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Beiträge von Christoph Kolb
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Rezensionen verfasst von
Christoph Kolb "heisdeathjim" (Heidelberg)
(REAL NAME)   

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To Hell And Back: An Autobiography
To Hell And Back: An Autobiography
von (Vocalist) Meat Loaf
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,97

4.0 von 5 Sternen Interessant und unterhaltsam, 22. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Über Meat Loaf wurde viel geschrieben. Nun hat der massige Tenor selbst das Wort ergriffen und schildert die Stationen seines Lebens aus eigener Sicht. Im Großen und Ganzen betrachtet Meat Loaf sein Leben mit einer großen Portion Humor und Selbstironie. So wie er sich als großartiger Entertainer auf der Bühne präsentiert, so unterhaltsam ist seine Lebensgeschichte. Alleine die Aufzählung seiner zahlreichen Gehirnerschütterungen (16, wenn man ihm glaubt) lädt zum Schmunzeln ein. Auch seine Krieg-und-Frieden-Beziehung mit dem exzentrischen Songwriter Jim Steinman wird ausführlich beleuchtet.

Ein ganzer Abschnitt im Buch dreht sich um die Entstehung seines legendären Debütalbums "Bat out of Hell". Von den Anfängen in den frühen Siebzigern, über die langjährige Suche nach einer Plattenfirma bis hin zu dem Mega-Erfolg in den Jahre 1978 und 1979.

Daneben verschweigt Meat Loaf aber nicht die dunklen Phasen in seinem Leben. Seine Drogen- und Alkoholsucht; die Affäre mit einer Dame, die er namentlich nicht nennt; die Probleme mit dem plötzlichen Erfolg als Weltstar und wie er schließlich - nur wenige Jahre nach seinem Wahnsinnserfolg - bankrott und hochverschuldet Tag für Tag um das Überleben seiner Familie kämpfen musste. All das wird hier thematisiert.

Wenn man eine Kritik äußern kann, dann das Buch bis zum Jahr 1981 (Release und Flop seines zweiten Albums "Deadringer") recht ausführlich ist, die Jahre danach aber im Raffer präsentiert werden. So als hätte der Verleger gesagt: "Hey Meat, in 30 Seiten bist du aber fertig, ja?". Schade, denn gerade die mageren Jahre und die Entstehung des fulminanten Comeback-Albums "Bat out of Hell 2: Back into Hell" hätten ein paar Seiten mehr verdient.

Das Buch gibt es nur auf englisch. Aber mit einem halbwegs guten Schul-Englisch dürften auch Nicht-Muttersprachler mit der Lektüre klar kommen, denn Meat Loaf (bzw. sein beratender Co-Autor) schreibt meist in kurzen und einfach gehaltenen Sätzen. Anders herum gesagt: Wer sich einen Meat Loaf Song übersetzen kann, ohne bei jeder Strophe gleich zum Wörterbuch greifen zu müssen, kommt mit dem Buch klar :).

4 Sterne für ein kurzweilliges und informatives Buch von Mr. Fleischklopps himself. Es hätte an einigen Stellen lediglich etwas ausführlicher sein können.

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SHORT REVIEW IN ENGLISH

"To hell and back" is an enjoyable read for every Meat Loaf Fan. Mr. Loaf himself, supported by a Co-Writer, tells the Story of his life as entertaining as he is on stage. The funniest parts of the books is about his love/hate-relationship with the excentric Songwriter Jim Steinman. Meat Loaf also tells the dark side of his life: Drug addiction, affairs, the lawsuits that made him bankrupt - it's all in the Book. While the years until 1981 are much in Detail, it is sad, that the years between "Deadringer" and his Comeback "Back into Hell" feels a bit rushed.

For every foreign reader: Meat Loaf writes in short and easy sentences. If your English is decent enough to translate the lyrics of a Meat Loaf Song into your own language, you will not have much problems ;).


Piece of the Action-the Best O
Piece of the Action-the Best O
Wird angeboten von DVD Overstocks
Preis: EUR 13,60

4.0 von 5 Sternen Meat Loaf 1977-1986, 22. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Piece of the Action-the Best O (Audio CD)
"Piece of the Action" ist der typische Fall einer Plattenfirmen-Best-of. Sprich: Es wird nicht die ganze Karriere von Meat Loaf abgedeckt, sondern lediglich die Alben, die bei Epic und Arista (heute beide in Sony eingegliedert) veröffentlicht wurden, berücksichtigt.

Daher bekommt man hier nur ein Meat Loaf Best of der Jahre 1977 bis 1986 bzw. der Alben "Bat out of Hell", "Deadringer", "Midnight at the lost and found", "Bad Attitude" und "Blind before I stop".
Spätere Hits wie "It's all coming back to me now" (Album: Bat out of Hell 3), "I'd lie for you (and that's the truth)" (Album: Welcome to the Neighborhood), "Objects in the rear view mirror", "Rock and Roll dreams", "Life is a Lemon" und natürlich sein Mega-Comeback "I would do anything for love" (allesamt vom Album: Bat out of Hell 2) fehlen hier!

Aber die Unvollständigkeit ist auch schon der einzige Meckergrund dieser randvollen Doppel CD. Hierauf enthalten sind alle(!) 7 Songs seines Meisterwerks "Bat out of Hell", das halbe "Deadringer" Album und von den übrigen drei Scheiben die besten Hits wie etwa "Modern Girl", "Midnight at the lost and found" etc. Als kleines Schmankerl gibt es auch noch den Gastbeitrag "I love you so I told you a lie", den Meat Loaf für das Ted-Nugent-Album "Free for all" beigesteuert hat.

Wer es vollständiger haben möchte (ich vermute allein das Fehlen von "I would do anything for love" dürfte einige stören), greift vielleicht besser zu dem Doppeldecker "The very Best of". Alle anderen bekommen hier aber einen guten Einstieg bzw. Überblick von Meat Loafs frühem Schaffen.

4 Sterne für eine gut zusammengestellte Compilation der Jahre 1977-1986


Doctor Who - SHADA
Doctor Who - SHADA
von Douglas Adams
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

5.0 von 5 Sternen Ein verlorenes Abenteuer, 20. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Doctor Who - SHADA (Broschiert)
"Shada" sollte der abschließende Sechsteiler der Doctor-Who-Staffel 1979 werden. Durch einen Streik wurde der Mehrteiler jedoch nur teilweise gedreht und nicht vollendet. Es gibt zwar eine Videorekonstruktion in welcher Tom Baker die fehlende Szenen nacherzählt, aber als Filmgenuss kann man das Ganze leider nicht sehen. Generell halte ich von den Rekonstruktionen verschollener oder nicht vollendeter Doctor Who Folgen nicht viel. Das ist sicher für einige Fans reizvoll, aber ich schätze ein geschlossenes Werk deutlich mehr. Und dafür gibt es glücklicherweise diesen Roman.

Die Geschichte und das Original-Drehbuch stammt von Douglas Adams, der im gleichen Zeitraum seine geniale SciFi-Satire "Per Anhalter durch die Galaxis" schrieb und sich alleine mit diesem Werk einen Platz unter den großen SciFi-Autoren der jüngeren Zeit schuf. Ein Ruf den er angesichts eines verhältnismäßig überschaubaren Gesamt-Werkes bis heute nicht verloren hat. Zu genial ist eben das Wenige, das er geschrieben hat. Es verwundert daher auch nicht wirklich, dass sein Name groß auf dem Cover prangt.

