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Rezensionen verfasst von
jojim von der meff (Zürich)

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Herrenuhr Automatik Uhr Skelettuhr Kunstleder Armbanduhr
Herrenuhr Automatik Uhr Skelettuhr Kunstleder Armbanduhr
Wird angeboten von AMPM24
Preis: EUR 20,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Alltagsuhr für die groben Dinge des Lebens, 22. Oktober 2014
Kann man für rund 20 Euro überhaupt eine Automatikuhr verlangen, die dann auch noch optisch ansprechend ist?

Wenn man die Uhr auf dem Foto interessant fand, so wird sie dann von der Wirklichkeit doch eingeholt. Fotos sind geschönte Wirklichkeit. Das Gehäuse ist in echt außen auf schmutzig gemacht, als wenn sie schon länger getragen wäre. Das mag männlich wirken auf viele. Ich finde es eher etwas billig. Aber gut. Für den Preis.

Die Uhr ist recht dick geraten. Für zarte Handgelenke nicht gerade ein Hingucker.

Der Blick ins messingfarbene Innere aus Räderchen und Stegen erfolgt von beiden Seiten (Rückseite aus Glas). Das ist ganz nett.

Der Rotor, der die automatische Spannung der Feder besorgen soll, ist so schwergängig, dass ich bezweifle, dass er seinen Job unter normalen Umständen tut. Im Prinzip muss man die Uhr jeden Tag von Hand aufziehen. Auch kein Beinbruch. Bei dem Preis.

Die eine der beiden Halteschnallen des Armbands fiel nach 1 Woche ab. Ok, kann man wieder ankleben, wenn man sie nicht verloren hat. Das Armband wirkt sehr billig und ist recht knatschig weich, rutscht schon mal um das Handgelenk. Kein Wunder - bei dem Preis.

Sehr genau läuft die Uhr nicht. Pro Tag eine bis 2 Minuten Fehlgang. Aber bei dem Preis nimmt man auch das hin.

Fazit: kleiner Fehlkauf meinerseits. Aber ich werde sie unter schweren Bedingungen (Urlaub, Handwerk) einsetzen. Da scheint ihre Bestimmung zu liegen. Für 20 Euro.

jojim


Face Value
Face Value
Preis: EUR 7,99

4.0 von 5 Sternen Herz, Schmerz und Bläser - warum nicht?, 8. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Face Value (Audio CD)
Phil Collins erste Soloscheibe hat ihm viel Geld und damit großes Selbstbewusstsein eingebracht. Man gönnt es diesem Ausnahme-Drummer, der aus Genesis eine progressive Band machte oder sie zumindest in die richtige Furche brachte. Collins unglaubliche Beherrschung des Schlagzeugs ist zu besichtigen z.B. auf "The battle of Epping Forest" (Album: "Selling England"), wo er einen geraden 4/4 Takt mit einer Blues-Metrik gegenbürstet. Das kann keiner so wir er.

Seine Hobby-Band "Brand X" führte er bravourös in den Fusion-Bereich zwischen Rock und Jazz. Herausragende Fusion-Musk. Ein Tausendsassa.

Was er auf "Face Value" (zu Deutsch: "Offizieller Preis") macht, ist privatwirtschaftlich gesehen genial. Die Songs sind von teils schlichter Einfachheit in der Melodieführung, so dass man versteht, dass Tony Banks und Michael Rutherford dankend ablehnten, als er vielleicht "In the air tonight" für GENESIS vorlegte. Ich glaube nicht, dass Collins das tat. Aber einige glauben, dass das Material von "Face Value" Reste aus den Progzeiten bei GENESIS sind.

"In the air tonight" basiert auf einer absteigenden 3-er Ganztonfolge - bis zum Abwinken. Und das 5 Minuten lang. Das musste ein Erfolg werden. Einfacher geht es kaum. Aber eben genial, weil markttauglich. Der sparsame, einlullende Sound mit den bizarren Klangeffekten aus dem Vocoder machen es hier. Für mich der vielleicht schwächste Beitrag auf diesem Album - im direkten Vergleich.

