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muhadib "muhadib"

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Kaas Chante Piaf
Kaas Chante Piaf
Preis: EUR 20,99

20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterstück, 6. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kaas Chante Piaf (Audio CD)
Kass neues Album ist eine Hommage an Edith Piaf und eine der besten Interpretationen von Piaf Songs, die ich kenne - gerade weil die Kaas nicht versucht, die Piaf einfach zu kopieren. Sie lässt mir Ihrer Darbietung die Piaf gleichberechtigt daneben" stehen. Das ist viel besser als eine Imitation (wie dies andere Sängerinnen tun), zumal eine solche in diesem Fall gar nicht möglich wäre - dazu sind die beiden Stimmen von Kaas und Piaf einfach viel zu verschieden. Patricia Kaas kann nicht so singen wie Edith Piaf!
Die Kaas macht etwas ganz anderes aus den Piaf-Liedern; sie macht etwas dramatisches daraus - auf höchstem Niveau, mit wunderschönen Arrangements gespielt von einem klassischen Orchester! Dadurch bekommen die Songs etwas grosses", sie werden zum grossen Kino - das wird den Liedern gerecht, aber eben der "Edith Piaf". Denn darum geht es in dieser Hommage: um das "Leben" der Piaf! Und dieses war nun einmal sehr dramatisch, mit viel Schmerz und einschneidenden Schicksalsschlägen, mit Enttäuschungen und Leid, und genau das kommt in dem Album sehr gut rüber. Wer jetzt die CD dafür kritisiert, hat nicht verstanden, um was es bei dieser Aufnahme eigentlich geht. Und wer Piaf-Songs so hören will, wie Edith Piaf sie gesungen hat, der soll die Original-Aufnahmen erwerben und nicht diese CD!
Auch finde ich gut, dass über das ganze Album hinweg die orchestrale Begleitung beibehalten und nicht mit modernen Elementen vermischt wird. Dadurch bekommt das Album eine Einheit, und ganz ehrlich: moderner Beat und Schlagzeug passen nicht zum Leben der Piaf, die zu einer Zeit gesungen hat, als es noch keine Synthesizer und modernen Pop gab. Denn nochmal: diese Hommage ist dem "Leben" der Piaf gewidmet; es war nicht das Anliegen von Patricia Kaas, Lieder von Edith Piaf in die Moderne zu übertragen.
Nichtsdestotrotz bleibt auf jeden Fall festzuhalten, dass die Stimme der Kaas noch nie so ausdrucksstark war wie auf diesem Album: von zart gehaucht bis kraftvoll voluminös präsentiert sie den gesamten Umfang ihres Könnens mit der oben erwähnten grossen Dramatik, wobei sie die einzelnen Passagen wundervoll modelliert. Das macht dieses Album gesanglich zu ihrer besten Aufnahme! Wie immer bei Patricia Kaas schwingt eine gewisse Melancholie mit. Man mag dies mit Coolness verwechseln, doch letztlich ist jene nichts anderes als das Markenzeichen der Kaas, wofür sie viele ihrer Fans lieben und weswegen sie so unverwechselbar ist. Erstaunlich, dass man sie dafür bei der Interpretation des eigenen Liedguts loben und gleichzeitig kritisieren kann, wenn sie fremde Songs covert. Es mag daran liegen, dass viele Zuhörer erwarten, eine Interpretation genau auf die Weise zu hören, wie sie diese vom Original her kennen. Wer so denkt, wird sich selbst um viel Freude und Bereicherung bringen, denn das Schöne in der Musik ist, dass jeder Künstler einem Werk seine eigene Note geben kann und es, wenn er es spielt oder singt, ein Stückchen zu seinem eigenen macht. Doch wer sich beim Hören dieses Albums von der Piaf zu lösen vermag, für den wird sich ein neuer Horizont auftun ... mit einer ausdrucksstarken, perfekt umgesetzt und arrangierten Interpretation von wunderschönen Melodien der Lieder, welche vor langer Zeit auch einmal eine Edith Piaf gesungen hat.

