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Rezensionen verfasst von
CvH "AOR-Rezensionen" (Köln)

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First Strikes 1978-1979
First Strikes 1978-1979
Wird angeboten von HippieRecords
Preis: EUR 15,50

3.0 von 5 Sternen Kleinod - aber nur für Sammler!, 10. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: First Strikes 1978-1979 (Audio CD)
Bevor DEF LEPPARD mit den Megasellern 'Pyromania (Deluxe Edition)' und 'Hysteria' richtig durchstarteten, hatten sie mit ihrem zweiten Album 'High 'N' Dry' bereits einen Achtungserfolg erzielen können. Das von der Band lange Zeit selbst nicht sonderlich geliebte Debüt 'On Through The Night' hingegen blieb breiteren Hörerkreisen weitgehend unbekannt und hat erst jüngst eine späte Ehrung erfahren, als die Truppe als ihre eigene Vorgruppe DEAD FLATBIRD im Rahmen der Aufnahmen zu Viva! Hysteria einige Songs vom Debüt intonierte. Noch unbekannter, tweilweise auch obskur sind einige Songs, die aus der Pre-Debut-Phase stammen. Dabei handelt es sich um folgende Raritäten:

- 'Good Morning Freedom': Veröffentlichung nur als B-Seite der Single 'Hello America'
- 'Heat Street', 'See The Lights' und 'Glad I'm Alive': Veröffentlichung gegen dem Willen der Band auf dem Bootleg "First Strike" der mittlerweile kaum noch käuflich erhältlich, geschweige denn bezahlbar ist.
- 'Tomorrow Seems Like Yesterday', 'Warchild' und 'Beyond The Temple': Demos, die neben Live-Songs, auf dem inoffziellen Bootleg 'Warchild' erschienen.
- 'Medicine Man': Die Urversion von 'Rock Rock (Til You Drop)', die bislang offensichtlich nur als Live-Boot kursiert.
- 'When The Rain Falls': Vorläufer von 'Let It Go'.

Diese Zusammenstellung macht - leider nur - Teile dieser Raritäten nunmehr zu einem akzeptablen Preis beziehbar. Sie umfasst u.a. die drei Tracks der "The Def Leppard EP", alle Tracks des Bootlegs 'First Strike', die B-Seite 'Good Morning Freedom' sowie sechs rare Live-Tracks von 1979. Mit insgesamt 19 Tracks kann man auch nicht meckern, wenn gleich man schon berücksichtigen muss, dass einige Tracks doppelt (live und als Demo) enthalten sind. Die Soundqualität ist ordentlich und man kann hier einer Band in ihrer Sturm- und Drangphase lauschen, die noch weit von der Perfektion und Hitdichte ihrer Platin-Seller entfernt agiert und doch deutlich von der NWOBHM und einer weltbekannten australischen Starkstromtruppe beeinflußt scheint. Ob man die Demos von Songs wie 'Wasted' oder 'Ride Into The Sun', die beide später auf regulären Alben erschienen sind, wirklich braucht, ist sicher diskutabel. Für Sammler und Die-Hard-Fans ist das eine an sich unverzichtbare Sache. Wer DEF LEPPARD allerdings wegen Kaugummi-Pop-Rocks a la 'Let's Get Rocked' schätzt, wird eher unangenehm überrascht sein. Schade ist, dass die drei raren Tracks vom Warchild-Bootleg und die beiden anderen Tracks nicht enthalten sind. Das wäre dann ein perfekter Rundumschlag über die gesamte Frühphase gewesen.


Viva! Hysteria
Viva! Hysteria
Preis: EUR 21,99

21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Circus Comes To Town, 18. Oktober 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Viva! Hysteria (Audio CD)
Es gab in den letzten Jahren viel Anlaß, die Veröffentlichungs- und Tourpraxis der früheren Platin-Helden zu beanstanden. Lediglich zwei reinrasssigen Studioalben im neuen Jahrtausend stehen eine Vielzahl mal mehr, mal weniger fragwürdiger Veröffentlichungen gegenüber:

- Nicht alle der drei Deluxe-Veröffentlichungen ihrer Albumklassiker boten ebenso wie die Compilations Best of und Rock of Ages: the Definitive Collection wirklich Neues.
- Das Live-Album Mirror Ball-Live & More war weder Fisch noch Fleisch. Die drei neuen Tracks boten Lichtblicke (Undefeated), Mittelmaß (It's All About Believin) und Peinliches (Kings Of The World), die Live-Setlist kaum Überraschungen und die DVD fiel viel zu knapp aus.
- Die unterhaltsame Crossover-Veranstaltung mit Taylor Swift erschien nur als DVD.
- Die Band investierte lieber Zeit in Nebenprojekte (Down 'Z' Out, Man Raze, Last In Line) oder nahm aus rechtlichen Gründen alte Hits neu auf.

Live fanden Def Leppard bis auf wenige Ausnahmen in den letzten Jahren ausschließlich, da aber auch vor allem kommerziell sehr erfolgreich in der neuen Welt statt.

