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Rezensionen verfasst von
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe)
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   

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Turkmenistan - Versunkene Wüstenstädte an der Seidenstraße
Turkmenistan - Versunkene Wüstenstädte an der Seidenstraße
von Beate Luckow
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

5.0 von 5 Sternen Die erste Wahl, 21. Mai 2013
Das im April 2012 im Berliner Trescher Verlag bereits in seiner zweiten Auflage erschienene Reisehandbuch ist nicht nur eines der wenigen, sondern auch das aktuellste in deutscher Sprache.

Wie bei allen Reisehandbüchern aus dem Trescher Verlag wurde auch hier ein besonderer Schwerpunkt auf die Rubrik „Land und Leute“ gesetzt. Alleine 30 Seiten beschreiben die Geschichte des Landes, welche von den persischen Achämeniden bis zur Unabhängigkeitserklärung am 27. Oktober 1991 reicht. Weitere 20 Seiten sind der Bevölkerung, Religion und Sprache des Landes gewidmet.

Anders als sein Nachbarland Usbekistan ist Turkmenistan weniger touristisch erschlossen. Dies macht sich bereits bei der Einreise bemerkbar. Obwohl timediver® zu einer Reisegruppe eines renommierten deutschen Veranstalters gehörte, nahm die Wartezeit zur Einreise am Flughafen von Asgabat mehr als zwei Stunden in Anspruch. Allen Reisenden sei deshalb empfohlen, ihr Visum bereits in Deutschland einzuholen. Daneben ist auch die Ausreise nach Usbekistan recht (zeit)aufwendig.

Die Reisetipps A – Z müssen dahingehend ergänzt werden, dass der US $ nicht nur die inoffizielle Zweitwährung des Landes ist (S. 214), sondern dass der Euro weder in Asgabat, noch sonstwo im Lande als Zahlungsmittels akzeptiert werden. Das Mitführen von Dollar-Noten ist nahezu unerlässlich. Ein wichtiger Hinweis ( S. 13) ist, dass ausländische Handys infolge fehlender Rooming-Verträge nicht funktionieren. Als Alternative zur Kommunikation mit der Heimat empfiehlt timediver® die Nutzung des Internets über Skype, wobei für wenige Cents auch ins Festnetz telefonieren kann. Mit den Empfehlungen von Unterkünften, wie das Nusey Hotel ins Asgabad (Seite 115) ist der Reisende hingegen gut beraten.

Die Darstellungen und die Informationen zur größten Moschee Turkmenistans in Kiptschak und zur einstigen Reisidenz der Parther in Nisa sind dahingehend erschöpfend. Dasselbe gilt für die Ausführungen und Fotos zu Kony Urgensch, der einstigen Choresmier im Norden des Landes.

13 Essays bieten weitere Informationen zur Geschichte und zu Verstehen des Landes, wie z. B. zum Turkmensbashi, die Achal-Tekkiner Pferde und den gigantischen Wasserbauprojekten.

Trotz timediver®'s Anmerkungen bleibt das Trescher Reisehandbuch Turkmenistan die erste Wahl und damit die Empfehlung zur Vorbereitung und Durchführung einer Reise in dieses mittelasiatische Land.

5 Amazonsterne.

Xiva, Usbekistan, den 21. Mai 2013

Geschichte Mesopotamiens: Von den Sumerern bis zu Alexander dem Großen
Geschichte Mesopotamiens: Von den Sumerern bis zu Alexander dem Großen
von Dietz Otto Edzard
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,90

5.0 von 5 Sternen Wissenschaftliches Standardwerk, 18. Mai 2013
Der Autor des im Jahre 2009 in der Reihe "Beck's Historische Bibliothek" bereits in zweiter Auflage erschienenen Bandes, Prof. Dr. Dietz-Otto Edzard (1930 - 2004), zählte zu den bedeutendsten deutschen Altorientalisten des 20. Jahrhunderts. Bereits 1955 machte er mit seiner zwei Jahre späteren publizierten Dissertationsschrift "Die 'zweite Zwischenzeit' Babyloniens" deutlich, dass für historische Studien die Grundlage umfassender philologischer Kenntnisse unerlässlich ist. Von 1963 bis zu seiner Emeritierung am 1. Oktober 1998 hatte Edzard den neugeschaffenen Lehrstuhl für Assyriologie an Ludwig-Maximilian Universität München inne und amtierte danach noch bis 1999 als Leiter des daraus hervorgegangenen Institutes für Assyriologie und Hethitologie. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde Dietz-Otto Edzard vielfach international ausgezeichnet und in eine Reihe von Akademien aufgenommen.

timediver® beschäftigt sich nach seiner ersten Israel-Reise seit nunmehr drei Jahrzehnten mit der Geschichte des Alten Orients, die mir vor allem anhand bedeutender Exponate wie der "Königsstandarte von Ur" im British Museum, sowie der Stele mit dem "Codex Hammurapi" (Seite 124), der "Naram-Sin-Stele" (s. 89) und den Fragmenten der "Geierstele" des Königs E-ana-tum von Lagasch (s. 54) im Pariser Louvre, vor Ort in den Museen vergegenwärtigt wurde. Glücklicherweise konnte ich im Februar 2010 im Nationalmuseum Damaskus auch noch wichtige Artefakte aus den einstigen sumerischen Stadtstaaten Mari und Ebla betrachten. Die Ausstellung "Uruk: 5000 Jahre Megacity" war für mich der Anlass für eine erneute Beschäftigung mit der frühen Geschichte des Landes zwischen Euphrat und Tigris.

"Aller Anfang ist schwer", auch bei der Betrachtung der Anfänge der sumerischen Hochkultur (die sich nicht alleine auf das Volk der Sumerer beschränken kann) und ihrer geographischen und klimatischen Voraussetzungen, wie das erste Kapitel deutlich macht. Edzard beantwortet die "Sumerische Frage" anhand von Schrift, Sprachen und Schreibern an der Wende des vierten zum dritten vorchristlichen Jahrtausends. Als Philologe definiert er vier vollkommen unabhängige Sprachen/Sprachfamilien, die nicht einmal entfernt miteinander verwandt waren: Sumerisch, Elamisch, Semitisch und Hurritisch. Während er auf strukturelle Ähnlichkeiten des Sumerischen mit modernen isolierten Sprachen, wie dem Georgischen, Baskischen oder dem im Norden Pakistans gesprochenen Burushask eingeht, kann jedoch auch Edzard keine Antwort auf die Herkunft der Sumerer und ihrer Nachbarvölker geben.

