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Rezensionen verfasst von
Ramones 16 (Absurdistan)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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25 Jahre Junge Freiheit: Der Freiheit eine Gasse! - Eine deutsche Zeitungsgeschichte (Edition JF)
25 Jahre Junge Freiheit: Der Freiheit eine Gasse! - Eine deutsche Zeitungsgeschichte (Edition JF)
von Thorsten Thaler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

5.0 von 5 Sternen Der Freiheit eine Gasse!, 26. Juni 2016
Eben erst feierte die Berliner "Wochenzeitung für Debatte" ihr hochverdientes dreißigjähriges Gründungsjubiläum mit einem großen Fest in der Hauptstadt. Da, so dachte ich, ist es doch dringend geboten, dem 25-Jahre-Jubiläumsband die Ehre zu erweisen. Ich glaube nicht, dass es auch nur eine Entstehungsgeschichte eines deutschsprachigen Mediums in den letzten Jahrzehnten gab, die punkto Spannung mit der Geschichte der "JF" mithalten kann. Oder solte man besser schreiben, mit dem "Kampf" der JF. Denn was wurde nicht alles versucht, um eine freie und intelligente Stimme am Sprechen zu hindern. Druck auf Kioske das Blatt aus dem Angebot zu entfernen, Demonstrationen vor der JF-Redaktion, Beschädigung oder Zerstörung der Autos von JF-Mitarbeitern und so weiter und so fort, bis zum traurigen Höhepunkt. Am 4.12.1994 wird die Union-Druckerei in Weimar Schauplatz eines Brandanschlages der Antifa, denn dort lässt die JF drucken. Mehr als 1,5 Millionen Mark Sachschaden, später bekennt sich eine "Revolutionäre Lesbenfrauengruppe" zu diesem einzigartigen Vorfall in der bundesdeutschen Republik.
Das weitere Erscheinen der JF stand auf der Kippe!

Doch Chefredakteur Dieter Stein und seine getreue Schar gaben nicht auf - so verschiedene Persönlichkeiten wie Daniel Cohn-Bendit und Peter Gauweiler solidarisierten sich, neben vielen anderen, mit der JF und der vom Grundgesetz garantierten Pressefreiheit. Da erscheint es umso verstörender, dass als Nächstes ausgerechnet der Verfassungsschutz, und zwar jener von NRW, sich auf die JF einschoss. Vollkommen grundlos selbstverständlich, reine Schikane und massive Geschäftsschädigung. Der jahrelange Kampf, der auch unter "Junge-Freiheit-Urteil" auf Wikipedia zu finden ist, endete mit dem Sieg der JF und damit dem Sieg der Presse- und Meinungsfreiheit. Interessant erscheint mir in diesem Zusammenhang, dass es gegen die linksradikale "TAZ" niemals auch nur im Ansatz derartige Voränge gab. Gleich ist eben noch lange nicht gleich, in der Bunten Republik Deutschland.

Doch nun sind die Sturm- und Drangjahre vorbei, die JF gewinnt als einzige Wochenzeitung ständig neue Leser dazu und ist so stark wie nie zuvor, und ich selbst lese sie Woche für Woche mit Behagen und Genuss. Als Rückblick auf den langen und zähen Kampf der JF bleibt dieser "Festband", der darüber hinaus auch mit vielen anderen interessanten Beiträgen geradezu gespickt ist. Ob es vergangene Titelseiten sind, Interviews, Fragebögen, Sonderbeilagen, Karikaturen, die Edition JF...., auf mehr als 350 Seiten findet man jede Menge erbauliches und höchst lesenswertes Material.

Als besonderes "Gustostück" möchte ich noch darauf hinweisen, dass zwei besondere beherzte Kämpfer gegen die Junge Freiheit die Herren Sebastian Edathy und Volker Beck waren....

Für mich war das Lesen dieser "deutschen Zeitungsgeschichte" eine reine Freude, vermischt mit einem Quäntchen Stolz, als treuer Leser selbst ein ganz klein wenig zu dieser Geschichte beigetragen zu haben. Chapeau!


Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers
Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers
von Walter Isaacson
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sensationell und erschütternd zugleich, 3. Juni 2016
Aufgrund der unzähligen Rezensionen halte ich mich kurz. Der Autor arbeitet sich über beinahe 700 Seiten am Leben eines der erfolgreichsten Wirtschaftsvisionäre und Macher des Zwanzigsten Jahrhunderts geradezu ab. Dabei liest sich dieses Werk spannender als so mancher Thriller, besticht durch unglaubliche Detailtreue und ich kann nur meinen Hut ziehen, vor der unglaublichen Recherchearbeit, die Walter Isaacson hier geleistet hat. Jobs selbst ist ein zugleich faszinierender und abstoßender Mensch, das "reality distortion field" für mich eine faszinierende, beinahe würde ich sagen, "Geisteskrankheit". Aber es funktionierte!

Eine der besten Biographien die ich je gelesen habe, über einen der unangenehmsten Menschen, von denen ich je gelesen habe.

Ganz hervorragend!


Der Angriff auf den Nationalstaat
Der Angriff auf den Nationalstaat
von Thierry Baudet
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

4.0 von 5 Sternen Inhalt stark, Stil schwächelt etwas, 3. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der niederländische Publizist und Journalist Baudet, einer der Initiatoren des erfolgreichen holländischen Referendums zum Ukraine-Assoziierungsabkommen mit der EU, legt hier seine durchaus scharfsinnigen Gedanken zu den historischen Verdiensten des Nationalstaats dar. Er spannt dabei den Bogen über die Entstehung der Nationalstaaten zu ihrer momentanen Bedeutung. Und er analysiert, ja, beinahe könnte man sagen seziert die verschiedenen Attacken auf den modernen, geordneten Nationalstaat. Insbesondere die Gefahr durch supranationale Organisationen wie die WHO, den UN-Sicherheitsrat, die EU oder Internationale Gerichtshöfe wird klar und nüchtern herausgearbeitet. Dem gegenüber stehen die zahlreichen Verdienste der europäischen Nationalstaaten.

"Die Logik von Dezentralisierung ist Vielfalt, die von Supranationalismus ist Uniformität."

Baudet beleuchtet des Weiteren die gefährliche Unsinnigkeit und Realitätsfremde der "Nie wieder Krieg"-Utopisten, die den ganzen Kontinent Europa am liebsten für immer wehrlos sehen würden, und er räumt mit der dummdreisten Fantasie einer "universellen Gesellschaft" auf, etwas, dass es nie gab und nicht gibt. Ebenso zeigt er die historische Wichtigkeit von (geschützten) Grenzen auf, die überhaupt die Entwicklung des modernen Nationalstaats erst möglich machten und in weiterer Folge die Vorherrschaft von Adel und Klerus brachen.

"Einer der größten intellektuellen Fehler ist, die Zusammenarbeit zwischen Staaten mit ihrer politischen Integration zu verwechseln und das zweite im Namen des ersten zu verteidigen."

Baudet breitet seine scharfsinnige Analyse über 289 Seiten aus, dann folgen weitere beinahe 100 Seiten mit umfangreichen Quellenangaben, die man ebenfalls gründlich durcharbeiten sollte. Manch erstaunliches Detail, wie z.B. die mehr als dubiose Besetzung des Internationalen Strafgerichtshofs lässt einen tief in Abgründe blicken. Sehr treffsicher auch sein Hinweis, dass Rassenideologie eben per se nicht nationalistisch sein kann, da die Idee der Rassenreinheit keine Staatsgrenzen akzeptiert.

"Individuen können keine Bürger desselben Staates sein, wenn sie keine Schicksalsgemeinschaft erfahren."

Dann weist Baudet darauf hin, dass heutzutage nur noch von den Pflichten des Staates gegenüber seinen Bürgern gesprochen wird, aber kaum noch von den Pflichten des Bürgers seinem Staate gegenüber. "Staatsbürgerschaft wird nicht länger gesehen als etwas, das verdient werden muss, und gilt auch nicht mehr als schwere Verantwortung." Klar, dass Baudet sich massiv gegen doppelte Staatsbürgerschaft ausspricht, man kann ja auch nur schwer zwei leibliche Mütter haben.

