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"tankovits"

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Verwirrung der Gefühle: Erzählungen
Verwirrung der Gefühle: Erzählungen
von Stefan Zweig
  Gebundene Ausgabe

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vollendeter Lesegenuss, 8. April 2004
Der Band „Verwirrung der Gefühle" vereint acht Kurzgeschichten, deren vornehmliches Thema dem Titel gleicht. Zweigs unvergleichliches Einfühlungsvermögen, dichterische Sensibilität und seine gewandte Umsetzung sind in ihrer Wirkung unwiderstehlich.. Den Charakteren in den Geschichten ist eines gemein: Im Taumel der Gefühle, im brausenden Rausch der Erfahrungen, werden sie dazu verführt, ihrem gewöhnlichen, farbenlosen Alltagleben zu entfliehen und sich ihrer Leidenschaft hinzugeben oder zu ergeben. Die Zügigkeit von Zweigs Satzkonstruktionen, die Reichhaltigkeit und Wortfülle seiner Sprache, finden in diesem Band einen eindeutigen Beleg Das Pathos, mit dem Stefan Zweigs Sprache erfüllt ist, erhöht die tiefgreifenden Emotionen und zeigt gleichsam die Gefühlstiefe und das unbeirrbare Verständnis des Autors für die innersten Regungen des Menschen.
Als besonders genussvolles Lesevergnügen und als großartiges Exemplum Stefan Zweigs Dichtkunst hervorzuheben ist die Kurgeschichte, die dem Band den Titel verleiht. Andere mögen von den anderen Geschichten mehr angesprochen werden. Die Vielfalt der Situationen, die dargestellt werden, ist reichhaltig und bereitet dem Leser mit Sicherheit Vergnügen. Die Protagonisten sind verzweifelte Menschen, deren aufrichtige Liebe nicht erwidert wird, Frauen, die ihrem tristen Eheleben fliehend sich in die Arme eines Liebhabers werfen, junge Menschen, die der Sinnlehre entrissen werden...
Ein weiteres ohne jeden Zweifel empfehlenswertes Werk eines Dichters, dessen Fähigkeit die menschliche Gefühlswelt in ihrer Erhabenheit und in ihrer Düsterkeit in gleicher Weise zu bespiegeln, ihresgleichen sucht.


Der Sandmann (insel taschenbuch)
Der Sandmann (insel taschenbuch)
von E. T. A. Hoffmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,00

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Verzerrung der Perspektive, 23. Dezember 2003
Die Erzählung beginnt mit einem Brief, den der Student Nathanael im Zustand des Entsetzens an seinen Schwager Lothar richtet. Nathanael geht dabei auf das verhängnisvolle und ewig im Inneren nachwirkende Ereignis ein, das sich während seiner frühen Kindheit zugetragen hatte - die Begegnung mit der Figur, die der Protagonist seiner Alpträume, der furchtbarsten Vorstellungen Ausgeburt war. Der Grund des inneren Aufruhrs des Studenten war der Besuch eines Wetterglashändlers, der seine Lorgnetten und Perspektive feilbot und in seiner Gestalt der widerwärtigen Kreatur glich, deren Existenz Nathanael sowohl die unbeschwerte Jugend als auch den Vater kostete und die grässlichen Erinnerungen aus den Tiefen der Seele hervorbrachte... All dies mutet phantastisch an, und in der Tat verschieben sich die Realitätsebenen im Sandmann unentwegt, Einbildung und Tatsache verschwimmen und ergeben ein Zerrbild der Wirklichkeit, sodass dem Leser alle Konzentration abgefordert wird - ein Musterbeispiel eines romantischen Werkes, das alle typischen Merkmale der Literatur jener Epoche verbindet - Schauer, Nacht, Traum, Weltflucht. Sowie man sich wähnt auf einer sicheren und fassbaren Ebene, getragen von der flüssigen und reichen Sprache Hoffmanns, dahinzugleiten, bricht diese ein und man wird in die tiefen der Traum- und Phantasiewelten Nathanaels entführt, in denen sich Trugbilder und objektive Fakta ablösen.
Auf nur rund 40 Seiten ballen sich unzählbar viele Elemente, die man behutsam der Phantasie des Studenten und der tatsächlichen Begebenheit zuordnen muss. Ein höchst anspruchsvoller aber lohnender Lesegenuss, dessen Leser nicht mit einem fortlaufenden Fluss von Ereignissen rechnen dürfen. Vor allem Interessenten, die einen Hang zur Tiefenpsychologie haben, sei die Lektüre dieses Buches, auf das Sigmund Freud in seinen Ausführungen oft zurückgreift, empfohlen.


