Profil für Rezensent aus NRW > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Rezensent aus NRW
Top-Rezensenten Rang: 1.116
Hilfreiche Bewertungen: 448

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Rezensent aus NRW

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8
pixel
Israel
Israel
von Ernst O Luthardt
  Gebundene Ausgabe

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Prachtvoller Bildband über ein faszinierendes Land, 7. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Israel (Gebundene Ausgabe)
Israel ist ein Land des Lichtes. Dies wird in den herrlichen Fotografien deutlich, welche die Fotografenfamilie Mandrea aus Israel für diesen Bildband aus dem Stürtz-Verlag zusammengetragen haben. Wie in kaum einem anderen Land des Mittelraumes sammeln sich in Israel Naturschauspiele und Kulturdenkmäler der verschiedensten Epochen auf engstem Raum. Wer das Land einmal besucht hat, den wird es immer wieder hierhin ziehen. Zur Erinnerung an eine Reise, zur Einstimmung auf das Land oder aus einfachem Interesse an einem möglichen Reiseziel eignet sich dieser Bildband hervorragend.

230 Bilder in bestechender Qualität auf insgesamt 156 Seiten zeigen Israel von allen Seiten: Bilder aus der Altstadt von Jerusalem mit dem Tempelberg, dem Felsendom, der Klagemauer und der Grabeskirche; Bilder aus dem Norden Israels mit dem grünen Galilea, Kreuzritterburgen, der Künstlerstadt Safed und dem See Genezareth; Bilder aus den Küstenmetropolen Tel Aviv und Haifa sowie der alten Römersiedlung Cesarea am Mittelmeer; Bilder aus der Wüste Negev, dem Wüstenkloster St. Georg im Wadi Qelt; Bilder vom faszinierenden Toten Meer und der Bergfestung Masada; schließlich Fotos von Eilat ganz im Süden am Roten Meer und dem Timna-Park etwas nördlich davon.

Das Schöne an dem Bildband: Zwischendurch gibt es immer wieder Bilder von den Menschen Israels, von dem vielfältigen Völkergemisch des Einwanderungslandes: Bilder von Muslimen in der Altstadt, frommen Juden an der Klagemauer, Christen auf Prozessionen; Daneben Fotos von Menschen auf dem Markt oder Badegästen am Strand von Tel Aviv. Das alltägliche Nebeneinander von Tradition und Moderne, alter Kultur und heutiger Lebensfreude macht den besonderen Reiz des Landes und des Bildbandes aus.

Die zusätzlichen Texte von Ernst-Otto Luthardt (insgesamt etwa 30 halbe Seiten) geben interessante Hintergrundinformationen zur Geschichte des Landes, etwa zum Wirken Jesu oder zu den Gemeinschaftssiedlungen der Kibbuzim, stehen insgesamt aber nicht im Vordergrund. Dies ist eindeutig ein Fotobildband, dessen leuchtende Farben und gelungene Auswahl der Bilder Lust auf die nächste Reise machen. 5 Sterne sind gar keine Frage.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 25, 2011 3:39 PM CET


Kunst, die man kennen sollte: Gemälde  Skulpturen  Bauwerke
Kunst, die man kennen sollte: Gemälde Skulpturen Bauwerke
von Isabel Kuhl
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragend geeignet als Einstieg in die Kunst, 6. Januar 2011
Welche Werke der bildenden Kunst gehören eigentlich zu den wichtigsten Werken? Wer sich diese Frage stellt, findet nun Antworten dazu im neuen Kunstband vom Prestel-Verlag: "Kunst, die man kennen sollte" verzichtet auf langatmige Epocheneinführungen und Kunsttheorien und setzt stattdessen sofort mit der Beschreibung der Kunstwerke ein. Auf etwa 400 Seiten wird eine Auswahl der wichtigsten Kunstwerke aller Epochen vorgestellt aus den Bereichen Gemälde, Skulpturen und Architektur. Die Anordnung ist chronologisch vom Altertum bis zur Neuzeit gegliedert und jedem Kunstwerk ist meist eine Doppelseite gewidmet, aufgeteilt in Abbildungen (insgesamt 500) und Textteil.