Bleibt noch anzufügen, dass bei jedem neuen Album, welches die Kaas veröffentlicht hat, alte Fans enttäuscht waren und sich (zunächst) nicht mit dem neuen Projekt anfreunden konnten. Man muss nur die Rezessionen der älteren Alben lesen. Doch das ist nicht schlimm - denn dafür kommt immer wieder neues Publikum dazu. Es ist gut, wenn eine Künstlerin einen Weg geht und eine Entwicklung durchmacht, eine Vision hat und diese umsetzt. Denn es ist auf jeden Fall besser, von Album zu Album etwas anderes zu machen und sich auch einmal zu trauen neue Wege zu beschreiten, als über Jahre hinweg den gleichen Sound zu produzieren und irgendwann das Publikum zu langweilen, wie das andere tun. Das ist Stillstand, das ist keine Kunst! Doch die Kaas ist anders - jedes Album unterscheidet sich vom letzten, jede Tour hat ein anderes Konzept, jedes Mal macht sie etwas Neues. Genau das macht eine Sängerin zu einer wahren Künstlerin - eine solche, wie es Patricia Kaas zweifellos ist!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 2, 2013 6:57 PM MEST


Ich Will Alles
Ich Will Alles
Preis: EUR 15,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein erster Schritt ins "anspruchsvolle" Pop-Chanson, 29. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ich Will Alles (Audio CD)
Das neue Album "Ich will alles" von Lena Valaitis zeigt sich um einiges poppiger arrangiert als das Vorgängeralbum "Liebe ist...", wodurch es insgesamt moderner wirkt und zudem das interessantere Spektrum bietet. Dieses reicht von Balladen über klassische Schlager bis hin zu fetzigen Popsongs mit viel Beat. Durch diesen Mix gelingt es allerdings nicht immer, dem Album "einen Guss, eine geschlossene Einheit" zu geben: es kommt zum Bruch und zwar dann, wenn fetzige Popnummern von eher schnulzig arrangierten Titeln abgelöst werden, denn wie mittels Zeitreise wird man in eine andere, längst vergangene Welt transferiert und fragt sich, ob man hier denn heutzutage noch "richtig" sei. Doch dies wird die meisten Hörer wohl nicht stören.
Insgesamt präsentiert das Album teilweise anspruchsvolle Texte wie beispielsweise den Titelsong "Ich will alles", der beweist, dass auch eine sog. Schlagersängerin nicht nur Mit-Klatsch-Larifari singen muss, sondern durchaus auch "mehr" zu sagen hat und eine Botschaft zu vermitteln vermag. Meist eingängliche Melodien strotzen vor Kraft und Energie, was der Hörer wohltuend registriert. So zum Beispiel der Song "Ich bin stärker als Du denkst", der mit unglaublich viel Schwung und Dynamik aufwartet und zu den besten Nummern der CD zählt. Das freut und vermittelt eine Power, die sich auch auf den Zuhörer überträgt! Wohltuend entspannend stehen dagegen wunderschöne Balladen wie das textlich tiefgründige "Hinterm Ozean", das auch musikalisch zeigt, dass Lena Valaitis mehr singen kann als einfache Schunkel-Schlager. Ebenfalls äusserst gut gelungen ist die Coverversion von "Those were the Days", hier "Ein schöner Frühlingstag" genannt. Die leicht melancholischen Töne und eher baltisch-russischen Klänge passen einfach gut zur Stimme von Lena Valaitis. Das schon zuvor auf anderen Alben veröffentlichte Duett mit Roland Kaiser "Leg nicht auf" wurde hier neu abgemischt, klingt nun ebenfalls etwas schwungvoller und ist ein weitere starke Nummer der CD, da die beiden Stimmen sehr gut miteinander harmonieren und der Song zudem melodisch sehr angenehm klingt.
Leider gelingt es nicht über alle Titel, diesen "neuen, energiegeladenen und anspruchsvollen" Stil durchzuziehen. Zu antiquitiert wirken vergleichsweise schwache Nummern wie "Hinter der Sonne" oder "Sommersonnenparadies", das zwar eigentlich ein netter Titel ist, jedoch durch das eher altbackene Arragement beinahe wie ein volkstümlicher Schlager wirkt. Manche Songs wie "Wenn wer nicht wir" oder "Ich deck mich zu mit meinen Träumen" sind zudem in sich zu schwach, zu schnuzlig, zu kitschig, auch wenn versucht wurde, diese mit viel Beat aufzupeppen. Darauf hätte man gut verzichten können. Das sog. Hit-Medley ist übrigens einfach "Schrott": lieblos aneinandergereiht und ohne wirklich Übergänge passen die ausgesuchten Titel überhaupt nicht zueinander!
Insgesamt ist das Album trotzdem gut gelungen und eine Empfehlung. Es bliebt zu hoffen, dass Lena Valaitis weiter diesen neuen, selbstbewussten und kraftvollen Stil verfolgt, zukünftig noch mehr von "dem" singen wird, was über den klassichen Schlager hinausgeht und weiter den neuen Weg der eher anspruchsvolleren Pop-Chansons beschreitet, die dem Hörer eine Botschaft mitgeben. "Ich will alles" zeigt uns hierbei jedenfalls einen ersten Schritt!
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 16, 2012 11:23 AM CET


Liebe ist...
Liebe ist...

