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Petzi (München)

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Die Shakespeare-Schwestern: Roman (insel taschenbuch)
Die Shakespeare-Schwestern: Roman (insel taschenbuch)
von Eleanor Brown
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein außergewöhnliches und schönes Buch, 10. Juni 2012
Rosalind, Bianca und Cordelia sind drei Schwestern, die von ihrem exzentrischen Vater nach Shakespeare-Figuren benannt wurden. Alle drei verbindet die Liebe zum Lesen, darüber hinaus könnten sie jedoch nicht unterschiedlicher sein. Rose ist die Vernünftige, die den Mann ihrer Träume gefunden hat, aber immer in der Nähe der Eltern und in ihrer Heimatstadt blieb. Bean, die in New York ein Leben in Glanz und Glamour führt dabei gänzlich versagt hat und Cordy, das Nesthäkchen, das nicht erwachsen werden will, mit dem Rucksack umher zieht und schließlich auch noch schwanger wird.
Als ihre Mutter an Brustkrebs erkrankt, kehren Rose, Bean und Cordy nach Hause zurück. Die anfängliche Freude über das Wiedersehen währt nur kurz, denn die unterschiedlichen Lebensvorstellungen der temperamentvollen Schwestern prallen schon bald aufeinander. Und als nach und nach die gut gehüteten Probleme der jungen Frauen ans Tageslicht kommen, wird die familiäre Harmonie auf eine harte Probe gestellt.

Dieses Buch hätte ich ohne die dazugehörige Leserunde auf Lovelybooks wohl so nie gelesen. Es handelt sich dabei um ein Buch das eine Familiengeschichte auf eine sehr schöne Art und Weise erzählt und oft auch zum Nachdenken anregt.

Rose, Bean und Cordy sind drei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die dennoch viel verbindet, was den Lesern im Lauf der Handlung sehr bewusst wird. Als die Mutter der dreien an Brustkrebs erkrankt, kehren alle nach Hause zurück und das Leben aller wird umgekrempelt und hinterfragt.

Der Erzählstil in diesem Buch ist anfangs etwas ungewöhnlich, da immer eine der Schwestern die Handlung erzählt ohne das der Leser so wirklich weiß, wer von den dreien es gerade ist. Daran hab ich mich jedoch schnell gewöhnt und es ist auch ein Punkt, der dieses Buch zu etwas besonderem macht. Was mir persönlich nicht gefallen hat, ist die Tatsache das der Vater mit seinen Antworten fast ausschließlich Shakespeare zitiert. Viele sagen, es wäre das besondere am Buch, mich allerdings haben Zitate wie "Bin ich ein Narr, ein ganz armsel'ger Knecht." am Ende eher genervt. Somit der einzige negative Punkt.

Dennoch ist die Geschichte um diese Familie eine Geschichte die sehr schön zu lesen ist. Das es in diesem Buch auch noch um die Liebe zur Literatur und den Büchern geht, ist für einen Büchernarr wie mich natürlich ein weiteres Plus. Ein besonderes Zitat für jeden Leser gibt es in diesem Buch auch und jeder der es lesen wird, wird sofort wissen was gemeint ist. Das die Familie aufgrund der Erkrankung der Mutter aber nicht zerbricht, sondern noch stärker zusammen wächst und in der schwierigen Zeit auch den Humor nicht ganz verliert, ist sehr bemerkenswert. Dieses Buch lebt durchweg von der schönen Erzähl- und Schreibweise der Autorin und den einzelnen Charakteren.

Fazit: Ein außergewöhnliches und schönes Buch, das mich gefesselt und verzaubert hat. Die Schreibweise der Autorin war angenehm lesbar und einzelnen Charaktere durchweg auf ihre Art sympathisch.


Stirb
Stirb
von Hanna Winter
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannender Thriller, 3. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Stirb (Taschenbuch)
Lara Simons hat es gerade geschafft. Sie hat sich von ihrem Partner getrennt und sich von allem Geld das noch übrig war, den Traum eines eigenen Cafes in Berlin erfüllt. Doch nach der Eröffnungsfeier, wird sie mitten in der Nacht brutal überfallen und entkommt in letzter Sekunde. Was Lara jedoch nicht weiß: Der Täter kennt sie von früher. Und noch besser kannte er ihre Mutter.
Als es dem Täter gelingt ein zweites Mal in ihre Nähe zu kommen, willigt Lara ein ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen zu werden um mit ihrer Tochter auf der Insel Rügen unter neuer Identität ein neues Leben zu beginnen. Doch der Killer findet sie wieder und das auf eine Art und Weise, die sich niemand zu träumen wagt. Lara hat jedoch gelernt um alles was ihr lieb ist zu kämpfen - auch um ihr Leben...

