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Nezzico (Köln)

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The Secret Life of Angels
The Secret Life of Angels
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen verschwurbelt, magisch und nostalgisch, 26. April 2014
Rezension bezieht sich auf: The Secret Life of Angels (MP3-Download)
Tom Newmann, das ist der Mann der seinerzeit das berühmte Tubular Bells mit Mike Oldfield produzierte. Hört man jetzt - 40 jahre später - in sein neues Album herein, merkt man doch in vielen Stellen, die Magie alter Zeiten durchschimmern. Die Musik ist entspannt, unkonventionell, voller liebenswürdiger Eigensinnigkeit, gespickt mit kleinen verzauberten Momenten und in keinem Moment an die Bedürfnisse eines großen Musikkommerz angepasst - wie wundervoll!

Die 13 Instrumentalstücke agieren allesamt eigenständig, auch wenn es einzelne Übergänge und ein thematisches Rahmenkonzept gibt. Die Zahl der Instrumente ist weit gefasst: neben Gitarren gibt es da noch Streichinstrumente, Akkordeon, Glockenklang, Blasinstrumenten, Fahradklingeln und so weiter. Grade bei den Gitarrenpassagen fühle ich mich an die alten Zeiten mit den Frühwerken Oldfields erinnert - so in Gabriel Triste, Uriels Secret oder Raphaels Sarabande. Bei Angels Freeway hingegen dachte ich zunächst eher an Kevin Ayers Lässigkeit. Und ansonsten ist es halt ein Album von Tom Newman, der nach wie vor gerne experimentiert und auch verschwurbelten Ideen Raum lässt. Liebenswürdig, avangardistisch, mal folkig mal klassisch gestimmt, kurzweilig im Aufbau und manchmal halt auch etwas magisch. Das Ganze kommt trotz der Eigenwilligkeiten die ganze Zeit eher entspannt und sympathisch bei mir an.

Ich will keine Hoffnungen auf ein total spektakuläres Meisterwerk wecken, die dieses Album dann vielleicht doch nicht erfüllen kann, aber ich glaube das dieses Album für die Freunde von Oldfields Frühwerken doch eine Bereicherung darstellen kann. Immer wieder ist man auf der Suche nach vergleichbarer Musik, und mit diesem Album gelingt das zumindest ein wenig - in vielen kurzen Momenten. Wer entspannt herangeht und offen geblieben ist für Musik in einem eher ursprünglichen Sinn, kann sich so wie ich auf Toms Ideenvielfalt und Verspieltheit freuen.


Man on the Rocks (Limited Super Deluxe Edition)
Man on the Rocks (Limited Super Deluxe Edition)
Preis: EUR 28,65

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Oldfield und die Leichtigkeit des Seins, 11. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Reaktionen auf dieses Album zeigen mir mal wieder, wie breit gefächtert die Fangemeinde von dem Tausendsassa Mike Oldfield immer noch ist. Wer heute nach 40 Jahren Schaffensphase immer noch so enttäuschen kann, dessen Musik liegt vielen Menschen immer noch besonders am Herzen,

Der Musik auf diesem Album ist es generell zueigen, dass sie genauso ohne jeglichen Trend der aktuellen Charts auskommt - alles klingt als wäre es bereits in den 80igern entstanden. Und auch wenn der Geist von Moonlight Shadow hier und da erahnt werden kann, gibt es keine Duplikate und es klingt (aus meiner Sicht) trotz allem frisch und eben auch mal anders. Gut so! Die Songs, und was Anderes gibt es diesmal nun mal nicht - sind stilistisch breit gefächert und häufig gibt es innerhalb der Songs auch eine gewisse Entwicklung, wie in Castaway oder dem Titelsong "Man on the Rocks".

Luke Spiller ist eine Überraschung des Albums und stellte sich als wirklich gute Wahl heraus. Vielleicht würde z.B."Following the Angels" mit einer Frauenstimme ganz anders wirken, aber das war nur eine Idee, keine Kritik. Wer Alternativen sucht, findet auch Mikes Gesang auf der Demo-CD, nicht schöner aber authentischer und manchmal auch irgendwie anrührend. Die 2.CD ist sicher kein Ersatz für eine instrumentale Komposition, aber funktioniert zumindest teilweise auch ohne Gesang und ist auch für Hobbymusiker oder Karaokefreunde nützlich.

