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Rezensionen verfasst von
Christian Bauer "jackfarmer2"
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Thief - [PC]
Thief - [PC]
Preis: EUR 17,26

18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hat nur noch wenig mit dem Original zu tun, 17. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Thief - [PC] (Computerspiel)
Die ursprünglichen Spiele der Thief Reihe von Looking Glass/Ion Storm finde ich großartig und habe mittlerweile die ersten beiden Teile „Dark Project“ und „The Metal Age“ auf dem normalen und höchsten Schwierigkeitsgrad durchgespielt. Gerade als ich „Deadly Shadows“ im Experten-Modus begonnen habe, kam nun das neue „Thief“ in die Läden.

Nach dem spielerisch und handlungsmäßig doch recht stark am Original orientierten „Deus Ex: Human Revolution“ waren meine Erwartungen an den neuen Ableger der Thief Reihe sehr hoch. Daher habe ich Garret aus „Deadly Shadows“ für den Moment am Beginn des ersten Levels mit Pfeil und Bogen in Wartezustand versetzt und kaufte mir schnell das neue Spiel.

Bei vielen anderen Titeln (ich denke da etwa an das vor elf Jahren mit Spannung erwartete „“Tomb Raider – Angel of Darkness“) habe ich die Videos und Vorberichte in den einschlägigen Magazinen/Medien und den zugehörigen Internetforen mitverfolgt. Leider versaut man sich dadurch das ganze Erlebnis, da man während des Spielens dann den Eindruck gekriegt, alle Story- und Spielelemente und die Umgebungen schon zu kennen.

Beim neuen „Thief“ wollte ich diesen Fehler nicht machen und habe die Berichterstattung in den Medien daher nur am Rande verfolgt. Ich habe mich mit der Aussage der Entwickler begnügt, dass man zwar die Handlung abändern würde, aber das ursprüngliche Spielererlebnis beibehalten wolle, so dass die Fans der alten Teile voll auf ihre Kosten kämen.
In diesem Fall war das ein grober Fehler von mir; den Aussagen der Entwickler bezüglich des Wiedererkennungswerts für Kenner kann ich absolut nicht zustimmen.

1. Die Vorgeschichte wird komplett ignoriert.

In dieser drastischen Form hätte ich das nun doch nicht erwartet. Der Erzählstrang fängt wirklich bei null an. Ich frage mich, was los wäre, wenn das angekündigte „Half Life 3“ mit einer völlig anderen Geschichte beginnen und alles bereits Geschehen ignorieren würde. Das Netz würde glühen, und die Entwickler von Valve wären wohl ihres Lebens nicht mehr sicher.
Oder stellt Euch vor, JJ Abrams kreiert im nächsten angekündigtem „Star Wars“ Film (die ich übrigens alles furchtbar finde) einen neuen, jungen Luke Skywalker, der auf seinem Heimatplaneten als wüster Frauenheld verschrien ist. In diesem Fall gäbe es wahrscheinlich reihenweise Selbstmorde und wütende Protestaktionen, die wohl eine ähnliche Intensität hätten wie damals, als Coca Cola in den 1980ern für ein paar Monate nach einem neuen Rezept gebraut hatte.
Mit den Fans von Thief kann man das aber machen. Wir sind halt nicht so viele und daher zu vernachlässigen (auch wenn man unser Geld will!). Mir ist natürlich klar, dass mittlerweile 16 Jahre vergangen sind und viele jüngere Spiele die Geschichte nicht kennen und die alten Teile auch nicht mehr spielen wollen. Das hätte man doch aber leicht umgehen können, indem man zu Beginn des Spiels ein „Was bisher geschah“ gestellt hätte, denn die Originalstory wäre doch noch ausbaufähig gewesen.
So gibt’s aber keine rustikalen Hammeriten und Heiden mehr, und diese beiden Fraktionen haben meiner Meinung nach doch auch sehr den Charme der ganzen Reihe ausgemacht.

