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Lulu "Penny"
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Entstehung von Kernkompetenzen: Eine Evolutionstheoretische Betrachtung (Strategisches Kompetenz-Management)
Entstehung von Kernkompetenzen: Eine Evolutionstheoretische Betrachtung (Strategisches Kompetenz-Management)
von Hanna Fearns
  Taschenbuch
Preis: EUR 49,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein verborgenes Juwel, 5. August 2014
Bei dem besprochenen Buch handelt es sich um eine in 2003 abgegebene Dissertation zum Themenkomplex Unternehmensforschung und Evolutionsökonomik. Es wird darin mit evolutionstheoretischen/ökonomischen Mitteln darzulegen versucht, wie unternehmerische Kernkompetenzen entstehen und sich entwickeln.

Im Rahmen ihrer evolutionstheoretischen Vorgehensweise stützt sich die Autorin evolutionsökonomisch auf drei wesentliche Ansätze, und zwar
1. sehr stark auf: Hannan, Michael T./Freeman, John (1977): The Population Ecology of Organizations
2. deutlich weniger stark auf: McKelvey, Bill/Aldrich, Howard (1983): Populations, Natural Selection, and Applied Organizational Science und
3. wieder ganz wesentlich auf: An Evolutionary Theory of Economic Change (Belknap Press) (was ohnehin zu den Standardwerken der Evolutionsökonomik zählt).
Diese drei Ansätze verbindet sie zu ihrem eigenen Ansatz (ausführlicher erläutert auf den Seiten 157/8).

Als Evolutionstheorie wählt sie nicht die für ihre Belange ungeeignete Darwinsche/Synthetische Evolutionstheorie, sondern die Systemische Evolutionstheorie, allerdings ganz konkret die Systemtheorie der Evolution gemäß Rupert Riedl (siehe etwa Wikipedia für die korrekte Namensgebung), statt der modernen "wirklichen" Systemischen Evolutionstheorie.

Das Ergebnis ist im höchsten Maße aufschlussreich bis verblüffend. Manche Formulierungen und Überlegungen sind dermaßen kongruent zur Beschreibung der "Evolution der Technik" (und damit der Unternehmenswelt) aus dem genannten Buch zur Systemischen Evolutionstheorie, dass man praktisch von einem identischen Ansatz sprechen kann (wie der Autor der Systemischen Evolutionstheorie selbst anmerkt).

Beispielsweise schreibt die Autorin auf S. 144 ihrer Dissertation:
"Übertragen auf die Kompetenzperspektive, stellen Unternehmen mit unterschiedlichen Kompetenzausstattungen die Variationen dar, die miteinander im Wettkampf um knappe Ressourcen aus der Umwelt stehen. Weist ein Unternehmen eine geeignete Kompetenzausstattung auf, dann setzt es sich in diesem Wettbewerb erfolgreich durch und sichert entsprechend sein Fortbestehen. Es unterliegt dem Selektionsmechanismus des Marktes und wird im Erfolgsfall positiv selektiert."

Und weiter auf S. 157: "Will das Unternehmen auch in der nächsten Betrachtungsperiode () erfolgreich sein, so muss es seine Kompetenzen reproduzieren, d.h. auf das entsprechende Wissen zurückgreifen können."

Für Kenner der Systemischen Evolutionstheorie ist das ein deckungsgleicher Ansatz, und zwar inklusive der dabei verwendeten Begriffe.

Dies wirft zugleich eine weitere interessante Frage auf, und zwar nach den Einheiten bzw. Ebenen der Selektion. In evolutionstheoretischen Büchern ist das nicht selten ein zentrales Thema (siehe z. B. Evolution: Grundwissen Philosophie). Für die Evolutionsökonomen evolvieren in diesem Zusammenhang in erster Linie Unternehmen (als Superorganismen) auf Märkten (ihrem Lebensraum). Sehr klar haben dies Nelson und Winter in ihrem Standardwerk formuliert (S. 9):

"Our use of the term evolutionary theory to describe our alternative to orthodoxy also requires some discussion. It is above all a signal that we have borrowed basic ideas from biology, thus exercising an option to which economists are entitled in perpetuity by virtue of the stimulus our predecessor Malthus provided to Darwins thinking. We have already referred to one borrowed idea that is central to our scheme the idea of economic natural selection. Market environments provide a definition of success for business firms, and that definition is very closely related to their ability to survive and grow. Patterns of differential survival and growth in a population of firms can produce change in economic aggregates characterizing that population, even if the corresponding characteristics of individual firms are constant. Supporting our analytical emphasis on this sort of evolution by natural selection is a view of organizational genetics the processes by which traits of organizations, including those traits underlying the ability to produce output and make profits, are transmitted through time."

