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Rezensionen verfasst von
Rocker
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   

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Banga [Vinyl LP] [Vinyl LP]
Banga [Vinyl LP] [Vinyl LP]
Preis: EUR 21,24

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen jeden Cent wert...., 17. Dezember 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Banga [Vinyl LP] [Vinyl LP] (Vinyl)
Für diese Platte habe ich genau so viel hingeblättert, wie für die ersten 8 Alben von Patti Smith auf CD zusammen. Dass dieser Ausverkauf irgendwie ungerechtfertigt ist, wenn man es in Beziehung zu dem setzt was man dafür bekommt, empfinde ich fast als peinlich und ich schäme mich auch ein wenig dafür.

Banga ist nun erst das 11. Album von Patti Smith in 38 Jahren seit 1974 ihre erste Platte erschien. Eine beispiellose Karriere für eine Sängerin folgte in einer von Männern dominierten Musikwelt. Nach dem kometenhaften Aufstieg kamen auch die unweigerlichen Abstürze, verstörende Auftritte und private Tragödien. So entstanden immer wieder große zeitliche Abstände zwischen den Veröffentlichungen von Patti Smith.

Die LP Banga erschien mit großer Verspätung im Vergleich zur CD und als ich diese Platte bekam, da waren die meisten Rezensionen längst durch. Ich habe die Platte angehört und war danach zuerst mäßig begeistert. Aber die Scheiben drehen sich immer wieder auf meinem Dreher und im Laufe der Zeit ist die LP ein guter Freund geworden.

Ich finde, Banga ist eines der abwechslungreichsten Alben von Patti Smith überhaupt. Beim CD Kauf der alten Platten stand für mich eigentlich mehr das historische Interesse im Vordergrund. Obwohl viele Musiker, die ich in den 90ern gehört habe, immer wieder Patti Smith als Vorbild nannten, blieb es zunächst beim Vorsatz.

Musikalisch beginnt Banga recht flott. Die Single April Fool klingt sogar ziemlich poppig. Fuji-san ist dann ein waschechter Rocksong. Aber so bleibt es nicht. Ab Seite 2 wird es ruhiger und nachdenklicher, obwohl auch die schnelleren Songs inhaltlich alles andere als belanglos sind.

Geschrieben wurden die Songs zum großem Teil auf einer Reise mit der Costa Concordia. Als die Platte heraus kam, lag dieses Schiff bereits mit 30 Grad Schlagseite halb abgesoffen auf Felsen gesetzt in der Adria auf Grund und markiert eines der skandalösesten Kapitel moderner Kreuzfahrttouristik.

Dazwischen lagen die Aufnahmesessions in den Electric Lady Studios in New York. Thematisch bewegt sich Patti Smith zwischen 15. Jahrhundert und Gegenwart. Aktuelle Ereignisse wie die Katastrophe von Fukushima fließen ebenso in das Songwriting ein, wie literarische Verweise zu den russischen Schriftstellern Nikolai Gogol und Michail Bolgakow. Desweiteren singt Smith einen Geburtagssong für Johnny Depp und Erinnerungen an die kurz nacheinander verstorbenen Maria Schneider und Amy Winehouse finden sich auf dieser Platte ebenfalls.

Auch wenn ich einige Zeit gebraucht habe, um es zu kapieren:
Banga ist eine große Platte geworden, die mit künstlerischer Tragweite aufwarten kann und die mit außergewöhnlichem Engagement und viel Inspriration entstanden sein muss. Patti Smiths Gesang hörte sich für mich noch nie so ausgeglichen und kraftvoll zugleich an.

Die Vinylscheiben sind in dem Zustand, den man für den gewissen Mehrpreis gegenüber der CD auch erwartet. Die Aufnahme ist klar und transparent und es macht ungeheuren Spaß der Platte vom Hörplatz aus beim Abspielen zuzusehen.


Perfect Night
Perfect Night

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The King of Sprechgesang, 17. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Perfect Night (Audio CD)
Über Lou Reed ist vor einem guten Jahr allerlei Häme ausgeschüttet worden, als er mit Metallica als Begleitband das ambitionierte Kunstprodukt Lulu unter die Leute brachte. Das Ergebnis dieser Kollaboration konnte mich allerdings auch nicht restlos davon überzeugen, dass Reed + Metallica eine tragfähige Kombination gewesen sein soll. Ich fand es ein interessantes Experiment, das einigermaßen anstrengend und wenig nachhaltig zu sein schien.