Die anderen Songs sind ebenfalls eher Harmony-Diät. Teilweise mit 2 Harmonien kommt er aus. Da reichen sogar seine eigenen Klavierkünste aus. Aber so etwas kommt bei der Mehrheit gut an. GENESIS ist für viele einfach zu komplex gewesen.

Die beiden Instrumentals "Droned" und "Hands in Hand" sind Kleinode des repetitiven Rhythmusfreaks Collins, die gegenüber dem Rest der Scheibe aber schon fast progressiv klingen. Da tobt er sich mal aus. Das klingt teilweise nach Peter Gabriel und Hawaii ("Droned"). Das atmosphärisch gelungene "Hand In Hand" entwickelt sich nach mehrmaligem Hören zu einem saugenden Ohrwurm. Die Bläsersektion von Phenix Horns liefert mit ihrem Stakkato fast schon so etwas wie Drums ab. Ein Kinderchor verleiht dem ganzen eine sehr fröhliche Atmposphäre. Insgesamt eine exstatische Einlage, die Collins Gespür für Sounds bestätigt.

Man spürt bei einem Großteil der Songs, dass Collins für Motown schwärmt. Vor kurzem legte er ja eine Platte im Motown-Stil vor. Damals war er also schon ein großer Fan dieser Musik. Und seine Phil Collins Big Band (mit Quincy Jones am Pult) zeigt, dass er Jazz im Blut hat.

Einige der Songs sind traurige Liedeslieder. Sie gehen schon unter die Haut, wenn man Collins Scheidungsarie von seiner ersten Frau kennt.

Die CD endet mit einem BEATLES-Song. Collins kupfert den Song im Prinzip einfach nur ab. Nichts Neues, nicht einmal die Möwenschreie sind anders. Für mich ein Eingeständnis der Bewunderung für eine der größten Rockgruppen der Welt. Das ehrt Collins.

"Face Value" zeigt nicht ganz den "reellen" Wert von Collins. Aber es kommt schon sehr nahe ran. Ein nettes Pop-Album, das wie ein Chamäleon wirkt. Collins Stimme kann sehr angenehm und dennoch traurig klingen. Das macht das Album auch zu einem Sängeralbum. Es ist nicht nur der Drummer Collins, der hier Kurzweilliges bietet.

(Wertung nach einer weiteren Woche Anhörung auf 3 Sterne erhöht).
(Wertung nach einer weiteren Woche Anhören auf 4 Sterne erhöht. Es gibt trotz Einfachheit dennoch viele kleine Details, die einen mitnehmen).

jojim


Rhythmen des Lebens - Die erste Genesis-Autobiografie
Rhythmen des Lebens - Die erste Genesis-Autobiografie
von Mike Rutherford
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 23,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Endlich eine Autobiografie von Genesis, 31. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die erste Biografie über Peter Gabriel habe ich verschlungen. Sie war sehr aufschlussreich. Jetzt kommt Michael Rutherford endlich mit einer "Auto"-Biografie. Ich warte insgeheim, dass Tony Banks oder Phil Collins auch noch zum Stift greifen. Jede Perspektive bringt Neues und Interessantes.

Mike Rutherford wurde in der Vergangenheit von so manchem Musikliebhaber als taube Nuss bei GENESIS angesehen, eher weniger gut am Instrument (Bass, Gitarre, Bass-Pedal) und ziemlich unauffällig. Wer die Musik von Genesis aber genau kennt, weiß, dass er ein genau so wichtiger Mann wie die anderen war. Sein Bassspiel gibt der Musik genau das, was sie braucht. Ich persönlich schätze Rutherfords trockene, höfliche Art, wenn er in Videos über GENESIS redet. Ein für mich zutiefst vertrauenswürdiger Mensch. Aber einer mit Fehlern, wie er selber im Buch schreibt.

