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Don Pedro

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Sony HDR MV1 Musik-/Videorekorder (8,4 Megapixel, 6,7 cm (2,7 Zoll) Display, Full HD, NFC, Linear PCM, HDMI, WiFi)
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Preis: EUR 258,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Konzertmitschnitte mit Einschränkungen, 23. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein Vierteljahr lang habe ich jetzt meine praktischen Erfahrungen mit der HDR-MV1 beim Mitschnitt von Konzertveranstaltungen gemacht. Und mein kurzes Fazit lautet: Audio absolut top, Video mit deutlichen Einschränkungen vor allem wegen der extremen Weitwinkeloptik.

Das Audiosystem ist absolute Spitze! Rauschen: Fehlanzeige, der Klang 1A-Qualität, auch die Bässe kommen voll rüber. Und die Übersteuerungsfestigkeit ist außerordentlich gut. Ich hatte bei einem Konzert einen ungünstigen Platz direkt am Lautsprecherturm, das Kameramikrofon nur etwa 10cm davon entfernt und trotzdem ist keine Übersteuerung zu hören. Nur an einigen wenigen Stellen mit Dynamiksprüngen nach oben hört man kurze Anzeichen von Verzerrung, die die Automatik der Kamera aber sehr schnell wieder einregelt, siehe Beispielvideo [...]

Bei der Videoaufzeichnung ist die ausgeprägte Weitwinkeloptik äußerst ungünstig. Dies gilt auch für Aufnahmen direkt vorne an der Bühne. Ich habe alle Videos von der Full HD Auflösung 1920 x 1080 auf 1280 x 720 Pixel zuschneiden müssen, um die auftretenden Künstler wenigstens annähernd formatfüllend zu zeigen, siehe Videobeispiel [...]. Dabei war ich hier nur etwa 2m von der Solomusikerin entfernt! Also fast 2/3 der Bildfläche muß ich wegwerfen, weil dort nur Publikum, Decke, Bühnenrandbereiche usw. zu sehen sind. Das ist mir eindeutig zuviel und außerdem kostet diese Videonachbearbeitung immens viel Zeit. Bei dem oben erwähnten Youtube Video sieht man dann noch ein anderes typisches Problem der Kamera. Im großen Weitwinkelbereich werden auch sämtliche Scheinwerfer oberhalb und seitlich der Bühne erfasst und die Automatik hat – beeinflußt durch die Bühnenlichtsteuerung - gewaltig damit zu kämpfen, wie in dem vorhin genannten Video anfangs deutlich zu sehen ist. Der Scheinwerfer an der Decke ist in dem zugeschnittenen Video nur teilweise zu sehen, aber im vollen Format ist er immer komplett im Bildbereich. Anfangs regelt die Automatik dann oft zu dunkel und die Farben sind stark verfälscht. Es dauert typischweise 1-2 Minuten, bis die Helligkeitsregelung sich eingepegelt hat und ein vernünftiger Weißabgleich stattgefunden hat.
Wegen der fixen Entfernungseinstellung (und dem weiten Aufnahemwinkel) gibt es zwar keine richtige Unschärfe, aber richtig scharf ist das Bild eben auch nicht, wie man an dem Video sieht.
Der seitliche Monitor ist nicht ausklappbar und wenig hilfreich bei der Aufnahme. Man hält die Kamera eh nur in Richtung Bühne und das Weitwinkel erfasst dann alles relevante (und leider auch viel nichtrelevantes).

Vorteile: Kamera passt in Hosentasche, Aufnahme kinderleicht.

Diese Kamera mit einem Zoomobjektiv ausgestattet wäre das Nonplusultra für Konzermitschnitte. Der Monitor müsste dann allerdings ausklappbar sein, um den richtigen Bildausschnitt erfassen zu können.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 12, 2014 1:07 AM MEST


In Your Hands [Explicit]
In Your Hands [Explicit]
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ach Eliza!, 23. März 2014
Rezension bezieht sich auf: In Your Hands [Explicit] (MP3-Download)
Habe gerade wieder einmal dein grandioses Erstlingswerk gehört, eines der originellsten und einfallsreichsten Debütalben, das ich kenne. Da wurde gepfiffen und gesummt, da gab es dubidamdam, alles war so ansteckend fröhlich. Ein Schrank von einem Gospelsänger hat dich mit seiner tollen Stimme begleitet, ebenso wie der Klasse Kontrabaßspieler, der diesen Sound deutlich mitgeprägt hat. Ein origineller Einfall nach dem anderen, das hat ja soviel Spaß gemacht beim Zuhören!