Die Kritik, dass Reeds Sprechgesang mit dem (in diesem Fall) unterrepräsentierten Spiel einer Metalkapelle wenig harmonieren würde, war sicher auch zutreffend. Vielleicht war es ja auch genauso, wie beide Parteien sich ihr gemeinsames Projekt vorgestellt hatten und sie fanden/finden es ganz toll, so wie es war/ist.

Mich hat die teilweise einseitige Empörung über Lulu sehr amüsiert, und gleichzeitig habe ich mich gefragt, wie das wohl geworden wäre, wenn Lou Reed dieses Album mit seinen eigenen Spezis aufgenommen hätte.

Bei diesen Überlegungen kramte ich diese CD wieder hervor. Ein Konzertmitschnitt aus der Royal Festival Hall, im Rahmen des Meltdown Festivals 1997 mitgeschnitten, das in jenem Jahr unter der Leitung von Lou Reeds damaliger Freundin und heutiger Ehefrau Laurie Anderson stand.

Lou Reed schwärmt im Klappentext über den Sound seiner Gitarre an diesem bestimmten Abend, was ihn auch zum Titel dieses Albums inspirierte. Und Lou Reed lässt uns mit seinem Co-Produzenten Mike Rathke an diesem Klangerlebnis einigermaßen teilhaben.

Die Betonung liegt auf Reeds Gitarre und seinem Gesang. Beides ist sehr in den Vordergrund gemischt. Das stört aber gar nicht, denn seine Freunde Rathke an der 2. Gitarre, Fernando Saunders am Bass und Drummer Tony "Thunder" Smith setzten nur gelegentliche, aber sehr effektvolle Akzente und nölen herrlich im Chorus mit. Man beachte wie gut und akzentuiert Reed hier sprech-singt und wie präzise und variabel die Band ihn dabei unerstützt.

Der Pegel für Applaus und Jubel der Zuhörer ist ziemlich runter gedreht. Aber auch das ist kein Manko, denn die Aufnahme ist so gut, dass man glauben könnte, man befände sich am Bühnenrand, hätte das übrige Publikum weit hinter sich gelassen und Reed + Freunde würden nur für uns CD Hörer, die vor der Musikmaschine hocken, spielen.

Reed hat hörbar Spaß an seiner eigenen Performance und er bietet ein Karriere umfassendes Set aus alten Klassikern von I'll Be Your Mirror, Perfect Day oder Coney Island Baby, Abstechern in die 80er (New Sensations/The Original Wrapper), 2 Songs vom Album New York bis zu Sex With Your Parents und Riptide vom damals aktuellen Album Set The Twilight Reeling.

Dazu bringt Reed eine tolle Version von Talking Book und weiterhin eher selten gehörtes wie Visions, Kicks, Into The Divine oder Why Do You Talk. Die Stimmung des Vortrages reicht hier instrumental von intim bis brachial und stimmlich von sanft bis wütend.

Unter den vielen Livealben von Lou Reed ist diese Scheibe auf jeden Fall ein Highlight. Und wenn man noch nicht allzu viel von Herrn Reed kennt: bevor man sich eine der unzähligen Best-Of Scheiben nach Hause holt, sollte man hier mal rein hören. Denn hier gibt es zwar nicht die ganz großen Hits, aber dafür praktisch Classic Hits, Rarities und eine hervorragende Liveperformance im Komplettpaket.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 1, 2013 11:51 PM CET


Bish Bosch [Vinyl LP] [Vinyl LP]
Bish Bosch [Vinyl LP] [Vinyl LP]
Preis: EUR 21,56

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ohne Vorkenntnisse schwierig, 7. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Bish Bosch [Vinyl LP] [Vinyl LP] (Vinyl)
Ich gehe davon aus, dass diejenigen die sich bis hierher wagen, wissen, was sie so ungefähr erwartet, wenn sie sich auf ein Scott Walker Album einlassen. Über eine Diskussion, die sich um Teenie-Phänomene drehte, kam das Gespräch auch auf die Walker Brothers, die in den 60ern eine ähnliche Manie ausgelöst hatten, wie die Beatles oder andere Jungbands bis in die Neuzeit der Popmusik.