Das zweite Kapitel Geschaffen widmet sich zunächst dem Weld-Blundell-Prisma mit der darauf in Keilschrift niedergelegten "Sumerischen Königsliste", die jedoch erst um 1800 v. Chr. in der babylonischen Stadt Larsa am Euphrat entstanden ist. Der Autor weist daraufhin, dass die Königsliste eine Fiktion hinsichtlich der Einheit des Landes darstellt, wonach es stets einer bestimmten Residenz untertan gewesen wäre. Tatsächlich gehörte das Land den Sumerern und den semitischen Akkadern, welche in einer Symbiose zusammenlebten. Die Bezeichnung sumerisch bedeutet nicht, dass alle Herrscher ethnische Sumerer gewesen sind, sondern lediglich, dass die Königsliste in sumerischer Sprache abgefasst wurde. Mit einer Übertragung des Gegensatzes im künstlerischen Ausdruck (zu dem auch literarische Reflexe wie Gilgamesch und Agga zählen) auf die ethnische Identität sollte man daher auch zurückhaltend sein, so Edzard. Weitere Abschnitte des Kapitels befassen sich mit einzelnen Herrschern und Städten. Der Ekstatikpriester der Nisaba in Umma Lugal-zage-si war seinem Namen nach semitischer Herkunft und verkörperte als als König von Uruk „König des Landes“ eine „gemein-sumerisches“ politisches Konzept. Mit der Beschreibung der Mari und Ebla wird deutlich, dass dies weder an der Peripherie noch außerhalb diese Wirkungskreises lagen. Ein weitere Abschnitt widmet sich dem Staatenverband von Sumers südöstlichen Nachbarn Elam, der eine damals gängige Variante der Keilschrift für seine eigene Sprache benutzte. Das von Sargon I. Geschaffene erste Großreich der Geschichte, die dritte Dynastie von Ur und der Aufstieg Assur bilden die Themen die Themen der nachfolgenden Kapitel. Die Chronologie Mesopotamiens findet ihre Fortsetzung in drei weiteren Kapiteln, de vom Altbabylonische Reich bis zum Sturz Assyriens reichen. Hervorzuheben sind hierbei besonders Recht, Religion und Kult im Alten Babylon, die als wesentliche Aspekte auch Eingang in der Kultur späterer Völker erfahren haben. Ein Blick über die Grenzen Mesopotamiens hinaus ist auf Mitanni und die Hurriter, das ägyptische Armana, die Hethiter und Aramäer gerichtet. Zum Urartäische Reich wird ebenso ein Bezug hergestellt, wie zu den im Alten Testament geschilderten Ereignissen, denen Israel aufgrund der Feldzüge assyrischer und babylonischer Herrscher ausgesetzt war. Der persische Großkönig Kyros II. setzte im Jahre 539 v. Chr. der Herrschaft der Babylonier ein Ende. Bemerkenswert ist, das zu diesem Zeitpunkt die sumerische Sprache verschwunden war, das Elamische als eine der Amtssprachen des Achämenidenreiches noch lange präsent sein sollte. Nach der Eroberung Babylons durch den Makedonier Alexander und einem Blick auf die Herrschaft der Seleukiden, endet die Zeit der Keilschrift mit einer astronomischen Aufzeichnung im Jahre 75 nach Chr.

Den Abschluss des Bandes bilden eine Zeittafel und ein Register, sowie nach den einzelnen Kapiteln gegliederte Anmerkungen, welche seinen wissenschaftlichen Anspruch belegen. Zwei farbige topographische Karten im vorderen und hinteren Buchdeckel und 14 schwarz-weiße Abbildung sowie weitere Karten sind zusätzliche Materialien eines Standardwerkes, das mit 5 Amazonsternen zu bewerten ist.

Die Sumerer
Die Sumerer
von Helmut Uhlig
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der gut zu lesende Klassiker, 18. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Sumerer (Gebundene Ausgabe)
"Je tiefer der Tauchgang in die Geschichte, desto trüber wird die Sicht."
(Dr. Ralf-Peter Märtin, Althistoriker)

Wer sich auf die Suche nach Literatur über die Sumerer begibt, wird immer wieder auf den Namen Helmut Uhlig (1929 – 1997) stoßen. Seine bereits im Jahr 1978 im Gütersloher Bertelsmann Verlag erschienene Abhandlung "Die Sumerer - Ein Volk am Anfang der Geschichte" wurde wie keines seiner anderen Bücher so oft neu aufgelegt und und in andere Sprachen übersetzt. Ein besonderes Anliegen waren ihm die Kunstgeschichte, Völkerkunde und Religionen Asiens. Sein besonderer Verdienst bestand insbesondere darin, Parallelen, Übereinstimmungen und Synkretismen zwischen den Religionen in ihrer historischen Genese aufzuzeigen. Dabei gab es für ihn keine Grenzen zwischen westlicher und östlicher Spiritualität. Die "Quadratur des Kreises als ethisch-spiritueller Denkanstoß" gelang ihm mit "Buddha und Jesus. Die Überwinder der Angst", wie timediver® im Jahre 2005 in seiner Rezension feststellen konnte.

In seiner systematischen Darstellung der Sumerer verzichtete Uhlig auf jegliche Fußnoten und Anmerkungen. Demgegenüber präsentierte er einen geschliffenen Schreibstil und originelle Überschriften der Kapitel und Unterkapitel, wodurch sein Buch nicht nur gut lesbar wurde, sondern auch heute noch eine große Lesefreude erzeugt. Das erste von insgesamt sechs Kapiteln lässt Uhlig mit einer „Vorgeschichte im Zeitraffer“ beginnen, bei dem er einen Blick auf das älteste Asien, den Aufbruch zwischen den Strömen Nil und Hwangho wirft. In dieser spricht er die maßgeblichen Veränderungen an, welche sich in der prähistorischer Zeit zwischen dem Nildelta, der asiatischen Mittelmeerküste, im Jordantal, Syrien und Anatolien, Mesopotamien bis hin die Täler des Indus und Gelben Flusses vollzogen. Hierbei kommt der Autor auch auf die archäologische Periode der Obed-Zeit zu sprechen, die während des späten Chalkolithikums in Mesopotamien.von etwa 5500 bis 3500 v. Chr. andauerte. „Das Rätsel Summer“ lautet die Überschrift des zweiten Kapitels, das zunächst mit den himmlischen Königtum und den mythischen Königen vor der Flut beginnt, um dann einen Bogen zur alttestamentarischen Religion zu spannen. Während auch der erste sumerische Mensch aus Lehm erschaffen wurde und die Könige vor der Flut gar noch ein höheres Alter erreichten als die biblischen Nephilim (Göttersöhne), erfolgte die Vertreibung aus dem Paradies bei den Sumerern aufgrund des Mutwillen einer Göttin. Neben der Vorstellung des sumerischen Pantheons widmet sich Uhlig auch den Untersuchungen der Geologen Lees und Falcon, nach deren Feststellungen sich nicht die Küstenlinie des Persischen Golfes, sondern die Landschaftsstruktur des südlichen Zweistromlandes verändert habe. Die Stadt Eridu habe demnach wirklich am Wasser, jedoch nicht am Meer, sondern an einem Süßwassersee gelegen. Uhlig erteilt der Hypothese, wonach es in Sumer eine Art „theokratischen Sozialismus“ gegeben habe eine Absage, da sonst die gesellschaftliche Entwicklung ganz anders verlaufen wäre. Ein weiteres Thema ist die von Streit geprägte Entstehung der Sumerologie zwischen Jules Oppert und des Assyriologen Franz Delitzsch. Gleichwohl Letztgenannter schließlich die Existenz der Sumerer nicht nur eingestehen musste, sondern auch vertrat, bleibt die Herkunft dieses Volkes bis heute ein Rätsel. Uhlig will eine Ähnlichkeit mit der sumerischen Physiognomie im Gesicht des eines buddhistischen Abtes im tibetischen Ladakh festgestellt haben....