Im letzten Jahr habe ich "Die Spur der Kinder" gelesen, den ersten Thriller der Autorin Hanna Winter und wusste sofort, dass dies eine Autorin sein wird von der ich noch mehr lesen will.

Und auch "Stirb" hat mich, bis auf kleine Schwächen, wieder absolut begeistert. Gerade einmal fünf Stunden habe ich für dieses Buch gebraucht, denn ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Gleich von Beginn ist der Leser hier in einer spannenden Geschichte gefangen und verfolgt den brutalen Überfall des Trancheur auf eine Krankenschwester und später auf Lara selbst. Kurz bevor Lara mit ihrer Tochter Emma ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen wird, schlägt der Killer noch einmal zu und verwundet Emma schwer.

Dann befinden wir uns sechs Jahre später auf der Insel Rügen und die Ereignisse prasseln nur so auf den Leser ein. Winter schreibt flüssig, spannungsgeladen, rasant und ohne unnötige Nebensätze die, die Geschichte nur verschachteln. Die von Angst erfüllte Atomsphäre wird direkt greifbar und der Leser kann sich gut in Lara Simons hineinversetzen. Man wird von einer falschen Fährte in die nächste gelockt und lange Zeit ist überhaupt nicht klar, wer denn jetzt der Killer ist. Selbst als dieser schon feststeht, gibt es nochmals eine interessante Wendung. Hier gibt es jedoch einen Punkt Abzug für mich, weil ich denke das dieses Ende doch ein wenig dick aufgetragen ist.

Dennoch kann ich diesen Thriller und auch die Autorin Hanna Winter jedem Thrillerfan absolut empfehlen. Unbedingt lesen!

Fazit: Ein spannungsgeladener Thriller, der von der ersten Seite an fesselt und begeistert. Für Thrillerfans eine absolute Empfehlung.


Jeden Tag, jede Stunde: Roman
Jeden Tag, jede Stunde: Roman
von Natasa Dragnic
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jeden Tag, jede Stunde füreinander bestimmt, 3. Juni 2012
"André ist lieb und nett, und sie liebt ihn auch, sicher, irgendwie, aber auch nicht richtig, und was spielt das für eine Rolle, dass sie schon vier Jahre zusammen sind, immer ist alles möglich, das Leben ist doch voller Überraschungen..."

Luka und Dora sind zwei die schon seit dem Kindergarten vereint sind. Die beiden gehören zusammen, das sieht jeder und das weiß jeder. Sie verbringen wunderschöne Sommertage in einem kleinen kroatischen Fischerdorf miteinander. Doch dann zieht Doras Familie eines Tages nach Frankreich und Luka bleibt allein zurück. Sechzehn Jahre später treffen sie sich als Mittzwanziger zufällig in Paris wieder und die alte Vertrautheit ist sofort zurück und sofort ist klar, dass beide zusammen gehören. Drei glückliche und verliebte Monate folgen, aus denen ein gemeinsames Leben werden soll. Jetzt endlich, als sie wieder vereint sind. Nur ganz kurz will Luka zurück nach Kroatien um Familienangelegenheiten zu regeln und ein paar Dinge in Ordnung zu bringen, während Dora sehnsüchtig auf seinen Anruf wartet. Doch sie wartet vergeblich...

Wer hier eine total kitschige Liebesgeschichte erwartet ist auf jeden Fall an der falschen Adresse. Dieses Buch ist die Liebesgeschichte von zwei Menschen, die eigentlich "Jeden Tag, jede Stunde" zueinander gehören, es aber immer wieder verpassen die richtige Entscheidung zu treffen.