The Sun Ain't Gonna Shine Anymore kannte ich natürlich, aber was aus Noel Scott Engel aka Scott Walker danach geworden ist, war mir unbekannt. So fing ich an zu forschen und tastete mich zunächst mit Tilt und anschließend wagemutig mit The Drift an diesen Musiker heran. Diese Findungsphase wurde von der Ankündigung der Neuerscheinung Bish Bosch gestört.

Schließlich entschied ich mich für die Vinylausgabe des neuen Albums. Aber dazu später.
Was kann man sagen ? Die Musik Scott Walkers entzieht sich jeglicher Bewertungsmöglichkeit. Das ist dem Wahnsinn nahe und ich ertappe mich immer wieder bei der Frage: meint der das Ernst oder veräppelt der mich bloß?

Das ist Musik für einsame Stunden, wenn die Frau mit den Kindern ins Nachmittagskino gegangen ist und das Fernsehprogramm nur Serienwiederholungen und fade Biathlonübertragungen bereithält. In Gesellschaft ist das nahezu unhörbar, und wenn, dann höchstens unter Gleichgesinnten. Und selbst dabei beschleicht mich ein schlechtes Gewissen. Darf man sich das wirklich gegenseitig zumuten ? Sich immer wieder kreuzende, fragende Blicke sind unvermeidlich. Ich hab's ausprobiert...

Musikalisch ist Bish Bosch aber zumindest eingängiger als der Vorgänger The Drift. Und es gibt wesentlich weniger Streicher, als bisher. Diese werden zugunsten von Bläsern weitgehend abgelöst und außer viel Percussion bekommt man auch hin und wieder eine lärmende E-Gitarre zu hören. Walkers Stimme ist gewohnt dramatisch, aber nach meinem Empfinden weniger trostlos, als z.B. auf Tilt.

Aber trotzdem findet sich immer noch viel Schräges, Überraschendes, Kurioses, Abstoßendes, Komisches in den 9 Stücken dieses Albums. Es gibt eine Menge zu entdecken, aber in passende Worte lässt sich das nicht wirklich fassen. Entweder man kennt sich aus oder man bringt eine entsprechende Experimentierfreude und Abenteuerlust mit, um sich diesem Werk (wie allen anderen Spätwerken) Scott Walkers hinzugeben.

Anders als beim neuen Album des alten Neil mit seinem verrückten Pferd habe ich diesmal mit der Vinylausgabe keinen Fehler gemacht. Die ist wirklich toll gelungen. Zunächst mal haben alle Lieder eine maßgeschneiderte Spieldauer und passen ohne Unterbrechung auf die 4 Seiten dieses Doppelalbums. Die Scheiben sind hervorragend verarbeitet und der Sound ebenfalls großartig und störungsfrei.

Die Scheiben stecken in gefütterten schwarzen Papierinletts und einem geräumigen Cover (kein Faltcover), das wiederum in eine stabile Kunststoffhülle verpackt wurde. Beigelegt wurde außer einem kleinen Büchlein, in dem sich alle Texte und sonst relevante Informationen zu der Platte finden lassen, auch noch die CD, die anstatt in einem Papersleeve in einer passend zum Gesamtprodukt durchsichtigen Kunststoffhülle steckt.

Wer mit Scott Walker und seiner einzigartigen Kunstform klar kommt, dem würde ich in diesem Fall sagen: Vinyl rules...!
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 8, 2012 10:04 PM CET


HöRt!
HöRt!

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frühes Kleinod, noch unter Pseudonym., 7. Dezember 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: HöRt! (Audio CD)
Dankenswerterweise wurde ich hierauf aufmerksam gemacht (siehe vorstehende Rezension). Wenn man erstmal dem Molden-Virus verfallen ist, will man wahrscheinlich irgendwann alles von ihm hören, auch wenn es schon lange zurück liegt.

Ernst Molden ist hier Teufel (ohne zugehörigen Artikel) und was der Rest der Götter dazu musikalisch zelebriert, hat mich zunächst etwas verwirrt. Tolle Musiker, perfekt eingespielt, super Tonqualität. Aber wenn man sich die diabolischen Texte Teufels anhört, die Ernst Molden hier mehr spricht als singt, dann stoßen zwei fremde Welten aufeinander.

Die teils abgründigen Geschichten, die Molden auf dieser Aufnahme vorträgt, werden von fast ausufernden Soli auf Gitarren und Piano begleitet. Dazu erzeugen Latino-Percussion und Flamencogitarren einen heimeligen Sound und einen Schönklang, der die bisweilen düster-mystischen Texte noch fremder wirken lässt. Das hat mich am Anfang irritiert und ich brauchte einige Durchläufe, um mich daran zu gewöhnen.