Geschrieben wurde diese Adaption von Gareth Roberts, der - zumindest im Doctor Who Kosmos - auch kein Unbekannter ist. Als Autor verfasste er Hörspiele, Romane und Drehbücher für die Serien-Wiederaufnahme ab 2005 (u.a. "Der Shakespeare Code" und "Der Untermieter"). Zudem stammt so ziemlich jede zweite bis dritte Episode des Who-Spin-Offs "The Sarah Jane Adventures" von ihm. Roberts' eigene Geschichten sind mit einem ähnlich absurden Humor gespickt, wie ihn Adams gerne verwendete. Von daher verwundert es nicht, dass er als Autor für "Shada" herangezogen wurde.

Zur Geschichte: Professor Chronotis, ein alter Freund des Doktors, ist ein Timelord in seiner letzten Regeneration. Die vergangenen Jahrhunderte hat er heimlich als Dozent der Universität Cambridge verbracht, ohne das es irgendjemand großartig aufgefallen wäre. Doch der Professor hütet ein Geheimnis: Er hat das Buch "Das Verehrungswürdige und uralte Gesetz von Gallifrey" in seinem Besitz. Und hinter diesem ist der machthungrige Skagra her, da das Buch das Geheimnis des Planeten Shada enthält. Das Geheimnis von Shada? Als ob ich das hier verraten würde...

Ohne all zu viel Doctor Who Romane gelesen zu haben, so kann ich doch behaupten, dass "Shada" eine Besonderheit ist. Zum einen nimmt sich hier ein Autor der Geschichte eines anderen Autors an. Zum anderen merkt man auch im Aufbau, dass die Geschichte ursprünglich dafür gedacht war, als Fernsehmehrteiler erzählt zu werden. Der Roman erstreckt sich über etwas mehr als 400 Seiten, die in 6 gleich große Teile untergliedert wurden. Wie für die klassische Who Serie üblich endet natürlich jeder Teil außer dem letzten mit einem reißerischen Cliffhanger. Die Kapitel innerhalb der sechs Teile sind kurz und sind vermutlich leicht verändert die einzelnen Szenen der jeweiligen Episode. Dadurch erinnert das Buch mehr als jeder andere Roman an die Fernsehserie und liest sich ebenso schnell wie kurzweilig. Ich habe mir den Spaß gegönnt, das Buch in sechs Tagen zu lesen... also quasi eine Episode am Tag.

Douglas Adams hat einen unnachahmlichen Stil. Und auch wenn der ganze Roman homogen geschrieben ist, fällt dem Kenner auf, welche Stellen wohl unbehandelt vom Original-Drehbuch übernommen wurden und an welchen Stellen Roberts seine eigene Note hinzugefügt hat. Roberts hat glücklicherweise nicht den Fehler gemacht, Douglas Adams imitieren zu wohlen, sondern schreibt in seinem eigenen Stil. Aber da Roberts ein ebenfalls talentierter Autor ist und sein eigener Humor wunderbar mit dem von Adams harmoniert, ist das Ergebnis erstklassig geworden. "Shada" ist eine herrlich überdrehte Geschichte, die flott geschrieben und kurzweilig zu lesen ist.

Einen Vorgeschmack gibt bereits der erste Absatz des Buches:
"Im Alter von fünf Jahren entschied Skagra kategorisch, dass Gott nicht existiert. Die meisten Wesen im Universum reagieren auf diese Erkenntnis entweder erleichtert oder verzweifelt. Skagra dachte jedoch: Moment malm das heißt, da ist eine Stelle frei."
In diesem amüsanten Stil geht es weitestgehend das ganze Buch über weiter. Natürlich ist das nicht jedermanns Sache, aber wenn man ein Buch erwirbt, auf welchem der Name Douglas Adams prangt, dann weiß man in der Regel, worauf man sich einlässt. Für mich war es eine der besten Bucherwerbungen des Jahres und wird mit genügend Abstand sicherlich noch das ein oder andere Mal genossen.

FAZIT

Für mich als Douglas Adams Fan war es schön, noch einmal eine Geschichte von ihm lesen zu können. Dass es sich um ein Doctor Who Abenteuer handelte, war natürlich das Sahnehäubchen. Roberts wird den hohen Anforderungen gerecht und liefert ein flott geschriebenen und kurzweiligen Roman ab. Für alle, die Douglas Adams und/oder besonders humorvolle Doctor Who Abenteuer lieben eine klare Empfehlung. Alle 5 Sterne.


Licht und Schatten Best of-2000-2014 inkl. 3 neue Songs (Mediabook)
Licht und Schatten Best of-2000-2014 inkl. 3 neue Songs (Mediabook)
Preis: EUR 18,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Werkschau, 17. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ach, da merkt man doch wie man alt wird. Vermutet man zunächst noch, es sei ein bisschen zu früh für ein Best of der Totentänzer, stellt man im zweiten Gedanken fest, dass es die Truppe jetzt auch schon seit 16 Jahren gibt. Gerechtfertigt ist eine Werkschau nach dieser Zeit allemal.

ZUR AUSWAHL

CD 1:
Früher war alles besser
Prometheus
Habgier und Tod
Wachstum über alles
Hochzeitstanz
Satans Fall
Salome
Sündenfall
Ebenbild
Tritt ein
Falsche Freunde (Version 2007 - Bonustrack "Aus der Asche")
Spielmannsschwur

CD 2
Ode an die Feindschaft
Idol
Krieg kennt keine Sieger
Eulenspiegel
Schloss Duwisib (Bonustrack "Das schwarze IxI")
Freiheit (Bonustrack "Wer Wind saet")
Salz der Erde
Koma
Letzte Worte
Schöne neue Welt (Neuer Song)
Fatum (Neuer Song)
Weiß wie Schnee (Neuer Song

Jeder hat seine eigenen Lieblinge, aber objektiv betrachtet haben die Totentänzer hier ihre besten Stücke auf der Doppel CD verewigt. Von Live Granaten wie "Prometheus", ihrem Signatursong "Spielmannschwur" über die Mitsing-Schunkel-Nummer "Eulenspiegel" bis hin zu neueren Krachern wie "Idol" und "Wachstum über alles".
Es fällt auf, das insbesondere die letzten beiden Alben "Das schwarze IxI" und "Sturm aufs Paradies" größeres Gewicht erhalten. In Anbetracht des Erfolgs den die Totentänzer mit diesen beiden Scheiben hatten, ist das aber nicht ungewöhnlich.

Von den ersten vier Alben hat man keinen Song eingebunden ("Falsche Freunde" gibt es in der rockigeren Version von 2007). Schade, denn auch wenn die ersten Alben sich noch stark von der Richtung unterschied, in welche die Band ab 2006 ging, so wäre es zur Abrundung des Gesamtbildes reizvoll gewesen.

Neben drei neuen Songs finden sich auch einige rare Bonus-Songs ("Falsche Freunde 2007", "Freiheit" und "Schloss Duwisib"), die bislang nur Käufern von Limited Edition CDs vergönnt waren, auf der Doppel CD. Allein "Freiheit" - ein Stück, bei dem ich nie verstanden habe, warum sie es als Bonustrack verbrannt haben - ist ein Kaufgrund. Die drei neuen Songs sind alle sehr gut gelungen und stellen die Vielseitigkeit der Truppe unter Beweis

"Schöne neue Welt" ist eine düstere, schnelle Nummer. Textlich geht es um Überwachung und die Beschneidung der Freiheit. Stark

"Fatum" ist in mittlerem Tempo gehalten. Erneut kritisieren Saltatio Mortis in diesem Song den Wahnsinn des Krieges

"Weiß wie Schnee" ist eine rockige Nummer, in der allerdings die Mittelalter-Instrumente klar im Vordergrund stehen. Eine Adaption des Märchens "Frau Holle".