Luka und Dora sehen sich das erste Mal im Kindergarten und sofort gibt es da eine Anziehung zwischen beiden, die sich keiner erklären kann. Ob das im Kindergarten wirklich so passiert, sei dahingestellt. Es passt allerdings gut zu der Geschichte der beiden. Ab diesem Zeitpunkt, sind die beiden unzertrennlich und verbringen mehrere glückliche Sommer zusammen in Kroatien. Bis eines Tages Doras Familie ganz überstürzt nach Frankreich aufbricht und ein gebrochener, trauriger Luka zurück bleibt. Luka ist Künstler und malt leidenschaftlich gerne. Die Kunst bringt in dann sechzehn Jahre später zu einer Ausstellung nach Paris, auf der er Dora wieder trifft. Die alte Vertrautheit ist sofort wieder da und es ist, als wären sie nie getrennt gewesen. Luka bleibt für drei Monate bei Dora, sie schwelgen im Glück, sind verliebt und planen die gemeinsame Zukunft. Eigentlich nur kurz kehrt Luka nach Kroatien zurück und kommt nie wieder. Nicht, weil er Dora nicht lieben würde, sondern weil seine Exfreundin Klara ein Kind von ihm erwartet. Er ist verzweifelt, weil er sich doch so sehr nach Dora sehnt. Der einzigen Frau, die er je wirklich geliebt hat. Gleichzeitig will er vernünftig sein und dem ungeborenen Kind eine intakte Familie schenken. So entscheidet er sich, bei Klara zu bleiben und Dora zu vergessen, auch wenn er das so nie kann.
Als Dora ihm schließlich nach Kroatien nachreist um ihn zu suchen, kommen die alten Gefühle sofort wieder hoch. Die beiden beginnen dort, wo sie in Frankreich aufgehört haben. Jeder sieht, das beide zueinander gehören. Doch Luka schafft es nicht, sich von Klara zu trennen.

So verfolgt man als Leser eine tragische Liebesgeschichte, bei der sehr klar ist das Dora und Luka füreinander bestimmt sind, ihrem Glück aber ständig davon laufen. Sehr gerne würde man als Leser in die Handlung springen und beide auf den rechten Weg weisen.

Eine sehr schön geschriebene Geschichte, voller Poesie und voller schöner Zitate. Der Schreibstil der Autorin mag anfangs vielleicht gewöhnungsbedürftig sein, abgehackt und kurz. Aber nach kurzer Eingewöhnung merkt man schnell, dass diese Art zu schreiben zum Buch passt und die Handlung durch die teilweise kurzen Sätze noch schneller voran getrieben wird. Wunderschön auch die Zitate von Pablo Neruda ("Zwei Liebende im Glück kennen weder Ende noch Tod,/ solange sie leben, werden sie vielfach geboren und sterben, / in ihnen wirkt Natur in ihrer Ewigkeit. S.216) die von der Autorin an den richtigen Stellen eingefügt wurden.

Fazit: Natasa Dragnic ist mit "Jeden Tag, jede Stunde" ein faszinierendes, sehr gefühlvolles Buch gelungen, dass man in einem Rutsch durchlesen kann und von dessen Sprache und Inhalt man begeistert sein wird. Für Leser der Gegenwartsliteratur ein Muss.


Raum: Roman
Raum: Roman
von Emma Donoghue
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Tragische Erzählung über eine grauenvolle Tat, 27. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Raum: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Heute bin ich fünf. Als ich gestern in Schrank eingeschlafen bin, war ich noch vier."

Auch seinen fünften Geburtstag feiert Jack im Raum. Raum - das ist sein Zuhause und der einzige Ort, den er seit seiner Geburt gesehen hat. Raum hat eine verschlossene Türe, ist zwölf Quadratmeter groß, hat ein Oberlicht und einen Fernseher. Dort wurde er geboren und dort lebt er noch immer mit seiner Mutter. Die Cartoonfiguren aus dem Fernsehen werden seine Freunde. Das Fernsehen jedoch ist nicht echt, denkt Jack. Echt sind nur Raum, seine Mutter, er selbst und alle Dinge die es in Raum gibt. Bis irgendwann seine Mutter anfängt ihm zu erklären, dass es da draußen doch eine Welt gibt und das sie unbedingt versuchen müssen aus Raum zu fliehen.

Die Autorin Emma Donoghue schreibt dieses Buch komplett aus der Sicht des fünfjährigen Jack, der noch nie mit anderen Menschen gesprochen hat, als seiner Mutter selbst. Jack, der noch nie den Raum verlassen hat, indem er geboren wurde und der noch nie gesehen hat, was die echte Welt ist. Die kindliche Sprache die die Autorin dafür benutzt, ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. So stolpert man beispielsweise öfter über Sätze wie "Ich springe auf Stuhlschaukel, damit ich Uhr sehen kann, da steht 07:14. Ich kann auf Stuhlschaukel schon inlineskaten, ohne festhalten, und dann mache ich Engelchen flieg bis zum Zudeck...". Wenn man über eine gewisse Seitenzahl hinaus ist, kann man sich damit jedoch arrangieren und stört sich weniger daran. Teilweise tritt die kindliche Sprache von Jack sogar sehr in den Hintergrund. Was ich persönlich aber nicht konsequent von der Autorin durchdacht finde, ist die Tatsache das Jack einmal so kindlich naiv spricht und in anderen Momenten Sätze oder Wörter benutzt, die ein fünfjähriger wohl so nicht sagen würde (z.B. "selbstbestimmtes Wohnen").

