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Rezensionen verfasst von
innenreich

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Arbeit kann zu enem langsamen und schmerzhaften Tod führen: Roman
Arbeit kann zu enem langsamen und schmerzhaften Tod führen: Roman
von Juliane Beer
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen witzig, intelligent und gesellschaftskritisch, 17. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Einmal angefangen, möchte ich immer mehr von Juliane Beer lesen.
Sie hat einen erfrischenden Schreibstil, der immer eine Überraschung parat hat.
Ich lese gerade ein zweites Buch von ihr ("Eines Nachts habe ich einen Ausflug gemacht"),
weil dieses Buch ("Arbeit kann....") ein so guter überzeugender Einstieg für mich war.


(Un)heimliche Lust: Über den Konsum sexueller Dienstleistungen (German Edition)
(Un)heimliche Lust: Über den Konsum sexueller Dienstleistungen (German Edition)
von Sabine Grenz
  Taschenbuch
Preis: EUR 49,99

5.0 von 5 Sternen Lesbar, fundiert und umfassend, 14. Dezember 2014
Sabine Grenz liefert mit ihrer Studie einen Blick auf heterosexuelle Sexkäufer, in diesem Fall auf Männer mit überwiegend akademischen Abschlüssen, von denen nach eigenen Aussagen niemand den Straßenstrich / Straßendrogenstrich / Minderjährigenstrich nutzt(e). Es handelte sich also vermutlich eher um einigermaßen "reflektierte" und gebildete Sexkäufer.
Grenz` Studie ergab, dass diese Sexkäufer "recht romantisch konnotierte Konsum-Erlebnisse" suchen.
Ein weiteres Fazit: in der Prostitution finden sich ein zugespitzter Sexismus und die Reproduktion von privilegierten Formen von Männlichkeit(en) wieder.
Das wissenschaftliche Buch ist gut lesbar und reflektierend geschrieben.


Hure spielen: Die Arbeit der Sexarbeit
Hure spielen: Die Arbeit der Sexarbeit
von Melissa Gira Grant
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Hure spielen... Ex-Hure sein...? Die verschiedenen Stimmen anderer Huren fehlten..., 12. Dezember 2014
Melissa Gira Grant schreibt als ehemalige Prostituierte - etwas verstörend fand ich, dass Grant immer von "wir" als "Sexarbeiterinnen" schrieb, da sie ja keine mehr ist - in ihrem Buch viel über die Verhältnisse in den USA, die doch recht unterschiedlich zu denen in Deutschland sind, wo Prostitution legal ist.
Sie beschreibt zum Beispiel, wie Prostituierte Mühe haben, auf US-amerikanischen Internetseiten einschlägige Anzeigen schalten zu können. Das ist zum Beispiel kein Problem der Prostituierten auf deutschsprachigen Internetseiten, die sich oft lediglich mit ihren fotografierten Genitalien dem potentiellen Kunden anbieten (können).
Den Deutschen Frauenrat bezeichnet sie als Gegner der Prostitution (S. 73), das ist nicht richtig.

S. 91 schreibt sie: "sie (die Sexarbeiterinnen) würden für sich in Anspruch nehmen, ihre Arbeit sei *ein Job wie jeder andere auch*. Solche Behauptungen hört man aber von Sexarbeiterinnen nie."
Dies stimmt für den deutschsprachigen Raum nicht.
Im Gegenteil: Dies ist eine zentrale Kernaussage der SexarbeiterInnen-Lobby: das es ein Job wie jeder andere sei.

Im Buchklappentext heißt es:
"(...) Melissa Gira Grant (...) lässt die Akteure selbst zu Wort kommen."
Das habe ich im Buch vermisst, weil es doch angekündigt ist.
Andererseits scheint die Autorin gar nicht zu wissen,
dass die spätere Prostitutionsgegnerin Andrea Dworkin selbst einmal Prostituierte gewesen war.

Manchmal liest Grant Interpretationen wie das Wort ""Unterschichtsschlampen" aus Botschaften
von Prost-GegerInnen heraus, um dann das Wort Schlampe zu deklanieren (S. 92/93).
Das ist dann etwas "abwegig" im wahrsten Sinne.
Manches war mir eine zu einseitige Perspektive: "Rotlichtviertel bieten Möglichkeiten von körperlichem, geistigem oder gar spirituellem Kontakt über Klassengrenzen hinweg." Das mag zutreffend sein, wenn man Teil des Rotlichtviertels ist. Und in Freier-Stadtführern, die es ja inzwischen gibt, könnte dieser Satz gut stehen.
In "bürgerlichen" Reiseführern wird vor "Rotlichtvierteln" evtl. eher gewarnt oder
Frauen / Männer / Kinder meiden diese Viertel von alleine, weil sie nicht belästigt werden wollen,
nicht unschöne Szenen sehen wollen etc. Für diese Menschen ist das dann eher eine Einschränkung ihrer Bewegungen im öffentlichen Raum.