AUFMACHUNG

Edel. In Schwarz und Weiß gehalten präsentiert sich "Licht und Schatten" als aufklappbares CD-Mediabook. An beiden Seiten werden die CDs gehalten, in der Mitte ein ausführliches Booklet mit vielen Fotos, einem Vorwort und allen Songtexten.

FAZIT

Wer nichts bis wenig der Totentänzer im Regal stehen hat, kann zugreifen.
Wer viel bis alles der Totentänzer hat, kann auch zugreifen, denn es gibt drei neue Songs und einige rare Bonustracks
In jedem Fall erhält man ein gut zusammengestelltes Hitpaket der - für mich - besten Mittelalterrockband.
Alle 5 Sterne
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 20, 2016 8:42 AM MEST


Star Wars: Das Erwachen der Macht [2 Blu-rays]
Star Wars: Das Erwachen der Macht [2 Blu-rays]
DVD ~ Harrison Ford
Preis: EUR 16,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Licht und Schatten, 16. Juni 2016
Kurzes Vorwort

Ich bin ein Star Trek Fan. Warum ich das in einer Rezension zu dem neuesten Star Wars Film erwähne? Nun, weil es bei "Star Trek" und bei "Star Wars" eine Paralelle gibt: Regisseur/Produzent J.J. Abrams. 2009 hat er dem Trek Franchise mit einem Quasi-Reboot die Blockbuster Kur verpasst und dem schlingernden Franchise (zumindest komerziell) wieder den Erfolg zurück gebracht.

Für nicht wenige "Star Trek" Fans hat er sein Reboot zu sehr in Richtung "Star Wars" geschubst und damit in einigen Fan Augen ruiniert. Abrams war und ist kein Trekkie. Das hat er - was man immerhin anerkennen muss - auch nie abgestritten. Seine Liebe zu "Star Wars" bekannte er dagegen immer gerne. Man sah es der Handschrift des 2009er "Star Trek" Films in jeder Minute an. Eigentlich müsste er ja dann bei einem richtigen "Star Wars" Film gut aufgehoben sein, oder?

Doch in meinen Augen hat er bei "Das Erwachsen der Macht" eigentlich dasselbe falsch (aber in Teilen auch richtig, so viel Fairness muss sein) gemacht wie bei seinem "Star Trek" Reboot.

Fangen wir damit an, was er in meinen Augen RICHTIG gemacht hat:

- Einer der größten Kritikpunkte, die George Lucas für seine Prequel-Episoden I bis III bekam, war das allgemeine "Look and feel" dieser Filme. Zuviel CGI. Zuwenig optische Übereinstimmungen mit der alten Trilogie. Zu unnatürliche Dialoge. All das macht Abrams in "Das Erwachen der Macht" besser. Hier wurde soviel wie möglich mit echten Kulissen und an echten Drehorten gefilmt wie möglich und nur da ergänzt, wo man es brauchte. Die Charaktere wirken weniger steif und die Dialoge wirken natürlicher. Die Distanz, die von den sterilen Bildern der Prequel-Trilogie ausging, wurde hier glücklicherweise vermieden.

- Han und Chewie. Von den "großen Vier" der Original Trilogie haben der Gauner und sein haariger Begleiter in diesem Film die größte Leinwandpräsenz. Und beide Charaktere wurden perfekt getroffen. Harrison Ford hat es geschafft, seinen Han älter, müder und auch desillusionierter zu porträtieren. Und dennoch ist Han noch dasselbe Schlitzohr mit den markigen Sprüchen wie in den Episoden IV-VI. Eine glaubhafte, ältere Version. Im Zusammenspiel mit Peter Mayhew sorgt das Gespann Han/Chewie dann sowohl für die humorvollsten wie auch tragischsten Momente des Films.

- Die neuen Charaktere machen Lust auf mehr. Rey hat man schon in den ersten Minuten ins Herz geschlossen. Sie ist tough und selbstbewusst. Die Macht ist stark in ihr, aber man hat vermieden sie in einen Übermenschen zu verwandeln. Finn als ehemaliger Sturmtruppler, der sich beweisen will, wirkt auch sympathisch. Von Poe Demaran hat man noch nicht allzuviel gesehen, aber seine lockere Art begeistert und er verspricht ein interessanter Charakter in den Folge-Episoden zu werden.
Der neue Bösewicht Kylo Ren alias Ben Solo ist ein Spezialfall. Als ich den Film das erste Mal sah und Kylo seinen Helm abnahm musste ich lachen. Wie soviele im Kino. Alle hatten einen toughen Darth Vader - Verschnitt erwartet. Doch hier haben die Autoren bewusst mit der Erwartungshaltung gespielt. Kylo/Ben ist kein abgebrühter Sith Lord, sondern letztlich nur ein von der dunklen Seite verführter, zerissener und unsicherer, junger Mann. Es wird spannend sein, in den Episoden VIII und IX zu sehen, wie Ben zu Kylo wurde und in welche Richtung sein Charakter gehen wird.

Aber jetzt kommen wir zu dem, was Abrams falsch gemacht hat:

- Mangelnde Originalität. Das man die Eröffnung des Filmes derart gestaltet, indem ein Droide mit einer wichtigen Information auf eine Außenseiterin auf einem uninteressanten Wüstenplaneten trifft, konnte man noch als Hommage verbuchen. Doch bei dieser Paralelle blieb es nicht. "Das Erwachen der Macht" ist letztendlich im gesamten Handlungsverlauf eine Kopie von Episode IV. Flucht vom Wüstenplaneten, Hilfe von einem (sogar demselben!) Schmuggler, böse Buben mit einer Superwaffe; Zerstörung der Superwaffe durch eine Bombe in einen Schacht - das Drehbuch folgt dem Plot des Star Wars Erstlings in bemerkenswerter Einfallslosigkeit. Natürlich kann man das Rad nicht neu erfinden. Aber ein bisschen Originalität hätte nicht geschadet. Als Beispiel kann man etwa die beliebte Thrawn-Buch-Trilogie von Timothy Zahn, welche unter Fans jahrelang als Quasi-Fortsetzung der alten Filme galt, heranziehen, wie eine schlüssige Fortsetzung von Episode VI hätte aussehen können.

- Abrams bleibt an der Action-Oberfläche. Und damit macht er denselben Fehler wie in seinem Star Wars Film. Wenn die Handlung schon dünn ist, so muss sich der Film mehr auf seine Charaktere konzentrieren. Und ja, Ansätze sind da. Aber Abrams gönnt seinen Figuren keine drei Minuten der Ruhe am Stück, sondern schleust sie von einem Action Feuerwerk ins nächste. Erkenntnis, Selbstreflektion, Überlegungen - alles uninteressant, wenn kein Lichtschwert durch die Luft saust oder irgendetwas explodiert.

Zur Blu Ray

Prinzipiell erspare ich mir das Bewerten der technischen Details (Meine Wiedergabegeräte würden eine professionelle Beurteilung eh nicht zulassen). Wie zu erwarten, sind Bild- und Ton - soweit ich es beurteilen kann - aber erstklassig. Der Ton ist raumfüllend und kommt v.a. in den Schlachtszenen im All gut zur Geltung.