Im Lauf der Geschichte erfährt der Leser, wie es dazu kam das Jacks Mutter (die im Buch nur Ma genannt wird) in den Raum kam, indem später auch Jack geboren wurde. Als die Mutter Jack immer mehr darüber in Kenntnis setzt, das es außerhalb von Raum noch eine andere Welt gibt, in der sie früher gelebt hat, kann Jack das Anfangs nicht glauben. Als dann nach langen Jahren endlich die Flucht gelingt, geht das Chaos erst richtig los. Jack und seine Mutter kommen in eine psychiatrische Klinik und besonders für Jack macht das Leben außerhalb Raum keinen Spaß. Er sieht sich mit Dingen konfrontiert, die er nicht kennt und die er auch nicht kennen lernen will. Er sehnt sich zurück in den Raum, indem er ganz allein mit seiner Mutter war und indem er seine Mutter mit niemandem teilen musste. Als Ma schließlich einen Selbstmordversuch knapp überlebt, ist Jack einstweilen bei seinen Großeltern untergebracht und lernt langsam Dinge des Alltags kennen. Immer wieder hat man es mit einem verstörten Jungen zu tun, der ohne seine Mutter nicht baden will oder auch mit fünf Jahren im Raum immer noch von seiner Mutter gestillt wurde und während der Trennung die Brust schmerzlich vermisst.

Das Buch ist eine verstörende Geschichte über eine schreckliche Tat und deren Folgen. Was würde passieren, wenn man ein Kind fünf Jahre von der Außenwelt fern hält? Die Antworten dazu findet man in diesem Buch. Einstweilen hat es mich ein wenig an den Fall Natascha Kampusch erinnert, auch wenn das Opfer in diesem Fall kein Mitleid mit dem Täter hat und nicht das "Stockholm-Syndrom" entwickelte.

Wer hier einen spannenden Thriller erwartet, wird enttäuscht werden. Vielmehr ist das Buch eben eine Erzählung über eine grauenvolle Tat und den Folgen die daraus entstehen.

Fazit: Ein sehr ungewöhnliches Buch das ich in dieser Art noch nie gelesen habe. Eindrucksvoll geschrieben und sehr erschreckend mit einem Schreibstil der gerade am Anfang das Lesen deutlich erschwert, als Stilmittel in diesem Buch aber eine ganze eigene Wirkung entfaltet.


Die Gabe der Jungfrau: Roman
Die Gabe der Jungfrau: Roman
von Deana Zinßmeister
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Unterhaltung und tolle Schreibweise, 27. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Gabe der Jungfrau: Roman (Taschenbuch)
Ein Dorf in der Kurpfalz um 1525. Anna Maria wächst dort mit ihren vier Brüdern behütet auf dem Hof des Vaters auf, als dieser zwei seiner Söhne in den Krieg schickt, damit diese für die Rechte der Bauern kämpfen. Anna Maria versucht ihren Vater vergeblich um zustimmen. Bevor die Brüder nun in den Krieg ziehen, versprechen sie ihrer Schwester nicht ohne den jeweils anderen wieder Heim zu kehren. Anna Maria hat die Gabe Sterbende kurz vor ihrem Tod noch einmal im Traum zu sehen. Als sie nun eines Nachts von den beiden Brüdern träumt, erwacht sie in tiefer Sorge und will sie suchen. Nichts hält sie mehr auf dem Hof und so macht sie sich auf die lange, beschwerliche Reise ihren Brüdern entgegen und erlebt unterwegs einige Strapazen aber auch die Liebe...

Was man in diesem Historischen Roman geboten bekommt, ist ein wenig wie in vielen anderen. Eine Frau, die allein umherzieht, unterwegs auf einige Gefahren trifft und am Ende doch Glück hat und auch noch der Liebe begegnet.