Kapitel drei beschäftigt sich neben der Entstehung der Schrift mit der Sintflut und den Türmen Sumers, wobei erneut auf alttestamentarische Adaptionen hingewiesen wir. "Mythos und Wirklichkeit" stehen im Focus des vierten Kapitels, in dem Mythen wie die "Heilige Hochzeit" und das "Gilgamesch-Epos" einen realen Bezug erhalten. Am Ende des sumerischen Reiches steht sein König Lugalzagesi, der vom Akkader Scharrukenu (Sargon I.) besiegt, schmachvoll unter dem Nackenholz nach Nippur geführt und dort hingerichtet wurde. Sargon I., dessen legendäre Kindheitsgeschichte auf den alttestamentarischen Mose übertragen wurde, schuf ein Reich in dem sich die letzten Unterschiede zwischen Sumerern und Semiten auflösten. Während Kapitel 5 mit dem Untergang des ersten Großreiches der Menschheit unter dem Ansturm der wilden und rätselhaften "Horde aus Gutium" (Gutäer) endet, , befasst sich das sechste Kapitel mit der sumerischen Renaissance, die mit der Gründung der dritten Dynastie von Ur begann und mit dem Zerfall des Staates und der Zerstörung durch die Elamer endete.

Zu einer 16seitigen schwarz-weißen Fotostrecke und einem Register bilden ein Literaturverzeichnis, eine Zeittafel, zwei Landkarten und eine Synopse "Von der Bilderschrift zur Keilschrift" die abschließenden Materialien eines "Klassikers", der nicht nur trotz, sondern auch wegen der Ausstellung "Uruk: 5000 Jahre Megacity" immer noch eine Empfehlung darstellt, die mit 4 Amazonsternen zu bewerten ist.

Das Gilgamesch-Epos: Mythos, Werk und Tradition
Das Gilgamesch-Epos: Mythos, Werk und Tradition
von Walther Sallaberger
  Broschiert
Preis: EUR 8,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verständliche Darstellung eines Hauptwerkes der Weltliteratur, 12. Mai 2013
"Als die Götter die Menschheit erschufen, teilten den Tod sie der Menschheit zu und nahmen für sich das Leben in die Hand."
(aus der X. Tafel)

"Das Gilgamesch-Epos" wurde bereits im Februar 2008 von Prof. Dr. Walther Sallaberger, der am Institut für Assyriologie und Hethitologie der Ludwig-Maximilians-Universität München einen Lehrstuhl für Assyriologie inne hat, veröffentlicht.

Erfreulicherweise zeigt das Cover der im März 2013 veröffentlichten, 2. Auflage nicht mehr das Bild einer Statue, von der oftmals behauptet wurde, dass sie Gilgamesch darstelle. Tatsächlich jeoch zeigt die im Pariser Louvre ausgestellte Statute den "Sechslockigen Helden", einen Diener des Wasser- und Weisheitsgottes Ea. Mit dem neuen Coverfoto wurde nun ein Bezug zum Gilgameschepos hergestellt, denn es zeigt eine Maske des Dämons und Zedernwald-Wächters Chumbaba, der von Gilgamesch und seinem Freund Enkidu getötet wurde.

Das "Gilgamesch Epos" hat seine Bedeutung als weitaus bekanntester Text aus dem Alten Orient mit vollem Recht erlangt, denn kein anderes Thema wurde dort so intensiv und lange bearbeitet. Die kanonische jungbabylonische Fassung, die wir heute als das "Gilgamesch-Epos" bezeichnen, entsnd wohl erst 1000 Jahre nach den ersten sumerischen Epen, also im 11. vorchristlichen Jahrhundert. Nicht nur aufgrund seines Umfanges, sondern auch seiner literarischen Dichte und Qualität überragt es alle anderen babylonischen Literaturwerke....

....und auch sein Thema ist einzigartig. Es ist die einzige babylonische Erzählung, das den menschen und sein Wesen zum Mittelpunkt hat. Berichtet wird von menschlichen Erfahrungen, dem Leiden und Wissen um den Tod und der Rolle des Menschen in der Gesellschaft. Daher berührt der alte Text die Menschen bis in unsere Gegenwart hinein. Der Autor räumt in seinem Vorwort ein, dass die historische Einführung in diese Thema immer zu kurz kommen muss, da sie vom dritten bis ins späte zweite vorchristliche Jahrtausend reicht. Ziel des Bandes soll es vielmehr sein, die Grundzüge und Eigenheiten der altorientalischen Schriftkultur darzustellen.

Der in der "Beck'schen Reihe Wissen" publizierte128seitige Band ist als Einführung zu verstehen, die sich in acht Kapitel untergliedert. Die einzelnen Themen beruhen im wesentlichen auf Vorträgen, Seminaren und Vorlesungen zur akkadischen und sumerischen Literatur, die der Autor in München, Venedig und Verona gehalten hat. Daneben wurden die Perspektive und die Auswahl der Themen durch die Erfahrungen in der Lehre bestimmt. Nach der Inhaltsangabe der zwölf Tafeln des Epos, wird zunächst seine alte mesopotamische Welt, sowie die Sage und geschichte seines gleichnamigen Königs vorgstellt. Einem Überblick über die sumerischen und akkadischen Erzählungen folgt eine Betrachtung der "Tradition von Literatur" in Gestalt von Autoren, Kopisten und Schreiberschulen. Nach einer Untersuchung seiner literarischen Gestaltung wird die Bedeutung des Menschen im Gilgamesch-Epos und seine beeindruckende Wirkung und Nachleben hinterfragt. Ergreifend und von steter Aktualität ist die Rolle Enkidus als Freund, das Ende im Tod und das Weiterleben im Namen, sowie die damit verbundene Bestattung und das Totengedenken. Beeindruckend sind auch die Wirkungen des Epos im Alten Orient und seine Reflexe im Alten Testament. Wie z. B. die Geschichte von Ziusudra, dem nach der sumerischen Königsliste letzten göttlichen Königs von Schuruppak, die zur späteren Fassung der biblischen Noah-Erzählung bemerkenswerte Parallelen in der Schilderung der Flutkatastrophe zeigt.

Prof. Dr. Walther Sallaberger ist es gelungen in einer allgemeinverständlichen Darstellung ein Hauptwerk der Weltliteratur vorzustellen, das von den Grundfragen des menschlichen Daseins handelt. Darüber hinaus werden in einem fünfseitigen Anhang noch eine Zeittafel (3600 v. Chr. - 75 n. Chr), bibliographische Hinweise und ein Register geboten. Auf der Innenseite des vorderen Buchdeckels ist zudem eine Karte Vorderasiens mit der Küstenlinie um 2000 v. Chr. zu finden.