Das Bonusmaterial enthält mehrere Dokumentationen, in welchen ein Blick hinter die Kulissen geworfen wird. Am spannendesten ist die sechsteilige Doku "Die Geheimnisse hinter Das Erwachen der Macht ". Hier hat das Team seit der "Machtübernahme" durch die Disney scheinbar immer wieder die Kamera draufgehalten, was zu interessanten, wenn auch - wen wunderts - nur positiven Eindrücken am Set führt. Weitere Dokus beschaffen sich mit der Erschaffung der Aliens, dem Bau von BB-8, den Special Effects und mit John Williams Soundtrack. Hier fand ich besonders interessant, wie der knuffige "Fußball"-Droide zusammengebaut wurde und die einzelnen Szenen letztendlich mit ihm gedreht wurden. Die 4 entfallenen bzw. erweiterten Szenen sind nett anzuschauen, aber es verwundert auch nicht, dass sie es nicht in den fertigen Film geschafft haben. Letztendlich gewinnt man durch diese Szenen keine neuen Erkenntnisse und vermutlich wäre der Erzählfluss des Filmes durch diese etwas ins Stocken geraten.

Fazit:

Es ist toll die alten Helden Han, Luke, Leia und Chewie wieder zu sehen. Mit Rey, Finn, Poe, Ben/Kylo und BB-8 hat man auch sympathische, neue Charaktere hinzugefügt, deren Weg sicher spannend zu verfolgen werden wird. Das Look and Feel des Filmes passt wieder mehr zur Originaltrilogie, als es die Episoden I-III taten. Abrams inszenierte den Film unterhaltsam und kurzweilig.
Es ist allerdings schade, dass Abrams und die Produzenten mit ihrem Drehbuch zu sehr auf Nummer Sicher gingen und es sich wie eine moderne Variation des Original-Star-Wars-Films (aka "Episode IV: Eine neue Hoffnung") anfühlt. Ich hoffe, dass die Folge-Episoden VIII und IX eigentständiger werden und wir zum Schluss nicht nur eine (wenn auch gut gemachte) Variation der Original-Trilogie bekommen.

Bei jedem anderen Film hätte ich vermutlich zwischen 4 und 5 Sternen geschwankt. Aber "Star Wars" muss sich eben an seiner eigenen Vergangenheit messen lassen. Daher nur 3, aber 3 wohlwollende Sterne.


The Very Best Of Bonnie Tyler
The Very Best Of Bonnie Tyler
Preis: EUR 4,90

3.0 von 5 Sternen Zusammenfassung der Bohlen-Jahre (1991-1994), 13. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Very Best Of Bonnie Tyler (Audio CD)
Zugegeben, sich ohne Vorkenntnis eine Bonnie-Tyler-Best-of-CD zu erwerben, ist ein gewagtes Unterfangen. Unter Titeln wie "The very Best of", "The Best" oder "Greatest Hits" scheinen jährlich neue Hitsammlungen der Reibeisenröhre auf den Markt geworfen zu werden. Da Bonnie jedoch des Öfteren die Plattenfirma gewechselt hat, finden sich auf den meisten Best-ofs nur Songs aus den Alben, die bei der jeweiligen Plattenfirma veröffentlicht wurden.

Die hier vorliegende "The very Best of" hätte eigentlich einen Titel wie "The Years 1991-1994" oder so ähnlich tragen müssen. Denn enthalten sind hier nur die Alben "Bitterblue", "Silhouette in red" und "Angel Heart". Für all diese Alben zeichnet sich Dieter Bohlen als Produzent und Hauptsongwriter verantwortlich. So wie Jim Steinman Bonnie in Richtung Bombast Rock bugsiert hat, so schiebt Bohlen Bonnie nun in Richtung Softradiopop. Meiner Meinung nach ist die Bohlen-Phase die schwächste in Bonnies Karriere, auch wenn sie den ein oder anderen (deutschen) Hit abwarf. Statt der Alben einzeln - wenn man nicht gerade ein totaler Bonnie Fan ist - ist man dann mit dieser Sammlung auch besser beraten, da sie die besten Stücke - der drei Produktionen enthält. Zudem - für mich der eigentliche Kaufgrund - ist hier der Song "Say goodbye" (Soundtrack Beitrag aus dem Film "Asterix in Amerika") enthalten. Eine wunderschöne Ballade, die man sonst nur schwer auftreiben kann.

Weiß man, worauf man sich einlässt, kann man diese CD gerne erwerben. Ein Best of, dass diesen Namen auch verdient, ist die hier vorliegende Sammlung allerdings nicht.

Bessere Zusammenfassung von Bonnie, die auch ihre größten Hits wie "Totale Eclipse of the heart", "Holding out for a Hero", "Lost in France" und "It's a heartache" enthalten, sind die 2002 erschienene Sammlung "Greatest Hits" (blauer Hintergrund, Bonnie Tyler Logo in Rosa) oder alternativ die deutsche Compilation "The very best of" (Cover in Schwarz, Bild von Bonnie auf der rechten Seite des Covers) - wie man sieht, muss man schon Cover beschreiben, um auf die guten Sammlungen hinzuweisen...


Original Album Classics
Original Album Classics
Wird angeboten von buy smart -24-
Preis: EUR 13,62

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht die Besten, aber dennoch ein Ohr wert, 1. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Original Album Classics (Audio CD)
1977 veröffentlichte der schwergewichtige Sänger Marvin Lee Aday aka Meat Loaf sein epochales Debütwerk "Bat out of Hell". Komponiert, arrangiert und (co)produziert wurde das Album von Jim Steinman. Innerhalb kürzester Zeit wurde die Platte ein Millionenseller, einige Jahre das meistverkaufte Musikalbum der Welt und letztendlich zum Kult. An den Erfolg seines Debütwerks konnte Meat Loaf in den Folgejahren nicht anknüpfen. Bereits der Zweitling "Deadringer" - ebenfalls in Zusammenarbeit mit Jim Steinman - erfüllte nicht die Erwartung. Es kam zum Bruch mit Steinman und Meat Loaf veröffentlichte Flop auf Flop, ehe er schließlich sogar seinen Plattenvertrag verlor. Jahrelang tingelte Meat Loaf durch kleine Hallen und Clubs ohne neue Titel. Das Rolling Stone Magazin ließ sich in jener Zeit dazu hinreißen, anzumerken, dass der Sänger wohl die schwerste Fußnote in der Rock n Roll Geschichte sei.
Doch das Ganze fand eine gute Wende: Steinman und Meat Loaf vertrugen sich wieder. Als Zeichen ihrer erneuten Zusammenarbeit nannten sie den Nachfolger, an dem sie jahrelang arbeiteten, "Bat out of Hell II: Back into Hell". Im Siegeszug der Monsterballade "I would do anything for love" feierten Meat Loaf und Steinman mit diesem Album 1993 ein furioses Comeback und hatten einen weiteren Millionenseller geschaffen. Auch wenn Meat Loaf erneut nicht wieder an den gigantischen Erfolg anknüpfen konnte, so ist er doch seit seinem Comeback eine etablierte Größe und kann bis heute auf mehrere Tausend Besucher pro Konzert zählen.