Interessant fand ich, das sich Sexarbeiterinnenverbände in den USA für die ermordeten Kolleginnen Mahnwachen etc. abhielten. Das ist in Deutschland auch anders; hier machen die Prostitutionsgegnerinnen darauf aufmerksam (siehe Blog Sexindustry kills).

Krass fand ich dann aber die Frage Grants, wo der Unterschied sei, zwischen Frauen, die Anteil durch Zuhören nehmen an den Schilderungen einer Frau, die als Kind sexuelle Gewalt (üb)erlebt hat und Männern andererseits, die in einen Kino Pornos konsumieren. Wenn Grant diesen Unterschied nicht (mehr) weiß, dann weiß ich auch nicht (S. 130-131).
Es zeigt zudem, wie schwierig die Rolle der Prostituierten ist, die mit und für ihre Kunden ebensolche Szenen der Kindervergewaltigung bei ihrem Sex(ver)kauf auf Wunsch der Kunden darstellen.

In einem gehe ich mit Grant konform: "Sexarbeit heißt (...) eine Rolle zu spielen...." (S. 134).

Mithu M. Saniyal schreibt im Vorwort zur Situation in Deutschland, dass sich durch das Prostit.-gesetz die Situation der Prostituierten verbessert habe und "nicht die derjenigen, die sie ausbeuten." (S. 16). Das ist so nicht richtig: Profitiert haben in erster Linie die Bordellbetreiber/innen, die daraufhin millionenteure Großbordelle wie die Kette "Paradise" errichteten oder das Umfeld der Prostitution wie Rockerbanden, Drogendealer etc.
An der Situation der zu 80 Prozent migrantischen Prostituierten in Deutschland hat sich nicht wesentlich was gebessert.

Wie nun bewerten? Der Punkt ist dafür, das Grant ihre Position zeigt.
Inhaltlich schien mir manches zu weit hergeholt (s.o.).
Und leider war mir das zu weit weg von der Situation in Deutschland.
Wo Grant wann gewohnt hat hinter welchem Rathaus etc., das sie journalistisch anders arbeitet als andere
oder welche x-te Demo wann war, fand ich weniger spannend. Da ging es dann viel um sie, und zu wenig um andere.


Living Dolls: Warum junge Frauen heute lieber schön als schlau sein wollen
Living Dolls: Warum junge Frauen heute lieber schön als schlau sein wollen
von Natasha Walter
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Interesse gelesen, 5. Dezember 2014
Für mich eines der besten Bücher zur heutigen Situation von Mädchen/Frauen und Jungen/Männern in der Gesellschaft. Im leichtfüssigen, gut verständlichen Stil geschrieben, kritisch und zum Beispiel, anders als Laurie Pennys` Streitschrift "Fleischmarkt", auch konsequenter. Quellen sind in den Fussnoten nachlesbar: also eine Populärschrift wissenschaftlich fundiert.


Fleischmarkt: Weibliche Körper im Kapitalismus
Fleischmarkt: Weibliche Körper im Kapitalismus
von Laurie Penny
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein paar Schritte fehlen noch..., 5. Dezember 2014
Die Streitschrift passt zum jungen Feminismus: kurz, große Schrift, großer Zeilenabstand... für die schnelllebige Zeiten.
Laurie Penny hat selbst nach ihrer erfolgreichen Bewältigung ihrer Essstörung als Burlesquetänzerin gearbeitet und geschlussfolgert, das es ihr nicht gut tut. Table Dance /Striptease findet sie schädlich, aber Prostitution, da kann sie sich noch nicht zu entschließen,
diese auch abzulehnen. Etwas konsequenter fand ich da die Bücher "Living Dolls. Warum junge Frauen heute lieber schön als schlau sein wollen" von Natasha Walter oder "Female Chauvinist Pigs: Women and the Rise of Raunch Culture" von Ariel Levy, die den heutigen Postfeminismus beschreiben.
Trotzdem ist das Buch gut und sinnvoll, um manche Mädchen/Frauen da abzuholen, wo sie gerade stehen. Mit dem typisch leicht-flockigen, gut lesbaren Erzählstil klappt das auch ganz gut und es knüpft durchaus an Alltagserfahrungen anderer an.


Top Girls: Feminismus und der Aufstieg des neoliberalen Geschlechterregimes (Geschlecht und Gesellschaft) (German Edition)
Top Girls: Feminismus und der Aufstieg des neoliberalen Geschlechterregimes (Geschlecht und Gesellschaft) (German Edition)
von Angela McRobbie
  Taschenbuch
Preis: EUR 26,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Postfeminismus und aktuelle feministische Strömungen verstehen, 4. Dezember 2014
McRobbie greift in ihrem Buch den Postfeminismus auf, der den "alten", radikalen Feminismus ablehnt und sich - angepasst an kapitalistische Strukturen - dem Konsum und der "Ich-AG" verschreibt, der sich stark an Sex, Schönheit, Karrierestreben und dem Slogan "yes, she can" orientiert. Alles scheint greifbar. Es liegt an den Mädchen und Frauen selbst.