Dennoch schreibt Deana Zinßmeister mitreißend und sehr unterhaltsam und beim Lesen ist man sofort in einer anderen Welt und folgt Anna Maria auf dem Weg zu ihren Brüdern durch unheimliche Wälder, in eine Wolfsschlucht, auf Burg Nanstein und durch einige andere Strapazen, die sie unterwegs erlebt.

Hin und wieder wechselt die Autorin die Zeiten und erzählt in kleinen Rückblenden beispielsweise die mysteriöse Geschichte von Anna Marias Vater und dessen wahrer Identität. Dennoch hat man nie das Gefühl aus dem Lesefluss gerissen zu werden. Auch die Nebenfiguren wurden von Deana Zinßmeister lebendig und vielschichtig dargestellt und gehen neben den Hauptfiguren nicht in der Geschichte unter. Die Liebesgeschichte die mit eingebaut ist, kommt ganz ohne Kitsch aus und wird sehr feinfühlig von der Autorin erzählt. Auch das, ein sehr großes Plus an diesem Buch.

Das Nachwort bietet dann noch einiges an Hintergrundwissen zu wahren historischen Begebenheiten und ist auf jeden Fall wert gelesen zu werden.

Fazit: Ein gut recherchierter Historischer Roman, der unterhaltsam und gut lesbar ist und den ich deswegen nur schwer aus der Hand legen konnte. Für Leser des Historischen Romans eine Empfehlung.


Leg dich nicht mit Mutti an: Roman
Leg dich nicht mit Mutti an: Roman
von Eva Völler
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltung von der ersten Seite an, 6. April 2012
Annabell Wingenfeld ist bald 45 und alleinerziehende Mutter von drei chaotischen Kindern, Teilzeitjournalistin, Hobbyautorin und hat einige Probleme. Beispielsweise ihr geliebtes, altes und auch sehr marodes Haus. Nach langem überlegen beschließt sie, einen Kredit in ihrer Hausbank zur Sanierung zu beantragen und gerät dabei mitten in einen Banküberfall. Im ganzen Tumult wird sie angeschossen, was später ihr Glück sein soll. Denn die Bank zeigt sich von ihrer besten Seite und genehmigt plötzlich den gewünschten Kredit. Doch der Stress fängt damit erst richtig an. Nicht nur, das unfähige Handwerker das Haus in Beschlag nehmen und Annabell mit einem ungedeckten Dach sitzen lassen, auch ihre Hippi-Mutter taucht plötzlich unangekündet auf und will Annabells Leben umkrempeln und den Haushalt schmeißen. Doch schon der erste Kochversuch endet im Desaster. Wäre das alles nicht schon genug, steht dann plötzlich auch noch ihre Schwiegermutter vor der Tür um zu zeigen, wie ein Haushalt richtig geführt wird.

Wer hier ein literarisches Meisterwerk erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein. Es ist aber auch schon von Anfang an klar, dass dies hier ein typischer Unterhaltungsroman ist, der sich perfekt zwischendurch oder beispielsweise im Urlaub lesen lässt. Kurzweilige Unterhaltung die einen bestens unterhält und wie in diesem Fall auch noch ziemlich zum lachen bringt.

Wer andere Bücher von Eva Völler kennt, weiß das die Autorin es bestens versteht eine gut durchdachte Geschichte zu konstruieren, in der man sich selbst oft wiederfindet bzw. sich die Geschehnisse bestens vorstellen kann. Genau das ist auch hier der Fall.

Geschrieben ist das Buch in der Ich-Form aus Sicht von Annabell Wingenfeld, was ein flüssiges und leichtes lesen möglich macht. Hinzu kommen durchweg sympathische Charaktere, die alle auf ihre Weise etwas besonderes an sich haben. Besonders gut gefallen haben mir die etwas ausgeflippte Hippi-Mutter Lieselotte und auch der kleine Sohn Timo. Nach den ersten Seiten war dann auch schon der erste Lacher fällig und das hat sich so konsequent durch das Buch gezogen. Natürlich kommt am Ende auch noch eine kleine Liebesgeschichte. Aber seien wir mal ehrlich, bei dieser Art Buch ist das ja fast Pflicht.

Ein locker, leichtes Leservergüngen für Zwischendurch, das bestens unterhält und mit vielen Lachern aufwarten kann. Für jeden zu empfehlen der typische Frauenromane liest oder mal wieder ein Buch braucht, ohne große Ansprüche zu haben.