Und was ist davon geblieben bei deinem zweiten Album? Nichts, absolut nichts! Alles wegrationalisiert, was für Originalität stehen könnte. Stattdessen gibt es - wie R. Bund in seiner Rezension absolut zutreffend beschrieben hat - nur einfallslosen 0815-Pop mit R&B-Allgemeinphrasen. Hört man beliebig oft, wenn man das Radio aufdreht, nur ist es dann fast immer besser gemacht als auf dem vorliegenden Album. In dieser Stilrichtung sind dir vor allem die einschlägig bekannten Mädels aus Amiland weit voraus, liebe Eliza! Und wenn du mit denen mithalten willst, dann mußt du noch deutlich mehr nackte Haut zeigen und Skandalgeschichten aufweisen. Willst du dies wirklich?

Auf eine Einzelkritik muß ich verzichten, da auch nach mehrmaligem Anhören kaum etwas haften bleibt. Mit etwas Wohlwollen klingt Big When I Was Little noch etwas wie zu guten alten Zeiten.

Tut irgendwie weh, in das überwiegende Eliza-Bashing hier mit einstimmen zu müssen, aber ich kann mich kaum an so einen Absturz beim Nachfolgealbum nach einem so genialen Erstlingswerk erinnern. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, denn ab jetzt kann es eigentlich nur besser werden, Eliza!


King In The Mirror
King In The Mirror
Preis: EUR 4,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbelievable Anna, Good Girl from Austria, 20. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: King In The Mirror (MP3-Download)
Anna F. ist mit Christiane F. vom Bahnhof Zoo nicht verwandt. Sie kommt aus der Steiermark und das F in ihrem Künstlernamen steht für ihren Heimatort Friedberg. Mit österreichischer Alpenfolklore oder einschlägigem Austropop hat sie aber nichts am Hut, denn das vorliegende Album ist sehr international ausgerichtet und Anna braucht sich in der Liga der englischsprachigen Singer/Songwriter wahrlich nicht zu verstecken. Ihr Indiepop ist vom Feinsten.

King in the Mirror ist eines der musikalischen Werke, die bei mir nicht sofort gezündet haben, aber bei jedem Anhören funkte es immer mehr und mehr und inzwischen habe ich dieses Album so richtig liebgewonnen. Man spürt, daß jedes Lied mit viel Liebe zum Detail produziert worden ist. Und immer wieder gibt es noch etwas Neues zu entdecken, der Abwechslungsreichtum ist enorm. Der Sound auf King in the Mirror ist deutlich von Elektronik geprägt und als Stilmittel verwendet Anna F. auch eine elektronisch verfremdete Stimme in einigen Liedern.

Bei den ersten beiden Stücken Friedberg und Too Far legt Anna gleich mächtig los. Der atmosphärische Breitwandpop krallt sich eindrucksvoll in den Gehörgängen fest. Auf Too Far summt sie etwss, das mich an ein bekanntes Kinderlied erinnert. Det Name fällt mir aber perdu nicht ein.

DNA ist das ausgefallenste Stück auf dem Album. Teilweise Sprechgesang, Klatschen und weitere kreative Einfälle prägen diesen interessanten Song.

Die eher ruhigeren Lieder Tongue Tied, Fools und den Titelsong King in the Mirror singt Anna mit ganz ganz viel Gefühl. Wirklich sehr berührend!

Einer der stärksten Songs ist Unbelievable. Hier spricht der Name schon Bände, denn Anna zieht hier alle Register ihres Könnens. Von einem hämmernden elektronischen Beat unterlegt singt sie rappt sie, schreit sie mit verfremdeter Stimme. Und die Elektronen brummen auch schon mal ganz ganz tief. Also Bässe aufdrehen ist hier angesagt!