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen muhadib, 9. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Liebe ist... (Audio CD)
So sehr ich Lena Valaitis auch bewundere, die Begeisterung für das neue Album kann ich, auch wenn es sich gut verkauft haben mag, nicht vollständig teilen. Zu billig sind die Arrangements, zu schnulzenmässig manche Melodien, so dass die CD besser zu einem Hansi Hinterseer passen würde.
Natürlich gibt es auch starke Titel wie "Und ich rufe Deinen Namen" oder die durchaus interessante Cover-Version "Besame Mucho", welche sich positiv abheben vom Rest. Doch insgesamt ist das Album eher enttäuschend. Zu altbacken, zu sehr schunkel-munkel, fast ein wenig volkstümlich angehaucht! Dabei waren die ersten Songs von Lena Valaitis nach Ihrem Comeback 2001 durchaus vielversprechend: "Still rinnt die Zeit", "Ich lebe für den Augenblick" oder "Jerusalem" - das sind beispielsweise sehr starke Titel, die anspruchsvoll umgesetzt waren und Lenas Stimme gut zum Ausdruck brachten. In diese Richtung hätte man weitergehen sollen. Als weiteres Manko darf genannt werden, dass das neue Duett mit Roland Kaiser "Leg nicht auf" nicht auf dieser CD enthalten ist.

Für Lena Valaitis, die sicher zu den Grossen dieses Genres zählt, hätte ich mir persönlich ein anderes Comeback für ein Album gewünscht - mehr in Richtung Chanson, ähnlich einer Milva, einer Daliah Lavi oder einer Gitte Haenning. Das wären anspruchsvolle Texte mit anspruchsvollen Melodien und anspruchsvoller Umsetzung geworden - Lena Valaitis hätte ohne weiteres das Zeugs und die Stimme dazu. Was hätte man da alles machen können! Aber mit Jack White als Produzent ist das wohl leider nicht möglich. Schade!


Frohe Weihnachten mit Lena Valaitis
Frohe Weihnachten mit Lena Valaitis
Preis: EUR 15,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wiederauflage, aber neu remastert, 9. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zwar handelt es sich bei diesem Album um eine Wiederauflage eines früheren Weihnachtsalbums, das Lena Valaitis in den 80er Jahren eingesungen hat, doch man sollte vielleicht dazu sagen, dass bei dieser Aufnahme alle Titel remastert und z.T. neu abgemischt und mit neuen Instrumenten unterlegt wurden. Es klingt jetzt noch mal eine Spur feierlicher und zudem moderner, von daher kann man das Album nur empfehlen. Es ist erstaunlich, was man mit moderner Technik alles bewirken kann und wie "anders" diese CD im Vergleich zur Ursprungseinspielung klingt.

Wer noch keine Weihnachts-CD von Lena Valaitis besitzt, dem würde ich jedenfalls diese neuere Version empfehlen (und nicht die ebenfalls bei Amazon erhältliche ältere Auflage, auch wenn letztere günstiger ist), da Klang und neue Instrumentierung überzeugen. Die CD wirkt jetzt viel mehr wie aus "einem Guss", billiert durch einen transparenten, glasklaren Klang, und die Arrangements sind zudem bei diesem Album viel zeitgemässer und wirken "voller" und "runder".