5 Amazonsterne.

Wer noch mehr vom sagenhaften vorzeitlichen Helden Ghilghamish malik Uruq und seinem Gefährten Enkidu lesen möchte, sei der fantastische Roman "Gilgamesch. König von Uruk.". von Thomas R. P. Mielke empfohlen, den timediver® bereits in den 1990er Jahren gelesen, jedoch nicht rezensiert hat.

Am Anfang war Ägypten
Am Anfang war Ägypten
von Michael Höveler-Müller
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,99

5.0 von 5 Sternen Ein Anfang war Ägypten - Chronik & Nachschlagewerk, 11. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Am Anfang war Ägypten (Gebundene Ausgabe)
"Unsere alltägliche Welt basiert auf Abermillionen von Ereignissen und Entscheidungen der Vergangenheit.
Was wir dem hinzufügen können, bleibt daher trivial."
(timediver®, frei nach Michael Crichton in Timeline)

Im Zuge meiner Ägypten-Reisen hat timediver® seit dem Ende der 1980er Jahre Dutzende Von Büchern, Filmreportagen und andere Publikationen zur 6000jährigen Kultur und Geschichte der Nil-Oase, aber auch zur sogenannten "verbotenen Archäologie" und der mit ihr verbunden "Paläo-SETI" erworben, gelesen, angeschaut und zum Teil auch rezensiert.

Der Ägyptologe und Dr. designatus Michael Höveler-Müller M. A. hatte den Band "Am Anfang war Ägypten" erstmals im Jahre 2005 mit dem Untertitel "Die Geschichte der pharaonischen Hochkultur von der Frühzeit bis zum Ende des Neuen Reiches ca. 4000-1070 v. Chr." im Mainzer Verlag Philipp von Zabern veröffentlicht. Nachdem der Titel nur noch zu einem erhöhten Preis im modernen Antiquariat erhältlich war, ist es um so erfreulicher, dass im März 2013 eine zweite Auflage erschienen ist.

In seinem Vorwort schreibt der Autor, dass er mit dem Buchtitel "Am Anfang war Ägypten" keinesfalls die Tatsache leugnen will, dass es bereits vor der ägyptischen Zivilisation andernorts menschliche Kulturen gegeben habe. Seiner, vom Blick durch die Ägyptologen-Brille geprägten Auffassung, dass deren Einflüsse auf unsere heutige Gesellschaft im Vergleich zu jenen des Alten Ägyptens jedoch gering seien, muss timediver® jedoch widersprechen. Die von den Griechen, Persern, Römern, den Judentum und den Arabern tradierten kulturellen und zivilisatorischen Errungenschaften gehen mindestens zu einem gleichen Teil auf die sogenannten "Sumerer" des altorientalischen Mesopotamiens zurück. Neben der ersten Schrift, seien hierzu Astronomie, Medizin, religiöse Synkretismen, wie die Sntfluterzählung und das Wort Alkohol lediglich exemplarisch genannt.

Zu einem besseren Verständnis macht Michael Höveler-Müller den Leser zunächst mit den Grundlagen der altägyptischen Geschichtsschreibung, wie der Darstellung von Personen, und der typischen „damnatio memoriae“ bekannt. Dazu werden die Königsliste des Manetho, der Annalenstein von Palermo, der Königspapyrus von Turin und die Ahnentafeln von Karnak, Abydos und Saqqara als wichtige Quellen vorgestellt. Neben Hinweisen zu den Traditionen und zur Titulatur der ägyptischen Könige sowie dem vom Nil geprägten altägyptischen Kalender, wird vom Autor auch der "Wunschtraum von einer exakten Datierbarkeit und absoluter Chronologie" thematisiert. Im Anschluss daran wird dem Leser noch eine Zusammenfassung der altägyptischen Mythen geboten, die von der Schöpfung der Welt aus dem Chaos namens Isfet bis zur Inbesitznahme des fruchtbaren Landes Kemet (schwarzes Land) durch den falkenköpfigen Gott Horus reicht. In den nachfolgenden vier Kapiteln offenbart sich dann die eigentliche Stärke des Bandes, die in einer Konzentration auf die aufeinanderfolgenden Dynastien und detaillierten Einzelbeschreibungen ihrer Herrscher besteht. Auch die Illustrationen orientieren sich an die porträtierten Pharaonen der drei aufeinander folgenden altägyptischen Reiche und ihren Verdiensten. Die Chronologie endet mit der Herrschaft Ramses XI. und befasst sich daher auch nicht mehr mit der, von verschiedenen lokalen Dynastien geprägten "Dritten Zwischenzeit" und der nachfolgenden "Spätzeit" in der Ägypten von Assyrern, Babyloniern, Persern und schließlich Makedonier, zu denen auch die berühmt-berüchtigte Kleopatra VII. Philopator zählte, beherrscht werden sollte.

Zu den abschließenden Materialien des Bandes gehören eine mehrseitige Liste der "Epochen und Könige von der 1. bis zur 20. Dynastie", zwei Abkürzungsverzeichnisse, 265 Anmerkungen und ein analog zu den Kapiteln gegliedertes Literaturverzeichnis. Die am Wesentlichen orientierte Chronik des Alten Ägyptens ist ein exzellentes Nachschlagewerk, das sich auch als "normale Lektüre" empfiehlt (und trotz timediver®'s Widerspruch gegen die reine "ägyptologische Sichtweise" des Ursprungs unserer heutigen Zivilisation im Vorwort) mit 5 Amazonsternen bewertet werden kann.

Menhire in Deutschland
Menhire in Deutschland
von Harald Meller
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "In sito Deutschland" - eine fotografische & lexikalische Pionierleistung, 11. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Menhire in Deutschland (Gebundene Ausgabe)
"Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!"
(frei nach Johann Wolfgang von Goethe)

Nachdem timediver® in den letzten drei Jahrzehnten eine ganze Reihe von Megalithstätten in Großbritannien, des maltesischen Archipels, den Balearen, auf Sardinien und Korsika, der Bretagne und im Kaukasus besucht hatte, war ich nunmehr auch gespannt auf die "Menhire in Deutschland". Mein erster Blick in das großformatige und kiloschwere "Megabiblio" galt dann dem Bundesland Hessen, in dem ich seit meiner Geburt beheimatet bin. Hierbei konnte ich feststellen, dass man mitunter bereits vor seiner Haustür über einen der "großen Steine" stolpern kann, die seit dem Neolithikum bis in die frühe Bronzezeit hinein aufgestellt worden waren, später jedoch anderen Zwecken, als ihren ursprünglichen dienen sollten. So wie der "Gluckenstein" am gleichnamigen Weg, der seit den 1930er Jahren jedoch bereits eine Straße ist. Der Menhir mit seiner pyramidenförmigen Spitze markiert noch heute die "Grenze" zwischen der Stadt Bad Homburg v. d. H. und ihres im Jahre 1902 eingemeindeten Stadtteils Kirdorf.