Wie ist das Buch nun? - Rein formal habe ich noch nie so viele Schreib-, Sinn- und Tippfehler in einem Buch angetroffen. Ich schätze mal so um die 50 - 80. Darüber hinaus ist die deutsche Übersetzung hin- und wieder seltsam. Manchmal verstehe ich ganze Sätze nicht so recht, muss zweimal lesen. Ob das im englischen Original auch so ist? - Aber das sind Nebensächlichkeiten, die sich beim Lesen verwaschen. Kein Beinbruch also. Die Lektoren sollten das Buch dennoch wenigstens einmal richtig durch lesen.

Mike bringt als dramaturgische Idee von Anfang an seinen Vater, einen hohen Marineoffizier, mit ins Spiel. Das bringt einerseits interessante Einblicke in die Vor- und Nachkriegsgesellschaft, bremst das Buch aber im letzten Drittel eher etwas aus, wo man gierig auf Mikes weiteren Lebensweg gespannt ist. In meinen Augen ist diese Art von Parallelmontage zwar eine recht gute Grundidee, aber in der Praxis des Leseerlebnisses dann doch ein bisschen hemmend. Na gut, es ist ein dramaturgisches Konzept, dass eine junge Dame Mike wohl nachträglich eingeredet hat. Aber das wird jeder wohl anders empfinden. Ebenfalls kein Beinbruch also. Es machte mir allerdings den Zugang zum Buch auf den ersten 80 Seiten insgesamt schwieriger.

Das Buch ist lesenswert und gewinnt mit fortschreitender Länge auch an Unterhaltungswert. Es ist ein Einblick in das Musikgeschäft aus erster Hand. Was will ich mehr? Was die Jungs alles getrunken haben - unglaublich. Dazu Frauengeschichten. Und Drogen. Tja, der Spruch scheint doch zu stimmen: Sex, Drugs and Rock'n Roll. Halbwegs chronologisch wird Station für Station im Leben Michaels abgehandelt. Manchmal erschließt sich mir der Sinn eines Abschnitts nicht unmittelbar. Das ist wohl wegen dieses britischen Humors und der Tendenz zum Understatement. Es wird nicht immer alles ausformuliert, sondern häufig mit den Augen gezwinkert. Manche Themen werden nur angedeutet, als wenn der Leser sich den Rest denken sollte. Zumindest empfand ich das so. Oder Mike schreibt halt so trocken.

Über die Herstellung der LPs von GENESIS erfährt man einiges. Wer hat was hauptsächlich komponiert? Wie arbeiteten sie zusammen? Wie entstanden kompositorisch Konflikte untereinander und wie löste man sie? Das klingt sehr lebensecht und menschlich. Vielleicht hätte man noch mehr auf die technische Seite einer LP Produktion eingehen können. Aber das wünscht sich halt jemand, der mit Technik befasst ist, wie ich.

Neben Anekdoten gibt es Einblicke in die Charaktere der Bandmitglieder, die mir endlich die Menschen hinter dem Wort GENESIS näherbringen. Tony Banks, der ängstliche aber fleißige Pianist, Peter, der unberechenbare Multiinstrumentalist, Steve, der eher schweigsame Gitarren-Verrückte und Phil, der lebenslustige Workaholic, der GENESIS erst zu dem machte, was sie dann wurden. Und ein Mike, der zwischen Bürgerlichkeit und Hippytum hin- und her schwankt.

Das Buch hat mir zum ersten Mal klar gemacht, dass GENESIS eine reine LIVE-Band waren. Sie spielten jedes Jahr fast 9 - 10 Monate irgendwo auf der Welt. Und dann mussten die LPs schnell eingespielt werden. Sie waren die LIVE-Band schlechthin, keine Studioformation, wie einige meiner Bekannten glauben. Das Tour Leben brachte ziemliche Unruhe und Verzicht ins Privatleben. Der Besuch der Beerdigung von Mike's Vater fiel dem Tour-Plan zum Opfer.