Sternstunden der Menschheit: Vierzehn historische Miniaturen
Sternstunden der Menschheit: Vierzehn historische Miniaturen
von Stefan Zweig
  Sondereinband
Preis: EUR 7,95

21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 22. Dezember 2003
Bedeutende historische Ereignisse bieten das Gerüst, dem Stefan Zweig mit erhabenen Gedanken Mark verleiht - so ließe sich das Werk zusammenfassend beschreiben. Wahrlich - es ist das hervorragendste Buch, das ich bis jetzt von Stefan Zweig gelesen habe und eine der größten literarischen Glanzleistungen, an denen ich mich zu laben Freude hatte. Eine Ansammlung von historischen Ereignissen der hohen Politik, der Kulturgeschichte und Kunstgeschichte sowie geschichtliche Wendepunkte dienen dem Schriftsteller als Anlass, seine Gedanken in einer vortrefflichen Weise, die ihresgleichen kaum findet, darzustellen. Zweigs Sprache ist so ausdrucksstark, kraftvoll, sinngebend und zugleich tragend, dass sie vollendeten Lesegenuss bietet. Der sprühende Geist dieses Denkers kombiniert sich mit der außergewöhnlichen schriftstellerischen Begabung und gemeinsam entfesseln sie eine erhebende Kraft, die auf den Leser unwillkürlich übergeht. Sein Meisterwerk besteht aus XIV kurzen Erzählungen, in denen das dichterische Vermögen auf einen prosaischen Gegenstand angewandt wird. Die Art und Weise, in der Stefan Zweig die Emotionen der Protagonisten der einzelnen Abschnitte, Cicero, Wilson, Händel, Lenin, Tostoi, Goethe und viele mehr zu beschreiben vermag, ist so eindringlich, dass man die Gefühle der Personen nahezu zu teilen imstande ist.
Es besteht kein Zweifel darob, dass dies Werk selbst wie ein Stern am Himmel der Kunstgeschichte steht.
Mir bleibt nur, meine Empfehlung auszusprechen, die sich bereits in meiner Begeisterung für dieses Buch offenbart hat.


Die Kunst vernetzt zu denken: Ideen und Werkzeuge für einen neuen Umgang mit Komplexität Ein Bericht an den Club of Rome
Die Kunst vernetzt zu denken: Ideen und Werkzeuge für einen neuen Umgang mit Komplexität Ein Bericht an den Club of Rome
von Frederic Vester
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