Der Ende April 2013 im aufstrebenden Mainzer Nünnerich-Asmus Verlag erschienenen 502seitigen Enzyklopädie der "Menhire in Deutschland" verschiedene lokale, auf Mitteldeutschland beschränkte Publikationen, wie das 2006 vom Mitteldeutschen Verlag in Halle (Saale) veröffentlichte Kompendium "Großsteingräber und Menhire: Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen. 15 spannende Touren zu den schönsten Megalithbauten mit Umgebungskarten" voraus. Als Herausgeber des nunmehr 13 Bundesländer (Hamburg, Brandenburg und Berlin fehlen) umfassenden Bildbandes und Nachschlagewerkes zeichnet sich mit Dr. Harald Meller (Jahrgang 1960) zeichnet sich ein Provinzialrömischer Archäologe, Prähistoriker aus. Eine über Fachkreise hinaus reichende Bekanntheit hatte der Direktor des "Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt" und Honorarprofessor für das Fachgebiet "Archäologie Europas" an der Universität Halle durch sein erfolgreiches Engagement als Lockspitzel bei der Sicherstellung der von Raubgräbern gefundenen Himmelsscheibe von Nebra und durch ihre anschließende wissenschaftliche Erforschung, erlangt. Der als Autor genannte Hamburger Fotograf Johannes Groth hatte bereits im Jahre 2006 den Band "Tempel der Ahnen. Megalithbauten in Norddeutschland" veröffentlicht, der damals vom AT Verlag in Aarau/CH herausgegeben wurde. Während Dr. Meller das Vorwort oblag, macht Groth mit seinem Beitrag "In Situ" deutlich, dass die Objekte in ihrer Originallage belassen wurden, bzw. dass sie am Ort ihrer einstigen Nutzung aufgefunden und danach nicht etwa durch geologische oder soziologische Prozesse verlagert wurden. Die nachfolgenden 33 Seiten sind drei Essays zum "Geistigen Hintergrund" der Thematik gewidmet. Während der Leiter der Abteilung 5 des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (Landesmuseum für Vorgeschichte), Dr. Bernd Zich, einen über Deutschland hinaus reichenden Blick auf die "Megalithik", die Sitte Großsteingräber und Menhire zu errichten wirft, erläutert der renommierte Luftarchäologe Ralf Schwarz die Bedeutung der mitteldeutschen Menhire. Hierzu liefert er nicht nur eine Definition für den der niederbretonischen Sprache entstammenden Begriff "Menhir", sondern beschreibt auch den völkerkundlichen, volkskundlichen und literaturkundlichen Befund sowie den sozialen Kontext der "langen Steine". Im dritten Essay visualisieren Zich und Schwarz gemeinsam die faszinierende "Bild und Zeichensprache der Menhire".

Auf Seite 59 beginnt der 432seitige Hauptteil des Werkes (Fotografien/Katalog) des Werkes mit einer Übersichtskarte Deutschlands, in der die Fundstätten markiert wurden und Anmerkungen zur Systematik des Kataloges. Hierzu gehören auch die Definitionen von Begriffen wie Monolith, Grabstele, Wächterstein, Rillenstein, Steinreihe, Steinkreis und Menhiranlage. Der Katalog ist nach Bundesländern gegliedert, deren Menhire mit Baden-Württemberg beginnend in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt werden. Bis zu ganzseitige, einige Male sogar ausklappbare Fotos zeigen zunächst die professionellen und stimmungsvollen Aufnahmen der Steine. Einige davon wurden im Kontext zu ihrem modernen Umfeld gemacht und vermitteln daher ihre über Jahrtausende reichende Verbundenheit besonders deutlich. Die Fotografien wurden für jedes Bundesland extra nummeriert. Dieselben Nummern finden sich dann auch in der jeweiligen Karte des Bundeslandes und den Lemmata zu den fotografierten Objekten wieder. Zu jedem Lemma gehören eine Beschreibung, das Material, die Maße, vorhandene sagen, Literatur, Bemerkungen sowie präzise Angaben für den Zugang zum jeweiligen Objekt.

Den Abschluss der lexikalischen Pionierleistung bilden eine umfangreiche Bibliografie und ein Register. "Menhire in Deutschland" ist nicht nur ein fotografisch-künstlerisch hochwertiger Bildband und eine Enzyklopädie zum Nachschlagen. Schon jetzt muss es als Standardwerk bezeichnet werden, dass zudem viele Anregungen für eigenen Erkundungen zu bieten hat.

5 Amazonsterne.

Expedition Grimm: Hessische Landesausstellung Kassel 2013
Expedition Grimm: Hessische Landesausstellung Kassel 2013
von Thorsten Smidt
  Broschiert
Preis: EUR 25,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Würdigung zweier bedeutender Hessen, Deutscher und Europäer, 10. Mai 2013
"Es scheint mir auch, dass die Zukunft Europas wesentlich auf dem Einverständnis der beiden Nationen beruht, die geschaffen sind, sich gegenseitig zu helfen und beiderseitig zu respektieren."
(Jacob Grimm)

Das im - für seine kunst- und kulturgeschichtliche Publikationen bekannten - Dresdner Sandstein Verlag erschienene Softcover wird als Begleitband zur Hessischen Landesausstellung 2013 "Expedition Grimm", die vom 27. April bis zum 08. September in der Kasseler documenta-Halle exponiert wird, vorgestellt. Tatsächlich ist der, von der "projekt2508 Gruppe", namentlich ihres Geschäftsleiters Dr. Thorsten Smidt, herausgegebene Publikation weitaus mehr!

Auf seinem Rückweg von Berlin, wo timediver® im Pergamonmuseum die beeindruckende Sonderausstellung "Uruk: 5000 Jahre Megacity" besichtigt hatte, konnte ich nicht an Kassel vorbeifahren, ohne mir dort die vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst veranstaltete Ausstellung "Expedition Grimm" anzusehen. Das Mitführen des Begleitbandes sollte sich dabei als Gewinn erweisen.