Ich habe nach einer gewissen "Eingewöhnungszeit" in das Buch kaum noch stoppen können mit dem Lesen. Es übte einen Sog aus. Und so wurde das Buch genau das, was ich mir davon versprach: Einblicke in das Leben von Menschen, die in 50 Jahren zu den Klassikern der Musik gehören werden, wie für uns heute Beethoven, Brahms, Tschaikowsky oder Berlioz.

Zugegeben. Ich lechze nach solchen Büchern.

4 Sterne aus zwei Gründen: schwaches Lektorat und insgesamt etwas wenig Information über die Studioarbeit mit den damals neuen Sounds, Aufnahmetechniken usw. Das hätte ich doch gerne genauer erfahren.

jojim


Staplerfahrer Klaus - Der erste Arbeitstag
Staplerfahrer Klaus - Der erste Arbeitstag
DVD ~ Konstantin Graudus
Wird angeboten von dvd-schnellversand
Preis: EUR 9,93

5.0 von 5 Sternen Geniestreich - nicht für jeden geeignet, 22. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich muss seit 10 Jahren immer wieder lachen, wenn ich diesen Splatter-Film sehe. Das Blut spritzt nur so. Aber es geht um höhere Erbauung. Der Film zeigt - getarnt als Lehrfilm - wie dumm und verantwortungslos Menschen nun mal so sind. Diese Diskrepanz zwischen Lehrfilm und Horrorfilm erzeugt das Lachen. Der ehemalige "Der 7. Sinn"-Sprecher Högen leiht dem Film seine unschuldige Stimme. Das gibt dem Ganzen noch eins oben drauf. Manchmal krümme ich mich vor lachen.

Wer kein Blut sehen kann, sollte hier nicht zugreifen, obwohl dieses Filmblut (Ketchup) für die Psyche des Betrachters gut angelegt ist. Man lernt, wie doof Menschen sind.

Volle Punktzahl.

jojim


Sennheiser PX 100-II Faltbarer offener Stereo-Minikopfhörer (114 dB) weiß
Sennheiser PX 100-II Faltbarer offener Stereo-Minikopfhörer (114 dB) weiß
Preis: EUR 31,99

5.0 von 5 Sternen Leicht, angenehm zu tragen, starke Bässe - preislich günstig, 22. August 2014
Wer zuhause mit einem "offenen" Kopfhörer Musik hören will und seine Sitznachbarn (im Bus) nicht stört, ist mit diesem Sennheiser gut bedient. Ausgewogener Sound über den ganzen Freqenzbereich. Die Bässe sind für einen Kopfhörer dieser Preisklasse sehr gut entwickelt. Ich benutze ihn zuhause, um Musik zu hören, ohne vollkommen von der Außenwelt abgeschottet zu sein. Dazu muss es im Zimmer natürlich einigermaßen leise sein. Ansonsten muss man sich ein geschlossenes System anschaffen (mit großen Muscheln, die das gesamte Ohr abdecken).

Das Einklappen der kleinen Hörmuscheln und das witzige Falten ermöglichen das platzsparende Wegpacken in der Computertasche für unterwegs. Sehr praktisch.

Ich habe schon einen Kopfhörer an einen jungen Menschen verschenkt (in weiß), damit dieser von Anfang an lernt, wie Musik klingen muss. Sennheiser ist bekannt für seine Qualität.

jojim


One for the Vine (2007 - Remaster)
One for the Vine (2007 - Remaster)
Preis: EUR 1,29

5.0 von 5 Sternen Zeitgemäßer Sound eines Traumalbums, 22. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zum Remix: Abseits ausgetretener Rock-Blues Pfade baut GENESIS seine musikalische Welt weiter aus, diesmal wieder ohne Peter Gabriel. Die Titel haben ihre Schroffheit verloren, sind sanfter und orchestraler geworden.