Auf den ersten Blick verhieß die Ankündigung, nunmehr ihre 11 Konzerte andauernde Residenz in Las Vegas zur Huldigung des Bandklassikers 'Hysteria' in Ton und Bild festzuhalten, wenig Spannendes.

Dieses Boxset macht aber doch richtig Freude. Während die ersten sechs Tracks und der Titelsong des Multisellers auch heute noch zur festen oder regelmäßigen Live-Setlist gehören, fanden Tracks wie 'Gods of War' kaum oder im Falle von 'Don't Shoot Shotgun', 'Run Riot', 'Excitable' und 'Love and Affection' so gut wie nie live statt. Die komplette Darbietung des Magnum Opus führt einem noch einmal vor Augen, dass die Jungs seinerzeit einen Monolithen der Rockgeschichte gesetzt haben. Auch wenn man nicht weiß, inwieweit technisch nachpoliert wurde, beweist die Truppe, dass sie vielleicht besser als je zuvor ob all ihrer Erfahrung in der Lage ist, auch komplexere Songtüfteleien eines Mutt Lange live ansprechend umzusetzen. Hut ab für den Mut, sich diesem Unterfangen zu stellen und es so bravourös zu lösen.

Besonderes Lob verdienen die Fünf aber auch, weil sie auf der zweiten CD einige echte Live-Schmankerl anbieten. Sie traten vor dem Durchspielen des 'Hysteria-Albums' als ihre eigene Vorgruppe 'Ded Flatbird' auf und kramten fast schon vergessene Nummern (On Through The Night, Rock Brigade) oder völlig Obskures (Good Morning Freedom, B-Seite der 'Hello America'-Single) hervor. Daneben wurden Songs kredenzt, die zwar immer mal wieder live dargeboten wurden, es aber nie in Stammrepertoire der Leoparden geschafft haben. Ich für meinen Teil hätte mir da zwar noch etwas mehr Wagemut gewünscht und z.B. auf das schon unerträglich überrepräsentierte ,Action' wieder einmal gerne verzichtet. Statt ,Slang', ,Let It Go' oder dem oft gespielten ,Bringin' on the Heartbreak' hätte man auch mal ein `Paper Sun' von `Euphoria', oder `White Lightning', `She's Too Tough', ,Stand Up' oder ,Tonight' vom völlig übergangenen ,Adrenalize' bzw. ,Now' oder ,Four Letter Word' von ,X' anbieten können. Da aber bereits jetzt Gerüchte kursieren, dass die Leps eine zweite Residenz in Vegas, auf der ein oder gar zwei weitere Alben im Fokus stehen sollen, halten werden, kann es sein, dass man sich bestimmte Tracks schlicht aufsparen wollte. Man wird sehen.

Das Sahnehäubchen dieses Boxsets ist aber sicher die DVD. Schließlich ist dies nach dem mittlerweile steinalten Video ,In the Round - In Your Face" erst das zweite offizielle Live-Bilddokument der Truppe, wenn man die DVD aus ,Mirror Ball' mal außer Acht läßt. Klasse gefilmt, eine dynamische Show, ,Good Morning Freedom' mit dem The Who-Intro, die Reminiszenz an den Riffmeister Steve Clark im Intro zu ,Gods Of War' - ganz großes Kino. Als unterhaltsame Draufgabe wird noch ein schönes Akustik-Medley aus den Tracks `Where Does Love Go When It Dies', `Now', `When Love & Hate Collide', `Have You Ever Needed Someone So Bad' und `Two Steps Behind', das bislang in 2012 nur als I-Tunes-Single erhältlich war, spendiert.

Wenn man das so umsetzt, dann darf der Zirkus gerne noch mal in der Glitzerstadt halt machen und sich vielleicht 'Pyromania' einmal vornehmen. Die italienischen Melodic-Rock-Spezialisten haben sich diesmal auch nicht lumpen lassen und für eine schöne Verpackung inklusive vielen Bildern (Wynona und Billy Idol lassen grüßen) und Grußworten der Band gesorgt. Das ist bei den Grenzgängern nicht unbedingt Standard...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 3, 2013 12:24 AM CET


The Other Side of Everest: Climbing the North Face Through the Killer Storm
The Other Side of Everest: Climbing the North Face Through the Killer Storm
von Matt Dickinson
  Gebundene Ausgabe

3.0 von 5 Sternen Keine Konkurrenz zu Krakauers Klassiker, 16. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Dickinson kann zu der Tragödie, die sich am Everest 1996 ereignete, gar nicht viel Informationen beitragen, was schlicht daran liegt, das er sich im gleichen Zeitfenster auf der Route von der Nordseite befand. Wer also mehr um das Drama um Rob Hall, Scott Fisher, Beck Weathers etc. wissen möchte, kommt um Jon Krakauer's 'Into Thin Air' und Boukrejew's Replik 'The Climb' nicht vorbei. Wer aber mehr über eine Besteigung über die Nordroute erfahren möchte, macht mit diesem durchaus persönlich geschriebenen Bericht aber keinen Fehler. Lesenswert.


