gefühlswirrwarr jetzt noch entwirren?

In der letzten Geschichte 'Recipe' backt der Schüler Takashi für seinen Kindheitsfreund Minoru wie wild die tollsten Köstlichkeiten, erhält aber nicht die gewünschte Reaktion. Inzwischen hat sich ein Mitschülerfanclub gebildet, der jeden Tag die Reste des Backwerks verspeist, wenn Takashi wieder mal enttäuscht wurde, denn Minoru reagiert einfach nicht wie gewünscht. Erst als Takashi sich endlich klar macht, welche Reaktion er denn nun wirklich von Minoru erwartet und er ihre gemeinsame Vergangenheit durchdenkt, wird ihm klar, was nun zu tun ist.

Am Schluss gibt es noch ein 2-seitiges 'Postscript' der Autorin, die ein paar Dinge über ihre Geschichten erzählt.

In diesem Manga (wieder in der tollen Gestaltung von DMP) kommt kaum ein Gefühl der Schwere oder Unausweichlichkeit auf. Trotzdem kann man dem Manga auf keinen Fall vorwerfen, die Geschichten zu oberflächlich zu gestalten. Es geht um Einsamkeit, Freundschaft, Gefühlschaos und soziale Bindungen. Man fühlt mit, wenn der einsame Mizuno erkennt, dass er geisterhafter lebt als der wirkliche Geist Mamoru, dessen Fröhlichkeit Mizuno sein Leben zurückgibt. Oder wenn der fröhliche Mamoru plötzlich verzweifelt, weil er sich von Mizuno gehasst fühlt. Das ist so schön gezeichnet, dass alleine das Ansehen der Bilder schon viel über die Stimmungen und die Ereignisse aussagt. Die Charaktere sind durchgehend schön anzusehen, blicken mit großen Augen in die Welt und überschreiten manchmal ihren Niedlichkeitsfaktor, wenn sie tiefe Gefühle offenbaren. Die Kinderbilder aus der Vergangenheit sind immer sehr goldig gezeichnet (vor allem in 'Recipe', wenn die kleinen Jungs Takashi und Minoru begeistert ihre ersten Backversuche machen).

Völlig unverständlich ist mir die Altersbegrenzung auf 16+. Etwa wegen der wenigen keuschen Küsse? Wer mehr erwartet, liegt hier falsch. Allenfalls werden Grundlagen für 'etwas mehr' gelegt.

Ein sehr schöner Manga mit federleichten Geschichten.



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