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Rezensionen verfasst von
John Katzenbach

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Parsley, Sage, Rosemary and Thyme
Parsley, Sage, Rosemary and Thyme
Preis: EUR 7,49

5.0 von 5 Sternen Großartig., 5. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Parsley, Sage, Rosemary and Thyme (Audio CD)
Simon und Garfunkel sind zweifelsohne eines der besten, wenn nicht gar DAS beste Duo der jüngeren Pop-Geschichte. Nach kleinen Anfängen, gelang ihnen der große Durchbruch mit ''The Sound Of Silence'' und ihr Soundtrack zum Hollywood-Meilenstein ''The Graduate'' verschaffte ihnen endgültig einen Platz im Folk-Olymp.
Aber wer S&G auf ihre Chart-Hits à la ''Mrs Robinson'', ''Bridge Over Troubled Water'', oder auf Solo-Nachzügler wie ''Bright Eyes'' reduziert, hat zweifelsohne nicht die volle Genialität der beiden erfasst. Denn auch wenn es sich vor diesen großartigen Liedern zu verbeugen gilt, haben S&G schon in früherer Zeit Lieder gesungen und herausgebracht, die zwar zu der Zeit keinen interessierten und auch heute eher unbekannt sind, die aber genauso schön zu hören sind wie die ''Klassiker''.

Dass Kommerz nämlich nicht immer viel mit Kunst zu tun hat, zeigt sich nicht nur darin, dass ihr zeitloses Meisterwerk Sound Of Silence, 1964 (in Wednesday Morning 3am) noch lediglich mit einer Gitarre und vertont, eher unbekannt war, bis die Neuvertonung mit elektrischen Gitarren und ein bisschen Band-Atmosphäre ihnen einen unvergesslichen Hit bescherte.

Und so sollte man auch bei S&G sich nicht mit dem ewig kommerziell wiedergekäuten ''Greatest-Hits-Sound Of Silence - The Boxer - Mrs Robinson''-Gewäsch zufrieden geben. Denn ein Blick auf die frühen Lieder offenbart die Tür zu einem ganz neuen Wunderland voller wunderbarer Songs.

Ich möchte mir zwar an dieser Stelle eine komplett ausufernde Lobeshymne sparen, aber: Paul Simon ist und bleibt schlicht und ergreifend einer der großartigsten Songwriter des 20. Jahrhunderts. Seine Texte sind teils kryptisch und hintergründig und in allen Fällen poetisch, gefühlvoll und atmosphärisch. Ganz zu schweigen von seinen eingängigen Melodien und seinen legendären Gitarrenparts, die ebenso schön zu hören wie zu spielen sind. Simons Lieder erzeugen einen Sog und ein Gefühl tiefer Melancholie, die von Art Garfunkels Tenor auf eine Weise inszeniert wird, dass man sich von den Rhytmen und Melodien der beiden nicht mehr lösen kann. Garfunkels Stimme ist nicht nur Garnierung, oder ein Zusatz zum ''eigentlichen'' Solo-Künstler Simon. Die Charakteristik der Lieder entsteht durch das geniale Verweben beider Stimmen und Melodien. Deutlich wird dies schon im ersten Lied ''Scarborough Fair'', welches auf so ziemlich jeder Complication zu finden ist.

Meine persönlichen Top-Lieder der Platte sind neben Klassikern wie dem bereits genannten ''Scarborough Fair'' und ''Homeward Bound'' die Perlen ''Flowers Never Bend With The Rainfall'', ''The Dangling Conversation'', ''For Emily'' sowie ''A Poem On The Underground Wall''. Jeden Text dieser Lieder könnte man allein in einem Gedichtbuch von Paul Simon veröffentlichen.

Ich kann nur jedem von euch, der sich für einen S&G-Fan hält, raten, sich dieses Album umgehend zu besorgen. Ihr verpasst sonst etwas.

FAZIT: Wer die Simon und Garfunkels Hits schon nicht mochte, wird sie nach diesem Album auch nicht anfangen, sie zu mögen. Wer aber was für schwermütige, melancholische Lieder übrig hat und die beiden ohnehin mag, sollte die Gelegenheit nutzen, sich hier eine kleine Perle der Popgeschichte zuzulegen. Simon und Garfunkel sind genial!