Himalayan Quest: Ed Viesturs on the 8,000-Meter Giants
Himalayan Quest: Ed Viesturs on the 8,000-Meter Giants
von Ed Viesturs
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Der Abstieg ist Pflicht - das Bilddokument zu Viesturs Reiseberichten!, 15. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Ed Viesturs hat mich mit seinen Büchern 'No Shortcuts To The Top" und seinem Bericht über seine K2-Besteigung gefesselt. Unter vielen Egozentrikern und Egomanen, die sich auf die höchsten Berge dieses Planeten bemühen, vermittelt Viesturs einen durchweg symphatischen und im Umgang mit der Ntur äußerst respektvollen und vor allem reflektierenden Eindruck. Da ist jemand dankbar, extreme Natur auf sehr bescheidene Weise erleben zu dürfen. Unterstützt von David Roberts erzählt Viesturs fesselnd zu seinen Expeditionen auf der Welt höchste Aussichtspunkte.

Dieser Bildband unterstützt die Lektüre seiner packenden Berichte. Hier findet sich erstklassiges Bildmaterial zu allen Achttausendern. Auch rare Photos von alten Weggefährten wie Rob Hall, Scott Fisher und Veikka Gustafsson sind enthalten. Gut aufgemacht und visuell vielleicht nur durch Kaltenbrunner's "2 x 14 Achttausender" getoppt.


Die Radsport-Mafia und ihre schmutzigen Geschäfte
Die Radsport-Mafia und ihre schmutzigen Geschäfte
von Tyler Hamilton
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

23 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vom Saulus zum Paulus, 14. November 2012
Viele Radprofis der Ära, die jetzt durch die UCI gerne als die schwarze Ära vergessen gemacht werden möchte, haben sich als Autoren oder Geschichtenerzähler verdingt: Riis, Armstrong, Millar, Landis, Jan Ullrich. Über andere gefallene Stars ist von dritter Seite mehr oder weniger gelungen geschrieben worden: Marco Pantani, Ullrich (Klaus Blume/Des Radsports letzter Kaiser?), Kohl (Grenzwertig: Aus dem Leben eines Dopingdealers). Braucht es da jetzt eine weitere Beichte eines Fahrers, der wie viele seiner Kollegen zunächst beharrlich die Unwahrheit vertreten hat, um dann letzten Endes doch aufzufliegen? Eigentlich nicht, denn wenn man einiger Maßen bei Verstand ist, sollte man seine Zeit und sein Geld grundsätzlich nicht auch noch in Bücher von Akteuren dieser zweifelhaften Szene investieren.

Für den Radsportfan und Leser der anderen angesprochenen Werke ist Hamiltons Beichte allerdings insoweit von Bedeutung, als dass sie hilft, das wirre Geflecht der Darstellungen aus hoffnungslos naiv geschriebenen Fanbüchern, einseitiger Legendenbildung, dummdreisten münchausenesken Schwindeleien und weitgehender Enthaltung zu ordnen und das eigene Bild abzurunden.

Mit Daniel Coyle hat Hamilton ein kompetenten Co-Autor, der seinerzeit schon durch das objektive Buch Lance Armstrong's War angenehm aufgefallen ist, gefunden. Kompakt, schenll lesbar arbeitet Hamilton seine Doping-Karriere ab. Die Darstellung ist detailreich und konzentriert sich keineswegs darauf, mit Lance Armstrong abzurechnen. Annahmen sind als Annahmen gekennzeichnet und Coyle ergänzt viele Passagen mit interessanten oft querverweisenden Fußnoten, um bestimmte Einschätzungen jedenfalls mit weiteren Indizien abzurunden. Das führt an der einen oder anderen Stelle auch dazu, dass Coyle sich in Widerspruch zu seinem Co-Autor setzt. Hamilton legt vor allem seine eigene Vorgehensweise beim systematischen Doping offen. Soweit auch immer wieder Einblicke in Verhaltensweisen und die Person Armstrongs gegeben werden, wird man auffallend viele Parallelen zu Coyles Wahrnehmungen in Lance Armstrong's War aber auch anderer Zeitzeugen wie Landis finden. Viele Anekdoten im Zusammenhang mit Armstrong - wie die Attacke auf einen aggressiven Autofahrer - mögen für sich betrachtet ungeheuerlich klingen, passen aber letztlich genau in das Bild, dass man von dem (ehemaligen) Tourrekordsieger in anderen Veröffentlichungen From Lance to Landis: Inside the American Doping Controversy at the Tour de France und über Armstrongs Selbstdarstellung in Presse und Bild über die Jahre gewinnen durfte. Interessant sind insbesondere die Ausführungen zu den Vertuschungstaktiken und die Darstellung, wie sich die Doping-Gewohnheiten über die Jahre von team- zum fahrergesteuerten EPO-Konsum, von Dosierungen bis zum Grenzwert zu schnellabbaubaren Mikrodosierungen und dem Übergang zu CERA und Eigenbluttransfusionen verändert und vor allem dem Vorgehen der Fahnder angepaßt haben. Hamilton bestätigt die Überzeugung vieler, dass die Dopingfahndung letztlich immer im Hintertreffen ist.