Mike Oldfield hat diesmal endlich wieder in Teamarbeit mit wirklich guten Studiomusikern zusammengearbeitet. Das beschert uns ein Album mit richtigen Drums, einem genialen Bassisten und jede Menge Gitarrensounds, die es so gebündelt in den letzten 20-30 Jahren nicht mehr auf einem Oldfield-Album gab. Das stand lange Zeit ganz oben auf der Wunschliste vieler Fans. Die Produktion des Albums ist darüber hinaus vollkommen in Ordnung und war bei Stephen Lipson in guten erfahrenen Händen. Die Synthesizer-Klangflächen sind bewusst zurückhaltend eingesetzt, doch was ich z.B. im Titelsong heraushöre klingt dafür sehr angenehm.

Das die Musik generell gut ins Ohr geht und häufig zum Mitsummen animiert, mag man als Oberflächlichkeit kritisieren, man könnte aber auch die Leichtigkeit, Wärme und nostalgische Wohligkeit der Musik mal als Pluspunkt herausstellen, mit dem sich viele Freunde seiner Musik auch mal endlich wieder sehr wohl fühlen dürfen, wenn wohl auch nicht alle. Es ist klar, das Mike Oldfield auch für komplexere Kompositionen steht, nur diesmal war das Gesamtkonzept ein anderes und lieferte etwas, was doch viele wirklich sehr erfreut hat. Und meines Wissens ist mindestens ein neues Instrumentalalbum bereits durchaus angedacht - also immer dran denken: Heavens's Open.


JavaScript: Missing Manual
JavaScript: Missing Manual
von David Sawyer McFarland
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eigentlich ein reines JQuery Buch, 4. April 2009
Rezension bezieht sich auf: JavaScript: Missing Manual (Taschenbuch)
Ich kann den Ärger des vorherigen Rezensenten durchaus nachvollziehen, denn man kann diesem Buch durchaus zum Vorwurf machen, dass es unter einer irreführenden Betitelung leidet. Bei mir war es aber eigentlich etwas anders, ich suchte keinen Einstieg in Javascript, sondern mir war vor Kauf des Buches schon aufgefallen, dass JQuery ein wesentliches Thema der 550 Seiten ist. Und das ist eigentlich auch die große Stärke dieses Buches, denn meines Wissens gibt es bislang noch kein einziges anderes deutsches Fachbuch zum Thema JQuery.
Und nicht nur das, der Einstieg in JQuery ist locker und interessant aufbereitet, umfassend, bezieht einige wichtige Plugins ausführlich mit ein und besticht durch viele wirklich tolle Beispiele. Meinethalben hätte der Autor es auch gerne noch entschlossener und ausschließlicher dem Thema JQuery widmen dürfen und einen Referenzteil zur Vervollständigung beifügen können. Aber auch so kann ich dieses Buch allen empfehlen, die einen ausfphrlichen Einstieg in JQuery suchen.


Kein Titel verfügbar

16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ambient und experimentell, 16. Oktober 2006
Ein neues Album von Lisa Gerrard stellt sich mir immer wieder als neue Herausforderung, die nicht vergleichbar ist, mit anderen Platten die man sonst so kauft. Und so ist es eigentlich gefährlich, so kurz nach dem Kauf eine treffende Bewertung vorzunehmen. Der Vorgänger "Immortal Memory" hat ein ganzes Jahr gebraucht, bis ich die Stärke dieser symphonischen und hymnischen Stücke zu schätzen wusste. Ein Grund für die Enttäuschung, die ich zunächst damals empfand, liegt auch in der ständigen Veränderung - jedes von Lisas Alben ist im Detail schon ein stilistisches Unikat und konnte meine voran geweckten Erwartungen erstmal nicht erfüllen.

So geht es mir nun auch mit "The Silver Tree" - das mit breiten instrumentalen Soundlandschaften eine nebulös-düstere fremdartige Atmosphäre schafft, in die Lisa nahezu vorsichtig ihren Gesang plaziert. Die instrumentalen Elemente auf "The Silver Tree" erinnern an den Whalerider Soundtrack, der in ähnlicher Weise die Betonung auf die Atmosphäre und nicht unbedingt auf eine herausragende Melodie legte.