Dies hat gern übersehene Konsequenzen: Alle nicht systemischen verallgemeinerten Evolutionsansätze (insbesondere die auf Richard Dawkins Memetik beruhenden Ansätze, wie z. B. in Evolution in Natur und Kultur) sind damit gescheitert, weil sie den evolutionstheoretischen Modellierungsanforderungen der Evolutionsökonomik prinzipiell nicht genügen können.

Ich halte das hier besprochene Buch unter anderem deshalb für besonders empfehlenswert, da es den evolutionstheoretischen Ansatz (bzw. den Ansatz der Evolutionsökonomik) mit dem modernen Paradigma der Unternehmensforschung, dem sogenannten Competence-based View (auf dem auch die Systemische Evolutionstheorie beruht) verbindet. Dies ist richtungsweisend. Von einer solchen Herangehensweise und Modellierung könnten sogar umgekehrt wieder die Biologen profitieren.

Dem Buch sei eine weite Verbreitung gewünscht.

Ein Wort noch zum Preis: Das Buch fiel zunächst als Neuerscheinung in irgendeiner Amazon-Kategorie auf. Die Recherche ergab jedoch, dass es sich dabei um die unveränderte Auflage aus 2004 handelt. Aufklärend war schließlich ein Aufdruck auf der letzten Seite des Buchs: "Printed in Germany by Amazon Distribution GmbH, Leipzig". Mit anderen Worten: Der renommierte Springer Verlag lässt (zumindest) vereinzelt vergriffene Bücher in einem On-Demand-Verfahren bei Amazon drucken.

Das ist zwar an sich sehr löblich, wie der konkrete Fall zeigt. Allerdings sollten dann auch die Preise den neuen Möglichkeiten entsprechend angepasst werden. Ich habe dies nicht in die Bewertung einfließen lassen, da die Preispolitik des Verlags nicht der Autorin angelastet werden kann.


25 Jahre Ressourcen- Und Kompetenzorientierte Forschung: Der kompetenzbasierte Ansatz auf dem Weg zum Schlüsselparadigma in der Managementforschung . ... Edition) (Strategisches Kompetenz-Management)
25 Jahre Ressourcen- Und Kompetenzorientierte Forschung: Der kompetenzbasierte Ansatz auf dem Weg zum Schlüsselparadigma in der Managementforschung . ... Edition) (Strategisches Kompetenz-Management)
von Michael Stephan
  Taschenbuch
Preis: EUR 87,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der kompetenzbasierte Ansatz als neues Paradigma in der Unternehmensforschung und -beratung, 5. August 2014
Über viele Jahrzehnte standen Kosten und Nutzen im Zentrum der Unternehmensforschung und -beratung. Typische Managementberater verhielten sich als Cost-Cutter. Dies änderte sich erst durch die richtungsweisende Arbeit Prahalad, C./Hamel G. (1990): "The Core Competence of the Corporation" (in einer deutschen Fassung für den Harvard Manager: "Nur Kernkompetenzen sichern das Überleben"), mit der ein Paradigmenwechsel eingeleitet wurde. Heute fragt der typische Unternehmensberater: Was sind die Kernkompetenzen des Unternehmens. Damit ist im Allgemeinen zwar ebenfalls ein Cost-Cutting verbunden, z. B. indem weniger wichtige Kompetenzen an Dritte ausgelagert werden, dann jedoch eher indirekt. Bei den eigentlichen Kernkompetenzen können die Kosten sogar zeitweise eine absolut untergeordnete Rolle spielen.

Bei dem hier besprochenen Buch handelt es sich um einen Tagungsband zum hochkarätig besetzten 6. Symposium "Strategisches Kompetenz-Management" unter dem genannten Titel/Motto, das vom 23.-25. September 2009 an der Philipps-Universität in Marburg abgehalten wurde.