Beim Stöbern liest man sich schnell fest, denn neben bekannten Bauwerken, wie den Pyramiden von Gizeh, dem Parthenon in Athen oder der Pfalzkapelle in Aachen, stößt man immer auch auf Kunstwerke, von denen man schon mal gehört hat, aber doch nicht so genau wusste, was es damit eigentlich auf sich hat. Genannt seien hier nur aus dem Bereich Architektur die Verbotene Stadt in Peking oder Schloss Chambord in Frankreich (UNESCO-Welterbestätte).

An Qualität mangelt es keinem der vorgestellten Kunstwerke. Im Bereich Malerei finden sich die üblichen Verdächtigen wie die Mona Lisa, Giottos Fresken in der Arenakapelle in Padua oder Las Meninas von Velazquez neben dem Romantiker Caspar David Friedrich oder Künstlern der klassischen Moderne wie Matisse und Dalí. Skulpturen werden vorgestellt von den antiken Griechen über die Renaissance mit Donatello und Michelangelo bis zum 20. Jahrhundert mit Claes Oldenburg oder dem Tarotgarten von Niki de Saint Phalle in der Toskana.

Das Buch versammelt meist Werke der westlichen, europäisch geprägten Kunst mit einigen Ausnahmen wie z. B. Machu Picchu in Peru oder Borobudur in Indonesien. Es ist vor allem als Auswahl zu verstehen von Kunstwerken, die beispielhaft für ihre jeweilige Epoche stehen. Die Texte geben die wichtigsten Informationen zur Entstehungszeit und die Abbildungen sind von guter, zuweilen hervorragender Qualität. Als Einführung in die abendländische Kunst (mit einigen exotischen "Extras") ausgesprochen gut geeignet. Deshalb 5 Sterne.


Künstlerhandbuch: Praktisches Grundwissen
Künstlerhandbuch: Praktisches Grundwissen
von Margaret Krug
  Broschiert
Preis: EUR 24,90

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Guter Überblick zu Mal- und Zeichentechniken, 6. Januar 2011
Vor dem künstlerischen Ausdruck steht die Technik, genauer gesagt, stehen die Mal- und Zeichentechniken. Denn nur, wenn angehende Künstler sich nicht mehr zu sehr mit technischen Fragen beschäftigen müssen, können sie sich ganz auf ihre Kreativität konzentrieren und sich dem Inhalt der Bilder widmen. Dieses wunderbare Künstlerhandbuch von Margaret Krug führt in verschiedene künstlerische Verfahren und Materialien ein und richtet sich in erster Linie an Kunststudenten und an Hobbykünstler, die diese Techniken erlernen wollen und erste Informationen zu diesen Kunsttechniken suchen. Der Aufbau der Kapitel ähnelt Seminaren, die Margaret Krug als Professorin für Malerei gibt. Im Einzelnen werden folgende Techniken behandelt:

1. Das Zeichnen (insgesamt etwa 80 Seiten) unterteilt in drei Unterkapitel: Einführung (kurzer Überblick über Bedeutung und historische Entwicklung), Zeichenmaterial (Papiersorten, Stifte, Federn, Werkzeuge) und Zeichenverfahren mit Übungsaufgaben
2. Das Malen/Einführung (etwa 20 Seiten) mit einer kurzen Vorstellung der folgenden Techniken sowie dem Malzubehör (Bildträger, Farben, etc.)
3. Die Aquarellmalerei (etwa 25 Seiten) mit Erläuterungen zum historischen Hintergrund, Bildträger, Pigmente, Farbauftrag und technische Empfehlungen mit Aufgaben
4. Die Enkaustik (etwa 15 Seiten) mit historischem Hintergrund, Materialien und Methoden
5. Die Eitemperamalerei (etwa 25 Seiten) wiederum mit historischem Hintergrund und vielerlei Beispielen zur Anwendung
6. Die Freskomalerei (etwa 20 Seiten) mit Hintergrund und Bildern zur Technik
7. Die Ölmalerei (etwa 20 Seiten) mit historischem Hintergrund und Anleitung zum Aufspannen und Grundierung der Leinwand, Pigmente und Herstellung von Ölfarben
8. Die Acrylmalerei (etwa 10 Seiten) mit Vorstellen der Farben und der Technik

Es folgt ein Glossar, Literaturhinweise und ein Register mit Künstlernamen und technischen Begriffen.