Der Texter/Songwriter Ernst Molden hat auf dieser ersten Plattenaufnahme schon einen erstaunlichen Wiedererkennungswert. Lieder über Mord und Totschlag, die Nachwirkungen des Balkankrieges (der ja praktisch vor der Haustür Österreichs stattgefunden hatte) und ein Liebeslied an ein Haustier begründen hier schon Moldens poetisches Talent, dass er in den folgenden Jahren soweit perfektionieren konnte, dass er sich in den letzten Jahren schließlich auch an den Wiener Dialekt heran getraut hat.

HÖRT! ist ein hervorragend aufgenommenes Frühwerk von Ernst Molden und es hat mich mit leichter Verzögerung inzwischen genauso gefesselt, wie seine späteren Aufnahmen. Besonders spannend finde ich, wie man hier am Beispiel des Liedes "Wien" erleben kann, wie Ernst Molden seine Fähigkeit zu arrangieren verändert (und wie ich finde plastischer, greifbarer gemacht) hat.

Dazu habe ich exzessiv diese frühe, von virtuosem Pianospiel getragene Version dieser CD mit der von 1999 auf Ernst Molden & der Nachtbus und dann noch mit der des Albums Wien von 2008 verglichen. Dabei fällt auch dann deutlich auf, wie Ernst Molden sich zudem als Sänger weiter entwickelt hat, denn er hört sich auf Teufel und der Rest der Götter noch merklich weniger kraftvoll an.

Ich weiß nicht, mit welcher Auflage diese CD bei Sony produziert wurde, aber wie ich erfahren habe, ist dieses Ding in Moldens Heimatland schon eine Rarität und von daher sollten sich "Ernsthaft" Interessierte beizeiten entscheiden. Ich sage: es lohnt sich sehr...
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 13, 2012 1:21 PM CET


Psychedelic Pill [Vinyl LP]
Psychedelic Pill [Vinyl LP]
Wird angeboten von hurricane232
Preis: EUR 35,90

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neil's Pille auf Vinyl ? Eher was für Sammler..., 6. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Psychedelic Pill [Vinyl LP] (Vinyl)
Vor gefühlt ewigen Zeiten hatte ich die Vinyl-LP von Neil Youngs neuem Album vorbestellt, als ich las, dass es eine 3-fach LP werden würde. Der Vorbestellerobolus, der zu entrichten war, schien mir angesichts der eigenen Erwartungen angemessen zu sein. Da ich auch sehr geduldig sein kann, schreckte mich auch die längere Wartezeit nicht ab, denn die LP war erst ab dem 30.11.2012 erhältlich, also erheblich später als die CD.

Musikalisch bin ich über die Platte mindestens genauso erfreut wie viele andere Rezensenten es hier auch zum Ausdruck gebracht haben. Ich möchte mich nicht allzu intensiv dazu äußern und stattdessen auf die hilfreichsten Rezensionen verweisen, in der Reihenfolge ihres Erscheinens. Da bekommt man genug wertvolle Hinweise und Infos.

Nur so viel: gerade diese überlangen Songs der neuen Platte machen für mich den besonderen Reiz aus. Ob das schön aber unpräzise gespielt ist, bleibt für mich dabei unerheblich. Wer musikalische Präzision erwartet, sollte vielleicht nicht unbedingt Neil Young hören, und schon gar nicht in Begleitung von Crazy Horse.

Neu ist das alles auch nicht, aber es macht mir jedenfalls immer wieder Spaß.

Nun Kommt das Aber:
auch wenn die LPs sehr sauber hergestellt wurden und der Klang wirklich sehr gut ist, habe ich mich letztlich doch für das falsche Format entschieden. Mein Fehler ! 3 LPs sind wie gesagt drinnen, und man erhält die Scheiben in einem 3-fach Gatefoldcover. Dieses ist allerdings eng geklebt und das Ein- und Auspacken ist unerfreulich schwierig. Mehrfaches Vor- und Zurückschieben ist notwendig, um die Dinger wieder an ihren Platz zu bekommen. Man möchte ja nichts knicken oder einreißen lassen.