Sounds of Silence
Sounds of Silence
Preis: EUR 8,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartig., 15. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Sounds of Silence (Audio CD)
Ich werde sicherlich nichts Neues sagen, wenn ich mit dem folgenden Text Paul Simon und Art Garfunkel maßlos loben werde. Es gibt schlichtweg ihre Fans, die wissen, dass sie zu den großartigsten Musikern des vergangenen Jahrhunderts gehören. Und genau zu dieser Gruppe eingefleischter Fans zähle ich mich somit ebenso. Dieses Album, mein persönlicher Einstieg in die Welt von Simon und Garfunkel, ist an Genialität kaum zu überbieten. Die Leistungen der beiden sind überwältigend; nicht nur angesichts ihrer damals noch jungen Alters, (schließlich hat dies nicht unbedingt immer etwas mit Können zu tun), sondern vor allen Dingen wegen ihres eigenen Stils.
Simon und Garfunkel hätten sich leicht in irgendeiner Bewegung verlieren können, die sich mit beinahe religiösen Zügen zu dieser Zeit ausbreitete und so stark wie kaum irgendwann sonst ein Lebensgefühl repräsentierte. Nur ist die klischeehafte Stilisierung und schablonenartig wirkende Musik, die sich auf nichts als Musik selbst, Drogen und Sex konzentriert, reichlich flach. Und so denke ich mir stets, dass Simon und Garfunkel - ungeachtet ihrer unbezweifelten Berühmtheit - niemals jenen Kult um sich erhalten haben, sich stets ihrem Stil treu geblieben sind. Gerade auch deswegen repräsentiert für mich ihre Musik einen eigenen Weg des Lebens, der sich im Gesamtwerk von Simon und Garfunkel widerspiegelt, welches nicht zu letzt durch seine Vielseitigkeit und Intensität der Musikstücke besticht. Auf diese Weise gehört dieses Album zu meinen persönlichen Lieblingsplatten, da es die beiden Musiker auf einem der stilistischen Höhepunkte ihres Schaffens zeigt. Dies geht hier dann auch weit über jene ''Best-Of''-CDs heraus, die den Leuten vorgaukeln sollen, alles wichtige von den beiden zu kennen. Die kleinen Perlen dieses Albums sind es, die dieser Platte einen Platz im Musik-Olymp beschert. Es ist für mich jedenfalls immer wieder überraschend, welch ungemeine Intensität die beiden mit gerade einmal einer Gitarre und einer Stimme (manchmal auch zweien) herausbeschwören können. Wer sich je Musikstücken wie ''April Come She Will'' oder ''Kathy's Song'' hingegeben hat, weiß, wovon ich rede.
FAZIT: Es gibt sie noch. Die, die es können! Zweifelsohne ein Album, welches in keinem Musik-Regal fehlen sollte.