Sollte ich Lisas Gesang hier charakterisieren, würde mir das abgenutzte Wort ambient passend erscheinen, was auch auf die überwiegend synthetische instrumentale Umgebung zutrifft. Um ehrlich zu sein, habe ich genau damit auch noch ein Problem, weil ich bei Lisas Gesang weniger Leidenschaft und Inbrunst erkennen kann, als in "alten Zeiten".

Ein richtiger Ausnahmefall ist der Song "Space Weaver". Mit seinen leicht jazzigen Untertönen und später einsetzender moderner Percussion tendiert er zwar zu einer kommerzielleren Ausrichtung, ist aber von einem Popsong noch weit entfernt - und gefällt als eines der Highlights trotzdem. Andere Stücke wie der Opener "In Exile", "The Sea Whisperer", "Serinity" oder "Wandering Star" klingen vertraut und gut, in der üblichen Mischung aus Bedrohlichen, tragischen und hoffnungsvollen Tönen. Wobei mir generell auffällt, wie verhalten bedächtig Lisas Gesang immer wieder wirkt. Das zehnminütige "Towards the Tower" arbeitet mit sensibler Percussion, breiten Instrumentalflächen und mündet später in Andeutungen an den Song "The Unfolding", den Lisa 1998 in Zusammenarbeit mit Pieter Bourke aufgenommen hatte.

Da hat uns Lisa mal wieder eine neue Kopfnuss für die Ohren und die Seele geliefert, der man Zeit lassen sollte. Manches wirkt vielleicht nicht sofort, dafür aber umso nachhaltiger - wer weiss ...


Nuages du Monde
Nuages du Monde
Preis: EUR 13,05

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Luftig leicht und exotisch gewürzt, 26. September 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nuages du Monde (Audio CD)
Mit „Nuages Du Monde“ ist Rhys Fulber und Bill Leeb wieder ein stimmiges atmosphärisches Album gelungen, das zum einen der poppigen Leichtigkeit seiner Vorgänger Poem und Chimera folgt, aber auch wieder etwas mehr Raum für die atmosphärische Kulisse lässt. Eine radikale Rückkehr zum alten Stil á la Karma ist allerdings nicht dabei herausgekommen. Die düsteren Stimmungen der Frühwerke bleiben in der Mottenkiste der Vergangenheit.

Statt dessen setzt z.B. die indische Sängerin Kiran Arwuhalia mit dem phantastischen Song „Indoctrination“ exotische Akzente, die auch wunderbar zum ersten Conjure One Album gepasst hätten. Höhepunkt des Albums ist aber das melodiöse, soundtrackartige Instrumental „Techtonic Shift, in dem Delerium mit exotischen Flöten, Streichern, geschickter Elektronik und aufwändiger Kulisse ihr Können unter Beweis stellen und der Leichtigkeit der Songs etwas mehr Atmosphärisches entgegensetzen. Sieben abwechslungsreiche Minuten, gespickt mit vielen ästhetischen Details. Das anschließende „Lumenis“ setzt diese Linie fort, verstärkt durch den ätherisch anmutenden Gesang von Isabel Baryakdarian. Auch das Finalstück „Apparatation“ knüpft nochmals an diese Stimmung an und lässt den Hörer zum Gesang eines Chorknaben und eines überirdisch anmutenden Chores aus dem Album herausschweben.

Zoe Johnston singt das traumhaft melancholische Meisterstück „The Way you want it to be“, das vom dezenten Einsatz einer armenischen Duduk begleitet wird, das übrigens auf diesem Album häufiger zu hören ist. Außerdem sorgen noch Kirsty Hawkshaw, Jael und Kristy Thirsk für würdigen Nachwuchs bei den raffinierten Delerium Pop-Songs.

Wenn man etwas kritisieren will, so würde ich bedauern dass der an sich schöne Opener „Angelicus“ etwas unter der ständigen Wiederholung der selben Gesangsphrase leidet, und das die interessantesten Stücke etwas in der Mitte des Albums versteckt sind. Wirklich innovative neue Ideen von Herrn Fulber und Hernn Leeb gibt es diesmal nicht wirklich, alte Erfolgrezepte wurden eher neu aufgebacken. Trotzdem gibt es bei den „Wolken der Welt“ für Delerium Fans eher wenig zu meckern, denn es diesmal noch eines ihrer besten Alben geworden.