Der Name des Songs Good Girl nimmt schon meine Bewertung für dieses ausgezeichnete Musikalbum vorweg. 5 Sterne sind hier unbedingt fällig für good girl Anna. Und noch eines muß gesagt werden: in den meisten Artikeln über die Anna steht, daß sie einmal die Freundin eines prominenten österreichischen Skispringers gewesen ist. Dies hat aber mit ihrer Musik überhaupt nichts zu tun, aber so ist eben die Boulevard- Berichterstattung. Nirgendwo schreibt man aber, daß Anna F. den Jimmy Page von Led Zeppelin als Gitarrenidol hat und ihm sogar schon einen tollen Song gleichen Namens gewidmet hat (auf ihrem Debütalbum). Genau das sind aber bleibende Werte (jawoll) und dafür hat sie bei mir einen Stein im Brett.


Tin Star
Tin Star

4.0 von 5 Sternen Alternative Country mit mörderischem Stimmvibrato, 18. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tin Star (MP3-Download)
Lindi Ortega kommt zwar aus Kanada, ihre mexikanischen Wurzeln sind aber bei Aussehen und Temperament deutlich spürbar. Ihr mächtiges Stimmvibrato ist bestens für den Countrystyle ihrer Musik geeignet, wobei die Country- Puristen vermutlich weniger mit ihr anfangen können, denn Lindi macht eben Alternative Country. Da geht es schon rockiger zu und auch Blueselemente erscheinen in ihren Liedern immer wieder.

Tin Star kommt nicht ganz an Lindi's beide herausragende Vorgängeralben heran. Dafür fehlen die absoluten Übernummern wie "Heaven has no vacancy", "Jimmy Dean", "Fall down or fly" usw. Richtig gut gelungen sind aber die mitreissend flotten Nummern "Gypsi Child" und "All These Cats". Wenn sie diese Live spielt, dann ist richtig Feuer in der Hütte, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ja, da bricht halt das mexikanische Temperament voll heraus!

Klasse gemacht ist auch das ziemlich rockige "I Want You". In "Hard As This" ist eine richtig schöne Vintagegitarre zu hören mit viel Tremolo und Hall. James Robertson an der Gitarre beherrscht dieses Metier vorzüglich und ist auch ein erstklassiger Slidegitarrist. Hervorzuheben ist noch das herrlich melancholische Titelstück "Tin Star". Dies wäre der passende Soundtrack zur folgenden klassischen Westernszene: der Sheriff reitet dem Sonnenuntergang entgegen, nachdem er alle Schurken zur Strecke gebracht hat, auf dem Weg zu neuen edlen Taten.


Siberia (Acoustic)
Siberia (Acoustic)

5.0 von 5 Sternen Akustische High-Lights aus Kanada, 15. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Siberia (Acoustic) (MP3-Download)
In den Rezensionen, die sich auf die Acoustic-Version von Siberia beziehen, ist im Prinzip schon alles Positive gesagt worden. Da aber Amazon diese Kritiken mit denjenigen zur Elektrodanceversion von Siberia zusammenfasst, welche deutlich schlechter wegkommt, möchte ich mit meiner Bewertung die Punktzahl für dieses zauberhafte Acousticalbum erhöhen.

Die kanadische Künstlerin mit österreichischen Wurzeln hat ja tatsächlich ihren ersten Vornamen von ehemals Valerie auf Lights ändern lassen. Und die Songs auf Siberia kann man durchgehend als Highlights bezeichnen. Die meisten Lieder singt Lights alleine mit einem sehr feinen Begleitspiel auf der Akustikgitarre, bzw. bei einigen Stücken auch auf dem Piano. Ihre äußerst gefühlvolle Stimme fesselt permanent mit einer schön akzentuierten Ausdrucksstärke, aber auch eine gewisse Zerbrechlichkeit schwingt da meist mit. Eine Songperle reiht sich hier an die nächste. Meine persönlichen Lieblingslieder sind When Tbe Fence Is Low, Suspension und Toes. Aber auch die anderen Nummern weisen ausnahmslos eine hohe musikalische Qualität auf.