Der dramaturgische Nachteil liegt darin, dass das über 27-minütige Driftin' Back auf 2 Plattenseiten verteilt werden musste, damit es noch anständig klingt. Gut 18 Minuten befinden sich auf Seite 1 und mit dem Rest des Songs beginnt die Seite 2. In Anbetracht meines 3. Absatzes ist dieser Nachteil für mich gravierend.

Aprospos gravierend: Seite 6 bleibt musikalisch leer, diese Seite wird stattdessen mit einer Gravur des über die Pille reitenden Indianers verziert. Ein netter Gag, besser als ganz und gar leer, aber etwas Musik hätte ich gerne und lieber dafür angenommen. Dass der auf der Blu-Ray Version enthaltene Titel Horse Back aufgrund seiner Länge hier nicht drauf gepasst hätte, ist logisch. Aber etwas anderes hätte sich gerne finden lassen können.

Das winzige Heftchen mit seinen noch winzigeren Textabdrucken hätte man sich schenken können. Ich weiß nicht, ob es das Gleiche ist, das auch den CDs beiliegt, aber in einem 33er LP Cover wirkt das lieblos. Stattdessen hätte man lieber einen Downloadgutschein beilegen können. Damit wäre mehr geholfen gewesen. Bei vielen Veröffentlichungen ist das ohnehin Standard, selbst der aktuellen Dylan-LP lag eine physische CD bei.

Vielleicht wird die LP-Version mal ein Sammlerstück werden, aber wem es in erster Linie um die gebotete Musik geht, dem würde ich die LP aus oben genannten Gründen nicht unbedingt empfehlen. Auch wenn ich die Musik großartig finde, gebe ich der LP -möglicherweise unverdient- einen Stern weniger.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 24, 2013 10:51 AM MEST


Long Way Home [Papersleeve]
Long Way Home [Papersleeve]
Preis: EUR 43,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lieber spät als nie..., 22. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Long Way Home [Papersleeve] (Audio CD)
Frankie Miller hat in den 70ern eine Reihe großartiger Platten gemacht. In den 80ern ließ die Qualität etwas nach und seine Veröffentlichungen wurden immer weniger. Gerade mal auf 3 Alben hat er es zwischen 1980 und 1986 noch gebracht.

Auch wenn sich der große Erfolg, den er vielleicht verdient gehabt hätte, nie eingestellt hat, war doch sein Ansehen in der Musikszene immer extrem hoch angesiedelt. Auf seiner Internetseite kann man sich ansehen, wer seine Lieder alles nachgesungen hat und diese beeindruckende Übersicht zeigt, wie angesehen Miller in Musikerkreisen immer war.

Anfang der 90er wollte er es anscheinend noch mal wissen und stellte eine neue Band für Studioaufnahmen zusammen. Joe Walsh und Will Jennings an den Gitarren, Nicky Hopkins und sein unnachahmliches Honkytonk-Piano, Ian Wallace am Schlagzeug und Chrissie Stewart am Bass bildeten das Gerüst dieser neuen Band.

Leider blieben diese Aufnahmen lange unveröffentlicht, da Frankie Miller im August 1994 einen schweren Schlaganfall erlitten hatte, von dem er sich nur schwer wieder erholte. Allein 5 Monate Koma und weitere 15 Monate Klinikaufenthalt waren die Folge.

Dan Baird übernahm schließlich die Abmischung der vorhandenen Aufnahmen und nachdem bereits 2002 ein 3-CD Tribute Sampler erschienen war, um Frankie Miller zu unterstützen, kam 2006 schließlich Long Way Home heraus.

Nicht nur aufgrund der Besetzung ist dieses Album wieder ein großartiges Miller Album geworden. Frankie Miller hatte offenbar in den Jahren um 1991 wieder Spaß am Komponieren gefunden und die Songschreiber Will Jennings, Graham Lyle und Bob Young haben sich hier mit eingebracht.

Die Songauswahl reicht von straighten Rocksongs bis zu berührenden Balladen und deckt praktisch alles ab, was Frankie Miller am besten kann. Sein Gesang ist auf dieser Platte ebenfalls hervorragend. Meiner Meinung nach steht Miller stimmlich seinen besten Alben der 70er in nichts nach.

Anspieltipps: Guilty Of The Crime, You Always Saw The Blue Skies, He'll Have To Go, You're A Star, Over The Line und It's A Long Way Home.