60 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zukunftsweisender Denkansatz, 11. Juli 2003
Der Systemkybernetiker Frederic Vester lieferte mit diesem Werk einen expliziten Bericht an den Club of Rome. In vier Abschnitten beleuchtet er wirtschaftliche und politische Ereignisse aus der Perspektive des Biokybernetikers. Er konstatiert, dass globale Probleme nur mit vernetztem Denken zu behandeln sind. Er führt an, welches Umdenken diesbezüglich maßgeblich wäre und welche Verfehlungen zu Gesellschafts- und Wirtschaftskrisen führen. Vester steht für eine Betrachtungsweise ein, die alle wichtigen Systemkomponenten beinhaltet - ganzheitlich erfasst - und trotzdem übersichtlich und transpartent sein sollte. Er führt an, dass den Beziehungen zwischen den Komponenten mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss, als den Teilen selbst. Sowohl quantitative, als auch qualitative Merkmale müssen Berücksichtigung finden und als Entscheidungsgrundlagen dienen, um komplexen Problemen sachgerecht zu begegnen. Dem Postulat fügt er detailliert gewisse Anreize bei, die zu einer nachhaltigen Verhaltensänderung gegenüber der Ganzheitlichkeit führen sollten und hält Beispiele (u. a. Abbildungen) bereit, die dies einprägsam verdeutlichen. Die Hauptaussage des Werks lässt sich kurz umreißen: Herkömmliche Denkmuster sind der Problemlösung komplexer Aufgaben nicht zuträglich - ein vernetzter Denkansatz unter Einbezug mehrerer Disziplinen ist dafür unerlässlich.
Er schickt Exempel nach, die den verantwortungsvollen Umgang mit Problemen belegen und veranschaulichen, wie simpel es sich gestaltet, das materialistische Weltbild, das sich konserviert hat, abzustreifen. Er verzichtet nahezu durchwegs auf Fachvokabular, an Stellen, an denen die Verwendung von Fachausdrücken unvermeidbar ist, bemüht er sich um eine ausgiebige Klärung. Außerdem trägt das iterative Anführen gewisser Denkprozesse zur Verständlichkeit bei. Komplex – aber nicht kompliziert!
Mir bleibt nicht mehr, als dieses Werk uneingeschränkt und allgemein zu empfehlen. Es ist eine Pflichtlektüre für jeden, der sich mit gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Probleme beschäftigt, ebenso für jeden Verantwortungsträger! Man darf hoffen, dass Prof. Vester noch weitläufigeren Anklang findet.


Satiren
Satiren
von Juvenal
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,00

19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein zwiespältiges Werk, 11. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: Satiren (Taschenbuch)
Die Satiren des Juvenal (ca. 55 n. Chr - 135 n. Chr.) stellen eine Sammlung von XVI Satiren dar, welche er teils als junger Mann, teils im Alter verfasste. Die stilistische Inkongruenz lässt sich durch die zeitliche Versetzung des Schaffens erklären. Einige Werke stoßen auf Anerkennung, ob ihrer Klarheit und geistigen Tiefe, manche jedoch werden aufgrund ihrer Grobschlächtigkeit, Verallgemeinerung und Darstellung seines blanken Hasses abgelehnt. In ihrer Vielfalt spiegelt sich Juvenals Lebenswandel, der nur indirekt ergründbar ist. Einige Satiren sind ein grober, von Hass geprägter und von Abscheu getragener Rundumschlag - sei es gegen die Lüsternheit, den ausschweifenden Lebensstil der dekadenten Oberschicht, gegen Frauen und gewissen Ethnien. Als lobenswert hingegen ist anzusehen, dass er klare Worte gegen die raumgreifende Korruption, das festgefahrene Ständewesen, in dem der Erfolg ausschließlich von Zugehörigkeit determiniert ist, gegen die geistige Faulheit der herrschenden Klasse, gegen die blinde Willfährigkeit der Unterworfenen ("panem et circenses", der Unterhaltungssucht und gegen römische Ideale der Körperkultur ("Orarum est ut sit mens sana in corpore sano") fand.
"Die Verallgemeinerung stumpft die Spitze der Satire ab", lautet es mancherorts - dem muss angesichts der oftmals augenfällig haltlosen Anschuldigungen Recht zugesprochen werden.
Juvenal gelangt allerdings zu Sentenzen, die den Untergang Roms und dessen gesellschaftlichen Charakteristika skizzieren. Ein zwiespältiges Werk, wobei die ausführlichen Erläuterungen Licht auf die Beweggründe und Aussagen fallen lassen. Obwohl Juvenal zu maßlosen Übertreibungen gewillt war, blitzt sein Genie vielerseits durch. Er vermittelt EINE Sichtweise auf die römische Gesellschaft jener Zeit, die es mit Sicherheit Wert ist, gelesen zu werden.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 13, 2014 5:13 PM MEST


Abriß der Psychoanalyse. Einführende Darstellungen.
Abriß der Psychoanalyse. Einführende Darstellungen.
von Sigmund Freud
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