McRobbie beschreibt, wieso und warum es zu diesem Feminismus kommen musste; die Vor- und Nachteile und warum ein radikaler(er) Feminismus gerade jetzt starke Backlash-Erfahrungen erlebt, abgelehnt oder angegriffen wird.

Zum Thema Essstörungen hätte ich mir gewünscht, das auch der Anteil an Essstörungen thematisiert wird, der nicht auf dem Schönheits- und Körperkult basiert, sondern "normale" Folge von Traumatisierungserfahrungen ist.

Zum Abschluss geht McRobbie nochmal zusammenfassend auf Butler, Braidotti, Deleuzte und Guattari ein. Das macht neugierig, sich auch mit deren Posititionen und Theorien (wieder) zu befassen.

Das einzige, was ich nicht so gelungen finde am Buch, ist dessen Haupttitel "Top Girls".
Ich schloss zuerst daraus, das sich das Buch mit Frauen in Führungspositionen beschäftigt.


Apokalypse, Baby!: Roman
Apokalypse, Baby!: Roman
von Virginie Despentes
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1.0 von 5 Sternen 120 Seiten geschafft..., 8. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Apokalypse, Baby!: Roman (Taschenbuch)
Ich habe immer gehofft, ich muss nur durchhalten, es wird gleich losgehen: das spannende, fesselnde... aber nach 120 Seiten muss ich widerstrebend aufgeben: das wird keine Beziehung mehr zwischen dem Buch und mir. Obwohl ich ungern Bücher nur halb lese und schon ganz andere, langweilige(re) Bücher zu Ende geschafft habe. Vielleicht liegt es daran, dass manche Wortwahl, die andere vielleicht *ungewohnt* finden, mich nicht umhaut. Und sie reicht eben auch nicht, um eine Geschichte aufzumotzen. Beide Hauptheldinnen finde ich eher anstrengend, ich konnte keine symphatische Identifikationsfigur finden. Sie sind für mich vorhersehbar und langweilig. Ich habe noch ein Buch der gleichen Autorin und hoffe, das ist besser.


Zwischen Himmel und Hölle: Aus meinem Leben als Rotlichtkönig
Zwischen Himmel und Hölle: Aus meinem Leben als Rotlichtkönig
von Peter Stolz
  Gebundene Ausgabe

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Für Form und Inhalt..., 6. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Beim Lesen stören die vielen Rechtschreibfehler. Es gab wohl kein Lektorat, denn das Buch ist auch im Aufbau und in der Struktur eher eine Zumutung. Inhaltlich ist das Buch wenig aussagekräftig. Oft wird aus Wikipedia zitiert, was echt eine Zumutung für ein Buch ist.
Eine echte Reflektion vom "Rotlichtkönig" fehlte. Das einzige interessante: Das bestätigte "Klischee" einer lieblosen Kindheit, die Mutter ist Prostituierte, eine ältere Prostituierte nimmt sich den Jungen zum Liebhaber und so geht der Weg los ins Milieu...


VEB Bordell. Geschichte der Prostitution in der DDR
VEB Bordell. Geschichte der Prostitution in der DDR
von Uta Falck
  Broschiert

2.0 von 5 Sternen Alle Huren waren glücklich...und der Staat, die Stasi, die Freier, 20. Oktober 2014
Etwas einfach gestrickt widmet sich Uta Falck, nach eigenen Angaben ehrenamtliche Hydra-Mitarbeiterin (Hydra-Prostituiertenorganisation in West-Berlin) der Dokumentation der Prostitution in der DDR.
Ihr Fazit ist: Die Prostituierten, die Freier, die Stasi, der Staat...waren alle sauglücklich.
Leider fehlen Aussagen von Prostituierten, die nicht privilegiert und sorgenfrei waren, die viele Abtreibungen hatten, die nicht Messebesucher als Freier hatten, die eher am Rand der Gesellschaft lebten und als "Asoziale" galten.
Leider fehlt auch eine Literaturliste.
Zwei Sterne gibt es, weil das Thema überhaupt aufgegriffen wurde.
Das Thema ist bis heute leider noch immer eine Forschungslücke.


Gefühle kann man nicht kaufen. Das Buch zum Thema Jugendprostitution.
Gefühle kann man nicht kaufen. Das Buch zum Thema Jugendprostitution.
von Susann Millhagen
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen Eines der besten Bücher zu Prostitution, 18. Oktober 2014
Obwohl dieses Buch schon ein bisschen älter ist, ist es für mich auch heute noch (oder gerade heute!) eines der besten Bücher über Prostitution.
Feinfühlig ging die Autorin Susann Millhagen Fragen und Themen der Jugendprostitution nach. Beleuchtet die patriarchalen Strukturen und Mechanismen im "Milieu", wie die Entscheidungen für die Prostitution fielen und warum ein Ausstieg so schwer ist. Zwei Freier kommen ebenso zu Wort.
Befragt wurden Mädchen (und weniger Jungen) zwischen 14 und 19 Jahren.
Der Schwerpunkt liegt auf Hamburg.


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