Insgesamt ist "Der Angriff auf den Nationalstaat" sehr intelligente und hochinteressante Lektüre, allerdings auch recht trocken um nicht zu sagen langweilig geschrieben. Auch die Übersetzung aus dem Holländischen erscheint mir manchmal etwas holprig. Trotzdem eine unbedingte Empfehlung für jeden, der sich mit der Zukunft Europas kritisch auseinandersetzen möchte. Die Aufweichung der Nationalstaaten jedenfalls wäre ein fataler und brandgefährlicher Irrweg für unseren Kontinent!

Am Ende ein Zitat einer Romanfigur aus Ernest Hemingways "Wem die Stunde schlägt":

"Mit welchem Recht kommst du Ausländer zu mir und sagst mir, was ich zu tun habe?"

Das frage ich mich zurzeit auch ziemlich oft!


Das Haus: Roman
Das Haus: Roman
von Richard Laymon
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Richard - das kannst du besser!, 4. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Haus: Roman (Taschenbuch)
Als eingefleischter Laymon-Verehrer habe ich selbstverständlich alle bisher in Deutsch erschienenen Bücher von ihm gelesen, es sind mittlerweile weit über zwanzig. Aber der kreative Nachlass des so früh Verstorbenen ist endendwollend, und bei aller Freude an seinem Werk sind meiner Meinung nun doch langsam deutliche Qualitätsdellen zu erkennen. Seine stärksten "Schocker" sind eben alle schon längst veröffentlicht. Ich gehe auf die Halloween-Story hier gar nicht näher ein, in anderen guten Rezensionen wurde schon alles dazu geschrieben. Mein Fazit - sowohl die Charaktere sind farbloser als in vielen anderen Werken, wie auch die Brutalität und Unmittelbarkeit der Gewalt hier für Laymon-Verhältnisse als eher schlapp und unspektakulär anzusehen ist. Die größte Enttäuschung aber ist das abrupte Ende - als ob er mitten im Schreiben weggerufen worden wäre. Leider, das muss ich auch als "Fan" ganz klar feststellen - "Das Haus" gehört zu den bisher schwächsten Veröffentlichungen. Ich denke, ich werde mal wieder mit den alten Sachen anfangen....


Umvolkung: Wie die Deutschen still und leise ausgetauscht werden
Umvolkung: Wie die Deutschen still und leise ausgetauscht werden

39 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Knallharte Dystopie - teilweise bereits in der Gegenwart angekommen, 29. April 2016
Ich habe bisher alle politischen Bücher von Pirincci gelesen. Einerseits, weil mich deren Inhalt interessiert und ich seinen zugespitzten Holzprügelstil amüsant finde, während selbiger manch schlichten Geist regelmässig zur Schnappatmung treibt. Andererseits, weil ich damit ein Zeichen setzen möchte, gegen vorauseilende Selbstzensur, gegen Stasigesinnung und Spitzelmentalität, vor allem aber gegen das Monster "political correctness".

"Umvolkung" ist mehr Büchlein als Buch, 160 Seiten in vier Kapitel geliedert, ich würde es daher eher als Traktat bezeichnen.

Kapitel Eins, "Mau!", analysiert die momentane Situation. Erschreckend hier manche Zahlen, für die z.T. auch Quellenangaben angeführt sind.
Besonders die Größe der Schere beim Durchschnitts-IQ verschiedener Völker war mir bisher nicht bewusst. Z.B. Kamerun 64, Tschad 68, Somalia 68, Ägypten 81, Iran 84, Irak 87. Ach ja - Deutschland 105 (aber nicht mehr lange...). Das ist sehr beunruhigend.

Kapitel Zwei, "Wer die Musik bestellt..." zeigt die Kostenseite des ganzen Wahnsinns. Und hier wird es schon beinahe apokalyptisch. Denn Pirincci arbeitet zweierlei klar heraus - der Mittelstand ist es, der alles zahlen wird müssen, und auf Dauer werden unsere Sozialsysteme diese Belastung unmöglich aushalten können. Doch lesen Sie selbst, dabei wird es einem etwas schwummrig vor den Augen.

In Kapitel Drei, "Umvolkung", geht es dann endgültig ans Eingemachte, ohne Sicherheitsgurt und ohne Bremse. Interessant dabei, wie nüchtern Pirincci teilweise argumentiert, er lässt die nackten Zahlen oft für sich sprechen. Früher hatte die FDP mal Leute, die derart argumentierten. Lange ist es her...