Kurz: ein Album, das mich mein Leben lang begleitet hat - und weiter wird.

jojim


Di Terra
Di Terra
Preis: EUR 10,15

2.0 von 5 Sternen Filmmusik - kein Artrock, 21. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Di Terra (Audio CD)
Ich mache es kurz: diese Musik würde jeden Film schmücken. Aber es ist nicht das, was ich unter Artrock verstehe. Es ist ein völlig anderes Genre: eben Filmmusik. Ganz langsamer dramaturgische Aufbau der Stücke, basierend auf Repetitionen. Keine Frage, das klingt teilweise sehr elegisch und schön, manchmal nervös aktiv, manchmal pastoral. Alles Dinge, die bei Filmmusik gefragt sind. Es ist für mich eher Hintergrundmusik für lange Autofahrten, weil sie keine Akzente setzt. Beim Cirque du Soleil hört man seit 20 Jahren ähnliche Musik bei den artistischen Darbietungen. Und dafür ist sie ideal.

Aber man kann diese Scheibe nicht mit GENESIS in einem Atemzug nennen. Man würde auf den Holzweg geschickt. Es ist eine völlig eigene Musik.

Die 2 Sterne beziehen sich also nicht auf die Musik, sondern auf die im Netz kursierenden Querverweise auf GENESIS oder YES usw. Die Musiker der Band sind alle Meister ihres Fachs. Das ist unbestritten.

jojim


Rockin' the Fillmore the Complete Recordings
Rockin' the Fillmore the Complete Recordings

4.0 von 5 Sternen Blut. Schweiß und Tränen., 21. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich kannte HUMBLE PIE nur von "As Safe As Yersterday Is" (als Schüler gekauft) und fand sie erfrischend gut, ungewöhnlich, verschroben. Ich wollte nie weitere Scheiben von ihnen besitzen. Das Genre reichte mir. Dann las ich die Kritiken hier und dachte: "Was kann an einem Live-Konzert so toll sein?"

Heute habe ich mir "... Fillmore" auf den Sennheiser PX 100 II Kopfhörern angehört. Kein befürchtetes "Schmalhans ist Küchenmeister Live-Konzert". Es ist, als ob man nicht nur vor der Bühne, sondern auf der Bühne neben dem Sänger Mikrofon stünde. Diese "Präsenz" der Aufnahme ist unglaublich. Als wenn man es vor 3 Monaten mit feinster Digitaltechnik aufgenommen hätte, und nicht Anfang der 70-er. Begnadete Toningenieure waren hier wohl am Werk. Volle Bässe, wuchtige Drums. Saftig.

Warum ich die Scheibe beachtlich finde? Sie läßt einen Teil haben, wie Meister ihres Fachs sich verausgaben. Hier begreift man, was es heißt, live zu spielen. Man hört alles, auch kleine Fehlerchen. Aber genau das macht die CD dokumentarisch und ist ein Zeitzeugnis schlechthin. So also klingt HUMBLE PIE auf einer Bühne in New York.

Besonders eindrucksvoll: die Stellen in der Musik, an denen fast Stille herrscht, wenig passiert. Da atmet es, da spürt man Gänsehaut. Es wird nicht alles zugekleistert mit Powersound. Da kommt Blues zum Tragen - als Klagegesang.

Man hätte Beethoven oder Mozart gegönnt, sich diese Scheibe einmal anzuhören. Was für ein Sound! Der elektrische Strom kommt durch alle Ritzen der Riesenboxen. Es ist eine Urgewalt, laut, schmutzig, verzerrt. Adrenalin pur. Eine neue Welt im Vergleich zu einem 90 Mann Klassik-Orchester. Hier definiert sich die Neuzeit der Musik, die mithilfe der Elektrizität eine völlig neue Ausdruckkraft erreichte.