Toute la Musique ... [CD + DVD]
Toute la Musique ... [CD + DVD]

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolles Konzert, tolle Show, 10. Februar 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Toute la Musique ... [CD + DVD] (DVD)
Patricia Kaas auf einer Bühne zu erleben - das ist schon etwas ganz Besonderes. Da werden sogar anfängliche Skeptiker, die sie vorher nur auf CD kannten, zum Fan.
Sie selbst sagt, dass sie die Seele ihrer Lieder nur auf der Bühne wirklich spüre. Vielleicht ist das der Grund, warum auf jedes Studio-Album eine Welt-Tournee folgt und warum sie bisher schon mehr als 1.000 Konzerte gegeben hat. Nicht viele Künstler dieses Formats können ähnliches vorweisen, nicht viele setzen sich überhaupt noch dem Stress eine Tour aus. Umso kostbarer sind daher die Augenblicke, wenn man eine solche Show erleben kann.
Die vorliegende DVD ist eine Aufzeichnung von den Konzerten in Brüssel zur Sexe-Fort-Tour 2004. Das Studio-Album selbst ist teilweise ziemlich rockig angehaucht, und genau dieser Stil findet sich auch im Konzept der dazugehörenden Show. Schon zu Beginn singt Patricia zwei ihrer grössten Erfolge, wodurch das Publikum gleich Richtig in Stimmung gebracht wird. Es folgen ein paar neue Songs, doch im ersten Teil der Show werden vorwiegend die alten Hits präsentiert; das kommt beim Publikum gut an und wird entsprechend mit viel Beifall honoriert. Wie jedes Konzert von Patricia Kaas beinhaltet auch dieses einen intimen Moment, wo es etwas ruhiger zugeht: das schafft Nähe zum Publikum und eine vertraute Stimmung. Im zweiten Teil der Show geht es dann noch mal richtig zur Sache.
Selten dürfte man Patricia Kaas so aktiv und leidenschaftlich auf der Bühne erlebt haben. Da fällt es schwer, nicht mit zutanzen und zu klatschen, so rhythmisch und rockig sind die Songs. Während bei der Piano-Bar-Tour das gesamte Programm sehr ruhig und intim war, ist diese Show extrem exzessiv mit sehr viel Tempo. Viel mehr noch als bei „Ce Cera Nous", das eher poppig und orientalisch angehaucht war. Diesmal überwiegen Rock und Blues, und so mancher wird es nicht für möglich halten, dass es sich bei allen drei Programmen um dieselbe Künstlerin handelt. Am ehesten lässt sich „Toute la musique..." wohl noch mit dem zweiten Teil von „rende-vous" vergleichen.
Der klimatische Aufbau von „toute la musique..." überzeugt. Dass in die DVD das ebenfalls auf der Tour gesungene Lied „C'est les femmes qui mènent la danse" nicht aufgenommen wurde, bleibt zwar unverständlich - hätte doch dieser Song viel besser zu den übrigen Titeln gepasst als bspw. das sehr Chanson-angehauchte „Peut-être que peut-être" - genauso, wie die Tatsache, dass „L'Aigle Noir" als Bonus auf die DVD gepackt wurde und sich nicht in den übrigen Showkontext einfügt; aber immerhin ist es Sony diesmal gelungen, den Layerwechsel nicht mitten in einen Song zu legen. Der Sound ist dank DTS sehr gut (auch wenn „Ce Cera Nous" da noch mehr zu bieten hatte und raffinierte Effekte vorweisen konnte), und auch Menüführung und Bonus sind okay (man hätte ruhig noch ein paar Video-Clips ergänzen können).
Insgesamt jedoch eine tolle Show, die sowohl Fans, als auch Skeptiker begeistern wird. Denn nicht viele Interpreten können ihre Leidenschaft für Musik so transportieren wie Patricia Kaas, bewegen sich in einem derart breiten musikalischem Spektrum und schaffen es trotzdem, die einzelnen Songs in einen gemeinsamen Kontext zu bringen. Patricia Kaas - das ist mit Sicherheit eine der besten Interpreten, die es derzeit in Europa gibt.
Anspieltipps: Où sont les homes, Toute la musique que j'aime, Quand on n'a que l'amour, Quand Jimmy dit