Kapitel Vier schließlich, "Die Zukunft...." ist für mich dann tatsächlich eine Dystopie, aber eine, die schneller als wir glauben vielleicht zur Wirklichkeit werden könnte. Pirincci rast und tobt nun, dann aber beginnt sich ein desillusionierter und fatalistischer Ton einzuschleichen, hier macht sich offenbar jemand Sorgen, ganz, ganz große Sorgen um unser Deutschland. Und wurde und wird dafür vom gesamten Medienestablishment plus der Politikerkaste massivst angegriffen, mit Dreck beworfen, abgestraft und beinahe vernichtet. Das sagt sehr viel über den Zustand unserer maroden Republik aus....

Zum Ende meiner Rezension lassen wir den Meister der politischen Amok-Schreibe doch selbst wirken:

"Der Deutsche, schon gar der deutsche Wähler ist inzwischen ein von linksradikal drehenden Medienstalinisten, islamischen U-Booten in steuergeldsaufenden Multikulti-Instituten und -Ämtern, grünverseuchten Bildungseinrichtungen, dem öffentlich-rechtlichen Lügenfernsehen und widerwärtigen "Wes-Brot-ich-eß-des-Lied-ich-sing-Politikern abgerichteter Affe, der stets auf eine bessere Zukunft hofft, obwohl er schon längst in seiner beschissenen Zukunft lebt. Er ist der willfährige Depp par excellence."

AMEN.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 18, 2016 2:16 PM MEST


Wahn: Stories
Wahn: Stories
von Christof Kessler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Spannend, lehrreich, teilweise unglaublich, 9. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wahn: Stories (Gebundene Ausgabe)
Der Autor ist Spezialist für Hirnerkrankungen und Professor der Neurologie. Also ein "Nervenarzt", wie man früher zu sagen pflegte. Die Funktionsweise des menschlichen Gehirns ist ja bis heute zu bedeutenden Teilen noch unerforscht, und Schädigungen oder Krankheiten in diesem sensiblen Bereich können zu ganz erstaunlichen Verhaltensänderungen der Betroffenen führen. Und genau davon handelt "Wahn". In 12 fiktiven Kurzgeschichten, die aber alle mit den tatsächlichen Erfahrungen des Arztes zu tun haben, bekommt der Leser einen Einblick in die teils unheimlichen, teils unfreiwillig komischen, teils tieftraurigen Erlebnisse "gehirnkranker" Patienten. Ein kurzweiliges Lesevergnügen, auch wenn einem das Lachen manchmal im Halse steckenbleibt. Besonders berührend fand ich die letzte Geschichte, "Alkohol". Wie schön und wunderbar ist es doch, gesund zu sein!


Der totale Rausch: Drogen im Dritten Reich
Der totale Rausch: Drogen im Dritten Reich
von Norman Ohler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Koks, Speed und Opiate für Volk, Führer und Vaterland, 1. April 2016
Ein vollkommen neuer, spannender und atemberaubender Blick auf die "Elite" des Dritten Reiches und "ihr" Volk. Bereits im "Blitzkrieg" wurde die Wehrmacht, insbesondere die gepanzerten Kräfte, mit Pervitin gedopt, später war der Drogenmissbrauch an der Ostfront vor allem dazu da, das Unerträgliche irgendwie erträglich zu machen. Die Flieger hatten ihr "Fliegersalz" oder ihre "Göring-Pillen", die Marine schoss sich ebenfalls mit Pervitin zu Höchstleistungen, schließlich griff auch die Heimatfront in den Rüstungsbetrieben und den zerbombten Städten immer mehr zu den Tabletten-Röhrchen.

Doch der "Gröfaz" war da schon wesentlich weiter. Ob Cafaspin oder Cardiazol, Ephedrin, Codein und Cocain, Dolantin, Esdesan, Eukodal, Luminal, Optalidon, Pervitin, Profundol oder Scophedal, in des Führes Blutbahn fand ein ganzer Giftcocktail seinen Platz. Und die lächerlich-traurige Gestalt des fetten Leibarztes Theodor Morell spritzte, spritzte und spritzte den Führer immer wieder "energiegeladen" und "charismatisch", bis schließlich in den faulenden Venen kaum noch Platz für einen Einstich zu finden war. Da bleibt einem echt die Spucke weg, genauso wie bei den vielen Versuchen mit Drogen, welche Wehrmacht, Luftwaffe, Marine und Waffen-SS durchführten, nicht zuletzt an arglosen KZ-Häftlingen. Und schließlich noch die Übertranse Hermann Göring, der, als die Amerikaner ihn 1945 schnappten, einen Koffer in der Hand trug, gefüllt mit 24.000 Opioidtabletten. Klotzen, nicht kleckern!