The Concert in Central Park
The Concert in Central Park
Preis: EUR 7,49

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausgezeichnet., 12. November 2011
Rezension bezieht sich auf: The Concert in Central Park (Audio CD)
Wer Simon und Garfunkel kennt und als die vielleicht großartigsten Musiker ihrer Generation zu würden weiß, wird sich in seinem ungebrochenen Wahn nach der absoluten Old-School-Dröhnung auch nicht dieses Konzert entgehen lassen haben, welches sich über die Jahre zu einem wahrlichen Klassiker entwickelt hat, weswegen für ein einzelnes Konzert wahnsinnige Verkaufszahlen erzielt wurden. Es ist zwar bekannt, dass Kunst und Kommerz nicht immer Hand in Hand gehen, jedoch darf dieses Konzert ohne Übertreibung als hervorragend gelten, denn ungeachtet dessen, dass es bei allen Musikern, ob es sich nun um ziellose und sinnentleerte Pop-Arrangements handelt oder eben um allgemein hochangesehene Klassiker, variierende Beliebtheiten der Songs feststellen lassen. So wird auch auf dieser Platte jeder seine persönlichen Favoriten hegen.
Ohne nun jedes einzelne der Lieder ausschlachten zu wollen, lässt sich dennoch sagen, dass die Atmosphäre allgemein mal dynamisch und rhytmisch aufgeladen, zu anderen Zeiten aber beeindruckend ruhig und nachdenklich daherkommt. Ein überaus angenehmer Wechsel, der zum einen von der Reihenfolge und ebenso vom Gesamtwerk her wohl bedacht ist, da sich die beiden Musiker auch durch ihre enorme Bandbreite an Musikstücken auszeichnet.
Eröffnet mit dem lockeren und ironischen ''Mrs Robinson'', wird das Konzert dann erst mit dem ruhigen Titel ''Homeward Bound'' weitergeführt und so ausgewogen eingestiegen. Ihre Klassiker wie ''Scarborough Fair'' oder ''The Boxer'' streuen sie immer mal ein und zeigen sich so als Meister darin, unterschiedlichste Stimmungen zu kreieren.
Wähernd bei ''April Come She Will'' das ganze Augenmerk auf Art Garfunkels großartigem Tenor liegt und Paul Simons intensives Songwriting diese Schönheit dezent untermalt, wird an anderer Stelle bei ''Kodachrome/Mabellene'' schlichtweg für ausgelassenes Feiern gesorgt, das sich an Anekdoten der Jugend amüsiert.
FAZIT: Jeder weiß es. Die beiden sind der Hammer. Und hier zeigen sie ein ums andere Mal ihr Können. Sie spielen im Duo mit wahnsinniger Intensität ihre poetischen Stücke und rocken mit der ganzen Band das Konzert. Ein Genuss.


Die drei Fragezeichen und . . ., Toteninsel, 3 Bde.
Die drei Fragezeichen und . . ., Toteninsel, 3 Bde.
von Alfred Hitchcock
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Komplex, zügig, schnörkellos., 23. Juli 2011
Wer die drei Fragezeichen kennt und in seiner Jugend lieben gelernt hat, der wird zwar sicher die komplett überzogenen und unglaublich liebenswürdigen und sympathischen Figuren lieben, sich aber auch mitunter angesichts skuriller Fälle an den Kopf gegriffen haben. Denn obwohl die Autoren mit der charakteristischen Mystery-Komponente manchmal recht interessante Fälle schreiben, ist es aber nicht zu leugnen, dass sich die Schreiber damit oft selbst in ein abstruses Labyrinth aus Unwahrscheinlichkeiten katapultieren. Damit erscheint nicht nur das Verhalten der Charaktere abwegig, sondern insbesondere die Auflösung als extrem konstruiert.

Hier allerdings sind für meine Begriffe alle Zweifel unberechtigt, denn André Marx gelingt mit ''Toteninsel'' so ziemlich der beste Teil der gesamten Reihe. Man merkt deutlich, dass er mit den vergleichsweise kurzen Geschichten gnadenlos unterfordert war. Jedenfalls ist diese Detektivgeschichte, die fast schon die Qualitäten eines Romans aufweist, viel kreativer als alles zuvor gelesene und behält dabei zumindest für mich ihre Glaubwürdigkeit, da jedes Verhalten der Akteure glaubwürdig und logisch ist.

SPOILER Die einzelnen Parteien - Hadden, Sphinx, Skinny, CIA, Jelena und die drei Fragezeichen - besitzen alle verschiedene Motive und Möglichkeiten und obwohl den Detektiven mit einer Geheimorganisation und einem Geheimdienst scheinbar übermächtige Gegner gegenüberstehen, konstruiert André Marx den Fall so clever und unaufdringlich, dass der Geschichtsverlauf vollkommen logisch erscheint: Die drei Fragezeichen könenn die Polizei aufgrund mangelnder Beweise und allenfalls vager Vermutungen nicht informieren, andererseits bleiben sie selbst anonym, da die CIA einerseits keine Ahnung hat, was wirklich vorgeht, da Sphinx ein loser, unorganisierter Zusammenwurf schräger Archäologen ist und da Mr. Hadden ohnehin niemandem traut. SPOILER

Mit dieser von Marx gelegten Grundlage ist jeglicher Informationsfluss verhindert und die drei Fragezeichen müssen selbst agieren. Das mag so auf dem Papier konstruiert klingen, aber wenn man es liest, scheint alles stringent und auch Hinterfragungen bezüglich der Logik hält das Buch weitgehend stand.