Die Beiträge können 4 Themenfeldern zugerechnet werden:
- Entwicklung des Kompetenzbegriffs und Herausforderungen der Theoriebildung
- Kompetenzsicherung und Management von (Innovations-)Kooperationen
- Empirische Befunde zum Competence-based View
- Interdisziplinäre Ansatzpunkte und Erweiterungsperspektiven des CBV

Ich interessiere mich aus evolutionstheoretischen bzw. evolutionsökonomischen Gründen in erster Linie für das Thema "Kompetenzen von Evolutionsakteuren" (im konkreten Fall: Kompetenzen der "Superorganismen" Unternehmen), folglich standen für mich bei der Lektüre die Arbeiten zur Theoriebildung im Vordergrund.

Sehr aufschlussreich und äußerst lesenswert dazu der Artikel "Das Elend des Kompetenzbegriffs: Kompetenzkonstrukte in der aktuellen Unternehmenstheorie" von Manfred Moldaschl. Darin heißt es fast schon provokant (S. 37; CBV steht für Competence-based View):

"Die CBV (als Oberbegriff für verschiedene Konzepte) wäre gut beraten, sich auf ihre Kernkompetenz zu besinnen und ernsthafter am Kompetenzbegriff zu arbeiten. (...) Auch theoretisch sind dabei noch genug gewichtige Fragen zu klären. Insbesondere die, wie sich individuelle und kollektive Kompetenzen zu organisationalen bündeln. Dieses Bündeln - ein Schlüsselbegriff der gesamten ressourcenorientierten Tradition - sollte dabei auch konfliktuell konzipiert werden. Nicht jede Akteurskompetenz kommt der Organisation zugute. Mangels eines Akteurs- und Interessenkonzepts fällt es der CBV mehr als schwer, das als Forschungsfrage überhaupt erst einmal aufzuwerfen."

Interessanterweise sieht das die Systemische Evolutionstheorie recht ähnlich: Für sie lässt sich der Kompetenzbegriff nur im Zusammenhang mit einem Interessenbegriff (konkret: den Reproduktionsinteressen in Bezug auf die Kompetenzen) präzisieren. Eine solche Präzisierung dürfte jedoch nicht ausschließlich innerhalb der Managementforschung oder der Biologie gelingen, sondern sie bedarf wohl des Rückgriffs auf die Physik (2. Hauptsatz der Thermodynamik) und die Systemtheorie.

Ist dies aber einmal geschehen, dann lassen sich sogar weitere Fundamentalerkenntnisse der Ökonomie von Kosten/Nutzen auf Kompetenzen umstellen, zum Beispiel Ricardos Theorem (von komparativen Kostenvorteilen auf Kernkompetenzen) und die Becker'sche ökonomische Theorie der Fertilität (ebenfalls von Opportunitätskosten auf Kompetenzen). Hierdurch können zum Teil allgemeinere und tiefere Erkenntnisse gewonnen werden, wie im bereits zitierten Buch aufgezeigt wird.

Als ebenfalls sehr lesenswert empfand ich den Artikel "Ressourcen, Verfügungsrechte und Innovationen als Determinanten verteidigungsfähiger Wettbewerbsvorteile: Ansatzpunkte zur Integration des Innovations- und Verfügungsrechtemanagements in das Ressourcen- und Kompetenzmanagement" von Wolfgang Burr und Torsten Frohwein. Die Akzeptanz von Verfügungsrechten macht aus Sicht der Systemischen Evolutionstheorie den Unterschied zwischen Zivilisation und Wildnis aus. In der Natur etablierte sie sich erstmalig im Zusammenhang mit der sexuellen Selektion, als die Männchen damit begannen, die Verfügungsrechte der Weibchen an ihren Fortpflanzungsressourcen zu akzeptieren. Seitdem waren sie gezwungen, beispielsweise Gesangskompetenzen aufzubauen und weiterzuentwickeln, um das Gefallen der Weibchen zu finden.

Die exakt gleichen Strukturen wirken noch heute auf allen modernen Märkten, nur dass jetzt nicht mehr Männchen um Weibchen buhlen, sondern Unternehmen um Kunden zwecks Erlangung von Ressourcen, die sie zur Reproduktion ihrer Kompetenzen benötigen. Eine Integration eines Verfügungsrechtemanagements in das Ressourcen- und Kompetenzmanagement dürfte deshalb aus evolutionsökonomischer Sicht ungemein viel Sinn machen.