Konnte man aufgrund des Rückzugs Armstrongs vor wenigen Wochen noch vermuten, dass das Buch die einzige Gelegenheit bleiben könnte, etwas mehr über die Einzelheiten zu erfahren, die Gegenstand des USADA-Verfahrens waren, hat sich das sich diese Informationsexklusivität des Buches seitdem erheblich relativiert, da die USADA die Überlassung ihrer Untersuchungsergebnisse an die UCI ja medienwirksam mit der Veröffentlichung der Zeugenaussagen im Internet kombinierte. Man hat also seit Erscheinen der englischen Ausgabe dieses Buches Gelegenheit gehabt, sich auch die zahlreichen anderen Aussagen von Zeitzeugen zu Gemüte zu führen. Das ändert aber nichts daran, dass Hamilton's Buch natürlich flüssiger zu lesen ist als seitenlange Vernehmungsprotokolle.

Man mag Hamilton unterstellen, er nutzt mit dem Buch seine letzte Möglichkeit, nach seiner gescheiterten Karriere noch ein paar schnelle Dollar zu machen. Vermutlich ist das auch eines der Motive für dieses Buch. Hielt er sich unmittelbar nach der Veröffentlichung in der Öffentlichkeit noch etwas zurück, hat er in den vergangenen Wochen vermehrt die Öffentlichkeit gesucht und kräftig - auch in Richtung Jens Voigt und Jan Ullrich - nachgelegt. Letzteres steht ihm zwar nicht mehr ganz so gut zu Gesicht, weil er - obwohl sehr viel, wenn nicht alles dafür spricht, dass er auch mit diesen Mutmaßungen richtig liegt - mit diesen Akteuren nie gemeinsam gefahren ist und anders als in der causa Armstrong keine Tatsachen vorbringt.

Richtig Schlimmes kann ich daran aber nicht erkennen. Ob Hamilton reich damit wird, entscheidet die Käuferschaft. Wenn das Buch prosperiert, dann wird Hamilton vermutlich zunächst einmal Löcher stopfen müssen, die seine aufwändige Verteidigungsstrategie gerissen hat. Außerdem zahlt Hamilton für einen entsprechenden Ertrag einen hohen Preis, läßt er doch die Trägerhosen weit runter und räumt mit sich selbst erfrischend schonungslos auf. Man mag Hamilton -schon in seiner aktiven Zeit kein lautsprecherischer Unsymphat - glauben, dass es ihm (auch) darum geht abzuschließen und für die Irreführung der interessierten Radsportöffentlichkeit genauso öffentlich über diese Publikation Abbitte zu leisten. Die Schilderungen sind glaubhaft und Hamilton sammelt Punkte in Bezug auf seine lädierte Glaubwürdigkeit. Da gibt es nur wenig Jammern und auch nicht den Versuch, vor allem andere oder das System allein verantwortlich zu machen.

Fazit: Eines der besseren Bücher des Genres und eines, das in seiner Art auch dem ein oder anderen Akteur seiner Zeit gut zu Gesicht gestanden hätte. Peter Winnen's Post aus Alpe d'Huez. Eine Radsportkarriere in Briefen und Paul Kimmage's Raubeine rasiert. Bekenntnisse eines Domestiken bleiben aber unerreicht und eine Nominierung für den William Hill Sports Book of the Year Award ist doch etwas hoch gegriffen


Dig
Dig
Wird angeboten von samurai_media_JPN4DE
Preis: EUR 284,08

4.0 von 5 Sternen Routiniers, 28. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Dig (Audio CD)
In den letzten Jahren verging ja kaum ein Monat, in dem nicht die nächste große skandinavische Melodic-Rock-Hoffnung (W.E.T., ECLIPSE, GRAND DESIGN etc.) in den einschlägigen Magazinen platziert wurde. Das norwegische Trio, das inklusive eines Schlagzeugerwechsel bereits seit Mitte der 80er unter dem Moniker STAGE DOLLSfirmiert, steht hingegen seit bald drei Jahrzenhnten für erstklassigen, hochmelodischen AOR mit deutlichen Anleihen bei Combos wie DEF LEPPARD oder auch BRYAN ADAMS.

Waren die Klassiker 'Commandos' und 'Soldier's Gun' eher noch Geheimtipps, sollte vor allem das eponyme Drittwerk (fast) den Durchbruch und mit 'Love Cries' einen Top-40-Hit in den USA bescheren. Man arbeitete immer mal wieder mit Mark Spiro (BAD ENGLISH, JOHN WAITE) zusammen und das Label Mercury ließ sich auch bei den Produktionen nicht lumpen. 'Stripped' konnte aber die Karriere der Männer um Sänger Torstein Flakne nicht weiter voranbringen und so schob der Frontmann zunächst sein eher softes Solo-Album 'Shoot The Moon' ein und man ließ sich bis zu 'Dig' einige Jahre Zeit.