Stilistisch ist das Buch erwartungsgemäß trocken gehalten. Große Kunst oder hervorragende rhetorische Zungenschnalzer wird man vergeblich suchen. Aber André Marx ist weniger ein Sprachkünstler, als vielmehr ein gewitzter und kreativer Autor. So glänzt ''Toteninsel'' nicht nur mit einigen ironischen Einwürfen, sondern auch mit schnörkellosen Beschreibungen, die die zügig voranschreitende Geschichte nicht weiter aufhalten. Marx übt sich nicht in künstlicher Figurentiefe. Und die braucht ja auch niemand. Er will einfach eine spannende Geschichte erzählen, was ihm in meinen Augen hervorragend gelingt. ''Toteninsel'' ist straight, komplex, glaubwürdig und vor allen Dingen packend in den Dialogen. Neben dem starken Fall, der viel Diskussionsstoff liefert, sind es im Speziellen die Konfrontationen der Charaktere (Justus - Jelena; Peter - Skinny, Rachel Hadden - die drei Fragezeichen etc.), die der Handlung die nötige Würze verleihen. Jeder Drehbuchautor wäre dankbar für solch ungekünstelte, aber ausdrucksstarke Dialoge.

Ich gebe zu: man muss die drei Fragezeichen mögen. Wer die überzeichneten Charaktere mit ihren niedlichen Macken nicht mag und auch für den Stil der Jugendliteratur nicht viel übrig hat, wird auch mit diesem Buch nicht zur Raison gebracht werden. Wer allerdings mal wieder ein gutes Buch der Reihe lösen möchte, sei mit ''Toteninsel'' bestens beraten. Marx' Jubiläumsstück ist eine fesselnde Fingerübung: gewitzt, kreativ, authentisch, zügig geschrieben und für ein Jugendbuch auch recht spannend.