Die Schöne Münchnerin: Kriminalroman (Ein Chefinspektor-Mader-Krimi, Band 2)
Die Schöne Münchnerin: Kriminalroman (Ein Chefinspektor-Mader-Krimi, Band 2)
von Harry Kämmerer
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unblutiger und unterhaltsamer Krimi, 17. März 2012
Bisher zierte sie das Sommerloch der beliebtesten Boulevardzeitung und die berühmte Galerie Ludwigs I. in Nymphenburg: Die schöne Münchnerin.
Nun liegt sie leider auf dem Obduktionstisch von Gerichtsmedizinerin Dr. Gesine Fleischer. An der Gewinnerin des diesjährigen Schönheitswettbewers ist so gut wie nichts mehr echt, perfekter Körper, gemachte Brüste und korrigierte Nase durch die auch hin und wieder etwas Koks gezogen wurde. Doch bei näherer Betrachtung fällt auf, das die Nase irgendwie nicht zum Gesicht passt und dann stellt sich heraus, das die DNA der Nase nicht so recht zur DNA des restlichen Körpers passen will.
Ein neuer Fall für das Team um Chefinspektor Mader mit Dackel Bajazzo, sowie Hummel, Dosi und dem schwangerschaftsgestressten Zankl.
Die vier Ermittler nehmen die bekannten Münchner Schönheitschirurgen genau ins Visier und stoßen schon bald auf bizzare Geschäftspraktiken und einen "Organhandel" der ganz anderen Art. Musste die schöne Münchnerin sterben, weil sie über die wahre Herkunft ihrer Nase bescheid wusste und auspacken wollte?

Das Buch startet gleich mit einer Verfolgungsjagd die ziemlich rasant ist. Der Leser wird in kurzen Kapiteln von einem Handlungsstrang zum nächsten geworfen, was vielleicht anfangs etwas verwirrend erscheinen mag, nach kurzer Zeit aber nicht weiter stört.

Das Ermittlerteam um Hauptkommissar Mader ist durchweg sympathisch und der Autor versteht es alle vier Personen detailiert zu beschreiben. Zum einen der Einzelgänger Mader, der mit seinem Dackel Bajazzo am liebsten lange Sparziergänge an der Isar oder in den Bergen unternimmt. Dann die stämmige und robuste Doris "Dosi" Rossmeier, die mit einem gesunden Selbstbewusstsein gesegnet ist, von dem ganzen Model-Kram nichts hält und auch mit einer Kleidergöße größer als 38 zufrieden ist. Außerdem Hummel, der unsterblich in seine Beate verliebt ist, die dann auch noch einen anderen heiraten will. Er versucht sich auch noch als Autor, mit nur mäßigem Erfolg und als Sänger in einer Band. Und zum Schluss Zankl, dessen schwangere Frau ihn von einem Geburtsvorbereitungskurs zum nächsten treibt und schier wahnsinnig macht.

Ein Fall der ganz ohne Blut auskommt und gespiekt ist mit diversen Lachern, die den Leser bestens unterhalten. Der Autor ist nicht zu detailverliebt, beschreibt aber die Szenen und Schauplätze sehr realistisch, sodass man auch als Nicht-Münchner sich direkt in die Szenen hineinversetzen kann.

Zusammenfassend kann man sagen, das es sich hier um einen authentischen Provinzkrimi handelt, der mit wenig bayerischem Dialekt aufwartet und daher auch von Nicht-Bayern verstanden wird. Spannend, rasant und gleichzeitig auch komisch unterhält dieses Buch bestens. Selbst das Cover ist, meiner Meinung nach, ein kleiner Hingucker.


Im Winter dein Herz (Gesellschaftsromane)
Im Winter dein Herz (Gesellschaftsromane)
von Benjamin Lebert
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Poetisch und melancholisch, 4. März 2012
Wenn der erste Schnee fällt und der Winter Einzug in Deutschland hält, dann ziehen sich die Menschen zurück in ihre Häuser und halten Winterschlaf.
Robert, der in Waldesruh in einer Klinik für Psychatrie gelandet ist, hat diesen Winter jedoch andere Pläne. Er will nach München, zu seinem kranken Vater und ihm noch einmal sehen. Noch einmal mit ihm reden und ihm zeigen, das er da ist. Zusammen mit Kudwoski, ebenfalls Patient in Waldesruh und der Tankestellenkassiererin Annina, die in der Nähe arbeitet, machen sie sich in einem schwarzen Suzuki Samurai auf den Weg Richtung Süden.
Ihre Reise führt sie durch ein Land, das man kennt, dass aber dennoch anders ist. Die scheinbar verlassenen Dörfer, verriegelten Fensterläden und einsamen Straßen erzählen von tiefen Träumen und fast kein Mensch zeigt sich auf den Straßen.
Die drei kennen sich nicht gut, der Zufall hat sie jedoch zusammen geführt. Alle drei mit ihren Geschichten und Geheimnissen werden Freunde. Und ihre Fahrt in den Süden führt sie zu einer Reise dorthin, wo nicht nur der Winter zu Ende geht.