Gleichfalls sehr interessant war der Artikel "Kompetenzmanagement live! Entwicklungskompetenz als Metakompetenz für Unternehmen - eine empirische Untersuchung" von Hanna Fearns und Martina Schott, in der der in Entstehung von Kernkompetenzen: Eine Evolutionstheoretische Betrachtung von Hanna Fearns entworfene evolutionäre Kompetenzmanagementansatz weiter entwickelt wird.

Aber auch die meisten anderen Artikel scheinen mir von großer Qualität und je nach Interessenlage sehr lesenswert zu sein, wie eine erste Sichtung ergab.

Ein Wort noch zum Preis: Ich halte solche Preise für problematisch, da sie viele potenzielle Interessenten von der Lektüre abhalten (und von wissenschaftlichen Erkenntnissen ausschließen). Die einschlägigen Verlage sollten sich hier eine andere Strategie überlegen.


The Accidental Species: Misunderstandings of Human Evolution
The Accidental Species: Misunderstandings of Human Evolution
von Henry Gee
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessant, aber auch ziemlich akademisch, 5. August 2014
Insgesamt habe ich das Buch mit Gewinn gelesen. Es stellt viele Aspekte der Evolution des Lebens in den Vordergrund, die in zahlreichen Abhandlungen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Dazu gehört beispielsweise der zwischen verschiedenen Arten vorzufindende Mutualismus, in dessen Verlauf gegebenenfalls Spezialisierungen mit dem Verlust von vormaligen Fähigkeiten einhergehen. Ganz entsprechend gehörte das Kapitel 3 "Losing It" für mich zu den stärksten des gesamten Buches.

Das gleiche gilt für die Einschätzung des Autors zur Bedeutung der Fossilien und sogenannter "Missing Links". Selbstverständlich haben und hatten die Fossilien eine große Bedeutung für das Verständnis der Evolution. Beispielsweise können wir heute nur aufgrund der gefundenen Fossilien wissen, dass es T-Rex einmal gab und in welcher erdgeschichtlichen Epoche er gelebt hat. Die Evolution an sich ist aber längst eine solche Tatsache, dass die oftmals geforderten Missing Links (bzw. das Schließen angeblicher "Fossillücken") für die Validation der Evolution nicht mehr zwingend benötigt werden.

Interessant fand ich auch seine Auslassungen über die Interpretierbarkeit vieler Fossil-Funde. Oft scheint man aus einer kleinen Schädeldecke und ein paar weiteren Knochen "kreativ" eine ganz neue Spezies zu konstruieren. Vieles von dem, was er schreibt, zeigt nur einmal mehr, dass Wissenschaft von Wissenschaftlern betrieben wird, die eigene Interessen (und den eigenen Erfolg) verfolgen. Wie auch immer: Das Kapitel 4 "The Beowulf Effekt" gehörte für mich ebenfalls zu den stärksten des Buches.

Störend empfand ich dagegen die ständigen Botschaften, die der Autor ganz nebenbei unterzubringen versucht. Da ist einerseits die Rede von schädlichen Vorstellungen zur angeblichen evolutionären Höherentwicklung, der Darwin noch skeptisch gegenüber stand, und die maßgeblich das Werk von Karl Ernst von Baer und Ernst Haeckel sei (37):

"It is this Haecklian bastxxdization of natural selection that's responsible for (...) the engine that drives evolution forward, from simplicity to complexity, in a series of Ciceronian maneuvers with a definite beginning and a culmination in Man ..."

Die "culmination in Man" ist der andere Punkt, den er zu widerlegen versucht, und dem er fast die gesamte zweite Hälfte des Buches widmet.

Die Argumente, die er dabei vorträgt, sind letztlich denkbar schwach. Gee nähert sich dem Thema aus der Sicht eines Hardcore-Biologen, der ein Lebewesen ausschließlich anhand seiner genetisch vermittelten Merkmale und Fähigkeiten beurteilt. Dies führt zu sonderbaren Einschätzungen und Einsichten (155):

"If language isn't uniquely human, either in its function or its complexity, what about writing, the recording of language in symbolic form outside the body, such that it can be preserved and disseminated for more widely than spoken language ever can? (...)
Isn't writing - and, by extension, the power of writing to address many people at once - the key to the current domination of the earth by humans? Well, perhaps. Except that many animals use such extracorporeal forms of communication, and many animals have little in the way of language, and perhaps less of brains. One thinks of the pheromone trails of ants, or the uxxne trails of voles - and these are just two examples of extracorporeal communication and reporting that we know about."