Silver Swan (Ltd.Din A5 Digipak)
Silver Swan (Ltd.Din A5 Digipak)
Wird angeboten von right now!
Preis: EUR 13,57

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekt für den Herbst, 29. August 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Silver Swan (Ltd.Din A5 Digipak) (Audio CD)
Auf ihrem nun bereits fünften Album verfeinern Qntal ihren Stil zwischen mittelalterlicher Hofmusik und elektronischem Chill weiter, und werden nun bereits - nicht ganz zu Unrecht mit Mystik-Ikonen wie Loreena McKennitt verglichen. Dies ist nicht zuletzt der herausragenden Stimme von Sigrid Hausen zu verdanken. Und solch eine Sangeskunst ist wiederum kein Zufall, sondern Ergebnis einer fundierten klassischen Ausbildung, auf der auch das musikalische Können von Michael Popp und Fil basiert. Die genialen Instrumentalparts sind stets gekonnt realisiert, nahezu perfekt und sorgfältig produziert, abwechslungsreich arrangiert und schaffen zu Syrias Gesang den perfekten Rahmen für ein wunderbares mittelalterliches Spektakel. So ist "Silver Swan", momentan dass vielleicht schönste Album für Freunde medivialer und mystischer Klänge, dass sich zwischen Dead can Dance "Aion" und Loreena McKennitts "The Mask and Mirror" im CD-Regal ganz gut machen würde. Aber die Geschmäcker sind wohl verschieden, und so mag manchem Freund des eher "Düsteren" der Sound zu "glatt", zu "weich" oder zu "hell" klingen.

Im Gegensatz zu Loreena oder gar Dead can Dance, darf aber bei Qntal auch die Fröhlichkeit neben den ätherisch melancholischen Melodien nicht fehlen. Von jedem Gothic Kult ist solche lichthelle Musik weit entfernt. Und da, wo es passt, gibt es durchaus auch einen moderneren Pepp, ohne dabei stilistisch aus der Bahn zu fliegen.

Die vielen akustischen Instrumente gewinnen deutlich an Gewicht, gegen die moderne Elektronik, die nun eher durch geschickt gesetzte Effekte die höfischen und exotischen Klänge erfolgreich belebt, statt sie zu dominieren. Bei der Bonus-CD hingegen bietet Qntal dazu einen Ausgleich mit vier Songs, bei denen bewußt mehr Beats ins Spiel kommen. Auch diese Stücke sind aufwändig und sorgfältigst und geschickt instrumentiert. Kein billiger Maxi-Abklatsch! Außerdem muss ich unbedingt die wunderschönen fantsievollen Artworks und das wunderbare Video von Brian Froud erwähnen, die alleine schon die zusätzlichen Silberlinge für die Limeted Edition wert sind.

Ein sehr schönes inspirierendes Album zum abendlichen Abtauchen bei Kerzenschein - perfekt für den angekommenen Herbst.


Idjagiedas-in the Hand of the Night
Idjagiedas-in the Hand of the Night
Preis: EUR 7,99

28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unter neuen Sternen, 28. August 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nach vier Jahren Pause ist ein neues Album von Mari doch sehr willkommen. Das waren vier Jahre, in denen Mari bemüht war den eigenen Horizont noch weiter zu öffnen, um auch grade die neue junge Generation der Sami mit ihrer Musik wieder erreichen zu können. Dabei bleibt grade Maris Stimme das starke Bindeglied zwischen samischer Kultur und den neuen Ideen aus der weiten Welt.

Die eingesetzten Instrumente und Gastmusiker verteilen sich dabei fast über dem ganzen Globus und setzen Maris unverwechselbaren Gesang in einen neuen Kontext - fordern sie neu heraus und entlocken der Band auch ganz neue Stimmungen und Melodien. Trotz aller Weltoffenheit wird die Musik zu keinem Moment kommerzieller und verliert auch nicht an Individualität. Im Gegenteil, die Musik des neuen Albums löst sich äußerlich zwar von der eigenen Tradition wie ein erwachsenes Kind, zeigt aber grade so noch mehr eigene Indentität. So ist es Mari und ihrer Band gelungen, sich - im besten Sinne - selbst zu erneuern, ohne sich dabei untreu zu werden.

Dieses Album ist ein schönes stimmungsvolles aufregendes Erlebnis, grade dann, wenn man fest überzeugt war, das "noch eine Platte" von Mari vielleicht nicht nötig wäre ;-).