Mit seinen 156 Seiten ist man angeregt, dieses Buch in einem Rutsch durch zu lesen. Man kommt leicht in Versuchung zu denken das es für 'Zwischendurch' genau richtig ist, aber das ist es ganz und gar nicht.

In diesem Buch stecken viele Botschaften zwischen den Zeilen, die ganz leise und melancholisch daherkommen, dass man sich Zeit nehmen muss um es zu lesen und zu verstehen. Fast schon poetisch kann man die Schreibweise von Benjamin Lebert bezeichnen. Wie er dir Welt im Winterschlaf beschreibt, die Stille, das Knirschen des Schnees unter den Schuhen. So fühlbar und spürbar, als wäre man mittendrin.

Das Buch ist jedoch keine leichte Kost. Alle drei Protagonisten haben ihre Geschichte zu erzählen, ihr Säckchen zu tragen. Annina, die eigentlich Türkin ist, viele Pläne im Leben hatte und am Schluss an einer Tankstelle als Kassiererin gelandet ist. Kudowski, der im Knast saß und Robert, der sich mit dem Essen ziemlich schwer tut und irgendwie immer das Gefühl hat, er sei nicht gut genug.

Als Leser bleibt am Ende die Frage, was hat es mit dem Winterschlaf eigentlich auf sich? Eine Tatsache, auf die ich in diesem Buch gut hätte verzichten können, ist auch nie geklärt worden, warum der Winterschlaf scheinbar notwendig sein soll, wenn auch einige Menschen im Buch gut ohne ihn auskommen. Auch die Erzählweise von Lebert hat kleine Schwachpunkte. An besonders interessanten Stellen wird der Erzählfluss manchmal urplötzlich unterbrochen um Kindheitserinnerungen in die Handlung mit einzubauen, was oft das Lesen der Geschichte erschwert, da man völlig rausgerissen wird und besonders emotionle Stellen sich stellenweise nicht wirklich entfalten können.

Das Buch ist, wie gesagt, keinesfalls leichte Kost. Wer hier eine Liebesgeschichte oder einen typischen Roadmovie erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein. Wer jedoch ein Buch mit Tiefgang und poetisch/philosophischer Ausdrucksweise bevorzugt könnte damit bestens bedient sein. Man tut sich als Leser schwer dieses Buch einzuorden, es hinterlässt einen jedoch mit vielen Fragen und beschäftigt, zumindest mich, auch nach der Lektüre noch immer.


Fragmente des Wahns
Fragmente des Wahns
von Michael Schmid
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Debütroman mit Potenzial, 4. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Fragmente des Wahns (Taschenbuch)
Bei einem scheinbar unproblematischen Überholmanöver geschieht der Unfall. Als Alex in einem Regensburger Krankenhaus erwacht, ist das letzte an das er sich erinnern kann, das Auto das vor ihm fuhr. Vom Unfall selbst fehlt ihm jegliche Erinnerung. Körperlich unverletzt, drängt Alex schnell aus dem Krankenhaus entlassen zu werden um den 3.Geburtstag seiner Tochter Lilli feiern zu können. Dies wird ihm gewährt, mit der Bedingung einen Termin bei einem Psychologen zu vereinbaren. Doch dann gerät Alex' Leben völlig aus den Fugen und in seiner Gedankenwelt ist nichts mehr so wie es vorher war. Grausame Halluzinationen und Albträume suchen ihn heim und lösen einen Wahn ohnegleichen aus. Was geschieht mit ihm? Alex will herausfinden, was mit ihm passiert und stößt dabei auf grausame Dinge'

Die Grundidee der Geschichte hört sich so spannend an, dass man sofort los liest und das Rätsel um diesen Wahn lösen will.