Drei interessante Duette lockern das Album zusätzlich auf. Auf Cactus in the Valley singt Lights mit ihrem kanadischen Landsmann Max Kerman. Auf Siberia gibt es ein nettes Call and Response Spielchen mit Adam Young von der US Band Owl City. Und absolut umwerfend dann das Duett in Peace Sign mit ihrer kanadischen Landsfrau Beatrice Martin von Coeur de Pirate. Einfach zauberhaft, wie die beiden miteinander harmonieren. Lights spielt auf der Akustikgitarre und singt auf Englisch. Beatrice begleitet auf dem Piano und singt Französisch. Da verstehe ich zwar leider nicht den Text, aber es hört sich Klasse an.

Wer auf akustischer Musik steht, die von einer gefühlvollen weiblichen Stimme geprägt wird unter Verzicht auf jeglichen technischen Schnickschnack (hier ist wahrlich kein Ton zuviel), der wird mit Siberia-Acoustic von Lights gut bedient.


Unrequited Love [Explicit]
Unrequited Love [Explicit]
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Reizende 15-jährige Songwriterin, 12. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Unrequited Love [Explicit] (MP3-Download)
Aufmerksam geworden bin ich auf Bethan Mary Leadley über ein reizvolles Cover des Birdy-Hits People Help The People, welches sie als Gitarrenversion auf YouTube veröffentlicht hat (funktioniert also auch ohne Klavier). Ihr Album Unrequited Love hat sie im Alter von erst 15 Jahren (!!) aufgenommen. Es enthält ausschliesslich selbstgeschriebene Stücke und ist richtig schön geworden. In der Kategorie 15-jährige Musiker mit Eigenkompositionen steht sie damit für mich ganz oben. Eine Birdy hat ihr grandioses Erstlingswerk im selben Alter herausgebracht, allerdings mit Coverversionen.

Bethan's Stimme hat einen guten Wiedererkennungsfaktor. Mit kristallklarer Stimme singt sie ihre Lieder in einer sehr anrührenden Weise.

Anspieltipps:
If Taylor Taught Me Anything
Standing On Tiptoes
Mislead
This House

Und dann kommt am Schluß noch das ungewöhnliche Stück Sorrow of the Dead mit einem besonders heftigen Text, zumindest für ein 15-jähriges Mädchen! Die jugendliche Bethan singt hier über den Tod eines anderen jungen Mädchens, das offensichtlich auf die schiefe Bahn geraten ist.
"Deep in the forest the police found her body,
Cuts in her arms, wanted by nobody.
...
She's a ghost now, just a ghost.
...
She was just a girl!"

Puuh, so richtig gruselig! Aber voll überzeugend und einfühlsam von der kleinen Bethan gesungen. Dabei schaut sie so niedlich aus mit ihren großen Kulleraugen, und dann so eine Nummer. Echt Klasse Leistung, Hut ab!

Ich finde es richtig schade, daß diese eigenständige Musik einer so jungen talentierten Künstlerin so wenig Beachtung gefunden hat in den 3 Jahren seit der Veröffentlichung dieses Albums. Bethan Mary Leadley unterhält aber noch 2 YouTube-Kanäle. Unter acousticbethan bringt sie ab und zu ganz nette Coversongs heraus, unter musicalbethan ist sie mehr auf Entertainment ausgerichtet mit oftmals ganz witzigen Ideen.

Ich hoffe sehr, daß sich nochmals ein Produzent findet, der ihr ein weiteres Album ermöglicht.


Peroxide
Peroxide
Preis: EUR 9,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Peroxide forever, 20. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Peroxide (MP3-Download)
Das erst 19-jährige Riesentalent Nina Nesbitt aus Schottland hat nach einigen EP's nun ihr erstes volles Album veröffentlicht. Auf YouTube hatte sie schon mit 17 ihre ersten Eigenkompositionen veröffentlicht, die sie alleine auf der Gitarre oder dem Klavier begleitet hat im Stil von Singer/Songwriter, Indiefolk. Seit einem Jahr hat Nina nun ihre eigene Band und hat ihr Repertoire um flotte, teilweise auch rockige Nummern erweitert, am besten zu beschreiben mit Britpop/Britrock. Die ganze Bandbreite von ruhigen Balladen über luftig leichte Stücke bis hin zu mitreißenden Uptempo-Nummern ist auf Peroxide vertreten und trägt dazu bei, daß dieses Album so durchgängig hörenswert ist. Der leicht schottisch geprägte Dialekt von Nina hat für mich auch seinen Charme.