Alle Kapitel sind durchgehend illustriert, insgesamt gibt es etwa 400 Abbildungen, wobei schätzungsweise 70 % der Abbildungen fertige Kunstwerke bekannter und weniger bekannter Künstler zeigen, die die jeweilige Technik illustrieren. 30 % der Abbildungen zeigen technische Fertigkeiten, etwa wie man Farben mischt, Bindemittel herstellt oder Leinwände bespannt.

Die Stärke des Buches liegt vor allem in seiner Vielfältigkeit. Man bekommt nicht nur einen Einblick in die handwerklichen Fertigkeiten und Materialien, sondern sieht zugleich, wie in der Kunstgeschichte diese Techniken angewandt wurden. Das Buch eignet sich somit besonders für Kunstinteressierte, die sich erst einmal orientieren wollen, was es alles gibt und welche Technik der eigenen Kunst am meisten entspricht. Aufgrund der Themenvielfalt und der vielen Abbildungen vergebe ich 5 Punkte.


Die Deutschen im 20. Jahrhundert: Vom Ersten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer
Die Deutschen im 20. Jahrhundert: Vom Ersten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer
von Guido Knopp
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut lesbare Darstellung des "kurzen 20. Jahrhunderts", 1. Dezember 2010
Historiker sprechen gern vom "kurzen 20. Jahrhundert" und meinen damit, dass sich die wichtigsten politischen Ereignisse in der Zeit von 1914 (Beginn des Ersten Weltkrieges) bis 1989 (Mauerfall, Ende des Kalten Krieges) ereigneten. Anders als etwa das "lange 19. Jahrhundert" (Epoche von 1789 bis 1914) umfasst also das 20. Jahrhundert politisch gesehen lediglich etwa 75 Jahre. Auch Guido Knopp folgt in seinem Buch "Die Deutschen im 20. Jahrhundert" dieser Auffassung, denn die Daten 1914 und 1989 stehen am Anfang und Ende des 431 Seiten starken Bandes.

"Die Deutschen im 20. Jahrhundert" schließt sich an die Reihe "Die Deutschen" an, von der es noch zwei weitere Bände gibt und die jeweils vom ZDF verfilmt wurden. Es gibt jedoch einige Unterschiede zu den anderen Bänden: Anders als diese, die etwa 1000 Jahre deutscher Geschichte besprechen und dies anhand von jeweils 10 großen Persönlichkeiten tun, ist der Band des 20. Jahrhunderts nach Jahreszahlen gegliedert. Die wichtigsten Daten der politischen Ereignisgeschichte werden in insgesamt 18 Kapiteln behandelt. Hier eine kurze Übersicht:

1914 Beginn des Ersten Weltkrieges; 1918 Novemberrevolution; 1929 Die wilden Zwanziger; 1933 Die Machterschleichung; 1939 Der Weg in den Weltkrieg; 1943 Das Ende in Stalingrad; 1944 Der Tatort (Auschwitz und Judenverfolgung); 1944 Das Attentat (Widerstand gegen Hitler); 1945 Die Flucht; 1945 Die Kapitulation; 1948 Das neue Geld; 1949 Die Staatsgeburt; 1953 Der Aufstand (der Arbeiter in der DDR); 1954 Das Wunder von Bern (Fußball-WM); 1961 Die Mauer; 1970 Der Kniefall (Willy Brandts in Warschau); 1977 Der deutsche Herbst und 1989 Der Mauerfall.