Rockpaperscissors
Rockpaperscissors
Wird angeboten von FastMedia "Versenden von USA"
Preis: EUR 106,50

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochkarätiger Genuss, 15. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Rockpaperscissors (Audio CD)
Michael Brook ist ein instrumentaler Tüftler, der mit Musikern wie Brian Eno, Daniel Lanois, Sineád O Connor, The Edge und David Sylvian zusammengearbeitet hat. Diese Namen sprechen für sich und in der Tat ist auch dieses Album ein besonderes Hörerlebnis zwischen aufwändig arrangierten Klangschichten der Instrumentalstücke und atmospärischen Songs, mit Gastsängern wie Lisa Germano, Paul Buchanan (Blue Nile) oder Nusrat Fateh Ali Kahn, das ein aufmerksames Zuhören fordert und mit tiefgründigem Genuss belohnt. Mit jedem Stück öffnet sich eine neue Welt und neue Stil- und Klangelemente entfalten sich.

Schon der Opener Strange Procession beeindruckt sofort mit grandios schönem Chorgesang, der später von Brooks typischem Gitarrenspiel abgelöst wird, das mit atmosphärischen Soundschichten, Streichersätzen und einer exotischer Percussion unterlegt ist, um schliesslich in einem ergreifenden Violinensolo abzuschliessen.

Plötzlich befindet man sich schon im Song "Want" mit Lisa Germano, der in getragener Stimmung etwas dümpelt und dann wieder sehr schön unterlegt mit Steichern und sachter Elektronik zu Soundtrackqualität aufläuft.

Zeit für "etwas" druckvollere Klänge, die mit Doges ins Spiel kommen - eine Art ambienter Triphop mit sperrigen Elementen, zwischen die sich Brooks Gitarrenspiel hindurchboxen muss. Hier wie auf dem ganzen Album, hört man wie ausgereift und entwickelt Brooks Kompositionen sind.

In "Darker Room" überrascht zunächst eine weibliche Solostimme mit uralten Klostergesang, die dann von einem Sprecher in feinstem Englisch abgelöst wird. Es folgen hintereinander Instrumentaleinlagen mit japanischen Shamisen, Bläsern und Violine, um dann den Sprecher seinen Vortrag weiterführen zu lassen.

Der softrockige Titelsong wird von Paul Buchanan gesungen, und neben dieser tollen Stimme hat Brook auch wieder ein komplexes Arrangment voller Überraschungen zu bieten.

Und so lässt sich zu jedem Stück etwas berichten, aber besser noch man entdeckt es selber. Dieses Album ist ein wahrer Genuss und bisher für mich das interessanteste Album 2006, das sich aber definitiv nicht zum Nebenbei-Hören eignet und dafür auch eigentlich viel zu schade ist.


Passing Stranger
Passing Stranger
Preis: EUR 11,19

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von allem viel, 12. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Passing Stranger (Audio CD)
Sanfter Folk und astreiner Blues sind nur zwei Elemente auf Scott Matthews musikalischem Planeten. Daneben wären noch rockige Klänge und eine Prise Grunge zu erwähnen. Songs für die gesamte emotionale Bandbreite, eine wandelbare Stimme, die in Bestform auch mal an Eddie Vedder erinnert, wunderbare Slidegituar, schräge Instrumental-Jamsessiuons zwischen den Songs, indische Tablas und Sitar, Streicherpassagen, instrumentale Arrangments voller Spielfreude, und eine stilistisch üppige Bandbreite machen aus Passing Stranger eines der interessanteren Alben dieser Tage.

Vergleiche sind schwer weil der Mann so verdammt vielschichtig ist - mal etwas Ben Harper, etwas Chris Whitley oder Pearl Jam und im nächsten Song dann doch wieder ganz anders. Der Mann sprüht voller musikalischer Ideen und ist meine persönliche Neuentdeckung dieses Jahres.