Nach einer Auflistung der Leihgeber der Ausstellungsstücke, drei Grußworten und den Anmerkungen von Dr. Thorsten Smidt, der auch als Kurator der Ausstellung fungiert, bietet der erste Teil des Bandes zwölf Essays verschiedener Autoren zum Leben und den Hauptwerken der in Hanau geborenen und in Berlin verstorbenen Brüder Jacob (1785 - 1863) und Wilhelm Grimm (1786 -1859). Bereits hier wird deutlich, dass es sich, insbesondere bei Jakob Grimm um eine Persönlichkeit handelt, die in die hessische, deutsche und europäische Geschichte involviert war. Nachdem er die Privatbiblothek des Königs von Westfalen, Jerôme Bonaparte bereit hatte, wohnte er als hessischer Legationsseketär den letzten Schlachten dessen Bruder Napolen bei In der Frankfurter und hatte 1848 als Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung einen Ehrenplatz inne. Gleichwohl die Brüder als "moderne Traditionalisten" charakterisiert werden, wird die Frage gestellt, ob sie nicht auch eine "Art Revolutionäre" gewesen seien. Die Antwort darauf lautet, dass ihre wissenschaftlichen Arbeitsformen und Darstellungsweisen von einer radikalen Modernität geprägt gewesen sei und dass ihre Kompromisslosigkeit in Sachfragen keinerlei Respekt vor verbürgten Autoritäten besessen habe. Umstürzlerisch hatten sie Sprachen und deren Geschichte, Mythen, Märchen und Sagen erkundet, um diese zu bewahren. Tatsächlich gelten sie als Begründer der germanischen Altertumswissenschaften, der germanischen Sprachwissenschaft und der deutschen Philologie. Während Jacobs historisch-vergleichendes Vorgehen auch die Voraussetzungen für die Begründung der Romanischen Sprachwissenschaft durch Friedrich Diez schaffen sollte, war er mit seiner Ansicht zum Verhältnis der französischen zur damals noch zersplitterten deutschen Nation seiner Zeit weit voraus (Eingangszitat). Zu den Aufsätzen gehört auch einer, der ihrem "Malerbruder" Ludwig Emil Grimm gewidmet ist. In den weiteren Beiträgen werden die Hauptwerke der Brüder ausführlich vorgestellt. Alle Essays sind zu einer Vor- oder Nachbereitung eines Ausstellungsbesuches hervorragend geeignet.

Der zweite Teil des Bandes ist ein Katalog, der wiederum in die zwei Abteilungen der Ausstellung "Leben und Werk" sowie "Werk und Wirkung" untergliedert ist. Die erste Abteilung, in der das Fotografiere verboten ist, gliedert sich weiterhin in drei Kabinette (Ausstellungsräume), bzw. Kapitel des Bandes. Die durchgehende Nummerierung der Exponate in der Ausstellung wurde für deren vollständige im Katalog übernommen. Die Katalogtexte sind länger als die Begleittexte in der Ausstellung und bieten daher eine Fülle von weiteren historischen Informationen! Während acht Vitrinen in pink ausgelegt wurden, zeigen ebenso viele Katalognummern diese Kennzeichnung, um dadurch auf die acht Hauptwerke der Brüder (Hildebrandlied, Märchen, Grammatik, Reichsalterthümer, Reinhart Fuchs, Mythologie, Entlassung und Wörterbuch) hinzuweisen, die auch in der zweiten Abteilung der Ausstellung, dort jedoch auf eine interaktive Weise, nochmals vorgestellt werden. Gleichwohl die – besonders für Kinder und Jugendliche attraktiven – Interaktionen naturgemäß nicht in ein Buch übernommen werden können, ist ihre ebenfalls katalogisierte Darstellung recht gut gelungen.

Bei allem Lob gibt es jedoch auch einen Kritikpunkt, denn das sogar zur engeren Auswahl, d. h. "Kleinen Ausgabe" der Kinder- und Hausmärchen (KHM) gehörende antisemitische Machwerk "Der Jud' im Dorn", später als "Der Jude im Dorn" (KHM 110) bezeichnet, wird in der Ausstellung an einer Wand nur kommentarlos neben den andern 200 KHM aufgelistet. Die Brüder Grimm merkten damals an, dass diese Geschichte auf der Komödie Historia des Bawrenknechtes von Albrecht Dietrich (in dem der Jude jedoch ein Mönch gewesen sei) sowie einem Fastnachtspiel von Fritz Dölla von Ayrer und weiteren Quellen beruhe. Hier haben es sowohl die Verantwortlichen der Ausstellung, als auch die Herausgeber des Begleitbandes versäumt, auf den (besonders von Martin Luther exponierten) im 19. Jahrhundert schwelenden Antisemitismus einzugehen, dem sich auch die Brüder Grimm nicht entziehen konnten und der schließlich im Holocaust gipfeln sollte....

....nichtsdestotrotz kann der Begleitband/Katalog, insbesondere wegen seiner tiefer gehenden Informationen jedem Besucher der Ausstellung als Begleiter derselben und Erinnerungsstück empfohlen werden. Gleichwohl der Band einen Besuch der Ausstellung nicht ersetzen kann, bietet er sich für jene Interessierte, welche nicht nach Kassel fahren können, durchaus als (näher liegende und preiswerte) Alternative an.

5 Amazonsterne.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 21, 2013 7:13 PM MEST


Mesopotamien: Wiege der Zivilisation und aktueller Krisenherd
Mesopotamien: Wiege der Zivilisation und aktueller Krisenherd
von Wolfgang Korn
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Journalistisch überstrapazierte Darstellung, 9. Mai 2013
Der Journalist, Sachbuchautor und einstiger Pressesprecher der Universität Stuttgart und der Partei "Die Grünen", Wolfgang Korn (Jahrgang 1958), spannt mit seiner über 10.000jährigen Chronologie Mesopotamiens als Wiege der Zivilisation bis zum modernen Krisenherd einen überaus weiten Bogen. In seinem Vorwort schreibt der Autor, dass er die Bedeutung und das Gefährdungspotential Mesopotamiens anhand exemplarischer Entwicklungen und Stätten im historischen Kontext und nach dem aktuellen Stand der Forschung darzustellen versucht. Weiterhin räumt er dabei ein, dass er hierzu eine Auswahl treffen musste, die trotz der festgelegten Kriterien subjektiv geblieben sei. Um Pointen und Verständlichkeit bemüht, setze er sich hierbei über manche Fachstreitigkeiten hinweg, wie er weiter freimütig bekennt. Gleichzeitig will er seine Darstellung als „wissenschafts-journalistisch“ verstanden wissen....

....was nach timediver®'s Dafürhalten ein Paradoxon darstellt, denn ein Journalist ist kaum ein Wissenschaftler, auch wenn er diesen Anspruch erheben sollte, und ein Wissenschaftler will auch niemals ein Journalist sein.

Gleichwohl Korn im ersten von insgesamt 10 Kapitel keine Übersetzung des griechischen Begriffes Mesopotamia (aramäisch: Beth Nahrin = Land zwischen Flüssen, Zweistromland) bietet, verortet er die Region richtig zwischen Euphrat und Tigris über den heutigen Irak hinaus auch auf das nordöstliche Syrien und die südöstliche Türkei, wo die beiden Ströme entspringen. Bereits seine These, wonach Mesopotamien zugleich die "Quelle von Kultur und Barbarei sei" ist recht undifferenziert, denn in der langen Geschichte gab es regional sehr unterschiedliche Völker, die (sich) mehr das eine oder andere leisteten. Die Sumerer lassen sich nicht mit den Akkadern, Babyloniern, Assyrern, Persern, Osmanen und heutigen Irakern, Syriern, Türken, Armeniern, Kurden usw. kulturell und historisch über einen Kamm scheren. Korn ist es vor allem wichtig, den Lesern "sein Thema" von den "seit 5000 Jahren währenden Golfkriegen" zu präsentieren....