2. Das ist nicht mehr meine Stadt.

Ich glaube, vor zwei Jahren erschien „Dishonored“. Das Spiel fand ich an sich nicht schlecht, jedoch ist das (ich nenne es jetzt Mal so) „neuzeitliche Setting“ (so um ca. 1850) Geschmackssache.
Was machen nun die Entwickler des neuen „Thief“? Anstatt dass die alten Teile kennzeichnende schummrige mittelalterliche, aber schon leicht industrialisierte Setting in hübscher zeitgemäßer Grafik zu präsentieren, benutzt man einfach die Umgebungen eines geistigen Nachfolgers. Die Grafik ist ja wirklich gut, aber da kommt bei mir keine Stimmung auf, weil dieses Setting einfach nicht die düster-bedrohliche und mysteriöse Grundstimmung vermittelt, die man von den Ursprungstiteln kennt. Der neuzeitliche Kleidungsstil der Figuren tut ein Übriges, und nur der neue Garrett wirkt mit seinem an das Original angelehnte Outfit wie ein mittelalterlicher Fremdkörper in diesen Kulissen.

3. Geschichte/Erzählstil/Garret und Konsorten

Zugegeben, die Story bei „Deux Ex: Human Revolution“ war auch nicht gerade prickelnd. Das neue Thief setzt hier aber noch eins drunter. Mich würde wirklich interessieren, wieviel Zeit auf die Geschichte verwendet wurde. Ich finde den Plot einfach langweilig und bekannt (schon wieder einer mit Gedächtnisverlust!), zumal mir die zweite Hauptfigur vollkommen unsympathisch ist.
Die konventionellen Zwischensequenzen locken mittlerweile doch keinen mehr hinter dem Ofen vor. Da hätte es heutzutage schon wieder richtig eigenwillig gewirkt, wenn man die Kombination aus Standfotos/gemalten Bildern und schwarzen, huschenden Personen aus den Ursprungstiteln benutzt hätte.
Garret spricht auch nicht mehr mit launiger Stimme zum Beginn der Abschnitte über die anstehenden Aufgaben. Das kann ich auch gut verstehen, denn der neue Garrett hat mit dem humorigen, aber frechen Lumpen der alten Tage nichts mehr zu tun. Den will ich dann auch gar nicht reden hören.

4. Gameplay

Im Hauptmenü lassen sich einige neue Funktionen wie das Anzeigen von Zielen oder die neue Fokusanzeige (Personen/Gegenstände werden durch Wände sichtbar, ähnliche Funktionen gibt es bei „Dishonored“, „Hitman: Absolution“ und „Deux Ex: HR“) deaktivieren. Wer will, kann hier also Anpassungen zugunsten der alten Spielmechanik vornehmen.

Sehr schön und passend finde ich die Animationen beim Auswinken von Kerzen, auch gefällt mir, dass Garrett nun Schubladen und Schränke per Hand öffnet und Gegenstände wirklich an sich nimmt. Außerdem kann man mit einer „Huschen“-Funktion schnell über helle Bereiche flitzen. Das ist zwar nicht besonders realistisch, liefert aber doch einen gewissen Kick.
Damit haben die guten Seiten aber auch schon ein jähes Ende gefunden.

Das Schleichen wurde meiner Meinung nach gewaltig erschwert, selbst in völliger Dunkelheit wird Garrett von vorbeimarschierenden Gegnern erkannt. Das mag zwar realistischer sein als in den Vorgänger, allerdings hat man dann in engen Gängen beim Erstversuch praktisch keine Chance, noch schnell entkommen zu können, indem man den Rückzug antritt. Die KI der Gegner ist nicht besonders gut, das war sie aber auch bei den Vorgängern nicht.