Als ich mit dem Lesen begann habe ich noch gespannt mit gefiebert. Doch der Einleitungsteil zieht sich unnötig und lässt schnell einen Anflug von Langweile aufkommen. Spannung kommt im ersten Teil nicht auf und das erwartet man bei einem Thriller mit dieser Inhaltsangabe auf jeden Fall. Zumindest unterschwellige Spannung sollte spürbar sein.

Nach ungefähr zweihundert Seiten wendet sich das Blatt, als die ersten Halluzinationen auftreten, Alex sich immer komischer verhält und niemand weiß woran das wirklich liegt. Jetzt fiebert man auch als Leser mit und will die Lösung des Rätsels finden.

Positiv vom Autor sind die eingebauten Rückblenden auf sein Leben, die in Kursiv-Schrift verfasst sind. Dort merkt man immer mehr, das es einige Ungereimtheiten gibt, die so scheinbar gar nicht in sein jetziges Leben passen wodurch ebenfalls Spannung erzeugt wird.

Im letzten Drittel des Buchs kommt der Autor dann voll in Fahrt und trumpft mit einer überraschenden und äußerst kranken Lösung des Rätsels auf. Auf dieses Ende, wäre ich im Leben nie gekommen.

Sprachlich sind jedoch einige Defizite ins Auge gestochen, die mich beim Lesen mehr oder weniger gestört haben. Geführte Dialoge fand ich teilweise äußerst deplatziert oder wirkten konstruiert und oft denkt man wirklich, dass so keiner spricht.

Zusammenfassend muss man sagen, dass dieses Buch nicht perfekt ist, aber auch nicht schlecht. Die Idee der Geschichte ist äußerst genial und bei der Lösung des Rätsels hat sich der Autor selbst übertroffen. Die Charaktere sind realistisch konstruiert und besonders Alex wird mir im Lauf des Buchs sehr sympathisch. Allerdings steckte in der Idee noch etwas mehr Potenzial das leider verschenkt wurde und sprachlich waren einige Defizite vorhanden, weswegen ich nur drei Sterne geben kann.
Dennoch freue ich mich auf den nächsten Roman von Michael Schmid, da mich die Handlung begeistert hat und ich die Weiterentwicklung von ihm als Autor gerne beobachten würde.


Das geheime Prinzip der Liebe (Literatur-Literatur)
Das geheime Prinzip der Liebe (Literatur-Literatur)
von Hélène Grémillon
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Außergewöhnliche Debütautorin, 29. Februar 2012
Paris im Jahr 1975. Als die Verlegerin Camille die Beileidsbekundungen ihrer verstorbenen Mutter sortiert, fällt ihr ein Brief in die Hände. Kein Absender, aber zweifelsohne ihre Adresse als Empfänger. Gespannt beginnt sie zu lesen und erfährt von der mittellosen Malerin Annie aus der Champagne, die ihrer wohlhabenden Gönnerin ein Kind entbinden will, da diese seit langem erfolglos versucht schwanger zu werden. Doch dieses gut gemeinte Vorhaben wird bald Quell von tiefer Eifersucht, Hass und Verrat.
Camille glaubt zuerst an ein Missverständnis. Als eine Woche später erneut ein Brief eintrifft, glaubt sie sogar an einen Autor, der sein Manuskript in Teilen zu ihr sendet. Doch schon bald erkennt sie, dass die Geschichte mehr mit ihr selbst zu tun hat, als sie denkt.

Über den Inhalt dieses Buchs zu berichten, ohne wichtige Details zu verraten, ist gar unmöglich. Deshalb belasse ich es bei der Inhaltsangabe.
Die Geschichte lebt von überraschenden Wendungen und immer wieder gestreuten Informationen, die die Sicht auf den weiteren Verlauf stetig ändern.

Fabelhaft und raffiniert erzählt und dazu sprachlich wunderschön geschrieben, erwärmt sie jedem Leser das Herz und lässt einen mit Camille abtauchen in eine andere Welt, in einer andere Zeit.

Die Autorin setzt die aktuellen Geschehnisse um Camille bewusst in Kursiv-Schrift, somit weiß man immer in welcher Zeitepoche man sich gerade befindet und kann der Handlung jederzeit folgen.

Hélène Grémillon ist für mich eine ganz besondere Debütautorin, deren Namen man sich merken sollte. Die Geschichte hat mich gefangen und in eine andere Zeit enführt. Allen Frauen uneingeschränkt zu empfehlen.


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