46 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswerte Schrift zur Orientierung, 11. Juli 2003
Der Abriss ist ein Versuch Freuds, seine Theorien im Nachhinein für ein breites Publikum gangbar zu machen. Es gliedert sich in ein ausgiebiges Geleitwort, grundlegende Gedanken, 5 Vorlesungen, und einen fingierten Dialog zwischen Freud und einem "Unparteiischen" zum Thema der Laienanalyse. Es ist in einem bekanntermaßen hervorragenden Stil geschrieben, für den Freud vielfach Ehrung fand. Er versucht die Fachgriffe in eine auch für Anfänger deutliche Sprache zu übersetzen und stellt seine Gedankengänge scharf und nachvollziehbar dar. Diese ziehen sich iterativ durch das gesamte Werk. Mit Sicherheit ist der Leser gefordert, dem Buch ein hohes Maß an Konzentration zu widmen. Dem Leser wird ein guter Einstieg in ein komplexes, jedoch damals mit brennendem Eifer umstrittenes Fachgebiet angeboten.
Freud skizziert im letzten Abschnitt die Umwegsamkeiten, denen er aufgrund gesetzlicher Restriktionen und Vorbehalten begegnen musste. Er war ebenso ein Opfer der oftmals starrsinnigen Politik, die neuen, vielversprechenden Wissenschaftern verfeindet gegenüberstand und so manchen später hochanerkannten und geschätzten Fachmann zur Aufgabe seiner Dienste im Heimatland zwang.
Wer sich eine Zusammenfassung sämtlicher Theorien erwünscht, um so der, dem Werk zugrundeliegenden Literatur auszuweichen, wird in seiner Erwartung enttäuscht werden.
Doch wer gewissenhafte Studien der Freudschen Schriften ins Auge fasst, dem sei diese Schrift als Einstand angeraten.
Ich stehe nicht an, dem Interessenten meine uneingeschränkte Empfehlung auszusprechen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 2, 2013 1:48 PM MEST


Die Technik der Individualpsychologie: Die Kunst, eine Lebens- und Krankengeschichte zu lesen. (Psychologie)
Die Technik der Individualpsychologie: Die Kunst, eine Lebens- und Krankengeschichte zu lesen. (Psychologie)
von Alfred Adler
  Broschiert

18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einwandfreie Beschreibung eines Nervösen, 18. Februar 2003
Das Werk behandelt die Fallgeschichte einer Neurotikerin, die nur eine allzu typische Symptomatik aufweist. Alfred Adler ergänzt die wichtigsten autobiographischen Aussagen der Patientin, kommentiert sie dabei, wodurch dem Leser die Grundzüge der Individualpsychologie Adlers bewusst werden. Mit vorzüglicher Klarheit und oftmals auflockernder Satirik bringt Adler dem Leser seine wissenschaftlichen Ansätze näher. Das Buch liest sich äußerst kurzweilig, zu langatmige Ausschweife werden vom Autor größtenteils vermieden. Adler erschafft eine ausgewogene Darstellung, ohne dabei auf oftmals beißenden Humor zu verzichten, obschon er die Gefahr und die schwerwiegenden Qualen, welche die Krankheit mit sich zieht keineswegs als geringfügig einschätzt. Die Entwicklungsgeschichte der Patientin wird in XII wohlgeordneten Kapiteln aufgeschlüsselt. Deutlich geht hervor, aus welchen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen die Zwangskrankheit erwächst, wie sie sich dem Individuum und seinem Umfeld gegenüber äußert und wie sie bewältigt werden kann.
Der einzige Kritikpunkt, dem man dem Werk vorwerfen kann, ist die äußerst kurz gefasste Lösung des gravierenden Problems des Patienten, der an den Rande seiner Kräfte gedrängt wird.
Für mein Empfinden ein absolutes Muss im Bücherregal eines jeden, dessen Interessensgebiet die Psychologie ist, insbesonders für denjenigen, der sich ein komplettes Bild eines Neurotikers machen will.


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