In der hier vorliegenden Kollektion sind die beiden "Bat out of Hell" Alben jedoch nicht enthalten. Was man hier bekommt sind die fünf Scheiben zwischen den beiden Höhepunkten:

Deadringer (1981)
Midnight at the lost and found (1983)
Bad Attitude (1984)
Blind before I stop (1986)
Live at Wembley (1987)

Den Reigen eröffnet "Deadringer". Im Prinzip dürfte jeder, der an "Bat out of Hell" Gefallen gefunden hat, auch dieses Werk in sein Herz schließen. Erneut hat Jim Steinman alle Songs komponiert und Meat Loaf intoniert diese Mini-Rock-Opern in bester Weise. Egal ob es die Rock n Roll Ballade "I'm gonna love her for both of us", das groovige "Read 'em and weep", der schnelle Opener "Peel out" oder die orchestrale Schmalzballade "More than you deserve" ist. Highlight (und bis heute unverzichtbar in Meat Loafs Liveset) ist jedoch der Quasi-Titelsong "Deadringer for love": In dieser fetzigen Rock-n-Roll-Nummer singt Meat Loaf im Duett mit Cher und liefert sich einen erstklassigen Schlagabtausch. Das etwas durchschnittliche "Everything is permitted" und das kuriose Sprechstück "Nocturnal Pleasure" trüben den positiven Gesamteindruck zwar ein wenig, dennoch ist es Meat Loafs beste Scheibe außerhalb der Bat Reihe. Starke 4 Sterne.

"Midnight at the lost and found" ist dann schon schwieriger. Jim Steinman war an diesem Album nicht beteiligt. Das macht sich nicht nur darin bemerkbar, das die Stücke wesentlich kürzer und konventioneller, sondern auch deutlich schwächer ausgefallen sind. "Keep driving", "Pricilla", "Wolf at your door", "If you really want to": Es ist egal welchen Song man sich herauspickt, denn man kann über jeden dasselbe sagen. Nett, nicht wirklich schlecht, aber auch nicht gut. Alles schon tausendmal besser gehört. Eine positive Ausnahme ist der Titelsong, denn man tatsächlich nicht mehr aus dem Kopf bekommt (wohl mit ein Grund, warum ausgerechnet dieser Titel als so ziemlich einziger der Scheibe noch Jahre später immer wieder in Meat Loafs Konzerten zum Besten gegeben wird). Und ich persönlich mag die poppige Eröffnungsnummer "The Razors Edge". Alles in allem 2 Sterne

"Bad Attitude" macht dann richtig, was "Midnight..." falsch gemacht hat. Die Stücke sind wieder rockiger, bombastischer und wuchtiger. Für die meisten Songs des Albums zeichnet sich Meat Loafs Live-Keyboarder Paul Jacobs verantwortlich, was die ganze Platte rund erscheinen lässt. Natürlich kommt Jacobs nicht an das Genie von Steinman heran, aber die Nummern sind ein ganzes Stück gefälliger als auf 'Midnight...'. Mit "Modern Girl" hat er Meat Loaf dabei sogar einen kleinen Hit beschert. Ebenfalls nicht übel ist der Titelsong, indem Meat Loaf gemeinsam mit Roger Daltrey (The Who) singt. Von Jim Steinman wurden auch zwei Titel beigesteuert: "Surfs up" ist eine Monsterballade par excellance; "Nowhere fast" ein knackiger Rocker mit unwiderstehlichem Refrain. Etwas negativ wirkt sich die typisch sterile Produktion der Achtziger (mit zuvielen Synthies) aus. Mit ein bisschen Fanbonus sind 4 Sterne aber drin.

Das vierte Album "Blind before I stop" ist ein spezieller Fall - im negativen Sinn. Für diese Platte zeichnet sich der deutsche Produzent Frank Farian, bekannt geworden durch Disco Acts wie Boney M. oder Milli Vanilli, verantwortlich. Man merkt, es ist nicht unbedingt die beste Wahl für ein Meat Loaf Album. Das Songwriting der Platte ist - freundlich ausgedrückt - unterirdisch. Billige Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Refrain-Einheitsnummern. Zudem ist das Ganze nicht nur schlecht, sondern auch noch sehr poppig ausgefallen. Meat Loaf selbst reagierte geschockt, als er feststellen musste, dass Farian unter so ziemlich jede Nummer einen Dancebeat gemischt hat. Im Endergebnis haben wir hier eine unterdurchschnittliche 80er-Pop-Platte die weder Farians bekannten Acts und vor allem nicht Meat Loaf steht. Der Titelsong ist ganz okay, "Execution Day" (rockigste Nummer der Platte) und "Rock n Roll Mecenaries" sind auch noch hörbar. Aber Highlights in Meat Loafs Katalog sind sie nicht. Und der Rest ist schlichtweg unhörbar. Gerade noch 1 Stern.

"Live at Wembley" zeigt dann, warum Meat Loaf in dieser Phase seiner Karriere nicht in Vergessenheit geraten ist: Seine Live Konzerte. Aufgenommen auf der UK-Tour 1986 zelebriert Meat Loaf ein (bis dato) gut ausgewähltes Best-of-Set. Hier ist alles Wichtige vertreten: "Midnight at the lost and found", "Modern Girl" und natürlich die unsterblichen Bat-out-of-Hell Hymnen wie "Paradise by the Dashboard light", "Two out of three ain't bad", "You took the words right out of my mouth" und "Bat out of Hell". Lediglich "'Deadringer for love'" wird vermisst. Zum Schluss spendiert uns Meat Loaf auch noch ein Rock-n-Roll-Medley. Meat Loaf war an diesen beiden Abenden in England in absoluter Bestform und auch seine Band spielte tadellos. 4 Sterne für dieses Zeitdokument

Was haben wir hier also
4 Sterne, 2 Sterne, 4 Sterne, 1 Stern, 4 Sterne
Macht immerhin ein Schnitt von 3 Amazon-Sternen

Damit haben wir zwar nicht das Beste des massigen Sängers, aber ein Ohr ist es trotzdem wert. Neueinsteigern sei vielleicht erstmal zu den beiden Bat out of Hell - Alben geraten (alternativ die Best of Doppel CD "The very Best of"). Aber wer neugierig ist, was Meat Loaf außerhalb seiner (mittlerweile zur Trilogie angewachsenen) Fledermaus-Reihe getrieben hat, kann hier zugreifen.

Zur Box selbst:
Die Original Album Series gibt es auch von vielen anderen Künstlern. Die Aufmachung ist immer recht ähnlich: In einem CD-großen Schuber stecken alle fünf CDs in dünnen Kartonhüllen, die an die alten Vinyl-Schallplatten-Hüllen erinnern (in diesem Fall ging man sogar soweit, das komplette Artwork der Schallplatten, inkl. Angaben wie "Side A" und "Side B", zu übernehmen. Booklets gibt es keine, dafür bietet diese Reihe viel Gegenwert zum kleinen Preis.
Ich habe mir die Box hauptsächlich geholt, weil meine Einzel CD von 'Deadringer' mittlerweile zu starke Gebrauchsspuren aufwies und ich mich zum Einzelkauf von 'Blind...' bislang nicht durchringen konnte.


Doctor Who - Sechster Doktor - Volume 2 [5 DVDs]
Doctor Who - Sechster Doktor - Volume 2 [5 DVDs]
DVD ~ Colin Baker
Preis: EUR 29,99

5.0 von 5 Sternen Colin Baker, die Zweite, 29. April 2016
Die Zeit, in welcher Colin Baker den Doctor verkörperte, war schwierig.
Der arme Mime, der seinen Doctor eigentlich ganz in schwarz gekleidet sah, bekam eine Beleidigung von Outfit spendiert (der Darsteller selbst bezeichnet es als 'eine Explosion in der Regenbogenfabrik'). Finanziell war Sparkurs angesagt, was sich in Austattung und Kulissen der ohnehin nicht gerade stilvollen Achtziger niederschlug. Warum Produzent John Nathan-Turner (vermutlich) einen großen Batzen Budget verbraten hat um in Spanien zu drehen, wird wohl sein Geheimnis bleiben und die kreativen Differenzen zwischen ihm und Skript Editor Eric Saward waren auch nicht gerade hilfreich.