Und HUMBLE PIE spielen das, was sie einfach können: Blues in seinen Spielarten. Man fiebert mit. Steve MARRIOT ist ein Wizard. Er muss als Mensch eine Art Atombombe gewesen sein. Er kann sich kaum halten vor Explosivkraft. Der fuhr am absoluten Limit. Welche Energie! Eine Dampflok. Da spürt man auch die Tragik seines Lebens, das jäh zu Ende ging. Eben Blues.

Und Peter FRAMPTON zeigt hier ganz beiläufig, wie klug und spannend man eine Gitarre bedienen kann. Kein endloses Gefrickel, sondern klassische Melodieführungen, die immer eine Richtung haben. Kein Wunder, dass aus ihm später ein Weltstar auf der Gitarre wurde.

Diese Scheibe bringt mir Blues näher, die Essenz von Blues. Damit hatte ich nicht gerechnet. Meine Blues-Kenntnisse beschränkten sich bisher im Wesentlichen auf FLEETWOOD MAC. Aber was HUMBLIE PIE hier vom "Leder" zieht, ist unerhört. Und man sitzt buchstäblich mittendrin.

Eine Aufnahme für alle die, die nie die Chance hatten, einem Live-Konzert beizuwohnen, bei dem elektrische Gitarren die Hauptrolle spielen. Ich hätte 5 Sterne vergeben, wenn mehr verschiedenen Songs auf der CD wären. Die Wiederholung der wenigen Titel ist hochinteressant aus musikalischer Sicht. Doch mir fehlt etwas, was auf "As Safe ...." zu hören ist: Vielfalt. Aber 4 Sterne sind ja nicht schlecht. Bei mir jedenfalls.

Diese Scheibe ist ein Erlebnis im wahrsten Sinne. Quasi 3-D für die Ohren.

jojim


As Safe As Yesterday Is
As Safe As Yesterday Is
Wird angeboten von dutchtoni
Preis: EUR 23,59

5.0 von 5 Sternen Hysterie pur, 11. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: As Safe As Yesterday Is (Audio CD)
Diese LP war meine erste LP im Leben überhaupt. Daran erinnere ich mich noch ganz genau. Ich wollte mit 15 Jahren (1969) unbedingt "Natural Born Boogie" auf Platte besitzen. Der Titel ist noch heute für mich einer der besten seines Genres. Er groovt wahnsinnig. Perfekter Gitarren-Rock. Man muss drauf tanzen, so reißt es einen mit. Genial, wie Gitarren und E-Piano sich gegenseitig motivieren. Und der mehrstimmige Gruppengesang gibt einem den Rest. Große Emotionen.

Als ich mit der aktuellen LP "As safe as yesterday is" unter dem Arm als Pennäler in großer Vorfreude aus der Stadt nach Hause kam, war der Titel "Natural Born Boogie" nicht drauf. Welch eine unglaubliche Enttäuschung damals. Ich wollte doch nur ihn. Doch eigentlich welch ein Glück! Die LP gehört noch heute zu den hörenswerten Scheiben meiner Jugend. Humble Pie ist eine völlig unterbewertete Gruppe. Sie haben den Punk und den Metall-Rock quasi vorweg genommen. Und dabei konnten sie auch noch lyrisch und pastoral sein - mit so manchem Titel (z.B. "As safe as yesterday is").

Für die vorliegende CD (die "Natural Born Boogie" als Bonus drauf hat) kann man irgendwie kein Etikett erfinden. Die Musik ist abwechslungsreich, geboren im Blues und Rock, und hat für meinen Geschmack etwas "Hysterisches". Das kommt durch Steve Marriot, dessen Stimme sich meist überschlägt. Ein Vollblut-Rocker wir er im Buche steht. Und diese Hysterie ist für mich das Markenzeichen der CD. Das ist pures Adrenalin. Keine Konfektionsware. Und Peter Frampton zeigt schon damals, was in ihm steckte.