Toute la Musique...
Toute la Musique...
Preis: EUR 6,99

30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Perlen vor die Säue, 7. Februar 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Toute la Musique... (Audio CD)
Mit Live-Alben von Patricia Kaas verhält es sich so wie mit "Perlen vor den Säuen". Da hat Sony-Music nun eine der besten Interpreten, die es derzeit in Europa gibt, unter Vertrag - eine Sängerin, die sich stielsicher zwischen den unterschiedlichsten Musikrichtungen bewegt, diese aufgreift und zu immer neuen Themen ihrer Shows macht - einer Künstlerin, die in ihrer Karriere mehr als 1000 Konzerte gegeben hat und gerade deswegen besonders live brilliert und jeden Konzertbesuch zu einem unvergessenen Erlebnis macht - und was macht Sony, um eine Tour adäquat auf einem Tonträger zu verewigen? Nichts; man nutzt nicht dieses Potential und vergeudet ein Talent!
Oder wie ist es sonst zu erklären, dass von der aktuellen Tour „Sexe Fort live" nur ein kleiner Verschnitt der gesamten Show als neues Album „Toute la musique..." veröffentlicht wird? Von fast 2 Stunden Show bleiben so nur 16 Songs übrig. Abgesehen von dem deutschen Titel „Herz eines Kämpfers", der als Bonus ebenfalls auf die CD gepackt wurde und auf einem Live-Album nun wirklich nichts zu suchen hat, sind drei weitere Songs ein Medley und dürften eigentlich nur als ein Track gezählt werden - macht also noch 14 Titel; davon ist die Hälfte schon mindestens einmal (wenn nicht sogar noch öfters) auf einer Live-CD veröffentlicht worden.
Keine Frage, auf einem Konzert sollten die grössten Erfolge eines Künstlers nicht fehlen; ich selbst sogar schätze die Art und Weise, wie Patricia Kaas ihre Hits immer wieder neu arrangiert und dadurch zu neuem Leben erwachen lässt, aber wenn nur noch fünf Songs vom aktuellen Album „Sexe-fort" als Live-Version übrig bleiben, dann finde ich das ziemlich bedenklich. Wer ausser den Hardcord-Fans soll die CD denn kaufen? Schlage ich sie zum Neuerwerb Freunden und Kollegen vor - auch denen, die mit auf dem Konzert waren - so bekomme ich als Antwort: „Ach nee, die meisten Lieder hab ich ja schon". Dass dann „L'Aigle Noir" (ebenfalls schon zweimal auf einem Live-Album) noch wie ein Anhängsel auf die CD geklascht wurde und sich noch nicht mal in den Kontext des Konzertes fügt, kann als weiterer Beweis für die Unfähig- und Lieblosigkeit des Tonmischers gewertet werden; das hätte ich selbst noch besser hingekriegt.
Keine Frage, Patricia singt auf dieser CD grossartig wie immer (daher auch 4 Sterne) und die Musiker machen ihre Sache gut, sehr gut sogar. Aber wo bleibt der klimatische Aufbau des Konzerts? Warum sind die restlichen Songs, welche Patricia in der Show gesungen hat, nicht auf dem Album? Wenn ich mir ein Live-Album kaufe, dann möchte ich ein Konzert hören, und zwar ein ganzes Konzert in aller Gesamtheit (vom Intro bis zur Zugabe), so wie es der Künstler zusammengestellt hat; denn ich gehe davon aus, dass er sich dabei was gedacht hat. Und genau das bietet „Toute la musique" nicht. Es ist ein billiger Verschnitt einer tollen Show, der nicht annähernd das Originalkonzert wiedergeben kann. Schade, wirklich schade!
Dabei war es beim letzten Live-Album schon ähnlich, auf dem zwei Shows (Ce cera nous/Hannover Pop Orchestra) ebenfalls im Verschnitt präsentiert wurden. Und genau damals wurde dies schon kritisiert! Aus Fehlern lernen? Für Sony wohl unmöglich.
Warum kann Sony denn nicht einfach die Record-Taste drücken, das Band durchlaufen lassen bis die Show zu Ende ist und dann einfach eine Doppel-CD herausbringen? Mit allen Liedern und mit allem, was Patricia so sagt?
Warum nicht, das bleibt wohl das ewige Rätsel der Plattenmanager. Genau so wie das, warum bis heute noch keine Live-Version der Piano-Bar-Tour veröffentlicht wurde. Und da wundert sich die Musikindustrie über sinkende Umsätze! Aber was will man schon erwarten von einem Konzern, der es nicht mal schafft, einen Layer-Wechsel bei einer DVD nicht mitten in ein Lied zu legen („Rende-Vous" und „ce cera nous") oder zumindest auf der DVD die Ansagen von Patricia mit deutschem Untertiel zu synchronisieren (wo doch Millionen Tonträger von Patricia Kaas in Deutschland verkauft wurden)?. Tja, und genau deshalb sage ich: „Perlen vor die Säue". Wechsele nicht Deinen Stil, Patricia, nicht Deine Art und nicht Deine Musik - aber wechsele vielleicht Dein Management und Deine Plattenfirma!


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