Einen großen Teil der Stücke auf dem Peroxide-Album hat Nina Nesbitt selbst geschrieben, insbesondere die vielen gefühlvollen Balladen stammen alle aus ihrer eigenen Feder. Das spürt man sofort, daß da ihr ganzes Herzblut hineingeflossen ist. Ein Mädel, eine Stimme (und was für eine!), eine Gitarre, ein Klavier, mehr braucht es nicht! Ich liebe diesen minimalistischen Stil, der sich auf das Wesentliche konzentriert, welches für mich darin besteht, Emotionen zu übermitteln!

Einen großen Teil der jetzt veröffentlichten Stücke habe ich schon Live von ihr gehört, Nina ist eine richtig gute Livemusikerin, die ihr Publikum voll mitnimmt. In Großbritannien hat sie schon einen deutlich höheren Bekanntheitsgrad erreicht als hier bei uns in Deutschland. Sie ist deswegen auf ihrer letzten Tournee von den kleinen Clubs in die größeren - meist ausverkauften - Hallen gewechselt und ist auch auf etlichen großen Festivals dort aufgetreten.

Einzelkritiken zu den insgesamt 20 Songs auf dem DeLuxe-Album:
Der Titelsong Peroxide (passend zur Haarfarbe der Interpretin) und das anschließende Stay Out bilden einen flotten Einstieg in das Album.

Selfies - dieses Lied über die momentan so angesagten Selbstfotografien besitzt ein gewisses Ohrwurm- und Hitpotential. In den britischen Charts ist es auf Anhieb gleich in die TOP 40 eingestiegen.

He's The One I'm Bringing Back - eine deutliche Remineszenz an die Sixties (oder sogar Fifties ?), fröhlich klingender Retrosound.

18 Candles - dies ist der passende Song für jeden 18. Geburtstag. Aus genau diesem Anlass hat ihn Nina auch zum ersten Mal bei einem Liveauftritt gespielt.

Und dann natürlich die ruhigen Balladen, die eine Nina Nesbitt so unheimlich gefühlvoll singen kann, wie in Two Worlds Away. Besonders schön klingt auch Bright Blue Eyes, und dann kommt noch das überirdisch starke Align. Zum Schluß dieses Songs hin steigt bei mir schon die Vorfreude, die Repeat-Taste zu drücken und das Stück nochmals zu hören und nochmals ...

Hold You - ebenfalls eine höchst gefühlvolle Ballade. Das Stück hatte sie schon auf ihrer ersten EP 2012 als reine Pianoballade veröffentlicht (eine meiner absoluten Lieblingsnummern). Jetzt wurde es neu aufgenommen, deutlich aufgepeppt, und Nina singt im Duett mit Steven Garrigan von der irischen Band Kodaline. Sensationell gut gelungen auf sage und schreibe 5 1/2 Minuten Länge! Immer wenn man denkt, jetzt hören beide leider schon auf, dann hängen sie noch eine Strophe dran. Könnte von mir aus sogar noch länger dauern. Einfach nur schön:
"I feel empty, my eyes are closed
It's getting dark and I'm alone"
Und als Sahnehäubchen am Schluß dann noch das von ihr so gefühlvoll hingehauchte "Now!" Ein besseres Ende könnte der Song nicht haben.

The Hardest Part - Eine der schönsten und gefühlvollsten Balladen, die ich kenne. Nur zur Gitarre begleitet und sehr intim gesungen, erzählt Nina voll authentisch von einem Beziehungs-Aus. Bei diesem Stück zeigt sie höchst eindrucksvoll, was in ihrer Stimme steckt. Deren Bandbreite erstreckt sich von sanft hingehaucht bis lautstark anklagend. Unbedingt auch auf YouTube das zugehörige Video mit der unplugged Session in Schwarzweiß-Optik anschauen. Mehr Ästhetik für Ohr und Auge geht definitiv nicht, seufz! Denn ausgesprochen hübsch ist das Mädchen ja zu allem Überfluss auch noch.