....dieses Konzept geht vor allen Dingen zu Lasten einer den Ereignissen angemessenen historisch-chronologischen und auch konsequenten geografischen Darstellung. Die prähistorische anatolische Fundstätte Catal Hüyük (Seite 44 ff.) hat ebenso wenig mit Mesopotamien zu tun, wie die Kolossalstatue aus dem Palast in Khorsabad, welche vermutlich Gilgamesch als Löwenbezwinger darstellt mit dem Helden des gleichnamigen Epos. Denn tatsächlich handelt es sich um den "sechslockigen Helden", einem Diener des sumerischen Wasser- und Weisheitsgottes Ea, der im Pariser Louvre ausgestellt wird. Auch zu allen anderen Bilder, wie der Bronzekopf des Sargon, die Siegesstele des Naramsim, die Gesetzestele des Hamurapi (Vorlage für das "Auge um Auge") usw. gibt es keinerlei Hinweis, in welchem Museum das Exponat derzeit zu besichtigen ist. Daneben enthält die gesamte Darstellung keinerlei Fußnoten, Anmerkungen oder andere Verweise.

Auch die indoeuropäischen Hethiter Zentralanatoliens werden als „mesopotamische Großmacht“ (Seite 86) dargestellt und hinsichtlich "Troia II" postuliert, dass dies ein mesopotamischer Außenposten gewesen sei. Eine Karte, welche die Verhältnisse im 13. vorchristlichen Jahrhundert darstellen sollen (Seite 94) zeigt den heutigen Küstenverlauf des Persischen Golfes. Nach timediver®'s Dafürhalten haben weder die Abbildung des Felsenheiligtums von Yazilikaya (S. 101), das Königstor von Hattusa (S. 99) noch die Schlacht zwischen Hethitern und Ägyptern bei Kadesch (S. 102) noch die antike syrische Stadt Palmyra (S. 130) twas in einem direkten Kontext mit Mesopotamien zu tun.

Am Rande erfährt der Leser, dass die von Vlad Tepesch (Draculea) bevorzugte Hinrichtungsart des Pfählens bereits von den Assyren nach der Eroberung der Stadt Lachisch praktiziert worden war. Den tödlichen Streit zwischen Ali und Muawija um das Kalifat führt der Autor weiter über den Untergang der Abbassiden, Lawrence von Arabien bis zur "Erfindung des Iraks" und Saddam Hussein und zur Fragestellung eines "Kriegs der Kulturen" mit einem Bild von Ground Zero und der Würdigung des Iraks als "zuverlässigen Öllieferanten einer Energie hungrigen Welt".

Für timediver®, der bereits eine Vielzahl der genannten Orte in Syrien, Jordanien, Israel und der Türkei besuchen, sowie etliche der abgebildeten Exponate im Pariser Louvre, dem British Museum in London usw, besichtigen konnte, ist Korns journalistischer Bogen viel zu überspannt.

Die hervorragenden Fotos und Abbildungen sind zusammen mit den Texten jedoch noch mit 3 Amazonsternen zu bewerten.

Berlin-Schöneberg, den 9. Mai 2013

Auf dem Weg nach Babylon: Robert Koldewey - Ein Archäologenleben
Auf dem Weg nach Babylon: Robert Koldewey - Ein Archäologenleben
von Ralf-B. Wartke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

5.0 von 5 Sternen Leben und Meriten von "Mr. Babylon" Robert Koldewey, 9. Mai 2013
"Ich ärgere mich nicht, ich ärgere lieber die anderen."
(Robert Koldewey)

"Auf dem Weg nach Babylon: Robert Koldewey - Ein Archäologenleben" wurde im Jahre 2008 vom Mainzer Philipp von Zabern VeBabylon - Mythos; Babylon - Wahrheit, 2 Bde.rlag zwar zur damaligen Sonderausstellung im Berliner Pergamonmuseum "Babylon – Mythos und Wahrheit" herausgegeben, stellt jedoch nicht deren Katalog oder Begleitband dar. Das, die zwei Bände „Wahrheit“ und Mythos umfassende Begleitbuch "" war vielmehr im Müchner Kunstbuchverlag Hirmer erschienen. Das insgesamt 928seitige Werk ist heute nur im Modernen Antiquariat zu erhalten.

Der 192seitige Band ist vielmehr im Zuge einer Sonderausstellung des Vorderasiatischen Museums Berlin zum 150. Geburtstag und zugleich 80. Todetages von Johannes Gustav Eduard Robert Koldewey (1855 – 1925), einem der bedeutendsten deutschen Vertreter der vorderasiatischen Archäologie und Begründer der modernen historischen Bauforschung, sowie eines anschließenden Symposiums im Jahre 2005 entstanden. Die Ausstellung "Robert Koldewey – ein Archäologenleben" war vom 01.09.2005 bis 31.12.2005 ebenfalls im Pergamonmuseum exponiert worden. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der Kustos der archäologischen Sammlung des Museums, Dr. Ralf-Bernhard Wartke (Jahrhgang 1948) als Herausgeber des Bandes fungiert und auchs selbst eines von 10 Kapiteln verfasst hat. Auch bei den anderen neun Autoren handelt es sich um Experten der vorderasiatischen Archäologie.

Dr. Ralf-Bernhard Wartke führt in seinem Vorwort aus, dass der Band nur vordergründigder Extrakt des wissenschaftlichen Komposiums zu Ehren Robert Koldeweys ist. Die Autoren beabsichtigten vielmehr, neben Daten, Fakten und Analysen des Archäologenlebens auch den Menschen Koldewey in all seiner Widersprüchlichkeit darzustellen. Sein sprichwörtlicher Humor war sehr oft gewürzt mit Bitterkeit und verletztender Schärfe, wie das Eingangszitat deutlich macht. Vielleicht ermöglichten ihm gerade diese Maxime und seine Schroffheit, seine psychisch belastende Arbeit zu ertragen, der er sich kompromisslos mit Bessenheit und unter Zurückstellung möglicher Lebenswünsche, hingab. Als Symposiumsprotokoll soll der Band in einer Verschränkung von Wissenschaft und Feuilleton, von Fakten und Lebensfacetten, auch außerhalb der strengen Forschungsregeln, die alten Pfade verlassen. In einem neuen Format möchten die Autoren ihre Leser gleichzeit belehren und unterhalten.

Der Band widmet sich somit dem "Ausgäber von Babylon", dessen unermüdlicher Einsatz es zu verdanken ist, dass ein Teil der archäologischen Fundeim Jahre 1927 nach Berlin kamen. Auch die Rekonstruktionen von farbig glasierten Monumentalbauten aus Babylon gehen als Grundstock für das Interesse an den im Vorderasiatischen Museum aufgestellten Exponaten auf Koldeweys Initiative zurück. Leider konnte er die Rekontruktionen der Prozessionsstrasse, des Ischtar-Tores und der Thronsaalfassade im Pergamonmuseum nicht mehr sehen, weil sie erst 1930, fünf Jahre nach seinem Tod fertiggestellt werden sollten. Obgleich der Band den Fokus auf Robert Koldewey richtet, bietet er dennoch eine ganze Reihe von Informationen, Fotos, Zeichnungen usw. Von Babylon, wo der Archäologe 17 Jahre seines Lebens verbrachte, die lediglich von kurzen Aufentahlten in Deutschland (1904, 1910 und 1914) unterbrochen wurden. Zur Biographie der geradlinigen, aber auch selbstzerstörerischen Persönlichkeit Koldeweys gehören auch seine wissenschaftlichen Aktivitäten in Troas, auf Lesbos sowie in Süditalien. Während er mit seiner Feldforschung neue Maßstäbe setzten konnte, stützte er sich bei seinen Ausgrabungen vornehmlich auf Architekten, was ihn zu einem Begründer der "Architektonischen Bauforschung" machte. Eine Koldewey-Bibliographie, ein Literaturverzeichnis und ein Verzeichnis der Quellen von Zitaten und Aphorismen bilden den Abschluß eines außergewöhnlichen Bandes.