Biutiful
Biutiful
DVD ~ Javier Bardem
Preis: EUR 7,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht perfekt, aber richtig, richtig gut., 30. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Biutiful (DVD)
Inárritu ist so umstritten wie kaum ein anderer Regisseur; und das nicht einmal aufgrund expliziter Gewalt- oder Sexdarstellungen, sondern eher auf der Ebene der rein filmischen Kritik. Denn da schwanken die Einschätzungen von pseudo-intellektuellem Metapher-Schwachsinn bis hin zu allegeroschem Meisterwerk. Dennoch wird - ungeachtet der inhaltlichen Einschätzung - keiner die inszenatorischen Fähigkeiten verneinen wollen, die Inárritu zweifelsohne besitzt. Zwar hat ''Biutiful'' auf micht nicht einen derart starken Sog entfaltet wie ''Babel'' oder ''21 Gramm'', aber trotzdem ist dem Regisseur ein hervorragender Film geglückt.
Der größte Mängel auf gestalterischer Ebene ist für mich in diesem Film der Soundtrack, der zeigt, dass sich der auf jeden Fall hochtalentierte Gustavo Santaolalla nach Meisterwerken wie Brokeback Mountain auch mal vertun kann, wenn es darum geht, einen passenden, minimalistischen Score zu kreieren, denn hier wirkt seine Untermalung des Öfteren überaus unpassend, stört die Athmosphäre des Films.
Und auch die Dynamik der Films wurde etwas gebrochen durch den recht schwachen Schnitt. Nachdem ich in verschiedenen Magazinen von der so schnell geschnittenen, angeblich mitreißenden Festnahme-Szene gehört hatte, war ich auf die Sequenz ungemein gespannt, zumal diese Qualitäten von Inárritue ja gewöhnt sind. Jedoch war die Szene arg übertrieben, ungeordnet und hektisch, ohne wirklich fesseln zu können.
Aber so viel ich jetzt auf diesen kleineren Mängeln rumgehackt habe, so sehr kann ich die Kameraarbeit loben. Ich hätte auf jeden Fall Rodrigo Prieto und nicht Wally Pfister den Oscar gegeben. Mit poetischer Schönheit verbindet Prieto die Härte der Armensiedlungen, die phalanxartigen Häuserreihen, die giftigen Abgase am Horizont, die urbane Hölle. Und spannt dabei auf bildlicher Ebene den Bogen zum Lyrischen, entfernt sich mit der Schlussszene von dieser Wärme und lässt in der Perversion des Lebens von Uxbal immer wieder derb-schöne Momente aufleuchten und verpasst dem Film eine intensive Stimmung. Dazu trägt schließlich auch die semidokumentarisch wirkende Unfertigkeit seines Bildaufbaus, die den Realismus der Handlung erhöht.
Gekrönt wird diese Leistung von Bardems einzigartigem Spiel. Wie wandlungsfähig ist dieser Schauspieler denn noch?! Psychopatisch-philosophischer Auftragsmörder, zum Leiden verdammter Tetraplegiker, eleganter Verführer und nun ... Was ist er nun? Sein Uxbal speist sich aus den verschiedensten Facetten. Er ist ein Kleinkrimineller der Armenviertel. Aber zugleich ein überaus verantwortungsvoller und sorgsamer Familienvater. Er will seine Umgebung nicht so ausbeuten wie die anderen um ihn herum und ist dennoch dazu gezwungen. Irgendwo zwischen Überlebenskampf und hohem ethischen Anspruch an sich selbst muss er sein Leben leben. Und nun vor seinem Tod das Leben um ihn herum in Ordnung bringen. Bardem spielt diesen Part mit einer Energie, Bitterkeit, Intensität, einem Leiden, dass die Spannung in seinem Leben fast physisch spürbar wird.
Ein großes Problem des Films ist jedoch seine simple Handlung. Auch wenn Inárritu mehr an einer Zustandsbeschreibung gelegen ist, erzählt er seine Geschichte hier zu langsam, stockend und breit. Er geht auf zu viele Figuren ein, die man einfach hätte rausschneiden können. Deren Schicksal ist im Film gar nicht von Belang.
Wo man sich auf Uxbal konzentrieren möchte, nervt der Film mit unnötigen Nebenhandlungen, mit deren Figuren man sich überhaupt nicht auskennt.
Aber schließlich ist auch Inárritu nicht perfekt. Sein ''Biutiful'' ist zwar ein Film, bei dem man merkt, dass nicht viel zur Perfektion gefehlt hätte und es deshalb beim (bald folgenden) wiederholten Sehen bedauern wird, dass dieser ideale Fall nicht eingetreten ist. Doch ''Biutiful'' ist ein richtig starker Film. Ein lebensnaher Film mit großartigen Kameramann und einem überragenden Hauptdarsteller


Der Patient
Der Patient
von John Katzenbach
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

5.0 von 5 Sternen Perfekter Thrillergenuss!, 27. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Patient (Taschenbuch)
Sicher. Katzenbachs Stil sagt nicht jedem zu. Seine mitunter übertrieben genauen Schilderung von inneren Monologen und den psychischen Situationen seiner Protagonisten in Kombination mit teils überflüssigen Dialogen erschweren es Story, sich zügig und packend zu entwickeln. Auch wenn seine Ideen oft durchaus als reizvoll und interessant erscheinen, erweisen sich seine Bücher nicht immer als Erfolg. Allerdings sind alle Bedenken bei diesem hervorragenden Thriller vollkommen unberechtigt. ''Der Patient'' ist schlichtweg der beste Thriller von Katzenbach und für mich auch der beste Roman seines Genres überhaupt.