Der Autor hat hier etwas Faszinierendes erschaffen, durch langjährige, intensive Recherche, durch einen klaren Blick, der ihn wohltuend von so manchem "Historiker" abhebt, vor allem aber auch durch seinen sarkastischen und unverblümten Schreibstil. So ist "Der totale Rausch" ein historisches Lehrstück, eine dunkle Drogensaga und ein abgefahrenes Lesevergnügen zugleich. Auch wenn es eigentlich nichts zum Lachen gibt. Ganz hervorragend und gerne von mir volle fünf Sterne!


Kriegswenden in Europa 1939 - 1945. Führungsentschlüsse, Hintergründe, Alternativen.
Kriegswenden in Europa 1939 - 1945. Führungsentschlüsse, Hintergründe, Alternativen.
von Heinz Magenheimer
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Nüchtern, quellensicher, faktenorientiert, 23. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auf 207 Seiten analysiert der renommierte aber nicht unumstrittene österreichische Militärhistoriker die entscheidenden Entschlüsse, insbesondere der deutschen Seite, ihre Hintergründe und mögliche Alternativen. Mir gefiel vor allem die sehr nüchtern-klare Sprache und die Konzentration auf das Wesentliche. Weitschweifiges Schwadronieren scheint diesem Historiker jedenfalls eher fremd zu sein. Daher trotz der relativ dünnen Seitenzahl ein hoher Informationswert. Ob es sich unter anderem um die "Luftschlacht um England" handelt, das Problem Malta, die fehlende strategische Luftverteidigung, das Missmanagement des Ostfeldzuges, das ständige Problem der operativen Zersplitterung oder die Strategiefehler des U-Boot-Krieges, Magenheimer beleuchtet Punkt für Punkt genau und klar ohne eine Silbe zuviel. Er zeigt die Alternativen auf, er weist auf den oftmals entscheidenden Faktor Zeit hin, oder auf die strategische Überlegenheit der Alliierten im Geheimdienstbereich. In den Kapiteln selber befinden sich einige Statistiken abgedruckt sowie auch einige Karten. Die umfangreichen Anmerkungen gehen über vierzig zusätzliche Seiten, plus weitere mehr als zwanzig Seiten Bibliographie, insgesamt 272 Seiten. Dieses Werk ist einerseits lehrreich, andererseits lädt es zu spannenden "Was wäre wenn..."-Spekulationen ein. Von mir gerne volle fünf Sterne.


Der Meister der Schatten. Kang Sheng und der chinesische Geheimdienst 1927-1987
Der Meister der Schatten. Kang Sheng und der chinesische Geheimdienst 1927-1987
von Roger Faligot
  Gebundene Ausgabe

3.0 von 5 Sternen Hochinteressante Materie, schwach aufbereitet, 9. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Werk von 1988 hat es in sich - inklusive Anmerkungen und Quellenverweise beinahe 700 Seiten! Die beiden französischen Autoren haben sich vorher bereits u. a. mit der IRA, der OAS in Algerien und diversen afrikanischen Geheimdiensten befasst.

Diesmal steht das Leben von Kang Sheng alias Zhang Shaoquing im Zentrum ihrer Recherchen. Der "alte Kang", 1898 in der Provinz Shandong geboren und 1975 in Peking verstorben, war über mehrere Jahrzehnte hindurch, auch wenn er dann und wann kurzfristig an Macht verlor, die graue Eminenz der diversen chinesischen Geheimdienste. Und so verfolgt man schockiert die unglaublichen Machenschaften, Tricks, Winkelzüge und die ungehemmte Brutalität der rotchinesischen Schergen. Während Ende der Sechzigerjahre in Europa zehntausende naive und verführte Studenten strohdumm mit Mao's rotem Büchlein herumliefen und die chinesische Terror-Diktatur bejubelten, wurden im Rahmen der sogenannten "Kulturrevolution" gerade wieder hunderttausende Unschuldige hingemordet, in Maos rotem Paradies. Wie sonst überall hatte auch hier natürlich der chinesische Geheimdienst seine Finger im Spiel, und steuerte viele Studentenbewegungen in Europa mit Geld. Man erfährt wirklich Erstaunliches, zum Beispiel wie massiv westliche Zeitungen, Magazine, Journalisten, Autoren und auch Gewerkschaften in diese Machenschaften eingebunden waren.