Von Songwriting her etwas altmodisch 70er und vom Sound leicht 80er belastet ist der Klang des Albums aber durchweg sehr gut. Leider ist diese Platte im Handel weitgehend vergriffen und wird (wie viele Miller Alben) teilweise zu unmoralischen Preisen angeboten. Ein Besuch der Internetseite von Townsend Records könnte da vielleicht hilfreich sein...
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 27, 2012 12:37 PM CET


Long Way Home
Long Way Home

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lieber spät als nie..., 22. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Long Way Home (Audio CD)
Frankie Miller hat in den 70ern eine Reihe großartiger Platten gemacht. In den 80ern ließ die Qualität etwas nach und seine Veröffentlichungen wurden immer weniger. Gerade mal auf 3 Alben hat er es zwischen 1980 und 1986 noch gebracht.

Auch wenn sich der große Erfolg, den er vielleicht verdient gehabt hätte, nie eingestellt hat, war doch sein Ansehen in der Musikszene immer extrem hoch angesiedelt. Auf seiner Internetseite kann man sich ansehen, wer seine Lieder alles nachgesungen hat und diese beeindruckende Übersicht zeigt, wie angesehen Miller in Musikerkreisen immer war.

Anfang der 90er wollte er es anscheinend noch mal wissen und stellte eine neue Band für Studioaufnahmen zusammen. Joe Walsh und Will Jennings an den Gitarren, Nicky Hopkins und sein unnachahmliches Honkytonk-Piano, Ian Wallace am Schlagzeug und Chrissie Stewart am Bass bildeten das Gerüst dieser neuen Band.

Leider blieben diese Aufnahmen lange unveröffentlicht, da Frankie Miller im August 1994 einen schweren Schlaganfall erlitten hatte, von dem er sich nur schwer wieder erholte. Allein 5 Monate Koma und weitere 15 Monate Klinikaufenthalt waren die Folge.

Dan Baird übernahm schließlich die Abmischung der vorhandenen Aufnahmen und nachdem bereits 2002 ein 3-CD Tribute Sampler erschienen war, um Frankie Miller zu unterstützen, kam 2006 schließlich Long Way Home heraus.

Nicht nur aufgrund der Besetzung ist dieses Album wieder ein großartiges Miller Album geworden. Frankie Miller hatte offenbar in den Jahren um 1991 wieder Spaß am Komponieren gefunden und die Songschreiber Will Jennings, Graham Lyle und Bob Young haben sich hier mit eingebracht.

Die Songauswahl reicht von straighten Rocksongs bis zu berührenden Balladen und deckt praktisch alles ab, was Frankie Miller am besten kann. Sein Gesang ist auf dieser Platte ebenfalls hervorragend. Meiner Meinung nach steht Miller stimmlich seinen besten Alben der 70er in nichts nach.

Anspieltipps: Guilty Of The Crime, You Always Saw The Blue Skies, He'll Have To Go, You're A Star, Over The Line und It's A Long Way Home.

Von Songwriting her etwas altmodisch 70er und vom Sound leicht 80er belastet ist der Klang des Albums aber durchweg sehr gut. Leider ist diese Platte im Handel weitgehend vergriffen und wird (wie viele Miller Alben) teilweise zu unmoralischen Preisen angeboten. Ein Besuch der Internetseite von Townsend Records könnte da vielleicht hilfreich sein...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 23, 2012 1:08 PM CET


Frankie Miller...Thats Who! the Complete Chrysalis
Frankie Miller...Thats Who! the Complete Chrysalis
Preis: EUR 18,98

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frankie Miller's 70er Sammlung, 22. November 2012
Zunächst einmal: neben Robert Palmer, Jess Roden und Paul Rodgers gehört Frankie Miller für mich zu den besten Blues- und R&B-Sängern Großbritanniens. Auch wenn seine Stimme auch gelegentlich an den schottischen Landmann Rod Stewart erinnert, ist es aus meiner Sicht doch so, dass Frankie Miller einen Rod Stewart locker durch Sonne und Mond singt.

Mit dieser Box bekommt man alle Alben von Frankie Miller, die er in den 70ern für Chrysalis aufgenommen hat, plus ein paar rare Singletracks, die zwischendurch eingestreut werden.