Herausgekommen ist wiederum ein gelungenes Melodic-Rock-Album, das nahtlos auf dem Niveau der vorherigen Veröffentlichungen aufsetzt. Gleich der Eröffnungstrack 'Run When It's Over' ist ein Klassiker im Backkatalog der Gruppe. Ein Trademark der Truppe ist ja die äußerst sparsame Instrumentierung und Flakne ist sicher auch kein Wizzard an den sechs Saiten. Dafür hat er aber umso mehr Gespür für einen schönen Ton und tragende Melodien. Ein guter Groover, der bisweilen auch an TOM PETTY & THE HEARTBREAKERS erinnert.

Mit 'It's Only Love' wird dann zwar gleich eine Ballade spendiert, die es aber in sich hat. Das Trio umschifft dabei gekonnt die allzu seichten Gewässer, in denen viele andere Schmonzetten dieser Spielart schippern. Über Flaknes manchmal fast brüchige Stimme und ein wenig Piano im Intro steigert sich der Song zu einm Klasserefrain, einer überzeugenden Bridge und einigen kleineren Breaks.

Vom Titelsong bleibt am ehesten das markante Riff und der Chorgesang im Refrain hängen. Ein guter Rocker.

'Good Times' kommt als Ballade nicht ganz an 'It's Only Love' heran, der Einsatz der Hammond und die an PINK FLOYD's 'Wish You Were Here' angelehnte Melodieführung. 'Talking To Me', ein mittelschneller Poprocker, und 'Like It' fallen etwas belanglos aus, aber mit 'Cold Air Breezin' legen die Jungs eine balladeske Soundperle nach, die einige Ähnlichkeiten zu 'Ammunition' aufweist.

Mit 'A Little R&R ' und 'Do You Love Me' dürfen dann die Gitarren mal etwas lauter ran und man rockt ganz im Stil von 'Lawyers, Guns & Money' von 'Stripped'. Bie letzterem Track wird allerdings auch recht ordentlich bei AEROSMITH's 'Toys In The Attic' abgekupfert. Highlight gegen Ende das Albums ist dann das getragene 'Queens' mit einem Knallerrefrain.

Kurzum, die Bühnenpuppen haben auch mit 'Dig' ein feines Rockalbum hingelegt. Dem einen oder anderen mag vielleicht etwas mehr Härte abgehen, aber die Songs können in all ihrer Einfachheit gleichwohl voll überzeugen. Daumen hoch!


Dan Reed's Adrenaline Sky
Dan Reed's Adrenaline Sky

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hartes Brot, 27. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Dan Reed's Adrenaline Sky (Audio CD)
Dan Reed war in den 80er Jahren mit seinem NETWORK einige Male an der Qualifikation zur Melodic-Rock-Champions-League gescheitert, obwohl die Multi-Kulti-Truppe sich mit ihrem Funk-Faible und einigen Anleihen R&B durchaus wohltuend von den klassischen Hair Bands dieser Ära abhob. Gute Melodien, eingängige Refrains, Support Slots ür BON JOVI auf der 'New Jersey'-Tour und die ROLLING STONES auf deren 'UrbanJungle/ Steel Wheels'-Tour sowie einige kleinere Hits wie 'Rainbow Child' oder 'Ritual' - mehr sollte es für die talentierte Combo nicht werden.

Reed verdingte sich bisweilen als Songwriter für andere (LITTLE ANGELS, JOHN WAITE) und betrieb einen Nachtclub in seiner Heimatstadt Portland. 1995 griff er dann mit dem Projekt ADRENALINE SKY noch einmal an. Mit Winston Royce (b), Danny Palomo (g; MAGGIE'S DREAM), Schlagzeuger Nir Z (RAY WILSON, CHRIS CORNELL, NENA, TALL STORIES) und Raf Hernandez (g; MAGGIE'S DREAM) nahm er zunächst im New Yorker Nachtclub `Brownies' ein Live-Album auf, um dann zwei Jahre später unter Mitarbeit seines alten Weggenossen Dan Pred dieses weiteres Album nachzuschieben. Bei den ersten 7 Tracks handelt es sich um die Studioaufnahmen von 5 Tracks, die bereits auf der Live-Scheibe enthalten waren, sowie mit 'Simple' und 'All I Want' um zwei offensichtlich neuere Nummern. Die zweite Hälfte des Albums repräsentiert dann eine Auswahl von wiederum sieben Tracks aus dem Live-Album 'Live@brownies,nyc'.