Doch leider ist es den Autoren nicht gelungen, einen klaren roten Faden durchzuhalten, sie springen sowohl zeitlich wie auch thematisch herum, in Verbindung mit den unzähligen komplizierten und oftmals gleich klingenden chinesischen Namen ist das Buch daher schwer zu lesen, Vergnügen macht das eher keines. Dem Kettenraucher und Kalligrafie-Fan Kang Sheng gelang es, über mehr als vier Jahrzehnte, bis zuletzt an der Spitze mitzumischen. Leichen pflasterten dabei seinen Weg, gegen Endes des Buches gibt es auch eine recht bedrückende Statistik zu den Opfern.

Die Anzahl der Hinrichtungen, der in hunderten Konzentrationslagern Umgekommenen, der durch den "großen Sprung nach vorn" Verhungerten und der während der "Kulturrevolution" Verschleppten und Getöteten summiert sich dabei auf etwa 30 Millionen, wobei manche Schätzungen auch von der doppelten Zahl, also 60 Millionen ausgehen. Dazu kommen etwa 25 Millionen Internierte in Straflagern.

Mao's Terrorherrschaft scheint also sogar den Roten Zaren Stalin zu schlagen, wobei die genauen Zahlen bis heute ein großes Geheimnis bleiben. Kang Sheng jedenfalls mischte von Anfang an kräftig mit, und wurde einer der mächtigsten und bedeutendsten Geheimdienstchefs des Zwanzigsten Jahrhunderts. Trotzdem kennt ihn heute außerhalb Chinas kaum noch jemand.

Knallharter Geschichtsunterricht inmitten von Leichenbergen, leider jedoch zeitlich unlogisch aufgebaut und daher schwierig zu lesen.


American Ultra
American Ultra
DVD ~ Kristen Stewart
Preis: EUR 11,36

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kiffen und abschlachten - eine seltsame Mischung, 20. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: American Ultra (DVD)
Ich hatte eigentlich keine Ahnung, was mich in "American Ultra" erwartet, und das war vielleicht auch besser so. Denn andernfalls hätte ich mir diesen Film möglicherweise gar nicht angesehen. Kennen Sie vielleicht noch "Tödliche Weihnachten" (The Long Kiss Goodnight) aus dem Jahre 1996 mit Geena Davis in der Hauptrolle? (Ziemlich starker Film übrigens!) Denn die Grundstory ist ähnlich. Kiffer Mike (Eisenberg) lebt mit seiner Freundin Phoebe (Stewart) ein typisch chaotisch-anspruchsloses Kifferleben, welches durch seine Zwangsstörungen zusätzlich verkompliziert wird. So schafft Mike es nicht, seinen Wohnort mit dem Flugzeug zu verlassen, um mit Phoebe auf Urlaub zu fliegen. Doch was wirklich dahinter steckt, davon hat das dauerbekiffte Paar keine Ahnung - Mike war Teil eines geheimen CIA-Experiments und ist nun "Schläfer".

Aus allerlei kruden Gründen soll er nun eliminiert werden, wird dabei "geweckt" und dann spritzt das Blut und fliegen die Körperteile durch die Gegend. Ziemlich seltsam das Ganze, und irgendwie unnötig. Ein Lichtblick - der fiese Killer "Laugher", gespielt von Walton Goggins, zur zeit in den Kinos in Tarantinos "The Hateful Eight" zu sehen. Am Ende kommt noch ein Kurzauftritt von Bill Pullman dazu. Alles in allem ein ganz nettes, ziemlich blutiges Filmchen ohne besondere Höhepunkte oder irgendwelche Logik. Eisenberg und Stewart spielen okay, aber auch nicht mehr. Wahrscheinlich sollte man den Film nur stoned sehen.... Knapp drei Sterne von mir.


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