Und an anderer Stelle (156):
"The dogs are trading information about who's who, who's been around, who has said what to whom, and, perhaps most of all, their state of health. We humans do it through vision, language, and sound - dogs do it through smell. The modality is different, but the end result is just the same."

Diese Äußerungen sind an Fragwürdigkeit und Fachbeschränktheit kaum mehr zu überbieten.

Das Besondere an der Schrift des Menschen ist nicht, dass man damit Informationen an viele andere Menschen verteilen kann, sondern dass der Mensch mit ihr - und darin ist er in der Natur absolut einzigartig - eine eigene über die DNA und das Gehirn hinausreichende Kompetenzerhaltungsebene erfand, in der Wissen gespeichert, repliziert und modifiziert (und damit evolviert) werden kann.


Die Gödel'schen Unvollständigkeitssätze: Eine geführte Reise durch Kurt Gödels historischen Beweis
Die Gödel'schen Unvollständigkeitssätze: Eine geführte Reise durch Kurt Gödels historischen Beweis
von Dirk W. Hoffmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,95

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz hervorragend, 5. August 2014
Obwohl Mathematik gewiss nicht eine meiner größten Stärken ist, hat mich das Buch sehr begeistert, und zwar vor allem aufgrund von drei Stärken:
- Aufbau
- Genauigkeit
- Didaktik

Als sehr hilfreich fand ich beispielsweise das Kapitel 2 "Die formalen Grundlagen der Mathematik", wo mir erstmalig schlüssig dargestellt wurde, wie die Mathematik zu ihrem heutigen Formalismus bzw. ihrer Sprache kam und welche Zwischenschritte und teilweise auch Irrungen und Wirrungen dazu erforderlich waren. Ohne einen solchen Formalismus wären die Gödel'schen Sätze beispielsweise überhaupt nicht formulierbar gewesen. Ich habe in diesen Abschnitten sehr viel dazu gelernt.

Mindestens genauso hilfreich war die durchgehend sehr präzise und auch vollständige Darstellung. Nirgendwo hatte ich das Gefühl, dass da noch ein paar Zwischenschritte fehlen, über die ich mal wieder elegant hinwegsehen muss, oder dass alles sowieso zu kompliziert ist. Wer sich Zeile für Zeile durch das Buch wühlt und sich wirkliche Mühe gibt, hat - anders als etwa bei Gödel, Escher, Bach: ein Endloses Geflochtenes Band - meiner Meinung nach selbst als Nicht-Hauptfach-Mathematiker gute Chancen, die Gödel'schen Sätze zu verstehen. Hinzu kommt, dass das Buch ganz hervorragend lektoriert ist. Ich bin kaum einmal über Fehler gestolpert (eine seltene Ausnahme: Auf S. 28 oben heißt es "Die Korrektheit und die Widerspruchsfreiheit sind Begriffe, die einen Zusammenhang zwischen der syntaktischen und semantischen Ebene herstellen." Hier hätte es meiner Meinung nach "Die Korrektheit und die Vollständigkeit ..." heißen müssen. Ich habe sicherheitshalber Sheldon um Rat gefragt, und selbst er hat gemeint, dass ich trotz meiner minderwertigen Schulbildung und zu seinem allergrößten Erstaunen in diesem Punkt ausnahmsweise einmal recht haben könnte...).

Schließlich: Das Buch ist auch didaktisch gut verfasst: Zahlreiche gut gemachte Beispiele und Abbildungen unterstützen den Lernprozess, zumal die ständigen direkten Vergleiche mit Gödels ursprünglicher Beweisführung sehr hilfreich und gelungen sind. Man erfährt ganz nebenbei, wie Gödel seinen Beweis selbst verfasst hat. Der Untertitel "eine geführte Reise" trifft es deshalb sehr gut.

Wer sich für die bedeutsamen und über die Mathematik hinausreichenden Gödel'schen Resultate interessiert und es ausnahmsweise einmal ganz genau wissen möchte, dem kann ich das Buch ans Herz legen.