Denn anders als bei anderen Geschichten begeht Katzenbach nicht den Fehler, in Nebensächlichkeiten zu schwelgen. In ''Der Patient'' erzählt er seine Story logisch stringent, nimmt sich genau die richtige Zeit, einerseits die Befindlichkeiten seiner Hauptfigur zu erläutern und andererseits den Plot voranzutreiben. Auf diese Weise bleibt die Geschichte packend und schreitet dennoch immer zügiger voran. Der Leser leidet mit Dr. Starks, der zunehmend paranoider wird, sich aber dennoch vorerst nicht wirklich zu wehren vermag gegen den scheinbar übermächtigen Gegner, der im Hintergrund die Fäden zieht und seine Agenten wie Marionetten dazu anschickt, Ricky das Leben zur Hölle zu machen mit seinem perfiden Spiel. Ein Spiel, dessen Regeln er selbst geschaffen hat und bei dem er selbst der Schiedsrichter ist, sodass Ricky ihm vollkommen ausgeliefert scheint. Denn der 53-jährige Psychiater sieht sich einem intelligenten, planvollen und stets handelndem Spieler gegenüber. Er hingegen hat sich nach dem Tod seiner Frau sozial komplett isoliert und sieht als Analytiker eher dem Lauf der Dinge zu, um ihn zu interpretieren, als selbst Teil an selbigem zu nehmen.
Erst als Ricky zu einem ebenso genialen wie gefährlichen Schachzug hinreißen lässt, gelingt es ihm, seinen Gegner - der sonst immer zehn Züge vorausdenkt, während Ricky seine Figuren aufs Gratewohl hin setzte - in falscher Sicherheit zu wiegen. Von nun an wandelt sich Ricky. Er wird zu einem Mann der Tat und so macht er sich auf die Suche nach dem Mörder, der irgendwo in seiner Vergangenheit augetaucht war und nun wieder in sein Leben getreten ist.

FAIZT: Auf diese Weise erzählt Katzenbach eine fesselnde, intelligente Geschichte mit einem zum Zerbersten spannenden Showdown, der sowohl durch seine komplexe, psychologische Ausarbeitung des sich wandelnden Helden besticht, als auch hinsichtlich seiner paranoiden Athmosphäre sowie der ebenso detaillierten wie poetischen sprachlichen Gestaltung zu begeistern weiß.
ULTRASPANNEND! UNBEDINGT LESEN!


Die Anstalt: Psychothriller
Die Anstalt: Psychothriller
von John Katzenbach
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Langwierig, aber athmosphärisch und düster!, 27. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Anstalt: Psychothriller (Taschenbuch)
John Katzenbachs Romane sind nie einfach nur Geschichten um Mord oder Totschlag. Bei Katzenbach geht um andere, tiefere Sachen, die hinter den Handlungen verborgen liegen. So ist es auch zu erklären, dass sein Buch ''Die Anstalt'' ungeachtet seiner unbestrittenen, gemächlichen Erzählweise ein annehmbarer, stellenweise hervorragender Thriller geworden ist.

Als Francis Xavier Petrel in jungen Jahren nach einem Gewaltausbruch in die Psychiatrie eingeliefert wird, geht es ihm schlecht. Er hört Stimmen. Befehlende, ruhige, ängstliche, panische, aggressive Stimmen. Er leidet an Denkstörungen und Unruhe, sodass er nicht in der Lage ist, in eine gewöhnliche Kommunikation mit der Außenwelt zu treten. Nichts desto weniger, erweist er sich im Laufe seines Klinikaufenthalts als vergleichsweise gering gestört, schließlich treiben sich in der Anstalt die skurillsten, schrägsten und vor allen Dingen auch gefährlichsten Menschen herum, mit denen Francis je zu tun hatte. So hilf es ihm, dass er in dieser Armee der Kranken zumindest ein paar Freunde findet. Lanky, Peter The Firemann. Und auch die beiden schwarzen Pflegerbrüder Big Black und Little Black haben erkannt, dass Seabird - wie alle Francis inzwischen nennen - anders als die anderen Insassen ist und sich mit ihm angefreundet. Inmitten dieser Normalität des Gestörten geschieht später völlig unvermittelt ein grausamer Mord: Short Blond, die junge, neu eingestellte Pflegerin wurde grausamst entstellt. Und Lanky ist der Hauptverdächtige, denn er hat sie am Abend zuvor ebenso energisch angegangen wie alle anderen Neuankömmlinge auch. Doch irgendwie will Seabird nicht glauben, dass es Lanky war und so wird er herangezogen, um als Mittler zwischen der eingetroffenen Staatsanwältin und den Insassen zu fungieren. Sie begeben sich auf die Suche nach dem Mörder...