Wie ich bereits in meiner Besprechung zur Sechster-Doktor-Volume-1-DVD-Box schrieb, empfinde ich die Ära der sechsten Inkarnation zwar nicht als komplett misslungen - was vor allem eben am Darsteller des sechsten Doctors liegt - aber bei ihm kam eben viel Schlechtes zusammen. Er hatte seine Highlights, aber dafür überwogen viele schlechte Geschichten in Folge. Die Überschaubarkeit seiner Abenteuer ist dabei natürlich auch nicht hilfreich. Tom Baker, Doctor Nummero 4, hatte deutlich mehr Gurken, aber da er eben 7 Jahre lang dabei war, hatten sich auch etliche Highlights angesammelt. Man weiß es nie, aber vermutlich würde die Colin Baker Ära heute besser bewertet werden, wenn alleine schon das Kostüm nicht gewesen und er für Staffel 24 aufwärts nicht durch Sylvester McCoy ersetzt worden wäre.
Aber Was-wäre-wenn bringt ja alles nichts und so kann nur bewertet werden, was vorliegt. Und für mein Empfinden, sind zwei der drei enthaltenen Geschichten in dieser DVD Kollektion der Tiefpunkt des Sechsten Doktors.

Den Anfang macht die Folge "Androiden in Sevilla / The two Doctors" (3 Episoden a 45 Minuten)
Die zweite und die sechste Inkarnation des Doktors nebst ihrer Begleiter Jamie und Peri bekommen es mit Androiden zu tun, die sich - versteckt nahe der spanischen Stadt Sevilla - mit Sontaranern verbündet haben, zu tun.
Eigentlich hätte es ja gut gehen MÜSSEN. Nicht nur, dass man die Studiokulissen verlässt und on Location dreht (was für die klassische Doctor Who Serie immer von Vorteil war), man hatte auch noch Patrick Troughton als zweiten Doctor und seinen Landzeitcompanion Jamie, gespielt von Frazer Hines, mit an Bord. Tolle Location, Multi-Doctor-Companion Folge. Da kann ja nichts mehr schief gehen... wenn man den eine gescheite Geschichte gehabt hätte. Und die ist nicht nur zu dünn um zwei, geschweige denn drei Episoden zu tragen, sondern auch noch unglaublich schlecht. Und das obwohl das Drehbuch von Robert Holmes stammt, der ansonsten mit seinen Episoden im Normalfall die Top Ten der klassischen Who Abenteuer dominiert. Auf einer englischen Webseite habe ich mal einen passenden Verriss gelesen, denn ich hier gerne wiedergeben möchte. Es beschreibt, wie dieses Drehbuch zustande gekommen sein könnte, in Form eines Telefonanrufes zwischen Skript Editor Eric Saward und Robert Holmes:
"Hi Bob, Eric hier. Pass auf, kannst du nicht mal wieder was einreichen?... Ja super, aber hör zu: Patrick und Frazer kommen zurück. Bau die mit ein. Und John will irgendwo im Ausland drehen.... Wo? Keine Ahnung, New Orleans, Venedig, Spanien. Ist egal, dann haben wir wenigstens ein paar schöne Bilder im Hintergrund. Und die Sontaraner hatten wir schon lange nicht mehr. Bau die doch mit ein... Was willst du machen? Ein Statement für Vegetarismus. Klasse Idee, mach das.... Ja, ich denke auch das ein fleischbesessener Küchenchef-Android, der aussieht wie ein Pirat an Fasching die beste Idee dafür ist. Warum malen wir Patrick nicht genauso bescheuert an?"
Ihr seht: Ich liebe diese Folge *g*. (Zu ihrer Ehrenrettung sei gesagt, dass die Meinung über diese Folge weit auseinander gehen und es einige Fans gibt, die sie sogar mögen. Liegt aber nach meinem Empfinden vermutlich daran, dass Patrick Troughton hier nochmal mitgespielt hat...).
1 Stern (für Baker, Bryant, Hines und Troughton die ja nichts für den Mist können, den man ihnen vorgesetzt hat)

"Das Amulett" / "Timelash" (2 Folgen a 45 Minuten)
Der Doctor und Peri besuchen den Planeten Karfel, wo sich seit dem letzten Besuch des Doctors einiges verändert hat. Der Planet wird von dem monströsen Borad (ja, das klingt heute natürlich nochmal schwachsinniger, weil einem sofort Sascha Baron Cohen in den Kopf schießt) kontrolliert, der jedem, der ihm im Weg steht, in den Timelash wirft...
Bei den Abstimmungen über die schlechtesten Who-Folgen tauscht dieser Zweiteiler den letzten Platz meist nur mit "Zweimal Einstein / The Twin Dilemma", die - wen wundert's - leider auch eine Colin Baker Folge ist. Ich muss jedoch sagen, dass ich der Meinung bin, dass es hier deutlich schlechtere Folgen gibt. Die Geschichte ist durchschnittlich und das Drehbuch hat einige Schwächen. Man sieht an Ausstattung und Kulissen deutlich, dass die Folge budgetmäßig wohl den Ausflug nach Spanien ausgleichen sollte. Im Bonusmaterial erfährt man, dass die Produktionsmannschaft nach Abschluss der Dreharbeiten festgestellt hat, dass die Folgen zu kurz sind, weswegen hurtig noch ein paar Szenen im TARDIS Kontrollraum gefilmt werden mussten... und ja, das erklärt deren Qualität. Aber wenigstens gibt es auch ein paar nette Szenen: Die Figur Herbert hat mir in seinem Zusammenspiel mit Colins Doctor sehr gefallen. Der Borad ist auch ganz gut gestaltet.
Mit ganz viel Mühe, zugekniffenen Augen und Fanbonus 3 Sterne

"Planet der Toten" / "Revelation of the Daleks" (2 Folgen a 45 Minuten)
Na also, geht doch. "Revelation of the Daleks" würde ich persönlich zwar "nur" als durchschnittlich-gute Who-Unterhaltung einstufen, aber das wir hiermit neben dem Highlight "Vengeance on Varos" (Zu finden auf der DVD Box "Sechster Doktor Volume 1") bereits die beste Colin Baker Folge haben, sagt einiges über die TV Zeit von Inkarnation 6 aus.
Der Doctor und Peri besuchen den Planet Nekros, der dafür bekannt ist, den Reichen und Schönen der Galaxis ein angemessenes Begräbnis zu arrangieren. In den Katakomben der Einbalsamierungsanlage hat sich jedoch Davros, der Schöpfer der Daleks, versteckt und nutzt die Leichen der Verbliebenen um eine neue Armee von Daleks zu erschaffen...
Ein ganzer Planet als Bestattungsunternehmen? Dalek Mutationen aus Leichen? Herrlich, genauso wegen so einem Stuss (positiv gemeint) schaut man doch "Doctor Who". Ein unterhaltsamer Zweiteiler, in dem es teilweise recht heftig zur Sache geht. Die Dialoge sind hier ein ganzes Stück weit besser als in den vorgehenden Episoden. Austattung, Kulissen und Effekte sind dabei so gut, wie es die klassische Who Serie eben sein konnte. Die temporeiche Regie von Graeme Harper, der im Jahr zuvor das Meisterwerk "The Caves of Androzani" inszenierte und als einziger Regisseur der alten Serie auch für die David-Tennant-Ära arbeitete (Age of Steel, Doomsday, Journeys End, Waters of Mars ... um nur einige zu nennen) gibt dieser Folge dann einen filmischeren Look als die sonst eher bieder inszenierten übrigen Episoden dieser Zeit. Als störend empfinde ich hier einige Längen im ersten Teil und den DJ, der in dieser Geschichte sehr deplatziert wirkt.
4 Sterne