Die Bewegungsmöglichkeiten sind doch arg eingeschränkt. In einem Spiel, in dem es eigentlich um das freie Erkunden der Umgebung geht, ist eine limitierte Spring- und Kletterfunktion nicht angebracht. Musste man früher in schwindeliger Höhe stets aufpassen, nicht abzustürzen, ist dies nun kein Spielelement mehr, da der Charakter an unsichtbaren Wänden entlangläuft. Ein Unsitte, die sich allerdings bei vielen anderen neuen Spielen auch findet.

Seilpfeile (Moospfeile gibt‘s übrigens gar nicht mehr) lassen sich nur an speziell markierten Stellen anbringen. Es kann also auch nicht mehr passieren, dass sich der Spieler in Ecken umsieht, die so gar nicht im Sinne der Entwickler waren.
Entsprechend sind die Areale der einzelnen Missionen dann auch relativ geradlinig zu spielen. Zwar gibt es in einigen Abschnitten doch alternative Wege, jedoch sind diese meist recht leicht zu finden (durch farbliche Kennzeichnung von Gittern und Leitern), allerdings dann unter Umständen nicht passierbar, weil ein Öffnungswerkzeug benötigt wird.

Von den Hauptmissionen bleiben mir nur die Abschnitte mit dem Bordell und dem Irrenhaus in Erinnerung, allzu lange ist jedoch keine davon und normalerweise kam ich da überall locker (und nach kurzer Spielzeit!) durch. In Kapitel 7 habe ich die Hauptfigur dann in den Flammen stehen lassen und gab somit nach ca. acht Stunden Gesamtspielzeit auf.

Bei den Nebenmissionen ging es mir jedoch grad umgekehrt – ich konnte etliche Zugangspunkte nur nach langem Suchen oder ganz einfach gar nicht finden. Das hat mich irgendwann so genervt, dass ich nach nur zwei erledigten Nebenmissionen diese Möglichkeiten überhaupt nicht mehr gespielt habe.

5. Technik

Grafisch ist das Spiel meiner Meinung nach sehr gut, und die Licht- und Schatteneffekte sind recht stimmungsvoll - da kann man echt nicht meckern. Geräuschkulissen, die meisten Musikstücke und die Stimmen der Figuren sind auch passend, allerdings finde ich das Thema des Alarmzustands überzogen. Lustige Gespräche zwischen verschiedenen Figuren finden sowohl in der Stadt wie auch in den einzelnen Abschnitten so gut wie nicht mehr statt. Etliche NPCs plappern immer die gleichen banalen Sätze vor sich hin. Wenn man innerhalb von 30 Sekunden von fünf verschiedenen Personen - noch dazu überlappend! - den gleichen Satz hört („Ich habe solchen Hunger!“), wirkt das doch sehr befremdlich – um es vorsichtig auszudrücken.
Zudem hatte ich vier/fünf Tonaussetzer: Manchmal war während des Spielens die Geräuschkulisse einfach weg, an anderer Stelle gab es keinen Ton in den Zwischensequenzen. Das konnte ich dann nur durch Rechnerneustart wieder korrigieren.

Fazit

Für mich überwiegen hier ganz klar die negativen Seiten. Etliche werden mir jetzt ankreiden, dass ich zu stark auf die alten Spiele abziele und dass es sich eben um einen Reboot handelt. Ab das ist doch genau der Punkt: Wenn ich ein Spiel kaufe, das „Thief“ heißt, dann sollte ich doch auch erwarten können, dass die wesentliche Merkmale des Originals enthalten sind. Wurden von den Entwicklern auch so versprochen, ist aber eine glatte Lüge.

Wenn’s also ein völlig anderes Spiel ist, dann müsste sich der Entwickler eben einen neuen Namen ausdenken. Wie wär’s beispielsweise mit „Stealer“?

Hm…nein, geht nicht, denn dann würden alte Thief Fans womöglich ganz genau hingucken und das Spiel höchstwahrscheinlich doch nicht kaufen.