An den Text schließt sich eine 16-seitige Zeittafel an, in der Jahr für Jahr weitere bedeutende Ereignisse mit Datum versehen aufgeführt werden. Wie in den anderen Büchern üblich, folgt ein ausführliches Literaturverzeichnis (12 Seiten), gegliedert nach den einzelnen Kapiteln, sowie Personen-, Orts- und Sachregister.

Guido Knopp ist bekannt dafür, dass er Fakten akribisch recherchiert und prüfen lässt und somit sind die Tatsachen in diesem Buch hieb- und stichfest. Wie gewohnt sind die Texte durchgehend gut lesbar und das gesamte Buch ist ausführlich illustriert. Dies ist zugleich die große Stärke des Bandes: Es ist eine allgemeinverständliche Darstellung der politischen Geschichte Deutschlands, die sich an einen großen Leserkreis wendet. Bei vielen Ereignissen, die einem zwar in Grundzügen bekannt sind, erfährt man viel Neues und lernt wichtige Hintergründe kennen. Wegen der guten Darstellung, der Lesbarkeit, den Illustrationen und den gründlich recherchierten Fakten vergebe ich 5 Sterne.


50 Klassiker Philosophen: Denker von der Antike bis heute
50 Klassiker Philosophen: Denker von der Antike bis heute
von Edmund Jacoby
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kompakter Philosophen-Überblick im handlichen Format, 28. November 2010
Was können wir wissen? Wie sollen wir leben? Was sind Wesen und Sinn des Lebens? Wer sich mit Fragen wie diesen beschäftigt, steckt schon mitten drin in der Philosophie, der "Liebe zur Weisheit". Philosophische Fragen sind heute aktueller denn je und auch wer sich mit Geschichte und Literatur beschäftigt, stößt immer wieder auf bestimmte Namen von Philosophen. Viele von ihnen haben ihre Epoche entscheidend geprägt, doch was waren eigentlich ihre Kerngedanken?

Hilfe im Dschungel der unterschiedlichen philosophischen Denker bietet der Band "50 Klassiker-Philosophen" von Edmund Jacoby, 2010 bereits in der 8. Auflage im Gerstenberg-Verlag erschienen. Die 50 wichtigsten Philosophen werden hier in einzelnen Kapiteln auf jeweils 4 bis 12 Seiten vorgestellt mitsamt ihren Erkenntnissen zur Ethik, Logik und Erkenntnistheorie.

Das Buch beginnt mit der griechischen Antike: Thales von Milet, Parmenides, Sokrates, Platon, Aristoteles, Epikur, Zenon und Plotin werden einzelne Kapitel gewidmet, in denen gelegentlich noch weitere Philosophen genannt werden, sofern sie einer ähnlichen Richtung angehören. Auch östliche Philosophen, wie Buddha und Konfuzius bekommen eigene Kapitel, bevor der letzte Philosoph der Antike, Augustinus, behandelt wird. Vom Mittelalter werden Abaelard, Averroes, Thomas von Aquin und Cusanus berücksichtigt, es folgen Renaissance, Barock und Aufklärung mit Machiavelli, Bacon, Hobbes, Descartes, Locke, Spinoza, Leibniz, Berkeley, Voltaire, Hume, Rousseau, Diderot, Smith und Kant. Auch die neueren Epochen wie Romantik, 19. und 20. Jahrhundert sind mit allen wichtigen Philosophen vertreten, die hier nicht alle aufgezählt werden können.

Die einzelnen Kapitel sind sehr übersichtlich aufbereitet: Hintergrundinfos sind durch eigene Kästchen hervorgehoben und jedes Kapitel endet mit einer abschließenden Zusammenfassung, "Leben und Werk" betitelt, in der auch weiterführende Literatur und CD-Hinweise sowie Tipps zur Besichtigung gegeben werden. Besonders schön: Das gesamte Buch ist durchgehend illustriert, vielfältige Abbildungen von Porträts, Skulpturen, Gemälden, Tempeln, Erstdrucken, in den späteren Kapiteln auch Fotos, lockern den Text nicht nur auf, sondern sind für sich genommen äußerst informativ.