DIE DVD BOX

Hier kann man eigentlich nur dasselbe sagen, wie bei den fünf Boxen zuvor. Während in Großbritannien jeder Mehrteiler als Einzel-DVD herausgegeben wurde, hat man hier mehrere Geschichten zusammen als Boxset veröffentlicht. Es handelt sich dabei um die zweite Hälfte der Staffel 22 (Episoden 7-13) mit den oben beschriebenen Mehrteilern "Androiden in Sevilla/The Two Doctors", "Das Amulett/Timelash" und "Planet der Toten/Revelation of the Daleks". Das gesamte Bonusmaterial der UK DVDs wurde übernommen, so dass wir es hier mit einer 5-DVD-Box zu tun haben. Die DVDs 1, 3 und 4 enthalten die Mehrteiler, die DVDs 2 und 5 enthalten dann ausschließlich Bonusmaterial zu den Folgen "Androiden in Sevilla" und "Planet der Toten".
Zusätzlich gibt es noch zwei Eastereggs ausschließlich für deutschen Fans (wer nicht suchen möchte. Bei der ersten DVD unter dem Menüpunkt "Folgen" mit der DVD Fernbedienung nach rechts klicken. Dadurch werden zwei TARDIS Symbole aktiviert. Einfach dann mit der DVD Fernbedienung ansteuern und genießen. Das erste Easteregg ist die Doctor Who Theme dieser Zeit, während das zweite Easteregg ein Gruß von Peri-Darsteller Nicola Bryant und Davros-Darsteller Terry Molloy ist).

Das Booklet ist wie immer informativ und enthält Darstellerbiografien, kurze Berichte über die einzelnen Episoden und natürlich Episodenbeschreibungen. Als spezielles Bonmot gibt es auch hier für die deutschen Fans ein nettes und informatives Vorwort von Peri-Darstellerin Nicola Bryant (die der Folge "The two Doctors" wohl deutlich mehr abgewinnen konnte, als ich).

Das Menü ist - ganz den Vorgängern entsprechend - schlicht und einfach, aber schön gestaltet. Der deutsche Ton ist überraschend klar und rauschfrei, wenn man bedenkt, dass Pandastorm teilweise bei Sammlern VHS Mitschnitte (!) suchte, um fehlende Stellen kompensieren zu können, die wohl nicht mehr in den RTL Archiven verfügbar waren.

FAZIT

Zur DVD Box: SO und nicht anders sieht eine gelungene Veröffentlichung aus. Daher Alle 5 Sterne

Zu dem eigentlichen Inhalt, nämlich den enthaltenen Folgen, kann ich nur sagen, dass es für mich die schwächste der (bald) drei Sechster-Doktor-Boxen ist. Colin Baker Fans wie ich, die wissen, was sie erwartet, greifen natürlich zu. Fans der neueren Serie, welche die klassische Serie kennen lernen wollen, sollten vielleicht erstmal andere Doktoren antesten oder - wenn es denn Colin Baker sein soll - vielleicht lieber die britische Einzel DVD des Mehrteilers "Vengeance on Varos" (relativ günstig als UK Import erhältlich) erwerben.


Zirkus Zeitgeist - Ohne Strom und Stecker (Deluxe Edition)
Zirkus Zeitgeist - Ohne Strom und Stecker (Deluxe Edition)
Preis: EUR 17,99

5.0 von 5 Sternen Gelungenes Experiment, 29. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ihre ersten Auftritte hatte der sympathische Haufen von Saltatio Mortis auf Mittelaltermärkten. Ganz klassisch als Spielmanns-Gruppe. Ohne Strom und ohne Stecker eben. Doch schon bald änderte sich der Stil. Liebäugelte man zunächst noch mit Elektro-Arrangements, so hat sich die Gruppe spätestens ab ihrem Fünftling "Des Königs Henker" von 2006 zum Mittelalterrock hin entwickelt.
Trotz dieser Entwicklung spielten und spielen Saltatio Mortis bis heute neben ihren Rockshows immer noch Akkustik Programme.
Und so entstand bei der Gruppe der Wunsch ihren aktuellen Rundling "Zirkus Zeitgeist" nochmal einzuspielen... so wie er in ihren Anfängen als reine Spielmanns-Truppe hätte klingen können.

Und das Experiment ist geglückt. Die Totentänzer haben bei den einzelnen Stücken nicht einfach nur E-Gitarre und E-Bass herausgenommen, sondern den Song entsprechend den verwendeten Instrumenten neu arrangiert. Die Stücke sind dadurch zwar etwas getragener, wissen aber auf ihre Weise genauso gut zu gefallen. Bei "Willkommen in der Weihnachtszeit" unterstützt eine Ulkulele den ohnehin nicht sonderlich ernst gemeinten Song, während "Des Bänkers neue Kleider" vom anklagenden Rockstück zur melancholisch angehauchten Halbballade mutiert. "Geradeaus" lädt durch seinen veränderten Rhythmus zum Tanzen ein, während "Nachts weinen die Soldaten" in der akustischen Form sogar noch emotionaler wirkt als in der Ursprungsfassung.

Ohne jetzt den Rest der Band degradieren zu wollen, so sticht auf diesem Album vor allem Sänger Alea heraus. Kein Song auf diesem Album intoniert er genauso wie auf der Ursprungsversion von "Zirkus Zeitgeist". Gerade hier, wo die Stimme des Sängers nicht mehr von E-Gitarren und dröhnenden Säcken "kaschiert" werden kann, zeigt sich, wie sehr sich Alea seit den Anfängen der Band entwickelt hat. Klang er mir vor allem auf den Alben bis "Des Königs Henker" noch etwas steril und distanziert, so hat er gelernt, mit seiner Stimme zu spielen und viel Gefühl in den Klang hinein zu legen, ohne dabei in das Schmalzige abzudriften.

Gut, meine Wenigkeit hätte es zwar lieber gehabt, Saltatio Mortis hätten sich bei diesem Akkustik-Studio-Album nicht nur auf ihr aktuelles Werk fokussiert, sondern einen Karriererundumschlag vorgenommen. Aber wer weiß, vielleicht kommt das ja auch noch (Und ja, ich weiß, dass es die "Manufactum" Reihe gibt, aber für den 'Hausgebrauch' bevorzuge ich dann doch Studioversionen).