Die Songs sind auf ihre Weise alle interessant, differenziert und einzigartig. Ich kann aus jedem etwas gewinnen. Handgemachter Wahnsinn, der auf alten musikalischen Traditionen aufbaut. "Alabama 69" ist so ein Song. Er klingt, als ob ein Haufen besoffener Südstaatler sich den Frust rausbrüllen. Das hat Stimmung und Intensität, die über 40 Jahre bei mir gehalten hat. Für den Normal-Hörer dürfte so etwas außerhalb jeder Erfahrung liegen.

Ich mag sehr gerne den Titel "Buttermilk Boy", der einem simplen Landjungen das Stadtleben näher bringen soll. Der Titel hätte eigentlich in die Hitparaden gehört. Warum er dort nicht ankam? Keine Ahnung. Hart, fetzig, klug gemacht. Es rockt tierisch. Ich bin begeistert. Und das Gitarrensolo ist keins von denen, die nicht wissen, wo es hin gehen soll.

"Desperation" kommt im 3/4 Takt daher und schraubt sich immer wieder zu emotionalen Refrains hoch. Der schwere Hammond-Sound hüllt diesen Song in eine dicke, breiige Stimmung. Die beiden Sänger wechseln sich exstatisch ab. Vor allem Steve Mariott mit seiner unverwechselbaren Whisky-Stimme gibt dem Song ungewohnte Spannkraft und Feuer. Und wieder gibt ein schön gedrechseltes, dezidiertes Gitarrensolo. Das hat Hand und Fuß - und Atmosphäre.

"Growing Closer" hat als Hauptdarsteller eine Mundharmonika. Sehr speziell. Dazu akustische Gitarren und röhrender Gesang. Eine Querflöte spielt auch mit. Schöne Stimmung.

Der Titel "I'll go alone" lebt von einem Sitar-Intro mit Flöte. Sehr ungewöhnlich. Langeweile kommt da nicht auf. So etwas bekommt man selten gereicht im Rock der 70-er. Dann geht's richtig los. Die herrlichen Hammond Sounds schwelgen im Hintergrund. Der Bassist füllt mit rhythmischen Läufen den langsamen Beat. Und ein Piano hämmert im Hintergrund stellenweise mit. Eine ungewöhnlich üppige Instrumentierung. Und Marriot und Frampton singen sich die Kehlen wund. Klasse.

"A nifty little number like you" ist ein hervorragend gemachter Schmachtfetzen. Wieder diese Hysterie, die den Song so magisch macht. Keine simplen Blues-Muster, sondern komplexe Komposition, hart am Rock. Das mag ich an Humble Pie. Sie langweilen einen nie.

Diese ganze Scheibe ist für mich etwas Besonderes. Sie fällt so aus dem Rahmen des banalen Rock heraus, dass man es kaum glauben kann. Sie ist eigentlich ein eigenständiges Kunstwerk voller Inbrunst und geordnetem Chaos. Gitarrensound aus einem Guss.

Man muss sich als Neuling anfangs drauf einlassen, mehrmals reinhören und diesen energiegeladenen Musikern mit Hang zum Lyrischen einfach nur lauschen.. Ein Geheimtipp aus einer Zeit, als Musik noch Seele und gleichzeitig harte Kanten hatte. Ein Hexenkessel aus musikalischen Ideen. Ein roher Diamant.

jojim
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 26, 2014 9:55 PM MEST


From The Earth To The Moon [5 DVDs]
From The Earth To The Moon [5 DVDs]
DVD ~ Tom Hanks

5.0 von 5 Sternen Ein Dokumentarfilm im Gewand eines Spielfilms. Bravo., 21. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: From The Earth To The Moon [5 DVDs] (DVD)
Was habe ich eigentlich erwartet, als ich vor einigen Tagen aufgrund der positiven Rezensionen hier das Paket mit den 12 Filmen (auf 5 DVDs) bestellte? Schlimmsten Kitsch? Ja. - Aber ich wollte mit eigenen Augen sehen. Ab meinem 14. Lebensjahr hatte ich die Apollo Flüge in Schwarz/Weiß miterlebt und war fasziniert.