Wer nach Nachschub im alten Garrett-Universum sucht, der sollte sich lieber „Shadows of the Metal Age“ oder den „Dark Mod“ besorgen. Die sind überdies kostenlos und letzterer bietet Dank der Doom3-Engine das grafisch schöne mittelalterliche Flair, welches ich mir auch in diesem Spiel gewünscht hätte.

Alternativ kann man auch in „Skyrim“ einen Assassinen-Dieb kreieren. Mit den entsprechend ausgebildeten Fähigkeiten und passenden Klamotten fühlt man sich dann (fast!) wie daheim.

Ich mache dann demnächst da weiter, wo ich Garrett im dritten Teil geparkt habe – so long, taffers…
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 28, 2014 6:37 PM CET


Futurama - Benders Big Score
Futurama - Benders Big Score
DVD ~ Matt Groening
Wird angeboten von media-summits
Preis: EUR 4,47

8 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Alles andere als "endgeil"..., 11. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Futurama - Benders Big Score (DVD)
Die regulären Futurama-Staffeln habe ich mir sehr gerne angesehen. Vor allem bis zur dritten Staffel waren da immer viele lustige Folgen enthalten. Jedoch sind den Autoren meiner Meinung nach in der 4. Staffel dann langsam die Ideen ausgegangen - was auch zurecht zum Ende der Serie geführt hat. Man muss ja nicht alles bis zum Erbrechen auswalzen (siehe "Die Simpsons").

Das haben die Autoren nun aber doch gemacht, und als Ergebnis ist dieser Film witzfrei und streckenweise nur langweilig. Das wird auch nicht besser, dass nun bereits zum (wenn ich richtig gezählt habe) dritten Mal die Ereignisse des Sylvesterabends 1999 eingebunden werden. Außerdem ist aus der Leela-Fry-Geschichte die Luft schon lange raus. Allerdings finden es die Autoren wohl ziemlich clever, da immer wieder drauf rumzureiten, ohne was Neues zu erzählen.

Der Hauptfehler hier ist aber das unmotivierte Auftauchen vieler bekannter Figuren aus der Serie. Das verträgt sich einfach nicht mit der bisherigen Erzählstruktur, weil die Autoren sich in den bisherigen Folgen auf ein bis zwei Themen festgelegt hatten und diese in ca. 20 Minuten abhandeln konnten. So wirkt das aber nur zusammengewürfelt ohne Roten Faden, wie hier schon mehrfach bemerkt wurde.

Was die deutsche Synchronisation angeht, sehe ich die Änderungen nicht ganz so schlimm. Würde der Stoff was taugen, dann wäre dass ohnehin kein Thema. Oder mit anderen Worten: Auch die englische Fassung taugt nichts.

Ich kann nur empfehlen, bei den Serienboxen zu bleiben. Selbst nach mehrfachem Genuss sind diese noch unterhaltsamer als dieser Film.


Six Feet Under - Gestorben wird immer, Die komplette dritte Staffel (5 DVDs)
Six Feet Under - Gestorben wird immer, Die komplette dritte Staffel (5 DVDs)
DVD ~ Peter Krause
Wird angeboten von svalv
Preis: EUR 29,99

15 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider nicht mehr so gut, 27. Oktober 2005
Von der ersten Staffel war ich sehr angetan. Flotte und natürlich wirkende Dialoge, tolles Ambiente und schräger Humor sind dort sehr gut gelungen.
In der 2. Staffel wirkte allerdings schon einiges überzogen, und nun, in der 3. Staffel wird's doch schon stellenweise unglaubwürdig.
Nate erlebt in wenigen Monaten mehr Katastrophen als die Tagesschau in einem Jahr zu bieten hat, und das ursprüngliche Hauptthema "Beerdigungsleben" verkommt mehr und mehr zur Nebensache. Sehr schade.
Technisch ist an den DVDs nichts auszusetzen. Guter O-Ton, passende deutsche Synchronisation und ein schönes animiertes Hauptmenü, welches ja in der Vorläufer-Staffel sträflich einfach gestaltet wurde.


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