Wer also schnell einen Überblick gewinnen will zur Philosophie eines Aristoteles, eines Kant oder zum Existenzialismus eines Jean-Paul Sartre, der bekommt jeweils gut zusammengefasste Artikel über die wichtigsten Gedanken und die Wirkungen der einzelnen Philosophen. Und genau darin liegt die Stärke des Buches: Kompaktes Wissen im handlichen Format, ansprechend aufbereitet und gut lesbar, dazu noch hochwertig verarbeitet (Fadenheftung). Ich würde es besonders auch Schülern und Studenten der Literatur- und Kulturwissenschaften empfehlen, da sie hier wichtiges Grundlagenwissen vermittelt bekommen. Das Buch hat einen hohen Nutzwert und vermittelt viel Freude beim Stöbern und Entdecken. Deshalb 5 Sterne.


Die Kunst des Zeichnens - Menschen: Die große Zeichenschule:  Die große Zeichenschule: praxisnah und gut erklärt
Die Kunst des Zeichnens - Menschen: Die große Zeichenschule: Die große Zeichenschule: praxisnah und gut erklärt
von Walter Foster
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Zeichenschule mit vielfältigem Anschauungsmaterial, 14. November 2010
Wer sich zeichnerisch an den Menschen wagt, sieht sich mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Beim Porträt beispielsweise fällt es wie nirgendwo sonst auf, wenn die Proportionen nicht stimmen, die Augen zu groß oder zu klein erscheinen oder das Ohr in der Seitenansicht an der falschen Stelle sitzt. Zu sehr sind wir im Alltag gewohnt, Gesichter "zu lesen".

Die neue Zeichenschule "Die Kunst des Zeichnens-Menschen" aus dem Frechverlag setzt genau hier an. Sie beginnt mit dem scheinbar schwierigsten Kapitel (Porträt) und zeigt anschaulich und anhand vielfältiger Skizzen und Schema-Zeichnungen wie man eine Porträtzeichnung angehen kann. Neben Studien zu Proportionen, Augen, Nasen, Ohren und Mund werden Porträts von vorne, im Profil und in der Dreiviertelansicht erläutert, jeweils ausgehend von einfachen Skizzen bis zum fertigen Porträt.

Doch in der Zeichenschule steckt noch viel mehr. Und genau das macht sie zu einem wirklich umfassenden Lehrbuch. Denn nach dem Porträtkapitel (bis Seite 91) widmet sich das Buch dem ganzen Menschen und seiner Anatomie in den verschiedensten Körperhaltungen: Sitzend, stehend, laufend, liegend, in Bewegung oder ruhig, in aufrechter Position oder mit optischer Verkürzung, bekleidet und unbekleidet, als grobe Skizze, Schemazeichnung oder als ausgearbeitete Reinzeichnung. Die zwei Kapitel zum Körper ("Dem Menschen auf der Spur" und "Aktzeichnen für Einsteiger") umfassen zusammen etwa 60 Seiten.

Es folgt ein Kapitel "Meisterklasse Porträtieren", in dem Fortgeschrittenen auf etwa 30 Seiten weitere Tipps gegeben werden. Damit nicht genug. Die letzten ca. 50 Seiten widmen sich Cartoons und Comiczeichnungen und geben Beispiele für erste Manga- und Fantasyfiguren.

Die Stärke des Buches liegt in seiner Vielfältigkeit und in seinem gestuften Aufbau. Der Leser wird nicht einfach mit fertigen Meisterzeichnungen konfrontiert, sondern die Zeichnungen werden anhand von drei bis vier Stufen so aufgebaut, dass sie leicht nachvollziehbar und nachzuzeichnen sind. Wenn man das anhand der Vorlagen mehrmals geübt hat, kann man sich an eigene Zeichnungen nach echten Vorbildern/Menschen wagen und diese anhand des Gelernten angehen. Wegen der Fülle des Anschauungsmaterials und der guten Erläuterungen vergebe ich 5 Sterne.