Chaos und Kosmos: Prinzipien der Evolution
Chaos und Kosmos: Prinzipien der Evolution
von Werner Ebeling
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochinteressantes Buch zu Selbstorganisation und Evolution, 5. August 2014
Das Buch umfasst textlich ca. 230 Seiten und untergliedert sich in die Kapitel:
1. Zum Weltbild der Physik
2. Zeit, Komplexität und Strukturbildung
3. Selbstorganisation und Evolution
4. Information und Wert
5. Evolution des Kosmos und der Erde
6. Evolution des Klimas
7. Evolution des Lebens
8. Evolution der Vielzeller
9. Evolution der Gesellschaft
10. Entropie, Ordnung und Komplexität
11. Synergetik der Evolution
12. Synopsis der Evolution

Das Kernthema ist also im Grunde Evolution. Der Abschnitt 11.2 besitzt sogar den Titel "Elemente einer synergetischen Evolutionstheorie".

Im Vordergrund stehen allerdings Prozesse, die auf (physikalischer) Selbstorganisation beruhen. Es ist vorwiegend aus dem Blickwinkel des Thermodynamikers geschrieben. Sein Schwergewicht (und Haupterklärungsgehalt) besitzt das Buch für mich deshalb im Bereich der kosmologischen/physikalischen Evolution bis hin zum Kapitel 6 "Evolution des Klimas". All das ist sehr lehrreich und auch nachvollziehbar. Ich habe die Kapitel mit großem Gewinn gelesen. Ähnliches gilt für Kapitel 7 "Evolution des Lebens", in dem die chemische/präbiotische Evolution bis hin zu den ersten lebenden Zellen im Vordergrund steht.

Als weniger gelungen empfand ich die Abschnitte über die Evolution der Vielzeller und der Evolution der Gesellschaft, wenngleich auch sie viele interessante Aspekte diskutieren. Allerdings glaube ich, dass diese Evolutionen primär auf Information/Wissen beruhen und deshalb anders modelliert und beschrieben werden sollten. Dies ist jedoch meine persönliche Meinung zum Thema.

Im letzten Abschnitt 12.2 "Gibt es Gebote für die Gestaltung der Zukunft" werden einige Vorschläge zur "Rettung der Zukunft" gemacht. Ganz gleich, ob man die physikalische Selbstorganisation oder eine Selbstorganisation, die auf kollektiver absoluter und komparativer Kompetenzverlustvermeidung beruht, als den eigentlichen evolutionären Antrieb ansieht, man wird wohl zu ganz ähnlichen Zukunftseinschätzungen und vermutlich auch Maßnahmenkatalogen kommen, wie es die beiden Autoren tun. Bei Ebeling und Feifel lauten sie u. a. so (233):

"Aus der Sicht der vorstehenden Betrachtungen erfordern 'wünschenswerte Zukünfte'
- eine eingeschränkte Selbstorganisation und kontrollierte Instabilität,
- Diversität der Arten und Bewegungsformen, Denk- und Lebensweisen,
- Selbstbeschränkung der thermodynamischen und ökologischen Kosten,
- Kreativität, Innovativität und Toleranz,
- Rücksicht auf die Interessen künftiger Generationen."

Das Problem solcher Aufstellungen ist, dass sie individuellen/kollektiven Interessen zuwiderlaufen, die Ausdruck des eigentlichen evolutionären Grundantriebs (der absoluten und komparativen Kompetenzverlustvermeidung) sind. Ihr eigentliches Problem dürfte also die globale Durchsetzbarkeit sein.


Komplexe Strukturen: Entropie und Information
Komplexe Strukturen: Entropie und Information
von Jan Freund
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 54,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für das Thema Entropie und Information fast alternativlos, 5. August 2014
Wer sich für das Thema Entropie und Information und deren Zusammenspiel (auch im evolutionären Zusammenhang) interessiert, für den dürften die Bücher von Werner Ebeling (mitunter zusammen mit Rainer Feistel) fast alternativlos sein. Auch das hier besprochene Buch habe ich mit großem Gewinn gelesen, wenngleich sein Inhalt nicht immer einfach ist und mitunter erhebliche Ansprüche an die physikalischen und mathematischen Vorkenntnisse stellt. Wenn mich ein Teilthema weniger interessierte, habe ich folglich die Seiten eher überflogen und die Formeln als richtig angenommen.