Aerial
Aerial
Wird angeboten von Side Two
Preis: EUR 17,93

15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Day is full of Birds, 8. November 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Aerial (Audio CD)
Nach zwölf endlosen Jahren hatten die meisten Fans es nicht mehr zu hoffen gewagt: Kate ist tatsächlich zurückgekehrt. Wie das bei ätherischen Feengestalten so ist, ist ihre Musik wenig berührt vom alltäglichen Geschehen der Charts, klingt ihre Stimme unangetastet und ihre Songs noch zeitloser als je zuvor.
Die Reise beginnt mit der ersten CD im "Sea of Honey", den Kate mit einer Verneigung vor "dem King" of the Mountain einleitet. Als würde die Melodie tatsächlich erst langsam aus dem See einer mysteriösen Soundkulisse auftauchen, tritt bei diesem Stück die rhytmische Struktur des Songs nur zögerlich zu Tage. Ein Kate-typisches subtiles Arrangment, das es einem nicht zu leicht machen will. Ja, Kate hat gelernt sich Zeit zu lassen, auch innerhalb ihrer Stücke, die nun meist mehr als 5 Minuten für ihre volle Entfaltung brauchen. Insgesamt merkt man, daß ihre Musik deutlich ruhiger geworden ist. Die treibende Rhytmik frührerer Hits wie "Hounds of Love" ist bei weitem nicht so dominant eingesetzt und weicht einer eher ambienten Stimmung. Wie schick und "geschickt" das dann aber immer noch klingt, beweist Kate dann wieder mit Songs wie "Pi" wo sie uns tatsächlich die unzähligen Nachkommastellen der besagten Zahlenkonstante vorsingt - genial! "Bertie" ist Kates Liebeserklärung an ihren achtjährigen Sohn. Mit mitteralterlichem Instrumetarium insziniert sie dieses Lied märchenhaft und sich selber als Zauberfee - eine ihr ja nicht allzu fremden Rolle ;-).
Die instrumentale Umgebung der Songs ist häufig reduzierter, womit Kate wieder an den Anfängen ihrer Karriere ansetzt. So auch im sehr melancholischen "Mrs. Bartolozzi", bei dem Mutter Bush die Tristesse des Hausfrauenalltags, nur vom Klavier begleitet, meisterlich in Szene setzt. "How to be invisible" hellt als elegantes poppiges Highlight dieser ersten CD die Stimmung dann wieder deutlich auf. Auch Johanna von Orleans würdigt Kate mit einem, trotz der elektronischen Kulisse, recht sinnlich angelegten Song. Und wenn sie dann die erste CD mit "A Coral Room" abschließt, tut sie das ungewohnt persönlich und nah mit Erinnerungen an ihre Mutter.
"A Sky of Honey" folgt nun als ganz eigenständiges Album mit eigenem Konzept, welches alle Teile miteinander zu einem genialen Meisterstück verbindet. Insgesamt ist dies eigentlich der Höhepunkt des Aerial-Albums geworden. Mit "Prelude" taucht man ein in einen schönen Nachmittag im Grünen, begrüsst von Bertie und einigen vertrauten und manch weniger gewohnten Vogelgesängen. Ohne zu verweilen finden wir uns gleich im "Prologue" wieder, in dem sich Kate nach der Schönheit des Sonnenlichts in Italien sehnt, und dann auch noch italienisch singt. Das ist einer der grossen "Moments of Pleasure" auf Aerial, dem noch weitere folgen. Die beiden nächsten Stücke widmen sich mit ambienter Eleganz und leichtem Bühnen-Flair der Kunst eines Malers zu, dessen Tageswerk am Ende dann doch im Regenschauer ohne Tragik zerrinnt. Den Sonnenuntergang zelebriert Kate wunderbar am Klavier mit "Sunset", zunächst stilvoll begleitet von einem jazzigem Bass und später fortgetragen von feurigen Flamenco-Gitarren. Auf "Aerial Tal" kommt kurz eine exzentrisch verspielte Kate zum Vorschein, nur um schnell in "Somewhere in Between" hinüberzuführen, der sinnlichen Stunde der Dämmerung. Dann ist es plötzlich Nacht, und endlich entschliesst sich Kate doch einmal ihre roten Tanzschuhe herauszukramen. "Nocturne" lässt ihr dabei mit seinen acht Minuten genügend Zeit um ganz langsam, aber souverän in die altvertraute Ekstase mit treibender Rhytmik zu geraten - einfach grandios!!! Aerial - der nächste Tag bricht an und Kate ist nochmal voller rockiger Energie. Dann löst sich alles in Vogelgesang und ihrem herzhaften Gelächter auf und der Traum Aerial hat ein doch plötzliches Ende.


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