Die großen Reiche: Aufstieg, Blüte und Fall
Die großen Reiche: Aufstieg, Blüte und Fall
von Andrew Taylor
  Gebundene Ausgabe

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswerter Überblick über die großen Reiche der Geschichte, 7. November 2010
Wie erwarben die Spanier eigentlich ihr Weltreich? Welche Reiche bestanden vor ihnen in Südamerika? Welche Konflikte führten zur Spaltung des Islam in Schiiten und Sunniten? Wann endete das Römische Reich? Welche Länder umfasste das British Empire? Wer sich mit Fragen wie diesen beschäftigt, liegt mit dem Buch von Andrew Taylor "Die großen Reiche-Aufstieg, Blüte und Fall" goldrichtig. Taylor vermittelt vor allem spannendes Grundwissen und weltgeschichtliche Zusammenhänge anhand der großen Reiche der Geschichte. Das Buch ist reich bebildert und macht Freude beim Stöbern und Entdecken.

Zum Überblick: Das Buch gliedert sich in 25 Kapitel, von denen 9 Kapitel Reiche besprechen, die in der Antike bestanden (z. B. das Sumerische Reich, das Assyrische Reich, das Achämenidenreich und natürlich das Römische Reich) oder dort ihren Anfang nahmen (wie etwa das Chinesische Reich oder das Byzantinische Reich). 9 Kapitel behandeln mehr oder weniger Reiche des Mittelalters (wie etwa das Omaijadenreich, das Abbasidenreich oder das größte Landreich der Geschichte, das Reich der Mongolen). Die restlichen Kapitel behandeln Reiche der Neuzeit, z. B. die Kolonialreiche von Spanien und Portugal, Indien und das Mogulreich oder auch das Britische Weltreich.

Die Kapitel sind unterschiedlich lang, zwischen 3 Seiten (Reich der Sumerer) bis zu 19 Seiten (Römisches Reich). Das Buch ist durchgehend farbig illustriert, kleine Karten verdeutlichen zudem die geographische Ausdehnung der Reiche. Am Rand sind in jedem Kapitel Zeittafeln eingefügt, die die wichtigsten Daten der Geschichte schlaglichtartig wiedergeben. Wer sich also schnell informieren will, z. B. über das Perserreich (immerhin zwei Jahrhunderte lang der große Konkurrent der Griechen im Osten und mit großem Einfluss auf die europäische Zivilisation), der findet auf 11 Seiten alles Wichtige über die Achämeniden (Persische Dynastie) zusammengefasst.

Die Stärke des Buches liegt vor allem darin, einen Überblick zu vermitteln und anhand der vielfältigen Abbildungen Geschichte erlebbar zu machen. Die Texte sind allgemein gut lesbar, ohne allzu viele Fachbegriffe und daher sehr gut verständlich. Bücher wie dieses gehören eigentlich in jeden Bücherschrank. Komprimierte Darstellung, hoher Nutzwert, ansprechende Abbildungen, hochwertig verarbeitet und mit Freude zu lesen. Deshalb 5 Punkte.


Roy Lichtenstein. Kunst als Motiv
Roy Lichtenstein. Kunst als Motiv
von Gianni Mercurio
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,65

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller Kunstband zu Roy Lichtenstein, 7. November 2010
Viele kennen Roy Lichtenstein (1923-1997) vor allem als ironischen Kommentator von Comic-Kunst: Großformatige, mit Rasterpunkten versehene Gemälde im Cartoonstil, auf denen schmachtende Blondinen stotternde Satzfetzen von sich geben: "M-Maybe he became ill and couldn't leave the studio" gehört dazu oder "Vicki, I-I thought I heard your voice". Dass Lichtensteins Werk viel reichhaltiger ist und er sich intensiv mit Werken anderer Künstler auseinandergesetzt hat, vermittelt dieser prachtvolle Bildband: Roy Lichtenstein-Kunst als Motiv.