Ergebene Fans des Musikers kommen an diesem zeitweise sehr raren Release nicht ohne weiteres vorbei. Allerdings werden auch deren Gehörgängen auf die härtere Proben gestellt. Das liegt zum einen an der sicher nicht optimalen Produktion, die sich mit der Qualität der Major-Releases von DAN REED NETWORK nicht messen kann. Zum anderen verschreckt beim ersten Hörgang der doch überraschende deutlich zu vernehmende Einfluß des damals so angesagten Nu Metal/ Nu Rock. Großflächige Riffwände, bisweilen tiefer gestimmte Gitarren, die Absenz für DNR noch typischer Keyboards sowie eine durchweg düstere Grundstimmung hatten mit dem radiofreundlichen und charttauglichen Sound seiner Stammcombo nicht viel zu tun. Spontan fühlt man sich der Irritation erinnert, die Mike Tramp's erstes FREAK OF NATURE-Album nach dem Ende der Melodic-Rock-Götter WHITE LION auslöste. Auf der anderen Seite ist da nach wie vor Reed's charakteristische Stimme, die immer schon weniger wegen ihres Volumens denn mehr durch ihre individuelle Klangfarbe überzeugen konnte. Reed' Organ bringt gerade so das Element Melodie in die Songs ein, die aus einem zunächst schwierigen Album ein interessantes und mitunter gutes Album machen.

'Simple' ist ein brachialer, aber guter Opener, der in der Strophe noch am ehesten an die funkig angelegten DNR-Tracks erinnert. Der Refrain und Brücke sind dann moody und fast dissonant gehalten, aber das Gesamtpaket des Songs klingt nach einigen Durchläufen immer besser. Dan Reed goes Grunge!

'Distance Between' weiß dann über sahnige Vokalmelodien vor allem im Refrain mit der fast soungardenesquen Gitarrenarbeit zu versöhnen. Ähnliches gilt für 'Blow You Away', dessen Refrain dann doch gleich im Ohr bleibt. Mit dem etwas montonen 'We Belong', dem nerviger Weise etwa zur Hälfte durch Vocoder eingesungenen 'All I Want', dem mediokren 'Should Be With You' folgen mehr oder weniger einige Durchhänger. Erst das sparsam arrangierte, mit zunehmender Spieldauer immer intensiver treibende 'Pain Is An Angel' weiß wieder zu gefallen.

Leider nimmt die Soundqualität mit der Live-Hälfte dann doch noch einmal etwas ab. Hierbei offenbart sich dann das Dilemma, dass sich bei vielen Nu Rock/ Alternative Bands vor allem live immer wieder bestätigt. Viel Distortion, breitwandige Akkorde und die stimmtiefere Anlage der Songs führt häufig zu einem undifferenzierten Soundbrei in dem in der Stilart ja ohnehin nur rar gesäte Details in der Regel dann im Klanggewaber untergehen. Man möchte wetten, dass Songs wie 'Pray', 'Stranger' in der Studiofassung vermutlich kaum wieder zu erkennen wären. 'Just Asking', 'Fragile' und die Fastballade 'Mother Mary' und das abschließende 'War' bleiben aber durchaus hörenswert.

Alles in allem hat 'Adrenaline Sky' mit DAN REED NETWORK nicht viel zu tun. Der Sound ist deutlich ruppiger, die Stimmung der Songs düster und manchmal bedrückend. Man darf vermuten, dass diese Veröffentlichung das Spiegelbild schwieriger Jahre in der Karriere des Mannes ist. Die kargen Photos im Inlet lassen Reed, der nach eigenem Bekunden in seiner Zeit als Gastronom mit diversen Substanzen in Berührung kam, in einem angeschlagenen Zustand erscheinen und vermitteln einen gänzlich anderen Eindruck als sein aktuelles Erscheinen und die fast schon softe Ausrichtung neuer Alben wie 'Coming Up For Air'. Ein schwieriges Album und eher etwas für Chronisten.


The Secret Race: Inside the Hidden World of the Tour de France: Doping, Cover-ups, and Winning at All Costs
The Secret Race: Inside the Hidden World of the Tour de France: Doping, Cover-ups, and Winning at All Costs
von Daniel Coyle
  Gebundene Ausgabe

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fast schon symphatische Läuterung, 21. September 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Viele Radprofis der Ära, die jetzt durch die UCI gerne als die schwarze Ära vergessen gemacht werden möchte, haben sich als Autoren oder Geschichtenerzähler verdingt: Riis, Armstrong, Millar, Landis, Jan Ullrich. Über andere gefallene Stars ist von dritter Seite mehr oder weniger gelungen geschrieben worden: Marco Pantani, Ullrich (Klaus Blume/Des Radsports letzter Kaiser?), Kohl (Grenzwertig: Aus dem Leben eines Dopingdealers). Braucht es da jetzt eine weitere Beichte eines Fahrers, der wie viele seiner Kollegen zunächst beharrlich die Unwahrheit vertreten hat, um dann letzten Endes doch aufzufliegen? Eigentlich nicht, denn wenn man einiger Maßen bei Verstand ist, sollte man seine Zeit und sein Geld grundsätzlich nicht auch noch in Bücher von Akteuren dieser zweifelhaften Szene investieren.