Die Alben im Einzelnen sind:
Once In A Blue Moon
High Life
The Rock
Full House
Double Trouble
Falling In Love
Easy Money

Hoppla, 7 Alben auf 4 CDs ? Wie kommt das...?
Offenbar ist es der Chronistenpflicht geschuldet, dass das Album High Life auf dieser CD-Compilation doppelt enthalten ist. Der Grund liegt darin, dass Chrysalis dieses Album ohne Kenntnis Millers vor Veröffentlichung einem Remix unterzogen hatte. Jetzt hat man alle Alben als Remaster hier zusammengefasst und der bis dato unveröffentlichte Original Mix von High Life wurde der Vollständigkeit halber noch hinzugefügt.

Mit Ausnahme von vielleicht Easy Money sind die Alben wirklich alle großartig. Easy Money ist zwar auch immer noch sehr gut, aber ab 1979 ging die Qualitätskurve doch in den 80ern etwas zurück und fand in Standing On The Edge seinen Tiefpunkt.

Ein Nachteil dieser Box ist, dass viele interessante Demotakes und Livetracks, die auf den Einzelalben als Bonustitel enthalten sind, hier weg gelassen wurden. Da allerdings viele Alben von Frankie Miller kaum mehr erhältlich sind, und wenn doch, zu teilweise unverschämten Preisen angeboten werden, lässt sich dieses Manko relativ leicht verschmerzen.

Da schon die Originalalben klanglich schwer in Ordnung waren, gibt es auch bei den hier erhältlichen 2011er Remasters keinen Grund zu irgendwelchem Gemeckere.
Insgesamt eine empfehlenswerte Box und man wird merken, dass im gesamten Kontext der Miller Songs sein einziger Welthit Darlin' geradezu auf Schlagerniveau degradiert wird.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 23, 2012 5:35 PM CET


World Gone Wrong
World Gone Wrong
Preis: EUR 6,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen das 2te Akustikalbum der 90er, 13. November 2012
Rezension bezieht sich auf: World Gone Wrong (Audio CD)
Bob Dylans dritte Veröffentlichung in den 90ern war gleichzeitig sein zweites Album ohne eigenes Material hintereinander. Wie der Vorgänger Good As I Been To You enthält World Gone Wrong ausschließlich alte, traditionelle Folksongs.

Vielleicht hat Dylan es sich dabei leicht gemacht, denn damit hatte er seinen laufenden Vertrag mit Sony erfüllt und war anschließend vorübergehend Freiberufler. In dieser Phase plante er ein TV-Special mit begleitendem Livealbum. Er absolvierte Proben mit seiner damaligen Tourband und spielte 4 Shows vor Publikum in Manhatten's Supper Club, wobei er sämtliche Kosten aus eigener Tasche zahlte.

Zu einer Ausstrahlung dieses Specials ist es nie gekommen und das dazu gehörige Livealbum ist auch nie erschienen. Dafür gab es das Bobfest im Garden und Dylan tauchte unerwartet in den MTV-Unplugged Sessions auf. Und zum Ende des Jahres 1993 schloß Dylan mit Sony einen neuen Vertrag über 10 Alben ab.

Auf World Gone Wrong erinnert Dylan mehr an seine frühen Aufnahmen, wie sie z.B. auf den Bootleg-Series 1-3 zu hören sind. Der Sound ist auch hier wieder nicht besonders gut. Gerüchten zufolge soll Bob Dylan die Songs mit einem Kassettenrekorder aufgenommen haben. Das würde aber wiederum zu dem Eindruck passen, dass die Songs wie Bootlegs oder Outtakes klingen.

Dylan hat diesmal Songs ausgesucht, die vom Grundton her eher traurig-melancholisch klingen und mehr dem Blues zuzurechnen sind. Er schaut auch auf den Fotos noch skeptischer drein, als auf dem Cover des Vorgängeralbums.

Nachdem von den Songs auf Good As I Been To You rein gar keine Information zu finden war, ist Bob Dylan im Falle von World Gone Wrong etwas mitteilsamer. Im Booklet befinden sich von Dylan selbst verfasste Linernotes, in denen er die einzelnen Lieder bespricht, in dem er mitteilt, woher sie stammen, von wem er sie gehört hat und wovon sie handeln.

Das war schon ungewöhnlich. Dylan hatte das jahrzehntelang nicht getan und wenn, dann waren die Beiträge zu seinen eigenen Platten sehr surreal, während sie diesmal außerordentlich informativ ausfielen.

Auch dieses Akustikalbum ist trotz seiner kargen Reduziertheit auch wieder eher eine CD für Dylan Fortgeschrittene. Wer Bob Dylan nur nebenher oder gelegentlich hört, wird auch hier nichts finden, was den Schalter umlegen lassen könnte.