Das Buch ist vor allem eine großartige Entdeckungsreise in das eher unbekannte Werk des berühmten Pop-Art-Künstlers. Bei vielen Bildern erkennt man die Vorlage, die sich Roy Lichtenstein genommen hat. Und genau das macht soviel Spaß beim Blättern durch die farbenfrohen Kompositionen. Hier schimmert ein Picasso durch, dort ein Van Gogh und auch Schmidt-Rottluff oder Erich Heckel werden zitiert. Zitiert, wohlgemerkt, nicht etwa abgemalt. Lichtenstein hat sich Vorlagen gesucht und sich inspirieren lassen von Künstlern der klassischen Moderne, aber auch von antiker Kunst, Skulpturen oder Architektur. "How I see it" könnte man als Kommentar unter viele der Werke setzen, die als Vorlage andere Kunstwerke hatten. Denn das kann man bei Lichtenstein vor allem lernen: Das Sehen. Denn seine Pop-Art-Gemälde, die neben Picasso auch von Monet, Matisse, Mondrian, Brancusi und vielen anderen inspiriert sind, sind zwar Zitate, aber doch ganz anders als diese: Er schafft ganz eigene Abstraktionen, zeigt sich als Meister der Bildkomposition und modernisiert damit eindrucksvoll überkommene Formen und Farben.

Zur Übersicht: Das Buch gliedert sich in vier Abschnitte: Bis Seite 100 beleuchten sechs Kunstexperten (darunter Stephan Dietrich, Gianni Mercurio, Demetrio Paparoni u. a.) Leben und Werk Lichtensteins. Diese Texte sind bereits mit vielfältigen Abbildungen und Fotos durchsetzt. Ab Seite 101 folgen etwa 200 Seiten mit hochwertig reproduzierten farbigen Abbildungen von Gemälden (und einigen Skulpturen) Lichtensteins. Im Anhang werden dann auf ca. 50 Seiten Quellen und kunstgeschichtliche Bezüge parallel zu Skizzen und Vorarbeiten aufgeführt, so dass man gut die Entstehung der Werke nachvollziehen kann. Den Abschluss bildet schließlich eine 12-seitige Biografie in Textform mit Fotos aus dem Leben des Künstlers.

Lichtensteins Bilder, selbst solche, die in den Sechziger und Siebziger Jahren entstanden sind, wirken immer noch frisch und äußerst aktuell. Vor allem die vorherrschenden leuchtenden Gelb-, Rot- und Blautöne vermitteln eine heitere Stimmung. Lichtensteins Kompositionen sind äußerst anregend, um neu über Kunst nachzudenken. Nicht umsonst zählt Kasper König (Direktor des Museums Ludwig) Lichtenstein zu den intelligentesten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Absolut empfehlenswert. Bewertung: 5 Sterne.


Die Deutschen von Karl dem Großen bis Rosa Luxemburg
Die Deutschen von Karl dem Großen bis Rosa Luxemburg
von Guido Knopp
  Gebundene Ausgabe

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebendige Darstellung deutscher Geschichte, 1. November 2010
Wer sich 2008 für die ZDF-Serie "Die Deutschen" begeisterte, darf sich nun auf die Fortsetzung der beliebten Reihe freuen. Das bewährte Autorenteam rund um ZDF-Historiker Guido Knopp (mit dabei Stefan Brauburger und Peter Arens) hat zur zweiten Staffel, die ab 14.11.2010 im Fernsehen ausgestrahlt wurde, wieder einen reichhaltig illustrierten Begleitband herausgebracht: Die Deutschen-Von Karl dem Großen bis Rosa Luxemburg. Wesentliche Inhalte, die im ersten Band (und in der ersten Fernsehreihe) ausgespart wurden, werden nun ergänzt. Hier kurz die Themen der zehn Kapitel, die sich schwerpunktmäßig jeweils einer Persönlichkeit widmen und die jeweils etwa 40 Seiten Umfang haben:

1. Karl der Große (ca. 748-814), gilt für viele als "Vater Europas" und wird von Deutschen wie Franzosen als Stammvater betrachtet.
2. Hildegard von Bingen (1098-1179), berühmte Theologin, Visionärin, Heilkundige und Komponistin, gründete Klöster, schrieb Bücher über Heil- und Pflanzenkunde und beeindruckte Kaiser wie Päpste.
3. Es folgt Stauferkaiser Friedrich II (1194-1250), dessen Reich von Sizilien bis zur Nordsee reichte und der auf seinem Kreuzzug ins Heilige Land als einziger Herrscher dieser Zeit Jerusalem ohne Waffengewalt eroberte.
4. Karl IV (1316-1378) schuf mit der "Goldenen Bulle" (1356) einen Modus für die Kaiserwahl, das als eine Art "Grundgesetz" bis zum Untergang des Heiligen Römischen Reiches (1806) gültig blieb.
5. Mit Thomas Müntzer (1489-1525) wird die Epoche der Reformation und des Bauernkrieges beschrieben, in der die kirchliche wie die weltliche Ordnung umgewälzt wurden.
6. August der Starke (1670-1733), Kurfürst von Sachsen, galt als schillerndster Monarch der Neuzeit, vergleichbar nur mit dem französischen Sonnenkönig Ludwig XIV.
7. Karl Marx (1818-1883) beeinflusste den Lauf der Weltgeschichte wie kaum ein anderer Deutscher. Mit seinem Werk "Das Kapital" und mit dem "Kommunistischen Manifest" (zusammen mit Friedrich Engels) lieferte er die Theorie für eine internationale Arbeiterbewegung.
8.Ludwig II (1845-1886), der "Märchenkönig" blieb vor allem für seine Leidenschaften im Gedächtnis, etwa dem Bau prunkvoller Schlösser wie Neuschwanstein oder Herrenchiemsee.
9. Rosa Luxemburg (1871-1919) war politische Aktivistin in einer Zeit, als Frauen in Deutschland noch nicht wählen durften. Sie kämpfte für die Rechte der Arbeiterschaft im Deutschland Kaiser Wilhelms II.
10. Gustav Stresemann (1878-1929), Reichskanzler der Weimarer Republik im Krisenjahr 1923 und späterer Außenminister näherte sich wieder Frankreich an und ebnete dem Deutschen Reich vorerst den friedlichen Weg in die Gemeinschaft der Völker. Mit ihm, dem nahezu vergessenen Friedensnobelpreisträger, endet dieser zweite Band der Reihe "Die Deutschen".

Am unteren Seitenende findet sich im gesamten Buch eine durchlaufende Zeitleiste (von 9 n. Chr. bis 1929), in der wichtige historische Ereignisse schlaglichtartig aufgeführt werden. Auch ein ausführliches Literaturverzeichnis (acht Seiten) und Personen-, Orts- und Sachregister fehlen nicht.

Wie schon im ersten Band ist es dem Autorenteam wieder einmal gelungen, deutsche Geschichte anschaulich und lebendig zu vermitteln. Der Text ist sehr gut lesbar, ohne Fachchinesisch, für jeden gut verständlich und auch ohne Kenntnis der ZDF-Dokumentation für sich alleine nutzbar. Besonders schön: Das Buch ist durchgehend illustriert (farbig und schwarz-weiß). Die vielerlei Abbildungen von historischen Gegenständen, Gemälden, Plastiken, Buchdrucken, Architektur, Stadtansichten, Münzen und Porträts (in den späteren Kapiteln auch Fotos) vermitteln zusätzliche Informationen und lockern den Text noch mal auf. Obendrein sind in fast jedem Kapitel farbige Karten eingefügt, etwa zur politischen Gliederung der jeweiligen Epoche oder zu den Orten der Bauernaufstände.

Insgesamt, wie auch schon der erste Band, ein wunderbares Geschichtsbuch, eines, das man gerne liest, in dem man mit Gewinn stöbert, vielerlei Entdeckungen machen kann und das immer wieder staunen macht über die wechselvolle, reichhaltige Geschichte unseres Landes. Deshalb sind fünf Sterne gar keine Frage.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8