Für den Radsportfan und Leser der anderen angesprochenen Werke ist Hamiltons Beichte allerdings insoweit von Bedeutung, als dass sie hilft, das wirre Geflecht der Darstellungen aus hoffnungslos naiv geschriebenen Fanbüchern, einseitiger Legendenbildung, dumdreisten münchausenesken Schwindeleien und weitgehender Enthaltung zu ordnen und das eigene Bild abzurunden.

Mit Daniel Coyle hat Hamilton ein kompetenten Co-Autor, der seinerzeit schon durch das objektive Buch Lance Armstrong's War angenehm aufgefallen ist, gefunden. Kompakt und auch im Englischen gut lesbar arbeitet Hamilton seine Doping-Karriere ab. Die Darstellung ist detailreich und konzentriert sich keineswegs darauf, mit Lance Armstrong abzurechnen. Annahmen sind als Annahmen gekennzeichnet und Coyle ergänzt viele Passagen mit interessanten oft querverweisenden Fußnoten, um bestimmte Einschätzungen jedenfalls mit weiteren Indizien abzurunden. Das führt an der einen oder anderen Stelle auch dazu, dass Coyle sich in Widerspruch zu seinem Co-Autor setzt. Hamilton legt vor allem seine eigene Vorgehensweise beim systematischen Doping offen. Soweit auch immer wieder Einblicke in Verhaltensweisen und die Person Armstrongs gegeben werden, wird man auffallend viele Parallelen zu Coyles Wahrnehmungen in Lance Armstrong's War aber auch anderer Zeitzeugen wie Landis finden. Viele Anekdoten im Zusammenhang mit Armstrong - wie die Attacke auf einen aggressiven Autofahrer - mögen für sich betrachtet ungeheuerlich klingen, passen aber letztlich genau in das Bild, dass man von dem (ehemaligen) Tourrekordsieger in anderen Veröffentlichungen (From Lance to Landis: Inside the American Doping Controversy at the Tour de France) und über Armstrongs Selbstdarstellung in Presse und Bild über die Jahre gewinnen durfte. Interessant sind insbesondere die Ausführungen zu den Vertuschungstaktiken und die Darstellung, wie sich die Doping-Gewohnheiten über die Jahre von team- zum fahrergesteuerten EPO-Konsum, von Dosierungen bis zum Grenzwert zu schnellabbaubaren Mikrodosierungen und dem Übergang zu CERA und Eigenbluttransfusionen verändert und vor allem dem Vorgehen der Fahnder angepaßt haben. Hamilton bestätigt die Überzeugung vieler, dass die Dopingfahndung letztlich immer im Hintertreffen ist.

Vielleicht bietet das Buch auch die einzige Gelegenheit, etwas mehr über die Einzelheiten zu erfahren, die Gegenstand des USADA-Verfahrens waren, über das Armstrong stolperte. Seine Rückzug aus dem Verfahren hat eine öffentliche Aufarbeitung (zunächst) verhindert, was sich aus dem Verfahren gegen Bruyneel ergeben wird, ist offen.

Man mag Hamilton unterstellen, er nutzt mit dem Buch seine letzte Möglichkeit, nach seiner gescheiterten Karriere noch ein paar schnelle Dollar zu machen. Vermutlich ist das auch eines der Motive für dieses Buch. Richtig Schlimmes kann ich daran aber nicht erkennen. Ob Hamilton reich damit wird, entscheidet die Käuferschaft. Wenn das Buch prosperiert, dann wird Hamilton vermutlich zunächst einmal Löcher stopfen müssen, die seine aufwändige Verteidigungsstrategie gerissen hat. Außerdem zahlt Hamilton für einen entsprechenden Ertrag einen hohen Preis, läßt er doch die Trägerhosen weit runter und räumt mit sich selbst erfrischend schonungslos auf. Man mag Hamilton -schon in seiner aktiven Zeit kein lautsprecherischer Unsymphat - glauben, dass es ihm (auch) darum geht abzuschließen und für die Irreführung der interessierten Radsportöffentlichkeit genauso öffentlich über diese Publikation Abbitte zu leisten. Die Schilderungen sind glaubhaft und Hamilton sammelt Punkte in Bezug auf seine lädierte Glaubwürdigkeit. Da gibt es nur wenig Jammern und auch nicht den Versuch, vor allem andere oder das System allein verantwortlich zu machen.

Fazit: Eines der besseren Bücher des Genres und eines, das in seiner Art auch dem ein oder anderen Aktuer seiner Zeit gut zu Gesicht gestanden hätte. Peter Winnen's 'Post aus Alpe d'Huez. Eine Radsportkarriere in Briefen und Paul Kimmage's Raubeine rasiert. Bekenntnisse eines Domestiken. bleiben aber unerreicht.


Yeah! Bonus CD With Backstage Interviews (UK Import)
Yeah! Bonus CD With Backstage Interviews (UK Import)
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 11,95

2.0 von 5 Sternen Rip-Off, 7. September 2012
Dass man von DEF LEPPARD's Coveralbum Yeah wegen der eher ungewöhnlichen, fast obskuren Songauswahl begeistert sein kann, gilt sicher genau so, wie dass man sich angesichts der Veröffentlichungsmüdigkeit der Leoparden auch gut über die Einfallslosigkeit, sich Tracks anderer Künstler zu bedienen, ärgern kann.