Katzenbachs Stil erweist sich - obwohl in der Tat extrem ruhig und detailliert - als der Geschichte in vollstem Maße angemessen. Denn ''Die Anstalt'' erzählt nicht nur von einer Mordserie, sondern auch von Dingen wie Obsession, Perversion, Wahn, Psychopathie sowie psychischen Erkrankungen, erstellt darüberhinaus das authentische Porträt eines Schizophrenen und beschwört eine Athmosphäre des zyklischen Rhymthmus' der Klinik herauf, in dem jeder Tag gleich abläuft. Neben diesem aufklärenden Anklang hinsichtlich der Psychiatrie glänzt ''Die Anstalt'' vor allen Dingen mit seiner facettenreichen Ausarbeitung der Figuren, die in ihrer geringen Zahl ein Gefühl der Paranoia erzeugen, welches durch die kammerspielartige Anordnung der Handlung verstärkt wird. Folglich fühlt sich der Leser als stiller Teilhaber in einer kleinen Runde aus Freunden: Seabird, Peter und Lucy.

Schließlich weiß Katzenbach dann seine zeitweise übertrieben langatmige Geschichte zu einem hervorragenden und enorm spannenden Showdown zusammenzufügen, der den Zuschauer mit seiner psychologisch spannenden Gestaltung und sprachlichen Ausarbeitung fesselt!
Man wird schlicht mitgerissen in diesem Strudel aus Perversion, Brutalität, Gewalt, Kampf und psychologischen Duellen.

FAZIT: Man muss sich wirklich auf die schleppende Erzählweise von Katzenbach einlassen, um ''Die Anstalt'' mögen. Und ich weiß, das können nicht alle. Aber wer bei diesem Psychothriller Geduld aufbringt, der wird mit einer starken Geschichte entlohnt, die sich im Finale an Spannung überschlägt und dem Zuschauer ein glaubwürdiges Porträt des geistigen Zustands der eindringlich geschilderten Protagonisten offenbart. Spannend!


Der Täter
Der Täter
von John Katzenbach
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nur selten überzeugend., 27. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Täter (Taschenbuch)
Mit ''The Shadow Man'' liefert John Katzenbach einen guten Psychothriller, der allerdings nicht an seine besten Bücher herankommt, sondern sich in qualitativer Hinsicht verglichen mit seinen anderen Romanen eher im hinteren Bereich eonordnen muss. Denn ungeachtet seiner überzeugenden Konzeption der Hauptfigur Simon Winter respektive dessen glaubwürdiger Wandlung sowie des durchaus packenden Finals, weist Katzenbachs Psychothriller in Bezug auf Plot, Athmosphäre wie auf Charaktere Schwächen auf. Auf diese Weise erscheint nach dem packenden Beginn auf den ersten 50 Seiten die Story vorerst zu stagnieren, woraufhin sich das Buch in langweiliger Polizeiarbeit erschöpft - eine Tätigkeit, die in diesem Genre deutlich im Umfang der Darstellung hätte reduziert werden müssen, schließlich möchte ich einen Psychothriller lesen und keine Kriminalgeschichte, an deren Ende in ''The Shadow Man'' eine jedenfalls für mich unglaubwürdige, weil überkonstrierte Auflösung steht, die schließlich den Anstoß zum Finale gibt. Da bleiben einfach zu viele absolut belanglose Dialoge wie auch Monologe, die folglich mehr zu einer Trägheit des Geschehens beitragen als dieses zu intensivieren, wie es etwa in Katzenbachs hervorragenden Romanen ''Der Patient'', ''Die Anstalt'' oder auch ''Das Opfer'' der Fall war.

Erst mit den altbekannten Mann-gegen-Mann-Situationen im Finale kehrt Katzenbach zu dem zurück, was er kann - hervorragende, psychologisch ausgestaltete Suspense. Hier erzählt Katzenbach in genau dem richtigen Tempo - der richtigen Gewichtung aus spannender Schilderung der Action, psychologisch vertiefenden Gedanken der Figuren sowie athmosphärischen Beschreibungen der Natur - von dem erbitterten Kampf zweier Menschen um Leben und Tod. Und wie immer bei Katzenbach müssen die Figuren am Ende bezahlen. Vielleicht nicht immer unbedingt mit dem Leben, auf irgendeine Art bestimmt.

So ist es schade, dass Katzenbach sich bei seinem Thriller nicht so sehr auf seine Stärken besonnen hat, sondern sich ein bisschen als Erzähler einer simplen Kriminalgeschichte erprobt, sodass die Athmosphäre durch die vielen verschiedenen Figuren, die allenfalls solide Grundkonstruktion der Story und der nicht immer so extrem gut wie gewohten sprachlichen Ausarbeitung weitgehend auf der Strecke bleibt.