Nicht ganz gelungen schienen mir die Abschnitte zur Evolution der Informationsverarbeitung und den dargestellten Agentenmodellen. Die Ergebnisse (z. B. S. 75: "Wir stellen also, zumindest im Rahmen des diskutierten Modells, im Langzeit-Limit kein Wachstum der kollektiven Information fest, sondern eine Substitution von Information: für das, was wir dazugewinnen, verlieren wir gleichzeitig alte Anteile. (...) Ein 'Fortschritt', der sich quantitativ messen ließe, kann aus diesem Prozess nicht abgeleitet werden (...).") empfand ich stellenweise als unbefriedigend, jedenfalls unter dem Gesichtspunkt der Evolution. Der Grund liegt meiner Meinung nach wesentlich darin, dass sich in den dargestellten Agentenmodellen nur die Verarbeitungsinformation ändert, nicht aber die Programme (die funktionale, algorithmische Information in den Worten der Autoren). Genau darauf setzt aber die wirkliche Evolution an. Deshalb konnten meiner Ansicht nach auch nicht die auf den Seiten 61ff. aufgelisteten und beschriebenen Probleme des pragmatischen Informationskonzeptes aufgelöst werden.

Doch was soll's? Das ganze Thema ist dermaßen komplex, dass man um jede ernsthafte, vertiefende, konsistente (und nicht spekulative !) Erörterung dankbar ist. Der Vorteil dieses Buches ist es, dass es an das Thema ernsthaft, konsistent und nicht spekulativ herangeht.


Nachfülltinte 1549 AUTOMATIC REFILL für Textliner 48 REFILL, Inhalt: 30 ml, gelb Leuchtfarbe gelb Inhalt 30 ml
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4.0 von 5 Sternen Gut, bei der Anlieferung aber auf Versionen achten, 5. August 2014
Das Faber-Castell Refill-System funktioniert einfach und zuverlässig. Man kann damit ganz leicht seinen Textliner mit der entsprechenden Farbe (in diesem Fall Gelb) auffüllen. Dies spart nicht nur Kosten, sondern tut auch noch der Umwelt gut.

Allerdings hat Faber-Castell ein ziemliches Chaos bei den Refills angerichtet, wie ich finde. Es gibt sie nämlich in einer älteren Darreichung (Kreisrunde Dose, 25 ml Inhalt) und einer neueren (optisch kleinere, rechteckige Dose, 30 ml Inhalt!). Beide Darreichungen besitzen die gleiche Faber-Castell Artikel-Nummer (154907 im konkreten Fall).

In der Produktbeschreibung auf dieser Seite heißt es: 30ml, die abgebildete Dose ist rechteckig, d.h. es wird die neuere Darreichung beschrieben. Zugesendet bekam ich jedoch die ältere Darreichung mit 25ml. Man sollte also zunächst prüfen, was man zugesendet bekommen hat.

Der Refill funktioniert - wie angegeben - bei verschiedenen Textliner-Typen, insbesondere dem allgemeinen Standard Faber-Castell 1548 (TEXTLINER 48) und dem Grip Faber-Castell 154304 - (TEXTLINER 1543).

Insgesamt bin ich mit dem Produkt sehr zufrieden. Es tut genau das, was ich von ihm erwartet hatte. Gemäß Herstellerangaben reichen 30 ml für mindestens 8 Nachfüllungen. So weit bin ich allerdings noch nicht, um es bestätigen zu können.


Nachfülltinte 1549 AUTOMATIC REFILL für Textliner 48 REFILL, Inhalt: 30ml, orange Leuchtfarbe orange Inhalt 30 ml
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Wird angeboten von baumgarten-büromarkt Preise inkl. MwSt.
Preis: EUR 6,33

4.0 von 5 Sternen Gut, aber bei der Anlieferung auf Versionen achten, 5. August 2014
Das Faber-Castell Refill-System funktioniert einfach und zuverlässig. Man kann damit ganz leicht seinen Textliner mit der entsprechenden Farbe (in diesem Fall Orange) auffüllen. Dies spart nicht nur Kosten, sondern tut auch noch der Umwelt gut.

Allerdings hat Faber-Castell ein ziemliches Chaos bei den Refills angerichtet, wie ich finde. Es gibt sie nämlich in einer älteren Darreichung (Kreisrunde Dose, 25 ml Inhalt) und einer neueren (optisch kleinere, rechteckige Dose, 30 ml Inhalt!). Beide Darreichungen besitzen die gleiche Faber-Castell Artikel-Nummer (154915 im konkreten Fall).