Keine zwei Meinungen kann es aber darüber geben, das Sheffield's Finest die Fan-Abzocke mit der seinerzeitigen Veröffentlichungstrategie aber auf den Gipfel trieben. Das es für den japanischen Käufer immer mal einen Bonus gibt, was an den dortigen CD-Preisen liegt, ist ja noch hinnehmbar.

Insgesamt sieben weitere Cover dann aber noch auf itunes, einer CD-Version für den amerikanischen Retailer Target, die Japan-Edition und eine Wal Mart-EP mit Interview-Schnipseln zu verstreuen, ist ein echte Unverschämtheit.

Auf diese Wal Mart-Ep haben es folgende raren Tracks geschafft:

1. 'American Girl' (Tom Petty and the Heartbreakers)
2. 'Search and Destroy' (The Stooges)
3. 'Space Oddity' (David Bowie)
4. 'Dear Friends' (Queen)

Alles nicht schlecht, aber auch nicht wirklich essentiell. Besonderheiten weisen die Stooges und die Queen-Nummer auf: Erstere intoniert Phili Collen, letztere Bassist Rick Savage. Im Ergebnis gibt dies einen klaren Punktsieg für Collen, denn 'Search and Destroy' und 'American Girl' schlagen die öden Bowie- und Queen-Cover um Längen. Wenn Savage es dabei belassen hätte, mit diesem Cover seiner Vorliebe für Queen Ausdruck zu verleihen, dann hätte man diesem Song ja noch etwas Positives abgewinnen können. Da der Mann aber auch für das unsägliche 'Kings Of The World' von Mirror Ball-Live & More verantwortlich zeichnet, kann man ihm nicht einmal das anrechnen.

Kurzum: Die Interview-Parts sind überflüssig und die Songs sind was für beinharte Sammler.


Under a Wild Sky +2
Under a Wild Sky +2
Wird angeboten von DSB Versand
Preis: EUR 46,79

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Kessel Buntes, 6. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Under a Wild Sky +2 (Audio CD)
Kip Winger und eben Kane Roberts sorgten in den 80er Jahren dafür, dass der Master Of Horror ALICE COOPER seine Musik auf den Alben 'Constrictor' and 'Raise Your Fist And Yell' immer metallischer ausrichtete. Roberts reicherte auch optisch die abstruse Bühnenshow des Altmeisters an. Der Gitarrist wog seinerzeit nach eigenen Angaben fast 130 Kilo, was aber nicht etwa an mangelnder Bewegung und dem Hang zu Hochkalorigem lag, sondern an seiner Obssession für Bodybulding. Mit Ringertrikot und einer E-Gitarre mit Maschinengewehrkorpus und Patronengurt kam Roberts wie ein Rambo-Impersonator auf Speed daher. Auch nach seinem Ausscheiden blieb die Verbindung zum Horrorhohepriester erhalten, Roberts und Copper halfen sich wechselseitig bei ihren jeweils nächsten Platten aus. Geriet Roberst eponymes Debüt noch ungeschliffen und ein wenig prollig, konnte er mit dem Nachfolger 'Saint & Sinners" gerade in AOR-Leibhaber-Kreisen erste Punkte sammeln. Ein gute Produktion, Beiträge von Starautor Desmond Child sowie eine gelungen Neuinterpretation der BON JOVI-Nummer 'Does Anybody Really Fall In Love Anymore?', der CHER schon zu höheren Weihen verholfen hatte, wußten durchaus zu gefallen.

Danach wurde sehr rasch ruhig um das Saitenschwergewicht. Außer einigen Beiträgen zu VAI's 'Sex & Religion' und Desmond Child's 'Discipline' dauerte es bis 1999 bis er musikalisch unter dem Projektnamen PHOENIX DOWN wieder von sich hören ließ. Der Meister singt hier selbst und steuert natürlich auch viel Leadgitarre bei. Ansonsten holte er sich aber fast zwei Dutzend Musiker ins Boot, um diese Platte einzuspielen. Darunter finden sich illustre Namen wie Jim Peterik (PRIDE OF LIONS, SURVIVOR, IDES OF MARCH), Vinnie Burns (DARE, TEN, ASIA, FM) und Mike Slamer (STREETS, STEELHOUSE LANE). Das Musikantenkarussel hat dem Album sicher nicht nur gut getan, was vor allem durch seine Heterogenität zum Ausdruck kommt. Die ersten beiden mit modernen Sounds versehenen Tracks mögen sogar nicht zum melodienseeligen AOR-Sound von Tracks wie 'Walk', 'Love Gone Wrong' oder 'Rebel Heart' passen. Durch die Melodic-Rock-Brille lassen sich einige echte Hightlights, aber auch ein paar eher durchwachsene Nummer auf dieser Scheibe, die mittlerweile sehr rar geworden ist, sichten.


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