Ein besonderer Bonus stellt das Mini-Weihnachtsalbum da. Neben drei Songs, die bereits auf "Zirkus Zeitgeist" veröffentlicht wurden (Willkommen in der Weihnachtszeit, Maria und den Bonus Track Gaudete) gibt es hier noch drei/vier brandneue Nummern zum Fest der Liebe. Und dieses Minialbum ist alles - anklagend, traurig, spöttisch, zynisch - aber eines ist es nicht: Besinnlich. "Morgen Kinder wird's nichts geben" hat nur dem Titel nach Ähnlichkeit mit dem bekannten Weihnachtslied. Der Song zeigt, dass Weihnachten eben nicht bei allen Menschen ein schöner Tag ist. Entsprechend hart ist dieser Midtempo Song auch gehalten. "Alle Jahre wieder" entspricht dann in Melodie dem bekannten Lied und wird als - ich nenne es mal Dudelsack-Punk-Version - heruntergerotzt. Textlich wird dabei über den alljährlichen Konsumwahn hergezogen. "Last Christmas" können wir zwar eigentlich nicht mehr hören, aber in dieser Ramones-artigen Fassung macht es dann doch wieder Spaß. Das gelungenste Lied für mich ist dann aber die Ballade "Als die Waffen schwiegen", die sich textlich auf den ersten Weltkrieg bezog, als die Grenzsoldaten von Deutschland und Frankreich sich für die Weihnachtstagen unabhängig voneinander einen Waffenstillstand gönnten.

Alles in allem ein gelungenes Werk.
Die Originalversion von "Zirkus Zeitgeist" finde ich zwar stärker, aber "Ohne Strom und ohne Stecker" ist eine reizvolle Alternative und jedem Fan - vor allem wenn er eher die mittelalterliche Seite der Band schätzt - wärmstens ans Herz zu legen.


Poirot - Collector's Box im Schmuckkarton (exklusiv bei Amazon.de) [Limited Collector's Edition] [45 DVDs]
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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Komplettausgabe, 15. Dezember 2015
Im deutschen TV unverständlich geschmäht, hat das Label Polyband alle 13 Staffeln der Serie "Agatha Christie's Poirot" in 12 hervorragenden Collection-DVD-Boxen veröffentlicht. Für alle, die bislang noch nicht zugegriffen haben, gibt es jetzt dieses Komplettpaket zu einem vergleichsweise niedrigeren Preis (die Boxen einzeln kosten zwischen 20 und 30 € im Schnitt, man spart also einiges).

Wie auch die einzelnen DVD Boxen so ist das Gesamtpaket ein robuster Karton in mattem Cremeweiß. Öffnet man den Karton oben, so wirkt es, als schaue man in einen alten Aktenschrank. Nach Collection sortiert, kann man sich durch die Registratur blättern, in welcher die DVDs gut in einer Art Akte untergebracht wurden. Die DVDs der Collection Boxen und dieser Gesamtausgabe sind identisch. Das 64seitige Begleitheft ist dementsprechend auch die Zusammenfassung der 12 informativen Booklets der Einzelboxen. Die Gesamtausgabe ist in dieser Hinsicht also ähnlich hochwertig wie die einzelnen Boxen.

Bild und Ton variieren je nach Alter der jeweiligen Episode bzw. des jeweiligen Films beträchtlich (die erste Folge ist von 1989, der letzte Film von 2013). Gerade bei den einstündigen Episoden und den Filmen aus den Neunzigern ist das Bild etwas unscharf, grieselig und grobkörnig; ab den 2000er Filmen aber klar und scharf. Das Bild-Format der Achtziger/Neunziger Produktionen (Collection 1-4,6-7) ist im 4:3 Vollbild; ab den 2000er Filmen (Collection 5, 8-12) in Widescreen. Der Ton ist immer klar und verständlich. Eine negative Ausnahme bildet die Collection 4 aus der DDR-Fernsehzeit, die qualitativ eher dem TV-Mitschnitt einer Videokassette entspricht, denn einer wertigen DVD Ausgabe.
Für die deutsche Tonspur muss man in Kauf nehmen, dass Poirot insgesamt vier Sprecher hatte: Einen in den Collections 1-3 und "Eine Familie steht unter Verdacht", jeweils einen anderen in Collection 4 und 5 und dann glücklicherweise einen gelungenen Sprecher in den Collections 6-12, welche erst in den letzten Jahren durch Polyband synchronisiert wurde. Der letzte Sprecher ähnelt zudem gut der ersten Stimme. Wer mit Englisch weitestgehend kein Problem hat sollte sich jedoch die Serie im O-Ton anschauen, da Hauptdarsteller David Suchet eine faszinierende Stimmlage und einen speziellen Akzent für seinen Poirot entwickelt hat. Untertitel sind jedoch lediglich in deutsch zuschaltbar.

Und damit kommen wir auch zu dem, was die Serie so sehenswert macht.
Die Produzenten haben Agatha Christie's Romane und Kurzgeschichten in den meisten Fällen sehr gekonnt umgesetzt. Angesiedelt in den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts (mit Ausnahme des ersten und letzten Falles) ist die Serie inszenatorisch auf einem hohen Niveau und begeistert durch den Charme dieser vergangenen Epoche. Bei den Filmen (basierend auf den Romanen) muss der Buchkenner ein paar weniger gelungene Adaptionen hinnehmen, aber gerade die einstündigen Episoden (basierend auf den Kurzgeschichten) sind durchweg besser als die Vorlage.
Für die Serie hatte man in ihren früheren Jahren (Collections 1-8) die nur selten auftauchenden Nebenfiguren Captain Arthurs Hastings, Scotland Yard Inspector James Japp und Poirots Sekretärin Felicity Lemon permanent integriert. Und die Chemie unter den Schauspielern hat scheinbar gestimmt, so dass dieses Quartett aus Hastings, Japp, Lemon und natürlich Poirot für viel Humor sorgt.
In den späteren Jahren (Collections 9-12) wich die leichtfüßige Art zugunsten einer dunkleren Atmosphäre und zeigt einen älter werdenden Poirot, gleichwohl natürlich immer noch die Schrulligkeit durchscheint. Auch wenn ich die humorvolleren Adaptionen etwas mehr bevorzuge, so haben diese letzten Staffeln ihren eigenen Charme. Ein gelungenes Beispiel ist der düstere "Mord im Orient-Express", welcher ganz anders inszeniert wurde als die 70er-Kinoversion.

Und nun das Lob für den Mann, welcher der Serie fast ein Vierteljahrhundert lang die Treue hielt und vermutlich der Grund ist, warum wirklich alle Romane und der Großteil aller Kurzgeschichten mit Poirot verfilmt wurden: David Suchet. Im Gegensatz zu Sir Peter Ustinov und Albert Finney, die den Poirot in den bekannten Kinofilmen dargestellt haben, hat David Suchet die Romane und Kurzgeschichten von Agatha Christie akribisch studiert und den belgischen Meisterdetektiv perfekt dargestellt. Der Gang, der Akzent, die Arroganz, die vielen Schrullen aber auch das warmherzige des kleinen Belgiers mit dem markanten Schnurrbart wurden perfekt getroffen. Suchet hat die Figur, die Ustinov und Finney nur dem Namen nach spielten, von den Büchern auf die Serie übertragen. War Ustinov zuvor eine Hürde für Poirot Verfilmungen, so sind sie nach Suchet vermutlich unmöglich (gleichwohl der Schauspieler das bescheidenerweise anders sieht).

Fazit

Nicht jede der 70 Folgen/Filme mag vielleicht zur Gänze überzeugen, doch als Gesamtkunstwerk ist die Serie jedem Liebhaber klassischer Krimis und/oder Agatha Christie nur wärmstens zu empfehlen. Die Gesamtbox ist so wertig aufgemacht wie die 12 Einzel-Boxen, jedoch deutlich günstiger erhältlich. Definitive Kaufempfehlung.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 16, 2015 9:49 AM CET


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