In der Produktbeschreibung auf dieser Seite heißt es: 30ml, die abgebildete Dose ist rechteckig, d.h. es wird die neuere Darreichung beschrieben. Zugesendet bekam ich jedoch die ältere Darreichung mit 25ml. Man sollte also zunächst prüfen, was man zugesendet bekommen hat.

Der Refill funktioniert - wie angegeben - bei verschiedenen Textliner-Typen, insbesondere dem allgemeinen Standard Faber-Castell 1548 (TEXTLINER 48) und dem Grip Faber-Castell 154304 - (TEXTLINER 1543).

Insgesamt bin ich mit dem Produkt sehr zufrieden. Es tut genau das, was ich von ihm erwartet hatte. Gemäß Herstellerangaben reichen 30 ml für mindestens 8 Nachfüllungen. So weit bin ich allerdings noch nicht, um es bestätigen zu können.


Faber-Castell 154928 - Refill für Textliner 1543, 1546 und 1548,  pink
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Wird angeboten von itenga GmbH
Preis: EUR 3,33

5.0 von 5 Sternen Gut, aber bei der Anlieferung auf Version achten, 5. August 2014
Das Faber-Castell Refill-System funktioniert einfach und zuverlässig. Man kann damit ganz leicht seinen Textliner mit der entsprechenden Farbe (in diesem Fall Pink) auffüllen. Dies spart nicht nur Kosten, sondern tut auch noch der Umwelt gut.

Allerdings hat Faber-Castell ein ziemliches Chaos bei den Refills angerichtet, wie ich finde. Es gibt sie nämlich in einer älteren Darreichung (Kreisrunde Dose, 25 ml Inhalt) und einer neueren (optisch kleinere, rechteckige Dose, 30 ml Inhalt!). Beide Darreichungen besitzen die gleiche Faber-Castell Artikel-Nummer (154928 im konkreten Fall).

In der Produktbeschreibung auf dieser Seite heißt es: 30ml, die abgebildete Dose ist rechteckig, d.h. es wird die neuere Darreichung beschrieben. Zugesendet bekam ich jedoch die ältere Darreichung mit 25ml. Man sollte also zunächst prüfen, was man zugesendet bekommen hat.

Der Refill funktioniert - wie angegeben - bei verschiedenen Textliner-Typen, insbesondere dem allgemeinen Standard Faber-Castell 1548 (TEXTLINER 48) und dem Grip Faber-Castell 154304 - (TEXTLINER 1543).

Insgesamt bin ich mit dem Produkt sehr zufrieden. Es tut genau das, was ich von ihm erwartet hatte. Gemäß Herstellerangaben reichen 30 ml für mindestens 8 Nachfüllungen. So weit bin ich allerdings noch nicht, um es bestätigen zu können.


Lavera Zahncreme, 2er Pack (2 x 75 ml)
Lavera Zahncreme, 2er Pack (2 x 75 ml)
Preis: EUR 3,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Zahncreme, 5. August 2014
Ich benutze die Lavera Zahncreme nicht ausschließlich, aber in der Zwischenzeit überwiegend. Nach dem Putzen hinterlässt sie ein sehr angenehmes, sauberes und gesundes Gefühl auf den Zähnen und dem Zahnfleisch. Alles fühlt sich irgendwie gekräftigt an.
Sie schäumt nicht ganz so stark, wie es zum Teil andere Marken tun, aber vollkommen ausreichend (und vielleicht sogar vorteilhafter) wie ich finde. Der Geschmack ist eher neutral, aber durchaus angenehm. Als Erwachsene gewöhnt man sich schnell daran, Kinder vielleicht weniger.
Allerdings besitzt die Zahncreme vermutlich weniger Zusätze zur Zungen- und Mundhöhlendesinfektion, wie es anderswo vorzufinden ist. Dafür gibt es aber mittlerweile ohnehin ganz hervorragende Mundspülungen, die immer stärker in das angestammte Geschäftsfeld der Zahncremes vordringen, sodass man sich manchmal schon fragt: Wofür Zahncreme? Zahnseide und Mundspülung tun es oftmals ersatzweise auch.


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