FAZIT: Lediglich das packende Finale sowie der melancholische Anti-Held verhindern, dass ''The Shadow Man'' durch seine einfach gestrickte Geschichte eine herbe Enttäuschung wird. Suchenden empfehle ich stattdessen, ''Der Patient'' zu lesen.


Das Opfer: Psychothriller
Das Opfer: Psychothriller
von John Katzenbach
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intelligent, abgründig und sehr böse., 18. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Opfer: Psychothriller (Taschenbuch)
Das Buch beschreibt die Begegnung der jungen Ashley Freeman mit dem Psychopathen Michael O'Connell, der Ashley seit ihrer einzigen Begegnung nachstellt und trotz deutlicher Zurückweisung nicht von ihr abzulassen bereit ist. Doch wird dieser junge Mann von Ashley und ihrer Familie lange Zeit unterschätzt. Erst als sich die wahre Dimenson von O'Connells Obsession offenbart, sieht sich Ashley gezwungen, einen erbitterten Kampf gegen ihren Liebhaber, oder wie auch immer man diesen Psychopathen nennen will, zu führen, denn dieser ist ebenfalls zu allen Taten bereit...

Katzenbach beginnt ruhig, beinahe nüchtern. Er nimmt sich Zeit, seine Charaktere einzuführen und die legt die Grundlagen der Story, ohne jede ernsthafte Spannung. Doch mit der Zeit legt er die psychischen Abgründe hinter der ruhigen Fassade dar und erzählt packend, wie sich die Geschichte dramatisiert. Während Ashley also zu Beginn noch mit ihrem Vater im Schlepptau Michael in einem Gespräch in einem Restaurant davon überzeugen will, den Kontakt zu ihr abzubrechen, spitzt sich die Lage im weiteren Verlauf immer weiter zu.
Und genau da ist Katzenbach in seinem Element: in packenden Dialogduellen, die den gut angelegten Charakteren stes neue Seiten abzugewinnen wissen, entwickelt sich die Stalker-Geschichte zu einem verdammt spannenden Thriller, der insbesondere gegen Ende durch seine abgründige Boshaftigkeit, die kühl-berechnende Planung des grausamen Verbrechens und schließlich dessen intelligente Durchführung besticht, wobei Katzenbachs assoziationsreche Sprache und psychologische Tiefgründigkeit den Ereignissen eine unvergleichliche Intensität verleihen. Und darüberhinaus erzielt der liebe John mit der zweiten Erzählebene, in der dem Ich-Erzähler die Ereignisse mitgeteilt werden, eine ganz besondere Spannung, da in dieser das Geschehen analysiert wird und kommende Handlungen schon in besonderer Weise vorweggenommen werden. So erfährt der Leser vor der Ausführung des Verbrechens, welches am Ende geplant wird, dass dies einen sehr blutigen Ausgang nehmen wird. Wie genau aber die Planung schief läuft, welche Charaktere direkt und welche nur indirekt involviert sind und welche genauen Auswirkungen diese Tatsachen auf den weiteren Handlungsverlauf haben werden, lässt Katzenbach jedoch vorerst offen.

Neben der starken narrativen Struktur und dem hervorragenden sprachlichen Stil, der die emotionale Kälte der Handlung weiter unterstützt, gefällt das Buch aber auch angesichts der facettenreichen Charaktere. Auf diese Weise beinhaltet Katzenbachs Beschreibung der Figurenkonstellation interessante Reflexionen zu Liebe, Partnerschaft und Ehe, die jedoch angenehm subtil ausfallen.
Desweiteren überzeugt ''Das Opfer'' durch seine psychologische Fundiertheit, die sich auf die Charakterzeichnung und die Reaktion der Figuren auf die gegebenen Ereignisse auswirkt, der Geschichte eine emotionale und ernsthafte Note gibt und zugleich die Glaubwürdigkeit erhöht.

John Katzenbach liefert mit ''Das Opfer'' einen abgründigen, verdammt spannenden und abartig bösen Psychothriller, der durch seine sprachliche Präzision sowie durch seine intelligente Story besticht.


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