Das heißt aber nicht, dass man es nicht trotzdem versuchen kann. Vielleicht können die folgenden Anspieltipps helfen: Ragged & Dirty, Blood In My Eyes, Delia, Stack A Lee, Two Soldiers, Jack-A-Roe

Das Album hat diesmal mit gut 43 Minuten eine angenehmere Länge, wohl verdiente 4 Sterne allemal.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 13, 2012 11:59 AM CET


Good As I Been to You
Good As I Been to You
Preis: EUR 13,86

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen mit Akustikalbum in die 90er, 13. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Good As I Been to You (Audio CD)
Als diese Veröffentlichung angekündigt wurde, herrschte mittelprächtige Aufregung. Das erste rein akustische Album von Bob Dylan seit Another Side...von 1964. Vorfreude auf der einen Seite, aber auch Skepsis auf der anderen. Denn nach dem starken Oh Mercy, legte Dylan das doch über weitere Strecken eher enttäuschende Under The Red Sky nach.

Nun war die Frage: was passiert als nächstes ?
Dass Good As I Been To You kein eigenes Material, sondern "nur" Interpretationen von alten Traditionals enthält, war auch eher ein Tritt auf die Euphoriebremse. Fällt ihm jetzt doch nichts mehr ein und war Oh Mercy nur ein Strohfeuer ?

Doch die Skepsis war nicht unbedingt gerechtfertigt. Ursprünglich hatte Dylan mit Band in einem Studio in Chicago Aufnahmen für ein neues Album gemacht. Danach zog der Dylan Tross nach Europa, um einige Sommerkonzerte zu absolvieren, während der Produzent David Blomberg mit dem Mischen der Aufnahmen beschäftigt war.

Nach seiner Rückkehr aus Europa zog sich Bob Dylan auf sein Anwesen in Malibu zurück, um einige akustische Songs in seiner zum Studio umgebauten Garage zu machen. Die Idee war, dass die Tracks aus Chicago mit einigen Solosongs gemischt werden sollten, auf denen Dylan nur solo mit Gitarre und Harmonika zu hören ist.

Warum Dylan die Aufnahmen mit der Band schließlich doch nicht verwendete, und was ihm daran nicht gefallen hat, ist bis heute nicht bekannt. Auch der Produzent hat dazu nie etwas geäußert, was er wohl auch eh nicht tun darf.

Jedenfalls kam die CD schließlich mit akustisch eingespielten Traditionals heraus. Dylan bewies feines Gespür, denn man hört hier seltenes Liedgut. Jedenfalls keine Traditionals, die an jedem dahergelaufenen Lagerfeuer geklampft werden. Damit stellte Dylan auch mal wieder sein Talent für Eigensinn unter Beweis.

Auch wenn die Soundqualität der Aufnahmen besser sein könnte, gibt es hier Bob Dylan in teilweise intimer Atmosphäre zu hören. Seine Durchschnittlichkeit als Instrumentalist steht dabei Dylans Gabe als Interpret traditionellen Liedgutes gegenüber. Das kann bewegend sein, das kann auch langweilen, aber wenn man sich die Mühe macht, und diese Songs intensiv anhört, kann man feststellen, dass die Lieder nicht einfach so herunter gespielt werden, sondern, dass Dylan in der Interpretation aufgeht. Ja, dass es ihm vielleicht sogar eine Herzensangelegenheit gewesen ist, dieses Album so einzuspielen, wie es ist.

Ich finde diese CD mit gut 55 Minuten zu lang. Und nicht alle Songs geben mir hier etwas. Andere wieder finde ich faszinierend, da wo die Songs an sich interessant sind, und wo Dylan ihnen mit seinem Gitarren- und Harmonikaspiel und seiner Phrasierung Leben einhauchen kann.

Dies ist kein Album für Dylan-Einsteiger, aber knappe 4 Sterne sind hier aber auf jeden Fall drin. Anspieltipps: Frankie & Albert, Black Jack Davy, Canadee-i-o, Step It Up And Go.
Wer es bis zu letzterem schafft, wird auch in der zweiten Hälfte des Albums noch hörenswertes finden, denn auch dieses Album wächst mit seinen Aufgaben, vorausgesetzt, man ist von anderen Platten schon dylan-verstrahlt genug.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 29, 2012 8:37 PM CET


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