Noch ein Tipp: unbedingt die DeLuxe Edition kaufen mit 20 Liedern (1 Stunde und 10 Minuten Spieldauer)! Sonst verpasst man einige der besten Songs.

Brit Summer - eine wahrhaft mitreißende Erinnerung an den Sommer. Macht richtig Laune auf den nächsten. Live ist dieses Stück so ziemlich der größte Knaller, den Nina drauf hat.

Don't Stop - erfrischendes, sehr lebendiges Cover des Fleetwood Mac Klassikers. Und ein Paradoxon: trotz Don't Stop" ist bei 1:57 eine wirkungsvolle Kunstpause über fast 2 Sekunden Länge. Klasse gemacht!

The People - eine Wahnsinnsnummer! Ein ruhiger Beginn, immer wieder unterbrochen von einzelnen Trommelschlägen und intensivem Gesang (Gänsehaut pur!), dann geht nach etwa 3 Minuten voll der Punk ab im fetzigen Mittelteil. Es wird eine atmosphärische Dichte erzeugt, fast schon episch zu nennen, der Refrain eindrucksvoll im vielstimmigen Chor gesungen, gefolgt vom wiederum sehr gefühlvoll gesungenem Schlußabschnitt. The most weird song I've ever written", so hat sie selber dieses Stück genannt. Jawoll, Nina! Spiel in Zukunft noch mehr von diesen verrückten" Liedern. Ein 30-Sekunden Hörausschnitt ist leider absolut unzureichend, um die 5 1/2 Minuten Hörgenuss dieses Songs zu beschreiben.

Mein Fazit: So viele überragende Songs auf einem Album gibt es nur sehr selten. Peroxide von Nina Nesbitt ist für mich jetzt im Februar schon mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mein Album des Jahres 2014. Das wird nur noch schwer zu toppen sein.


Roots
Roots
Preis: EUR 1,99

5.0 von 5 Sternen Orla aus Irland, 9. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Roots (MP3-Download)
Die Musik der erst 18-jährigen Orla Gartland aus Dublin eignet sich hervorragend zum Entspannen. In der Kategorie Singer-Songwriter/Folk hat sie ein bezauberndes Minialbum veröffentlicht. Mit ihren rötlichen Haaren bedient Orla eines der Klischees, die man so über die Iren hat, aber mit Irish-Folk, Irish-Dance etc. hat sie weniger am Hut. Mit außerordentlich eigenständigen Coverversionen bekannter Songs hat sie auf YouTube schon eine beachtliche Anhängerschaft gewonnen und Live ist Orla, wenn sie alleine nur mit ihrer Gitarre auftritt, richtig Klasse. So jedenfalls habe ich sie schon in Dublin, ihrer Heimatstadt erlebt.

Die vier Lieder auf der Roots-EP sind alle Eigenkompositionen und zeugen von der hohen musikalischen Qualität des noch so jungen Talents. Eine schöne glockenreine Stimme mit hohem Wiedererkennungsfaktor ist ihr gegeben. Orlas Texte sind durchgehend sehr hörenswert und haben oftmals einen lyrischen Charakter., z.B. in “Human”:
Oh if I was the moon I would break all the rules
I would sail away into the dark
Not a ghost of a chance that I'd be coming back

Fazit: Eine wirklich sympathische junge Musikerin, die fernab von jeglichem Castingwahn ihren eigenen Weg geht und immer authentisch bleibt. Wo Orla draufsteht, da ist auch Orla drin!


If You Wait
If You Wait
Preis: EUR 8,49

5.0 von 5 Sternen Diese Grammatik wiederholt man gerne, 15. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: If You Wait (MP3-Download)
Grandioses Debütalbum der britischen Band London Grammar, einem Trio bestehend aus einem Mädel und zwei Jungs. Das schöne Albumcover deutet schon auf das träumerische Element in ihrer Musik hin. Zum Teil vergleichbare Bands sind z.B. Massive Attack, Portishead, Morcheeba und MS MR, aber London Grammar hat schon einen sehr eigenen Stil entwickelt.