Und jetzt habe ich fast schlaflose Nächte hinter mir, weil ich bis spät nach Mitternacht vor dem Bildschirm kauerte und mir diese unglaubliche Welt der Apollo Flüge ansah, nein ansehen "musste". Es war wie eine Sucht.

Mein Fazit: eine sehr sehenswerte Filmreihe von Tom Hanks als Producer, die auch mit kritischen Tönen aufwartete. Das befürchtete U.S. Helden-Epos blieb weitgehend aus. Sehr sachlich und informativ wird die Zeit der 60-er und 70-er Jahre mit in den Film über die Mondfahrer und auch ihre privaten Umfelder einbezogen. Es wird gezeigt, wie der Mensch im Getriebe der Wissenschaft und Technik Hochleistungen vollbringt oder scheitert. Historisch sehr wertvoll vor allem für die heutige Jugend. Für mich war es eine spannende Reminiszenz, eine große emotionale Reise in die Vergangenheit.

Man kann die ganz selten mal schludrige Synchronisation der jeweiligen Einführungsreden von Tom Hanks bemängeln. Das klingt etwas dahingeleiert. Dafür kann Hanks nichts. Der kann reden. Und auch bei einigen wenigen deutschen Übersetzungen im Film ("Der Igel landete" für "The eagle has landed") schlich sich Dummheit und Unvermögen der deutschsprachigen Bearbeiter ein. Wenn man keine Ahnung von Raumfahrt hat, darf man anscheinend doch Texte übersetzen. Und keiner merkt es. Aber diese Ärgerlichkeiten halten sich in sehr engen Grenzen. Es ist die absolute Ausnahme. Man kann ja gelegentlich umschalten auf die Englische Originalversion. Das hilft manchmal.
Das ficht die Filme aber nicht an. Keineswegs.

Ich erfahre darin sehr viel, was nicht in den einschlägigen Büchern und sonstigen Film-Dokumentationen über Apollo drin ist. Die kleinen menschlichen Tragödien und Schwächen werden nicht ausgespart. Und man erfährt auch technische Dinge, die einem in der Form nicht klar waren - mir als Laie.

Alles in allem sehr empfehlenswert, vor allem weil der Grad der hollywoodschen Dramatisierung sich in gut erträglichen Grenzen hält und die Filme nicht in billigen Kitsch abrutschen. Die Filme sind nicht überdramatisiert. Das wäre sehr leicht möglich gewesen bei einem Thema, das eine so fundamentale Bedeutung für die Menschheit hat. Da hatte wohl Tom Hanks den Daumen drauf. Gottseidank.

Ich bin ziemlich begeistert, obwohl ich jetzt immer noch nicht genau weiß, wie ein Raumschiff technisch detailiert funktioniert. Aber man bekommt einen guten Einblick in Technik und in das Wagnis. Die Folge Nummer 11 widmet sich fast ganz den Ehefrauen der Astronauten und deren Schicksal. Sie mussten am Cape Kennedy jedesmal mit Todesangst mitansehen, wie ihre Männer auf fliegenden Ungeheuern und ohrenbetäubendem Lärm entweder abhoben - oder verbrannten. Das ist etwas, was man sich nicht einmal in einem Krieg so vorstellen kann, nämlich unmittelbar dabei zu sein, wie das Unglück passiert. Diese 11. Episode versucht, sich in die Ehefrauen einzufühlen. Deshalb ist von den 12 Episoden nur diese 11. von einer Frau (Sally Field) hergestellt worden. Alle anderen von Männern. Man urteile selbst, wie dies gelang.

Man muss sich das Ganze mehrmals ansehen, soviel gibt es zu sehen und zu erfahren.

jojim


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