Die Annäherung an die Archäologie Babylons über einen ihrer bedeutenden Protagonisten verdient eine Bewertung mit 5 Amazonsternen.

Berlin-Schöneberg, den 9. Mai 2013

Uruk: 5000 Jahre Megacity
Uruk: 5000 Jahre Megacity
von Curt-Engelhorn-Stiftung
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der zivilisatorische Quantensprung der Menschheit, 9. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Uruk: 5000 Jahre Megacity (Gebundene Ausgabe)
Das im Petersberger Michael Imhof Verlag erschienene großformatige, 400seitige Buch ist der Begleitband zur gleichnamigen Sonderausstellung, die vom 25.April bis 8.September 2013 im Pergamonmuseum in Berlin stattfindet. Danach kann die Exposition vom 20.Oktober 2013 bis 21.April 2014 in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen besichtigt werden....

....da timediver® jedoch nicht bis zum Herbst warten wollte, machte ich mich deshalb am Himmelfahrtstag 2013 zu meinem mittlerweile neunten Besuch der deutschen Bundeshauptstadt und ihrer einzigartigen Museumsinsel auf. Da ich mich auf und im Zuge zahlreicher Reisen seit zwei Jahrzehnten mit der Geschichte Mesopotamiens beschäftige und hierzu auch eine Reihe von Sachbüchern wie "Die Kunst des alten Mesopotamien I. Sumer und Akkad. Die klassische Kunst Vorderasiens", "Der Alte Orient: Geschichte der frühen Hochkulturen: Geschichte und Archäologie", "Die Kunst des alten Mesopotamien II. Babylon und Assur. Die klassische Kunst Vorderasiens" rezensiert habe, ist mein Interesse an der Ausstellung besonders hoch....

....in die ich schließlich nach einem kurzen Anstehen in einer längeren Warteschlange und dem Passieren des Pergamon-Altars sowie des Ischtar-Tores um 12:30 Uhr unter Mitführung des Begleitbandes eintreten konnte. Eine Info-Tafel zeigt die die fünf Themen, unter denen die Sonderausstellung konzipiert wurde: "Der Mythos", "Die Stadt", "Eine Grossstadt um 3000 v. Chr.", "Großssstadtleben" und "Forschung in und zu Uruk". Diese Themen sind identisch mit den Überschriften der fünf Teile, in die der Begleitband gegliedert wurde. Die Ausstellung umfasst ebenfalls fünf Räume, wobei im zweiten Raum eine Computeranimation der Stadt Uruk und ihrer Entwicklung auf eine Leinwand projiziert wird.

Der Begleitband beginnt mit der Nennung der Mitglieder des Organisationskomitees, Ehrenkomitees, den sieben Leihgebern der Ausstellung, u. a. das British Museum und der Louvre und dem Impressum der Ausstellung. Der Auflistung von 50 international renommierten Autoren folgen das Inhaltsverzeichnis und vier Grußworte. Danach beginnt das erste von insgesamt 66 durchnummerierten Kapiteln, in dem mit Dr. Nicola Crüsemann eine vorderasiatische Archäologin, Museumspädagogin und Mitherausgeberin des Begleitbandes, Anlass, Hintergründe und Konzeption der Ausstellung erläutert. Kapitel zwei bis vier dienen ihren Mitherausgeberinnen dazu, den Bezug zwischen Uruk und den Vorderasiatischen Museum herzustellen, Uruk in Raum und Zeit (chronologische Tabelle) zu "verorten" und einen Blick auf Land und Leute im 20. Jahrhundert zuwerfen.

Mit Kapitel fünf beginnt dann der Teil des Begleitbandes, der sich mit dem Mythos um den sagenhaften Gründer der Stadt, Gilgamesch, seinem Freund Enkidu und ihren Abenteuern beschäftigt. Auch der erste Ausstellungssaal bietet eine Vielzahl von Exponaten, die auch im Begleitband abgebildet und beschrieben sind. Wie z. B. Der Kampf von Gilgamesch und Enkidu gegen den Dämon Humbaba oder die Tötung des Himmelsstiers, welche die Göttin Inanna zu verhindern sucht. In den nachfolgenden Kapiteln werden nicht nur alle Einzelaspekte der Ausstellung wiedergegeben, darüber hinaus bietet der Begleitband eine Vielzahl weiterer ergänzender und zusätzlicher Informationen. Angefangen bei den Texten, die weitaus ausführlicher sind, als jene in der Ausstellung. In der Ausstellung gibt es zwar einige Computeranimationen und dreidimensionale Modelle (Rekonstruktionen), der Begleitband bietet dem gegenüber jedoch eine Vielzahl von Tabellen, Übersichten, zeichnerischen Darstellungen aber auch Bilder und Darstellungen von Objekten, welche nicht in der Ausstellung gezeigt werden (können). Daneben gibt es auch Blicke über die Stadtgrenze Uruks hinaus, z. B. nach Ägypten, wo um 3000 v. Chr. die „Schminkpalette Narmers“ entstanden ist. Die Ausstellung und noch mehr ihr Begleitband machen deutlich,welchen zivilisatorischen Quantensprung die Menschheit durch die innovativen Erfindungen der ersten Städter vollziehen konnte. Leider wird weder in der Ausstellung,noch im Begleitband näher auf das von seinen akkadischen Nachbarn als "Sumerer" bezeichnetes Volk - zu denen auch die Bewohner Uruks gehörten – eingegangen. Denn die Erfinder der Keilschrift waren mit keinem ihrer Nachbarvölker verwandt und bezeichneten sich selbst als "Schwarzköpfige" in ihrer isolierten Sprache, die schließlich vom "Akkadischen", einer später ebenfalls ausgestorbenen semitischen Sprache verdrängt werden sollte.

Ein Bildnachweis und ein Literaturnachweis bilden den Abschluss eines Bandes, der jedem Interessierten, insbesondere jenen, die sich für "Das Gilgamesch-Epos: Mythos, Werk und Tradition" oder "Gilgamesch. König von Uruk." begeistern können, empfohlen werden kann. Gleichgültig ob sie/er die Ausstellung besucht hat oder nicht und unabhängig davon, dass in der Ausstellung erfreulicherweise das Fotografieren ohne Blitz erlaubt ist!

5 Amazonsterne.

Berlin-Schöneberg, den 9. Mai 2013
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 13, 2013 6:51 PM MEST


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