Es ist endlich mal wieder Musik, die nicht bis zum äußersten totkomprimiert ist, sondern eine faszinierende Dynamik aufweist, mit dem Mut zu leisen Passagen bei überwiegend sparsamer Instrumentierung. Im Mittelpunkt steht ganz klar die Stimme von Hannah Reid, die einfach überirdisch gut ist. So kraftvoll und doch mit unheimlich viel Gefühl ausgestattet! Und erst diese Präsenz ihrer Stimme, die den Raum des Zuhörers komplett ausfüllt. Es ist wie ein Netz, das sich über einen legt und nicht mehr auslässt.

Die Musik ist eine perfekte Kombination von Eingängigkeit und Tiefe. Man kann sie auch im Hintergrund laufen lassen - obwohl sie fast zu schade dafür ist - und beim x-ten intensiven Zuhören erscheint sie mir immer noch so interessant wie beim ersten Mal.

Die absolute Killernummer auf diesem Album ist für mich „Strong“ - der Songtitel sagt alles aus: einfach stark, dieses Juwel, welches man am liebsten in eine Endlosschleife legen möchte.

Außerdem überirdisch: Hey Now, Waisting My Young Years, Interlude
Und überragend: Stay Awake, Nightcall, Metall & Dust, Flickers, If You Wait
Die restlichen Songs sind für mich immer noch sehr gut bis gut

(Ganz) kleiner Wermutstropfen: einige Stücke auf der Extended Version fallen dann deutlich ab gegenüber dem Rest. Die mit Disclosure aufgenommene Nummer „Help me lose my mind“ passt nicht so recht rein. Hier drängt sich die Rhythmusmaschine viel zu sehr in den Vordergrund. Und „High Life“ und „Maybe“ bleiben relativ blass. Aber was macht das schon aus? Es sind genügend erstklassige Stücke auf diesem Album vorhanden.

Ist schon verrückt: diese englische Grammatik ist ohne Fehler und trotzdem wiederholt man sie freiwillig immer wieder ;-)


Bye Bye Manchester
Bye Bye Manchester

5.0 von 5 Sternen Retropop mit Klasse Sängerin aus Frankreich, 13. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bye Bye Manchester (Audio CD)
Die Stücke, die Mėlanie Pain noch bei der Retropopgruppe Nouvelle Vague gesungen (und getanzt) hat, sind für mich persönlich die besten dort gewesen. Auf ihrem zweiten Soloalbum zeigt Mėlanie nun in überzeugender Manier, was in ihr steckt. Von chansonlastigen Balladen wie "Ca Grandit" bis hin zu absolut mitreissenden tanzbaren Nummern wie z.B. "Just a girl" reicht ihr Repertoire. Sie singt meist auf Französisch, hat aber auch einige englischsprachige Lieder im Programm. Mėlanie hat einige Zeit in Manchester gelebt, woraus sich der Albumtitel ableitet. Ihre Stimme klingt oft zuckersüß, ist aber insgesamt sehr variabel und in die Tiefe gehend und vereinnahmt den Zuhörer schon nach kurzer Zeit.

Live ist Mėlanie übrigens eine absolute Granate, ich habe selten so eine mitreissende Performance erlebt, wie sie es gezeigt hat.

Die Lieder auf dem Album sind durchgehend äußerst hörenswert, es gibt keine Ausfälle. Meine persönlichen Favoriten sind deswegen mit einer leichten Willkür ausgewählt.

7 ou 8 fois: der hämmernde Rhythmus, der sich über das komplette Stück hinzieht, brennt sich zusammen mit Mėlanie's Stimme in das Gehirn ein.

Ailleurs: hier wird ihre Stimme richtig zuckersüß, "ah ah ah aaah", zum Dahinschmelzen schön.

Bye Bye Manchester: der Titelsong überzeugt mit seinem nostalgischen, leicht melancholischen Charakter.

Just a Girl: Klasse gesungen, das Keyboard folgt ihrer Stimme mit fröhlichem Heulen und Kreischen, dass es eine wahre Freude ist.

Je Laisse Tomber: tolles französisches Lied, hat fast schon eine hypnotisierende Wirkung.

Miami: hinreissend, wie Mėlanie hier den Refrain schmachtet.

Ca Grandit: ein richtig schönes Chanson, Frankreich pur!

How bad can I be: eher etwas ruhiger, aber mit viel Gefühl vorgetragen.


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