Profil für blubb > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von blubb
Top-Rezensenten Rang: 2.436.474
Hilfreiche Bewertungen: 3

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
blubb "blubb"

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Aftershock
Aftershock
Preis: EUR 8,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großer Wurf mit kleinen Schwächen, 19. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Aftershock (Audio CD)
Wer Motörhead bestellt, bekommt Motörhead. So einfach ist das. Dieses simple Prinzip wird erneut durch den vorliegenden Tonträger bestätigt.

Bei dem Werk handelt es sich um eine konsequente Fortsetzung Cameron Webbs' Konzeptes des "ehrlichen, dreckigen Rock'n'Roll der Marke Motörhead".
Was macht sie erfolgreich? Keine Experimente, keine Überraschungen, kein Tamtam. Und das ist gut so. Motörhead und allen voran Frontfibrom Lemmy ist inzwischen so etwas wie der Fels in der Brandung, der von der Zeit gezeichnet wird. Und dabei seinen Feinschliff erhält.

Dennoch unterscheidet sich das Album zu den meisten anderen. Es ist zur Abwechslung mal abwechslungsreich.

Der Opener "Heartbreaker" eröffnet das Fest mit einem Kaliber der Sorte "Runaround Man" auf dem Album Motörizer. Wunderbarer Kickstart, womit dieses Album direkt an den beiden Vorgängern anknüpft.

Kaum angefixt, wird es schon fast unverschämt. Wozu lange um den heißen Brei rocken, wenn es auch direkt auf die Zwölf geht?!? Und so kann das Trio Infernale mit "Coup de Grace" den Ofen schon mit der zweiten Schippe zum Glühen bringen.

Eine kurze Verschnaufpause gibt es mit "Lost women blues", was zwar zunächst zum Kopf-ins-glas-hängen einlädt, aber dann doch mit ordentlich Schmackes abschließt.

Kaum am Chillen, wird man wieder wachgerüttelt durch den rollenden Brecher "End of time".
Spätestens hier offenbart sich dem geneigten Motörhead die Qualität des Albums in Gänze. Dieser Song und sogleich der darauf Folgende reihen sich stolz in die seit "Inferno" anhaltende kreative Hochphase dieser alten Hasen ein.

"Do you believe" gebärt sich ein wenig wie "Bye, Bye, bitch, bye, bye" oder "Get back in line". Wer hier nicht die Stirn abwechselnd gen Himmel und Erde führt, leidet an Genickstarre.

Kein Motörhead Album ohne einen mittelmäßigen bis schlechten Song. An der Stelle würde ich klar "Death Machine" als jenen welchen benennen. Zündet einfach nicht wirklich und rangiert erst mal als Lückenfüller Nummer eins.

Als nächstes steht "Dust And Glass" auf dem Programm. Definitiv ein klasse Song für diejenigen, die sich auch mit Balladen auseinandersetzen können und wollen. Ich tue das jedenfalls nicht so gerne, schon gar nicht bei Motörhead. Umso überraschender, dass ich inzwischen diesen Titel ins Herz schließen konnte - hat aber einige Tage gebraucht.

Mit "Going To Mexico" werde ich nicht enttäuscht. Kurzweilig, flott, typisch. Fans von Lemmy's Rickenbacker kommen hier auf ihre Kosten. Donnert der doch bei diesem musikalischen Erguss volles Rohr im Einklang mit den Stimmbändern des Bassisten. Großartig!

Im Midtempo geht es mit "Silence When You Speak To Me" weiter, allerding erweist sich der als zweiten Lückenfüller, mit dem ich mich auch einige Durchläufe später nach wie vor nicht anfreunden kann. Das Ding hätte das Reissbrettt nicht verlassen dürfen.

Viel schneller wird's mit "Crying Shame" zwar nicht, dafür kommt aber gute Laune auf. Nette Grooves, und es ist sogar ein Klavier zu hören.

Unbeschreiblich geht es mit Song 11 zur Sache. DEM SONG auf dem Silberling. Als wäre er der "Ace of Spades" entsprungen. Sehr fein hin gerotzt! So muss Technik! Ein echter Meilenstein. Es gibt keine Worte dafür, was diese alten Säcke da auf die Scheibe geklatscht haben. Dieses Stück Motörheadgeschichte verdient den goldenen WasWeißIch.

Es folgt Hausmannskost. Keine Brecher, aber die beiden Stücke haben es aber auch nicht leicht nach dem Knaller in der elften.

"Keep your powder dry" darf man getrost als Lückenfüller drei bezeichnen. Damit ist leider die Chance zum Knalleralbum schlechthin vertan..
"Paralyzed" lässt die etwas bräsige Schlussphase eines ansonsten gelungenen Album würdevoll abschließen.

Fazit: Dank an Lemmy. Auch wenn diesmal die Scheibe (bis jetzt) (und an ganz wenigen Stellen) nicht ganz so rund läuft wie der ein oder andere Vorgänger -
für den Wert eines Fläschchens Bourbon halte ich hier einen Output in Händen, der mich wie fast alle Alben dieses Gespanns den nächsten Winter überstehen lässt.

Die weniger starken Nummern überhören wir galant und die Vierkommazwo Sterne runden wir großzügig auf fünf auf.


Seite: 1